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Bereits
ab dem 29. Mai 2010 konnte ich mich auf einen Steingais
Abschuss freuen, denn das Losglück stand mir bei.
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Im zweiten Anlauf zog die Glücksfee meine Startnummer.
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Mein Wunsch den Abschuss im Gredetschtal machen zu können,
wurde mir von der Jagdbehörde genehmigt, somit war ich
öfters in meinem Lieblingstal unterwegs um Ausschau nach
einer geeigneten Steingais zu halten.
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Bevor der Hitzesommer anfing konnte ich bald jedes Mal
Steinwild beobachten, dann hatte ich aber eher selten mehr
Fahlwild im Anblick, auf 1700 bis 1900 m ü. Meer war es zu
heiss für das Wild, sie sind im Hochsommer halt in der
Gletscherregion.
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Noch
am 20.08.10 kontrollierte ich abermals die
steilen Hänge im "Gredetsch" ob nicht doch eine
passende Steingais zurück gekehrt wäre, nichts
zu machen.
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Gamsrudel bald auf jedem Buckel aber Steinwild
Fehlanzeige.
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Da das "Gredetschtal" praktisch ohne Handynetz
ist, verwunderte ich mich schon, als das Ding
anfing zu summen.
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Der Glückpilz der mich hier erwischte war ein
Südtiroler, Markus Agostini vom Pustertal.
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Nach kurzer Unterhaltung wünschte mir Markus
Waidmannsheil für den morgigen Tag.
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Gegen 22.00 Uhr war ich dann wieder im
Netzbereich und konnte somit, mit dem
Hilfswildhüter Egon Kontakt aufnehmen.
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Egon schlug mir vor von Mund aus via der "Honegalp"
zur Schildlücke zugelangen um dann von Dort
hinunter ins Gredetschtal zu gelangen, was ganz
sicher ein Tagesmarsch ausmachte.
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Ich war einverstanden, denn Egon kannte diese
Bergregion bestens und wusste ebenfalls wo sich
das Steinwild aufhielt.
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Der Wetterfrosch hatte schönstes
Postkartenwetter vorausgesagt.
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Wir verabredeten uns für 04.40 Uhr in der Tanne,
so konnte jeder noch einen Kaffee geniessen.
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Ich aber musste noch nach Hause um meine
Jagdrucksack usw. zu packen.
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Morgens um 03.50 Uhr schepperte der Wecker neben
mir, na dann los auf die Füsse.
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Wie abgemacht erschienen nach und nach meine
Jagdfreunde im Cafe, nachdem sich zwei schon im
voraus abgemeldet hatten, entschuldigte sich um
04.05 Uhr ein weiterer Jagdgast.
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Mit dem Hilfswildhüter waren wir zu Neunt, plus
2 Hunde. Da das Steinwild nicht gerade scheu wie
die Gams ist war die Anzahl Begleiter so wie die
Hunde auch kein Problem.
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Mit grosser Spannung wurde nach kurzer Autofahrt
nun der Rucksack geschultert, wann würden wir
zurück bei unsern Fahrzeugen sein, mit Steingais
oder erfolglos?
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Bald einmal bildeten sich kleinere Grüppchen,
hie und da ein lachen, so soll es sein, wir
waren ja noch mitten im Wald, als wir nach einer
halben Stunde zügigen Marsches die "Honegkapelle"
erreichten wurde es zunehmend stiller, in den
felsigen Hängen könnte jetzt Steinwild stehen.
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Der recht breite Alpweg führte uns immer wieder
durch Gräben, ein Gamsbock suchte das Weite als
wir um eine weitere Kuppe kamen. Das Gelände
glättete sich nun wieder und Egon meinte, dass
wir jetzt in der nächsten Stunde wohl kein
Steinwild in Anblick bekämen, meinte aber noch
es könne auch Ausnahmen geben.
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Als wir auf einem Buckel zu stehen kommen,
hatten wir Gäms in Anblick, zwei Gaisen mit zwei
Jährlingen. Egon meldete sich, da steht noch
eine Steingais wenige Meter daneben. Nach kurzem
Hinweis konnte ich ebenfalls eine recht gute
Gais mit dem Glas beobachten.
