Bericht 86:  RAUBWILDJAGD

Um im Revier die Raubwildpopulationen im Rahmen zu halten bin ich jetzt wenige Tage vor Vollmond abends wieder ständig im Einsatz. Frisch gemähte Wiesen machen den abendlichen Ansitz zu einem wahren Vergnügen vor allem dann wen das Wetter so mitspielt wie Wetterberichte es voraussagen.

So auch am Montag 20. Sept. als ich gegen18:30 Uhr auf meiner mittlerweile bewährten Kanzel nähe eines Fuchspasses aufbaumte. Die Wiesen rundherum alle frisch gemäht das Erntegut aber noch nicht eingebracht. Jede Menge Futterhaufen die da lagen fingen im Dunkel der Nacht an sich zu bewegen wenn man sie zu lange beobachtete. Während ich meine Umgebung sorgfältig beobachtete musste ich mich immer wieder über einen Pilzesucher ärgern den ich kurz vor zwanzig Uhr zur Rede stellte und ihm erklärte von wann bis wann er sich laut Gesetz in Wald zum Schwammerl suchen aufhalten darf.

   Aber so verging die Zeit etwas schneller wenn man im Gedanken ist. Ich vergaß aber nicht auch den unter mir liegenden Feldweg immer wieder zu beobachten wo normalerweise die Hasen entlang hoppelten wenn sie vom Wald kommend die angrenzende Wiese erreichen wollen. Heute waren es aber keine Hasen, eine Rotjacke zog keine 10 Meter unter mir den vom Mond erleuchteten Feldweg entlang und wollte nach etwa 70 Meter über die gemähte Wiese in den angrenzenden Wald. Ich hatte mittlerweile meine Büchse an der Schulter und das Absehen stand dort wo es in so einem Fall hingehört. Nachdem ich fliegen ließ vernahm ich ein kurzes Klagen und weg war er.

   Es war kurz nach halb neun als ich abbaumte und zum Anschuss ging, wo ich jede Menge Schweiß vorfand. Trotz eines Lungenschusses kam er noch bis zum 20m entfernten Waldrand wo er verendet im frisch gemähten Grün lag. Auf dem Weg zurück zum Ansitz zog ich unabsichtlich  eine Schweißspur die sich noch bezahlt machen sollte. Den Fuchs hatte ich beim Auto abgelegt und war wieder aufgebaumt, war es doch noch lange nicht Zeit zum nach Hause gehen. Ein paar Hasen verkürzten mir mit ihren akrobatischen Sprüngen die Wartezeit auf einen weiteren möglichen Räuber. Auch ein paar Rehe überquerten die Wiese, nahmen aber keine Notiz vom frisch gemähten Futter und verschwanden wieder im angrenzenden Wald, nur einen ganz dunklen Fleck auf etwa 100m schenkte ich etwas mehr Aufmerksamkeit den ich anfangs für eines der vielen Grasbüschel hielt. Doch diesmal irrte ich mich, es war ein kapitaler Schmalzmann der mitten auf der Wiese zu graben begann und ich hatte Zeit meine Büchse neuerlich zu richten.

   Die Lichtverhältnisse waren hervorragend und ich hatte keine Mühe den Dachs ins Absehen zu bekommen und meine 222er ließ ihn an Anschuss verenden. Gerade einmal 40 Min. waren seit dem ersten Schuss vergangen und ich konnte nun einen 12,5kg Schmalzmann vom Anschuss mitnehmen. Meine zweite Doublette  innerhalb eines Monat, weshalb ich meine Sachen packte und den Heimweg antrat um am nächsten Tag erneut mein Glück zu versuchen.

   Es war Dienstag der 21.Sept. als ich wieder zum gleichen Ansitz fuhr und feststellen musste dass das Mähgut immer noch auf der Wiese lag, was bedeutete das heute hier noch Traktoren auftauchen sollten um das Gras zu pressen und die Ballen dann zu wickeln.

   Während ich nachdachte wann sie wohl kommen würden hörte ich schon die ersten beiden anrollen. Innerhalb kurzer Zeit standen jetzt kurz vor sieben Uhr abends 4 Traktoren da wo ich normalerweise auf meine Füchse wartete. Bei einem kurzen Gespräch mit den Fahrern unter denen auch Jagdkamerad Max war teilten sie mir mit das sie maximal eine Stunde brauchen würden. Etwas mehr als eine Stunde war außer dem Tröhnen der schweren Traktoren nichts zu hören doch dann kehrte schlagartig wieder Ruhe ein als die schweren Maschinen verwunden waren. Natürlich dauerte es heute etwas länger bis die ersten Hasen auszogen aber sie kamen und das war ein gutes Zeichen. Ein paar Mal ließ ich die Hasenklage verlauten und ab da verhielt ich mich ruhig. Etwas skeptisch harrte ich der Dinge, aber ich sollte auch heute Glück haben. Diesmal kam Reinecke von rechts aus dem angrenzenden Wald und hielt sich genau auf jener Spur wo ich gestern die Schweißfährte gezogen hatte. Meine Büchse hatte ich bereits wieder an der Schulter als er zum gestrigen Anschuss kam wo noch jede Menge Schweiß vorhanden war. Neugierig untersuchte er diese Stelle und hatte Zeit einen guten Schuss anzubringen, aber nur mit „klick“ erlegt man keine Füchse, ich hatte vergessen zu entsichern. Er war aber so beschäftigt das er sogar das neuerliche Einstechen  und den Schuss erst recht nicht gehört hat. Er war am Anschuss verendet und ich konnte mit dieser Strecke für zwei Tage zufrieden sein.

   Auch wenn in den kommenden Wintermonaten das Ansitzen wieder „saukalt“ werden wird, meine Passion ist halt einmal das „FUXJAGERN“.

 

  

  Waidmann´s Heil                                              

 

  
                                                                                                         Bericht und Fotos:  Hermann Großalber OÖ

 

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