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Triebhaftigkeit oder
Läufigkeit:
Ein Hündin wird mit 5 bis 11 Monaten
zum ersten Mal läufig.
Eine Läufigkeit dauert im Normalfall 18 bis 21 Tage, obwohl für die
Paarung und Befruchtung nur wenige Tage etwa in der Mitte dieser Zeit in
Frage kommen. Die erste Phase erkennt man an der Schwellung der
Schamlippen. Kurz danach setzt die Blutung ein (die nicht identisch ist
mit der Menstruation bei Frauen). Während der Blutung, die vier bis
vierzehn Tage (im Schnitt etwa zehn Tage) dauert, ist die Hündin höchst
interessant für Rüden, wird jedoch entsprechende Annäherungsversuche
abwehren.
- Auch am Blut kann
man erkennen, wie weit die Hündin ist. Bisher war das Blut
dunkelrot. Je mehr es zur Paarungsbereitschaft geht, desto heller
wird das Blut (wäßrig, hellrosa).
Nach Ablauf dieser Phase nimmt die Blutung ab oder hört völlig auf, die
Vulva erreicht ihre maximale Größe, und die Hündin ist nun bereit für den
Rüden. Jetzt folgen fünf bis zwölf Tage der Paarungsbereitschaft, die
ihren Höhepunkt allerdings schon in den ersten zwei bis drei Tagen
erreicht. Wenn Sie wünschen, daß Ihre Hündin Nachwuchs bekommt, ist es an
der Zeit, für die Paarung zu sorgen. Zwei Tage später sollte die Paarung
noch einmal wiederholt werden, um die Chance einer erfolgreichen
Befruchtung zu verbessern. Falls die Hündin aufgenommen hat, klingt die
Läufigkeit meist rasch ab.
Beim Haushund tritt die Läufigkeit normalerweise zweimal jährlich auf,
ausgenommen beim Basenji, der wie Wildhund, Wolf und Fuchs nur einen
Fortpflanzungszyklus pro Jahr kennt. Die meisten Hündinnen werden im
Frühjahr zwischen Januar und März und noch einmal im August-September
läufig. Ausnahmen sind jedoch nicht selten. Bei manchen Hündinnen sind die
Intervalle zwischen den Läufigkeiten länger oder auch kürzer. Man kann oral oder als Injektion Hormone geben, die die Läufigkeit
abbrechen, zeitlich verschieben oder den Fortpflanzungszyklus völlig
unterdrücken. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, wenn Sie die
Absicht haben, Hormone in dieser Weise bei Ihrer Hündin einzusetzen.
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Wer mit seiner Hündin nie Welpen aufziehen will, kann sie beim
Tierarzt kastrieren lassen, d. h. die Eierstöcke entfernen lassen,
damit sie nicht mehr heiß wird (siehe Text unten).
Dann wird sie mit Sicherheit auch nicht scheinschwanger, was
ebenfalls lästig ist und gesundheitliche Risiken birgt. Die
Kastration von aus Gründen ihres Hormonhaushalts übermäßig
triebhaften Rüden, die kein anderes Interesse haben, als auf andere
Hunde oder was sich sonst anbietet hinaufzuspringen, wird auch immer
öfter durchgeführt. Die Operation stellt zwar einen Eingriff in den
Hormonhaushalt dar, ist aber bei solchen Tieren sinnvoll, denn die
Hunde leiden unter ihren nicht erfüllten Wünschen. Allerdings muss
man sich oft fragen, ob der Grund wirklich der Hormonhaushalt des
Tieres war oder nicht vielmehr Unterbeschäftigung und Langeweile. Ob
sie danach fett und faul werden, hängt dann von ihren Besitzern ab.
Sparsam genug füttern ist noch wichtiger als bisher. Bei einem
richtig ernährten Hund ist es immer möglich, mit einem Griff ins
Fell über der Rippenpartie ohne aufzudrücken die einzelnen Rippen zu
fühlen. Wird er dicker, reduzieren Sie seine Mahlzeiten. Soll ein
Hund seine Hormone und sein Triebleben behalten, aber
zeugungsunfähig werden, kann er sterilisiert werden. Bei diesem
Eingriff behält das Tier die Keimdrüsen, also die Eierstöcke bzw.
