SPERLINGKAUZ

Sperlingskauz  (Glaucidium passerinum)

Merkmale:  Der Sperlingskauz ist die kleinste einheimische Eule. Das Männchen ist mit etwa 16 cm kaum größer als ein Sperling, das Weibchen ist rund 2 cm größer. Die Eule wiegt etwa 65 Gramm (Weibchen wiegen durchschnittlich 10 Gramm mehr) und hat eine Flügelspannweite von 36 – 39 cm. Unsere kleinste einheimische Eule ist oberseits dunkelbraun mit vielen weißen Tupfen, unterseits rahmweiß mit schmalen dunklen Flecken, die beim sitzenden Vogel Längsstreifen bilden.  Der kurze Schwanz trägt 5 helle Querbinden. Typisch für das Käuzchen sind die gelben Augen, die unter weißen Augenbrauen liegen. Sperlingskäuze sie sind sehr lebhaft, wenig scheu und sitzen gern auf Wipfeltrieben von Fichten. 

Vorkommen: Die kleinen Käuze kommen in Mitteleuropa in höheren Mittelgebirgen Alpenwälder  Nadelwälder oder Mischwälder mit hohem Nadelholzanteil, mit einzelnen Freiflächen vor. Seine Höhenverbreitung erstreckt sich von ca. 1000 m bis 2100 m. Der knapp Spatzengrosse Sperlingskauz ist im Gegensatz zu seinen Verwandten vorwiegend tagaktiv und kann sogar ausgesprochen dämmerungsaktiv sein.  Sperlingskäuze üben ihre Jagd auf Lichtungen, in kleinen Hochmooren und über Waldwiesen aus. Neben Mäusen erbeuten Sperlingskäuze auch Finken und Meisen. Normalerweise besteht die Nahrung des Sperlingskauzes zu zwei Dritteln aus Mäusen, bei hohem Schnee werden aber fast nur Kleinvögel erbeutet. Beim Beutefang schiesst er im Blitzstart von seiner Warte und kann einen kleinen Singvogel regelrecht von den Ästen greifen.  Im Winter legt er in Spechthöhlen vorsorglich einen Notvorrat  für Tage an, an denen Nebel oder Schneegestöber die Jagd unmöglich machen. Manchmal stapelt er bis zu 30 Kleinvögel in seinen Vorratskammern übereinander!

Wer so klein ist, trägt ein großes Risiko selbst erbeutet zu werden. Neben Baummardern, die besonders den Jungen in der Höhle gefährlich werden, ergreifen auch größere Greifvögel und  Habicht und Waldkauz die Sperlingskäuze. Doch nicht nur ihre Feinde machen den Sperlingskäuzen zu schaffen, viel gefährlicher sind Veränderung und Zerstörung ihrer Lebensräume.

Fortpflanzung:  Zur Brut benötigt der Sperlingskauz Spechthöhlen, in denen das Weibchen 3-7 Eier auf den Höhlenboden legt. Legebeginn ist Anfang April bis Anfang Mai. Der Sperlingskauz legt alle zwei Tage ein Ei, bis das Gelege komplett ist. Nach etwa 28 Tagen schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Sie erscheinen im Alter von 21-25 Tagen zum ersten Mal im Flugloch der Bruthöhle. Nach spätestens 5 Wochen fliegen die jungen Käuze aus, sie werden aber noch etwa vier Wochen von den Altvögeln betreut.

 

Sperlingskauz

Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)

