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Baumspecht

BUNTSPECHT: 

Schon in mittelhochdeutscher Zeit erscheint die Benennung als ‘Baumhacker’.

Buntspecht

Kennzeichen: Schwarzweißes Gefieder mit hellem Bauch. Das Männchen hat einen roten Nackenfleck, während das Weibchen dort schwarz gezeichnet ist. Helles scharfes „kix” als Warnruf. Der Trommelwirbel ist kurz und schnell. Fliegt wie alle Spechte wellenförmig, wobei an der tiefsten Stelle des Fluges kurz mit den Flügeln geschlagen wird, während sie sonst eng am Körper anliegen.

Vorkommen: Ganzjährig in dichten Wäldern, lichten Parks, Alleen und großen Gärten.

Lebensraum: Der Buntspecht ist die am wenigsten spezialisierte heimische Spechtart und deshalb auch die am häufigsten vorkommende. Man kann ihn sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern finden, aber auch in Parks und in der Kulturlandschaft, sofern dort Alleen, Windschutzstreifen oder kleine Baumgruppen vorhanden sind. Eichen- und Buchenmischwälder mit viel Alt- und Totholz sind für ihn optimale Lebensräume. Einförmige Fichtenreinbestände weisen nur geringe Spechtvorkommen auf.

Nahrung: Holzinsekten, die aus der Rinde und morschem Holz gehackt werden. Dabei hilft auch die lange Zunge, die 40 mm weit vorgestreckt werden kann. Außerdem Nadelbaumsamen. Dazu klemmt der Specht den Zapfen geschickt in Astlöchern oder in Rindenritzen ein (sog. „Spechtschmiede”), um an die Samen heran zu kommen. Im Winter auch an Futterstellen. Teilweise werden auch Jungvögel und Eier gefressen.

Lautäußerungen: Dem Anlocken der Weibchen in der Balzzeit und der Revierabgrenzung dient das „Trommeln“, eine sehr schnelle, bis 2 Sekunden dauernde Folge von 10–15 Schnabelschlägen. Die Männchen beginnen mit dem Trommeln, sobald die von ihnen gezimmerte Höhle bezugsfertig ist, und nutzen dabei alle verfügbaren Resonanzkörper. Typisch sind hohle Baumstämme oder tote Äste. Auch die Weibchen lassen Trommelwirbel erschallen, wenn sie sich im Revier eines Männchens befinden, und machen damit auf sich aufmerksam.

 

Fortpflanzung: Der Buntspecht ist wie alle Spechte ein Höhlenbrüter. Die Bruthöhlen zimmert er selbst und bevorzugt dazu weiche Holzarten und morsche alte Bäume. Er beginnt viele Höhlungen auszuarbeiten, bevor er eine einzige vollendet. Er legt 4 bis 7 weiße Eier, die etwa 11–13 Tage lang bebrütet werden. Die Jungvögel werden etwa 3 bis 4 Wochen lang gefüttert, bis sie ausfliegen.

GRÜNSPECHT

Wurde früher irrtümlicher Weise, wie auch der Grau- und der Schwarzspecht, als “Gießvogel” oder “Windracker” bezeichnet, womit eigentlich aber der Wendehals gemeint war. Wird selten auch Grüner Baumhacker, Holzhauer oder Grünling genannt. Da sein Ruf an den eines Pferds erinnert, trägt er auch den Namen Wieherspecht.

Stimme: Seiner Stimme verdankt der Grünspecht den Namen „lachender Specht“. Er macht sich besonders durch seinen Gesang und seine Rufe bemerkbar. Sein dynamischer, meist mehrsilbiger Ruf gleicht einem gellenden Lachen: „kjückkjückkjück“. Man kann ihn das ganze Jahr über hören. Er wird oft im Flug geäußert. Zur Balzzeit baut der Grünspecht diesen Ruf zu einer langen lachenden Strophe aus, seinem Gesang: „klüklüklüklüklü“. Der Grünspecht singt, um sein Revier abzustecken und um Weibchen anzulocken. Neben diesem Gesang bringt der Grünspecht nur selten einen der bekannten Trommelwirbel hervor, die bei anderen Spechtarten die Hauptform der Revierabgrenzung darstellen.

