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Eulen

Aufgrund ihrer nächtlichen Lebensweise und der damit verbundenen Fähigkeiten haben Eulen für uns Menschen schon immer eine besondere Rolle gespielt. Unser Verhältnis zu ihnen ist ambivalent und geprägt von Aberglaube und Symbolik.
  • Totenvogel und “Wilde Jagd”
  • Nicht verwandt mit den Greifvögeln
  • Nächtliche Jäger mit scharfen Sinnen
  • Geräuschlose Flieger mit Wendezehe
  • Verräterische Gewölle
  • Ansitz- oder Pirschjäger

Totenvogel und “Wilde Jagd” –  Bereits im antiken Rom glaubten viele, dass der Eulenruf den nahen Tod eines Menschen voraussagt. Diesen Ruf haben die Eulen lange nicht verloren. Auch im Mittelalter galten sie als “Totenvögel”. Dabei wurde ihnen zum Verhängnis, dass Steinkäuze des öfteren nachts um die Häuser flogen, in denen eine Totenwache stattfand. Dass die Käuze nur die Insekten jagten, die vom Kerzenlicht der Bewohner angelockt wurden, war den Menschen damals nicht klar. Statt dessen wurden die “Kuwitt, kuwitt”-Rufe der Käuze als “Komm mit” (ins Jenseits) gedeutet.
Das Heulen des häufig vorkommenden Waldkauzes und der als “Hohnlachen” empfundene Balzgesang des männlichen Uhus (uhu uhu uhuhuhuhoho) galt vielen als “Wilde Jagd”, also als nächtlich dahinstürmendes Geisterheer.
Das Image der Eulen war entsprechend schlecht: Man hielt sie für Überbringer von Seuchen und Unglück, Handlanger von Hexen und des Teufels. Kein Wunder, dass man sich der Vögel am liebsten entledigen wollte. Noch im 20. Jahrhundert wurden lebende Eulen mit ausgebreiteten Flügeln an Scheunentore genagelt. Viele Landbewohner glaubten, ihren Hof so vor Blitzschlag, Feuer, Hagel und Seuchen schützen zu können. Als Kreaturen der Nacht waren Eulen vielen Menschen unheimlich. Ebenso dichtet man ihnen aber seit Jahrtausenden besondere Klugheit an: Ihr Aussehen erinnert an einen Menschen mit Brille, bei dem man assoziiert, dass er viel liest und ebenso viel weiß. Deshalb findet man Eulen häufig dort als Wappentier oder Logo, wo es um Wissen geht – beispielsweise in Wappen von Schulen, Universitäten oder Verlagen.
In Büchern blickt die Eule von den früher oft gebrauchten Exlibris-Zeichen, womit der Besitzer stolz zeigt hat, dass dieses Buch ihm gehört. Der gesichtshafte Ausdruck der Eule hat vor allem mit ihrem Schleier zu tun – das Federkleid am Kopf, das maßgeblich zum Erfolg der Jagd beiträgt.
Auch imantiken Athen war die Eule das Symbol für Weisheit. Aus dieser Zeit rührt die Redewendung “Das wäre wie Eulen nach Athen tragen”, was etwas Unsinniges, Überflüssiges zu tun bedeutet. Die Griechen sind ihrer Eule bis heute treu geblieben und haben sie auf die Rückseite der griechischen Ein-Euro-Münze geprägt.
Die Griechen haben ein langes positives Verhältnis zu Eulen

Nicht verwandt mit den Greifvögeln – Für den Naturfreund sind Eulen wegen ihrer Lebensweise besonders interessante Tiere. Denn die Nachtvögel erscheinen nicht nur uns ungewöhnlich, sie verfügen über eine ganze Reihe von Merkmalen, die ihnen auch objektiv eine Sonderstellung zuweisen. Im Grunde besetzen Eulen die gleiche ökologische Nische wie Greifvögel – nur dass sie im Gegensatz zu diesen in der Nacht jagen. Trotz scharfer Krallen und Hakenschnabel: Obwohl die Eulen viele äußerliche Merkmale mit Greifvögeln wie Adler, Falke oder Habicht teilen, sind sie mit ihnen nicht unmittelbar verwandt. Es ist wohl die ähnliche Jagdweise, die während der Evolution zu dieser äußeren Übereinstimmung geführt hat. Scharfer Hakenschnabel, aber kein Greifvogel: der Uhu

