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Jagdwaffen – Handhabung

“Der Lauf schießt – der Schaft trifft “

Die Schäftung muss ein schnelles Anschlagen und unverkrampftes sowie ungehindertes Zielen gewährleisten. Dazu muss die Schaftlänge und Schaftform zur Körpergröße und Figur des Schützen passen. Jäger mit kürzeren Armen benötigen Büchsen oder Flinten mit einer kürzeren Schaftlänge als umgekehrt. Für Links- oder Rechtsschützen muss die Waffe entsprechend geschäftet (geschränkt) sein. Der Pistolengriff soll eine gute Führung und einen festen Griff der Waffe gewährleisten: Funktionalität geht vor Ästhetik.

Auf den Abzug kommt es an: Ganz entscheidend für einen sicheren Schuss ist der Abzug bzw. das Abzugssystem. Dabei unterscheidet man Abzüge mit Stecher, wodurch der Abzugswiderstand erheblich reduziert wird. Man unterscheidet den Deutschen Stecher oder Doppelzüngelstecher und den Französischen oder Rückstecher.

Entscheidend ist, dass der Abzug zwar trocken aber nicht so fest steht, so dass die Waffe beim Abziehen nicht verrissen (aus der Zielbahn gerissen) wird. In diesem Fall wird das Ziel meist unterschossen. Ist der Abzug zu weich, besteht die Gefahr, dass sich ungewollt der Schuss löst, bevor man sicher im Ziel ist.

Als Visiereinrichtung wird bei Jagdbüchsen fast ausschließlich ein Zielfernrohr verwendet. Diese gibt es heute für jeden Zweck oder jagdlichen Einsatz, als Drückjagd- oder Nachtjagdglas mit verschiedenen Absehen, Vergrößerungen und Objektivdurchmessern und Leucht- oder Leuchtpunktabsehen mit feststehender oder variabel einstellbarer Vergrößerung. Drückjagdgläser haben meist eine Vergrößerung zwischen 1,5 bis vierfach und bilden somit einen größeren Ausschnitt des Hintergrundes ab. Nachtjagdgläser benötigen einen großen Objektivdurchmesser (damit entsprechend viel Licht einfallen kann); in der Regel sind das 56 Millimeter. In Ausnahmefällen (Nachsuche, Drückjagd auf kurze Entfernung) wird auch mit der Büchse noch über „Kimme (Visier) und Korn“ über die so genannte offene Visierung geschossen. Nicht unwichtig für ein sicheres Schießen ist auch das Gewicht der Büchse, sie soll führig sein und auch gut und ausgewogen mitschwingen. Eine etwas schwerere Waffe (zirka fünf Kilogramm) liegt oft ruhiger in der Hand als zu leichte Büchsen. Abhängig ist das aber vom Einsatzzweck. Eine Pirschwaffe für die Hochgebirgsjagd wird man nicht so schwer wählen, wie eine Matchwaffe, die ausschließlich für den Schießstand gedacht ist.

Das Gewicht der Waffe beeinflusst auch den Rückstoß bei starken Kalibern. Zu leichte Waffen verleiten den Schützen eher zu dem so genannten „Mucken“: Der Schuss wird aus Angst vor dem Rückschlag verrissen.

Die Waffe muss sicher beherrscht werden: Für ein treffsicheres Schießen ist die erste Voraussetzung, dass die Waffe, ihre Funktionsweise (Laden, Entladen, Spann- und Umschalthebel, Sicherung, Stecher), beherrscht wird und der Schütze mit dem Umgang absolut sicher vertraut ist. Es ist generell auf einen sicheren Kugelfang zu achten.
Zweites muss man beim Schießen alle Fehler vermeiden, die die Treffpunktlage beeinflussen können. Der Lauf oder der Schaft dürfen nicht direkt auf eine harte Unterlage gelegt werden. Der Lauf darf beim Schießen nicht von der Führhand krampfhaft umschlossen werden. Es darf nicht fest am Gewehrriemen gezogen werden, wenn dieser direkt am Lauf befestigt ist. Bei kombinierten Waffen muss die Treffpunktabweichung bei schneller Schussfolge (klettern) beachtet werden, und durch den so genannten „Ölschuss“ kann es ebenfalls zu Trefferabweichungen kommen. Empfindlich ist die Zielfernrohrmontage gegen Stoß und Schlag.

Beide Arme müssen sicher aufliegen: Eine gute Schießleistung ist dann gegeben, wenn sowohl der Führarm als auch der Schießarm sicher aufliegen. Das ist am besten auf den Ansitzeinrichtungen gewährleistet (Hochsitz, Schirm, Ansitzbock, Leiter). Man kann dort auch entsprechende bewegliche Auflagen als zusätzliche Hilfsmittel nutzen. Der Hochsitz darf nicht zu groß sein; in dem Fall verursacht ein Herumrutschen immer störende Geräusche und die sichere Armauflage ist dann auch nicht gegeben.
Im Moment der Schussabgabe muss man sich bemühen, den Körper völlig ruhig zu stellen (Atemtechnik).
Wenn es die jagdliche Situation erlaubt, sollte der Jäger beim Schießen immer beide Arme auflegen. Auch die einzelnen Anschlagarten sollte der Jäger auf dem Schießstand trainieren.
Bei der Pirsch wird am ehesten stehend angestrichen geschossen. Dazu benutzt der Jäger einen Zielstock, das kann ein einfacher Stock, ein Teleskopstock, ein Zwei- oder Dreibein sein. Auch an einem Baum oder Ast kann man stehend anstreichen. Liegend aufgelegt wird man nur selten, meist im Gebirge schießen. Auch hierbei ist die beidseitige Armauflage entscheidend, unterstützend können der Rucksack oder das Ansitzkissen zu Hilfe genommen werden.
Auch in den Anschlagarten „kniend“ und „sitzend“ sollte der Jäger immer darauf achten, dass der Führarm sicher aufliegt, der Führarm liegt in diesem Fall auf dem Knie des Jägers. Sie ist auf jeden Fall die bessere Variante als stehend freihändig zu schießen.
Stehend freihändig wird meist auf bewegliche Ziele (Drückjagd) geschossen. Als Übungsdisziplin dient dazu der „Laufende Hase“ oder man übt im „Schießkino“. Drückjagdschießen will gelernt sein, das Wild kommt auf unterschiedliche Entfernungen, im Troll oder hochflüchtig, in den unterschiedlichsten Anlaufwinkeln, und es bedarf großer Erfahrungen und guter Schießfertigkeit, um flüchtiges Wild sicher mit der Kugel zu treffen.

Die wichtigsten Jagdgewehre

Unter Jagdwaffen werden alle Waffen verstanden, die laut Gesetz auf der Jagd benutzt werden dürfen. Grundsätzlich werden hierbei zwei Gruppen von Waffen unterschieden:

  • Schusswaffen
  • Blankwaffen

Schusswaffen werden in folgende Jagdwaffen unterteilt:

Flinten (Schrotgewehre) sind Waffen für den Schrotschuss bestimmt

Büchsen (Kugelgewehre) sind für den Kugelschuss bestimmte Gewehre. Der Büchsenlauf hat innen die Züge (“gezogener Lauf”) die dem Geschoss eine Drehung (Drall) um seine Achse geben und dadurch sein Überschlagen verhindern. Man unterscheidet Kipplaufbüchsen und Repetierer.
Kombinierte Waffen  sind Gewehre, bei denen Schrot- und Kugellauf (Läufe) miteinander verbunden sind z.B. Drillinge und Büchsflinten.

Nach den Läufen unterscheidet man EINLÄUFIGE und MEHRLÄUFIGE Gewehre, wie Doppelflinte, Doppelbüchse, Büchsflinte, Drilling, Doppelbüchsdrilling, Vierling; ist das Laufpaar nicht nebeneinander, sondern übereinander angeordnet, so spricht man von Bockdoppelflinte usw.

