Jägersprache von A bis Z
A
Aalstrich – Dunkler Strich auf dem Rücken von Hirsch- und Gamswild und mancher Hunde
abäsen – abfressen von Pflanzen
abbalgen – Abziehen der Haut bei Niederwild, außer Rehwild, einschließlich allem Federwild
abliebeln – Einen Hund für gute Arbeit loben und streicheln
aufbaumen – abfliegen der Waldhühner vom Baum ( abreiten ) hinabspringen oder hinabklettern von Raubwild
abbeißen – Haarraubwild zwingt die Jungen seinen Lebensbereich zu verlassen
abblasen – Jagdhornsignal zum Ende des Treibens
abbrunften – brunftunwillig, körperlich geschwächt
abbrüten – beenden der Brutzeit
abfährten – nach Fährten absuchen
abfallen – Wild und Hund werden mager; Abspringen des männl. Stückes nach dem Beschlag abkommen des Schweißhundes von der Fährte
abfangen – Töten von Schalenwild mit blanker Waffe
abfedern – Töten von Flugwild
abführen – Hunde abrichten
abgehen – Flüchtigwerden des Wildes
abhalsen – dem Hund die Halsung abnehmen
abkämpfen – Abbrechen von Enden durch Brunftkämpfe; Vertreiben von Rivalen in Brunft- und Balzzeit
Abkommen – Visierung des Gewehrs Ansicht des Schützen über seinen Schuss
abliebeln – den und loben
abnicken – Wild durch Stich ins Genick töten
abnorm – regelwidrig
abreiten – Fortfliegen von Auer- und Birkwild
abschärfen – abziehen der Schwarte bei Dachs und Decke beim Bären
abschlagen – Töten von Hasen durch Schlag hinter die Löffel abtrennen des Gehörns
abschwarten – Abziehen der Schwarte bei Schwarzwild und Dachs
Absehen – Zielvorrichtung an der Büchse
absprengen – ein Stück wird vom Rudel fortgetrieben
abspringen – Schalenwild wird flüchtig
Absprung – Stelle an der Wild mit den Hinterläufen abspringt
abspüren – nach Spuren absuchen
abstellen – Schützen anstellen
abstreichen – Fortfliegen von Federwild
abstreifen – Balg von Hasen, Kaninchen und Haarraubwild abziehen ( außer Dachs + Bär)
Abritt – Fährtenzeichen; Loch des Dachs um sich dort zu lösen
abwerfen – Abstoßen des Geweihs oder Gehörns
Abwurf – das abgestoßene Geweih oder Gehörn
Abwürgen – Totbeißen eines Stückes durch den Hund (bei Nachsuche)
Afterdrüse – Drüse am Weidloch des Hundes
Afterklaue – Nach rückwärts stehende Klaue oberhalb des Fesselgelenks
Alttier – weibliches Rotwild nach dem ersten Setzen
anblasen – Jagdhornsignal zum Beginn der Treibjagd
anfallen – Finden und Arbeiten an der Fährte durch den Schweißhund
anfliehen – Wild prallt gegen ein Hindernis
angehen – Wild anpirschen
ankirren – Anlocken von Wild an bestimmte Stelle
Anlauf – Das Wild komm an den Stand eines Schützen
anludern – anlocken des Raubwildes durch auslegen von Luder
annehmen – Jäger oder Hund wird von Wild angegriffen Wild sucht Fütterung oder Salzlecke auf Wild benutzt einen Wechsel
anpirschen – Jäger bewegt sich vorsichtig vorwärts
anschneiden – Totes Wild wird von Raubwild oder Hund angefressen
anschreien – Brunftruf des Rothirsch nachmachen
Anschuss – Stelle an der sich das Wild beim Schuss befand
anschweißen – Hochwild durch Schuss verwunden
ansetzen – Hund auf die Fährte setzen
Ansitz – Stelle an der der Jäger auf Wild wartet
ansprechen – Wild erkennen und beurteilen