Nächtliche Jäger mit scharfen Sinnen – Eulen haben sehr viele Sehzellen, Stäbchen auf der Netzhaut und nehmen auch bei schwachem Licht noch Beutetiere wahr. Ihre Augen sind sehr viel lichtempfindlicher als die des Menschen. Diese sind, anders als bei anderen Vögeln, nicht seitlich angebracht, sondern schauen nach vorne.
Sie sind zudem unbeweglich, da der Augapfel fest mit dem Schädelknochen verwachsen ist. Dies führt zum typischen starren Eulenblick. Diesen Nachteil gleicht die Eule aber durch eine enorme Beweglichkeit des Kopfes aus. Ohne den Körper zu bewegen, kann eine Eule über die gegenüberliegende Schulter blicken. Sie vollbringt dabei eine Drehung von 270 Grad.
Die Sehfelder beider Augen überlappen, was zu einem sehr guten Abschätzen von Entfernungen und zu dreidimensionalem Sehen führt.  Durchdringender Blick, auch bei Dunkelheit – Eulen sehen räumlich sehr gut. Deshalb können sie die Geschwindigkeit der Beute und die Entfernung zu ihr richtig einschätzen, was für eine erfolgreiche Jagd unabdingbar ist. Die Ohren sind bei Eulen schlitzartig und seitlich am Kopf angeordnet. Bei vielen Arten liegt die rechte Ohröffnung etwas höher als die linke. Der Gesichtsschleier lenkt den Schall zusätzlich in Richtung Ohröffnungen und verstärkt ihn. So können Eulen ihre Beute sehr gut akustisch orten, verfügen über eine ausgezeichnete Raumorientierung. Weil die Empfindlichkeit ihres Gehörs in höheren Frequenzbereichen besonders stark ausgeprägt ist, kann eine Eule Mäuse auch noch unter einem halben Meter Schnee rascheln hören.  Geräuschlose Flieger mit Wendezehe. An den Füßen haben Eulen – im Gegensatz zu Greifvögeln – eine Wendezehe. Diese kann sowohl nach vorne als auch nach hinten gedreht werden. Die Zeheninnenseiten haben Papillen, hornartige kleine Knötchen, mit denen die Tiere sicher tasten und greifen. Eulen können nahezu geräuschlos fliegen. Ihre Federn haben keine festen Kanten wie die anderer Vögel, sondern sie weisen eine Zahnung auf. Die weichen, leicht ausgefransten Kanten und eine samtige Oberfläche des Gefieders dämpfen das Geräusch der sich aneinanderreihenden Federn und der Luft, die durch die Federn rauscht. Hinzu kommt eine relativ große Spannweite der Flügel, die den Nachttieren einen sanften Flug auf leisen Schwingen ermöglicht.
Eulen haben eine große Flügelspannweite.

Verräterische Gewölle – Hauptbeutetiere der Eulen sind verschiedene Arten von Mäusen. Besonders häufig jagen sie die relativ träge Wühlmaus. Daneben erbeuten sie auch andere Vögel, größere Eulen fressen sogar auch kleinere Eulenarten.
Der mächtige Uhu erlegt sogar Tiere bis zur Größe eines Hasen oder eines Rehkitzes. Besonders gerne mag er Igel, die er geschickt aushöhlt, sodass nur die Haut mit den Stacheln übrig bleibt. Kleinere Eulenarten wie Zwergohreule oder Steinkauz ernähren sich auch von Würmern und Insekten.
Was Eulen fressen, lässt sich vor allem anhand der Knochen in ihren Gewöllen erkennen, also den unverdaut wieder hervorgewürgten Fraßresten.
Im Gegensatz Greifvögel-Gewöllen findet man in Eulengewöllen viele Knochen, da ihre Magensäure weniger konzentriert ist und die Reste der Beute nicht so stark zersetzt werden.
Ansitz- oder Pirschjäger – Eulen kennen zwei verschiedene Jagdmethoden: Ansitz- und Pirschjagd. Arten, die im Wald leben, jagen von einem Ansitz aus. Sie warten meist auf einem Ast oder einem Felsen, bis sie ein Beutetier erspähen.  Auf die Pirsch fliegen Eulen, die in offenen Landschaften jagen. Die Beute wird dabei aus dem Flug heraus geortet. Bei beiden Jagdmethoden muss die Eule fliegen, um die Beute zu ergreifen. Dabei wird der Flug kurz vor dem Zupacken abgebremst, die Beine werden nach vorne gestreckt, die Zehen gespreizt. Die Eule tötet ihre Beute anschließend mit einem schnellen Biss.