Blankwaffen: Pfeil und Bogen, Messer, Säbel, Degen, Dolche, Schwerter……… Mit der Verbreitung der Jagd, die an vielen europäischen Adelshöfen gepflegt wurde, kamen am Ende des 15. Jahrhunderts spezielle, für die Jagd hergestellte Blanwaffen in Gebrauch. Der nun einsetzende Differenzierungsprozeß führte zur Herstellung von speziellen Waffen für den jeweiligen Jagdzweck. Ein deutlich gestiegener Aufwand bei der Jagd und das spezialisierte Handwerk förderten sowohl die Herstellung als auch den Absatz der Waffen. Das betraf die Blank- und die Feuerwaffen gleichermaßen. Blankwaffen wurden zum Töten und Zerlegen des Wildes, zum Abhauen von Ästen, oder für die Herrichtung eines Jagdstandes benötigt. Die Stangenwaffen dienten der Jagd auf Bären und Wildschweine. Die Einführung der Feuerwaffen am Anfang des 16. Jahrhunderts brachte einen tiefen Einschnitt in die Geschichte der Jagd und zog grundlegende Veränderungen der Jagdmethoden nach sich. Obwohl die Feuerwaffen auf die Ausübung der Jagd wesentlichen Einfluß hatten, überwog im 16. und 17. Jahrhundert die Verwendung der Blankwaffen. Die ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts produzierten Jagdschwerter waren in erster Linie Stichwaffen, denn einem Wildschwein oder Bären konnte man mit Schwerthieben wenig anhaben. Vielmehr wurde das von den Hunden gestellte oder schon verwundete Wild mit einem gezielten Stich getötet. Einen angreifenden Eber mit einem Schwert zu töten, erforderte viel Mut und Geschicklichkeit. Gewöhnlich stieg der Reiter vom Pferd, umfaßte das Schwert mit zwei Händen und stützte sich auf das rechte Knie. In dieser Stellung erwartete er das herausstürmende Tier, das zwischen Hals und Schulter direkt ins Herz getroffen werden mußte, so daß es sofort tot zusammenbrach. Für die geschilderten Zwecke hatte das Jagdschwert eine breite Rückenklinge, die oft erst im unteren Viertel zweischneidig zugeschliffen wurde. Damit die Waffe mit beiden Händen umfaßt werden konnte, findet man an den Jagdschwertern oft einen Griff “zur anderthalben Hand”. Aus diesen Jagdschwertern entstanden vermutlich am Ende des 15. Jahrhunderts Blankwaffen, die nur für die Schweinsjagd geeignet waren. Man nimmt an, daß es sich hierbei um eine Erfindung Kaiser Maximilians I. handelt. Die Waffen sind überwiegend mit einem konventionellen Kreuzgefäß ausgestattet, das für die mittelalterlichen Schwerter üblich war. Lediglich die Klinge hatte eine besondere Form: die verbreiterten Vorderenden waren zweischneidig angeschliffen, während Dreiviertel der Klinge häufig aus einem stählernen Vierkant oder Rundstab bestanden. Hinter der Schneide saß ein kurzer Knebel, der das zu tiefe Eindringen des lanzettenförmigen Blattes verhindern sollte. Da das Schwert beim Reiten in einer Lederscheide getragen wurde, machte man die Querknebel beweglich, so daß sie sich erst beim Ziehen aus der Scheide aufrichteten. Nur wenige dieser speziellen Jagdwaffen sind erhalten geblieben

TEILE DES GEWEHRES, IHRE AUFGABE, BESCHAFFENHEIT und ANORDNUNG 

Die Schusswaffe besteht aus folgenden Teilen

  • der Lauf,
  • der Verschluß ( Schloß ),
  • das Patronenlager,
  • bei Kurzwaffen das Griffstück oder sonstige Waffenteile, die zur Aufnahme des Auslösemechanismus bestimmt sind.
  • die Abzugsvorrichtung
  • die Visiereinrichtung,
  • der Schaft ( Griffstück )
  • Mehrschußeinrichtung ( Magazin oder Trommel)

Jedes Gewehr besteht aus dem Lauf mit dem Patronenlager, der Zielvorrichtung, aus dem Verschluss mit dem Schloss, der Sicherung (nicht bei Hahngewehren und sonstigen Handspannern), der Abzug- und gegebenenfalls Stechervorrichtung sowie dem Schaft mit der Garnitur

Im GEWEHRLAUF spielt sich die Schussentwicklung der Patrone ab. Er hat den Gasdruck aufzufangen und muss der Pulvervorlage (Einzelgeschoß oder Schrote) die Führung geben. Der Lauf muss so lang sein, dass das Pulver zur restlosen Ausnutzung ganz verbrennen kann, ehe das Geschoß den Lauf verlässt. Die gebräuchlichen Lauflängen liegen zwischen 60 und 72 cm.

Die Läufe mehrläufiger Gewehre werden miteinander verbunden (wobei die Läufe auf ganzer Länge miteinander sowie mit der Laufschiene verlötet werden) gibt es auch Doppelflinten. Doppelbüchsen, Büchsflinten und Drillinge mit >freiliegenden Läufen<, das heißt die Läufe (bei Drillingen der Kugellauf) sind nur im Bereich des Patronenlagers sowie an der Mündung miteinander verbunden. Dadurch soll erreicht werden, dass sich Ausdehnung und Schwingung der Läufe (Infolge  Druck und Erwärmung bei der Schussentwicklung) weniger nachteilig auf die Treffgenauigkeit auswirken, als das bei fester Verbindung der Fall ist, vor allem bei einer Folge von  mehreren Schüssen.  Das hintere Ende des Laufes enthält das Patronenlager, ihm folgt der Übergangskegel, der in Laufbohrung (glatt oder gezogen) übergeht. Das Innere der Laufbohrung heißt man Laufseele, die durch ihre Mitte verlaufend gedachte Achse Seelenachse. Die innere Weite des Laufes nennt man Kaliber. Eine Laufschiene, auf der die Visiereinrichtung angebracht ist, haben alle mehrläufige Gewehre; bei den einläufigen fehlt sie oft. Unter WECHSELLÄUFEN versteht man Laufpaare /Z.B. Doppelflintenläufe – Büchsenflintenläufe), die man austauschbar in den gleichen Verschlusskasten einklinken kann. Das hintere Ende des Laufes enthält das Patronenlager, ihm folgt der Übergangskegel, der in Laufbohrung (glatt oder gezogen) übergeht. Das Innere der Laufbohrung heißt man Laufseele, die durch ihre Mitte verlaufend gedachte Achse Seelenachse. Die innere Weite des Laufes nennt man Kaliber. Eine Laufschiene, auf der die Visiereinrichtung angebracht ist, haben alle mehrläufige Gewehre; bei den einläufigen fehlt sie oft. Unter WECHSELLÄUFEN versteht man Laufpaare /Z.B. Doppelflintenläufe – Büchsenflintenläufe), die man austauschbar in den gleichen Verschlusskasten einklinken kann. Nur amtlich geprüfte d.h. beschossene Gewehre dürfen feilgehalten oder anderen überlassen werden. Das Prüfzeichen muss an sichtbarer oder leicht zugänglichen Stelle auf Lauf und Verschluss angebracht sein. Die Beschussstempel der Bundesrepublik zeigen Bundesadler und darunter die Buchstaben M =Vorbeschuss mit Schwarzpulver, N = Endbeschuss mit Nitronpulver, SP= Endbeschuss mit Schwarzpulver, I = Instandsetzungsbeschuss, daneben das Zeichen des Beschußamtes und Monats- und Jahreszahl des Beschusses. Auch wird das Kaliber (Z.B. 16/70 oder 7X57) eingeschlagen. auf Gewehren, die nicht amtlich beschossen sind, darf nicht geschossen werden. 

Die Laufdichte ist von der Belastung abhängig. Büchsenläufe müssen wegen sehr hohen Gasdrucks (bis etwa 4000kp(cm2 oder 4000 bar) dickere Wände haben als Schrotläufe, die nur einen Gasdruck bis etwa 800kp/cm2 auszuhalten haben.

