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Wanderfalke

Der Wanderfalke (Falco peregrinus) ist der größte Falke. Er gehört zur Familie der Falkenartigen (Falconidae Im Vergleich zu den anderen heimischen Falken ist der Wanderfalke deutlich größer und sehr kräftig gebaut. Kopf und Rücken sind schiefergrau und die helle Bauchseite ist fein quergebändert. Markant ist der dunkle Bartstreif auf hellem Wangenuntergrund. Ähnlich wie beim Habicht ist die Brust beim Jungvogel längsgebändert und das Gefieder wirkt bräunlicher und geschuppt. Der Wanderfalke zählt zu den größten Vertretern der Familie und ist mit einer Spitzengeschwindigkeit von 320 km/h das schnellste Tier des Planeten. Der Wanderfalke ist ein Kosmopolit und die am weitesten verbreitete Vogelart der Welt; er besiedelt bis auf Antarktika alle Kontinente. Wanderfalken sind primär Felsbrüter und bewohnen in erster Linie gebirgige Landschaften aller Art sowie Steilküsten. In den letzten Jahrzehnten hat die Art in vielen Teilen des Verbreitungsgebietes auch Städte und Industrieanlagen mit ihren zahlreichen „Kunstfelsen“ besiedelt.
Anfang der 1970er Jahre war er durch unkontrollierten Pestizideinsatz in der Land- und Forstwirtschaft ausgerottet worden. Ein Wiederansiedlungsprogramm hat uns die Wanderfalken wiedergebracht. Von 1989 bis 1996 wurden am Lilienstein über siebzig in Gefangenschaft vermehrte junge Wanderfalken ausgewildert – als Ergebnis siedelte sich schon 1992 ein erstes Wanderfalkenpaar an. Im folgenden Jahr brüteten drei Paare erfolgreich und zogen fünf Jungfalken auf. 1996 lebten fünf und 1997 schon zehn Wanderfalkenpaare im Elbsandsteingebirge. Heute siedeln im gesamten Elbsandsteingebirge rund 30 Paare. Dies ist die doppelte Zahl aller je hier nachgewiesenen Bestände.

Verbreitung und Vorkommen: Der Wanderfalke ist Weltweit mit vielen Unterarten anzutreffen. Die Wanderfalken kann man heute in ganz Europa sehen. Der Wanderfalke ist bei uns das ganze Jahr über zu beobachten. Sie gehören zu unseren einheimischen Vogelarten. Insgesamt gibt es 39 verschiedene Falkenarten. Eine besondere Rolle haben Falken jedoch in den Vereinigten Arabischen Emirate inne. Die Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten verehren Falken. Oft behandeln sie die Greifvögel wie echte Familienmitglieder, die mit ihnen zusammenleben. Zweimal am Tag brauchen die Tiere einen “Ausflug”, sonst würden sie sich langweilen. Die sogenannte Falknerei betreiben sie aus Spaß. Und: weil sie damit Ansehen gewinnen. Die Jagd mit den stolzen Tieren wird mittlerweile als “Sport für Könige” bezeichnet

Fortpflanzung: Die hiesige Felslandschaft bietet viele ideale Brutreviere für den Wanderfalken. Wanderfalken sind im zweiten Kalenderjahr, also im Alter von etwa 9 Monaten, geschlechtsreif. Im Vorjahr geborene Individuen sind als Brutvögel in intakten Populationen aufgrund der großen innerartlichen Konkurrenz jedoch sehr selten.
Etwa ab Januar beginnt die meist nicht sehr auffällige Balz damit, dass die Revierpartner dicht nebeneinander auf Warten sitzen und bei gutem Wetter zusammen über dem Revier kreisen. Etwa 6 Wochen vor der Eiablage beginnt das Männchen das Weibchen mit Beute zu versorgen, das Weibchen ist dann kaum noch aktiv. Einige Wochen vor der Eiablage ist der Höhepunkt der Balz erreicht, sie besteht nun neben den Beuteübergaben vor allem aus dem „Nestzeigen“ des Männchens. Dieses kratzt an den potenziellen Brutplätzen eine Mulde und versucht das Weibchen durch lautes „akzicken“ dorthin zu locken.
Der Wanderfalke brütet schon seit Jahren auf einem Strommast. Das ist ein idealer Brutplatz für die Wanderfalken. Wanderfalken bauen wie alle Falken keine Nester. Dass Nachsehen haben die Fischadler, für die wurden die Nisthilfen auf den Strommasten angebracht. Der Wanderfalke hat nicht nur einen sicheren Brutplatz, sondern auch einen guten Ansitz zu jagen. Felsbrüter nutzen vorhandene kleine Höhlen oder Felsbänder sowie verlassene Nester von anderen in Felswänden brütenden größeren Vögeln, z. B. Kolkraben. Baumbrüter nutzen verlassene Nester von Greifvögeln, Reihern oder Kolkraben. Die Eiablage erfolgt in Mitteleuropa meist Mitte März bis Mitte April, ausnahmsweise bereits ab Ende Februar oder, vor allem bei Nachgelegen, bis Mitte Mai. Die Gelegegröße beträgt meist 3–4 (1–5) Eier. Die Eier sind recht rundlich, messen im Mittel etwa 51 × 41 mm und wiegen 39–48 g. Sie sind auf gelblichem Grund sehr dicht rot- oder gelbbraun gefleckt und wirken daher aus größerer Entfernung oft einfarbig braun. Die Brutdauer beträgt 34–38 Tage. Die Jungvögel fliegen mit etwa 42 Tagen (Männchen) bzw. 46 Tagen (Weibchen) aus. Die Jungvögel bleiben meist etwa 4 bis 6 Wochen im Revier der Eltern und wandern dann ab. Wanderfalken erreichen ein Maximalalter von über 15 Jahren, das nachgewiesene Höchstalter liegt bei fast 18 Jahren.