anspringen – an den balzenden Auerhahn sprungweise herangehen
antragen – Schuss auf Wild abgeben
anzeigen – Hund macht den Jäger auf Schweiß aufmerksam
Appell – Gehorsam des Hundes
apportieren – Wild wird vom Hund gebracht
arbeiten – ausbilden des Hundes verfolgen einer Fährte, Spur oder Geläufe durch den Hund
äsen – Nahrungsaufnahme des Wildes ( außer Schwarz + Raubwild)
Äser – Maul von allem Haarwild ( außer Schwarz + Raubwild)
Äsung – Nahrung des Wildes ( außer Schwarz + Raubwild)
aufbaumen – Fliegen des Federwildes und Klettern von Luchs, Marder, Wildkatze Marder auf Baum
aufblocken – Stellen der Greifvögel auf Baum, Fels oder Boden
aufbrechen – Gescheide und Geräusch aus dem Schalenwild + Auerhahn herausnehmen
aufhaben – Tragen eines Kopfschmuckes bei männl. Schalenwild, außer Schwarzwild
aufnehmen – geschossenes Wild wird vom Hund zum Apportieren gefasst den Schweißhund abtragen Hündin ist trächtig geworden
Äsung äsen – Hund beginnt einer Fährte, Spur oder Geläufe zu folgen
aufsetzen – Schieben und Tragen eines neuen Gehörns oder Geweihs Gehörn oder Geweih auf Trophäenschild befestigen
aufsitzen – weibliches Stück wird vom männlichen bestiegen
aufstehen – erheben oder abfliegen von allem Wild vom Boden
aufstieben – Federwild fliegt erschreckt auf
aufstöbern – Hund mit dem Stöberhund aufjagen
aufwerfen – plötzliches Heben des Hauptes bei Schalenwild ( außer Schwarzwild ) bei Gefahr
Auge – Auge bei Federwild und beim Hund
äugen – sehen bei Wild und beim Hund
Augsprosse – Unterstes Ende des Geweihs
ausarbeiten – Fährte vom Anschuß aus verfolgen
ausdrücken – Harnblase beim Hasen und Kaninchen durch Druck entleeren
ausfahren – Verlassen des Baues
ausfallen – Schlüpfen des Ferderwilds
ausgefiedert – ist das Federwild nach beendeter Mauser
ausgehen – Fährte verfolgen
ausgeschossen – Büchsenlauf abgenutzt
aushaken – Entnehmen der Gescheide mit Haken durch das Weidloch beim Federwild außer Auerhahn und Trappe
aushalten – Herankommen lassen des Jägers ohne flüchtig zu werden
aushorsten – jungen Greifvogel aus dem Horst nehmen
Auslage – Weite des Geweihs
auslösen – Herausnahme der Grandeln beim Rotwild
ausmachen – Standort oder Wechsel des Wildes feststellen
ausnehmen – Ausweiden von kleinem Federwild
auspochen – Marder oder Iltis durch Lärm vertreiben
Ausriss – Eingriff der Schalen bei plötzlicher Flucht des Rotwilds
ausschieben – Verlassen des Kessels beim Schwarzwild
Ausschuss – Stelle an der das Geschoss den Wildkörper verlassen hat.
aussetzen – Freilassen von Wild
aussteigen – Herauskommen von Otter oder Biber aus dem Wasser
austreten – Verlassen der Deckung bei allem Schalenwild
auswechseln – Verlassen von Standort oder Revier bei allem Schalenwild
ausweiden – Herausnehmen des Gescheides bei allem Wild, außer Schalenwild
auswerfen – Herausnehmen des Gescheides bei Hasen und Kaninchen
B
Bache – weibliches Stück Schwarzwild ab dem 3.Lebensjahr
bähen – Blöken der Mutterschafe
Balg – Fell des Haarraubwildes ( außer Dachs und Bär, Hase, Kaninchen und Murmel ) sowie die samt Federn abgezogene Haut aller Vögel
Ballen – Unterseite der Fußsohlen bei allem Haarwild und beim Hund.
