Der Feldhase

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 Erscheinungsbild: Der Feldhase besitzt einen lang gestreckten Körperbau. Die Kopf-Rumpf-Länge liegt bei 60 bis 76 cm, die Körpermasse zwischen 2,5 und 6,5 kg, wobei Rammler etwas leichter als Häsinnen sind. Besonders auffällig sind die großen, 12-14 cm langen Ohren der Hasen, die an den Spitzen tiefschwarze Flecke aufweisen und ein sicheres Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Wildkaninchen darstellen.

Das Fell besteht aus feine Unterwolle und einer steiferen Grannenbehaarung, die auf der Oberseite braungelbe und an den Körperseiten rostrote Farbtöne mit schwarzen Spitzen aufweist. Bauch und Schwanzunterseite sind weiß.

Altersbestimmung: Das »Strohsche Zeichen« ermöglicht eine grobe Altersschätzung. Beim jungen Hasen ist oberhalb des Handwurzelgelenks eine Verdickung der Elle vorhanden. Man kann sie durch das Haarkleid ertasten, wenn man die Pfote im Gelenk etwas einknickt. Die verdickte Epiphyse wird mit zunehmendem Alter allmählich zurückgebildet

Nahrung: Rein pflanzlich und sehr vielfältig: Kräuter, Gräser, Getreide und Feldfrüchte, Knospen, Triebe und Rinde, besonders beliebt sind verschiedene Heilkräuter (Hasenapotheke). Im Blinddarm bildet sich ein vitaminreicher Nahrungsbrei, der ausgeschieden wird. Der Hase nimmt diese Blinddarmlosung wieder auf und deckt so seinen Vitamin B1-Bedarf.

Sinnesleistung: Die Barthaare signalisieren dem Hasen, ob er durch eine enge Öffnung hindurchschlüpfen kann. Je nachdem, wie sehr die Haare abbiegen, kann das Tier erkennen, ob sein Körper noch hindurchpassen wird. Bewegungssehen und Rundumsicht sind hervorragend. Gut ausgebildet sind ebenfalls Gehör- und Geruchssinn. Hasen können gut riechen. Sie halten ihre Nase in den Wind und können eine Gefahr wittern.

  Der Hase nutzt seinen Geruchssinn zur Orientierung im Gelände, wenn er die Spuren seiner Artgenossen, besonders des Geschlechtspartners verfolgt. So kann er auch die Köttel und das Urin anderer Hasen unterscheiden. Beim Putzen werden verschiedene Düfte auf die Haare und auf die Pfoten aufgetragen, die dann den Geruch der Hasenspur bewirken.

Die großen, gut beweglichen Löffel lassen den Hasen leise und weiter entfernte Geräusche hören. Beim geringsten Geräusch bewegt der Hase seine Ohren, um die Richtung festzustellen und dann auch die Gefahr zu erkennen. Hasen können sich auch nachts gut mit den Ohren orientieren.

Die Seher befinden sich an den beiden Seiten des Kopfes. Dadurch kann der Hase in alle Richtungen gleichzeitig äugen. Er kann dadurch Feinde erkennen und schnell flüchten.

Lebensraum und Verbreitung:  Der Hase stammt ursprünglich aus der Steppenlandschaft und ist als  Kulturfolger ein anpassungsfähiges Tier, das heute in unserer Kulturlandschaft lebt.  Er liebt trockenes, warmes Wetter und ist in Südtirol fast flächendeckend verbreitet.

Paarung, Fortpflanzung und Lebenserwartung: Die Hasen rammeln bei günstigem Wetter von Januar bis in den August, was drei oder vier Sätze mit 2 bis 4 Junge im  Jahr zur Folge hat. Die Rammler kümmern sich um ihren Nachwuchs nicht. Hasen sind polygam. Die Polygamie –  bezeichnet eine Form der Vielehe und der Duldung von gleichzeitigen eheähnlichen Beziehungen, Polygamie wird im Allgemeinen als das Gegenteil von Monogamie  ( lebenslange exklusive Fortpflanzungsgemeinschaft zwischen zwei Individuen einer Art.) verstanden. Hasen haben schon eine  Geschlechtsreife mit 7 Monaten.  Die Tragzeit beträgt 42-43 Tage.  Die Jungen  kommen als Nestflüchter sehend und behaart zur Welt.  Die Häsin säugt die Hasen einmal am Tag mit einer sehr gehaltvollen Milch. Mit etwa 30 Lebenstagen endet die Säugezeit. Die Häsin hält sich nicht direkt bei den Jungen auf, häufig aber in der Nähe. Die Häsin kann ab 38. Trächtigkeitstag erneut befruchtet werden, trägt dann in einem Gebärmutterhorn die Geburtsreifen Föten, im anderen Horn den neuen Keimlingssatz (Superfötation).   Hasen werden in freier Wildbahn etwa 4 Jahre alt, in Gefangenschaft bis zu 9 Jahre alt.  