 

Grünspecht

Kennzeichen: Der Grünspecht ist ein echter Hingucker. Er ist hähergroß mit olivgrüner Oberseite. Aus der Nähe roter Scheitel und schwarze Maske um das weiße Auge sichtbar, das Männchen ist durch seine rote Wangenstreifmitte zu erkennen. Fliegt oft in stark bogenförmiger Flugbahn. Meist durch Stimme zu entdecken. Ruft im Flug laut gellend “kjükjüKJÜCK”. Gesang in laut lachenden Strophen von jeweils 10-18 “klü”-Lauten. Trommelt nur selten. Von Kopf bis Schwanz misst er zwischen 30 bis 36 Zentimeter und kommt auf eine Spannweite von 45 bis 51 Zentimeter.

Lebensraum: Der Grünspecht findet überall dort ein Domizil, wo es alte Bäume zur Anlage von Höhlen und ausreichend Ameisen gibt – sei es in halboffenen Waldlandschaften, in Gärten und Parks oder auf städtischen Brachflächen. Besonders geeignete Bedingungen bietet auch die Streuobstwiese. Aber auch Industriebrachen hat der Grünspecht zunehmend für sich entdeckt. Dort nimmt er im Gegensatz zu den Streuobstwiesen sogar stark zu. Im städtischen Bereich bieten besonders Ortsränder und Gegenden mit altem Baumbestand ideale Bedingungen für den Grünspecht – sofern dort keine Pestizide verwendet werden, die seine Nahrungsgrundlage, die Ameisen, beeinträchtigen. Außerdem ist er ein echter Europäer. Mehr als 90 Prozent seines weltweiten Verbreitungsgebietes befinden sich in Europa. Hier besiedelt er fast den ganzen Kontinent mit Ausnahme von Irland, dem mittleren und nördlichen Skandinavien und den nördlichen und östlichen Teilen des europäischen Russlands. Außerdem brütet er im Kaukasus, in Bergregionen der Türkei und des nördlichen Iran und Irak. Dabei nimmt seine Häufigkeit mit der Strenge der Winter von West nach Ost ab. Mit seiner weitgehend auf unseren Kontinent beschränkten Verbreitung tragen wir als Europäer die wesentliche Verantwortung für den Schutz dieser Art. Alte Bäume sind für den Grünspecht lebenswichtig. Nur in ausreichend dicken Bäumen mit weichen Stellen kann er seine Höhlen anlegen, bevorzugt in zwei bis zehn Metern Höhe. Grünspechte beginnen häufig mehrere Höhlen, die in späteren Jahren, wenn der Höhlenanfang etwas angefault ist, fertig gebaut werden. Das Eingangsloch ist meist sechs mal sieben Zentimeter groß. Der gemeinsame Höhlenbau ist ein Ritual, das Männchen und Weibchen aneinander bindet. Doch nicht jedes Jahr gönnt sich der Grünspecht eine neue Behausung. Oft bezieht er auch vorhandene Höhlen, wie die Schlafhöhle aus dem vergangenen Winter.

Grünspechte hinterlassen in ihren Revieren viele Spechthöhlen, die von anderen höhlenbewohnenden Arten zur Brut genutzt werden: von verschiedenen Meisenarten, Staren, Kleibern, Halsband- und Trauerschnäppern oder Gartenrotschwänzen. Für letzteren – den Vogel des Jahres 2011 – ist der Grünspecht zum Beispiel ein wichtiger Baumeister. Aber auch Fledermausarten, Siebenschläfer und Hornissen profitieren von den Grünspechthöhlen. Besonders beliebt sind beim Grünspecht Weiden, Pappeln und Obstbäume. Leider werden diese in öffentlichen Grünanlagen und Gärten wegen übertriebener Verkehrssicherheit oft unnötig entfernt. Dabei würde ein Zurückschneiden oft genügen. Totes Holz bietet Wohnraum für viele Insekten, darunter auch einige spezialisierte Ameisenarten.

Nahrung: Zwischen Morgengrauen und Dämmerung ist der Grünspecht aktiv und bleibt seinem Revier treu. Täglich fliegt er die gleichen Routen und besucht dieselben Plätze, um Ameisen zu finden. Unter allen Spechten ist er am stärksten auf sie spezialisiert. Auch seine Jungvögel füttert der Grünspecht ausschließlich mit Ameisen. Während andere Spechte ihre Nahrung an Bäumen finden, sucht er gezielt auf lockeren Böden mit Störstellen ohne oder mit wenig Vegetation. Pro Tag frisst ein Grünspecht etwa 2.000 Ameisen.

