Bericht 10:  Dachsjagd

Zu Hause auf der Couch fühlte ich mich irgendwie an diesem Tag nicht so Richtig wohl - es lag wohl dran, dass der Mond voll war und meine Gedanken zu sehr dem Raubwildjagern gewidmet waren.
Somit bereitete ich mich auf den Ansitz vor und packte meine Bockbüchsflinte sowie mein 8x56 Fernglas ein und machte mich auf den Weg ins Revier.
Bereits einige Tage zuvor, kundschaftete ich jene Bereiche auf den Wiesen aus, auf welchen der Dachs in den letzten Jahren zuvor immer nach Nahrung gestochen hatte. Schon auf der ersten Wiese - dort hatte ich auch am ehesten mit Pirschzeichen gerechnet - konnte ich den Dachs bestätigen.
Ich machte mich also auf den Weg zu jenem Hochstand, welcher unmittelbar auf der besagten Wiese aufgestellt war. Der Hochstand ist vom Bauernhaus aus leicht über einen Forstweg zu erreichen.
Es war bereits dunkel, als ich die Kabine betrat und mich einrichtete. Der Mond leuchtete bereits den gesamten Graben aus. Beim ersten abglasen des Hanges, traute ich meinen Augen nicht. Es war bereits ein Dachs auf der
Wiese und suchte nach Nahrung. Dieser konnte mich nicht den Hochstand beziehen sehen, da ihn eine starke Geländekante von mir trennte.
Die Distanz betrug annähernd 170m, worum an einen weidgerechten Schuss nicht zu denken war. Die Schwarte des Meister Grimbart glänzte im Mondschein komplett hell. Anfangs machte der Dachs nicht den Eindruck, als würde er näher kommen. Nach annähernd 1,5 Stunden bewegte sich der Dachs jedoch in
meine Richtung, woraufhin ich begann, mir eine passendes Auflage zu richten.
Als ich mich mit meiner Bockbüchsflinte eingerichtet hatte und durch das Zielfernrohr blickte, konnte ich den Dachs bereits in 150m Entfernung auf der Wiese sehen. Jedesmal wenn sich der Dachs breit drehte, konnte ich ihn sehr gut im Zielfernrohr sehen - als er spitz zu mir stand, verschwanden die Konturen leicht. Es schien als hätte sich der Dachs entfernungsmäßig wiederum auf einem für ihn besonders ertragreichen Wiesenstück eingependelt, worum ich mich entschloss, einen Schuss anzubringen.
Als sich der Dachs zum nächsten Mal breit drehte, ließ ich meine .243 fliegen. Durch das Mündungsfeuer geblendet, konnte ich momentan nicht erkennen, ob das Geschoß sein Ziel erreicht hatte. Einige Zeit später versuchte ich einen Blick durch mein Fernglas. Voller Freude konnte ich den hell glänzenden Fleck im Hang liegen sehen. Ich baumte sofort ab und begab mich in Richtung des erlegten Dachses. Bevor ich den Dachs über den Forstweg zum Auto verbrachte, läutete ich noch beim Bauern und zeigte ihm den auf seiner Wiese erlegten Grimbart.
Die Dächsin wog 11,5kg.
 

                                                                                                          Bericht und Foto:  Manuel Blöchl 

 

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