WACHTEL
 
Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung: Erdwachteln (Coturnix)
Art: Wachtel
Vorkommen und Verhalten:
Die Wachtel ist ein kleiner, etwa starengroßer Vogel. Sie ist das kleinste Feldhuhn und zählt aus zoologischer Sicht zu den Hühnervögeln. Die Wachtel (Coturnix coturnix) ist im Verborgenen lebender Vogel, der jedes Jahr aus Afrika nach Europa zieht.  Man unterscheidet die etwa 18 cm große Europäische Wachtel (zool.: Coturnix coturnix) von der etwa 15 cm großen Japanischen Wachtel (zool.: Coturnix japonica). Das Verbreitungsgebiet der Europäischen Wachtel sind die gemäßigten Gebiete Europas. Hauptsächlich sind sie in Italien, Spanien, Griechenland und Südrussland verbreitet. Die Wachtel ist ein Zugvogel (der einzige unter den Hühnervögeln) und zieht im Herbst nach Nordafrika. Als Körner- und Insektenfresser finden sie in Gegenden in denen überwiegend Getreideanbau betreiben wird die besten Lebensbedingungen. Heute sind Wachteln stark in ihrem Bestand gefährdet und in vielen Regionen verschwunden. Vor allem der Rückgang geeigneter Lebensräume und die Verfolgung auf dem Zugweg werden hierfür
 verantwortlich gemacht. Man kann sie zwar in der Morgen- und Abenddämmerung hören, meist ist sie jedoch nicht zu sehen.
Kennzeichen:
Merkmale entsprechend ihrer Lebensweise sind die Flügel dieser kleinen Hühnervögel (18 cm Körperlänge) gut zum Flug über weite Strecken geeignet; sie sind wenig gewölbt und an der Spitze (1.-3. Schwinge) verlängert. Dabei fliegen sie außerhalb der Zugzeit ebenso ungern wie andere Hühnerarten. Vom nicht voll ausgefärbten Rebhuhn ist die Wachtel durch die rahmfarbenen Streifen am Kopf unterscheidbar. Die Männchen („Wachtelhähne“) sind orangebraun, das Kopfmuster ist variabel und aus hellen und dunklen Streifen, ebenso besitzen sie einen Schwarzen Kehlkopf und ein weißes " Halsband". Die Weibchen („Wachtelhennen“) sind ähnlich, wobei das Kopfmuster weniger ausgeprägt und die Färbung sandbraun ist. Der Schnabel beider ist eher klein und gebogen.  Größe 18-20 cm; Gewicht: ca. 150-250 g. Sie erreichen eine Lebensdauer von 3 Jahren.  Der Schnabel ist an der Stirn etwas erhöht und grau. Die braune Oberseite wirkt durch gelblichweiße Schaftstriche und viele schwarze oder hellbraune Querbänder einfach gemustert.  Erwachsene Wachteln mausern zweimal im Jahr.
Die Nahrung besteht aus Insekten und deren  Larven, Getreidekörnern und anderen Pflanzensamen sowie jungen Pflanzentrieben.

Zucht in Japan wurde die dort einheimische Wachtel wegen ihres Fleisches und der Eier domestiziert, nachdem man sie ursprünglich nur ihres Gesanges wegen im Haus gehalten hatte. Inzwischen hat sich eine regelrechte Wachtel-Industrie entwickelt. Die Wachteln werden in »Batterien« gehalten, in denen die einzelnen Käfige kaum größer sind als der Vogel selbst. So legen gute Weibchen 250-300 Eier im Jahr, beginnend in einem Alter von 35-60 Tagen. Die Legeperiode hält 8-12 Monate an. Auch in Europa (Italien) nimmt die Bedeutung der Wachtel als Eier- und Fleischlieferant zu.

Stimme:
Die Laute, die der Wachtelhahn von sich gibt, ist ein dreisilbiges "Pick-Per-Wick" geschrieben als Bück-den-Rück) und dies meist in der Dämmerung. Weibchen hingegen hört sich eher an wie ein quaken.  (reinhören)
Brut:
In den weiten Graslandschaften oder - in zunehmendem Maße - in Kulturlandschaften sind besonders in den Dämmerungs- und Nachtstunden die lauten und melodischen »Schläge« der Hähne zu hören. Die Hähne leben polygam und sammeln mehrere Weibchen in ihrem gegen andere Hähne energisch verteidigten Revier. Daraus folgt, daß sie sich nur unwesentlich am Brutgeschäft beteiligen können. Die recht ausführliche Balz beginnt mit einer Futterübergabe. Nest kratzt die Henne eine Mulde in den Boden, die sie nur dürftig mit Pflanzenteilen auskleidet. Während sie die 8-12 Eier bebrütet, hält sich der Hahn nur noch in größerer Entfernung auf. Die Hähne leben in Einehe, überlassen dennoch den Weibchen das Brutgeschäft. Die Jungen schlüpfen nach 17 Tagen. So werden auch die Jungen allein vom Weibchen geführt.