Aus dem FLINTENLAUF wird die Schrotladung verschossen. Die Laufwand ist innen glatt, manchmal sogar verchromt. die Läufe haben heute meist eine Würgebohrung (Choke9, d.h. der Lauf ist nicht in einer ganzen Länge gleich weit (Zylinderbohrung), sondern verengt sich kurz vor der Mündung um wenige Zentelmillimeter. die Schrote werden hierdurch besser zusammengehalten und ein Schuss auf etwa größere Entfernung ermöglicht. Am gebräuchlichsten sind Kaliber 12, 16 und manchmal auch 20. Die Kaliberzahl bedeutet ursprünglich die Zahl der Rundkugeln des betreffenden Durchmessern, die auf ein englisches Pfund (453g) gingen. Die lichte Weite beträgt im Mittel bei Kaliber 12: 18,4 mm, bei Kaliber 16: 17,0 mm usw. Kaliber 12 ist also das größte, Kaliber 20 das kleinste der heute gebräuchlichen Schrotkaliber- dementsprechend schwankt auch die Menge der möglichen Schrotladung.

Der BÜCHSENLAUF ist aus bestem, oftmals rostträgem Stahl gebohrt. Im Gegensatz zum glatten Schrotlauf ist der Büchsenlauf gezogen, d.h. in ihn sind Rillen (Züge (eingearbeitet, zwischen denen erhabene Balken (Felder) stehen. KALIBER, ist die Bezeichnung des Laufinnendurchmessers, der Laufweite, aber auch des Geschossdurchmessers. Bei gezogenen Läufen differenziert man das Bohrungs- – Felder- und das Zug-Kaliber. Neben dem ursprünglichen Sinn des Kalibers (Laufinnen-Maß) hat sich eine andere Bedeutung ergeben: Man spricht vom „Kaliber“ 7×64, wenn man eigentlich die Patrone 7×64 meint. Die tatsächlichen Kaliber- Maße wie Zug, Feld- und Geschossdurchmesser müssen nicht der nominellen Kaliber-Bezeichnung entsprechen. So misst das Geschoss beim 6,5×57-Kaliber zum Beispiel 6,71Millimeter. Das zweite Maß steht für die Hülsenlänge in Millimetern, wobei auch diese Angabe nicht immer exakt ist. Auch die amerikanischen und englischen Kaliber-Bezeichnungen sind nicht genau. Im Kaliber (Geschossdurchmesser) .308 (=0,308 Zoll) gibt es zum Beispiel mehr als vier Kaliber-Bezeichnungen.

Züge und Felder verlaufen in schraubenartiger, Drall genannter Windung

BÜCHSENSCHUSS mit Schussablauf: Der Drall soll dem Geschoß die nötige Drehung um seine Längsachse geben, damit es auf seiner Flugbahn eine stabile Lange einnimmt. Die hierfür erforderliche Umdrehungszahl (je Sekunde bis zu 3800) des Geschosses wird bestimmt durch seine Länge im Verhältnis zu seinem Durchmesser (Kaliber)  und durch seine  Fluggeschwindigkeit (siehe Skizze).

PATRONENLAGER: Es hat die Aufgabe, die Patronen aufzunehmen und muss, da es den Gasdruck voll aushalten muss, besonders stark und genau kalibriert sein. Ist es zu weit, so zerreißen beim Schuss die Patronenhülsen; ist es zu eng, so entstehen Ladehemmungen oder auch Gasdrucksteigerungen.

VERSCHLUSS: Der Verschluss hat die Aufgabe, den Lauf nach hinten abzuschießen und den Gasdruck aufzufangen. Es gibt verschiedene Systeme: Kipplauf-,Block-,Kammerverschluss (Zylinderverschluss).

Kipplaufverschlüsse: Die Läufe drehen sich um ein Scharnier des Verschlusskastens. Sie werden durch – meist mehrfach – Riegel in ihrer Verschlusslage gehalten. Je nach Konstruktion greifen die Riegel in Haken oder Zapfen der Läufe ein, oder auch in Ausnehmungen, die in die hinteren Enden der Läufe selbst eingearbeitet sind. Kipplaufverschlüsse sind bei allen mehrläufigen Kipplaufbüchsen -und Flinten.

 Kammer- oder Zylinderverschlüsse: Hier ist an das hintere Laufende ein Verschlussgehäuse (Verschlusßhülse)angeschnauft, in dem ein Verschlussstück in Zylinderform (Kammer) vor und zurück bewegt werden kann, das bei geschlossenem Zustand mit dem Lauf fest verriegelt ist. Dieser Verschluss hält stärkerer Beanspruchung stand. Er kommt nur bei feststehenden Laufsystemen in Betracht, also vor allem bei Repertierbüchsen (siehe Skizze R 93 Blockverschlüsse: Ein beweglicher Metall-Block verriegelt den Lauf nach hinten, wobei der Block je nach System anders angeordnet ist. Die berühmtesten und auch heute noch angewandten Systeme sind der Fallblock- und der Vertikalblockverschluß. Der Fallblockverschluß wird bei Kipplaufwaffen verwendet. Diese Verschlußbauweise ermöglicht besonders kurze Waffen.
Nur das Laden dauert länger als bei Repetierwaffen.  Der Vertikalblockverschluß eignet sich besonders für schwere Büchsen-Kaliber.
Solche Verschlüsse finden besonders bei einläufigen Einzelladebüchsen

Anordnung der Läufe bei den Jagdgewehren 

SPANNEN, LADEN, SICHERN, ENTSICHERN, STECHEN

LADEN: KIPPLAUFGEWEHRE macht man schußfertig, das heißt, man spannt und lädt sie, indem man mittels des Verschlußhebels den Laufverschluss öffnet, so daß die Läufe heruntergekippt werden. Die Patrone wird in das Patronenlager eingeführt, bis sich der Patronenboden in den Patronenauszieher einfügt.Durch das Zusammenklappen des Gewehres schließt sich der Verschluß. Nie schlage man den Verschluß schnell und gewaltsam zu.

SPANNEN:  Bei selbstspannenden Kipplaufgewehren haben sich die Schlosse beim Abkippen der Läufe gespannt. Nach Schließen des Verschlusses ist das geladene Gewehr also unmittelbar schußbereit. Soll nicht gleich geschossen werden, ist das Gewehr daher unbedingt zu sichern!  Kipplaufgewehre mit Handspannung werden durch das Abkippen der Läufe gespannt. Das geladene Gewehr ist also mit ungespannten Schlossen in höchst sicherem Zustand, braucht daher nicht gesichert werden. Erst unmittelbar vor dem Schuß wird das Schloß durch Betätigen der Spannvorrichtung (zurückziehen der Hähne gespannt.

Bei REPETIERBÜCHSEN werden durch Zurückziehen des Kammerverschlusses (siehe Foto), wobei die leere Patronenhülse ausgezogen und ausgeworfen wird, und durch dessen Vorschieben (neu laden und spannen) nachgeladen. Dieser Vorgang wird Repetierer genannt. Bei Repetierer öffnet man den Kammerverschluß, somit liegt die Mehrladevorrichtung (Magazin) frei, in die die Patrone eingelegt wird. Man soll die Patrone nicht direkt in das Patronenlager einführen, sondern sie , um konstruktionsbedingte Ladestörungen bei bestimmten Verschlußsystemen auszuschalten, grundsätzlich in das Magazin einlegen. Dann wird der Verschlußhebel wieder nach vorn geschoben – wobei aus dem Magazin eine Patrone in das Patronenlager gleitet – und der Verschluß verriegelt, indem der Verschlußhebel zur Seite herumgelegt wird. Gleichzeitig ist das Schloß gespannt worden. Deshalb darf abschließend (wen nicht sofort geschossen werden soll das Sichern nicht vergessen werden.

Bei REPETIERBÜCHSEN werden durch Zurückziehen des Kammerverschlusses (siehe Foto), wobei die leere Patronenhülse ausgezogen und ausgeworfen wird, und durch dessen Vorschieben (neu laden und spannen) nachgeladen. Dieser Vorgang wird Repetierer genannt. Bei Repetierer öffnet man den Kammerverschluß, somit liegt die Mehrladevorrichtung (Magazin) frei, in die die Patrone eingelegt wird. Man soll die Patrone nicht direkt in das Patronenlager einführen, sondern sie , um konstruktionsbedingte Ladestörungen bei bestimmten Verschlußsystemen auszuschalten, grundsätzlich in das Magazin einlegen. Dann wird der Verschlußhebel wieder nach vorn geschoben – wobei aus dem Magazin eine Patrone in das Patronenlager gleitet – und der Verschluß verriegelt, indem der Verschlußhebel zur Seite herumgelegt wird. Gleichzeitig ist das Schloß gespannt worden. Deshalb darf abschließend (wen nicht sofort geschossen werden soll das Sichern nicht vergessen werden.

