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Kolkrabe

Der Kolkrabe ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Durch menschliche Verfolgung waren Kolkraben bis 1940 in weiten Teilen Mitteleuropas ausgerottet und haben sich danach durch nachlassende Verfolgung wieder ausgebreitet.

Familie: Krähen (Corvidae)
Unterordnung: Singvögel
Ordnung: Sperlingsvoegel
Klasse:  Vögel

Seit Jahrtausenden begleiten sich Mensch und Rabe im Sinne einer gemeinsamen kulturellen Entwicklung. Menschen nahmen immer Einfluss auf Rabenvögel und diese auf den Menschen. Mehr als andere Tierarten haben Raben in vielen Kulturen Kunst, Sprache und Spiritualität beeinflusst. Zu Zeiten der Jäger und Sammler kooperierten Mensch und Rabe beim Jagen. Raben führten Jäger zum Wild und profitierten im Gegenzug von der Beute. Nicht ohne Grund galten Raben als Götterboten. Heute profitieren Raben von Landwirtschaft, Siedlungsbau und Freizeitaktivitäten der Menschen – und das lässt sie oft als „Schädlinge“ erscheinen Genau erforscht sind die Zusammenhänge in der kalifornischen Wüste. Obwohl Wüsten kein Raben-Lebensraum sind, hat sich der Bestand dort in 20 Jahren verzehnfacht. Schuld daran sind wir Menschen: Wir besiedeln die Wüste und bieten den Raben ein wahres Schlaraffenland mit Wasser in Klärbecken und Bewässerungsgräben, Nahrung in leicht zugänglichen Deponien, Komposthaufen, Mülltonnen, Tierfutternäpfen und entlang der Straßen mit vielen Tieren als Verkehrsopfer. Andernorts sind es Schaf- und Rinderherden, von Jagden hinterlassene Kadaverreste oder Abfälle an Rastplätzen und Straßen, die Raben zu „geförderten Räubern“ an reich gedeckte Tische einladen. Raben reagieren auf solche Angebote prompt und Probleme sind vorprogrammiert: Wo es Raben gut geht haben sie besten Bruterfolg, fallen vermehrt negativ auf, indem sie lokale Schäden an Kulturpflanzen oder in Kalifornien an Jungtieren der bedrohten Wüstenschildkröte verursachen

Merkmale: Der Kolkrabe ist der größte Rabenvogel und hat einen kräftigen Schnabel mit befiederter Basis. Zudem hat er ein purpur glänzendes schwarzes Gefieder, lange breite Flügel und einen keilförmigen Schwanz ein gutes Bestimmungsmerkmal.  Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Die Jungvögel sind matt braunschwarz und haben einen weniger keilförmigen Schwanz. Das Weibchen sind geringfügig kleiner als das Männchen, sonst kaum zu unterscheiden.
Länge um 64 cm, Spannweite um 120 cm und haben ein Gewicht von ca. 1,4 kg. Der Kolkrabe kann bis zu 60 Jahre alt werden.  In der Natur fällt die Größe allerdings kaum auf, ebenso wenig wie der keilförmige Schwanz und der kräftige Schnabel. Markanter sind die klangvollen Rufe, wie
“kruk” oder “korrk” in tiefer Tonlage.

Lebensraum:  Die Art ist in nahezu der gesamten Holarktis verbreitet und brütet in einer Vielzahl verschiedener Habitate: von arktischen Küsten Grönlands über boreale und nemorale Wälder bis hin zu Kulturlandschaften, Hochgebirgsregionen und Wüstengebieten. Der Kolkrabe ist vom Nordkap bis zur Sahara heimisch. In Polarnächten schlägt sich sein Atem als Eis auf seinem Gefieder nieder, die Sonne Ägyptens heizt die Gefiederoberfläche auf Temperaturen auf, die jedes Vogelleben gefährden. Kolkraben plündern in nordischen Vogelfelsen und untersuchen die Hinterlassenschaften einer Kamelkarawane in der Wüste Gobi oder in der Sahara. In Mitteleuropa hält sich ein guter Bestand in den Alpen. Auf Runde gehört der hier brütende Kolkrabe zu den Nesträubern, aber auch zur Sanitätsmannschaft, die zur Beseitigung von Tierkadavern in der Vogelkolonie beiträgt. Was sie nicht verdauen können, wie z.B. Vogelfüße, würgt er wieder aus.

