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ERNÄHRUNG
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Für die Ernährung eines Hundes läßt es sich
schlecht Ratschläge geben, da jede Rasse und davon wiederum jeder Hund
verschieden ist. Es gibt Feuchtfutter aus der Dose, Halbfeuchtfutter aus der
Dose und Trockenfutter. Bei Fütterung von Trockenfutter wird das Wasser separat
zur Verfügung gestellt oder das Futter in Wasser aufgeweicht. Desweiteren wird
unterschieden in Welpenfutter, Futter für ausgewachsene Hunde, Futter für
Arbeitshunde und Futter für ältere Hunde. Das Fertigfutter des Fachhandels
enthält den Altersstufen eines Hundes entsprechend Proteine (Eiweiß),
Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe Vitamine sowie Spurenelemente.
Wie Sie daraus schon sehen, wird für jede Altersstufe die richtige Vollnahrung
angeboten. Für den Welpen braucht man während der Wachstumsphase eiweißhaltiges
Futter. |
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Zudem ist
in dieser Nahrung meist noch ein höherer Calciumgehalt für den Knochenaufbau
enthalten. Für den älteren Hund ist das Futter nicht mehr so eiweiß- und
fetthaltig, da sich im Alter sehr gern Fett ansetzt, und das daraus
resultierende Übergewicht läßt den Hund noch träger werden. Das Futter für
Arbeitshunde hat einen höheren Eiweißgehalt, da diese Hunde körperlich wie
konditionell belastet werden. Futter für ausgewachsene Hunde ist für normale
Betätigung gedacht. |

Hunde sind hauptsächlich
Fleischfresser, jedoch sollte auch von Beginn an Gemüse, Obst, Salat und Fisch
dem Futter beigemengt sein. Achtung: Der Hund ist kein "Speiseresteverwerter" – achten Sie auf hochwertiges Futter.
Hundeflocken und Trockenfutter
stellen eine weitere Ergänzung dar. Knochen (keine Röhrenknochen!) sind für den
Hund wahre Leckerbissen.
Vitamine sollten nur nach
Dosieranleitung dem Futter beigefügt werden. Nie zu warmes oder zu kaltes Futter
vorsetzen.
Der ausgewachsene Hund
erhält sein Futter einmal pro Tag; Junghunde, Welpen und säugende
Hündinnen
öfter.
Jagdgebrauchshunde bekommen
längst nicht immer das zu fressen, was sie wirklich brauchen. Dazu gehört
schließlich mehr als eine Schüssel Trockenfutter oder ein Napf mit Fleisch...Vielfältige Funktionen erfüllen Jagdgebrauchshunde als Vorsteh-, Stöber-,
Schweiß-, Meutehunde oder auch im Rahmen der Wasserjagd.
Ihre Aufgaben sind also äußerst unterschiedlich
und stellen je nach Einsatzgebiet hohe Anforderungen, insbesondere an
Kondition und Geruchssinn.
Gibt es einen besonderen Nährstoffbedarf?
Kann
man sie bei diesen Aufgaben durch eine ausgewogene Fütterung unterstützen? Kann man einen beanspruchten Hund nur mit Fertigfutter richtig ernähren oder
gibt es dazu auch andere Möglichkeiten?
Was
kann man bei Problemen, beispielsweise Durchfall oder Erbrechen tun?
Diese
und weitere Fragen lassen sich nur beantworten, wenn man sich kurz die
wichtigsten Grundanforderungen an eine bedarfsdeckende Fütterung vor Augen hält.
Wie alle Lebewesen benötigt der Hund Energie und Nährstoffe, letztlich Brenn-
und Baumaterial für seinen Stoffwechsel. Energie wird in erster Linie zur
Aufrechterhaltung der Körpertemperatur benötigt, aber auch für zahlreiche andere
Lebens- bzw. Stoffwechselprozesse.
Das „Feuer des Lebens“ ist ein kontrollierter Verbrennungsvorgang, bei dem die
mit der Nahrung aufgenommene Energie in einem abgestuften Prozess umgesetzt
wird.