Text: Von Andreas Kohler und Almut Roehrl

 

Der Steinkauz

Der Steinkauz

Kennzeichen: 
Der Steinkauz ist mit einer Größe von ca. 22 cm und einer Flügelspannweite von 55 – 60 cm kleiner als eine Taube. Männchen und Weibchen sind gleich groß. Das Männchen wiegt mit etwa 180 g annähernd soviel wie das Weibchen (200 g). Der Steinkauz ist eine kleine, gedrungene und kurzschwänzige Eule mit flachem Oberkopf, großen gelben Augen und weißen Streifen über den Augen, die wie Augenbrauen wirken. Oberseits ist er dunkelbraun mit hellen Flecken. Das Brustgefieder ist gelblichweiß mit dichten braunen Längsflecken. Die Beine sind weißlich befedert. Im Gegensatz zu den meisten anderen Eulen ist der Steinkauz häufig auch am Tage zu beobachten. Er sitzt gerne in der Sonne und jagt oft auch schon am Nachmittag. Hauptsächlich ist er jedoch von Sonnenuntergang bis Mitternacht und in den frühen Morgenstunden unterwegs. Auffällig ist auch der niedrige, wellenförmige Flug, der dem des Spechtes ähnelt. Wird er argwöhnisch, knickst und verbeugt er sich in schneller Folge und gleicht einem kleinen Kobold, was ihm im Volksmund die Namen Quäkerle, Klawittchen und Wichtl eingebracht hat. Leider sind sein monotoner Reviergesang und miauender Lockruf nur noch selten zu hören.

Fortpflanzung: Der Steinkauz lebt häufig in Dauerehe und ist sehr brutplatztreu. Er brütet bevorzugt in natürlichen Höhlungen von Kopfweiden und alten Obstbäumen, daneben auch in Mauerlöchern oder auf Dachböden. Heute ist er vielfach auf mardersichere Spezialniströhren angewiesen. Nach der Balz Ende Februar bis Mitte April werden im April/Mai 3 – 7 Eier gelegt. Nach einer Brutzeit von 24 – 28 Tagen verbleiben die Jungen 30 – 35 Tage im Nest. Etwa 1 Woche nach Verlassen der Bruthöhle können sie fliegen. Sie werden jedoch noch weitere 5 Wochen von den Eltern versorgt, bis sie das elterliche Revier verlassen.

Der Steinkauz

Nahrung: Der Steinkauz ernährt sich vorwiegend von Feldmäusen. Daneben werden andere Kleinsäuger, Kriechtiere und Lurche erbeutet. Als Nahrungsersatz bei geringem Feldmausvorkommen werden Vögel erjagt. Der Steinkauz frisst auch gerne Regenwürmer, die eine beliebte Aufzuchtsnahrung sind. Der Steinkauz ist Ansitzjäger, jagt jedoch auch im niedrigen Flug und zu Fuß.

Lebensraum und Vorkommen: Der Steinkauz bevorzugt offenes und ebenes Gelände. Der ideale Lebensraum sind daher Kopfweidenbestände, Parkanlagen, Feldgehölze und Obstgärten mit alten Baumbeständen in offener Kulturlandschaft. Der Steinkauz fehlt weitestgehend in den nördlichen Teilen Europas. In Mitteleuropa ist der Steinkauzbestand rückläufig. Der Steinkauz ist ein Ganzjahresvogel.

Gefährdung: Der Steinkauz kann ein Alter von 15 Jahren erreichen. Der Bestand des Steinkauzes ist durch Rodung alter Obstbäume und Kopfweiden sowie durch Flurbereinigung, Intensivierung der Landwirtschaft und großflächige Umwandlung von Dauergrünland in Ackerland gefährdet. Durch den Verlust der Brutplätze und Tageseinstände und auch der Nahrungsgrundlage geht der Steinkauzbestand drastisch zurück.