Fortpfanzung: Die Brutsaison beginnt im Süden ab Mitte Februar, in Mitteleuropa meist im März, im Norden ab Ende März, so dass die bis zu sieben Jungvögel pro Nest schon im April/Mai flügge werden. Im Spätsommer lösen sich die Familienverbände gewöhnlich auf und die Jungvögel ziehen in lockeren Nichtbrürterschwärmen von bis zu mehreren hundert Tieren umher. Diese konzentrieren sich vor allem an gemeinschaftlichen Schlaf- und Futterplätzen. Jungtiere verbleiben in der Regel einige Jahre in diesen Nichtbrüterverbänden, welche als „Brutreserve“ fungieren: sobald ein Territorium frei wird oder ein Partner eines Paares stirbt, werden aus ihr neue Brutvögel rekrutiert Kolkraben leben in Dauerehe und beanspruchen ein sehr großes Revier. Im Vorfrühling zeigt das Männchen atemberaubende Schauflüge mit Stürzen auf einer Schraubenbahn aus großer Höhe. In ihrem Revier, das sie nie verlassen, besitzt das Rabenpaar meist einige Horste, die es abwechselnd benützt. Schon Mitte Februar, ohne Rücksicht auf das herrschende Wetter, erscheinen die Raben an ihrem Horst, den sie seit 9 Monaten nicht mehr besucht hatten. Sie bessern ihn aus und rammen zurechtgebrochene Äste in seinen Unterbau, als sollte er Jahrhunderte überdauern. Manche Horste sind in der Tat über viele Jahrzehnte hin in Benutzung. Die tiefe Nestmulde wird warm und weich gepolstert, wie es das Winterwetter draußen erfordert. In den Alpen liegen die Horste stets in Felsen oder auf den höchsten Bäumen. Brutdauer 20 bis 21 Tage, Nestlingsdauer 35 bis 42 Tage. Die nordischen Raben brüten auch in Winternächten bei minus 30 Grad. Während das Weibchen brütet und in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen, wird es vom Männchen aus dem Kehlsack gefüttert. Die Mutter hilft den Jungen beim Sprengen der Eier und frisst anschließend die Schalen. Wenn die Jungen Durst haben, bringen ihnen die Eltern eingeweichtes Futter oder tränken sie mit Wasser aus dem Kehlsack. Die Jungen verlassen Ende Mai oder Anfang Juni den Horst, bleiben aber mit ihren Eltern als Familie bis in den Herbst zusammen. Dann verlassen sie das elterliche Revier, nomadisieren ein Jahr lang umher und lassen sich dann auf Lebenszeit in einem eigenen Revier nieder. Als “kluge”, nämlich lernfähige Vögel sammeln sie Erfahrung. Der einzige Feind, der neben dem Menschen den Kolkraben bedroht, ist der Uhu.

Nahrung: Unzutreffend sind die wiederkehrenden Geschichten vom Kälber- und Lämmerkiller. Raben vermögen kein Kalb zu töten. Allenfalls stören sie Herden zur Geburtszeit und können kranke, gehandicapte Jungtiere verletzen. Sie warten auf Tot- und Nachgeburten um sie als „Kadaver-Recycler“ zu entsorgen. Indes lernten dort die Raben, wie man an lecker-süßen Kälberkot kommt: Man nähert sich von hinten dem ruhenden Kalb und pickt es in den Schwanz. Auf diesen Reiz stehen die meisten Kälber auf und koten reflexartig. Diese Strategie wird nun seit mehreren Raben-Generationen praktiziert. Dennoch wird immer wieder die Forderung nach Verfolgung laut, in Missachtung ökologischer Tatsachen und wirksamerer Bekämpfungsmethoden Raben sind anpassungsfähige Fleischfresser mit kleineren Anteilen pflanzlicher Nahrung. Sie streifen mit langsamen Flügelschlägen im Suchflug über ihr Revier oder marschieren gemächlich, aber ausdauernd am Boden und erbeuten, was gerade die Jahreszeit zu bieten hat. Im Mai sind es vor allem Maikäfer, bei einer Mäuseplage stellen sie sich rasch auf Mäuse ein, im Winter versammeln sie sich an Müllplätzen. Am Meer suchen sie im Spülsaum angeschwemmte Meerestiere. Sie treffen meistens als erste am Aas ein und setzen sich dort gegen den Bussard durch. Wo sie häufig sind, wird ihnen die Tötung neugeborener Lämmer nachgesagt. Bei knapper Nahrung überfallen sie auch Hühnerhöfe und erbeuten Küken oder junge Enten. Hauptbeute aber sind wohl überall Insekten aller Art, im Herbst fressen sie auch Beeren.