Wulst unter den Schalen des Schalenwildes
Balz – Gebaren vor und nach der Begattung
Balzarie – Lautäußerung des Auerhahns während der Balz
balzen – wie oben + Gebaren
Balzgesang – Lautäußerung des Birkhahns während der Balz
Balzkragen – Gesträubte Halsfedern beim balzenden Auerhahn
Balzpech – Breiförmige Losung des Auerhahns
Balzplatz – Balzort (Einstand )
Balzrosen – Wulstiger Hautwulst über den Augen der Waldhühner und Fasane die während der Balz anschwellen
Balzspäne – Losung der Waldhühner in fester Form
Balzsprung – Hochspringen des am Boden balzenden Auer- Birk- Fasanhahnes
Balzstift – Zehenstift
Balzzeit – Begattungszeit Federwild
Bär – Braunbär, männliches Murmeltier
Basse – Starker Keiler
Bast – Haut um das Geweih während des Wachsens
Bau – Behausung von Fuchs, Dachs, Fischotter, Kaninchen, Murmel, Iltis, Wildkatze
Befahren – Bau ist bewohnt
Behang – Altersangabe des Schweißhundes, Herabhängende Ohren des Jagdhundes
Beihirsch – Schwächerer Hirsch
Beize – Jagd mit Greifvögeln
belegen – Begatten einer Hündin
Bergstutzen – Gewehr mit übereinanderliegenden groß- und kleinkalibrigem Büchsenlauf
beschlagen – Begattungsakt beim Schalenwild
Brand – dunkle Stelle am Bauch des Hirsches während und nach der Brunft
Brandadern – Venen an der Innenseite der Keulen
Brandfuchs – Dunkler Fuchs
brav – gut, stark
brechen – starkes Wild zieht hörbar, Schwarzwild wühlt im Boden
Bruch – abgebrochener grüner Zweig Symbol oder Verständigungszeichen
Brunft – Begattungszeit alles Schalenwild außer Schwarzwild
Brunftfeige – Drüse am Hinterhaupt des Gamswildes
Brunftfleck – Brand
Brunftkugeln – Hoden des Schalenwilds
Brunftmähne – Lange Haare am Träger des Rotwildes
Brunftrute – Glied beim Schalenwild
Brunftschrei – Lautäußerung des Brunfthirsches
Burg – Behausung des Bibers
Burgstall – Erhöhung in der Fährte des Hirsches zwischen Ballen und _Schale
buschieren – Absuchen von niederer Deckung mit Stöberhunden
C
changieren – Wechseln des Schweißhundes auf eine andere Fährte
D
Decke – Haut des Hundes und allen Schalenwildes außer Schwarzwild
Doppelkopf – Abnormes Geweih aus noch nicht abgeworfenen und neu geschobenen Stangen
Drossel – Luftröhre beim Schalenwild
E
einfahren – in den Bau gehen
einschieben – Schwarzwild schiebt sich in den Kessel
einschlagen – Graben an Fuchs- oder Dachsbau
Einstand – Aufenthaltsort des Hochwilds
Ende – Sprosse am Geweih und Gehörn
Erpel – männliche Ente
F
Fächer – Stoß des Auerhahns
Fähe – Weibchen aller Raubwildarten beim Niederwild
fährten – Aufeinanderfolgende Abdrücke von Schalen, Pranten
Fallwild – Wild das eingegangen ist
Fang – Maul von Hund und Raubwild. Füße der Greifvögel
Fangzähne – Eckzähne Haarraubwild und Hund
faseln – der Hund sucht herum ohne Fährte zu finden
Federspiel – Flugwildattrappe
fegen – Bast vom Geweih beseitigen
fehlen – vorbeischiessen
Feisthirsch – Hirsch im Sommer
Feld – Altersangabe beim Vorstehhund
Feuchtblatt – weibliches Geschlechtsteil beim Schalenwild
Feuchtglied – Glied des männlichen Hundes
flehmen – Hochziehen der Oberlippe
Flucht – weiter Sprung
flügeln – Flügeln des Federwildes durch Schuss verletzen
forkeln – mit dem Gehörn/Geweih verletzen
frischen – gebären des Schwarzwildes
Fuß – Fuß bei Waldhühnern, Trappe, Fasan, Beizhabicht und –sperber
G
Gamshüter – Nebel
Geäfter – nach hinten stehende Klaue beim Schalenwild
gehakelt – wie die Kruken geformt sind
Geheck – Brut und Junge Wassergeflügel, Junge bei Raubwild
Gehege – eingegattertes Gebiet mit Wild
Gehöre – Ohren von Raub- und Murmelwild
Gehörn – Trophäe des Rehbocks
Geläut – Bellen mehrerer Hunde
Gelege – Eier und Nest des Federwilds