Merkmale: Der Sperlingskauz ist die kleinste einheimische Eule. Das Männchen ist mit etwa 16 cm kaum größer als ein Sperling, das Weibchen ist rund 2 cm größer. Die Eule wiegt etwa 65 Gramm (Weibchen wiegen durchschnittlich 10 Gramm mehr) und hat eine Flügelspannweite von 36 – 39 cm. Unsere kleinste einheimische Eule ist oberseits dunkelbraun mit vielen weißen Tupfen, unterseits rahmweiß mit schmalen dunklen Flecken, die beim sitzenden Vogel Längsstreifen bilden. Der kurze Schwanz trägt 5 helle Querbinden. Typisch für das Käuzchen sind die gelben Augen, die unter weißen Augenbrauen liegen. Sperlingskäuze sie sind sehr lebhaft, wenig scheu und sitzen gern auf Wipfeltrieben von Fichten.
Vorkommen: Die kleinen Käuze kommen in Mitteleuropa in höheren Mittelgebirgen Alpenwälder Nadelwälder oder Mischwälder mit hohem Nadelholzanteil, mit einzelnen Freiflächen vor. Seine Höhenverbreitung erstreckt sich von ca. 1000 m bis 2100 m. Der knapp Spatzengrosse Sperlingskauz ist im Gegensatz zu seinen Verwandten vorwiegend tagaktiv und kann sogar ausgesprochen dämmerungsaktiv sein. Sperlingskäuze üben ihre Jagd auf Lichtungen, in kleinen Hochmooren und über Waldwiesen aus. Neben Mäusen erbeuten Sperlingskäuze auch Finken und Meisen. Normalerweise besteht die Nahrung des Sperlingskauzes zu zwei Dritteln aus Mäusen, bei hohem Schnee werden aber fast nur Kleinvögel erbeutet. Beim Beutefang schiesst er im Blitzstart von seiner Warte und kann einen kleinen Singvogel regelrecht von den Ästen greifen. Im Winter legt er in Spechthöhlen vorsorglich einen Notvorrat für Tage an, an denen Nebel oder Schneegestöber die Jagd unmöglich machen. Manchmal stapelt er bis zu 30 Kleinvögel in seinen Vorratskammern übereinander!

Wer so klein ist, trägt ein großes Risiko selbst erbeutet zu werden. Neben Baummardern, die besonders den Jungen in der Höhle gefährlich werden, ergreifen auch größere Greifvögel und Habicht und Waldkauz die Sperlingskäuze. Doch nicht nur ihre Feinde machen den Sperlingskäuzen zu schaffen, viel gefährlicher sind Veränderung und Zerstörung ihrer Lebensräume.

Fortpflanzung: Zur Brut benötigt der Sperlingskauz Spechthöhlen, in denen das Weibchen 3-7 Eier auf den Höhlenboden legt. Legebeginn ist Anfang April bis Anfang Mai. Der Sperlingskauz legt alle zwei Tage ein Ei, bis das Gelege komplett ist. Nach etwa 28 Tagen schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Sie erscheinen im Alter von 21-25 Tagen zum ersten Mal im Flugloch der Bruthöhle. Nach spätestens 5 Wochen fliegen die jungen Käuze aus, sie werden aber noch etwa vier Wochen von den Altvögeln betreut.

 

Waldohreule

Die Waldohreule

Zählt zur Ordnung der Eulen und Familie der Ohreulen und Käuze

Waldohreule – Foto Winfried Rauter

Eulen sind, mit wenigen Ausnahmen, nachtaktive Beutegreifer. Sie jagen in der Dämmerung und nachts. Ihr Schnabel ist raubvogelartig gekrümmt, ihr Federkleid lang, locker und weich, was ihnen einen lautlosen Flug ermöglicht. Sie können ihren Kopf um 180 Grad drehen und haben außerdem ein außerordentlich feines Gehör, das sie in der Dunkelheit, wenn selbst ihre scharfen Augen versagen, mit Sicherheit zu ihrer Beute führt.

Aussehen: Die Waldohreule unterscheidet sich vom Waldkauz durch die Federohren. Im Vergleich mit dem rundköpfigen Waldkauz ist die Waldohreule etwas kleiner, schlanker und langflügeliger als Waldkäuze. Mit einer Länge von 35 – 38 cm und einer Spannweite von 83 – 97 cm ist die Waldohreule etwa so groß wie die Schleiereule. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Männchen wiegen durchschnittlich 250 und Weibchen 300 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt circa 97 cm. Besondere Merkmale der Waldohreule sind die orangegelben Augen und die langen Federohren, die jedoch im Flug und im Ruhezustand ganz angelegt werden können. Entgegen der landläufigen Meinung haben die auffälligen Ohrpinsel, denen die Waldohreule ihren Namen verdankt, nichts mit dem Gehör zu tun, sondern sind reines «Schmuckwerk». Mit den echten Ohren seitlich am Kopf hört sie selbst das leiseste Quieken einer weit entfernten Wühlmaus. Der Hals der Waldohreule ist so beweglich, das sie ihn um 270 Grad drehen kann. Die Oberseite der Waldohreule ist gelblichbraun mit graubrauner Sprenkelung und Marmorierung. Das Bauchgefieder ist hell rostgelb mit kräftigen dunklen Längsstreifen und feiner Querbänderung. Die hellen Flügelspitzen haben mehrere dunkle Querbänder.