Die Einheit der Energiebewertung ist das Joule (1 J). In der Praxis wird
meistens mit der Einheit Kilojoule (kJ = 1000 J) bzw. Megajoule (MJ = 1000 kJ)
gerechnet.
Alle Lebensabläufe – seien es Atmung,
Blutkreislauf, Bewegung oder Wachstum – funktionieren nur solange, wie
ausreichend Energie zur Verfügung steht. Zunächst muß der Erhaltungsbedarf, d.h.
der für die Lebensfunktion unabdingbare Bedarf, gedeckt werden.
Die weiteren Ansprüche von Jagd- und Meutehunden sind in Abhängigkeit von der
Belastung zu differenzieren.
Jagdhunde legen in „Ausübung ihres Berufes“
erhebliche Wegstrecken zurück, im Extremfall wie beim Stöbern oder der Suche
sogar bis zu 150 Kilometer am Tag. Der Kräfteverbrauch bei Jagdarten wie der Wasserjagd oder der Arbeit der
Bauhunde unter der Erde lässt sich nicht in zurückgelegten Kilometern errechnen;
er ist jedoch unter Umständen enorm hoch.
Bei hohen Belastungen viel Fett ins Futter:
Der
Bedarf an umsetzbarer Energie, d.h. an Energie, die für die Leistung zur
Verfügung steht, steigt in Abhängigkeit von der Belastungsintensität gegenüber
dem Erhaltungsbedarf bei sechsstündiger Trabbewegung auf das 2,5-fache, bei
längeren Galoppstrecken (wie Hetze), starken Steigungen oder auch stressbedingt
sogar noch mehr.
Die wichtigsten Energielieferanten im Futter sind Kohlenhydrate (Zucker,
Stärke) und Fette, allerdings kann auch Eiweiß zu diesem Zweck genutzt werden.
Normalerweise dient das Eiweiß jedoch als Baustoff für Körpergewebe.
Ebenso wie z. B. die Mineralien Kalzium und Phosphor, die für die Stabilisierung
der Knochen gebraucht werden. Beim Aufbau der Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße
hält die Natur bestimmte Bauprinzipien ein. Meist werden viele kleine Moleküle
zu größeren Einheiten miteinander verknüpft.
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Kohlenhydrate bestehen aus Zuckern, die entweder einzeln wie bei der Glukose, zu
zweien (Rohr- und Milchzucker) oder in Form langer Ketten vorliegen. Eine
kettenförmige Anordnung ist charakteristisch für Stärke. Fette sind so
aufgebaut, dass ein Trägermolekül, das Glyzerin, mit drei Fettsäurenresten
beladen ist.

Gerade bei längeren Belastungen hat es sich bewährt, Hunden fettreiche
Futtermischungen anzubieten. Dadurch wird es möglich, mit einer
vergleichsweise kleinen Futtermenge den Energiebedarf zu decken. Der Magen
wird dadurch weniger belastet, der Hund ist leistungsfähiger. Weiterhin
kommt es nach längerer Verabreichung fettreichen Futters zu einer
Adaptation, das heißt, der Hund nutzt Fette dann sehr effektiv als
Energiequellen. Diese Erkenntnis stammt im wesentlichen aus Untersuchungen
an Schlittenhunden, die durchaus nach ihren Leistungen mit Hochleistungssportlern zu vergleichen sind.
Futterfette unterscheiden sich je nach Länge und Art der angehängten Fettsäuren.
Öle sind flüssig, sie enthalten einen hohen Anteil „ungesättigter“ Fettsäuren.
Bestimmte ungesättigte Fettsäuren werden vom
Organismus auch zu anderen Zwecken als nur zur Energiegewinnung benötigt. Man
spricht in diesen Fällen von lebensnotwendigen bzw. essentiellen Fettsäuren. Ein Beispiel für eine essentielle Fettsäure ist die Linolsäure.
Im Gegensatz zu den Ölen hat beispielsweise Rindertalg deutlich geringere
Gehalte an ungesättigten Fettsäuren und daher eine feste Konsistenz. Während die
Kohlenhydrate und Fette als originäre „Brennstoffe“ angesehen werden können, hat
das aus Aminosäuren aufgebaute Futtereiweiß überwiegend andere Funktionen.