Interessant: Unter allen europäischen Spechten hat der Grünspecht die längste Zunge. Er kann sie bis zu zehn Zentimeter vorstrecken. Mit diesem harpunenartigen Instrument erwischt er auch gut versteckte Ameisen. Dabei hilft ihm sein Schnabel als kombiniertes Werkzeug, das er als Meißel, Zange oder Axt einsetzt. Er schlägt Löcher in Ameisennester im Boden oder in weiche Baumstümpfe. Mit seiner Zunge, einem hochempfindlichen Tastorgan, dringt er in die Ameisengänge ein. Gefundene Ameisen, deren Larven und Puppen, bleiben an ihr kleben. Manchmal schlägt er auch die Ameisennester auseinander. Dabei bewegt er sich, als ob er einen Taktstock schlägt. Zu einem geringen Teil fressen Grünspechte auch andere Insekten, Regenwürmer und Schnecken sowie Beeren und Obst.

SCHWARZSPECHT

Als Pionier des Waldes erschließt der Schwarzspecht vielen anderen Höhlenbrütern den Wald und insbesondere das Altholz. Wirtschaftsdenken und Ordnungsliebe gefährden diesen Lebensraum, so dass der Schwarzspecht stellvertretend für weitere Höhlenbrüter steht.

Schwarzspecht

Name: Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) zählt zur Familie der Spechte (Picidae), allesamt Höhlenbrüter, die sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ihre Nisthöhlen selbst zimmern.

Kennzeichen: Der hoch entwickelte Schwarzspecht ist der größte Specht in unseren Breiten (bis zu 50 cm lang inklusive Schwanz). Sein Gefieder schimmert matt schwarz. Am Kopf trägt das Männchen einen komplett roten Scheitel, der sich beim Weibchen auf einen roten Nackenfleck beschränkt. Der Schnabel, besonders ausgeprägt und kräftig, ist gelblich bis elfenbeinfarben, die Iris blassgelb.

Lautäußerungen: Besonders intensiv ist sein 10 bis 20-silbiger Ruf zur Fortpflanzungszeit, z.B. kwoih-kwihkwihkwihk-wikwikwik. Warnruf ist ein der Dohle ähnliches kijak, Flugruf kürr-kürr-kürr und Standortruf kliööh. Der Trommelwirbel des Männchens besteht aus etwa 17 Schlägen pro Sekunde. Daneben ist auch demonstratives Klopfen und langsameres Trommeln zu hören.

Nahrung: Der Schwarzspecht ernährt sich vorwiegend von Larven und Puppen, adulten Ameisen und Holz bewohnenden Käfern (Borken- und Bockkäfer). Daneben frisst er Hymenopteren, Käfer, Dipteren, Schmetterlings-Raupen, Spinnen und kleine Schnecken. Nur äußerst selten versorgt er sich zusätzlich mit Beeren und Früchten.

Lebensraum: Der Schwarzspecht ist eng an alte Baumbestände gebunden, wobei die Holzart eine untergeordnete Rolle spielt. In Altholzbestände wie 80 bis 100-jährige Buchen mit mindestens 4 bis 10 Meter astfreien und über 35 cm starken Stämmen, baut er seine Brut- und Schlafhöhlen.

Fortpflanzung: Die Nesthöhle wird 30 bis 55 cm tief in die Stämme gebaut. Ende März oder Anfang April legt das Weibchen 2 bis 6 spitzovale, weiß glänzende Eier. Schon nach 12 bis 14 Tagen schlüpfen die Jungen, die entsprechend der kurzen Brutdauer noch nicht weit entwickelt sind. Ihre Nestlingsdauer beträgt in der Regel 27 bis 28 Tage. Schwarzspechte brüten einmal pro Jahr, bei Gelegeverlust kommt es jedoch zu einer Ersatzbrut.

Verbreitung: Das Areal des Schwarzspechts reicht in der gemäßigten Zone von Südwest-Europa, Frankreich und Norwegen nach Osten bis Sachalin und Nord-Japan. In Europa ist er von Tieflagen bis in die montane und – in geringerer Dichte – auch bis in die subalpine Stufe anzutreffen.

Bestand: Die Schwerpunkte der Verbreitung liegen in Osteuropa, Deutschland und Polen. In Deutschland wird der Bestand auf 28.000 bis 44.000 Brutpaare geschätzt.

Gefährdung: Der Bestand des Schwarzspechts wird derzeit zwar nicht als bedroht angesehen, doch er ist unmittelbar von der forstwirtschaftlichen Nutzung abhängig. Ein früher Umtrieb von (Buchen-) Althölzern und selektives Entfernen von Höhlenbäumen engen seine Brutmöglichkeiten ein.