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Die Gams hatten uns erspäht und flüchteten, die
Steingais machte keine Anstalt um in Sicherheit
zu kommen. Die Gais stand gute 270 m unter uns,
jedoch wie eine Scheibe.
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Egon schlug vor, dass wir auf den unteren Weg
gehen sollten. Das war mir recht so, um aus dem
Blick der Gais zu kommen pirschten wir zu Dritt
weiter Tal einwärts. Der Rest der Gäste sollte
auf dem Buckel verbleiben, so hatten Sie die
Aufmerksamkeit der Gais. Nach wenigen Metern
konnten wir ungesehen hinab auf den Weg und
pirschten uns zu einem grossen Lärch, bald
hatten wir die Gais wieder im Anblick, immer
noch stand Sie da wie angewurzelt.
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Wir machten uns klein, wie sollte ich in diesem
Gelände eine Schussposition finden. Ich setzte mich
hin und versuchte auf meinem Rucksack den ich rechts
neben mir hatte eine Auflage zu basteln. Das absehen
konnte ich wohl auf die gewünschte Position bringen,
aber meine Ellenbogen fanden keinen rechten Halt.
Egon gab mir die Steingais frei, er meinte wenn sie
Führend wäre, würde der Gitz jetzt bei Ihr zustehen.
Josi schob mir seinen Rucksack unter den
Abzugsellenbogen, ja so passte es.
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Nach
einer weiteren Kontrolle, nochmals durchatmen.
Schon zerriss die Explosion des Pulvers die
morgendliche Stille, als mein Blaser wieder
ruhig auf dem Rucksack lag, konnte ich sehen wie
die Gais zwei Fluchten nach vorne machte und im
Graben verschwand. Noch im Echo der Detonation
wünschten mir Egon und Josi Waidmannsheil.
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Nach kurzer Wartezeit, stiegen wir hinab zum
Anschuss. Bald einmal wurde Schweiss gefunden,
jetzt stellte sich die Frage wie weit das Stück
den Abhang hinab gerutscht ist. Nach wenigen
Metern sichteten Egon und Sebastian gleichzeitig
die Gais, die in einem Wacholderstrauch stecken
geblieben war, ansonsten wir Sie wahrscheinlich
an die 200 M weiter Unten hätten suchen müssen,
denn in der steilen Bergwiese war sonst kein
Hindernis dass die Talfahrt gebremst hätte.
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Mit einem freudigen Juchzer löste sich endlich
die innere Anspannung.
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Die Kugel war etwas kurz geraten, sass aber
immer noch im guten Bereich.
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Nachdem ein Erinnerungsfoto gemacht wurde, hatte
Josi endlich die Ehre für mich ein Stück
auszunehmen.
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Nun fing die Jagd erst recht an, die Bergung der
braven Gais. Wie steil es ist merkt man erst
wenn 34 Kg von Oben drücken, abwechslungsweise
wurde die Beute hinauf getragen, nicht ohne die
eine oder andere Neckerei die den Jeweiligen zu
ein paar Metern weiter keuchen motivierte.
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Habe der Gais bereits um 07.10 Uhr die Kugel
angetragen. Der Eine oder Andere war sichtlich
froh, dass die Jagd bereits nach einer Stunde
erfolgreich zu ende war.
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Die Gais wog ausgenommen 33.60 Kg, länge der
Schwerter 26 und 27 cm Auslage 23cm. Alter 10
Jährig.
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Zurück bei der Honegkappelle wurde der Gais
durch den letzten Bissen die Ehre erwiesen, für
unser leibliches Wohl wurden nun der Rucksäcke
geplündert.
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Im Tal unten wurde nun für das Mittagessen
gesorgt, wie abgemacht konnten wir uns mit
Grilliertem, Salaten und so weiter den Bauch
voll schlagen.
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Langsam wurde es auch lauter, Wein , Bier und
Schnaps zeigten langsam die Wirkung. Mit Witzen
und Jägerlatein wurde der fantastische Tag
genossen.
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Meinen herzlichsten Waidmannsdank geht an Renes
Frau an Erika und Michi die uns bestens mit
Speis und Trank verwöhnten.
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Sowie an (Fuchserkollege) H. Wildhüter Egi
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Weidmannsheil
und
Waidmannsdank für dieses Erlebnis
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Bericht und Fotos:
Kari Schmid
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