TEILE DES GEWEHRES, IHRE AUFGABE und BESCHAFFENHEIT 

Die Schusswaffe besteht aus folgenden Teilen:

  • der Lauf,
  • der Verschluß ( Schloß ),
  • das Patronenlager,
  • bei Kurzwaffen das Griffstück oder sonstige Waffenteile, die zur Aufnahme des Auslösemechanismus bestimmt sind.
  • die Abzugsvorrichtung
  • die Visiereinrichtung,
  • der Schaft ( Griffstück )
  • Mehrschußeinrichtung ( Magazin oder Trommel)

Jedes Gewehr besteht aus dem Lauf mit dem Patronenlager, der Zielvorrichtung, aus dem Verschluss mit dem Schloss, der Sicherung (nicht bei Hahngewehren und sonstigen Handspannern), der Abzug- und gegebenenfalls Stechervorrichtung sowie dem Schaft mit der Garnitur

Im GEWEHRLAUF spielt sich die Schussentwicklung der Patrone ab. Er hat den Gasdruck aufzufangen und muss der Pulvervorlage (Einzelgeschoß oder Schrote) die Führung geben. Der Lauf muss so lang sein, dass das Pulver zur restlosen Ausnutzung ganz verbrennen kann, ehe das Geschoß den Lauf verlässt. Die gebräuchlichen Lauflängen liegen zwischen 60 und 72 cm. 

Die Läufe mehrläufiger Gewehre werden miteinander verbunden (wobei die Läufe auf ganzer Länge miteinander sowie mit der Laufschiene verlötet werden) gibt es auch Doppelflinten. Doppelbüchsen, Büchsflinten und Drillinge mit >freiliegenden Läufen<, das heißt die Läufe (bei Drillingen der Kugellauf) sind nur im Bereich des Patronenlagers sowie an der Mündung miteinander verbunden. Dadurch soll erreicht werden, dass sich Ausdehnung und Schwingung der Läufe (Infolge  Druck und Erwärmung bei der Schussentwicklung) weniger nachteilig auf die Treffgenauigkeit auswirken, als das bei fester Verbindung der Fall ist, vor allem bei einer Folge von  mehreren Schüssen.

Das hintere Ende des Laufes enthält das Patronenlager, ihm folgt der Übergangskegel, der in Laufbohrung (glatt oder gezogen) übergeht. Das Innere der Laufbohrung heißt man Laufseele, die durch ihre Mitte verlaufend gedachte Achse Seelenachse. Die innere Weite des Laufes nennt man Kaliber. Eine Laufschiene, auf der die Visiereinrichtung angebracht ist, haben alle mehrläufige Gewehre; bei den einläufigen fehlt sie oft. Unter WECHSELLÄUFEN versteht man Laufpaare /Z.B. Doppelflintenläufe - Büchsenflintenläufe), die man austauschbar in den gleichen Verschlusskasten einklinken kann.

Nur amtlich geprüfte d.h. beschossene Gewehre dürfen feilgehalten oder anderen überlassen werden. Das Prüfzeichen muss an sichtbarer oder leicht zugänglichen Stelle auf Lauf und Verschluss angebracht sein. Die Beschussstempel der Bundesrepublik zeigen Bundesadler und darunter die Buchstaben M =Vorbeschuss mit Schwarzpulver, N = Endbeschuss mit Nitronpulver, SP= Endbeschuss mit Schwarzpulver, I = Instandsetzungsbeschuss, daneben das Zeichen des Beschußamtes und Monats- und Jahreszahl des Beschusses. Auch wird das Kaliber (Z.B. 16/70 oder 7X57) eingeschlagen. auf Gewehren, die nicht amtlich beschossen sind, darf nicht geschossen werden. 

Die Laufdichte ist von der Belastung abhängig. Büchsenläufe müssen wegen sehr hohen Gasdrucks (bis etwa 4000kp(cm2 oder 4000 bar) dickere Wände haben als Schrotläufe, die nur einen Gasdruck bis etwa 800kp/cm2 auszuhalten haben.

Aus dem FLINTENLAUF wird die Schrotladung verschossen. Die Laufwand ist innen glatt, manchmal sogar verchromt. die Läufe haben heute meist eine Würgebohrung (Choke9, d.h. der Lauf ist nicht in einer ganzen Länge gleich weit (Zylinderbohrung), sondern verengt sich kurz vor der Mündung um wenige Zentelmillimeter. die Schrote werden hierdurch besser zusammengehalten und ein Schuss auf etwa größere Entfernung ermöglicht. Am gebräuchlichsten sind Kaliber 12, 16 und manchmal auch 20. Die Kaliberzahl bedeutet ursprünglich die Zahl der Rundkugeln des betreffenden Durchmessern, die auf ein englisches Pfund (453g) gingen. Die lichte Weite beträgt im Mittel bei Kaliber 12: 18,4 mm, bei Kaliber 16: 17,0 mm usw. Kaliber 12 ist also das größte, Kaliber 20 das kleinste der heute gebräuchlichen Schrotkaliber- dementsprechend schwankt auch die Menge der möglichen Schrotladung.