SICHERN. SOBALD EINE PATRONE IN DAS PATRONENLAGER ODER IN DEN LAUF EINGEFÜHRT WURDE, IST DIE WAFFE SOFORT ZU SICHERN. BEIM LADEN DER WAFFE IMMER DEN LAUF VOM JAGDBEGLEITER ODER ANDEREN PERSONEN IN UNMITTELBARER NÄHE ABDREHEN!  Gerade beim pirschen, immer wieder nachkontrollieren, ob das Gewehr gesichert ist.

ENTSICHERN: Entsichert wird das Gewehr erst möglichst kurz vor Abgabe des Schusses. also nicht mit entsichertem Gewehr pirschen oder das entsicherte Gewehr auf dem Hochsitz neben sich stellen oder hängen, sondern erst im Anschlag entsichern (bzw. Handspanner spannen) ! Das gilt auch für die Flinte. Für den geübten Schützen geschieht das Anbacken der Flinte mit gleichzeitigem Vorschieben des Sicherungsschiebers durch den Daumen der rechten Hand auf den Kolbenhals in einer fließenden Bewegung, ohne daß durch das Entsichern eine Verzögerung eintritt. Kann der beabsichtigte Schuß nicht abgegeben werden, ist das Gewehr gleich wieder zu sichern,

STECHEN (einstechen) darf man ein Büchsenschloss auf jeden Fall erst im Anschlag, nachdem das Gewehr entsichert ist und unmittelbar bevor der Schuß abgegeben werden soll. Wird der Schuß nicht abgegeben, so ist das Gewehr zunächst wieder  zu sichern und dann sofort zu entstechen.

ENTSTECHEN: Hat man mit schußbereitem Gewehr in Anschlag gelegen und bereits eingestochen, kommt jedoch nicht dazu, den Schuß abzugeben, so muß man entstechen (abstechen), da ja jede feinste Berührung des Abzugs sowie jede Erschütterung des Gewehres den Schuß auslösen kann.  Auf jeden Fall muß vor dem Entstechen die Waffe wieder  gesichert werden! Außerdem ist zu empfehlen, nach dem Sichern und vor dem Entstechen noch den Verschluss zu öffnen. Läßt es die Bauart des Gewehres nicht zu, im gesicherten Zustand den Verschluß zu öffnen, so ist das Sichern vor dem Entstechen wichtiger als das Öffnen des Verschlusses. Es wäre sogar gefährlich, bei eingestochenem und entsichertem Schloß zunächst den Verschluss zu öffnen, da bei der dazu nötigen Hantierung bereits der Schuss brechen könnte. Hat man gesichert und den Verschluss geöffnet, so kann einfach entstochen werden, indem man den Abzug zieht. Dabei entsteht ein knackendes Geräusch.

NACHLADEN:  Ist der Schuß abgegeben, muß nachgeladen werden. Das Kipplaufgewehr klappt man dazu auf, entnimmt die vom Patronenauszieher aus dem Patronenlager herausgezogene leere Patronenhülse und lädt die Waffe neu. Ejektor-Gewehre schleudern die leere Patronenhülse selbstständig sofort bei Öffnen des Verschlusses aus. Ist eine verschossene und eine leere Patrone um Patronenlager, so wird nur vom Ejektor die verschossene ausgeworfen, die nicht verschossene bleibt im Lauf.

TEILE DES GEWEHRES, IHRE AUFGABE UND BESCHAFFENHEIT 

SCHLOSS: Das Schloß hat die Aufgabe den Schuss zu lösen. Durch Druck gegen den Abzug werden verschiedene Hebelwirkungen ausgelöst, die den durch eine starke Feder zurückgehaltenen Schlagbolzen oder Zündstift freigeben. Dieser schlägt auf das Zündhütchen der Patrone; die dadurch erzeugte Flamme entzündet die Pulverladung. Es gibt verschiedene Schlosse: HAHNSCHLOSSE mit außen liegenden, von der Hand zu spannenden Hähnen bzw. Schlagstücken, hahnlose SELBSTSPANNSCHLOSSE mit innen liegenden Schlagstücken, BLATTFEDER- UND SPIRALFEDERGESCHOSSE. Immer sind sie in die Verschlusssysteme  der Gewehre eingebaut.

PATRONENAUSZIEHER: Der Patronenauszieher hilft bei der Entnahme der Patrone aus dem Patronenlager. Bei den Zylinderschlössern besteht der Auszieher in der Kralle, die vorne am Verschlusszylinder angebracht ist (siehe Skizze) . Diese Kralle greift beim Einführen der Patrone (vom Magazin in das Patronenlager) in die Ausziehrille der Patrone ein. Beim Zurückziehen des Verschlusszylinders löst sich die Kralle aus der Ausziehrille, während der Verschlusszylinder den Patronenhülsenboden gegen einen Ansatz drückt und damit die Hülse auswirft.

Bei Kipplaufgewehren besteht der Auszieher in einem – bei kombinierten Gewehren geteilten – Schieber, Dieser greift hinter den Patronenrand. Beim öffnen des Verschlusses zieht er die Patrone soweit aus dem Patronenlager, dass man die Hülse mit den Fingern fassen und herausnehmen kann. Der Schieber kann auch so konstruiert sein, dass er selbsttätig arbeitet (Auswerfer oder Ejektor), indem mit dem Abkippen der Läufe, also mit dem Spannen der Schlosse, eine starke Feder den Schieber zurückschnellen lässt, womit die  Hülse der abgefeuerten Patrone ausgeworfen wird. Nicht abgeschossene Patronen bleiben im Lauf.

SICHERUNG:  Die Sicherung hat zu verhüten, dass unbeabsichtlich durch den Druck auf den Abzug des gespannten Schlosses oder durch eine äußerliche starke Erschütterung des Gewehres ein Schuss ausgelöst wird. Eine geladene und gespannte Waffe stellt ein großes Risiko dar. Ein Schuss kann ungewollt nicht nur durch Handhabungsfehler (unbeachtsichtliches Berühren des Abzuges Sturz mit der Waffe etc. ), sondern auch durch mechanische Mängel lösen. Wir unterscheiden Abzugs-, Stangen- oder Schlagstücksicherungen, je nachdem der Abzug selbst, das Schlagstück (Hahn) oder die Stange (Verbindungsstück zwischen Abzug und Schlagstück) arretiert wird. Die Sicherung wird mit dem Schieber, Flügel oder Hebel betätigt. Sehr sicher. setzt allerdings eine besondere Konstruktion (Hahnspannerschlosse) voraus. Früher nur bei Kipplaufwaffen und hier teilweise auf ein Schloß bei kombinierten Waffen beschränkt. Heute auch bei Repetierer (Blaser) zu finden. DIE BESTE UND SICHERSTE SICHERUNG BEI EINER WAFFE IST IMMER DAS ENTLADEN (entnehmen der Patrone).

ABZUG UND STECHER:  Mit dem Abzug wird das Schloss betätigt. Der Abzug der Flinte soll “weich stehen”, so daß der abziehende Finger nicht zu großen Widerstand findet. Auch bei Büchsen ist ein solcher Flintenabzug von Vorteil, wenn auf bewegte Ziele geschossen wird. Für den genauen “Punkteschuss” zumal auf größere Entfernung, hat man nach Möglichkeiten gesucht, beim Betätigen des Abzugs den Schuss besonders präzise auszulösen. Der diesem Zwecke bei Militärgewehren übliche “Druckpunktabzug” ist für Jagdbüchsen weniger gebräuchlich. Dagegen hat sich der “Stecherabzug” eingebürgert. Dabei handle es sich um eine Vorrichtung, die es ermöglicht, das Schloß so fein einzurasten, daß der Schuß schon bei einer ganz feinen Berührung des Abzugs bricht. “Eingestochen” wird das Schloß entweder durch einen eigenen zweiten Abzug oder “deutschen Stecher”, vor allem bei Repetierbüchsen und einläufigen Büchsen, oder indem der Abzug selbst zunächst nach vorne gedrückt wird, vor allem bei mehrläufigen Gewehren. Durch eine Schraube kann der Stecher feiner oder gröber eingestellt werden.