Die Aminosäuren – es gibt etwa 20, die regelmäßig im Futtereiweiß vorkommen –
dienen überwiegend als Baustoffe, zum Beispiel für die Bildung von Muskulatur,
für die Haut oder auch für das Grundgerüst der Knochen.
Die verschiedenen Eiweißquellen unterscheiden sich einmal durch die Art der am
Aufbau beteiligten Aminosäuren, dann aber auch in Abhängigkeit von der
Beschaffenheit der Aminosäurenkette.
Futtermittel, deren Eiweiß überwiegend aus Bindegewebe besteht, sind deutlich
schlechter verwertbar. Die Ursache ist darin zu sehen, dass eine Verflechtung
sehr fester Eiweißstränge vorliegt, z. B. in Sehnen, Knochen oder bestimmten
Organen (Lunge, Milz).
Daher sollte man diese Produkte nicht in zu hohen Mengen verfüttern, ansonsten
können unerwünschte Wirkungen, z. B. Erweichung bzw. Verflüssigung des Kots,
resultieren. |
Energiereiches Futter muß eiweißhaltig sein
Wichtig ist, dass in der Ration des Hundes ein ausgewogene Verhältnis von Eiweiß
und Energie vorliegt.
Hunde im Erhaltungsstoffwechsel sollten eine Ration erhalten, in der etwa zehn
Gramm verdauliches Eiweiß auf ein Megajoule umsetzbare Energie entfallen.
Anders
gesagt: je energiereicher ein Futter ist, desto höher muß auch der Eiweißgehalt
sein. Der Energiegehalt eines Futters steht in direkter Beziehung zum
Fettgehalt. Je mehr Fett in einem Futter enthalten ist, desto höher sein
Energiegehalt.
Neben den verdaulichen Nährstoffen benötigt ein Hund auch einen gewissen Anteil
unverdaulicher Stoffe („Ballaststoffe“), um seine Darmfunktion aufrecht zu
erhalten.
Der Wolf nimmt in der Natur Ballaststoffe aus dem Inhalt des Magen/Darmtraktes
von Beutetieren auf.
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In Zeiten knapper Nahrung muß er sich auch einmal
ausschließlich mit pflanzlichen Nahrungsbestandteilen begnügen. Dieses Verhalten ist bei vielen Haushunden zu beobachten: Sie nehmen von Zeit zu
Zeit Gras auf, und zwar nicht nur, wenn sie Erbrechen auslösen wollen.
Ein solches Verhalten kann man als Atavismus, das bedeutet eine überlieferte
Verhaltensweise, bezeichnen.
In einem Trockenfutter für Hunde sollten etwa zwei Prozent Rohfaser enthalten
sein, um die Darmmotorik aufrecht zu erhalten. Natürliche Quellen für Rohfaser
sind zum Beispiel Weizenkleie oder verschiedene Gemüsesorten, z.B. Möhren.
Neben diesen mengenmäßig wichtigsten Nahrungsbestandteilen benötigt der Hund
auch Mineralien, Spurenelemente und Vitamine.
Kalzium und Phosphor werden nicht nur in den Knochen eingebaut und sorgen so für
die Stabilität des Skeletts, sondern sie üben daneben auch noch eine Reihe
weiterer wichtiger Stoffwechselfunktionen aus.
Durch Arbeitsbeanspruchung entsteht normalerweise kein erhöhter Bedarf, doch
sollte man darauf achten, dass Jagdhunde auf jeden Fall die für den
Erhaltungsstoffwechsel empfohlenen Werte mit dem Futter aufnehmen.
Besonders wichtig für arbeitende Hunde ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit
einigen Spurenelementen, darunter insbesondere Selen. Selen ist ein Element,
dass in geringsten Konzentrationen vom Organismus benötigt wird und dort eine
äußerst wichtige Funktion zum Schutz der Zellmembranen ausübt.
Der Bedarf eines Hundes wird bereits mit einer Menge von 2,5 Mikrogramm pro
Kilogramm Körpergewicht und Tag gedeckt.
