Zielfernrohre für Gewehre

 

Ein Zielfernrohr ist ein Fernrohr mit einer in die Optik integrierten Zieleinrichtung. Zielfernrohre werden bei Schusswaffen zur genauen Ausrichtung auf ein entferntes Ziel benötigt. Die Zieleinrichtung wird Absehen genannt. Vorgänger dieser Einrichtung ist das Diopter.


Was ist ein Zielfernrohr: Zielfernrohre sind wie Kimme und Korn, sowie Diopter, Laser (in Deutschland nicht legal) und Leuchtpunktvisiere sogenannte Zielhilfen. Das besondere an Zielfernrohren ist die optische Vergrößerung des anvisierten Objektes, sowie die hohe erreichbare Präzision bei der Verwendung eines Zielfernrohrs. ZFs bestehen grundsätzlich aus mehreren optischen Linsen, die in einem Tubus gefasst sind, einem Absehen und einer Justiermöglichkeit.

Unter einer Fülle von unterschiedlichsten Modellen und Fabrikaten kann der Jäger sich das für seinen Zweck am besten geeignete Zielfernrohr auswählen. Es gibt Zielfernrohre mit konstanter und solche mit variabler Vergrößerung. Bei letzteren kann man je nach dem Verwendungszweck die geeignete Vergrößerung einstellen, z.B. bei einem weiten Punktschuß 6fache oder beim Schuß auf flüchtiges Wild nur 2fache Vergrößerung. Wesentlicher Bestandteil eines Zielfernrohres ist das Absehen, eine Zielmarke im optischen Zentrum des Glases. Es handle sich um ein Fadenkreuz, einen Zielstachel oder Punkteabsehen.  Zu einem guten Zielfernrohr gehört eine einwandfreie Montage, damit sein Sitz auf dem Gewehr auch nach wiederholtem Abnehmen absolut konstant bleibt. Neben einigen Spezialmontagen gibt es die Einhakmontage, die Schwenkmontage und die Aufschubmontage.Die Ursache für eine schlechte Schußleistung liegt überwiegend an qualitativ nicht einwandfreier Montagen. Die beste Waffe und das teuerste Zielfernrohr sind relativ wertlos, wenn das Montage-Gesteck mangelhaft ist oder die Montage handwerklich schlecht ausgeführt wurde.

Ein paar optische Grundlagen: Vergrößerung: Der Vergrößerungsfaktor eines Fernglases oder Ziefernrohres sagt ihnen, um wieviel mal das betreffende Glas den Bock, den Sie gerade ansprechen wollen, optisch vergrößert. Steht auf Ihrem Fernglas ein Vergrößerungsfaktor 8x, dann heißt das praktisch: Das Glas vergrößert den anvisierten Bock 8 x. Man kann die Sache auch anders ausdrücken: Ein Bock, den Sie auf 160 m anvisieren erscheint Ihnen so nah, als ob er 160m : 8 = 20 m entfernt wäre.

Die Öffnung, also das Objektiv: Das Objektiv, also die vordere Linse des Fernrohres oder Zielfernrohres wird auch in Anlehung an das Auge als die Eintittspupille bezeichnet. Bei einem Glas 8×40 hat das Objektiv (also die Einrittspupille) einen Durchmesser von 40 mm.

Geometrische Lichtstärke: Sie wird errechnet, indem man den Durchmesser der Austrittspupille ins Quadrat setzt, also mit sich selbst multipliziert. Wird der Durchmesser der Austrittspupille eines Fernglases vom Hersteller mit 5 angegeben, so hat das Fernglas eine rechnerische Lichtstärke von 5 x 5 = 25.
Errechnet wird die Austrittspupille, indem man den Objektivdurchmesser durch die Vergrößerung des Fernglases dividiert.   (Beim 8×40-Glas geht das so: 40: 8 = 5  ,   5 x 5 = Lichtstärke 25 )

Dämmerungszahl; Auch die Dämersungszahl ist ein mathematischer Wert, der als Indiz/Anzeige für die optische Leistung eines Fernglases  herangezogen wird. Vereinfachend kann man sagen: Je höher die Dämmerungszahl, desto höher ist die Fernglasleistung bei schlechtem Licht.
Eine hohe Dämmerungszahl trägt zu einer guten Fernglasleistung bei schwachem Licht bei.
Zur Berechnung wird der Objektivdurchmesser multipliziert mit der Vergrößerung. Aus dem Ergebnis wird die Quadratwurzel gezogen.