SCHAFT:  Der Schaft des Gewehres besteht aus Vorderschaft  der vor dem Abzugbügel liegende Teil) und Hinterschaft, er ist meist aus Nussbaumholz gefertigt. Her Hinterschaft (aus Kolbenhals und Kolben bestehend) muss dem Schützen angepaßt sein.  Der Lauf schießt – der Schaft trifft . Von Bedeutung sind hier die Länge gemessen vom Abzug bis zur Kolbenkappe, die Senkung (Abstand der Oberkante des Kolben von der verlängerten Visierlinie) und die Schränkung (seitliche Ausbringung des Hinterschaftes aus der verlängerten Visierlinie). Lange Arme und langer Hals erfordert einen längeren, starker gesenkten Schaft als normal. Vor allem für den treffsicheren Flintenschuß ist es vorteilhaft, wenn der Schaft als “Maßschaft” ganz den persönlichen Maßen des Schützen angepaßt ist. 

Gewehre werden nach den verschiedenen Verschlußarten (Kipplauf-, Block-, Zylinderverschluß) als Kipplauf- usw. Gewehre bezeichnet.

Handspanner

Nach dem Schloß unterscheidet man Hahngewehre bzw. Handspanner, mit äußeren Hähnen, bzw. mit Spannschieber oder – Hebel von Hand zu spannen. Die Blaser Repetierbüchse R 93 ist ebenso mit einem Handspanner ausgerüstet, siehe Foto rechts. Eine ausführliche Beschreibung dieser Waffe finden Sie auf unserer Seite unter “Teile des Gewehres und Ihre Beschaffenheit”  Hahnlose Gewehre,  mit inneren Hähnen, die sich von selbst beim Öffnen des Verschlusses spannen, nennt man Selbstspanner. Auch Kombinationen von Hand- und Selbstspannersystemen sind gebräuchlich (z.B. die separate Kugelschlosspannung bei manchen Drillingen oder Selbstspannerschlosse, die nachträglich von Hand entspannt werden können).

Nach der Ladefähigkeit unterscheidet man Einzellader, Mehrlader und Selbstlader.

Das Einzelladesystem ist dadurch gekennzeichnet, dass in das Gewehr je Lauf nur eine Patrone, und zwar von Hand geladen werden kann. Alle mehrläufige Gewehre sowie einige einläufige Gewehre sind Einzellader.

Das Mehrladesystem wird für einläufige Gewehre – vorwiegend bei Repetierbüchsen- verwendet. Es ist gekennzeichnet durch ein Magazin, das unter dem Verschluss oder dem Lauf angebracht ist, und mehrere Patronen fasst. Beim Öffnen des Verschlusses durch den Schützen wird die Hülse aus dem Lauf ausgeworfen, beim Schießen eine neue Patrone aus dem Magazin geladen

 

Selbstladesystem

Beim Selbstladesystem, das ebenfalls nur bei einläufigen Gewehren verwendet wird, ist nur die Füllung des Magazins von Hand erforderlich. Alle Vorgänge vom Öffnen das Verschlusses nach dem Abfeuern einer Patrone bis zum Schließen des Verschlusses vollziehen sich automatisch, indem dafür der Rückstoß oder der Gasdruck ausgenutzt wird. (Halbautomatik: jeder Schuss erfordert neues Abziehen; Vollautomatik – nur bei Kriegswaffen: Schüsse lösen sich fortlaufend, solange der Abzug gedrückt bleibt..

VISIEREINRICHTUNGEN  – ZIELEN UND SCHIEßEN

Bei Flinten besteht die Visiereinrichtung im allgemeinen nur aus der Laufschiene und dem Korn nahe der Mündung. Es soll etwa 3 mm Durchmesser haben. Vorteilhaft ist eine sattgelbe Farbe. Man zielt, indem man über die Mittellinie der Laufschiene hinweg das Korn auf das Ziel richtet. Die Gewehre mit Büchsenläufen haben außer dem Korn, das auf der Laufschiene oder auf dem Korn, das auf der Laufschiene oder auf dem Kornsattel sitzt, noch ein auf dem hinteren Teil des Laufes (oder der Laufschiene) angebrachtes Visier. Es kann als offenes Visier mit Kimme oder als Lochvisier (Diopter für Scheibenbüchsen oder Ringvisier für Jagdgewehre) ausgeformt sein. Es gibt verschiedene Arten von offenen Visieren: solche mit halbrund, spitzwinkelig oder rechteckig ausgeschnittener Kimme und entsprechendem Korn (Perl-, Dach-, Balkenkorn). Weiter unterscheidet man feststehende und teils selbsttätige – Klappvisiere. Die für jagdliche Zwecke günstige Form des Visiers ist das Balkenvisier, rechteckig mit in der Mitte eingefeilte Kimme. Diese soll so weit sein, dass sie beim Zielen nicht vom Korn ausgefüllt wird. Für genaues Zielen auf kleine oder weit entfernte Ziele ist eine „feine“, für grobes Zielen auf nahe oder bewegte Ziele, z.B. bei Drückjagden, eine „grobe“ Visierung vorteilhaft, die vom Auge leicht erfasst werden kann (kräftiges Rechteckkorn in weiter Kimme). Beim Zielen bringt man Auge, Visier, Korn und Haltepunkt im Ziel in eine Gerade (Visierlinie). Dieser Vorgang wird wesentlich vereinfacht, wenn ein Zielfernrohr verwendet wird. Dabei müssen nur zwei Punkte – das Absehen im Zielfernrohr (z.B. Zielstachel oder Fadenkreuz) und der Haltepunkt im Ziel – in Übereinstimmung gebracht werden. Außerdem ermöglicht die Vergrößerung des Zielfernrohres, auch noch bei schlechtem Licht und auf größere Entfernung sicher zu zielen. Auch Sehfehler des Auges können leicht ausgeglichen werden. Deshalb wird beim Büchsenschuß heute vorwiegend das Zielfernrohr verwendet.

Einschießen: Bei dem Einschießen eines Büchsenlaufes wird die Senkung der Geschossflugbahn unter die verlängerte Seelenachse des Laufes durch eine entsprechende Erhöhung  des Visiers ausgeglichen. Dadurch wird erreicht, dass die Flugbahn des Geschosses die Visierlinie zweimal schneidet; das erst Mal alsbald nach Verlassen des Laufes und das zweite Mal in der Entfernung, auf welche das Gewehr eingeschossen wird. Ist z.B. ein Gewehr auf 150m oder 200 m eingeschossen, so ist die Visierung so eingerichtet, dass sich bei 150 bzw. 200m Entfernung Visierlinie und Geschossbahn schneiden, Treffpunkt und Zielpunkt also zusammen fallen. Soll mit diesem Gewehr auf kürzere Entfernungen geschossen werden, so muss der Haltepunkt entsprechend tiefer gewählt werden. Schießt man auf weitere Entfernung, so muss man entsprechend über den erwünschten Treffpunkt hinausgehen (darüber halten).

 Für das Einschießen der Büchsenläufe mit modernen Patronen, gilt die Faustregel, dass sie auf 100 m Entfernung einen Hochschuß von 4 cm haben sollen, wenn das Gewehr auf 150 m eingeschossen ist. Das ergibt bei Geschossen mit stärker gekrümmter Flugbahn auf etwa 130 m „Fleckschuß“, bei weniger gekrümmten Flugbahnen („rasanten“ Geschossen) auf etwa 150 – 200 m. Diese Entfernung ist in den Schusstafeln als „günstigste Einschießentfernung“ (GEE) für jede einzelne Laborierung angegeben.