Im Zusammenhang mit Selen ist auch das Vitamin E zu beachten. Es ergänzt
gleichsam Selen und sollte von einem Gebrauchshund mindestens in einer
Menge von einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag aufgenommen
werden, bei hoher
Beanspruchung und fettreichem Futter können auch drei Milligramm Vitamin
E/kg Körpergewicht und Tag vorgesehen werden.
Die übrigen in der Übersicht aufgeführten Nährstoffe stehen in mehr oder weniger
direkten Zusammenhang mit der Leistung. So ist bekannt, dass eine unzureichende
Versorgung des Hundes mit Natrium oder auch Zink seinen Geruchssinn
beeinträchtigen kann. Eine Unterversorgung kann besonders bei nicht ausreichend
mit Mineralstoffen ergänzten, selbsthergestellten Rationen auftreten.
Fertigfutter: In der Praxis ist eine in allen Punkten bedarfsdeckende Nährstoffversorgung
sowohl über Fertigfutter als auch über eigene Rationen möglich. Während
Fertigfutter problemlos einzusetzen sind und die meisten Produkte eine
ausreichende beziehungsweise sogar reichliche Nährstoffversorgung gewährleisten,
sind bei Gabe eigener Rationen häufig Nährstoffunterversorgungen zu beobachten.
Bei sachgerechter Rationsgestaltung lässt sich dieses jedoch vermeiden, so dass
letztendlich auch eine „vollwertige“ Ernährung des Hundes gewährleistet ist.
Fertigfutter haben inzwischen eine große Bedeutung in der Fütterung von Hunden
erlangt. Wenn es sich um sogenannte Alleinfutter handelt, dann sollten diese
ohne weitere Ergänzungen verabreicht werden.
Die Qualität der als Alleinfutter angebotenen Produkte ist heute im allgemeinen
so gut, dass Nährstoffmängel kaum noch zu beobachten sind (siehe auch Stiftung
Warentest, Vergleichstest Hundefutter, 1998).
Die Zusammensetzung eines Alleinfutters soll so sein, dass der Hund bei Aufnahme
einer Futtermenge, die seinen Energiebedarf deckt, zugleich mit sämtlichen für
ihn lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt wird.
Trocken- Alleinfutter: Trockenalleinfutter werden insbesondere für große oder mittelgroße Hunde
bevorzugt. Sie sind leicht zu handhaben und zuzuteilen und werden als
Flockengemische oder in Krokettenform angeboten. Halbfeuchte Alleinfutter weisen
höhere Wassergehalte auf als Trockenalleinfutter.
Ihr Vorteil ist in einer höheren Akzeptanz durch den Hund zu sehen. Ihr
Energiegehalt ist um rund zehn Prozent tiefer als in Trockenalleinfuttern.
Feucht-Alleinfutter: Feuchtalleinfutter, auch als Dosenfutter bezeichnet, werden auf der Basis von
Fleisch beziehungsweise Nebenprodukten, die beim Schlachtprozess anfallen,
hergestellt.
Wenn eine bestimmte Geschmacksrichtung, zum Beispiel Rind, Lamm oder Pute
besonders betont wird, so heißt das im allgemeinen nicht, dass diese Fleischart
wirklich mengenmäßig dominiert.
Viele Feuchtalleinfutter sind sehr proteinreich, so dass man sie ohne weiteres
mit eiweißärmeren Produkten, zum Beispiel Flockenfutter mischen kann.
Da die Futtermenge bei höherem Energiebedarf ansteigt, wird bei Verabreichung
ausgewogener Mischfutter auch ein Mehrbedarf an den Nährstoffen gedeckt, die für
den Muskelstoffwechsel und die Leistungsfähigkeit Bedeutung haben.
Vorsicht ist allerdings geboten, wenn zusätzlich zu einem Alleinfutter noch
bestimmte Ergänzungsfutter, z.B. mit hohen Vitamingehalten, gegeben werden. Dann
kann es sogar zu einer schädlichen Überdosierung kommen.