Lebensraum und Vorkommen: Die Waldohreule lebt sehr versteckt. Sie ist eingeschickter Jäger, der nachts auf lautlosen Schwingen in den Wäldern Europas Mäuse jagt. Sie ist vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Am Tage ruht sie in dichtem Laubwerk oder schlank aufgerichtet auf einem Ast nahe am Baumstamm. Die Waldohreule lässt sich leicht durch Mäuse anlocken. Die Bettelrufe der Ästlingsjungen ähneln dem Fiepen von Rehkitzen. Ihr Ruf reicht vom “hu-hu” bis zum bellenden “quack-quack-quack”. Gehört werden können diese je nach Brutbeginn und Schlupf ab April bis ca. August und ungefähr für einen Zeitraum von 6-8 Wochen . Die Waldohreule ist wie der Waldkauz ein häufiger Brutvogel in Mitteleuropa. Sie ist zum Jagen auf offenes Gelände angewiesen, braucht zum Ruhen und zur Brut aber Hecken, Baumgruppen und Feldgehölze. Gern besiedelt sie Waldränder; in geschlossenen Waldbeständen dagegen ist sie kaum anzutreffen. Während des Winters finden sich oft in städtischen Parks größere Ansammlungen von Waldohreulen in Schlafgemeinschaften von bis zu 30 Tieren. Ihre Ruheplätze sind oft unweit von Häusern in Baumgruppen von Parks oder Friedhöfen. Die Bildung sogenannter Waldohreulen-Wintergesellschaften dauert im ungefähr von November bis März. Die dämmerungs- und nachtaktiven Eulen sitzen tagsüber aufrecht und in schlanker Gestalt auf Ästen von Bäumen, oft dicht an den Stamm geschmiegt. Sie vertrauen dabei auf ihr tarnfarbenes Gefieder.

Waldohreule

Waldohreulen-Wintergesellschaften – Auffällig werden die Winteransammlungen oft auch durch die unter den Bäumen liegenden Gewölle, also den Ausgewürgten, in der Regel aus Mäusehaaren und – Knochen bestehenden, unverdaulichen Nahrungsbestandteilen und mit der Zeit zunehmende weiße Kotspuren auf die versteckt sitzenden Eulen hin. Im Winter kann man die Waldohreulen häufig in großen Verbänden antreffen. Aufgrund ihres riesigen Verbreitungsgebiets und ihrer Anpassungsfähigkeit an lokale Wald- und Beutetierverhältnisse gilt die Waldohreule allgemein nicht als bedroht. Sie ist nahezu in ganz Europa vorwiegend als Standvogel zu finden.
Nahrung Aktiv sind sie in zwei Hauptphasen, etwa drei Stunden am Abend und zweieinhalb Stunden am Morgen; zwischendurch liegt eine rund dreistündige Pause um Mitternacht. Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang wird der Tageseinstand aufgesucht und eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang wird er wieder verlassen. Die Waldohreule ist hauptsächlich nachts rege und jagt sowohl vom Ansitz aus wie auch im langsamen, schaukelnden Pirschflug. Wie bei allen Eulen verhindern samtweiche Federn mit biegsamen Härchen an den Rändern die Bildung von Luftwirbeln und machen so den Flügelschlag des nächtlichen Räubers für die Opfer unhörbar. Die Hauptbeutetiere der aufgenommenen Nahrungsmenge – sind kleine Wühlmäuse, in Mitteleuropa vor allem Feldmäuse, die sie in der Flugjagd erbeuten. Rund 100 der kleinen Nagetiere verzehrt eine einzige Waldohreule im Monat, wobei nicht berücksichtigt ist, dass sie auch ihre Jungen fast ausschließlich mit Mäusen großzieht. Daneben erbeutet sie andere kleine Wirbeltiere und Insekten. Bei Nahrungsknappheit kann die Waldohreule durchaus auch tagsüber jagen und widerlegt dadurch augenfällig den altenAberglauben, dass Eulen bei Tageslicht nicht sehen können. In strengen Wintern, wenn die Eulen sich in der Nähe des Menschen aufhalten, fangen sie vorwiegend Spatzen und Grünfinken, die sie an deren Schlafplätzen ergreifen.

