DAS JAGDHORN

Das Jagdhorn hat seit dem Mittelalter seine Bedeutung während der Jagd. Jagdsignale und jagdliches Brauchtum gehören zur Jagd wie das Salz in die Suppe. Das Jagdhorn hat auch heute noch einen hohen Stellenwert innerhalb der Jägerschaften und Verbände. Rund 50.000 Jäger blasen in Europa das Jagdhorn, ein ventilloses Blechblasinstrument, mit welchem, bedingt durch seine Bauform, nur eine begrenzte Zahl von Tönen aus der Naturtonreihe hervorgebracht werden kann. Unsere Vorfahren verwendeten das Horn des Urrindes als überlebenswichtiges Signalgerät. Dort liegt der Ursprung des Jagdhornes. Heute noch verwendet man das Jagdhorn bei Gesellschaftsjagden zur Verständigung über weite Entfernungen.
Mit der Zeit entwickelten sich Signale, die von allen Jägern verstanden werden müssen, um eine reibungslose Abwicklung der Jagd zu ermöglichen. Darüber hinaus dient das Blasen von Jagdhörnern in Gruppen der Pflege von Kultur und altem Brauchtum. Die Umrahmung von Feiern auf traditionelle Weise, ist aus dem modernen Jagdbetrieb nicht wegzudenken. Selbst bei nicht jagdlichen Anlässen werden Jagdhörner von Komponisten und Musikern in vielfältiger Weise als wohlklingende Melodieninstrumente immer wieder gern eingesetzt.
Jagdhornblasen erlernt man am besten in einer schon bestehenden Gruppe. Vorausgesetzt wird ein gutes Gehör und musikalisches Gespür, da Jagdhörner nur die Naturtöne (Naturhorn in B: c – g- c- e- g – a“) umfassen, welche durch eine Veränderung der Lippenspannung erzeugt werden. Die Technik ist zu einem gewissen Grad erlernbar, wenn es aber darum geht die gesamte Tonreihe zu einem Stück zu formen und das noch im Zusammenspiel mit anderen Bläsern, hilft nur das Gehör. Bei der „klassischen“ Reihe der Jagdsignale werden die fünf möglichen Naturtöne des Plesshorns (nur bei einem Signal werden 6 Töne verwendet) durch rhythmische und melodische Gestaltung zu klar unterscheidbaren Melodien geformt.

Wir unterscheiden zwei Arten von Jagdhörnern. Das Parforcejagdhorn (großes Horn) und das Fürst-Pless-Jagdhorn (kleines Horn).

Das Parforcejagdhorn war zunächst zwischen 1700 und 1800 mit der aus Frankreich übernommenen prunkvollen Reitjagd bei uns bekannt und beliebt geworden. Es konnte aufgrund seiner Größe leicht über die Schulter gehängt werden, und der Reiter hatte beide Hände frei. Auf dem Parforcehorn sind dynamische Unterschiede sehr gut zu gestalten. Der Klangcharakter reicht vom weichen, runden Ton bis hin zum rauen, klirrenden Schmettern. Während in Frankreich das Parforcehorn immer im Vordergrund stand, war es bei uns  nach und nach in den Hintergrund geraten und hat sich erneut nach 1970 durchgesetzt, da man wieder erkannt hatte, dass damit die Jagdmusik großartig bereichert werden kann.

Das Fürst-Pless-Jagdhorn wurde nach dem Oberstjägermeister des Kaisers Hans Heinrich XI. genannt, ab 1870 als Signalhorn für die Jagd verwendet, und hat sich bis heute mit seiner einfachen, aber einprägsamen Melodiegestaltung erhalten. Im Zusammenklang mit anderen Hörnern vermittelt es einen kräftigen, runden Klangeindruck.
Mit dem Ventilhorn wurde eine Verfeinerung des vorgenannten Horns erreicht,
denn es können noch zusätzliche Töne mit diesem Instrument erzeugt werden. Nach erfolgreicher Jagd und zur Ehre des gestreckten Wildes wird das „kleine Horn“ für die Totsignale benötigt. Die Strecke wird verblasen. Jeder gestreckten Wildart wird mit einer speziellen Melodie die Ehre erwiesen.

 

Erfreulicher Weise hat das Jagdhornblasen in letzter Zeit einen großartigen Aufschwung genommen. Dieser Trend ist zu unserer Freude festzustellen.

Die  Bläsergruppe beteiligen sich auch an dem regelmäßig stattfindenden Wettbewerben und verschiedenen anderen zahlreichen Veranstaltungen. So gehören die Auftritte beim Hubertusfest und bei jagdlichen Veranstaltungen; zu besonderen Anlässen in der Jägerschaft wie z.B. runden Geburtstagen, Hochzeiten und jagdlichem Erfolg sind die Bläser zu hören und erfreuen mit Fanfaren und Jagdmärschen.

 

 

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