| Bericht 115: Saujagern ohne Sau |
|
Bei unserem ersten Jagdausflug ins niederösterreichische Waldviertel hatten David, Hugo und ich nach eineinhalb Tagen unser Vorhaben wegen extremen Nebels abgebrochen und waren wieder nach Hause gefahren. Vier Tage später hatte ich mich vorher telefonisch über die Wetterverhältnisse erkundigt und erfreuliche Nachrichten zu hören bekommen, einem neuerlichen Jagdausflug stand nichts mehr im Wege. Tags darauf sind dann Hugo und ich – David hatte diesmal keine Zeit – wieder Richtung Waldviertel gestartet in der Hoffnung das auch das Wetter halten würde. Bei strahlendem Sonnenschein sind Hugo und ich gegen Mittag im Revier eingetroffen. Nachdem wir unser Quartier bezogen hatten gönnten wir uns noch ein gepflegtes Mittagessen nach Waldviertler Art bevor wir uns nachmittags zum Ansitz begaben. Neben dem Problem mit den Sauen hatte unser Gastgeber Max auch noch einige Stücke Rehwild offen die wir wenn passende Stücke in Anblick kämen erlegen durften.
Doch der Nachmittag und auch der Nachtansitz auf die Sauen
brachte keinen Erfolg und so verabredeten wir uns zum nächsten
Morgen für 6:00 Uhr um ins Revier aufzubrechen. Nach einer
Fahrzeit von etwa 10 Min. hatten wir Beide unsere komfortablen
Kanzeln bezogen und hofften zumindest Rehwild in Anblick zu
bekommen. Vor sieben Uhr war ein
Als es aber dann zu dämmern begann und ich den Waldrand rechts
von mir richtig erkennen konnte galt meine Aufmerksamkeit
ausschließlich dieser Richtung. Es war kurz nach sieben Uhr als
zu meiner Linken ein Schuss die morgendliche Stille störte. Hugo
hatte vermutlich Waidmann´s Heil waren meine ersten Gedanken,
nachdem aber unsere Ansitze etwa 700m auseinander lagen war das
nur eine Vermutung und so konzentrierte ich mich wieder auf
meine Umgebung. Mittlerweile kam auch bei meinem mir zugeteilten
Ansitz Bewegung auf. Eine einzelne Gais war ausgezogen aber
leider nicht in meine Richtung ich hoffte aber dennoch das sie
wieder kehrt machen würde. Tat sie dann auch und zu meiner
Überraschung schlossen sich ihr am Rückweg noch drei Stück an.
Zwei Gaisen und zwei Böcke standen jetzt auf etwa 140m am
Waldrand. Das Licht inzwischen perfekt hatte ich die ältere der
Beiden bereits im Absehen, einstechen und schon wart die Kugel
aus dem Lauf und die Gais blieb am Anschuss am Rand des
Rapsfeldes. Die drei anderen Stücke waren lediglich einige Meter
abgesprungen und haben anschließend wieder weiter geäst aber
doch etwas verstört immer Richtung des erlegten Stückes geäugt.
Eine neue Patrone war bereits wieder in Lauf als ich die zweite
Gais ins Absehen nahm, ich brauchte nur warten bis sie breit
stand. Es dauerte dann doch etwa 10 min. bis sie sich neugierig
dem erlegten Stück näherte, breit stand und ich fliegen lassen
konnte. Ein paar beschwerliche Fluchten bei denen sie sich nur
mehr auf den Hinterläufen
Als ich dann bei Hugo´s Ansitz ankam hatte er wie ich vermutet hatte ebenfalls eine Gais erlegen können. Ein gegenseitiges Waidmann´s Heil rundet das vormittägliche Jagderlebnis ab. Pächter Max zeigte sich zufrieden als er das Wild übernahm und revanchierte sich mit einem köstlichen Mittagessen. Der kommende Nacht und folgende Morgenansitz brachte leider nicht den gewünschten Erfolg auf einen Schwarzkittel, jedoch die Gewissheit der Erfüllung des Abschussplanes unseres Gastgebers näher gekommen zu sein macht auch zufrieden.
Das ist eben Jagd!
Dem Max unserem Gastgeber für die Einladung auf diesen Weg noch einmal ein herzliches Waidmann´s Dank.
Waidmann´s Heil Bericht und Fotos: Hermann Großalber OÖ |