Fortpflanzung: Waldohreulen bauen keine eigenen Nester, sondern beziehen alte Krähen- und Elsternester. Für die Waldohreulen gilt dieses sogar für den größten Teil der Bruten, da diese Art ausschließlich in alten Rabenvogelnestern oder in Greifvogelhorsten brütet, und erstere spätestens nach einer solchen Zweitnutzung unbenutzbar geworden sind. Auch Eichhörnchenkobel dienen dieser Eule mitunter als Brutplatz. Da Jäger früher von unten durch Krähen- und Elsternester schossen, um diese Rabenvögel kurz zu halten, wurden auch Waldohreulen oft ihre Opfer. Heute sind solche Jagdmethoden verboten.

Waldohreulen führen in der Regel nur eine Saisonehe. Paarbildung und Balz beginnen meist Mitte Februar. Je nach Witterung beginnen die Waldohreulen Mitte März bis Mitte April mit dem Legen von 4 – 8 Eiern Die Ablage erfolgt im März/April. Nach einer Brutdauer von 27 – 28 Tagen folgt eine Nestlingszeit von etwa 20 Tagen. Nach 2 Wochen können die Jungen gut fliegen, werden jedoch noch weitere 5 – 6 Wochen von den Eltern versorgt. Die Jungen öffnen nach fünf Tagen ihre Augen und verlassen mit knapp drei Wochen noch flugunfähig das Nest. Mit fünf Wochen können sie fliegen, sie werden aber noch weitere fünf Wochen von den Eltern versorgt. Danach sind sie selbständig.

Waldkauz

DER WALDKAUZ

Von den ca. 150 Eulenarten, die es weltweit gibt, wohnen in Europa, von der schneereichen Tundra im Norden bis zu den heißen, trockenen Kulturlandschaften im Süden, 13 verschiedene Eulenarten. Dazu zählt unter den Käuzen der Waldkauz, die am weitesten verbreitete und häufigste Eule. Der Waldkauz besiedelt fast ganz Europa, mit Ausnahme von Island, Irland und dem Norden von Skandinavien.
Merkmale: Der Waldkauz ist fast bussardgroß, seine Grundfärbung des Gefieders ist entweder rindengrau oder rostbraun. Die graue Varietät ist häufiger als die braune. Das Weibchen ist mit rund 42 cm etwas größer – und mit etwa 400-650 g auch schwerer als das Männchen.
Der Waldkauz ist auch größer und kräftiger als die Waldohreule und die Schleiereule. Das Merkmal für ihn ist der große runde Kopf mit den schwarzen Knopfaugen.

