Bericht 06:  Vom Leiden erlöst

Am 29.12.2009 um 10.00 Uhr trafen wir uns, um gemeinsam einige Senffelder nach einer kranken Rehgeiß abzusuchen, welche einige Zeit zuvor im Zuge einer Treibjagd gesehen wurde. Der Revierinhaber und seine Ausgeher versuchten bereits mehrmals das besagte Stück im Zuge des Ansitzes zu erlegen, was ihnen jedoch leider nicht gelang, da es sich vermutlich nur noch wenig bewegte.
Wir waren ca. 15 Schützen, welche vom Revierinhaber teilweise auf den umliegenden Hochständen postiert wurde und teilweise als Treiber die Senffelder sowie ein kleines Waldstück buschierten. Die ersten Rehe verließen bereits beim Anstellen den Trieb, da der Boden gefroren war und jeder Schritt somit knirschte. Auch mehrere Fasane wurden vor der Treiberkette hoch.
Nachdem die Treiber bereits das erste Senffeld zur Hälfte durchkämmt hatten, wechselte das kranke Stück bereits in das kleine Waldstück vor meinem Nachbarschützen. Dieser konnte jedoch keinen Schuss anbringen.
Das kranke Stück fiel bereits durch seine komische Bewegung auf - es konnte vermutlich auf Grund zu langer Schalen nicht mehr ordentlich laufen, ließ jedoch die Treiber nicht auf Schussdistanz an sich heran. 
Die Geiß klagt hin und wieder im Zuge der Bewegung auf Grund des Schmerzes. Die Treiber versuchten in Folge, das kranke Stück in Richtung der Schützen zu treiben, was glücklicherweise auch gelang. Das sichtlich kranke Stück versuchte über das am schlechtesten abgestellte Eck zu entkommen. Mein Nachbarschütze nützte seine Chance jedoch und beschoss die Geiß auf ca. 200m. Der Schütze konnte die Geiß auf den Schuss hin nicht mehr sehen, da sie vom Senf verdeckt war und dachte vorerst gefehlt zu haben. Als die Treiber in den Bereich des Anschusses kamen, gaben sie bereits mit Handzeichen zu erkennen, dass das beschossene kranke Stück am Anschuss lag.

Anschließend versammelten wir uns beim Treffpunkt und begutachteten das erlegte kranke Reh. Es handelte sich um eine ca. 10-jährige Geiß mit zu langen Schalen auf den Vorderläufen, welche ihr jegliche Bewegung schmerzhaft gestalteten.

Wie lange der Kampf der Geiß bis zum Verenden gedauert hätte, werden wir Gott sei Dank nicht erfahren.
Voller Freude das leidende Stück erfolgreich erlöst zu haben, schlossen wir die Jagd noch mit 2 Bier im Gasthaus ab.

Weidmannsheil
                                                                                                                Bericht und Foto:  Manuel Blöchl

 

nach oben