Da die verfügbaren Scheibenstände meist auf 100 m angelegt sind, können wir die Gewehre nicht unmittelbar auf diese „günstigste Einschießentfernung“ einschießen, sondern auf der 100-m-Scheibe mit dem entsprechenden „Hochschuß“ (der, wie oben gesagt, meist um 4 cm beträgt). – Ist ein Gewehr auf die jeweils „günstigste Einschießentfernung“ eingeschossen, so ist gewährleistet, dass auf normale jagdliche Schußentfernungen zwischen etwa 50 und maximal 200 m der Schuß mit möglichst geringer Abweichung von nur wenigen Zentimetern gegenüber dem Haltepunkt das Ziel trifft. Umgekehrt wäre es ungeschickt, ein Gewehr auf genau 100 m „Fleck“ einzuschießen, weil das Geschoß dann im weiteren Bereich von 150 – 200 m bereits stark fallen würde. Das Einschießen auf die jeweils günstigste Entfernung passt also die Krümmung der Geschossflugbahn bestmöglich in den Bereich der jagdlichen Schussentfernung ein. Beim Einschießen von Schrotläufen spielt auf die geringe Entfernung von 20 – 40 m die Krümmung der Flugbahnen der einzelnen Schrote (und damit der gesamten Schrotgarbe) keine Rolle; sie liegt mit 2 – 5 cm auf 35 m innerhalb der Schotstreuung. Zu bedenken ist aber, dass der Schütze beim Schießen auf bewegliche Ziele unwillkürlich zu tief hält, weil er das Wild gern sehen möchte, anstatt es mit den Läufen teilweise zu verdecken. Schrotläufe sollen daher auf 35 m einen Hochschuß von etwa 15 cm ergeben, um diesen Zielfehler auszugleichen.  Als Scheiben zum Einschießen von Schrotläufen können behelfsmäßig genügend große Papierbogen verwendet werden. Besser ist eine mit Kalk bestrichene Eisenplatte, auf der sich die Treffer abzeichnen und nach Bedarf wieder überstrichen werden. Am genauesten ermöglicht die in mehrere Felder untereilte Anschußscheibe nicht nur die Ermittlung der Treffpunktlage, sondern auch der Streuung der Schrote in den einzelnen Bereichen. So kann auch ermittelt werden, mit welcher Patronensorte und Schrotstärke ein Flintenlauf seine beste gleichmäßige Deckung oder – je nach Wunsch – seine stärkste Streuung oder umgekehrt seine größte Verdichtung der Schrotgarbe erreicht. Soll aus kombinierten Waffen gelegentlich der Schrotschuß auf unbewegte Ziele (z.B. Fuchs am Luderplatz, Ansitzhase) durch das Zielfernrohr gezielt werden, so ist zu ermitteln, ob und wie weit die Treffpunktlage der Schrotgarbe dabei abweicht. Nachdem das Zielfernrohr, das für den Kugelschuß bestimmt ist, nicht nach dem Schrotlauf eingestellt werden kann, müssen wir in solchen Fällen den Haltpunkt entsprechend wählen. Der Schuß auf Wild: Die Umstände beim Schuß auf Wild sind oft weit ungünstiger als beim Schießen auf dem Schießstand. Es muß oft bei ungünstiger Beleuchtung, in eile und Erregung (Jagdfieber) geschossen werden. Oberster Grundsatz muß sein, derartige ungünstige Einflüsse möglichst auszugleichen, den Schuß überlegt und beherrscht abzugeben und im Zweifelsfall lieber nicht zu schießen, als einen schlecht sitzenden Schuß zu riskieren, der dem Wild Schmerzen und Qualen bereitet. Dazu gehört vor allem auch, nicht auf übermäßig große Entfernung zu schießen! Man merke sich genau die Stelle, wo man das Wild beschossen hat, um für den Fall einer Nachsuche den Anschuß finden zu können.   Wichtig ist auch, das Verhalten des Wildes zu beobachten, mit dem es auf den Schuß reagiert (das Zeichen) sowie das weitere Verhalten des wegflüchtenden Wildes.  Zutreffende Beobachtungen und richtiges Verhalten des Schützen sind eine Voraussetzung für den Erfolg jeder Nachsuche. Dazu gehört vor allem auch, dass Anschüsse nicht voreilig zertrampelt und angeschossenes Wild, das sich in der Nähe des Anschusses in Deckung befindet, nicht durch übereiltes Verfolgen aufgemüdet wird, bevor die Nachsuche ordnungsgemäß mit einem brauchbaren Hund aufgenommen.

Zielfehler:   Beim Einschießen von Büchsenläufen muß man auf eine ruhige und richtige Gewehrlage achten. Das Gewehr wird auf einen Sandsack gelegt, der auf fester Unterlage (Tisch) ruht. Das Gewehr soll nicht weiter als etwa 15 cm (= 1,5 Handbreite) vordem Abzugsbügel auf dem Sandsack aufliegen. Dies gilt auch für den Schuß im Revier, wenn wir auf anderer Unterlage auflegen. Auch das mit Anstreichen bezeichnete seitliche Anlehen des Gewehrs etwa an einen Zielstock oder an einen Baum ist nur dann richtig ausgeführt, wenn das Gewehr nicht mehr als etwa 1,5 Handbreite vom Abzugsbügel anliegt. Auch hier ist immer darauf zu achten, dass Mantel, Rucksack, Hand oder Finger zwischen Schaft und Auf- bzw. Anlage zu liegen kommen. Man übe auch den Anschlag in kniender und sitzender Stellung, wobei man den linken Ellbogen auf das linke Knie stützt und so – oder auch unter Zuhilfenahme eines Zielstockes – eine ruhige Haltung findet.

 

Beim Kugelschuß ist ruhige Hand, ruhiges Atmen und freie Sicht zum Ziel Voraussetzung. Hindernisse in der Flugbahn des Geschosses, wie Grashalme, feine Äste, lenken dieses ab und 

verursachen unter Umständen schlecht sitzende Schüsse und können auch Unfälle hervorrufen. Als wirkungsvollster Schuß gilt auf Schalenwild der auf das Blatt des breitstehenden Stückes angetragene Schuß (Kammerschuß). Wenn das Blatt nicht breit frei ist, soll man eher den Schuß unterlassen, als einen unsicheren wagen. Muß der Schuß ausnahmsweise auf spitz oder schräg stehendes Wild abgegeben werden, so muß er so angetragen werden, dass das Geschoß auf seinem Weg durch den Wildkörper die Kammer (Brusttraum) durchschlägt. Je schräger zum Schützen das Wild steht, desto bedenklicher ist der Schuß. Ebenso ist der Schuß auf Wild, das sich niedergetan hat, zu unterlassen. Dagegen ist auf krankes oder angeschweißtes Wild im Zweifelsfall jeder Schuß erlaubt, den man antragen kann.Beim Schuß auf bewegliche Ziele muß man mit dem Gewehr mitziehen und je nach der Entfernung des Zieles und der Geschossgeschwindigkeit kurz bevor der Schuß bricht davorschwingen. Als Anhalt mag gelten, dass man bei 50 m Entfernung auf trollendes Wild 50 cm und auf flüchtiges 90 cm vorhalten muß, wenn man nicht zügig mitzuziehen vermag. Als größte waidgerechte Schussentfernung sollten, wenn man bei gutem Licht das Gewehr sicher auflegen kann, 150 – 180 m nicht überschritten werden; nur im Hochgebirge und in weiten deckungslosen Ebenen kann sich bisweilen die Notwendigkeit ergeben, auf größere Entfernung zu schießen. Das erfordert dann besonders geeignete Patronen mit äußerst gestreckter (rasanter) Flugbahn des Geschosses und vor allem einen überdurchschnittlich guten Schützen.