Balzruf : heulend, zweitönig, und gellende >KUI-WITT, KUJI-WIK<, in der Balz >HU-HU-HU< und nach einer kurzen Pause das langanhaltendes >U-u-u-u-<, ist das ganze Jahr hindurch zu hören, vor allem im Spätwinter und Herbst. Abergläubische Menschen fürchteten sich früher sehr vor diesen Rufen. Sie meinten nämlich, im “Kjuwitt” ein “Komm mit!” zu hören, und waren fest davon überzeugt, dass der “Totenvogel” sie auf den Friedhof locken wolle. Der Waldkauz bevorzugt lichte Laub- und Mischwälder in Reichstrukturierter Landschaft, er ist weitgehend nächtlich aktiv, zeigt sich aber auch an sonnigen Wintertagen im Eingang seiner Bruthöhle. An kalten Wintertagen sitzen die Käuze auch tagsüber in der Sonne, gern auf Kaminen, aus denen Warmluft streicht. Zwanzig Minuten nach Sonnenuntergang beginnen sie mit der Jagd und durchschnittlich 40 Minuten vor Sonnenaufgang endet ihre Aktivität. Nur während der Jungenaufzucht werden die Käuze schon vor Sonnenuntergang aktiv. Tagsüber verbergen sich die Vögel in ihrer Schlafhöhle oder sie sitzen in einer belaubten hohen Baumkrone. Man wird auf den Waldkauz am ehesten durch das “Gezeter” von Kleinvögeln aufmerksam, die den Kauz entdeckt haben. Sinne: Das Sehvermögen des Waldkauzes ist durch seine großen Augen sowohl nachts wie auch bei Tage sehr gut. Seine Augen sind (wie bei allen Eulen) starr nach vorne gerichtet. Dadurch ist das Gesichtsfeld, d.h. der Raum, der ohne Kopf- oder Augenbewegung gesehen werden kann, relativ klein. Dies wird aber durch den beweglichen Kopf ausgeglichen, der um 270 Grand drehbar ist. So kann der Waldkauz über die rechte Schulter schauen, wenn er den Kopf nach links dreht. Das Gehör ist für die nachjagenden Eulen das wichtigste Sinnesorgan. Sie können nicht nur die Richtung, sondern auch die Entfernung von den leisesten Geräuschen wahrnehmen. Der Waldkauz ist ein häufiger Brutvogel in Mitteleuropa und kommt in Wäldern, Parks, auf Friedhöfen, in Alleen und Gärten mit altem Baumbestand vor. Der Waldkauz ist sehr anpassungsfähig, was den Brutplatz betrifft. Es werden Baumhöhlen bevorzugt, ungestörte Winkel in Gebäuden, Scheunen, Dachböden, Kirchtürme und Ruinen sind nicht nur geeignete Brutplätze, sondern auch gute Tagesverstecke. Auch in überdachten Kaminen sieht man tagsüber oft Waldkäuze sitzen. Waldkäuze sind gewandte Flieger.Nahrung: In der Dämmerung und nachts macht sich der Waldkauz auf zur Nahrungssuche. Meistens sitzt er dazu auf einer Warte (Ansitzjagd) und wartet auf die Geräusche seiner Beutetiere. Der Waldkauz ist ein mutiger Jäger, er schlägt jede Beute, die er überwältigen kann. Bei der Wahl seiner Beutetiere ist der Waldkauz sehr flexibel. Sein Nahrungsspektrum reicht von der Maus, Kleinsäuger, Sperlinge Stare, Eichhörnchen, Jungkaninchen, Tauben, Maulwürfe, Ratten und selbst Frösche und Kröten werden deutlich bevorzugt und erbeutet . In insektenreichen Jahren stehen auch Nachtfalter u.ä. auf seinem Speiseplan. Im Sommer besteht die Nahrung hauptsächlich aus Mäusen und Spitzmäusen, von denen er am Nistplatz gelegentlich einen kleinen Vorrat zusammenträgt. Im Winter schlägt er auch andere Vogel in den Wäldern und Parks. Er rüttelt so lange vor den Schlafplätzen der Vögel, bis sie auffliegen, und greift sie dann aus der Luft. Die unverdaulichen Reste wie z.B. Knochen, Haare, Federn werden im Magen zu rundlichen, filzigen Ballen zusammengepresst und wieder ausgewürgt. Sie werden als Gewölle bezeichnet. Der Flug des Waldkauzes ist fast lautlos, vor allem fehlt ihm der kurzwellige Geräuschanteil bis in den Ultraschall, den seine Beutetiere besonders gut wahrnehmen können.