Stimme:

Interessantes
Der Steinkauz galt früher als Unglücks- und Todesvogel. Sein gellender “kuwitt”-Ruf wurde als “Komm mit” gedeutet und so kündete seine Stimme Tod und Verderben.

Quelle: Eulenwelt.de

Die Zwergohreule

Kennzeichen: Die Zwergohreule ist die kleinste Ohreule und nur etwa halb so groß wie Wald- und Sumpfohreule. Mit 19-20 cm Größe und einer Spannweite von 49-54 cm ist sie etwas größer als der Sperlingskauz, jedoch kleiner und schlanker als der Steinkauz. Männchen und Weibchen sind etwa gleich schwer (80-100 g) und äußerlich nur durch Stimme und Verhalten zu unterscheiden. Durch das rindenfarbige Gefieder ist sie am Tagesruheplatz gut geschützt und kaum zu entdecken. Nachzuweisen ist sie vor allem durch die auffallenden monotonen, nächtlichen Reviergesänge von April bis Juni. Die Zwergohreule ist auf den Flügel graubraun, am Bauchgefieder hellgrau gefärbt, jeweils mit feinen dunklen Längsstreifen. Die Federohren sind relativ kurz und werden häufig angelegt. Die Augen sind zitronengelb, der Schnabel grau. Die Zehen sind nicht befiedert. Die Flügel sind auffallend lang, der Schwanz ist relativ kurz. Die Zwergohreule ist ausschließlich dämmerungs- und nachtaktiv, vorwiegend vor Mitternacht.

ZwergohreuleFortpflanzung; Die Zwergohreule ist Höhlenbrüter. Als Brutplatz dienen natürliche Baumhöhlen, alte Spechthöhlen, Mauerlöcher und auch Nistkästen. Die Pärchen leben in der Regel in monogamer Saisonehe. Von April bis Juni werden 3-7 Eier gelegt, die ab dem 3.Ei bebrütet werden. An die Brutdauer von 23-26 Tagen schließt sich eine Nestlingsdauer von 21-29 Tagen an. Das Weibchen brütet und füttert die Jungen, bis sie 18 Tage alt sind. Danach jagen beide Eltern gemeinsam und versorgen die Jungen. Diese sind erst im Alter von 33 Tagen voll flugfähig und werden noch 4-6 Wochen von den Eltern betreut.

Nahrung; Die Zwergohreule ernährt sich vorwiegend von Insekten, Spinnen, Regenwürmern und Asseln, daneben auch von Kleinvögeln, Laubfröschen und Mäusen. Sie ist vorwiegend Ansitzjäger, nimmt ihre Beute aber auch von Zweigen oder Blättern auf. Insekten verfolgt sie im Zickzackflug und zwingt sie zur Landung. Regenwürmer erbeutet sie zu Fuß und zieht sie aus dem Boden.

Lebensraum und Vorkommen: Die Zwergohreule siedelt in warmer und trockener, abwechslungsreicher Landschaft mit alten Bäumen. Sie bewohnt Obstgärten, Parkanlagen, Feldgehölze und Randzonen lichter Laubwälder. Die Zwergohreule ist weit verbreitet in den Mittelmeerländern. Die nördliche Grenze der Verbreitung in Europa verläuft durch Mittelfrankreich und das Elsaß, die Südschweiz, Österreich, Ungarn, die Südslowakei, Rumänien, die Ukraine und Mitttelrußland. In Deutschland gab es 3 Brutnachweise in 100 Jahren. In neuerer Zeit wurden Vorkommen in Bayern, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Westfalen und Württemberg bekannt. Während die Zwergohreule in Südeuropa Standvogel ist, ist sie in Mitteleuropa Zugvogel, der in der Savannenzone Afrikas überwintert.