Der BÜCHSENLAUF ist aus bestem, oftmals rostträgem Stahl gebohrt. Im Gegensatz zum glatten Schrotlauf ist der Büchsenlauf gezogen, d.h. in ihn sind Rillen (Züge (eingearbeitet, zwischen denen erhabene Balken (Felder) stehen. KALIBER, ist die Bezeichnung des Laufinnendurchmessers, der Laufweite, aber auch des Geschossdurchmessers.

Bei gezogenen Läufen differenziert man das Bohrungs- - Felder- und das Zug-Kaliber. Neben dem ursprünglichen Sinn des Kalibers (Laufinnen-Maß) hat sich eine andere Bedeutung ergeben: Man spricht vom „Kaliber“ 7x64, wenn man eigentlich die Patrone 7x64 meint.

Die tatsächlichen Kaliber-Maße wie Zug, Feld- und Geschossdurchmesser müssen nicht der nominellen Kaliber-Bezeichnung entsprechen. So misst das Geschoss beim 6,5x57-Kaliber zum Beispiel 6,71Millimeter. Das zweite Maß steht für die Hülsenlänge in Millimetern, wobei auch diese Angabe nicht immer exakt ist. Auch die amerikanischen und englischen Kaliber-Bezeichnungen sind nicht genau. Im Kaliber (Geschossdurchmesser) .308 (=0,308 Zoll) gibt es zum Beispiel mehr als vier Kaliber-Bezeichnungen.

Züge und Felder verlaufen in schraubenartiger, Drall genannter Windung (siehe Skizze unten) .

 

BÜCHSENSCHUSS mit Schussablauf: Der Drall soll dem Geschoß die nötige Drehung um seine Längsachse geben, damit es auf seiner Flugbahn eine stabile Lange einnimmt. Die hierfür erforderliche Umdrehungszahl (je Sekunde bis zu 3800) des Geschosses wird bestimmt durch seine Länge im Verhältnis zu seinem Durchmesser (Kaliber)  und durch seine  Fluggeschwindigkeit (siehe Skizze).

PATRONENLAGER: Es hat die Aufgabe, die Patronen aufzunehmen und muss, da es den Gasdruck voll aushalten muss, besonders stark und genau kalibriert sein. Ist es zu weit, so zerreißen beim Schuss die Patronenhülsen; ist es zu eng, so entstehen Ladehemmungen oder auch Gasdrucksteigerungen.

VERSCHLUSS: Der Verschluss hat die Aufgabe, den Lauf nach hinten abzuschießen und den Gasdruck aufzufangen. Es gibt verschiedene Systeme: Kipplauf-,Block-,Kammerverschluss (Zylinderverschluss).
Kipplaufverschlüsse: Die Läufe drehen sich um ein Scharnier des Verschlusskastens. Sie werden durch - meist mehrfach - Riegel in ihrer Verschlusslage gehalten. Je nach Konstruktion greifen die Riegel in Haken oder Zapfen der Läufe ein, oder auch in Ausnehmungen, die in die hinteren Enden der Läufe selbst eingearbeitet sind. Kipplaufverschlüsse sind bei allen mehrläufigen Kipplaufbüchsen -und Flinten.

 Kammer- oder Zylinderverschlüsse: Hier ist an das hintere Laufende ein Verschlussgehäuse (Verschlusßhülse)angeschnauft, in dem ein Verschlussstück

  in Zylinderform (Kammer) vor und zurück bewegt werden kann, das bei geschlossenem Zustand mit dem Lauf fest verriegelt ist. Dieser Verschluss hält stärkerer Beanspruchung stand. Er kommt nur bei feststehenden Laufsystemen in Betracht, also vor allem bei Repertierbüchsen (siehe Skizze R 93 )

Blockverschlüsse: Ein beweglicher Metall-Block verriegelt den Lauf nach hinten, wobei der Block je nach System anders angeordnet ist. Die berühmtesten und auch heute noch angewandten Systeme sind der Fallblock- und der Vertikalblockverschluß. Der Fallblockverschluß wird bei Kipplaufwaffen verwendet. Diese Verschlußbauweise ermöglicht besonders kurze Waffen.
Nur das Laden dauert länger als bei Repetierwaffen.  Der Vertikalblockverschluß eignet sich besonders für schwere Büchsen-Kaliber.
Solche Verschlüsse finden besonders bei einläufigen Einzelladebüchsen

WEITER -  Schloss, Patronenauszieher, Sicherung, Abzug und Stecher