Fortpflanzung: Im Februar/März beginnt die Balz bei den Waldkäuzen. In dieser Zeit reagieren die Männchen besonders aggressiv auf männliche Artgenossen, sodass es auch zu Kämpfen kommen kann. Haben sich zwei Partner gefunden, so bleiben sie ein Leben lang zusammen. Der Waldkauz brütet in morschen Bäumen, Feldscheunen und Kirchtürmen; die Eier werden offen und ohne Nestunterlage in einem Winkel abgelegt. Waldkäuze leiden heute mangels hohler Bäume fast überall unter Wohnungsnot und brüten nicht selten in verlassenen Krähennestern oder zwischen Baumwurzeln am Boden, auch im Dachgebälk von Gebäuden. Das Weibchen legt alle zwei Tage ein Ei von durchschnittlich 47 mm Länge. Gelegegröße 3 bis 5 Eier, je nach Nahrungsangebot auch mehr oder weniger. Es wird meist vom ersten Ei an gebrütet und verläßt bis zum schlüpfen der Jungen (28 bis 30 Tagen) kaum den Nistplatz. Nur das Weibchen brütet und wird dabei vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Jungen werden blind geboren; sie öffnen ihre Augen erst nach zehn Tagen. Wenn die Jungen nicht mehr gehudert (warmgehalten) werden müssen, unterstützt das Weibchen das Männchen bei der Nahrungssuche. Nach ungefähr vier Wochen verlassen die Jungen erstmals das Nest. Sie werden dann in der Waidmannssprache als “Ästlinge” bezeichnet. Sie sind mit Hilfe ihrer Krallen und Schnäbel geschickte Kletterer und steigen aus dem Grund hohler Bäume durch einen manchmal viele Meter hohen Kamin nach oben. Während sie ausfliegen, sind die Altvögel besonders angriffslustig und können auch einen Menschen mit ihren Krallen in Haare und Augen greifen.

Alle Eulen wie auch der Waldkauz steht unter besonderen Schutz. Sie unterliegen nicht dem Jagdrecht

Copyright: EULENWELT.DE

Uhu

Der Uhu – König der Nacht

Zu Recht kann er als König der Nacht bezeichnet werden, wenn man sein elegantes, großzügig geschnittenes Federkleid mit den auffallenden Federohren betrachtet und in seine wundervollen flammenfarbenen großen Augen blickt.
Leider wurde der auch als Adlereule bezeichnete Uhu früher vom Menschen brutal verfolgt. Man sah in ihm einen großen Jagdschädling, Nahrungskonkurrenten und Unglücksbringer. Sein Ruf galt als böses Omen und seine Jungen wurden ausgehorstet, um für die Hüttenjagd abgerichtet zu werden. Bei dieser Jagdform wird der Uhu auf einem Holzblock angebunden ins Gelände gesetzt und soll so Krähen oder Greifvögel anlocken, die dann aus einem Versteck heraus abgeschossen werden konnten. Dabei wurde der Bestand so dezimiert, dass er kurz vor der Ausrottung stand.

So zählt der Uhu seit den 50er Jahren zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Nur in unzugänglichen Regionen hielten sich noch einige Brutpaare. Bemühungen von Vogelschützen zeigten seit den 70er Jahren durch Bewachung der Brutplätze, künstliche Aufzucht und Auswilderung der Uhu´s langsam Erfolg.

Merkmale: Der Uhu ist die größte aller in unserer Region vorkommenden Eulen und hat eine Größe von 60 bis 75 cm. Das Gefieder der Vögel ist bei beiden Geschlechtern hell rötlich-braun und mit streifenförmigen, dunklen Flecken durchsetzt. Auffällig sind die mit der Spitze meist nach außen zeigenden Ohrbüsche sowie die leuchtende, orange Augenfarbe. Der Blick des Uhus wird von vielen Menschen als stechend empfunden. Die größte europäische Eule hat eine Flügelspannweite bis zu 1,70 m. einer Länge von 65 bis 70 cm und mit einem Gewicht von ca. 3kg

Lebensraum: Der UHU sitzt tagsüber unbeweglich im Halbdunkel des Waldes in einer Astgabel oder in einer Felsnische, er ist durch sein geflecktes Gefieder trotz seiner Größe schwer zu entdecken. Haben ihn trotzdem Kleinvögel gesichtet, erheben sie ein lautes Geschrei und verraten so den Greifvogel, der dann aufgeregt seine Federohrbüschel stellt und sich vielleicht nach einem neuen Ruheplatz umsieht. Überall, wo der Mensch dem Uhu nicht nachstellt und wo die Landschaft nicht verdrahtet ist, kommt der imposante Greifvogel vor, sofern er dort genügend Brutmöglichkeiten und Nahrung vorfindet.