Beispiel : 8 x 40 = 320  Die Wurzel aus 320 ist   rund 18. Das ist die Dämmerungszahl des 8×40-Glases. Rein rechnerisch  erreicht ein Billig-Glas die gleiche Dämmerungsleistung wie ein Spitzenglas. Hier hilft nur der direkte Vergleich unter vergleichbaren Bedingungen. Die nachfolgende Tabelle zeigt deutlich, dass die rechnerische Lichtstärke als Kriterium für di Leistung eines Glases bei schlechten Lichtverhältnissen keine richtige Wertung erlaubt. Ein 8×56 leistet bei geringerer rechnerischer Lichtstärke deutlich mehr, als ein 7x-50-Glas. Die Eignung der verschiedenen Gläser ( T=Tag, D=Dämmerung, N=Nacht)

Rein rechnerisch sind starke Gläser wie 15×60 hervorragende Gläser für Dämmerungs- und Nachtansitz. Aber: Abgesehen von glasklaren Mondnächten hat man mit diesen Gläsern ganz einfach Handhabungsprobleme. Die Gläser ergeben nur aufgelegt ein ruhiges Bild. Ihr Blickwinkel ist sehr klein. Sie finden sich mit dem engen Blickwinkel nur sehr schwer zurecht. Praktisch heißt das: Sie kriegen Ihren Rehbock nicht ins Glas.

verschiedene Absehen

Das Absehen: Das Absehen ist das Fadenkreuz, der Punkt oder Ähnliches, das den Zielpunkt darstellt. Dieser Zielpunkt ist mit dem Ziel in Deckung zu bringen. Es gibt die unterschiedlichsten Absehen für die unterschiedlichsten Zwecke, hier Bild sehr häufiger und gebräuchlicher Absehen:

Absehen in verschiedenen Bildebenen: In welcher Ebene das Absehen liegen sollte ist vorranging vom Einsatzzweck, der Art des Absehens und den Vorlieben des Schützen abhängig. Es kommen zwei Positionen in Frage, da sich die Lichtstrahlen an zwei Stellen innerhalb eines ZF kreuzen.
Der erste Kreuzungspunkt liegt hinter den Objektivlinsen, das Absehen wird dann im dem Objektiv zugewanten Teil des verstellbaren Innentubus montiert, der zweite Kreuzungspunkt liegt im hinteren, dem Okular zugewandten Teil des Innentubus. Der effektive Unterschied ist, dass zwischen diesen beiden Montagemöglichkeiten die für die Vergrößerung zuständigen Linsen montiert sind. Eine Montage vor den Vergrößerungslinsen bewirkt, dass das Absehen mit dem Zielbild zusammen vergrößert wird. Eine Montage hinter den Vergrößerungslinsen bewirkt eine eine Vergrößerung nur des Zielbildes. Das Verhältnis der Absehenmaße zum Zielbild ändert sich dann mit der Vergrößerung.

Die Absehenverstellung: Die Absehenerstellung dient zum justieren des Zielpunktes auf den Treffpunkt der Waffe, dies jedoch nur bei einer (maximal zwei) Entfernungen. Bei dieser Justage wird der Winkel der Visierlinie so verändert, dass die Visierlinie die Flugbahn des Geschosses in der gewünschten Entfernung schneidet.
Die Absehenverstellung an Zielfernrohren ist meist mit 2 Türmen oder “Knöpfen” realisiert (die ersten ZFs hatten z.T. nur einen oder überhaupt keinen Turm).
Häufig, insbesondere bei so genannten Targettürmen (besonders ausgeprägte Türme mit großer Skala und leichter Verstellbarkeit), sind die Skalen “Nullbar”. Das bedeutet, dass nach lösen einer Schraube, mehrerer kleiner Madenschrauben o.a. die Skalen auf Null gedreht werden können, ohne dabei das Absehen zu verstellen. Dies hat zum Vorteil, dass der Nullwert leichter zu merken ist und eventuelle Rechnungen erleichtert werden.
Auf den auch häufig mit Schutzkappen versehenen drehbaren Türmen finden sich meist Angaben über den Verstellwinkel/weg bei einem Klick und die Verstellrichtung. Dieser Verstellwinkel/weg wird von den meisten Herstellern in Winkelmaßen angegeben, nur sehr wenige Hersteller benutzen Streckenangaben, was die Sache vereinfachen würde.

Parallaxe: Man spricht von Parallaxe, wenn die Achsen von zwei optischen Systemen in einem Winkel zueinander verlaufen. Der Punkt, an dem sie sich kreuzen, ist parallaxfrei. Das heißt, ein Objekt an diesem Punkt ist in beiden Systemen an der selben Stelle sichtbar. Liegt das Objekt auf der optischen Achse des einen Systems jedoch vor oder hinter dem Kreuzungspunkt, ergibt sich zur optischen Achse des anderen Systems eine Differenz – Die Parallaxe. Beim zielen mit einem Zielfernrohr haben wir es mit zwei getrennten optischen Systemen zu tun, das eine ist das Auge des Schützen, das andere das Zielfernrohr. Wird das Ziel durch das Zentrum der Austrittspupille anvisiert, dann fallen beide optischen Achsen zusammen und sind somit parallaxfrei. Kaum ein Schütze jedoch ist in der Lage immer wieder genau die Mitte der Austrittspupille zu finden und darauf zu achten, dass dass Zielbild immer kreisrund und gleichmäßig scharf ist, daher gibt es Zielfernrohre mit einstellbarer Parallaxe.