Gefährdung: Die Lebenserwartung der Zwergohreule liegt im Freiland bei mindestens 6 Jahren. In Gefangenschaft kann sie mindestens 12 Jahre alt werden. In den letzten 2 Jahrzehnten wurde ein drastischer Rückgang der nördlichen Populationen der Zwergohreule in der Schweiz, in Österreich und in der Tschechoslowakei beobachtet. Dies ist vor allem auf die Intensivierung der Landwirtschaft und den damit verbundenen Rückgang an großen Insekten, der Nahrungsgrundlage der Zwergohreule, zurückzuführen.

Stimme Zwergohreule: 

Quelle: Eulenwelt.de

Der Rauhfußkauz

Kennzeichen: Mit einer Größe von 24 – 26 cm und einer Spannweite von 53 – 60 cm ist der Rauhfußkauz etwa so groß wie der Steinkauz, hat jedoch einen größeren und runder erscheinenden Kopf. Abgesehen vom Gewicht (Weibchen 160 g, Männchen 100 g) und vom Verhalten am Brutplatz sind die Geschlechter äußerlich nicht zu unterscheiden. Der ausgeprägte helle Gesichtsschleier ist seitlich schwarzbraun umrandet. Zwischen den gelben Augen ist eine deutliche hellbeige x-förmige Zeichnung. Die Oberseite ist braun bis graubraun mit weißen perlartigen Flecken. Das Brustgefieder ist hell mit verwaschener graubrauner Fleckung. Seinen Namen verdankt der Rauhfußkauz der dichten weißen Befiederung seiner Beine bis zu den Krallen. Jungvögel sind einheitlich schokoladenbraun gefärbt mit geringerer weißer Perlung auf Flügeln und Schwanz. Im Gegensatz zum wellenartigen Flug des Steinkauzes ist der Flug des Rauhfußkauzes gerade. Außerdem unterscheidet er sich vom Steinkauz durch deutlich längere Flügel und Schwanz. Dar Rauhfußkauz ist ausschließlich nachtaktiv. Der Rauhfußkauz ist sehr heimlich und wird meist nur durch seine Rufe im Frühjahr entdeckt.

RauhfusskauzFortpflanzung: Der Rauhfußkauz lebt wahrscheinlich in Saisonehe, verpaart sich also jedes Jahr neu. Er bevorzugt als Höhlenbrüter Schwarzspechthöhlen, nimmt jedoch auch Nistkästen an. Nach der Balz im Februar werden, abhängig von Witterung und Nahrungsangebot, Mitte April bis Anfang Mai im Abstand von 2 Tagen 3-6 Eier, in mäusereichen Jahren bis zu 10 Eiern gelegt. Die Jungen schlüpfen nach 26-28 Tagen und verbleiben etwa 30-34 Tage in der Bruthöhle. Während der gesamten Brutzeit und der ersten 3 Wochen nach dem Schlüpfen verbleibt das Weibchen bei den Jungen, während das Männchen sie mit Nahrung versorgt. Kratzt man in dieser Zeit am Brutbaum, erscheint meist das Weibchen und schaut mit starrem Blick aus der Bruthöhle heraus. Noch etwa 3-5 Wochen nach dem Ausfliegen werden die Jungen bis zur Selbstständigkeit von den Eltern betreut. In mäusereichen Jahren kann bei Brutverlust eine Ersatzbrut stattfinden.

Nahrung; Der Rauhfußkauz ernährt sich überwiegend von Wühlmäusen, daneben werden auch Waldmäuse genommen. Er kann Vögel bis zur eigenen Größe (Drosselgröße) erbeuten. Der Rauhfußkauz jagt ausschließlich nachts. Als Ansitzjäger lokalisiert er seine Beute von einer Warte aus und erbeutet sie im Sturzflug.

 

Verbreitung des RauhfuskauzesLebensraum und Vorkommen: Als Höhlenbrüter besiedelt der Rauhfußkauz Altholzbestände mit Schwarzspechthöhlen. Außerdem benötigt er in der Nachbarschaft dichte Nadelbäume als Tagesversteck sowie angrenzende Freiflächen (Lichtungen, Waldwiesen, Kahlschlag, Schneisen) zur Beutejagd. Der Rauhfußkauz kommt meist als Standvogel vorwiegend in Nord- und Osteuropa vor. Seltener ist er in Mitteleuropa anzutreffen, wo er vorwiegend ausgedehnte Waldgebiete der Mittelgebirge bewohnt. In Deutschland besiedelt der Rauhfußkauz höher gelegene Waldgebiete der Mittelgebirge und der Bayerischen Alpen. Einzelne Paare wurden auch im Flachland nachgewiesen, z.B. in Schleswig-Holstein, in der Lüneburger Heid und dem Nürnberger Reichswald. Der gesamte Brutbestand Deutschlands wird auf ca. 1000 Paare geschätzt.