Futtermischungen:
Werden eigene
Mischungen bevorzugt, z.B. aus finanziellen Erwägungen, sind eiweiß- und
gleichzeitig energiereiche Futtermittel tierischer Herkunft, z.B. durchwachsenes
Fleisch, geeignet.
Produkte mit sehr starkem Eigengeruch, z.B. Fisch, können evtl. den Geruchssinn
beeinträchtigen. Diese können mit Getreideflocken oder anderen stärkereichen
Produkten, evtl. auch mit einem eiweißarmen Ergänzungsfutter („Flockenfutter“)
kombiniert werden.
Zur Ergänzung eignen sich aufgrund ihrer hohen Akzeptanz auch Fette tierischer
Herkunft (z.B. Rindertalg oder Schmalz) oder Pflanzenöl. Der Rohfasergehalt
sollte nicht über zwei bis drei Prozent der Trockenmasse liegen, damit eine hohe
Gesamtverdaulichkeit der Ration gewährleistet ist.
Eine Ergänzung mit Mineralstoffen bzw. Vitaminen ist bei dieser Art der
Fütterung am sichersten über ein kommerzielles Ergänzungsfutter zu erreichen,
mit größerem Aufwand auch durch Verabreichung „natürlicher“ Produkte, z.B.
Knochen oder Knochenschrot jeweils in Kombination mit Leber, die zur Vitamin-
und Spurenelementergänzung eingesetzt werden kann. Die Fütterungstechnik
beeinflusst Leistungsbereitschaft und Ausdauer des Jagdhundes.
Zwischen Einsatz und Fütterung muß ein ausreichender zeitlicher Abstand
eingehalten werden.
Der Hauptteil der Tagesration sollte am Abend vor der Belastung bzw. etwa zwei
Stunden nach Einsatzende verabreicht werden, wenn die Hunde sich ausreichend
erholt haben. Eine kleinere Menge von bis zu 20 Prozent der Gesamtfuttermenge
kann bis zu drei Stunden vor Beginn gegeben werden, wenn dadurch eine Beruhigung
der Tiere zu erreichen ist.
Es ist ohne weiteres möglich, bei unregelmäßiger Beanspruchung (Jagdeinsatz nur
an Wochenenden) ein bis zwei Tage vor der Arbeit eine reduzierte Futtermenge zu
verabreichen und das Defizit in den verbleibenden Tagen durch reichlichere
Zuteilung zu kompensieren.
Hunde sollten vor und nach der Belastung, aber auch während der Arbeit, im
Abstand von ein bis zwei Stunden, Gelegenheit haben, Wasser aufzunehmen. Die
Leistungsfähigkeit kann dadurch unterstützt werden.
Gelegentlich wird empfohlen, bei langandauernder intensiver Belastung (Wasser-,
Treib- oder Drückjagden) kleine Zwischenmahlzeiten zu verabreichen. Dieses ist
aufgrund der ausgeprägten Fähigkeit von Hunden, Fettsäuren als Energiequellen zu
mobilisieren, weder notwendig noch zweckmäßig.
Auszunehmen sind Problemhunde, die nach intensiver Arbeit zu einem Abfall des
Blutzuckers neigen. Hier kann die Verabreichung glukosereicher
Zwischenmahlzeiten sinnvoll sein.
Was kann man bei Problemen tun? Im Zusammenhang mit einer nicht adäquaten
Fütterung können verschiedene Störungen aufgetreten. Diese manifestieren sich
zunächst im Magen/Darmtrakt. Der Magen ist die erste Station Futters, er weist
beim Hund eine enorme Dehnbarkeit auf.
Dieses ist einerseits von Vorteil, da es dadurch dem Hund möglich wird, seinen
Energiebedarf mit nur einer Mahlzeit am Tag zu decken. Nachteil ist jedoch, dass
es unter ungünstigen Bedingungen (hoher Keimgehalt im Futter, ungenügende
Säureproduktion im Magen, Stress, zum Beispiel bei Meutehunden) zu einer
Fehlgärung kommen kann. An solchen Vorgängen sind häufig Hefen oder Bakterien
beteiligt.
Durch Fermentation von Futter im Magen können sich erhebliche Gasmengen bilden.