Allgemeines:  Jung aufgezogene Kolkraben werden überaus anhänglich. Man kann sie dank ihrer Lernfähigkeit gut erziehen und ihnen Freiflug gewähren. Sie lernen die menschliche Sprache täuschend echt nachzuahmen. Sie sind sogar bereit, ihren Pfleger zu verteidigen. Sie fallen aber lästig durch das Verstecken von Schlüsseln, Brillen und dergleichen, und sie können im Alter bösartig gegen fremde Menschen werden.

Rabenkrähe

Systematik:
Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)
Unterordnung: Singvögel (Passeri)
Familie: Rabenvögel (Corvidae)
Gattung: Raben und Krähen (Corvus)
Vorkommen und Verhalten: Die Rabenkrähe ist eine Unterart der Aaskrähe. Das Gefieder ist vollkommen schwarz, nur bei guter Beleuchtung glänzend. Mit etwa 47 cm Größe/Länge ist sie deutlich kleiner als der Kolkrabe. Die Rabenkrähe verfügt im Gegensatz zur Saatkrähe, mit der sie verwechselt werden kann, nicht über ein nacktes Gesicht und hat einen kräftigen, schwarzen Schnabel Eine ganze Anzahl von mittelgroßen Arten der Gattung Corvus aus der Familie der Rabenvögel bezeichnet man als »Krähen«, größere Formen dagegen als »Raben«. Beides sind recht ungenaue Sammelbegriffe, die noch dazu häufig durcheinandergeworfen und oft auch auf alle dunklen Rabenvögel gleichermaßen angewandt werden. In Europa leben als »typische« Krähen Saatkrähen und Aaskrähen, die wiederum in 2 schwarze und 4 grauschwarze Unterarten aufgegliedert sind. Nebelkrähen nennt man die bis auf Kopf und Hals im Kleingefieder grau gefärbten Formen des östlichen Mitteleuropa, Rabenkrähen dagegen die völlig schwarzen westlicheren Vögel.
Die Rabenkrähe gehört zu den am weitesten verbreiteten Vogelarten. Sie kommt in fast allen Lebensräumen vor. Ihre Nahrung sucht sie großteils auf dem Boden auf Grünländern, an Wegen und Säumen.
Zunehmend wandert die Rabenkrähe in Ortschaften ein, sofern ausreichend hohe Bäume zur Verfügung stehen. Der Landesbestand wird auf rd. 11.000 Paare geschätzt. Langfristig dürfte der Bestand stark angestiegen sein, was auch durch die Einwanderung in die Ortschaften bedingt ist. Hier findet sie durch ihre verringerte Scheu seit der Unterschutzstellung ähnlich wie Elster und Saatkrähe auch verbesserte nahrungsökologische Bedingungen vor. Ihre in Verhaltensexperimenten nachgewiesene hohe Intelligenz zeigt sich im Sozialverhalten und vor allem bei der Nahrungsbeschaffung. So wird berichtet, dass Rabenkrähen fremde Nester regelrecht auskundschaften und genau dann plündern, wenn diese nicht besetzt sind. Unnötige Störungen des Brutgeschäftes durch neugierige Vogelliebhaber können auf diese Weise indirekt zur Vernichtung der Brut der verscheuchten Eltern führen.
Zu ‘heidnischen’ Zeiten wurden Raben von vielen Stämmen und Völkern (Indianer, Germanen, Perser) als Götter oder deren Begleiter verehrt. Bereits die Juden bezeichneten die Rabenvögel als unrein, da sie sich auch von Aas ernähren. Im christlichen Glauben wurden sie dann sogar zu Vögeln der Hexen und des Teufels. Der Ausdruck ‚Galgen- oder Totenvogel‘ stammt aus dem frühen Mittelalter. Er geht darauf zurück, dass Rabenvögel Erhängte als Nahrung zu schätzen gelernt hatten und sich in Folge dessen oft in der Nähe von Galgenbäumen aufhielten. Der sich daraus entwickelte Aberglaube ging teilweise so weit, dass die einfachen Leute fürchteten, sterben zu müssen, wenn sich eine Krähe oder ein Rabe in ihrer Nähe aufhielt!
Den Rabenvögeln wurden aber auch positive Dinge nachgesagt: Von der Antike an bis hin zum heutigen