Gefährdung: Der Rauhfußkauz kann ein Höchstalter von schätzungsweise 15 Jahren erreichen. Infolge der Intensivierung der Forstwirtschaft sowie das Fällen von Altholzbeständen ist der Rauhfußkauz durch den zunehmenden Mangel an geeigneten natürlichen Bruthöhlen gefährdet. Der Hauptfeind des Rauhfußkauzes ist der Marder. Dieser benötigt für die Jungenaufzucht ebenfalls Baumhöhlen. Außerdem erbeutet der Marder die Gelege und Jungen des Rauhfußkauzes. Der Rauhfußkauz kann in Wäldern mit geringem Angebot an natürlichen Bruthöhlen durch das Aufhängen von Nistkästen wirksam unterstützt werden. Dabei ist jedoch ein ausreichender Marderschutz unverzichtbar.

Dieser Bericht wurde uns freundlicherweise von Eulenwelt.de zur Verfügung gestellt

Sperlingskauz

Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)

Merkmale: Der Sperlingskauz ist die kleinste einheimische Eule Europas mit 16-18 groß. Das Männchen ist mit etwa 16 cm kaum größer als ein Sperling, das Weibchen ist rund 2 cm größer. Die Eule wiegt etwa 65 Gramm (Weibchen wiegen durchschnittlich 10 Gramm mehr) und hat eine Flügelspannweite von 36 – 39 cm. Unsere kleinste einheimische Eule ist oberseits dunkelbraun mit vielen weißen Tupfen, unterseits Rahmweiß mit schmalen dunklen Flecken, die beim sitzenden Vogel Längsstreifen bilden. Der kurze Schwanz trägt 5 helle Querbinden. Typisch für das Käuzchen sind die gelben Augen, die unter weißen Augenbrauen liegen. Sperlingskäuze sie sind sehr lebhaft, wenig scheu und sitzen gern auf Wipfeltrieben von Fichten.
Vorkommen: Die kleinen Käuze kommen in Mitteleuropa in höheren Mittelgebirgen Alpenwälder Nadelwälder oder Mischwälder mit hohem Nadelholzanteil, mit einzelnen Freiflächen vor. Seine Höhenverbreitung erstreckt sich von ca. 1000 m bis 2100 m. Der knapp Spatzengroße Sperlingskauz ist im Gegensatz zu seinen Verwandten vorwiegend tagaktiv und kann sogar ausgesprochen dämmerungsaktiv sein. Sperlingskäuze üben ihre Jagd auf Lichtungen, in kleinen Hochmooren und über Waldwiesen aus. Neben Mäusen erbeuten Sperlingskäuze auch Finken und Meisen. Normalerweise besteht die Nahrung des Sperlingskauzes zu zwei Dritteln aus Mäusen, bei hohem Schnee werden aber fast nur Kleinvögel erbeutet. Beim Beutefang schießt er im Blitzstart von seiner Warte und kann einen kleinen Singvogel regelrecht von den Ästen greifen. Im Winter legt er in Spechthöhlen vorsorglich einen Notvorrat für Tage an, an denen Nebel oder Schneegestöber die Jagd unmöglich machen. Manchmal stapelt er bis zu 30 Kleinvögel in seinen Vorratskammern übereinander! Wer so klein ist, trägt ein großes Risiko selbst erbeutet zu werden. Neben Baummardern, die besonders den Jungen in der Höhle gefährlich werden, ergreifen auch größere Greifvögel und Habicht und Waldkauz die Sperlingskäuze. Doch nicht nur ihre Feinde machen den Sperlingskäuzen zu schaffen, viel gefährlicher sind Veränderung und Zerstörung ihrer Lebensräume.

