Jagdaufsicht

Für das Jagdwesen in der Provinz Bozen sind folgende Behörden zuständig: 

Das soziale Revierjagdsystem kommt in den 145 Revieren kraft Gesetzes zur Anwendung, welche 82% der Landesfläche einnehmen. Hinzu kommen 51 Eigenjagdreviere, welche ca. 2% der Landesfläche ausmachen. In diesen ist das Recht zur Jagdausübung auf den Grundeigentümer beschränkt, welcher aber auch die Möglichkeit hat, die Jagd zu verpachten. Jene Gebiete, in denen in Südtirol die Jagd verboten ist (Nationalpark Stilfser Joch) oder Beschränkungen unterliegt (Domänen – Wildschutzgebiete), nehmen rund 16% der Landesfläche ein. Organisatorisch sind die Jagdreviere kraft Gesetzes in 8 Jagdbezirken zusammengeschlossen. Die Größe der einzelnen Reviere ist sehr unterschiedlich; mit 30.000 ha stellt Sarntal das größte Revier dar und ist somit mehr als 100 mal so groß als jenes von Waidbruck mit nur 230 ha. Die durchschnittliche Reviergröße von 4.500 ha ermöglicht in den meisten Revieren eine sinnvolle Wildbewirtschaftung. Rund 6.150 Südtiroler Jäger sind Mitglied in einem Revier kraft Gesetzes; dem einzelnen Jäger steht somit im Durchschnitt eine Jagdfläche von 100 ha zur Verfügung.

Die rechtlichen Bestimmungen über die Jagdausübung in Südtirol sind im Landesgesetz vom 17. Juli 1987, Nr. 14, in geltender Fassung, enthalten.

1.) Oberste Jagdbehörde ist der Landesausschuß, bei welchem das Amt für Jagd und Fischerei eingerichtet ist. Folgende Zuständigkeiten im Bereich der Jagd übt der Landesausschuss selbst bzw. über das Amt für Jagd und Fischerei aus: 

1.)  Gesetzmäßigkeitskontrolle über die vom Landesjagdverband erlassenen technischen Richtlinien sowie über die von diesem getroffenen Verwaltungsmaßnahmen. 
2.)  Verhütung von Wildschäden
3.)  Regelung der Jagd im Gebiet des Nationalparks Stilfserjoch. 
4.)  Jagdaufsicht und Ahndung von Übertretungen des Jagdgesetzes (Amt) 

 Dem Landesjagdverband ist durch das Regionalgesetz nr. 30 vom 7.9.1964 die Verwaltung der Reviere von Rechts wegen (ehemalige Gemeindereviere) übertragen.  Die Aufgaben und Befugnisse des Landesjagdverbandes in der Verwaltung der Reviere von Rechts wegen sind in den Durchführungsbestimmungen zum Jagdgesetz der Region festgelegt. Dazu gehören unter anderem: 

1.)  Die Ausstellung der Jagdkarten 
2.)  Der Erlaß von Vorschriften zur Regelung der Jagdausübung auf Landesebene (Landesjagdordnungen) und für die einzelnen Reviere (Interne Jagdordnungen); alle diese Vorschriften sind nur dann gültig, wenn sie die Gesetzmäßigkeitskontrolle des Landesausschusses bestanden haben; 
3.)  Die Möglichkeit bei Übertretungen des Jagdgesetzes oder der geltenden jagdlichen Vorschriften Disziplinarstrafen zu verhängen.  Die vorgesehenen Disziplinarstrafen sind: 
a.)  schriftliche Rüge
b.)  Entzug der Jagdkarte für eine Zeit von 1 bis 3 Jahren 
c.)  Entzug der Jagdkarte auf unbestimmte Zeit 

 Interne Jagdordnungen der betreffenden Reviere,  haben seine Gültigkeit sofern diese mehrheitlich von den Mitgliedern des betreffenden Reviers angenommen – und vom Südtiroler Jagdverband bestätigt werden.

Der Jagdschutz und im besonderen  die – Aufsicht über die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften obliegt den hauptberuflichen und freiwilligen Jagdaufsehern der Landesregierung, der Vereinigung sowie den Eigenjagdverwaltern. Die Aufsicht obliegt ferner den Organen der Forstpolizei sowie den Offizieren und Beamten der Gerichtspolizei. Für je 10.000 Hektar Jagdfläche ist auf jeden Fall mindestens ein hauptberuflicher Jagdaufseher zu ernennen. Es besteht somit die Möglichkeit für kleinere Jagdreviere, dass ein Jagdaufseher mehrere Jagdreviere betreut.