gelt – weibliches Stück das keine Jungen führt
genossen – machen, dem Hund Teile des erlegten Wildes füttern
Geräusch – Herz, Lunge, Leber, Nieren vom Schalenwild
gering – schwach
Gesäuge – Zitzen allen Haarwildes und Hundes
Gescheide – Eingeweide allen Wildes
Geschmeiß – Kot von Greifvögeln und Reihern
Gesperre – Gesamtheit der Jungen und Alten bei Waldhühnern und Fasan
Gestüber – Kot des Nieder-Federwildes
Gewaff – Eckzähne des Keilers, Klauen der Greifvögel
Geweih – Trophäe beim Hirsch
Gewölle – ausgespieene Ballen von Greifvögeln und Eulen
Grandel – Eckzahn im Oberkiefer von Rot- Reh- Damwild
Grimbart – Dachs
H
Haderer – Oberkieferzähne des Keilers
hakeln – mit der Kruke verletzen
Haken – Eckzähne (Grandel) + Bache
Hals – Hals des Wildgeflügels außer Auerwild
hassen – Raben- und Greifvögel stoßen auf den Auf hinab
hauen – ein Keiler schlägt Hunde und Menschen
Hauer – Unterkiefer-Eckzähne Keiler
Haupt – Kopf von Schalenwild außer Schwarzwild
Hauptschlag – Laut des Auerhahns während der Balz
heiß – zum Begatten bereite Hündin
hetzen – Wild mit Hunden jagen
Heuler – junger Seehund
Hexenring – Ring im Getreide in dem der Bock die Ricke trieb
himmeln – nach dem Schuss steigt Flugwild steil nach oben
Himmelspur – Stellen an denen der Hirsch geschlagen oder gefegt hat
Himmelszeichen – Umwenden, Knicken von Blättern mit dem Geweih durch Ziehen in der Dickung
Holz – Wald
Holle – Haubebartige Federn auf dem Kopf von Federwild
Horst – Nest der Greifvögel und Rabenvögel
hudern – Sandbaden der Hühnervögel
Hüttenjagd – Jagd auf Rabenvögel mit Auf
I
innehaben – Trächtig sein
Isegrim – Wolf
J
jagdbar – alle Tiere die dem Jagdrecht unterliegen / männl. Schalenwild bestimmter Stärke
Jägerrecht – Trophäe, sowie essbare Teile des Aufbruchs
Jährling – Einjähriger Rehbock
Jule – Gerät auf dem Greifvögel mit der Langfessel angelegt stehen
K
Kahlwild – weibliches Wild und Kälber aller Hirscharten
Kalb – junges Stück im ersten Lebensjahr
kapital – ungewöhnlich stark
keckern – knurrende Lautäußerung Fuchs, Marder, Iltis
Kern – Körper des Raubwildes nach Entfernen der Decke, Balg, Schwarte
Kessel – Lager einer Rotte Sauen, Wohnraum im Fuchs-Dachsbau
Kette – Familie jagdbarer Hühnervögel
Keule – Schlegel
Kirrung – Lockfütterung
Klagen – Lautäußerung aus Angst oder Schmerz
knappen – Lautäußerung des balzenden Auerhahns
knören – leise Lautäußerung des Rothirsches
Köder – Lockfutter
Kohlgams – besonders dunkle Gams
kollern – Lautäußerung des balzenden Birkhahns
krellen – durch die Dornfortsätze am Rückgrat des Wildes schießen
Kuder – männlicher Luchs oder Wildkatze
Kurzwildbret – Geschlechtsteile des Schalenwildes und Hundes
L
Lecker – Zunge des Schalenwildes außer Schwarzwild
Licht – Augen des Schalenwildes
lösen – Koten beim Haarwild und Hund
Losung – Kot des Wildes außer bei Greifvögel
Luder – Totes Tier zum Anlocken
Lunte – Schwanz bei Fuchs und Marder
Luser – Lauscher
M
mahnen – Lautäußerung des weiblichen Stückes aller Hirscharten
Malbaum – Baum an dem sich Schwarz – oder Rotwild nach dem Suhlen rieb
Malerfeder – Kleine Feder vor der erste Schwungfeder von Schnepfe oder Auerhahn
melden – Lautäußerung des männl. Stückes aller Hirscharten bei der Brunft
Molar – einer der drei hinteren Backenzähne
Mönch – dauernd geweihloser Hirsch
Mörder – Rehbock oder Hirsch mit langen, dolchartigen Spießen
Muffel – Windfang
N
nadeln – Auerhahn äst Nadeln ab
nässen – Wild und Hund harnen
Nuß – Geschlechtsteil bei weiblichen Fuchs oder Fischotter
O
orgeln – Schreie des Rothirsches in der Brunft
P
Packer – Hund der zum Decken von Schwarzwild geeignet ist