Fortpflanzung: Zur Brut benötigt der Sperlingskauz Spechthöhlen, in denen das Weibchen 3-7 Eier auf den Höhlenboden legt. Legebeginn ist Anfang April bis Anfang Mai. Der Sperlingskauz legt alle zwei Tage ein Ei, bis das Gelege komplett ist. Nach etwa 28 Tagen schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Sie erscheinen im Alter von 21-25 Tagen zum ersten Mal im Flugloch der Bruthöhle. Nach spätestens 5 Wochen fliegen die jungen Käuze aus, sie werden aber noch etwa vier Wochen von den Altvögeln betreut.

 

 

 

 

Stimme Sperlingkauz:

Waldohreule

Die Waldohreule

Zählt zur Ordnung der Eulen und Familie der Ohreulen und Käuze

Waldohreule – Foto Winfried Rauter

Eulen sind, mit wenigen Ausnahmen, nachtaktive Beutegreifer. Sie jagen in der Dämmerung und nachts. Ihr Schnabel ist raubvogelartig gekrümmt, ihr Federkleid lang, locker und weich, was ihnen einen lautlosen Flug ermöglicht. Sie können ihren Kopf um 180 Grad drehen und haben außerdem ein außerordentlich feines Gehör, das sie in der Dunkelheit, wenn selbst ihre scharfen Augen versagen, mit Sicherheit zu ihrer Beute führt.

Aussehen: Die Waldohreule unterscheidet sich vom Waldkauz durch die Federohren. Im Vergleich mit dem rundköpfigen Waldkauz ist die Waldohreule etwas kleiner, schlanker und langflügeliger als Waldkäuze. Mit einer Länge von 35 – 38 cm und einer Spannweite von 83 – 97 cm ist die Waldohreule etwa so groß wie die Schleiereule. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Männchen wiegen durchschnittlich 250 und Weibchen 300 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt circa 97 cm. Besondere Merkmale der Waldohreule sind die orangegelben Augen und die langen Federohren, die jedoch im Flug und im Ruhezustand ganz angelegt werden können. Entgegen der landläufigen Meinung haben die auffälligen Ohrpinsel, denen die Waldohreule ihren Namen verdankt, nichts mit dem Gehör zu tun, sondern sind reines «Schmuckwerk». Mit den echten Ohren seitlich am Kopf hört sie selbst das leiseste Quieken einer weit entfernten Wühlmaus. Der Hals der Waldohreule ist so beweglich, das sie ihn um 270 Grad drehen kann. Die Oberseite der Waldohreule ist gelblichbraun mit graubrauner Sprenkelung und Marmorierung. Das Bauchgefieder ist hell rostgelb mit kräftigen dunklen Längsstreifen und feiner Querbänderung. Die hellen Flügelspitzen haben mehrere dunkle Querbänder.

Lebensraum und Vorkommen: Die Waldohreule lebt sehr versteckt. Sie ist eingeschickter Jäger, der nachts auf lautlosen Schwingen in den Wäldern Europas Mäuse jagt. Sie ist vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Am Tage ruht sie in dichtem Laubwerk oder schlank aufgerichtet auf einem Ast nahe am Baumstamm. Die Waldohreule lässt sich leicht durch Mäuse anlocken. Die Bettelrufe der Ästlingsjungen ähneln dem Fiepen von Rehkitzen. Ihr Ruf reicht vom “hu-hu” bis zum bellenden “quack-quack-quack”. Gehört werden können diese je nach Brutbeginn und Schlupf ab April bis ca. August und ungefähr für einen Zeitraum von 6-8 Wochen . Die Waldohreule ist wie der Waldkauz ein häufiger Brutvogel in Mitteleuropa. Sie ist zum Jagen auf offenes Gelände angewiesen, braucht zum Ruhen und zur Brut aber Hecken, Baumgruppen und Feldgehölze. Gern besiedelt sie Waldränder; in geschlossenen Waldbeständen dagegen ist sie kaum anzutreffen. Während des Winters finden sich oft in städtischen Parks größere Ansammlungen von Waldohreulen in Schlafgemeinschaften von bis zu 30 Tieren. Ihre Ruheplätze sind oft unweit von Häusern in Baumgruppen von Parks oder Friedhöfen. Die Bildung sogenannter Waldohreulen-Wintergesellschaften dauert im ungefähr von November bis März. Die dämmerungs- und nachtaktiven Eulen sitzen tagsüber aufrecht und in schlanker Gestalt auf Ästen von Bäumen, oft dicht an den Stamm geschmiegt. Sie vertrauen dabei auf ihr tarnfarbenes Gefieder.