Beim Schrotschuß bedenke man, dass die meisten Fehlschüsse darauf beruhen, dass man zu tief geschossen hat. Man halte daher eher über das Ziel als darauf! Bei beweglichem Ziel gilt auch hier: Zuerst das Wild anvisieren, entsprechend seiner Geschwindigkeit, Richtung und Entfernung mit dem Gewehr mitziehen und mitschwingend den richtigen Vorhalt geben, kurz bevor der Schuß bricht. Flüchtet das Wild spitz auf den Schützen zu, so hält man vor (darunter). Streicht es höher, als der Schütze groß ist, spitz dem Schützen zu, so hält man darüber. Flüchtet es spitz weg, hält man ebenfalls darüber; streicht es dagegen spitz ab, so hält man, solange es in gleicher Höhe des Schützen fliegt, zunächst darauf, bei weiter Entfernung und bei sich senkendem (einfallendem) Flugwild darunter. Kommt das Wild von der Seite, muss man seitlich vorhalten. Den Trefferfolg ist dabei weitgehend von der Fertigkeit des Schützen abhängig. Als ungefähres Richtmaß für das Mitschwingen mit dem Wild gilt, beim 25 m entfernten, breit vorbei flüchtenden Hasen 0,5 Länge, bei 40 m 1,5 Längen vorzuhalten; bei Flugwild wird man wesentlich mehr vorhalten (2 – 3 Wildlängen). Man muss stets bestrebt sein, die Schrotgarbe möglichst auf den Kopf und Hals des Wildes zu bringen, daher – auch auf die Gefahr des Fehlschusses hin – eher zu viel als zu wenig vorhalten. Weiter als 35 40 m – je nach Schrotstärke, Stärke (Größe) der Wildart und Trefferleistung des Laufes – sollte man mit Schrot nicht schießen.

Ziel –und Schießübungen: Zur Erlangung und Erhaltung der Schießfertigkeit mache man immer wieder Ziel- und Anschlagübungen mit der Büchse wie vor allem mit der Flinte (auch im Zimmer vor dem Spiegel). Der einwandfreie Anschlag eines Gewehres ist ausschlaggebend für ein gutes Treffergebnis. Beim stehend-freihändigen Schießen soll der Rechts-Schütze, gleich bei welcher Schussrichtung, den linken Fuß leicht vorsetzen und belasten. Nur der Oberkörper wird nach links oder rechts aus der Hüfte heraus gedreht. Das Körpergewicht ist etwas auf das vorgestellte Bein zu verlagern, das zurückgestellte Bein zu entlasten bzw. seine Ferse leicht anzuheben. Im übrigen sei die Haltung locker und ungezwungen. Der Schaft des Gewehres ist fest in die Schulter einzuziehen. Der etwas vorgebeugte Oberkörper fängt den Rückstoß bei Auslösung des Schusses besser ab. Ein für den Schützen gut geschäftetes Gewehr ermöglicht das vor allem für den Schuß auf flüchtiges Wild wichtige schnelle Zielen, ohne nach dem Anschlag noch viel berichten zu müssen. Durch häufiges Schießen auf die Scheibe eignet man sich die Fertigkeit an, genau zu sehen, wohin im Augenblick der Auslösung des Schusses die Visierlinie gerichtet war; man muss also das „Abkommen ansagen“ können. Wer glaubt, mit dem Flintenkorn zielen zu müssen, kommt in der Regel immer zu spät mit der Schussabgabe. Er muss sein Zielauge zunächst auf das Korn fokussieren, um es später auf das Ziel zu lenken. Die damit verbundene Anpassung der Sehschärfe (Akkommodation) von nah (Korn) bis weit (Ziel) lenkt den Schützen von einer zügigen Zielverfolgung mit der Mündung um einer spontanen Schussabgabe ab. Außerdem muss er mit Zielfehlern rechen, die von der Position und dem Durchmesser des jeweiligen Korns abzuleiten sind. Diese können allerdings vermieden werden, wenn der Schütze die Existenz des Korns einfach ignoriert und mit der Mündung zielt. Je tiefer das Korn unterhalb der horizontalen Visierlinie an der Mündung liegt, desto höher liegt die Treffpunktlage, wenn ausschließlich über das Korn gezielt wird. Die tiefe Position des Korns wird dadurch erreicht, dass sich die Schiene von den Laufwurzeln in Höhe der Baskülenoberkante beginnend bis zur Mündung hin verjüngt und tiefer gelegt ist.Die Höhendifferenz zwischen Kornoberkante und horizontaler Visierlinie ist bei dieser V. Bernadelli Doppelflinte (siehe Foto rechts) 2,3 Millimeter. Bei dem eingeschraubten Korn einer Doppelflinte liegt die Laufschiene im Bereich der Mündung unterhalb der horizontalen Visierlinie. Durch die unterschiedlichen Höhen der Körner ergeben sich zwischen den beiden Flinten bei gleicher Zielweise über das Korn eine auf jagdliche Schussdistanz inakzeptable Höhenabweichungen der beiden Körner von der horizontalen Visierlinie an der Mündung, so beträgt die daraus resultierende Höhendifferenz 2,3 +2,8 = 5,1 Millimeter. Die rechnerisch ermittelte Höhendifferenz ist aber in dem Moment bedeutungslos, wenn der Schütze das Korn nicht beachtet und  ausschließlich mit der Mündung zielt.

WAFFEN – VORSCHRIFTEN  und GESETZGEBUNG

Auf Grund des V.T. der Jagdgesetze, sowie der alljährlichen Jagdkalender gelten hinsichtlich der Waffen und Geräte folgende Bestimmungen

In den Jagdgebieten Südtirols können folgende Schusswaffen und Munitionsarten für Jagdzwecke benützt und mitgeführt werden:

1.)  Erlaubt sind nur Jagdgewehre (Büchsen und Flinten); dabei ist zu beachten, daß im gesamten Alpengebiet automatische Schrotflinten verboten sind, sofern sie nicht auf zwei Schuss reduziert sind. 
2.) Alle Doppel- und Bockdoppelflinten (Schrotgewehre) mit einer Laufweite nicht größer als Kaliber 12
3.) alle Büchsen (Kugelgewehre) einschließlich der Repetierbüchse ab Kaliber 5,6 mm; die dazugehörigen Patronen müssen eine Hülsenlänge von mindestens 40 mm haben,
4.) kombinierte Gewehre, und zwar zwei- und dreiläufige Gewehre mit einem oder zwei Schrotläufen und einer Laufweite nicht größer als Kaliber 12,  sowie einem oder zwei Kugelläufen ab Kaliber 5,6 mm und einer Hülsenlänge von mindestens 40 mmm
5.) Die Verwendung von Prügel- oder Kastenfallen und von Abzugeisen ist in Südtirol verboten,  kann- unter Beachtung allfälliger vom Jagd auf Raubwild ebenfalls erlaubt werden.
6.) Der Jagdausübungsberechtigte ist ermächtigt, während der Jagd außer den erlaubten Schusswaffen und Jagdhunden Jagdmesser und – Stichwaffen mitzuführen.

Die Landesverwaltung “Landesrat für Forstwirtschaft”  oder auch das Amt für “Jagd und Fischerei” kann hinsichtlich der in diesem Artikel genannten Jagdwaffen oder Fanggeräte weitere Beschränkungen auferlegen.

 

 

Waffenkunde

In den Wildbezirken Südtirols können folgende Schußwaffen und Munitionsarten für Jagdzwecke benützt und mitgeführt werden:

  1. alle Doppel- und Bockdoppelflinten (Schrotgewehre) mit einer Laufweite nicht größer als Kaliber 12,
  2. alle Büchsen (Kugelgewehre) einschließlich der Repetierbüchse ab Kaliber 5,6 mm; die dazugehörigen Patronen müssen eine Hülsenlänge von mindestens 40 mm haben.
  3. kombinierte Gewehre, und zwar zwei- und dreiläufige Gewehre mit einem oder zwei Schrotläufen mit einer Laufweite nicht größer als Kaliber 12 sowie einem oder zwei Kugelläufen ab Kaliber 5,6 mm und einer Hülsenlänge von mindestens 40 mm.

(2) Die Verwendung von Prügel- oder Kastenfallen für die Jagd auf Raubwild kann unter Beachtung allfälliger von dem für die Jagd zuständigen Landesrat festgesetzter Zeiten und Auflagen ebenfalls erlaubt werden.

(3) Der Jagdausübungsberechtigte ist ermächtigt, während der Jagd außer den erlaubten Schußwaffen und Jagdhunden Jagdmesser und -stichwaffen mitzuführen.