Nahrung: Uhus jagen in der Dämmerung, manchmal sind sie bereits kurz vor Sonnenuntergang unterwegs. Zu seiner Beute, die er mit seinen kräftigen Fängen schlägt, zählen vor allem Vögel bis zur Größe eines Habichts, Hasen, Ratten, Mäusen, Igeln, Habichten, Krähen und anderen Rabenvögeln und erbeutet zuweilen sogar den großen Auerhahn.

Dieses Foto wurde und freundlicherweise von Frau Dr. Monika Kirk – www.eulenwelt.de zur Verfügung gestellt

Er schlägt den Hasen und den Igel, er holt die Krähe aus dem Schlaf und das Eichhörnchen aus dem Gipfel. Auch Frösche und Fische verschmäht er nicht. Alles wird mit Haut und Haaren verschluckt und nach einiger Zeit würgt er die unverdaulichen Reste als Gewölle wieder hervor. Größere Teile werden an bestimmten Rupfstellen, nicht selten auch am Brutplatz gerupft und zerkleinert.
Durch solche Plätze und seinen markanten Ruf verrät der sonst heimliche Vogel seine Anwesenheit.

Zugverhalten: Der Uhu gehört in Südtirol zu dem an stärksten gefährdeten Vogelarten und kommt nur vereinzelt in felsigen Steinhängen horstend, verdient er als seltenes Restwild Schonung und Schutz. Dort, wo er heimisch ist, bleibt er das ganze Jahr über.

Fortpflanzung: Da er im Allgemeinen in seinen Ansprüchen nicht sehr wählerisch ist, findet er bei uns vor allem in Felswänden oder in Steinbrüchen eine Nistmöglichkeit. Er weicht aber auch auf verlassene Greifvogelhorste aus, oder brütet in flachen Waldgebieten auch auf dem Boden. Im März, wenn teilweise noch Schnee auf den Felshängen liegt, beginnt die Paarungszeit. Unermüdlich kann man dann bis zu 100 mal sein dumpfes “wuoh,wuoh” (woher auch sein Name stammt) in der letzten Dämmerung bis zu 5 km weit rufen hören, bis mit einem höheren Ton ein Weibchen darauf antwortet und ihre Töne in ein kehliges Kichern übergehen. Schaurig erklingen Ihre Rufe und die hitzigen Zweikämpfe der Männchen erfüllen die mondhellen Nächte mit ihren wilden Jagden. Sind sich dann beide Partner einig, geht´s auf Wohnungssuche. Bei der Einrichtung macht das Paar offenbar keine großen Umstände. Ein paar Zweige werden zusammengetragen und wenn es hoch her geht, die Härte des Horstes mit etwas Laub oder den Gefiederresten seiner Beute gemildert. Darauf legt das Weibchen seine 2-3 rundlichen, weißen Eier.
Während der Brutzeit wird sie vom Männchen fleißig mit Nahrung versorgt, bis nach 35 Tagen die Jungen im Abstand von mehreren Tagen schlüpfen und als mollige Flaumkugeln zwischen den Fängen der Mutter nach Nahrung betteln. Die Uhu´s sind fürsorgliche Eltern, die Ihren Nachwuchs vor Regen oder zu starker Sonne schützen und unermüdlich Futter herbeischleppen, trotzdem hängt der Bruterfolg von dem vorhandenen Nahrungsangebot ab. Sind einmal nicht genügend Beutetiere zu erwischen, geht das kleinste Junge ein. Wenn bei der jungen Brut die ersten Federn sprießen, beginnen sie im Alter von ca. 6 Wochen schon Ausflüge durch Felsen oder Gestrüpp der Umgebung zu machen und sind mit 9 Wochen flügge. Sie werden aber noch lange versorgt, bis sie mit ca. 5 Monaten das Brutrevier verlassen um ein eigenes Revier zu suchen.
Uhu´s sind ausgesprochen standorttreu und leben in Dauerehe, nur außerhalb der Brutsaison streifen sie auch alleine in dem ca. 150qkm großen Gebiet umher. Der UHU weiß mit Fallwild aufzuräumen.