Bericht 123: Abschussbock
Am 01. Juni des heurigen Jahres war es wieder einmal so weit. Zum Beginn der Schusszeit der Böcke der Klasse 2 machte ich mich zeitig in der Früh auf den Weg ins Revier.
Mein Ziel galt einem ca. 3-jährigen Bock, hinten und vorne ziemlich kurze Enden. Nachdem im Umfeld der Kanzl sämtlicher Bewuchs ziemlich hoch war, nahm ich mir meine .300 WM mit ins Revier, da ich vermutete, dass es etwas weiter zu schießen wird und auch ein Schuss ins hohe Gras zu erwarten war.
Ich konnte die Kanzl erreichen, ohne dass Rehe schreckten. Die Dunkelheit machte ein sicheres Abglasen der Gegend unmöglich.
Als das Licht schon deutlich besser war, konnte ich auf ca. 100m ein Stück Rehwild ausmachen – den Umrissen nach, vermutete ich einen Bock.
Für ein sicheres ansprechen war es aber noch zu dunkel.
Das Stück zog über die hohe Wiese in Richtung Bach und verschwand in den Stauden.
Ich befürchtete, dass mich der Bock in den Wind bekommen könnte und schloss aus diesem Grund sämtliche Fenster der Kanzl.
Nachdem eine halbe Stunde vergangen war, wagte ich einen vorsichtigen Blick durch das rückwärtig gelegene Fenster und konnte direkt unter dem Hochstand am Waldrand einen roten Wildkörper durch die hängenden Äste erkennen.
Als das Stück endlich ganz auf die Wiese auszog und äste, konnte ich sofort den gesuchten Bock bestätigen.
Nun musste ich erst versuchen, das nach hinten gerichtete Fenster lautlos zu öffnen.
Vorsichtig öffnete ich das Fenster und schob meine Büchse hinaus. Der Rücken des Bockes ragte leicht über das hohe Gras heraus. Als ich das Fadenkreuz durch das hohe Gras ca. auf dem Blatt des Bockes vermutete, ließ ich den Schuss kommen.
Der Bock lag im Feuer.
Der Schuss erfolgte zwar durch das hohe Gras – die Distanz war jedoch entgegen meiner Erwartung nur 25m.
 
Ich ließ noch eine halbe Stunde verstreichen, bevor ich zum erlegten Bock abbaumte.
Beim Bock angelangt, konnte ich mich über einen passenden Abschussbock erfreuen.
 
Weidmannsheil
 
                                                                                                                      
                                                                                       Bericht und Fotos: Plöchl Manuel, Oberösterreich 
 

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