HANDHABUNG:

SPANNEN, LADEN, SICHERN, ENTSICHERN, STECHEN

LADEN: KIPPLAUFGEWEHRE macht man schußfertig, das heißt, man spannt und lädt sie, indem man mittels des Verschlußhebels den Laufverschluss öffnet, so daß die Läufe heruntergekippt werden. Die Patrone wird in das Patronenlager eingeführt, bis sich der Patronenboden in den Patronenauszieher einfügt.Durch das Zusammenklappen des Gewehres schließt sich der Verschluß. Nie schlage man den Verschluß schnell und gewaltsam zu.

SPANNEN:  Bei selbstspannenden Kipplaufgewehren haben sich die Schlosse beim Abkippen der Läufe gespannt. Nach Schließen des Verschlusses ist das geladene Gewehr also unmittelbar schußbereit. Soll nicht gleich geschossen werden, ist das Gewehr daher unbedingt zu sichern!

Kipplaufgewehre mit Handspannung werden durch das Abkippen der Läufe gespannt. Das geladene Gewehr ist also mit ungespannten Schlossen in höchst sicherem Zustand, braucht daher nicht gesichert werden. Erst unmittelbar vor dem Schuß wird das Schloß durch Betätigen der Spannvorrichtung (zurückziehen der Hähne gespannt.

Bei REPETIERBÜCHSEN werden durch Zurückziehen des Kammerverschlusses (siehe Foto), wobei die leere Patronenhülse ausgezogen und ausgeworfen wird, und durch dessen Vorschieben (neu laden und spannen) nachgeladen. Dieser Vorgang wird Repetierer genannt. Bei Repetierer öffnet man den Kammerverschluß, somit liegt die Mehrladevorrichtung (Magazin) frei, in die die Patrone eingelegt wird. Man soll die Patrone nicht direkt in das Patronenlager einführen, sondern sie , um konstruktionsbedingte Ladestörungen bei bestimmten Verschlußsystemen auszuschalten, grundsätzlich in das Magazin einlegen. Dann wird der Verschlußhebel wieder nach vorn geschoben - wobei aus dem Magazin eine Patrone in das Patronenlager gleitet - und der Verschluß verriegelt, indem der Verschlußhebel zur Seite herumgelegt wird. Gleichzeitig ist das Schloß gespannt worden. Deshalb darf abschließend (wen nicht sofort geschossen werden soll das Sichern nicht vergessen werden.

 Beim SELBSTLADEGEWEHR laden, selbsttätig durch die Ausnutzung des bei der Schußentwicklung entstehenden Rückstoßes oder Gasdruckes. Innerhalb von Zentelsekunden ist das Gewehr wieder schußfertig, ohne daß man aus dem Anschlag zu gehen braucht.  füllt man zuerst das Magazin mit Patronen auf. Sodann braucht man nur den Verschluß an seinem Griff zurückzuziehen und wieder nach vorn schnellen lassen,  und das Gewehr ist geladen und gespannt. Durch betätigen der Sicherungsvorrichtung (ähnlich wie beim Kipplaufgewehr) wird die Waffe GESICHERT.

SICHERN. SOBALD EINE PATRONE IN DAS PATRONENLAGER ODER IN DEN LAUF EINGEFÜHRT WURDE, IST DIE WAFFE SOFORT ZU SICHERN. BEIM LADEN DER WAFFE IMMER DEN LAUF VOM JAGDBEGLEITER ODER ANDEREN PERSONEN IN UNMITTELBARER NÄHE ABDREHEN!  Gerade beim pirschen, immer wieder nachkontrollieren, ob das Gewehr gesichert ist.

ENTSICHERN: Entsichert wird das Gewehr erst möglichst kurz vor Abgabe des Schusses. also nicht mit entsichertem Gewehr pirschen oder das entsicherte Gewehr auf dem Hochsitz neben sich stellen oder hängen, sondern erst im Anschlag entsichern (bzw. Handspanner spannen) ! Das gilt auch für die Flinte. Für den geübten Schützen geschieht das Anbacken der Flinte mit gleichzeitigem Vorschieben des Sicherungsschiebers durch den Daumen der rechten Hand auf den Kolbenhals in einer fließenden Bewegung, ohne daß durch das Entsichern eine Verzögerung eintritt. Kann der beabsichtigte Schuß nicht abgegeben werden, ist das Gewehr gleich wieder zu sichern,

STECHEN (einstechen) darf man ein Büchsenschloss auf jeden Fall erst im Anschlag, nachdem das Gewehr entsichert ist und unmittelbar bevor der Schuß abgegeben werden soll. Wird der Schuß nicht abgegeben, so ist das Gewehr zunächst wieder  zu sichern und dann sofort zu entstechen.

ENTSTECHEN: Hat man mit schußbereitem Gewehr in Anschlag gelegen und bereits eingestochen, kommt jedoch nicht dazu, den Schuß abzugeben, so muß man entstechen (abstechen), da ja jede feinste Berührung des Abzugs sowie jede Erschütterung des Gewehres den Schuß auslösen kann.  Auf jeden Fall muß vor dem Entstechen die Waffe wieder  gesichert werden! Außerdem ist zu empfehlen, nach dem Sichern und vor dem Entstechen noch den Verschluss zu öffnen. Läßt es die Bauart des Gewehres nicht zu, im gesicherten Zustand den Verschluß zu öffnen, so ist das Sichern vor dem Entstechen wichtiger als das Öffnen des Verschlusses. Es wäre sogar gefährlich, bei eingestochenem und entsichertem Schloß zunächst den Verschluss zu öffnen, da bei der dazu nötigen Hantierung bereits der Schuss brechen könnte. Hat man gesichert und den Verschluss geöffnet, so kann einfach entstochen werden, indem man den Abzug zieht. Dabei entsteht ein knackendes Geräusch.  

NACHLADEN:  Ist der Schuß abgegeben, muß nachgeladen werden. Das Kipplaufgewehr klappt man dazu auf, entnimmt die vom Patronenauszieher aus dem Patronenlager herausgezogene leere Patronenhülse und lädt die Waffe neu. Ejektor-Gewehre schleudern die leere Patronenhülse selbstständig sofort bei Öffnen des Verschlusses aus. Ist eine verschossene und eine leere Patrone um Patronenlager, so wird nur vom Ejektor die verschossene ausgeworfen, die nicht verschossene bleibt im Lauf.