Die Magenblähung beziehungsweise Magendrehung ist ein Problem, das heute leider
sehr häufig aufgetaucht.
Zur Vorbeuge kann man empfehlen, Hunde in ausreichend langem zeitlichen Abstand
von der Belastung zu füttern. Dadurch wird dem Hund eine genügende Zeit
gelassen, um im Magen Salzsäure zu bilden. Die Salzsäure wirkt gleichsam wie ein
Desinfektionsmittel.
Weiterhin sollte man stets peinlich darauf achten, dass das verabreichte Futter
eine optimale hygienische Qualität aufweist.
Ein weiteres Problem, das im Zusammenhang mit einer nicht optimalen Fütterung
auftreten kann, sind Durchfallerkrankungen. Diese werden gerade unter
Belastungsbedingungen häufig beobachtet.
Hunde die unter Stress stehen, setzen oft ungeformten, breiigen oder sogar
flüssigen Kot ab. In einem Teil der Fälle scheint hier eine gewisse Veranlagung,
evtl. auch eine beschleunigte Darmpassage, zugrunde zu liegen.
Durch unverträgliche Futtermittel ausgelöste Verdauungsstörungen treten meistens
plötzlich auf und verschwinden ebenso rasch wieder, wenn die belastende Nahrung
abgesetzt wird.
Im Gegensatz dazu sind Durchfallerkrankungen, die durch Infektionen oder
Intoxikationen bedingt sind, mit schweren allgemeinen Symptomen (wie Erbrechen,
Kreislaufversagen, fieberhaften Temperaturen) verbunden, während die durch eine
Insuffizienz des Verdauungskanals verursachten Verdauungsstörungen allmählich
beginnen und chronisch verlaufen.
Parasitär verursachte Störungen sind im allgemeinen durch eine Kotanalyse leicht
abzuklären.
Fütterungsbedingte Verdauungsstörungen mit Durchfällen entstehen vor allem durch
eine ungenügende Verdauung von Kohlenhydraten und Eiweißen, seltener von Fetten.
Wenn die genannten Futterinhaltsstoffe im Magen und Dünndarmbereich nicht
ausreichend zerlegt oder absorbiert werden, kommt es zu einer Fehlgärung im
Dickdarm.
Aber auch Fehler in der Fütterungstechnik können zu einer unvollkommenen
Verdauung beitragen, ebenso wie physische Einflüsse (Erschöpfung, Überhitzung)
oder psychischer Stress (Angst oder Aufregung), indem die Bildung von
Verdauungssekreten gehemmt bzw. die Futterpassage beschleunigt wird.
Chronische Störungen in der Verdauung verbunden mit der Abgabe von wenig, aber
weichem Kot werden bei einseitiger Fütterung eiweißreicher, ballastarmer
Rationen gesehen. Schlachtabfälle (insbesondere bindegewebsreichere) sowie
getrocknete Eiweißfuttermittel (z.B. Grieben- oder gelegentlich Tiermehl) kommen
als Ursache in Frage. Eine veränderte bakterielle Besiedlung des Darms sowie
eine verstärkte Toxinproduktion durch Bakterien verursacht wässrigen Durchfall.
Wird der Füllungsdruck im Dickdarm zu gering, verlangsamt sich die Passage stark
und der Darminhalt unterliegt intensiven bakteriellen Umsetzungen, die zu
Gasbildung und zu veränderter Kotkonsistenz führen.
Beim Übergang teilverdauter Eiweiße in den Dickdarm dominieren dort vor allem
proteolytische Keime, die Eiweiß abbauen unter Bildung großer Mengen an
Ammoniak, Schwefelwasserstoff, biogenen Aminen, Merkaptanen sowie Endotoxinen.
Mit Zulage geringer Mengen an pflanzlichen Faserstoffen (z. B. 0,5 bis 1 Gramm
Weizenkleie/kg KM/Tag) kann die Passage im Enddarm beschleunigt und die Gefahr
von Fehlgärungen reduziert, gleichzeitig aber auch Wasser gebunden werden.
