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Aufgrund seiner guten
Tarnung und verborgenen Lebensweise ist der Anblick eines
Schneehasen ein durchaus seltener Genuss. Dies zeigt ein Blick
auf seine besondere Anpassungsmerkmale: übergroße Füße, mit langen
steifen Borstenhaaren versehen und weit spreizbaren Hinterläufe - richtige Schneeschuhe - die auch in
weichem Schnee noch Halt geben, eine perfekte Tarnfärbung im Winter und die
Fähigkeit, sich gewissermaßen unsichtbar zu machen. Der Schneehase ist
48-68 cm lang
und wiegt ca. 2,5 bis 5 kg.
Die
hohlen, luftgefüllten Haare, obwohl dünner als beim Feldhasen,
bieten einen guten Kälteschutz. In der weißen Unterwolle und den
aufliegenden weißen Grannenhaaren des Winterfells sind die
Farbstoffe durch Luft ersetzt. Dadurch verliert der Schneehase im
Winter, verglichen mit dem Sommerfell etwa 30% weniger Energie. Die
weiße Farbe bewirkt eine hervorragende Tarnung im Schnee. Man muss
schon genau hinschauen, will man den Schneehasen im Winter, wenn er
sein weißes Fell trägt näher betrachten. Der Schneehase
schützt sich dadurch, dass sie sich möglichst unauffällig verhalten
und sich zwischen den "Latschen", Büschen und Steinen verbergen. Ihre Fellfarbe wirkt dabei als
Tarnung, denn sie ist der Umgebung des jeweiligen Lebensraumes
angepasst - und hier gibt es dann den ersten ins Auge fallenden
Unterschied zwischen Schneehase und Feldhase:
Im Sommer sehen sich beide Arten noch sehr
ähnlich; ihr Fell ist bräunlichgrau gesprenkelt, oft mit
rötlichbraunen Beimischungen und helleren und dunkleren Bereichen.
Vor dem Beginn des Winters wechseln die Hasen jedoch ihr Haarkleid;
sie werden dann schneeweiß und sind in der verschneiten Landschaft
kaum zu erkennen. Wie lange dieses Winterfell getragen wird, ist
ganz von dem Vorkommen der jeweiligen Schneehasen abhängig.
Auch in ihrem sozialen
Verhalten unterscheiden sich Schneehasen von Feldhasen. Während
Feldhasen meistens allein anzutreffen sind und sich nur bei hoher
Siedlungsdichte Gruppenstrukturen bilden, kann man Schneehasen
durchaus als gesellig bezeichnen. Gerade in den unwirtlichen
arktischen Regionen finden sie sich häufig zu Ansammlungen von
mehreren hundert Tieren zusammen. Diese Zusammenschlüsse sind anonym
und die Einzeltiere kennen einander nicht. Sie dienen der erhöhten
Sicherheit der einzelnen Individuen. Man hat beim Schneehasen
aber auch kleinere Gruppenstrukturen gefunden, in denen die Tiere
sich kennen und Rangordnung ausbilden. Solche Gruppen legen oft
Schneeburgen an, in denen die Tiere vor dem rauhen Klima
einigermaßen geschützt sind. Wichtig für den Lebensraum ist die
günstige Kombination von Deckung und Nahrung. Im Winter verlässt ein
Teil der Schneehasen die obersten Lagen und sucht im Bergwald und im
Dickicht die Zuflucht, darum sind auch Schneehasen bei Futterstellen
von Reh- und Rotwild gemeinsam mit Feldhasen häufig anzutreffen.
Zwischen Tageseinstand (Ruheplatz) und Nahrungsplatz können größere
Strecken, bis zu 2 km oder 200-300 Höhemeter liegen. Besonders
günstige Nahrungsplätze, können zum Sammelplatz für mehrere Hasen
werden. Schneehasen können ihre Umwelt auf vielfältige Art
kennzeichnen. Mit ihren Analdrüsen und Wangendrüsen setzen sie
Duftmarken.