Pansen – Magen bei allen nachdrückenden Schalenwildarten
Perücke – Krankhafte Wucherung des Gehörns infolge Kurzwildbretverletzung
pfeifen – warnende Lautäußerung der Gams, Muffel und Murmel
Pinsel – Haarbüschel am Glied beim männl. Schalenwild
plätzen – Rot-und Rehwild schlägt mit den Vorderläufen Bodendecke weg
Prämolar – einer der drei vorderen Backenzähne
prossen – Auerwild äst Knospen
Pürzel – Schwanz des Bären und Schwarzwildes und Dachses
Q
Quäke – Instrument zum Nachahmen des Klagelautes des Hasen
quoren – Lautäußerung der balzenden Schnepfe
R
rauschen – Schwarzwild begattet sich, Blasen des Birkhahns
Reif – weiße Rückenhaare des Gamsbockes
reißen – Bär,Luchs,Wolf,Fuchs fangen und töten Wild
Remise – kleines Gehölz auf deckungslosem Feld
riegeln – Treiben im Gebirge
rinnen – Schwimmen bei Haarwild
Riß – von Raubwild getötetes Tier
Röhre – Gänge von Fuchs, Dachs und Kaninchenbau
röhren – Lautäußerung des Rothirsches bei der Brunft
rollen – ranzen, rauschen
Rosenstock – Stirnzapfen
Rotte – Gesellschaft von Schwarzwild
rudern – Wassergeflügel schwimmt
rupfen – Ausreissen von Federn, von Barthaaren erlegten Wildes
rütteln – langdauerndes Halten eines Vogels in der Luft
S
Schabracke – Sattelfleck
Schalen – Hufe des Schalenwildes
schälen – Elch-Rot-Dam-Muffelwild äsen Rinde von Bäumen ab
schärfen – mit dem Jagdmesser schneiden
Schaufel – Geweih von Elch oder Damwild
schieben – Hirsche Rehböcke lassen ihre Gehörne wachsen
Schild – besonders gefärbte Fläche auf Brust von Hühnervögel
Schirm – Sichtschutz am Boden
schlegeln – letztes Bewegen der Läufe
schleifen – Lautäußerung des balzenden Auerhahns
Schleppe – Balg oder erlegtes Wild wird am Boden gezogen um den Hund auf Fährte zu führen
schliefen – Hund und Frettchen kriechen in den Bau
Schlund – Speiseröhre beim Schalenwild
Schnalle – Geschlechtsteil beim weiblichen Haarraubwild und Hund
schnallen – Hund vom Riemen lösen
schnalzen – Knappen des Auerhahns
schnarren – Ruf des Wachtelkönigs
Schnecke – Hörner des männlichen Muffelwildes
Schneider – Geringer Hirsch
Schnitthaar – Haar vom Schalenwild bei Auftreffen des Geschosses abgetrennt
schnüren – Fortbewegen des Fuchses
schöpfen – Wild und Hund trinken
schrecken – Lautäußerung des Rot- und Rehwildes bei Störung
Schürze – Haare am äußeren Geschlechtsteil weiblichen Rehwildes
Schwarte – Haut von Schwarzwild und Dachs
Schweiß – Blut von Wild
Schwinge – Flügel
Seher – Augen von Haarraubwild, Hasen, Kaninchen und Murmeltier
setzen – Gebären von Schalenwild außer Schwarzwild
Sichel – Stoß des Birkhahnes
sichern – Umgebung des Wildes wird aufmerksam geprüft
Spiegel – Helle Haare um das Weidloch
Spiel – Stoß des Birkhahns
Spinne – Gesäuge bei Rehwild und allen Hirscharten
Spissen – Lautäußerung des balzenden Haselhahnes
sprengen – Wild mit dem Hund aus dem Bau sprengen
Sprosse – Ende am Gehörn oder Geweih
Sprung – mindest 3 Stück Rehwild vereint
Ständer – Bein von Federwild
Standlaut – Bellen des Hundes vor Wild
steigen – Gams- und Steinwild klettern
Stich – Halsgrube an der Vorderseite der Brust
Stoß – Schwanz aller größeren Federwildarten außer Birkhahn und Fasan
streichen – Fliegen von Federwild
Suhle – schlammiger Wassertümpel
Sulze – Salzlecke
T
Talg – Feist
Teller – Ohren des Schwarzwildes
Terzel – männlicher Greifvogel
traben – Fortbewegen von Fuchs, Wolf, Dachs in mittlerer Gangart
Träger – Hals bei allen Hirscharten
tränken – Trinken beim Auerhahn
trensen – Lautäußerung des Rothirsches während der Brunft zur Vertreibung von Nebenbuhler
treten – Begattung bei größerem Federwild
Trittsiegel – Tritt von Schalenwild
trollen – Traben des Schalenwildes
