Bericht 60: Gamsjagd im Pfossental

Da ich bei meiner ersten Gamsjagd im Pfossental im letzten Jahr leer ausgegangen war versuchte ich es heuer noch einmal. Am Freitag 7. Aug machten meine Frau und ich uns auf den Weg nach Südtirol, genau gesagt ins Pfossental.

Gegen 15 Uhr bezogen wir unser Zimmer im Gasthaus Jägerrast in Vorderkaser. Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten machten wir uns noch auf den Weg nach „ Unser Frau“ um mit Walter unserem Gamspirschführer den Ablauf der morgendlichen Gamsjagd zu besprechen.

Anschließend gab ich noch Armin Bescheid der mich ebenfalls auf meiner zweiten hoffentlich erfolgreichen Gamsjagd begleiten wollte. Etwas müde von der doch längeren Fahrt wollte ich etwas früher zu Bett da morgen der Wecker um 4:30 Uhr meinen Schlaf beenden würde.

Davor hatte ich aber noch die Rucksäcke mit allem Notwendigen bestückt um morgens nicht so viel Arbeit zu haben.

 

Am nächsten Morgen um 5 Uhr treffen wir uns in der Gaststube um uns vor der Jagd noch einen Cappuccino zu genehmigen. Wir das sind Walter – Armin – Elmar meine Frau und ich. Kurz nach fünf führte uns dann die Fahrt vom Gasthof Jägerrast  bis nach Mitterkaser von wo aus wir den Aufstieg Richtung Rossberg begannen.

Da ich im letzten Jahr mit Konditionsproblemen zu kämpfen hatte, wollte ich mir heuer keine Blöße geben und so hatte ich als Training zu Hause schon den einen oder anderen „Berg“  bestiegen. Auch die chemische Keule die mir mein Hausarzt verschrieben hatte und die täglich zu nehmen war ließ ich an diesen Morgen weg weshalb ich bei diesem Aufstieg auch keine Probleme hatte.

Etwa 2 Stunden waren wir unterwegs als ich das Ende der Waldgrenze erkannte und mich auf den Anblick der ersten Gams vorbereitete. Walter machte sich für sein Spektiv eine Auflage auf seinem Rucksack zurecht während wir im Hintergrund abwarteten bis er und Elmar, angehender Gamsbegleiter einen passenden Jahrling ansprechen  konnte. Nun war ich dran meine Büchse auf meinen Rucksack einzurichten und einen der beiden Jahrlinge ins Absehen zu kriegen. Beide hatten sich auf einen kleinen Felsen niedergetan, die Büchse eingestochen wartete ich bis einer der beiden hoch wird und ich ihm auf  etwa 260m die Kugel antragen könnte.

Als beide hoch wurden, der erste aber sofort bergwärts zog nahm ich den zweiten ins Absehen und trug ihm die Kugel meiner 7x64 an worauf er einige Fluchten machte und schließlich ins Wundbett ging. Dort ließen wir ihm Zeit zu verenden und ich war erleichtert dass diesmal alles so reibungslos funktioniert hatte. Von allen meinen Begleitern kam ein herzliches Waidmann´s Heil zu meinen ersten Gamsabschuss. Elmar hatte mittlerweile seinen Flachmann ausgepackt und mit einem Schluck Anisschnaps stießen wir auf den Abschuss an. Er ist es auch der die Gams vom Anschuss holt und auf die kleine Hochebene zum Aufbrechen bringt auf der wir uns befinden. Die rote Arbeit verrichte ich natürlich selber nur Armin ist mir behilflich als ich wissen will ob geringelt oder das Schloss geöffnet wird.

 Zum Ausschweißen hatten wir den Jahrling an eine nahe stehende Lärche gehängt. Zwischenzeitlich hatte meine Frau die wichtigsten Sachen aus meinem Rucksack geholt denn ohne Marende zu Tal geht auf keinen Fall und so machten wir uns Stressfrei über die mitgebrachte Mahlzeit. Armin ließ es sich schließlich nicht nehmen meinen Gamsjahrling ins Tal zu tragen. Am Weg nach unten hörten wir immer wieder die Warnschreie der Murmeltiere die sich durch unsere und die Anwesenheit der vielen Wanderer gestört füllten. Nach unserer Ankunft auf der Mitterkaseralm machten wir auf der dortigen Sonnenterasse noch halt bevor wir zum Gasthof Jägerrast zurück fuhren. Bei einem gepflegten bodenständigen Mittagessen ließen wir das Erlebte noch einmal Revue passieren. Einige unterhaltsame Stunden prägten diesen Nachmittag bevor wir uns von unseren Begleitern verabschiedeten.

 Nun machten sich die ersten Ermüdungserscheinungen bemerkbar und bevor wir beide ins Bett sanken  informierte ich noch Walter vom Jagdportal über die erfolgreiche Gamsjagd.

Sonntags gönnten wir uns dann einen  Ruhetag da uns doch die Müdigkeit noch etwas in den Knochen steckte.

Für den darauf folgenden Montag hatte Walter ein kleines Treffen in Marling organisiert. Neben Walter und Diether trafen wir auch Tanja. Diether hatte ich bereits Wochen vorher bei uns in meiner  Nachbargemeinde  wo er zur Jagd eingeladen war kennen gelernt. Bei angenehmer Temperatur hielten wir es dann bei Speis und Trank  einige Stunden im Gastgarten beim Marlingerhof aus. Nachdem auch Tanja am Vormittag Waidmann´s Heil auf eine Gamsgais hatte  gab es reichlich Gesprächsstoff an diesen Abend. Mit einem kräftigen Waidmann´s Heil verabschiedeten wir uns von diesem Treffen mit unseren Südtiroler Jagdfreunden.

Unseren letzten Tag nutzten wir um zum Eishof auf 2070m zu wandern und dabei die zugeführten Urlaubskalorien auf diesen fast 10km Wanderweg wieder los zu werden. Nach nunmehr 5 Tagen im Pfossental war es Mittwochvormittag wieder Zeit für die Heimreise die wir in Latsch kurz unterbrochen haben  um meine Gams bei Armin abzuholen.

Auf jeden Fall kann ich auf ein unvergessliches Jagdabenteuer und  erholsame Urlaubstage im Pfossental zurückblicken.

Ein Waidmann´s Dank gilt hier Walter vom Südtiroler Jagdportal, dem  Gamspirschführer Walter und Gamsbegleiter Armin und Elmar.

Waidmann´s Heil

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                                                                                        Bericht und Foto: Hermann Großalber OÖ

 

 

 

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