Weidwerk

Jagd ist das Aufspüren, Verfolgen, Fangen und Erlegen von Wild durch Jäger. In der deutschen Jägersprache traditionell auch Weidwerk oder seltener Waidwerk genannt, ist die Jagd das Handwerk des Jägers. 

Kontakt

DIE 14 REGELN ZUR WAIDGERECHTEN

Jagdausübung

Schon in der Altsteinzeit wurde von Menschen gejagt – „Jäger und Sammler“ ist die gängige Bezeichnung für die Menschen dieser Zeit. Die Jagd diente hauptsächlich zur Nahrungsversorgung und lieferte neben Fleisch wertvolle tierische Nebenprodukte wie Knochen für Werkzeuge oder auch Flöten und Kunstwerke und Felle als Bekleidung, für Schuhe, für Decken, Behausungen (Zelte) und Tragetaschen, sowie Sehnen zum Nähen und für Bögen.

Die Jagd sowie das Sammeln als Überlebensgrundlage prägten den Menschen. Betrachtet man heute das Verhalten des Menschen unter dem Aspekt ‘Jagd’ bzw. ‘Sammeln’, muss man feststellen, dass beides nach wie vor sehr ausgeprägt ist – sei es die Jagd auf das „Schnäppchen“ oder das Sammeln welcher Dinge auch immer.

Mit der zunehmenden Sesshaftigkeit und der damit verbundenen Domestizierung von Tieren trat die Jagd mit all ihren Gefahren und Erschwernissen als Lebensgrundlage bei weiten Teilen der Bevölkerung zunehmend in den Hintergrund. Schon in den antiken Hochkulturen wurde die Jagd auch als Freizeitvergnügen betrachtet. Es gab jagdbezogene Kulte für Gottheiten, denen das Jagen besonders geheiligt war – so die griechische Göttin Artemis und die römische Göttin Diana. Besonders erstaunlich dabei ist, dass die Jagd als Männerdomäne keinen Gott, sondern eine Göttin als ‘Patronin’ hatte. Auch unter den Heiligen der katholischen Kirche gibt es einen Patron der Jäger, den Hl. Hubertus. Neben ihm gab und gibt es z. B. mit dem Heiligen Martin, dem heiligen Germanus von Auxerre oder in den osteuropäischen Ländern mit dem heiligen Heiligen Iwan allerdings noch andere Heilige, die als Schutzpatrone der Jagd verehrt werden.

Bis ins Mittelalter wurde die Jagd immer mehr zum Privileg des Adels sowie staatlicher und kirchlicher Würdenträger. Aus dem Mittelalter stammt auch die Unterscheidung zwischen „hoher Jagd“ – der dem Adel vorbehaltenen Jagd auf Hochwild – und „niederer Jagd“ (für den niederen Klerus etc.) auf kleinere Tiere wie Hasen und Federwild sowie Rehwild, das als einzige Schalenwildart dem (Niederwild) angehört. Bezirke, in denen der König oder ein anderer Fürst das Jagdrecht für sich alleine beanspruchte wurden als Wildbann bezeichnet. In den entstehenden deutschen Territorialstaaten ab 1500 kam das „Eingestellte Jagen“ auf, eine Art Treibjagd, bei der wochenlang viele Tiere zusammengetrieben wurden, diese wurden dann vom fürstlichen Jagdherren alleine oder mit einigen Gästen getötet. Im 18. Jahrhundert wurde aus Frankreich die Parforcejagd eingeführt: eine Meute Hunde verfolgt ein einzelnes ausgesuchtes Stück Wild und wird von berittenen Jägern begleitet.