Hoden, deren Verbindung nach außen lediglich gekappt wird. Meiner
Beobachtung nach sind die übermäßig triebhaften Hunde einfach nur
unterbeschäftigte, zu wenig belastete Hunde, die keinerlei Anregung
zu sinnvoller Beschäftigung erfahren und sich deshalb mit ihrem
Körper alleingelassen fühlen und auch so benehmen. |
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Foto Maria Wasserer |
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Foto Stefan Möndel
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Es sind dann nicht im Übermaß vorhandene Hormone, die das triebhafte
Verhalten auslösen, sondern psychische Probleme des Hundes, die
durch die Kastration nicht behoben werden! Meine
Hunde treiben genug Sport, um ruhig schlafen zu können. Sie sind
sehr wenig triebhaft. Die alte Gladess hat zudem den jungen Aron,
als er seine Potenz entdeckte, durch Wegbeißen gleich streng
erzogen. Es ist aber auch für mich kein Problem, ihn frei bei Fuß an
einer heißen Hündin vorbeizuführen. Collies sind in der Regel
ohnehin wenig triebhafte Hunde. Die Hündin erlangt die
Geschlechtsreife etwa mit acht bis zwölf Monaten. Die erste
Läufigkeit kann in Einzelfällen auch schon mit sechs Monaten
auftreten oder bis zum 18. Monat auf sich warten lassen. Wenn die
erste Läufigkeit bis zum 20. Monat nicht erfolgt ist, sollte man
besser einen Tierarzt aufsuchen.
Die Trächtigkeit: Im Durchschnitt dauert die Tragzeit 63 Tage. Von der fünften Woche an
erkennt man schon eine Umfangsvermehrung des Abdomens, obwohl dieser
Hinweis auf kommende Mutterfreuden oft gar nicht so leicht auszumachen
ist, wenn die Hündin nur ein oder zwei Junge trägt oder von Natur aus
etwas rundlicher gebaut ist. Um den 35. Tag der Trächtigkeit werden die
Milchdrüse und die Zitzen größer und nehmen eine rosige Farbe an. Drei bis
vier Tage vor dem Geburtstermin sondern die Zitzen auf Druck ein wäßriges
Sekret ab. Bei Hündinnen, die schon mehrere Würfe ausgetragen haben,
schwillt die Milchdrüse oft erst in der letzten Woche an, und schon fünf
bis sechs Tage vor den Geburtswehen wird vollwertige Milch produziert. In
der Tragzeit muß die Hündin besonders hochwertiges Futter erhalten, mit
zusätzlichen Multivitamin- und Kalziumgaben. Sie können bis zum Schluß
behutsam mit ihr spazieren gehen. Zu Beginn der Trächtigkeit und jeweils
zehn Tage vor und nach der Geburt sollte die Hündin Tabletten gegen
Spulwurmbefall erhalten. Breiten Sie alles für die Geburt der |
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Welpen vor. Die
werfende und säugende Mutter braucht einen ruhigen, sauberen Ort der
Zuflucht, eine Kiste etwa, einen Korb oder eine Hütte mit viel altem
Zeitungspapier ausgelegt als wegwerfbare Unterlage. Wenn Sie zum ersten
Mal vor dieser Situation stehen, sollten Sie sich vielleicht vorher einmal
mit einem zuverlässigen Züchter oder mit dem Tierarzt über den großen Tag
unterhalten.Es kann vorkommen, daß ein Welpe zu
schwach ist oder eine Hündin nicht genug Milch produziert, dann müssen Sie
den Welpen von Hand aufziehen. Sind die Welpen (oder der Welpe) gesund und liegt die Schwierigkeit in
der Milchversorgung, so ist es manchmal möglich, die kleinen Tiere einer
anderen säugenden Hündin unterzuschieben. Wenn Sie Welpen von Hand
aufziehen möchten, dann können Sie sich nicht damit begnügen, eine
Flasche und Sauger zu kaufen und regelmäßig Ersatzmilch anzurühren.