GRAUSPECHT

Auf den ersten Blick guckt man einem Grünspecht nach, auch die Stimmen der beiden Spechtarten sind zum Verwechseln ähnlich. Auf den zweiten Blick lässt er sich jedoch durch seinen grauen Kopf, seine mattere Unterseite und das hellere Gesicht von seinem Zwillingsbruder unterscheiden. Die Stimmen sind bei genauerem Hinhören auch zu unterscheiden und nebenbei auch die beste Chance, um auf diesen etwas heimlichen Specht aufmerksam zu werden.

Stimme des Grauspechts: Bei Beunruhigung Serien etwas unterdrückt klingender „tjk“-Rufe.
Gesang aus Strophen von 6 -9 Pfeiftönen, die sukzessive in der Tonhöhe abfallen und nach den drei Anfangstönen langsamer werden „kikiki kü-kü-kü-kü kö“, leicht nachzupfeifen, ohne den lachenden Ton des Grünspechts, klingt eher wehmütig. Trommelt häufig in lauten, recht schnellen und ca. 1,5 s dauernden Serien.

 

Aussehen:  Größe: ca. 27 – 32 cm, Spannweite: ca. 45 – 51cm

Kennzeichen: Kleiner als Grünspecht und eigentlich nur mit diesem zu verwechseln; im Vergleich zu Grünspechten mit etwas kleinerem, mehr gerundetem Kopf, was durch den etwas kürzerem und schwächeren Schnabel betont wird (wirkt dadurch „freundlich“), ferner mit andersartigem, mehr einheitlich grauem Kopfmuster und weniger Schwarz (nur Zügel) um bernsteinfarbenes Auge, mit schmalerem Wangenstreif sowie bei Männchen mit Rot auf den Vorderscheitel beschränkt, bei Weibchen ganz Rot auf dem Scheitel. Oberseite überwiegend moosgrün (nicht gelbgrün wie Grünspecht), Unterseite ungebändert hellgrau (mit schwacher Grüntönung), nicht gelb getönt.
Jugendkleid: Sehr ähnlich Adult, jedoch mit etwas matteren Farben.

Grauspecht

Spärlicher Brut- und Standvogel

Verbreitung: Das Areal des Grauspechts erstreckt sich in Europa von Griechenland, NW-Frankreich und S-Norwegen in schmalem Band nach Osten bis zum Pazifik.

Verbreitung: Der Grauspecht ist mit größeren Lücken überall verbreitet. Das Brutareal hat sich im Vergleich zur letzten Kartierung von 1996-99 vergrößert.

Verhalten: Grauspechte halten sich gern am Boden auf und suchen dort hüpfend nach Fressbarem. Gefundene Ameisen werden dann mit Hilfe ihrer langen Zunge aufgenommen.

Lebensraum: In großen Parkanlagen, in lichten Laub- und Mischwäldern mit vielen morschen Laubbäumen, oft an Gewässerufern, in Auwäldern. Auch noch oben in den Bergen zimmern die Grauspechte bereits bald im Frühjahr in modernden Baumstämmen von Eichen, Erlen, Birken, Weiden, Pappeln, Obstbäumen und auch anderen Baumarten ihre bis 50cm tiefen Höhlungen.

Nahrung: Vor allem Ameisen; besucht Futterstellen. Im Winter hacken Grauspechte in Ameisenhaufen bis 75cm tiefe Löcher, um an ihre beliebte Nahrung, die überwinternden Ameisen, zu gelangen. Sie fressen jedoch auch Fichtensamen und andere Samenkörner.

Bruthöhle: Höhleneingang ca. 5,5 cm. Es arbeiten beide Partner, das Männchen leistet jedoch den größeren Teil der Arbeit. Nach etwa zwei Wochen ist die Höhlung fertig, und das Männchen zimmert dann oft noch ein weiteres ähnliches Loch, in dem es übernachtet.
In dieser Zeit ist das Grauspechtmännchen sehr unverträglich und verjagt jeden Nebenbuhler sehr energisch aus seinem etwa 1 km² großen Brutrevier.

Eiergröße: 24,3 bis 30,0 x 19,0 bis 21,6 mm
5 bis 10 Eier liegen nur auf einigen Holzspänen und beide Altvögel brüten abwechselnd 17 bis 18 Tage.

Jungvögel: Gemeinsam füttern die Grauspecht-Altvögel auch ihre Jungen mit Ameisen und ihren Puppen. Nach 25 Tagen verlassen sie jedoch zur Nacht noch zurückkehren.