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DOKUMENTATION - 100 JAHRE

JAGDREVIERE GRAUN, MALS UND MATSCH

mit freundlicher Unterstützung der Raiffeisenkasse Obervinschgau
Homepage: www.obervinschgau.it   

Die Jagd im Wandel der Zeit 

Zu allen Zeiten haben die Wildtiere den Menschen beschäftigt und fasziniert. Ein Teil der Bevölkerung, einmal waren es mehr, einmal weniger, widmete sich mit Hingabe und Passion der Nutzung und der Hege des Wildes. die Jagd hat es immer gegeben, und es wird sie, das wissen wir heute wahrscheinlich besser denn je, immer brauchen.

Auch wenn die Jagd von ältesten Traditionen geprägt ist, hat sie sich im Laufe der Zeit  stetig verändert. Zuerst Mittel zur Nahrungsbeschaffung, später Zeichen herrschaftlichen Anspruchs, dann Ausdruck freien Brauchtums und schließlich ökologische Notwendigkeit, so könnte man in großen Schritten die Funktion der Jagd nachzeichnen.

In der Gegend "Obervinschgau" in Südtirol, war und ist die Jagd von besonderer Bedeutung, denn der obere Vinschgau bietet von der Landschaftsausformung und von den Umweltbedingungen her vielen Wildtieren gute Lebensräume. So hat es im Obervinschgau immer Jäger gegeben. Jüngste Ausgrabungen wie etwa in Schluderns sind ein beeindruckender Beleg dafür.

Hier wurde auch in vergangenen Jahrhunderten  von der Obrigkeit versucht, die Jagd zu beanspruchen . Aber die Vinschger haben ihre Rechte zu verteidigen gewußt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Bereits in der Mitte des 16. Jahrhunderts" beharrten die vier Gemeinden auf der Malser Haide auf das Jagdrecht sowie auf das Fischereirecht auf den fließenden Gewässern."

In letzten Jahrhundert war die Jagd von den Zielsetzungen her besonders einschneidenden Veränderungen ausgesetzt. Die wirtschaftliche Bodennutzung nahm zu, und so galt es immer mehr, die Kulturen vor zu großen Wildschäden zu schützen. Das wohlwollende Nebeneinander von Jagd, Land- und Forstwirtschaft ist in diesem Lichte leicht zu verstehen. Der Jäger war und ist in der Dorfgemeinschaft verwurzelt, er gehört zu Land und Leuten einfach dazu. Einige der vorliegenden Bilder unterstreichen diesen Sachverhalt.

Erst in den letzten Jahrzehnten sind einige völlig neue Erwartungen und Forderungen an die Jägerschaft gestellt worden. In einer Zeit, in welcher mehr Natur verbraucht wird als je zuvor, gilt es, eine vielfältige Wildtierfauna zu erhalten, Lebensräume zu bewahren, das Gleichgewicht zwischen Wildtier und Umwelt herzustellen.  

Der Jäger von heute hat viele Aufgaben: Er soll ein schützender Fachmann in der Natur sein, Anwalt des Wildes, er muss aber auch die Ansprüche der Land- und Fortswirte umsetzen, die Wildbestände gesund erhalten und für deren Beaufsichtigung sorgen.

Die Freude am Wild und an der Jagd ist heute dieselbe wie früher, und sie ist es, die uns Jäger im Grunde motiviert und verbindet. Und weil wir vom Wert der Jagd überzeugt sind, sehen wir es als unser vordringlichstes Ziel an, Wild und Jagd als ein unschätzbares Natur- und Kulturgut unseren Nachkommen zu erhalten

 

Bericht:  Revierleiter Jagdrevier Graun vom November 2000 

 

 

Noch im letzten Jahrhundert war der Braunbär im Obervinschgau heimisch. Unbehagen erfüllte die Bewohne; einerseits die angst um das heimische Vieh und anderseits um sich selbst. Aus diesen Gründen wurden die Braunbären bejagt.

Beratung vor dem Jagdgang

Jäger Habicher Anton (Tirga Toni) aus St. Valentin auf der Heide
Jagdkameraden unter sich: v.l.n.r. Heinisch Matthais (Müller Hias), Dietl Carl, Dietl Eduard, Zwick Johann (ehemaliger Revierleiter Mals Die ersten Gamsabschüsse: v.l.n.r Nugler Gottfried (Revier Reschen), Prieth Sebastian (Mottasa Wastl)-Gandler Hons (bekannter Fotograf aus Reschen
An dieser Stelle muss bemerkt werden, dass Fotoaufnahmen eine Rarität waren. Oft mussten lange, beschwerliche Fußmärsche unternommen werden um den Fotograf von Reschen (Gandler Hons) oder von Mals H. Soiss) zu holen. Meist wurden von den aufnahmen dann Postkartenangefertigt, die dann an andere Jagdkameraden verschickt wurden, da es zu dieser Zeit noch keine Trophäenschauen gab, wo man stolz die Geweihe und Krücken präsentieren konnte.
v.l.n.r. Hutter Luis (Reveir Schleis und Abarth Johann . Stolz  präsentiert man sich dem Fotografen. Die Aufnahme stammt vom Oktober des Jahres 1925. Links: Hohenegger Franz (ehemaliger Jagdaufseher)-Burgeis  Nach einem erfolgreichen Jagdgang wurde gerne mal die Pfeife angezunden und die erlegten Stücke präsentiert.
   

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