Bericht 42: Der Ungerade

Es war der 13. Juni als mich morgens um 3:45 Uhr mein Wecker erinnerte dass ich zum Ansitz wollte. Es fiel mir heute nicht schwer um diese Zeit aus dem Bett zu steigen um mir beim Blick aus dem Schlafzimmerfenster ein Bild von der Wetterlage zu machen.

Was ich zu sehen bekam war einerseits enttäuschend andererseits war aber der Weg zurück ins Bett der kürzere und so kroch ich wieder unter die noch warme Decke und ließ Ansitz Ansitz und Bock Bock sein.

Ein ungerader Sechser hat in mir wieder das Jagdfieber geweckt den ich vor zwei Tagen wohl ansprechen konnte aber  für eine Schussabgabe der notwendige Kugelfang fehlte.

Aber nachdem bei uns heute Vatertag war genehmigte ich mir noch ein paar Stunden Schlaf bevor ich dann um 7:00 Uhr nicht mehr in den Federn zu halten war. Beim Wetter schaun Richtung Westen zeigten sich immer noch dunkle Wolken aber es regnete nicht und der Wind zeigte sich auch von der guten Seite.

Die ganze Zeit während ich beim Frühstück saß überlegte ich den Morgen für einen Ansitz zu nützen und entschloss mich um 8:00 Uhr ins Revier zu fahren um nach dem Ungeraden Ausschau zu halten. Gute 4km hatte ich zu jenen Ansitz zu fahren wo ich den Bock zum ersten Mal ansprechen konnte aber wegen fehlenden Kugelfang nicht erlegen konnte und wollte.

Etwa dreihundert Meter vor jener Stelle wo ich normalerweise  mein Auto abstellte und die steile Böschung zum Ansitz hinunter muss war er schon auf eine Fläche ausgezogen auf der eine Schussabgabe absolut kein Problem darstellte. Heute musste ich mein Auto aber auf einer Hofzufahrt abstellen um den Bock nicht zu vergrämen.

Einen großen Haselstrauch nutzend überquere ich die Straße und setze mich direkt am Straßenrand in die Wiese, meinen Bergstock bereitgestellt und die Büchse angestrichen warte ich bis er aus der Deckung hervorkommt.

Mein Spektiv und die Kamera die ich heute noch mitgenommen hatte um einen möglichen Abschuss zu filmen konnte ich in dieser Situation nicht brauchen und ließ sie deswegen auch im Auto. Eine gute Minute saß ich jetzt am Straßenrand  als er hinter dem Haselstrauch hervor kam und ich ihm keine Zeit ließ weiter zu ziehen. Nachdem ich im die Kugel meiner 7 x 64 angetragen hatte blieb er im Feuer und verendet im frischen nach der ersten Mahd nachgewachsenen Grün.

Nach einem Blick auf meine Uhr musste ich feststellen das gerade einmal eine halbe Stunde vergangen war als ich mit dem Bock bei meinem Auto ankam.

Nachdem sich anschließend  noch drei Familienmitglieder um mein leibliches Wohl sorgten war das ein perfekter Vatertag.

 

 

Waidmann´s Heil                                                   

                                                             Bericht u. Fotos: Hermann Großalber OÖ

 

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