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Foto: Aus CD "Jägerschulde"
Landesbetrieb für Forst und Domänenverwaltung Bozen |
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Sie müssen auch eine
Reihe anderer Versorgungsaufgaben übernehmen, selbst wenn Sie die
Welpen zwischen den Mahlzeiten der Hundemutter zurückgeben.Allerdings lehnen manche empfindliche Hündinnen ihre Jungen ab, wenn diese
vom Menschen gefüttert wurden. Andere wiederum versuchen ihre Jungen durch
übermäßiges Lecken vom menschlichen Fremdgeruch zu befreien, so daß sie die Welpen dabei
verletzen. Aber die meisten
Hündinnen haben nichts dagegen, daß sich ihre
menschlichen "Bezugspersonen" in die Aufzucht der Jungen einmischen, und
es macht ihnen gar nichts aus, wenn ihnen die Aufgabe des Säugens entzogen
wird. Wie sich die Hündin auch verhalten mag, Welpen, die bei ihrer Mutter
bleiben, sollten so wenig wie möglich angefaßt werden. |
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Foto: Aus CD "Jägerschulde"
Landesbetrieb für Forst und Domänenverwaltung Bozen |
| Auf jeden Fall müssen Sie sich vorher die Hände mit unparfümierter
Seife waschen und dann die Hündin mehrmals mit beiden Händen
streicheln, damit der Eigengeruch des Tieres den Ihren ein wenig
überdeckt. Zu früh geborene Welpen und Welpen von Hündinnen, die wenig
Milch produzieren, sollten am besten ganz bei der Mutter bleiben und nur
zum Säugen herausgenommen werden, denn die Gegenwart der Kleinen regt
die Milchproduktion an. |
Möglichkeiten
nach unerwünschtem Decken:
- Kastration nach dem
Abklingen der Läufigkeit.
- Nidationsverhütung mit
einer Oestrogen-Therapie. Es besteht allerdings in ein erhebliches
- Risiko
für eine Gebärmuttervereiterung.
Eine Kastration:
ist heutzutage sehr umstritten- sowohl bei Tierschützern,
Tierärzten, Züchtern und Hundehaltern .
Kastration kommt aus dem Lateinischen (castratus) und heißt "Entmannung",
also das operative Entfernen der Keimdrüsen (Hoden, Eierstöcke sowie
Gebärmutter). Im Unterschied dazu wird bei der Sterilisation
(Unfruchtbarmachung) die Ausführung der Geschlechtsdrüsen unterbunden.
Dabei werden viele Gründe für und gegen eine Kastration ins Feld geführt-
wobei sie auf beiden Seiten häufig pauschalisiert werden. Auch ist es
auffällig, dass vor allem Frauen sich für eine Kastration aussprechen,
wohingegen eher Männer sich gegen eine Kastration wenden.
Da wir uns mit einem Hund sehr viel mehr als mit jedem anderen Haustier
identifizieren, reagieren wir in erster Linie emotional- und erst danach
rational.
Für eine Kastration gibt es viele Gründe- einige Hundebesitzer erhoffen
sich Änderungen des Hundeverhaltens, wieder andere wollen die
Fortpflanzung des Hundes unterbinden und wieder andere Hundebesitzer
wollen die Folgen der Fortpflanzungsfähigkeit erfolgreich bekämpfen.
Grundsätzlich ist eine Kastration kein Allheilmittel für Verhaltensweisen
des Hundes. Auch lässt sich mit ihr keine "Reparatur" von unangenehmen
Angewohnheiten des Hundes vornehmen- wer aus diesen Gründen eine
Kastration durchführen lässt, handelt nicht richtig.
Zudem müssen Tierärzte die Notwendigkeit der Kastration vor jeder
Operation feststellen- eine mögliche Veränderung eines Verhaltensmusters
zählt nicht dazu.
Gegner
der Kastration sind häufig immer noch der Meinung, dass die kastrierten
Hunde durch die Entfernung der Keimdrüsen fett, faul und charakterschwach
werden.
Man
unterscheidet zwischen der Kastration des Rüden und der der Hündin.
Die Kastration des Rüden: Rüden
werden mit ca. 9 Monaten geschlechtsreif, wobei kleine Hunde meist schon
früher dieses Stadium erreichen, und sind dann das ganze Jahr über
paarungsbereit. Ein Rüde, der eine heiße Hündin riecht, will unbedingt zu
dieser und wird unruhig, wimmert, heult, läuft weg und verweigert manchmal
sogar die Nahrung.