Gibt es nun tatsächlich
immer weniger Schneehasen in den Alpen? In einigen
Gebieten ist der Rückgang deutlich sichtbar, vor allem zählt
der Schneehase in Deutschland zu den bedrohten Arten und
findet sich deshalb auch auf der "roten Liste gefährdeter
Tiere" wieder, obwohl es keinerlei Untersuchungen zur
Entwicklung des Schneehasen gibt. Möglicherweise sind die
Schneehasen in vielen Vorkommen in den Alpen gefährdet,
beispielsweise durch Veränderungen im Lebensraum, Störungen
oder klimatische Faktoren. Aber noch gibt es keine
weiterführenden populationsdynamischen Untersuchungen, die
hier Antworten geben können. Bisher gibt es keine
Hinweise dafür, dass in Gebieten mit Jagd auf den Schneehasen,
die Bestände unter dem Jagdruck leiden. |
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Fortpflanzung: Geschlechtsreif
sind die Hasen schon nach einem Jahr mit einer
Trächtigkeitsdauer von 50 Tagen. Bastarde
(Kreuzung zwischen Feldhasen und Schneehasen) sind
offenbar unfruchtbar. In den Alpen halten sich die Rammler
bereits lange vor der eigentlichen Paarungszeit nahe bei den
Häsinnen auf. Für die Paarung bevorzugen die Schneehasen
ebenso wie die Felshasen übersichtliche Flächen, die
ausreichend Deckung bieten.
Für das Setzen ihrer zwei bis fünf Jungen sucht sich die Häsin eine der Sasse ähnliche Stelle. Für den
ersten Wurf im April bis Mitte Mai besteht die Sasse oft noch aus einer von
der Häsin gegrabenen Schneeröhre. Eine Häsin setzt in der
Regel 1-4 mal pro Jahr. Wie bei der
Verwandtschaft sind auch die kleinen Schneehasen Nestflüchter. Die
Tragzeit beträgt ca. 7 Wochen. Sie
kommen bereits mit dem Fell und voll entwickelt zur Welt. Sehr rasch
sind die Jungen fähig, das Nest zu verlassen. Sie werden etwa drei
Wochen gesäugt, aber schon nach zehn Tagen können sie das erste Grün
aufnehmen und folgen der Mutter auf Nahrungssuche. Der zweite Wurf
erfolgt im Juni/Juli
Vorkommen:
Schneehasen finden sich auf der gesamten nördlichen Halbkugel.
Schneehasen sind
auf einige kritische Faktoren in der Ausstattung ihrer
Lebensräume angewiesen. Entscheidend scheinen in den Alpen
gute Versteckmöglichkeiten vor allem während des Tages zu
sein. Anderseits ist die Erreichbarkeit und Menge der Nahrung
im Spätwinter von entscheidender Bedeutung. Der
Schneehase ist in Südtirol sehr heimisch. Er bewohnt die
Latschenfelder in den Alpen und Waldgebiete über ca. 1300
Meereshöhe. Der Schneehase ist für sein Leben in einer der
kältesten Gegenden gut ausgerüstet. Er kann in Temperaturen
bis minus 40 Grad Celsius überleben und sich auch bei Schnee
gut fortbewegen.
Jagdzeiten:
Schneehasen sind in den Alpen nur in Frankreich, der Schweiz,
in einigen österreichischen Bundesländern und Südtirol
jagdbar. In Südtirol dürfen die Schneehasen an maximal 3
Wochentagen und zwar vom 01.Oktober bis 15. Dezember
mit Hunde bejagt werden.
Jeder
Jagdtag muss im Kontrollkalender einzutragen werden.
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Das Ausgehen von
Spuren und das Absuchen aperer Hänge nach weißen Hasen ist
ebenso beliebt wie das brackieren der Hasen mit Laufhunden.
Vorstehhunde und Stöberer spielen nur eine untergeordnete
Rolle. In Südtirol werden jährlich ca. 500 - 600
Schneehasen erlegt. Die Schneehasenstrecke in Südtirol lassen
nicht
den Schluss zu, dass dem Schneehasen das baldige Aus droht; im
Gegenteil,
Je mehr der Schneehase
bejagt wird, um so gesünder der Bestand.
"Je weniger
Jäger, desto weniger Hasen"
(siehe
den Bericht vom Feldhasen
-KLICK) |

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