U
überfallen – Schalenwild überspringt Hindernis
Überläufer – Schwarzwild im zweiten Lebensjahr
überstellen – Auerhahn fliegt auf einen anderen Ast
Urhahn – Auerhahn
V
verbeissen – Abbeißen junger Pflanzentriebe
verbrechen – Markieren des Anschußes
verecken – völlig ausgewachsenes Gehörn
verenden – gewaltsam gestorbenes Wild
verfärben – Schalenwild wechselt die Haare
vergrämen – Wild wird gestört
verhoffen – Stehen bleiben um zu sichern
verhören – Bestätigen des Standortes von Wild
verklüften – Dachs oder Fuchs scharren Erde um den sie bedrängenden Hund
vernehmen – hören bei allem Wild
Viole – stark riechende Luntenwurzel beim Fuchs
Volk – Rebhuhnfamilie
Vorderhand – Vorderlauf des Hundes
Vorschlag – Schulterblätter zusammen mit den ersten drei Rippen beim Hirsch
W
Waffen – Klauen des Luchses und Wildkatze, Gewaff beim. Keiler
Waidblatt – Großes Jagdmesser zum Abfangen von Wild
Wand – Rippen von zerwirktem Schalenwild
Wechsel – Pfad des Schalenwildes auch von Wolf, Luchs, Bär
wechseln – Schalenwild zieht
Wedel – Schwanz des Schalenwildes
Weiddarm – Mastdarm
Weidloch – After bei allem Wild und Hund
Weidsack – Magen / Pansen
weidwund – Gescheideverletzung
Welpe – Junge von Wolf, Fuchs und Hund
werfen – Genbären von Haarraubwild außer bei Bär und Luchs
wetzen – Aufeinanderschlagen des Gewaffs, schleifen
Widder – männlicher Muffel
Widergang – zurückwechseln auf eigener Fährte
winden – durch den Geruchsinn orientieren
Windfang – Nase bei allem Schalenwild außer bei Schwarzwild
wittern – winden
Witterung – Wetter
Witterung – Geruch der von Wild ausgeht
wölfen – Wolf, Fuchs und Hund gebären
Wolfsangel – ein heutzutage verbotenes Fanggerät für Wölfe und Füchse
Wolfsklaue – selten vorkommende Afterklaue am Hinterlauf des Hundes
Wolfsprosse – Ende zwischen Mittelsprosse und Krone des Geweihs
Wundbett – Stelle an der krankes Wild sitzt
Wundfährte – Schweissfährte
Wurf – Rüssel des Schwarzwildes, Gesamtheit der Jungen bei Wolf, Luchs, Fuchs, Wildkatze
wurzeln – Dachs nimmt Nahrung auf
Z
zeichnen – Wild reagiert auf Schussverletzung
ziehen – Schalenwild bewegt sich fort
Ziemer – Rücken des Schalenwildes
Zunge – Zunge beim Federwild und bei Hund
zurücksetzen – Schieben eines geringeren Gehörns als im Vorjahr
Zwangswechsel – Wechsel den das Wild geländemäßig bedingt annehmen muss
Zwinger – Umgrenzter Auslauf um den Schutzraum des Hundes
Jägerlatein und Waidmannssprache
Dass der Waidmannssprache auch heute noch teilweise der Nimbus einer “Geheimsprache” anhaftet, hat seine Wurzeln in jener Zeit.Die Jägersprache war nie etwas Starres, sie hat sich laufend verändert. Sie musste sich auf neue Jagdarten und neue Wildarten einstellen. Die heutige Jägersprache orientiert sich dementsprechend an der modernen Jagdpraxis. Solange die Waidmannssprache nur unter Jägern – und nicht im Gespräch mit Nichtjägern – benutzt wird, bringt sie nachvollziehbare Vorteile: Sie fängt jagdlich wichtige Feinheiten ein, die man mit der normalen Sprache kaum darstellen kann und dient damit einer präzisen Verständigung der Jäger. Für jemanden, der sich zum ersten mal damit beschäftigt, dürften diese Ausdrücke sehr verwirrend sein, zumal es für ein und dasselbe mehrere verschiedene Begriffe etabliert haben, z.B. das Fell des Rehs nennt sich Decke, Fell eines Raubwildes Bald, während das Fell des Wildschweins sich Schwarte nennt. Nun darf man, wie bei jeder Sprache, nicht für alle Dinge eine logische Erklärung suchen, man wird sie nur schwerlich finden. Um sich genau in diesem Wirrwarr zurecht zu finden, soll diese Aufbereitung hier im Internet dienen.





