Die wichtigsten Jagdgewehre

Unter Jagdwaffen werden alle Waffen verstanden, die laut Gesetz auf der Jagd benutzt werden dürfen. Grundsätzlich werden hierbei zwei Gruppen von Waffen unterschieden:
 a.) Schusswaffen
 b.) Blankwaffen (Messer)

Schusswaffen werden in folgende Jagdwaffen unterteilt:

Flinten (Schrotgewehre) sind Waffen für den Schrotschuss bestimmt

Büchsen (Kugelgewehre) sind für den Kugelschuss bestimmte Gewehre. Der Büchsenlauf hat innen die Züge ("gezogener Lauf") die dem Geschoss eine Drehung (Drall) um seine Achse geben und dadurch sein Überschlagen verhindern. Man unterscheidet Kipplaufbüchsen und Repetierer.
Kombinierte Waffen  sind Gewehre, bei denen Schrot- und Kugellauf (Läufe) miteinander verbunden sind z.B. Drillinge und Büchsflinten
Nach den Läufen unterscheidet man EINLÄUFIGE und MEHRLÄUFIGE Gewehre, wie Doppelflinte, Doppelbüchse, Büchsflinte, Drilling, Doppelbüchsdrilling, Vierling; ist das Laufpaar nicht nebeneinander, sondern übereinander angeordnet, so spricht man von Bockdoppelflinte usw. (siehe Skizze)
Blankwaffen: Pfeil und Bogen, Messer, Säbel, Degen, Dolche, Schwerter.........

Mit der Verbreitung der Jagd, die an vielen europäischen Adelshöfen gepflegt wurde, kamen am Ende des 15. Jahrhunderts spezielle, für die Jagd hergestellte Blanwaffen in Gebrauch. Der nun einsetzende Differenzierungsprozeß führte zur Herstellung von speziellen Waffen für den jeweiligen Jagdzweck. Ein deutlich gestiegener Aufwand bei der Jagd und das spezialisierte Handwerk förderten sowohl die Herstellung als auch den Absatz der Waffen. Das betraf die Blank- und die Feuerwaffen gleichermaßen. Blankwaffen wurden zum Töten und Zerlegen des Wildes, zum Abhauen von Ästen, oder für die Herrichtung eines Jagdstandes benötigt. Die Stangenwaffen dienten der Jagd auf Bären und Wildschweine. Die Einführung der Feuerwaffen am Anfang des 16. Jahrhunderts brachte einen tiefen Einschnitt in die Geschichte der Jagd und zog grundlegende Veränderungen der Jagdmethoden nach sich.

Obwohl die Feuerwaffen auf die Ausübung der Jagd wesentlichen Einfluß hatten, überwog im 16. und 17. Jahrhundert die Verwendung der Blankwaffen. Die ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts produzierten Jagdschwerter waren in erster Linie Stichwaffen, denn einem Wildschwein oder Bären konnte man mit Schwerthieben wenig anhaben. Vielmehr wurde das von den Hunden gestellte oder schon verwundete Wild mit einem gezielten Stich getötet. Einen angreifenden Eber mit einem Schwert zu töten, erforderte viel Mut und Geschicklichkeit. Gewöhnlich stieg der Reiter vom Pferd, umfaßte das Schwert mit zwei Händen und stützte sich auf das rechte Knie. In dieser Stellung erwartete er das herausstürmende Tier, das zwischen Hals und Schulter direkt ins Herz getroffen werden mußte, so daß es sofort tot zusammenbrach.

Für die geschilderten Zwecke hatte das Jagdschwert eine breite Rückenklinge, die oft erst im unteren Viertel zweischneidig zugeschliffen wurde. Damit die Waffe mit beiden Händen umfaßt werden konnte, findet man an den Jagdschwertern oft einen Griff "zur anderthalben Hand". Aus diesen Jagdschwertern entstanden vermutlich am Ende des 15. Jahrhunderts Blankwaffen, die nur für die Schweinsjagd geeignet waren. Man nimmt an, daß es sich hierbei um eine Erfindung Kaiser Maximilians I. handelt. Die Waffen sind überwiegend mit einem konventionellen Kreuzgefäß ausgestattet, das für die mittelalterlichen Schwerter üblich war. Lediglich die Klinge hatte eine besondere Form: die verbreiterten Vorderenden waren zweischneidig angeschliffen, während Dreiviertel der Klinge häufig aus einem stählernen Vierkant oder Rundstab bestanden. Hinter der Schneide saß ein kurzer Knebel, der das zu tiefe Eindringen des lanzettenförmigen Blattes verhindern sollte. Da das Schwert beim Reiten in einer Lederscheide getragen wurde, machte man die Querknebel beweglich, so daß sie sich erst beim Ziehen aus der Scheide aufrichteten. Nur wenige dieser speziellen Jagdwaffen sind erhalten geblieben