Bericht 69: Wenn`s schnell gian muaß!!!!!!!

Am Sonntog ba ins af die Gams, Dienstog, Mittwoch und Donnerstog in Osttirol, an Orbeit hot man a no und di Oma spiel muß i a ob und zui, hon i in Rehbock gonz vergessn.Am Freitog ruft mi a Jogdkollege an und fragt ob i den Bock schon gschossn hätt. Aber wie schon im erstn Bericht gsogt, i hon heuer no koan guitn Bock gsegn, von dem i hätt sogn kennen der und koan Onderer und so mußte ich natürlich na sogn. Do musch di ober schleinen sogt er es sein nur mehr 4 Böck offn. Und so kam i wieder auf den Boden der Tatsochn und wir verabredeten uns fürn Abend und wir wolltn zusommen noch an Bock ausschau holtn.Rehe genug ober net oan Bock, isch den des die Möglichkeit, daß am 4. August koa Brunft mehr isch und die Goas seelenruhig ässn? Was solls, am Somstog in aller Herrgottsfrüh geah in Hochwold, ober net oan Stück Wild, also werds heuer schon net sein solln, daß i an Rehbock krieg inzwischn worn meine Anspruche schon nimmer a so hoch und es sollte einfoch a Sechser sein, inzwischn worn nur mehr 2 offn.Samstog am Abnd wieder in Hochwold aufn Hochsitz und die Zeit konn schun long sein wenn nix zun segn isch.Ich versuch mein Glück im Fiepn und es kimmt a Schmolgoas bold drauf aus dem Wald, aber allein.Es taucht ein Kitz auf, aber die Goas vertreibs, allso ist es nicht ihres. Die Möglichkeit, daß die Mutter von dem Kitz beim Bock ist.Also Kitzfiepen. Nach einigen Versuchn, tritt a Goas aus und schaut aber immer geich noch hintn, also a guts Zeichn, daß wos nochkimp und schon flüchtet sie ins Dickicht,gefolgt von einem Bock. Sechser net storck, net hoach ober die Not mocht zufrieden, isch gleich isch eh schun wieder weg.Aber in dem Moment kimpt er zurück, bleibt stehen, hab das Gewehr ja schon in die Richtung gerrichtet, als di Goas kam und die Rechnung mit der Obendsunne hon i net gimocht.I sah den Bock mit freien Augen, ich sah ihn mit dem Fernglas, aber durch das Glas beim Gewehr sah ich Nebel und Umrisse von einem hellen Reisighaufen. Der Bock stand da und wor sicherlich fasziniert von dem Schein der Sonne in mein Glos, er machte keine Bewegung und schaute zi mir aufa. Durch das Fernglas merkte ich mir das Reh, die genaue Postion vor dem Reisighaufen und versuchte mein Glück. Im Glas sah ich koan Bock sondern lei an Reisighaufen und davor an dünkleren Fleck natürlich kein Schusszeichen, nur, daß der dünklere Fleck nach dem  Schuss verschwunden wor. Jetz mit freien Auge sieg i in Bock do liegn, wo er vorher gstondn isch, also im Schuß zusommen gebrochn. Geh hin und sieg daß er gor net so schlecht ausgfolln isch. Vielleicht net jagerisch, und vielleicht hätt i den Bock noch Sonnenuntergong a no krieg ober des wollt i net riskiern und a bissl Glück braucht der Mensch.

 

Weidmannsheil

                                                                                                                           Bericht und Fotos: Annelies Lahner

 

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