Volksglauben gelten sie als zuverlässige Wetterpropheten. Den Wikingern dienten sie als Wegweiser während gefährlicher Seefahrten. Auch sollen Raben nach Legenden schon Mörder entlarvt und sich als Rächer von Mordtaten hervorgetan haben.
Die Verbindung zum Teufel hat den Rabenvögeln im Mittelalter übel mitgespielt: Man verfolgte sie und hängte sie sogar zur ‘Abschreckung des Bösen’ an Häusern und Ställen auf. Aber auch heute noch haben viele Menschen eine Abneigung gegen diese wunderschönen und majestätischen Vögel, über die Sie im Naturhistorischen Museum noch weitere interessante Dinge erfahren können.-

Kennzeichen: Die Aaskrähe besitzt ein schwarzes, bläulich schimmerndes Gefieder
Der schwarze Schnabel ist dick, der Oberschnabel vorne gebogen. Der Stoß ist gerade. Die Beine sind ebenfalls schwarz

 

Stimme: Krähen geben ein recht rauhes Gequarre und Gekrächz von sich geben, im Fluge ,,krah” und bei Ärger „garr (klick um die Stimme zu hören)

 

Brut: Aaskrähen werden im Alter von 2-3 Jahren geschlechtsreif und bleiben meist ihr gesamtes Leben lang mit dem einmal gewählten Brutpartner zusammen. Auch ihr Brutrevier behalten Nebel- und Rabenkrähen über lange Zeiträume bei; meist sind es Standvögel, nur nördliche Populationen ziehen zum Winter hin in mildere Gebiete. In ihren Überschneidungsbereichen verpaaren sich Angehörige der verschiedenen Rassen häufig untereinander und bringen mischfarbige und voll fortpflanzungsfähige Bastarde hervor. Die Artabgrenzung ist also bei Rabenkrähen (Corvus corone corone) und Nebelkrähen (Corvus corone cornix) noch nicht vollständig entwickelt Fortpflanzung Aaskrähen finden sich außerhalb der Brutzeit häufig zu größeren Schwärmen zusammen.
Während der Brutperiode (Beginn im März/April, in nördlichen Gebieten Mai/Juni) aber nisten die Brutpaare einzeln auf hohen Bäumen (im Gegensatz zur Saatkrähe), von wo die Vögel einen weitreichenden Überblick haben. Das Nest ist recht umfangreich aus Zweigen zusammengesetzt und auch oft mit Erde verfestigt; die Nistmulde legen Krähen mit weichem, feinem Material aus. Das Gelege besteht aus 4 -7, meist 5 Eiern, die allein vom Weibchen 18-20 Tage lang erbrütet werden. Der männliche Vogel übernimmt währenddessen die Nahrungsbeschaffung. Die frisch geschlüpften Nestlinge sind grau bedunt und betteln mit ihrem leuchtendrosa gefärbten Sperrachen nach Futter. Sobald nach der 1. Lebenswoche sich das Weibchen nicht mehr ständig um die Nesthocker kümmern muß, versorgen beide Elternvögel den Nachwuchs, bis die jungen Krähen nach 4 -5 Wochen schließlich das Nest verlassen