Verdauungsstörungen durch übermäßige Fettaufnahme (erkennbar am hellen Fettkot)
kommen beim gesunden Hund kaum vor, da die Verdauungskapazität für Fette hoch
ist. Bei ausgewachsenen, gesunden Hunden werden bis zu 15 Gramm gemischter
Fette/kg KM und Tag in der Regel gut verdaut.
Ranzige Fette, die gelegentlich vom Hund noch gern gefressen werden, scheinen
nicht zwangsläufig zu Verdauungsstörungen zu führen.
Verdauungsstörungen können auch aufgrund allergischer Reaktionen gegenüber
Futterinhaltsstoffen entstehen. Die klinischen Erscheinungen einer Allergie sind
vielfältig und äußern sich insbesondere an Haut und Magen/Darmtrakt.
Im Verdauungskanal richten sie sich nach dem Reaktionsort sowie den beteiligten
Immunmechanismen.
Reagiert die Magenschleimhaut auf ein mit dem Futter aufgenommenes Allergen, so
stehen Speicheln, Erbrechen und allgemeines Unwohlsein innerhalb kurzer Zeit
nach der Futteraufnahme im Vordergrund.
Sind dagegen Dünn- oder Dickdarm betroffen, reagiert der Organismus in der Regel
mit Durchfall, meist erst mehrere Stunden nach Aufnahme des Futterallergens.
Spezielle Formen scheinen auch unter dem Bild einer akuten oder auch chronisch
verlaufenden Dickdarmentzündung mit Abgang von frischem Blut und Schleim
vorzukommen. Bei den erwähnten Störungen müssen die Allergene im Futter
ermittelt und eliminiert werden.
Bei einem Irischen Setter wurde die familiäre Häufung einer Unverträglichkeit
gegenüber Weizengluten und anderen Getreideprodukten beobachtet.
Bei betroffenen Tieren treten neben Durchfällen Entwicklungsstörungen auf.
Sobald weizenfreie Nahrung verabreicht wird, tritt eine rasche Normalisierung
der Verdauungsleistung und des Wachstums ein.
Vergiftungen verursachen selten Verdauungsstörungen. Neben der Aufnahme von
Thallium, Blei, Arsen oder Organophosphaten sind die durch kontaminierte oder
verdorbene Futtermittel bestehenden Risiken zu beachten.
Nach Aufnahme von vermilbten Trockenfuttern wurden Durchfälle beschrieben, die
jedoch auch durch andere beim Futterverderb entstehende Stoffe verursacht werden
können. Dazu zählen verschiedene Schimmelpilzgifte. In verdorbenen Futtermitteln
sind auch bakterielle Gifte (z.B. durch Klostridien, Staphylokokken, Bacillus
cereus) zu erwarten, die Durchfälle auslösen oder begünstigen können.
Leistungsschwäche beziehungsweise Konditionsmängel können ebenfalls eine Folge
unzureichender Ernährung sein. Werden Hunde unterernährt bzw. liegen im Futter
Nährstoffmängel vor, dann kann es zu einer verminderten Leistungsfähigkeit
kommen.
In diesen Fällen sollte zunächst geprüft werden, ob es Hinweise auf eine
Unterversorgung allgemeiner Art gibt (Gewichtsverlust, stumpfes Fell,
Schuppenbildung).
Die Versorgung mit Eiweiß, Vitamin E, B- Vitaminen, Spurenelementen,
insbesondere Selen, Jod und Eisen steht in direktem Zusammenhang mit dem
Leistungsvermögen von Hunden.
Ergibt sich kein Hinweis auf eine Mangelversorgung, dann ist daran zu denken,
dass auch Erkrankungen vorliegen können. Diese sind nur durch eine tierärztliche
Untersuchung zu diagnostizieren.
In diesem Zusammenhang ist vor der Anwendung von sogenannten
leistungssteigernden Ergänzungsfuttermitteln zu warnen. Diese sind nur in
bestimmten Fällen sinnvoll. Liegen jedoch Erkrankungen des Hundes zugrunde, dann
sollte man auf jede Form der „Selbstbehandlung“ verzichten.
Bericht aus der JAGDZEITSCHRIFT WILD UND HUND Von Dr. Jürgen Zentek - |
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