Waldohreule

Waldohreulen-Wintergesellschaften – Auffällig werden die Winteransammlungen oft auch durch die unter den Bäumen liegenden Gewölle, also den Ausgewürgten, in der Regel aus Mäusehaaren und – Knochen bestehenden, unverdaulichen Nahrungsbestandteilen und mit der Zeit zunehmende weiße Kotspuren auf die versteckt sitzenden Eulen hin. Im Winter kann man die Waldohreulen häufig in großen Verbänden antreffen. Aufgrund ihres riesigen Verbreitungsgebiets und ihrer Anpassungsfähigkeit an lokale Wald- und Beutetierverhältnisse gilt die Waldohreule allgemein nicht als bedroht. Sie ist nahezu in ganz Europa vorwiegend als Standvogel zu finden.
Nahrung Aktiv sind sie in zwei Hauptphasen, etwa drei Stunden am Abend und zweieinhalb Stunden am Morgen; zwischendurch liegt eine rund dreistündige Pause um Mitternacht. Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang wird der Tageseinstand aufgesucht und eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang wird er wieder verlassen. Die Waldohreule ist hauptsächlich nachts rege und jagt sowohl vom Ansitz aus wie auch im langsamen, schaukelnden Pirschflug. Wie bei allen Eulen verhindern samtweiche Federn mit biegsamen Härchen an den Rändern die Bildung von Luftwirbeln und machen so den Flügelschlag des nächtlichen Räubers für die Opfer unhörbar. Die Hauptbeutetiere der aufgenommenen Nahrungsmenge – sind kleine Wühlmäuse, in Mitteleuropa vor allem Feldmäuse, die sie in der Flugjagd erbeuten. Rund 100 der kleinen Nagetiere verzehrt eine einzige Waldohreule im Monat, wobei nicht berücksichtigt ist, dass sie auch ihre Jungen fast ausschließlich mit Mäusen großzieht. Daneben erbeutet sie andere kleine Wirbeltiere und Insekten. Bei Nahrungsknappheit kann die Waldohreule durchaus auch tagsüber jagen und widerlegt dadurch augenfällig den alten Aberglauben, dass Eulen bei Tageslicht nicht sehen können. In strengen Wintern, wenn die Eulen sich in der Nähe des Menschen aufhalten, fangen sie vorwiegend Spatzen und Grünfinken, die sie an deren Schlafplätzen ergreifen.

Fortpflanzung: Waldohreulen bauen keine eigenen Nester, sondern beziehen alte Krähen- und Elsternester. Für die Waldohreulen gilt dieses sogar für den größten Teil der Bruten, da diese Art ausschließlich in alten Rabenvogelnestern oder in Greifvogelhorsten brütet, und erstere spätestens nach einer solchen Zweitnutzung unbenutzbar geworden sind. Auch Eichhörnchenkobel dienen dieser Eule mitunter als Brutplatz. Da Jäger früher von unten durch Krähen- und Elsternester schossen, um diese Rabenvögel kurz zu halten, wurden auch Waldohreulen oft ihre Opfer. Heute sind solche Jagdmethoden verboten.

Waldohreulen führen in der Regel nur eine Saisonehe. Paarbildung und Balz beginnen meist Mitte Februar. Je nach Witterung beginnen die Waldohreulen Mitte März bis Mitte April mit dem Legen von 4 – 8 Eiern Die Ablage erfolgt im März/April. Nach einer Brutdauer von 27 – 28 Tagen folgt eine Nestlingszeit von etwa 20 Tagen. Nach 2 Wochen können die Jungen gut fliegen, werden jedoch noch weitere 5 – 6 Wochen von den Eltern versorgt. Die Jungen öffnen nach fünf Tagen ihre Augen und verlassen mit knapp drei Wochen noch flugunfähig das Nest. Mit fünf Wochen können sie fliegen, sie werden aber noch weitere fünf Wochen von den Eltern versorgt. Danach sind sie selbständig.