Verhaltensweisen: Der Feldhase ist ein Meister in der Tarnung. Sein Ruhelager ist die Sasse, eine kleine Mulde auf dem Acker, Waldboden  oder Feld. Der Hase wählt sie so, dass er die ganze Umgebung überblicken kann. Die Sasse wird nicht auf direktem Weg bezogen, sondern auf Umwegen, so lenkt er seine Feinde von seinem Lager ab. Nähert sich dennoch ein Feind, bleibt der Hase fast wie erstarrt liegen und vertraut seiner Tarnfarbe, oder er rettet sich mit einem schnellen Satz aus der Sasse und flüchtet mit den bekannten Haken bei Spitzengeschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometern.  Gesunde Althasen entkommen so meist ihren Fressfeinden. Jungen Hasen hinterlassen kaum eine Fährte, sodass es den Feinden schwer fällt den Hasen erneut zu aufzustöbern. 
Sozialverhalten: Feldhasen bilden keine Kolonien wie es die Kaninchen tun. Innerhalb einer Hasengruppe besteht eine Rangordnung. Markierungen als Bestandteil der Kommunikation werden mit Nasen - und Afterdrüse sowie Harn und Kot gesetzt. Hasen sind am Tage nicht so häufig zu sehen, da ihre Aktivitäten in die Dämmerung fallen.
Ganz anders verhält es sich während der Paarungszeit, der Rammelzeit, im Spätwinter und im Frühjahr. Meist finden sich dann viele Tiere an den Rammelplätzen, veranstalten wilde Verfolgungsjagden und balgen sich um die Häsinnen.

Gefahren für den Hasen: Kaum ein Tier hat so viele Feinde wie der Hase, seine natürlichen Feinde sind: Fuchs, Habicht, Marder, Katzen, Bussard, Krähen sowie fast alle heimischen Beutegreifer. Neben dem Straßenverkehr setzt ihm die heutige Umweltbelastung (Chemikalien, Phosphaten, Nitraten udgl.die versprüht werden) zu. Mehr als 60% der Junghasen verenden im ersten Lebensjahr (naß-kalte Witterung im Frühjahr, Beutegreifer, vor allen herumstreunende Katzen).  Gefahren drohen von folgenden Krankheiten: Kokzidiose, Hasenseuche, Brucellose, Tularämie, European Brown Hare Syndrom (EBHS).

 JAGD:  Die Jagd auf den Feldhasen wird vorwiegend mit dem Stöberhund ausgeübt.
In den Köpfen einiger Jäger werden Hasenjäger immer noch  als 2. Stufe angesehen. Man blickt Ihnen teils lächerlich entgegen und verbietet Ihnen gar die Jagd im Revier auszuüben. Kurz um,  man hat immer noch nicht gelernt  den "Hohen Jäger" (Jäger der nur Schalenwildjagd) und Niederwildjäger gleichzustellen. Die Hasenjagd stellt große Anforderungen; Wetter, Jagd (Überlistung), Hund und Treffsicherheit,  alles muss stimmen um erfolgreich jagen zu können:" Einen gut ausgebildeten gehorsamen und rehreinen Hund, die  Lebensgewohnheiten des Hasen kennen,  und am Ende die Treffsicherheit beherrschen.  
Langjährige Untersuchung zeigen, dass in unbejagten Gebieten die Individuenzahl der Feldhasenpopulation in einer Bandbreite bleibt bzw. leicht zurückgeht. Diese Schwankungen sind immer im Zusammenhang mit dem Ausbruch von Krankheiten (z. B. Kokzidiose), der natürlichen Fortpflanzungsrate und dem Einfluss von Beutegreifern zu sehen. Selbst bei  einem optimalem Futterangebot kommt es nie zu einem (auch nur Ansatzweisen)  exponentiellen Wachstum. Während bei unbejagden vorkommenden Beständen, der Hasen eher faul und unkonzentriert herumliegen, haben die Beutegreifer keine große Mühe den Hasen zu überlisten. Der Hasenbestand ist somit eher von Krankheiten befallen und kranke Hasen verbreiten auf diese Weise die Seuche deutlich länger und dann auch noch flächendeckender. Flächen, die dem Jagddruck bzw. der Bejagung unterliegen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Individuenanzahl und – Schwankung innerhalb der Feldhasenpopulationen signifikant von den unbejagten Arealen. Zum einen ist die  Individuenanzahl deutlich höher, zum anderen ist die Schwankung innerhalb der Bestandszahlen für diese Population deutlich stärker. Dies kann mehrere Gründe haben:
  1.  Durch die ständige Flucht des Feldhasen ist der Kontakt mit seinen gegengeschlechtlichen Artgenossen deutlich  höher und die gesunde Paarungswahrscheinlichkeit nimmt zu. Bei diesem solitären Tier  sind zwar die Paarungsrituale und –Zeiten festgelegt, so dass ein häufigerer Kontakt aber keine zusätzliche Setzzeit bringen kann.
  2. Durch die Bejagung der Feldhasen werden viele künstlich aus dem Areal entfernt (erlegt)  und somit  fällt für die Restpopulation der sog. Soziale Stress ( durch hohe Individuendichte) kurzfristig weg. Dadurch wird die Ovulation bei den weiblichen Tieren positiv beeinflusst, d. h. es kommt zu mehr Jungtieren pro Wurf.  Auch die Anzahl der befruchtungsfähigen Spermien bei männlichen Tieren steigt deutlich an.   Die geringere Feldhasendichte zu einem bestimmten ( vor der Paarungszeit liegenden) Zeitpunkt begünstigt die biologischen Paarungsvoraussetzungen und erhöht dadurch die Nachkommenzahlen pro weiblichem Tier.  Wie oben bereits erwähnt kommt es bei bejagten Beständen zu sehr hohen Bestandsschwankungen.

Die Anzahl der Nachkommen pro Tier ist zwar deutlich erhöht, doch die werfenden weiblichen Tiere sind reduziert, d. h. wenige Tiere bringen sehr viel Nachkommen. STIMME EINES FELDHASEN: Der Stimmlaut hingegen ist kaum entwickelt. Junge Hasen quietschen oder knurren, ebenso die Alten. Auffällig ist das gellende Klagegeschrei des Hasen bei Verletzungen. Feldhasen sind normalerweise stumm, schreien aber bei   Angst oder Schmerzen . KLICK mp3

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