Prinzipiell ist die Jagd ein Handwerk bzw. ein Lehrberuf. Der Berufsjäger braucht also für seinen Lebensunterhalt eine Anstellung. Entstanden im Mittelalter gibt es die Beschäftigung als Berufsjäger noch heute. Der Berufsjäger führt dabei jagdliche und hegerische Tätigkeiten aus, die im Sinne seines Arbeitgebers sind, wobei letzterer sich häufig den Abschuss gerade trophäentragenden Wildes vorbehält. Allerdings ist die Zahl der Reviere, die zum einen groß genug und zum anderen finanzkräftig genug sind, um einen Berufsjäger zu beschäftigen, relativ klein. Deshalb ist auch die Zahl der Berufsjäger recht gering. In allen anderen Revieren wird die Jagd heute von Jägern ausgeübt, die selber das Jagdrecht, ein Revier gepachtet oder vom Jagdpächter oder Jagdausübungsberechtigten eine Jagderlaubnis erhalten haben. Dabei spielen Gesellschaftsjagden, bei denen gleichzeitig mit einer relativ großen Anzahl an Jagdgästen Wild bejagt wird, eine nicht unerhebliche Rolle.

DIE 15 REGELN EINES GUTEN JÄGERS

1.) Habe Achtung vor der Natur und ihren Geschöpfen,. Dazu gehört, daß das Wohl des Ganzen (gesunder Wildbestand, richtige Wilddichte) über dem Schicksal des einzelnen Tieres steht!
2.) Sei trotz des oft notwendig harten Waidwerks dort, wo es am Platze ist, als Jäger ein echter Tierschützer und Freund der Kreatur!
3.) Nicht viel Wild, sondern gesundes und starkes Wild halten; dies gilt vor allem für das Schalenwild
4.) Halte gute Kameradschaft mit deinen Jagdnachbarn und jage nicht mit Vorliebe an der Grenze!
5.) Mache dich frei vom Jagd- und Schussneid! Freue dich vielmehr mit jedem, der wie du Freude an der Jagd haben darf, und über jedes jagdliche Erlebnis, das dein Gefährte hat
6.) Sieh nicht in jedem stillen Wanderer, der durch das Revier kommt, ein Störenfried! Auch er freut sich über das Wild, das er sieht.
7.) Treib keinen übertriebenen Trophäenkult! Der beste Jäger ist nicht immer der, der die beste Trophäe erbeutet. Es gehört Glück und Erfolg dazu.
8.) Übe große Vorsicht im Gebrauch der Schusswaffe und vermeide jede Gefährdung von Mensch und Tier! Halte deine Waffe sauber, denn es ist Dein Werkzeug
9.) Schieße erst, wenn du das Stück Wild, dem dein Schuß gilt, genau angesprochen hast und wenn du dich überzeugt hast, daß sich niemand in der Schußrichtung aufhält!
10.) Schieße nur auf Entfernungen, innerhalb deren gute Treffsicherheit und Wirkung des Schusses gewiß ist!
11.) Ist ein Stück Wild krankgeschossen, mache dich niemals aus dem “Staub”, sondern führe die Nachsuche mit allen zweckdienlichen Mitteln durch, bis es zur Strecke gebracht ist oder Gewissheit besteht, daß es ohne Schaden geblieben ist.
12.) Hege auch das Wild, das das ganze Jahr Schonzeit hat, genauso wie das, das du erlegen darfst, und kümmere dich um alle freilebenden Tiere in deinem Revier!
13.) Trage jeden Pirschgang (Niederwild) in deinem Jagdkalender ein, und mache auch ehrliche Angaben im Abschlussplan und in der Nachweisung der Jagdstrecke
14.) Halte dich an die Jagdvorschriften, wie Deine Jagdkameraden, auch wenn du in der Revierverwaltung ein “höhere Position” einnimmst!
15.) Vermeide das unnütze Befahren von gesperrten Forststrassen, auch wenn Du im Besitz der Durchfahrtsgenehmigung bist.