Der Jäger hat die Aufgabe übernommen, die früher in unseren Breitgraden Wolf, Bär, Luchs hatten, nämlich die schwachen und kranken Tiere schnell und schmerzlos zu erlegen und so zur Gesundhaltung und Regulierung der Wildarten beizutragen.
Bei der Jagd hat der Jäger mit unterschiedlichen Schuss-Entfernungen zu tun. Das Wild kann 20 oder auch über 300 Meter entfernt stehen, das Ziel kann hasengroß oder aber auch hirschgroß sein. Die Jagdbüchse soll diesen Anforderungen gerecht werden. Eine moderne Jagdbüchse mit Zielfernrohr erfüllt diese Anforderungen.  Wenn der Jäger seine Waffe auf „Fleckschuss“ einschießt, dann geht er davon aus, dass er eine gewünschte optimale Entfernung wählt (etwa bis 200 m).Im Jagdbetrieb, dort richtet sich die Schussentfernung nach dem Standort des Wildes, es kann auf 15 oder auf 400 Meter in Anblick kommen. Das ist variabel und vorher nicht planbar. Der Jäger muss natürlich abwägen, ob der Schuss über eine bestimmte Entfernung noch vertretbar sicher ist. Besonders bei langsamen Geschossen (rasanzschwache Kaliber) wird Fleckschuss gewählt. Auch vor allem bei „Schonzeitbüchsen“, die bei der Raubwildjagd eingesetzt werden, wird oftmals der Fleckschuss vorgezogen. Dabei kommt erschwerend dazu, dass das Wild relativ klein ist und sich schon deshalb größere Entfernungen verbieten, wenn man waidgerecht jagen will.

Fotograf unbekannt

Die Ausübung der Jagd ist zwangsläufig eng mit dem Umgang mit Waffen verbunden. Jeder, der unter bestimmten Umständen eine Waffe führen und benutzen darf, muss sich der Gefahren voll bewusst sein. Auf keinen Fall darf die ethische Verpflichtung vergessen werden, die der waidgerechte Jäger seinen Wild gegenüber hat.

Merke: Bei einem Schuss auf Wild muss genau und tödlich getroffen werden. Sogenannte „Kunstschüsse“ verbieten sich aus Gründen der Waidgerechtigkeit und des Tierschutzes! Dem Fach JAGDWAFFENKUNDE wird in der Jägerprüfung eine besondere Bedeutung beigemessen, die es auch für den schon oder bald aktiven Jäger nie verlieren wird.

Der Besitz einer, für jede Wildart passenden Büchse oder Flinte, muss für jeden Jäger selbstverständlich sein. Ein gute Ausrüstung, ein Rucksack, trittsicheres Schuhwerk, ein gutes Fernglas und ein Spektiv gehören ebenfalls dazu. Auch ein Erste Hilfe Paket gehört in jeden Rucksack. Ein Handy kann für Notfälle mitgeführt werden. Es ist besonders im Gebirge vorteilhaft, bei angeschweißten Wild sofort einen Hundeführer oder beim Abschuss von schwerem Wildtieren sofort Hilfe zur Bergung rufen zu können. Mit der Waffe fängt es an: Beginnen wir mit dem Handwerkszeug: Voraussetzung für das saubere Erlegen von Wild ist das hundertprozentige Vertrauen zur Waffe. Das Kontroll- beziehungsweise Einschießen der Büchse vor Beginn der Bockjagd ist für die meisten von uns selbstverständlich geworden, aber das war es dann häufig auch schon für den Rest des Jagdjahres. Doch, wenn wir ehrlich sind, das reicht nicht. Kaum einer von uns erlegt so viel Wild, dass er ausreichend Routine bei allen Jagdarten hat.
Es sollte daher selbstverständlich sein, dass zumindest bei unerklärbaren schlechten Schüssen oder Fehlschüssen die Waffe auf ihre Treffpunktlage hin kontrolliert wird.
Wie gesagt, schießen hat auch etwas mit Psychologie zu tun, und das Vertrauen zur Waffe darf keinesfalls gestört sein.
Darüber hinaus sollte jeder von uns einige Male im Jahr die üblichen DJV-Disziplinen mit seiner „Alltagswaffe“ schießen, und diejenigen, die Drückjagd-Gelegenheiten haben, sollten einige Packungen Patronen mit ihrer Drückjagdwaffe auf den laufenden Keiler, besser noch im Schießkino „verbrauchen“. Man weiß dann ziemlich genau, was man sich im Jagdbetrieb zutrauen kann und wann man besser „den Finger gerade lässt“.


Bei uns wird zweifellos das meiste Schalenwild von Stand- oder Hochsitzen aus erlegt. Pirsch und Drückjagd sind für viele die Ausnahme. Nun sind ja bekanntlich längst nicht alle Stand- und Hochsitze von der Konstruktion her gleich, und es ergeben sich ständig andere Anschlag-Situationen. Daher hat es sich bewährt, besonders bei unbekannten Sitzen, gleich nach Besteigen Anschlag-Übungen in alle Schussrichtungen zu machen. Wenn es dann ernst wird, weiß man sofort, wie man sich einrichten muss, um ruhig zu schießen. Eventuelle Auflagehilfen für den Ellenbogen oder ähnliches liegen dann rechtzeitig parat und können eingerichtet werden, ohne dass es klappert oder die Anschlaghilfe gar herunter fällt. Man mag das als Pedanterie auslegen, aber diese Anschlag-Übungen helfen, wenn Wild überraschend anwechselt. An oder auf großen Flächen oder an langen Schneisen, verschätzen sich besonders (allein gelassene) Jagdgäste oft in der Entfernung. Mit unseren großen Optiken wird dann manchmal unverantwortlich weit geschossen, was zu Fehl- oder Krankschüssen führt. An Schneisen helfen Markierungspflöcke in 100, 150 und 200 Meter Entfernung, solche Fehleinschätzungen zu vermeiden. Auf großen Freiflächen kann man dem Jagdgast auch anhand markanter Geländepunkte Schätzungshilfen geben. Auch wenn ich allzu viel Technik auf der Jagd nicht besonders liebe, aber in fremden Revieren, bei der Berg- und der Auslandsjagd hat sich mittlerweile ein Laser-Entfernungsmesser gut bewährt. Besagte Pflöcke oder Markierungspunkte im Gelände helfen selbstverständlich auch bei der späteren Suche nach einem eventuellen Anschuss. Die heutige Optik und Präzision der Gewehre verführt zum weiten Schießen. Selbstverständlich muss sich jeder seine eigenen Grenzen selbst stecken. Wenn wir unsere Büchsen, wie heute üblich, auf 100 Meter mit rund vier Zentimeter Hochschusseinschießen, ist ein Treffen auf rund 200 Meter ohne große Haltepunktveränderung mit den meisten Kalibern möglich. Im Normalfall sollte man es meines Erachtens aber bei geringem Schalenwild bei 150 Meter gut sein lassen, und 200 Meter Schuss-Entfernung dürfte für die meisten, auch bei starkem Hochwild, die obere Grenze darstellen. Ich weiß, dass teilweise im Hochgebirge weiter geschossen wird. Aber zum einen ist die vorrangige Anschlagart im Hochgebirge, liegend aufgelegt, eine sehr sichere Anschlagart, und zum anderen lassen es die Geländestrukturen dort manchmal nicht anders zu. Die Bergjäger trainieren außerdem die weiten Schüsse auch sehr intensiv und kennen in der Regel ihre eigenen und die Leistungen ihrer Waffen.

Misst man aber im Hochgebirge mit dem Entfernungsmesser die geschätzten Entfernungen nach, erlebt man oft Überraschungen. Die meisten Nachsuchen schlicht durch zu riskantes Schießen verursacht werden. Wer sich an eine vernünftige Entfernung hält und das Wild nur breit stehend beschießt, wird kaum Nachsuchen verursachen. Experimente wie Träger- und Tellerschüsse oder solche auf spitz stehendes Wild, verursachen Probleme.

Bericht: Deutsche Jagdzeitung

Siehe auch Jagdwaffen und Handhabung