Der beste
Zeitpunkt für eine Kastration liegt, nachheutigen Erkenntnissen, bei etwa
einem Jahr. Sinnvoll ist die Kastration, wenn der Rüde seinen Sexualtrieb
nicht ausleben kann und darunter leidet.
Die Kastration des Rüden verringert zugleich das Risiko einer
Prostataerkrankung, da diese zusammenschrumpft. Ferner werden der
Vorhautentzündung und dem Hodenkrebs erfolgreich vorgebeugt.
Mit der
Kastration vermindert sich meist auch der Sexualtrieb des Rüden. So
kastrieren Schäfer ihre Hütehunde, damit diese bei der Herde bleiben und
einer läufigen Hündin nicht hinterhersteigen.
Die
Kastration der Hündin: Eine Hündin wird in der Regel zwei Mal im Jahr läufig- es gibt jedoch auch
Hündinnen, die nur ein Mal oder sogar mehrere Male im Jahr paarungsbereit
sind.
Bei
Hündinnen wird eine Kastration meist aus gesundheitlichen und weniger aus
verhaltensspezifischen Gründen vollzogen. Die Kastration wird zur
Verhinderung von Tumoren in der Milchleiste (Mammatumoren) eingesetzt-
wobei dies nur dann sinnvoll ist, wenn die Kastration recht früh
geschieht. Je früher die Kastration vollzogen wird, desto geringer ist das
Risiko der Erkrankung an Mammatumoren. Die Gefahr besteht aber dabei, daß
Hündin zu früh kastriert werden und nie die typischen Körperausprägungen
der erwachsenen Tiere dieser Rasse zeigen- auch wirkt sich eine zu frühe
Kastration negativ auf die Lernfähigkeit des Tieres aus. Man sagt
heutzutage, dass eine Kastration nach der 2. Läufigkeit am Besten ist.
Auch beugt man der Gefahr einer Gebärmuttervereiterung vor, wenn die
Hündin kastriert wird. Zudem wirkt sich meist die Kastration positiv auf
das Verhalten der Hündin aus, da diese den starken Hormonschwankungen
während der Läufigkeit nicht mehr ausgesetzt ist.
Leider
hält sich immer noch hartnäckig das Gerücht, dass Hündinnen mindestens ein
Mal geworfen haben sollten, bevor man sie kastriert. Dies ist
wissenschaftlich nicht fundiert und entbehrt jeglicher medizinischer
Grundlage.
Nebenwirkungen der
Kastration: Es gibt
zahlreiche Nebenwirkungen, die auftreten können- aber nicht müssen.
Ähnlich wie bei einem Beipackzettel eines Medikamentes kann der eigene
Hund von den Risiken vollkommen verschont bleiben. Allerdings gibt es
keine 100%ige Gewähr.
Die
meisten kastrierten Hunde, egal ob Rüde oder Hündin, verwerten nach der
Operation ihr Futter besser als vorher und legen daher an Gewicht zu. Hier
hilft nur das verantwortungsbewußte Füttern des Halters oder der Umstieg
auf ein Diätfuttermittel.
Auch kann
es zu einer Blasenschwäche kommen. Der Hund verliert nach der Operation
Harntröpfchen, er läuft also förmlich aus. Dieses Problem lässt sich meist
nur hormonell in den Griff kriegen. Generell sind jedoch Hunde großer
Rassen von dieser Nebenwirkung stärker betroffen als kleine Hunde.
Veränderungen des Haarkleides können ebenfalls auftreten. Dabei kraust das
Fell meist wie bei einem jungen Hund und ist nicht mehr richtig glatt zu
bekommen. Vor allem langhaarige Rassen sind betroffen. Abhilfe kann man
meist nicht schaffen, denn diese Fellveränderung bleibt in der Regel
bestehen. Selten
kommt es zu Verhaltensänderungen nach der Kastration, die vorher nicht
vorhersagbar sind. Meist jedoch werden die Hunde lediglich anhänglicher
und ruhiger.
Text: hund.com
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