Wir unterscheiden folgende Jagdarten:

Pirsch Einzeljagd
Der Jäger geht leise, aufmerksam und langsam durch das Revier. es muss darauf geachtet werden das man den richtigen Wind hat. Laut eines alten Jägerspruchs heißt es ” Pirschen gehen, heißt Pirschen stehen “. Es werden immer wieder Beobachtungs- pausen eingelegt.
Anstand
Der Jäger in Deckung an. Meist an Waldwiesen oder an Schlafbäumen von Ringeltauben. Der Anstand wird auch ausgeübt, bei einen langen Pirschgang.
Ansitz
Der Ansitz ist fast genauso wie der Anstand, jedoch sitzend und oft mit einer Ansitzeinrichtung. Dazu zählen: Schirm, Leitersitz, Kanzelleiter, offener Hochsitz, Kanzel und die geschlossene Kanzel.
Baujagd
Teckel und Terrier werden zur Baujagd, z.B. auf den Fuchs oder Dachs, eingesetzt. Das Raubwild wird von den Hunden aus dem Bau getrieben.
Mit einem Frettchen (domestizierte Iltisse), wird beim “Frettieren” das gleiche Ziel, z.B. bei Kaninchen, verfolgt.
Bewegungsjagd
Überbegriff für alle Jagdarten, bei denen das Wild von Treibern (Drückern) oder Hunden beunruhigt und aus den Tageseinständen getrieben oder aufgescheucht wird, also Treibjagd, Drückjagd, Riegeljagd und Stöberjagd.
Buschieren
Im gut bewachsenem aber noch übersichtlichem Gelände, zeigt der Vorstehhund dem Jäger den Standort des Wildes an.
Drückjagd
Bei einer Drückjagd gehen mehrere Treiber – mit oder ohne Begleitung von Hunden – durch das zu bejagende Gebiet, um die Wildtiere in Bewegung zu bringen und aus den Einständen zu „drücken“. Das Wild wird im Gegensatz zur Treibjagd nicht hochflüchtig aus seinen Einständen getrieben, sondern zieht in gemäßigtem Tempo durch das bejagte Gebiet. Das Wild kommt zumeist auf seinen gewohnten Wechseln auf die wartenden Jäger zu, so dass diese ausreichend Zeit haben, das Wild zu beurteilen und zu erlegen. Die Jäger warten auf das Wild in der Nähe von dessen Einständen an festgelegten Ständen. Bei Drückjagden wird vorwiegend Schalenwild , aber auch Fuchs und Hase bejagt.
Fallen und Fangjagd
Der Jäger kann so in befriedeten Gebieten Jagen. Ansonsten kann nicht effektiv genug gejagt werden, und diese Jagdart sielt somit eine untergeordnete Rolle.
Gesellschaftsjagd Treibjagd
Es Gibt verschiedene Arten von Treibjagden. Zu dieser Art des Jagen gehört: Die Streife, das Kesseltreiben, das Standtreiben, die Drück- oder Riegeljagd, und die Ansitzdrückjagd.
Hochjagd
Jagd auf Gamsbock, Steinbock, Hirsch.
Pirsch- und Ansitzjagd ist hier von Bedeutung.
Jagen mit dem Hund
Der Hund ist ein oft unentbehrlicher Helfer bei der Jagdausübung. Ein gut abgerichteter Jagdhund stört bei keiner Einzeljagd. Er kann uns sogar bei der Pirsch zum Beispiel auf viele Dinge aufmerksam machen. Typische Hundejagdarten sind Brackieren, Buschieren, Stöbern, Wasserjagd und Erdjagd.
Lockjagd
Das Wild wird vom Jäger angelockt. Die Lockjagd wird auch Reizjagd genannt, da der Jäger auf die verschiedenen Reize des Wildes wirkt. Zu den Lockarten gehören akustische Jagd, optische Jagd, und geruchliche Jagd.
Pirschjagd
Schönste, aber auch die schwierigste Jagdausübung.
Hierbei zählen Erfahrungen und Kenntnisse des Jägers, aber auch die richtige Deutung von Wildfährten.
Stöberjagd
Der spurlaute Stöberhund sucht das Gelände selbstständig nach Wild ab und treibt es dem Jäger zu.
Suchjagd
Der Vorstehhund sucht ein freies Feld nach Wild ab, welches er dann dem Jäger durch vorstehen anzeigt und nach dem Schuss apportiert.