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Die
letzten Jahre habe ich mich nicht sehr viel mit Rotwild
befasst, aber heuer wollte ich so richtig „auf den
Hirsch gehen.“ Im Juni hatten ich und mein Freund Michl
bereits Begegnung mit mehreren Stück Rotwild, darunter
waren auch zwei kapitale Hirsche, an denen wir so nahe
dran waren, dass wir sie atmen hörten… Wir konnten sie
fast eine Stunde beobachten und Fotos machen.
Der erste August war
gekommen, der Hirsch endlich offen. Ich versuchte es an
dem Platz, wo wir die zwei Kapitalen gesehen hatten,
aber es kam kein Hirsch, sondern ein T-Bock, den ich
ebenfalls auf der Karte hatte. Diese Gelegenheit nutzte
ich und erlegte den Bock gleich am Abend des 1. August.
Nach einem weiteren Ansitz
ohne Erfolg träumte ich in der Nacht vom 19. auf den 20.
August vom Abschuss eines Hirsches. Als mich mein Freund
Michl an dem Tag anrief, um gemeinsam auf den Hirsch zu
gehen, sagte ich deshalb sofort zu. Zu meinem Vater
sagte ich beim Abschied: „Heute schieße ich den Hirsch“:
Er grinste nur und wünschte mir Weidmannsheil!
Michl
und ich fuhren mit der letzten Seilbahn auf das Rittner
Horn zur Scharzseespitze und begaben uns zu den
Ansitzplätzen „Lommer“ und „Halegg“. Michl erklärte mir
noch den genauen Weg dahin, da ich ihn nicht kannte.
Dort angekommen, genoss ich zunächst die wunderbare
Aussicht und die Ruhe inmitten von Zirben und Latschen.
Die Sonne ging langsam unter und mein Magen knurrte.
Speck und Käse, was gibt es Schöneres….
Es gibt was Schöneres! Ich
konnte es kaum glauben- von links auf ca. 70 m trat ein
Hirsch aus dem Latschenfeld heraus auf eine lange,
ausgehackte Schneise. In zwei Sekunden war klar: der
Hirsch, ein Zehner, war bereits verfegt und ich hatte
ihn auch schon im Zielfernrohr, spannte…aber der Hirsch
drehte ab und ging wegwärts die lange Schneise hinauf.
Ich sagte zu mir: drehe dich, mein Freund, bitte! Als ob
er es gehört hätte, drehte er ab. Ich platzierte das
Fadenkreuz genau ein wenig hinter das Blatt und die
7.65er verließ ihren Lauf. Er trat in die Hinterläufe,
und das gefiel mir. Durch das Glas verfolgte ich die
Flucht, bis zu einer Zirbe, die ich mir merkte. Dort
musste er liegen. Solch ein Gefühl- die Nervosität war
verflogen, ich wusste, dass der Schuss gepasst hat.
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Ich
konnte es kaum glauben, aus meinem Traum war nun
Realität geworden! Schnell packte ich meinen Rucksack
und rief meinen Freund Michl an, der ca. 500 m von mir
entfernt war:„ Komm schnell, ich habe auf den Hirsch
geschossen!“ Derweil machte ich mich auf den Weg, bevor
es finster wurde, ging zum Anschuss, fand nichts, ein
paar Meter weiter eine Menge Schweiß, sehr gut, weiter,
der Schweißspur folgend, bis zu der Zirbe, die ich mir
vorher gemerkt hatte. Dort lag er, mein erster Hirsch,
erlegt durch einen perfekten Kammerschuss!
Ich setzte mich neben ihn,
und irgendwie bewegte mich dieser Moment. Solch ein
imposantes Geschöpf.
Als Michl kam, freuten wir
uns gewaltig. Aber nun stellte sich die Frage, wie wir
diesen 125 kg schweren Kerl nach unten bringen sollten,
mitten im Latschenfeld, stockdunkel, eine halbe Stunde
vom nächsten Weg entfernt. Ich rief Thomas an, der uns
sofort Hilfe zusicherte: „Dean Hirsch tian mir heint no
oar, sell isch sicher!“ Er mobilisierte weitere 3
Kollegen.Michl und ich erledigten derweil die rote
Arbeit und warteten auf unsere Freunde. Nach gut einer
Stunde war der Traktor von Thomas zu hören. Alle
zusammen zogen wir den Hirschen hinunter bis zur
Traktorschaufel und fuhren ihn ins Jagdhaus. Dort
feierten wir bis ins Morgengrauen (und noch etwas länger
J
) !
Danke meinen Jagdfreunden
Michl, Thomas, Christian, Sigfried und Herbert!
Weidmannsheil
Bericht und Fotos:
Horst Platter, Revier Ritten |
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