Stimme des Wanderfalken: Außerhalb des Nestbereichs ist der Wanderfalke meist stumm. Warn- und Kontaktruf ein raues Gackern mittleren Tempos, beharrlich zeternd, manchmal lange wiederholt “rähk rähk rähk rähk…”, oft im Flug geäußert, auch zweisilbig schneidend “IH-tschipp”; Bettelruf vibrierend “kji’i’ih”.

Jagd: Wanderfalken sind hochspezialisierte Vogeljäger; die Nahrung besteht fast ausschließlich aus kleinen bis mittelgroßen Vögeln, die im freien Luftraum erjagt werden. Die Sturzflüge aus großen Höhen bei der Jagd und die dabei erreichten hohen Geschwindigkeiten sind spektakulär. gemacht. Zuerst verpasst er ihr einen ordentlichen Tritt. Ja, tatsächlich! Das Tier ist daraufhin zumindest benommen, wenn nicht schon tot. Dann schnappt sich der Wanderfalke das Tier noch in der Luft oder liest es vom Boden auf. Mit dem krummen, aber sehr scharfen Schnabel rupft er vor dem Fressen die Federn vom Beutetier. An den Fängen ist die Mittelzehe besonders lang ausgeprägt und mit “Haltenoppen” versehen, was für Vogeljäger charakteristisch ist.

 

Wanderfalke Steckbrief:

Wissenschaftlicher Name: Falco peregrinus
Art: Wanderfalke
Italienischer Name: Falco Pellegrino
Familie: Falkenartige (Falconidae)
Gattung: Falken (Falco)
Geschlechtsbestimmung: Weibchen sind größer
Größe: Weibchen: 50 cm, Männchen: 38 cm
Gewicht: Weibchen: bis 1300 g, Männchen: 600-800 g
Flügelspannweite: Weibchen 115 cm, Männchen 100 cm
Brut: 1 Jahresbrut
Fortpflanzung/Paarungszeit: Februar bis April
Brutzeit: März bis April
Brutplatz: im Baum, auf Felswänden, am Gebäude, auf dem Boden, im Nistkasten, in Nisthilfen
Eier/Gelegegröße: 2-5
Brutdauer: 32-34 Tage
Nestlingsdauer: 42 Tage
Nahrung: Vögel
Alter: Lebenserwartung 15 Jahre
Geschwindigkeit: über 350 Km/h
Zugvogel: Ja / in Deutschland Standvogel
Liste der Feinde: Habicht, Steinmarder, Uhu, Möwen, Menschen, Klimawandel, Wetter, Infektionskrankheiten, Parasiten, Federmilben
Merkmale: Schnelligkeit, Spitz zulaufende Flügel, angewinkelte Flügel im Sturzflug, dunkle Backenstreifen, Augen gelb eingefasst
Lebensraum: Felslandschaften, Steinbrüche, Felsige Küsten, Flussläufe, Städte, Wälder
Eigenschaften: Tagaktiv, ist sehr schnell, kann sehr gut sehen, frisst vorwiegend Vögel, lebenslange Partnerschaft