Der Wildschütz Jennerwein
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Text: Volkstümliches Lied aus Oberbayern um 1860

1.Ein stolzer Schütz in seinen schönsten Jahren,
   Er wurde wggeputz von dieser Erd,
   Man fand ihn erst am neunten Tage
   bei Tegernsee am Peißenberg. 

2. Auf den Bergen ist die Freiheit,
   Auf den Bergen ist es schön,
   Doch auf so eine schlechte Weise
   Mußte Jennerwein zugrunde gehn!

3. Auf hartem Stein hat er sein Blut vergossen,
   Am Bauche liegend fand man ihn,
   Von hinten war er angeschossen,
   Zersprittert war sein Unterkinn.

4. Und es war schrecklich anzusehen;
   Als man ihm das Hemd zog aus,
   Da dachte jeder bei sich selber:
   Jäger, bleib mit'm Selbstmord z'Haus!

5. Du feiger Jäger, s' ist eine Schande,
   Du erwirbst dir wohl kein Ehrenkreuz;
   Er fiel mit dir nicht im offnen Kampfe,
   Wie es der Schuß von hint' beweist.

6. Man bracht ihn dann noch auf den Wagen,
   Bei finstrer Nacht ging es noch fort,
   Begleitet von seinen Kameraden,
   Nach Schliersee, seinem Lieblingsort.

7. Von der Höh ging's langsam runter,
   Denn der Weg war schlecht und weit;
   Ein Jäger hat es gleich erfunden,
   daß er sich hat selbst entleibt.

8. Und als man ihn dort in den Sarg wollt legen,
   Und als man gsagt hat: Ist jetzt alles gut?
   O nein! sprach einer von den Herren, o nein!
   Auf seiner Brust, da klebt ja frisches Blut!

9. In Schliersee ruht er, wie ein jeder,
   Bis an den großen jüngsten Tag,
   Dann zeigt uns Jennerwein den Jäger,
   Der ihn von hint' erschossen hat.

10. Zum Schlusse Dank noch den Vet'ranen,
   Da ihr den Trauermarsch so schön gespielt,
   Ihr Jäger, tut Euch nun ermahnen,
   Daß keiner mehr von hinten zielt.

11. Am jüngsten Tag da putzt ein jeder
   Ja sein Gewissen und sein Gewehr.
   Und dann marschiern viel Förster und auch Jäger
   Aufs hohe Gamsgebirg, zum Luzifer !

1. Es war ein Schütz in seinen schönsten Jahren,
    der wurde weg geputzt, von dieser Erd.
    Man fand ihn erst am neunten Tage
    bei Tegernsee am Peißenberg

 

2. Auf hartem Fels hat er sein Blut vergossen
    und auf dem Bauche liegend fand man ihn:
    Von hinten war er angeschossen,
    zerschmettert war sein Unterkinn.

 

3. Du feiger Jäger, das ist eine Schande
    und bringt dir ganz gewiß  kein Ehrenkreuz:
    Er fiel gar nicht im off‘nen Kampfe
    der Schuß von hinten her beweists!

 

4. Man brachte ihn ins Tal und auf den Wagen,
    bei finstrer Nacht ging es  sogleich noch fort,
    begleitet von den Kameraden
    nach Schliersee, seinem Lieblingsort.

 

5. Dort ruht er sanft im Grabe wie ein jeder
    und wartet stille auf  den jüngsten Tag.
    Dann zeigt uns Jennerwein den Jäger,
    der ihn von hint‘ erschossen hat.

 

6. Und zum Gericht am großen jüngsten Tage
    putzt jeder ‘s Gwissen und  auch das Gewehr:
    Marschieren d‘ Jager samt die Förster,
    aufs Gamsgebirg zum Luzifer.

 

7. Und nun zum Schlusse dank noch den Vetranen,
    die ihr den Trauermarsch so schön gespielt!
    Ihr Jager, laßt  euch nun ermahnen,
    daß keiner mehr von hinten zielt!

 

8. Denn auf den Bergen, ja da gilt die Freiheit,
    ja auf den Bergen ist  es gar so schön,
    allwo auf grauenvolle Weise
    der Jennerwein zu Grund mußt gehn.

 

 Siehe auch den Bericht über den Wildschütz Jennewein (KLICK)