Bericht 138: Der Gamsbock

Es war mittlerweile der 4.Dezember als ich mich abermals aufmachte um auf einen Gamsbock zu Waidwerken. Ich war dieses Jahr schon unzählige Male auf Gamsjagd um einen Bock zu schiessen, doch es wollte einfach nicht gelingen, entweder war nichts passendes dabei, oder es ging zu schnell oder ich schoss vorbei, was mir leider auch passierte. Auch war ich schon einige Male ganz starr vor Kälte von der Gamsjagd heim gekehrt, ohne auch nur einen Bock gesehen zu haben. Da ich jetzt nur noch Nachmittags Zeit hatte, glaste ich vom Talboden eine Seite des Tales ab, wo nur Erlen mit einzelnen Fichten stehen, in der Hoffnung auf einen abgebrunfteten Bock. So war es auch am besagten 4.Dezember. Ein Freund und Gamsbegleiter Lukas begleitete mich an diesem Tag. Es dauerte auch nicht lange bis wir einen Bock ausmachen konnten, doch leider war er viel zu weit oben und ausserdem war er zu jung. So glasten wir weiter den Gegenhang ab in der Hoffnung doch  noch einen passenden Bock ausfindig zu machen. Es dauerte eine Weile, als plötzlich ein Bock aus dem Fichtenwald trat und hinter den Erlenstauden zu äsen begann. Mit dem Spektiv angesprochen zeigte er ein Haupt das auf einen älteren Bock schliesen lies, auch der Pinsel war deutlich zu erkennen, ja sogar eine stattliche Krucke schmückte sein Haupt. Kurzum, wir wollten es auf diesen Bock versuchen. Langsam pirschten wir uns den Almsteig empor, den Pirschstock locker in den tiefen Schnee wohl wissend, dass ein Schuss nur über diesen möglich sein wird. Als wir uns langsam der Stelle näherten, glaubte ich den Bock zwischen zwei Erlenstämmen zu erkennen. Der Blick durchs Fernglas bestätigte meine Vermutung. Da stand er! Langsam hob ich das Gewehr, den Pirschstock zu Hilfe nehmend und versuchte ihn ins Absehen zu bringen. Doch leider war an einen Schuss nicht zu denken, da er spitz von uns weg stand. Nach einigen bangen Minuten, oder waren es Sekunden?, drehte er sich! Nun endsicherte ich die Waffe, stach ein, und strich abermals vorsichtig am Bergstock an. Als ich den Gamsbock im Absehen hatte, krümmte ich langsam den Finger und schon hallte ein Schuss übers Tal hinaus. Der Bock zeichnete kurz, flüchtete noch einige Schritte bergwärts und einen kurzen Augenblick später hob es ihn von den Läufen und er stürzte den Steilen  Hang herunter uns entgegen. Sofort machten wir uns auf, den Bock zu bergen. Bei diesem angelangt, war die Freude gross: da lag ein Gamsbock mit ca.8 Jahren und wie sich später herausstellte mit 97,5 Punkten ( im Jagdportal bewertet). Er wog nur noch 19kg, was auf eine rege Brunftbeteiligung hindeutet. Hiermit möchte ich noch dem Luki fürs begleiten danken- DONKSCHION!!!

 

Waidmannsheil

                                                                                                                          Bericht und Fotos: Peter Taferner

 

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