Elster

Foto: WP-Jagdportal

Vermutlich hat – außer der Rabenkrähe – kein Vogel einen so schlechten Ruf wie die Elster. Sie gilt als Nestplünderer und Vogelmörder. Auch soll sie diebisch sein, und geschwätzig. Von der sprichwörtlichen Klugheit der Elstern überzeugten sich die Bochumer Biopsychologen (Dr. Helmut Prior am Lehrstuhl von Prof. Dr. Onur Güntürkün). Die Forscher wurden für acht kleine Elstern zu Zieheltern. Ihr 24 Stunden Einsatz für die Brut wurde durch außergewöhnliche Ergebnisse belohnt: Die schlauen Vögel können nicht nur schon sehr früh gezielt nach Gegenständen suchen, die man vor ihnen versteckt. Ihren Ruf als lernfähiger, schlauer und diebischer Vogel hat die Elster zu recht: Ihr Gehirn zählt zu den höchstentwickelten unter den Singvögeln. Eine vielversprechende Voraussetzung für die Experimente der Biopsychologen. Sie brauchten nur vor die Tür ihres Labors zu gehen um Elsternnester zu finden. Mit behördlicher Genehmigung wählten sie acht Junge aus zwei Nestern aus und zogen sie selbst groß – eine anstrengende Angelegenheit, denn acht kleine Vögel haben immer Hunger. Schon in den Kinderschuhen bewiesen die Kleinen ihre besonderen Fähigkeiten: Schneller als andere Vögel besaßen sie die sogenannte Objektpermanenz, d.h. sie suchten gezielt Gegenstände, die man vor ihnen versteckt hatte, selbst dann, wenn der Gegenstand von einem Versteck in ein anderes befördert worden war, ohne auf dem Weg dorthin sichtbar zu sein. Diese Fähigkeit brauchen die Elstern dringend zum Überleben, denn sie horten Futter für den Winter in Verstecken und müssen es dort wiederfinden. Nach zehn Lebenswochen, wenn sie ein eigenständiges Leben beginnen, sind sie Meister darin. Diese Leistungen der Elstern, und ihre Fähigkeit, Artgenossen individuell zu erkennen, brachte die Forscher auf die Idee, dass Elstern möglicherweise sogar eine Vorstellung von sich selbst haben könnten. Das herauszufinden ist nicht einfach, denn die Kommunikation mit Tieren ist sehr eingeschränkt. Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente gelang es jedoch, das Verhältnis der Vögel zu ihrem Spiegelbild näher zu bestimmen. Anders als z. B. Wellensittiche, die auch nach Jahren einen Spiegel in ihrem Käfig noch als Artgenossen behandeln, zeigten die Elstern ein eher neugieriges, erkundendes Verhalten. Sie gingen vor dem Spiegel auf und ab, präsentierten sich davor mit Gegenständen und wagten einen Blick hinter das Bild. Gegenstände, die nur im Spiegel für sie sichtbar waren, erkannten sie gut. Spiegelte sich eine Schachtel mit Futter, gingen sie hin, war die Schachtel im Spiegel leer, ignorierten sie sie zumeist. Häufig kommt es vor, dass in Nester Geld, Ketten oder glitzernde Gegenstände gefunden werden.-

Foto: Reiner Jacobs

Aufschlussreich war schließlich auch der “Markierungstest”, bei dem die Elstern mit einem roten bzw. zum Vergleich mit einem (auf schwarzen Federn unsichtbaren) schwarzen Fleck unter dem Schnabel markiert wurden, den sie nur im Spiegel sehen konnten.
Die Elstern ernähren sich von Jungvögeln, Eiern, Insekten, von Feldmäusen, von toten Tieren, von Getreidekörnern und anderen Pflanzensamen sowie dem, was sie als Allesfresser sonst noch alles finden.
Elstern bauen ihre kugeligen, umfangreichen Reisignester in hohen Hecken und in Einzelbäumen. Die Nester haben einen seitlichen Einschlupf und halten jahrelang, weil die Erbauer eine bis zu 4 cm dicke Lehmschicht in den Nestboden einarbeiten.

Fünf bis sieben Eier werden in der Regel gelegt, aus denen die Jungelstern meist Anfang Mai nach dreiwöchiger Bebrütung schlüpfen. Die Jungen werden von beiden Eltern, die in Dauerehe zusammenbleiben, gefüttert und sind nach spätestens vier Wochen selbstständig. Elstern brüten nur einmal im Jahr und bleiben als Standvögel im Winter bei uns.

Habicht und Wanderfalke sind neben dem Menschen die gefährlichsten Feinde der Elstern. Jäger schossen früher häufig von unten mit Schrot durch die Nester, um die Elster mitsamt ihrer Brut zu vernichten. Heute ist derlei Praxis zum Glück verboten, zumal nicht nur die Elster Opfer wurde, sondern z.B. auch die Waldohreule, die gern in verlassenen Elsternestern brütet.

Stimme Elster