-Bei Luftgewehren und Waffen mit relativ geringer Reichweite (<=100m) ist eine entsprechend kurze minimale Parallaxenentfernungseinstellung erforderlich. Wenn nur auf Entfernungen unter 50m geschossen wird, dann bringt eine Parallaxeeinstellung von 45m bis unendlich nichts.
-Manche ZFs können “Reparallaxt” werden, also durch verschieben der Linsen kann der Parallaxenverstellbereich verschoben werden. Dies kann aber unerwünschte Nebeneffekte; wie zum Beispiel Unschärfe auf größere Entfernungen, mit sich bringen. Schuld an solchen Unschärfen ist ein zu geringer genereller Verstellbereich, der zwar mit Vorschaltlinsen ausgeglichen werden kann, was allerdings nur eine Notlösung darstellt.
Objektivverstellung oder dritter Tum?:
Turmverstellung (Seitenrad):
+ Bequemere Verstellung, meist auch im Anschlag möglich.
+ Durch große Seitenräder ist eine genauere Messung möglich.
– Geringerer Lichtdurchlass durch zusätzlichen verstellbaren Innentubus.
– Geringerer Lichtdurchlass durch höhere Anzahl an Linsen im ZF.
– Hoher Preis durch aufwändigere Konstruktion.
– Hohe Anfälligkeit durch äußere Einflüsse wie Prellschlag
Objektivverstellung:
+ Höherer Lichtdurchlass.
+ Geringere Kosten.
+ Geringe Anfälligkeit gegenüber Defekten.
– Entfernungsmessungen sind weniger präzise.
– Unbequeme Verstellung.
Entfernungsmessung mit der Parallaxe:
Beim Field Target (FT) wird die Entfernung über die Parallaxe gemessen. Dies ist nur möglich, da beim FT auf geringe Entfernungen <=75m geschossen wird und schon ab 20m (abhängig von der Größe und Art der Skala) eine Messung immer schwieriger wird.
Dieses Bild verdeutlicht es etwas:

 

 

 

 

Anhand der schematisch dargestellten Fokussierung ist zu erkennen, dass bei steigender Zielentfernung, der Fokussierwinkel immer spitzer wird. Diese Winkelveränderung ist aber nicht linear, sondern der Winkel konvergiert gegen 0 (er nähert sich dem Wert Null in immer kleineren Schritten, ohne ihn je zu erreichen). Ebenso verhält es sich mit der Parallaxeverstllung und deren Skala, für geringe Entfernungen ist die Skala groß, bei gößer werdenden Entfernungen wird die Skala zunehmend kleiner.

Augenabstand und Austrittspupille: Der Augenabstand ist die Entfernung zwischen Okularlinse und Auge, die es ermöglicht das Zielbild in vollem Umfang und scharf zu sehen. Von Bedeutung ist der Augenabstand insbesondere bei Waffen mit starkem Rückstoss, da bei zu geringem Augenabstand das Zielfernrohr unschöne Platzwunden an der Augenbraue hinterlassen kann :new16:.
Von interesse ist der Augenabstand und die entsprechende Montage des ZFs aber auch bei Zielfernrohren mit starker variabler Vergrößerung, da der richtige Augenabstand bei höchster Vergrößerung die größten Auswirkungen hat. Hier kommt zudem die Austrittspupille zum tragen, diese beschreibt den Durchmesser eines Kreises, in dem das Auge das Zielbild auffassen kann. Die Austrittspupille wird typischerweise bei höheren Vergrößerungen kleiner, entsprechend genau muss das Auge hinter dem ZF positioniert sein.

 

 

 

EVO Geschoss

Evolution Geschoss von RWS – IWA Neuheit

RWS präsentiert auf der IWA 2005 ein neues Geschoss

Nach intensiver Entwicklungsarbeit präsentiert RWS® mit dem Evolution®-Geschoss eine neue Generation von Deformationsgeschossen, ausgezeichnet durch viele konstruktive Merkmale.

1. Geschossheck mit ballistischer Kalotte.
2. Mit Mantel gebondeter Geschosskern.
3. Bleikern mit abgestimmter Härte.
4. Kneifrille
5. Scharfrand für sichere Pirschzeichen.
6. Zunehmende Mantelstärke für kontrollierte    Geschossdeformation.

Die moderne Bonding-Technologie kombiniert mit einer ausgefeilten Mantelkonstruktion erlaubt eine überzeugende Performance auf allen jagdüblichen Schuss-Distanzen.

• Überzeugende Tiefenwirkung – auch bei Knochentreffern!
Der Wirkungsvorteil des Evolution ® wird bei Knochentreffern, primär auf stärkeres Wild, besonders deutlich: Beim Auftreffen auf den Wildkörper wird der Deformationsprozess zuverlässig durch das neue Rapid-X-Tip ® eingeleitet. Auf der Einschussseite gibt das Evolution ®-Geschoss bereits ausreichend Energie ab, um die erforderliche Schockwirkung einzuleiten. Während klassische Teilmantel-Geschosse beim Auftreffen auf stärkere Knochen fragmentieren und weniger Restenergie für Tiefenwirkung und Ausschuss besitzen, bleibt das Evolution ®-Geschoss weitgehend massestabil. Dadurch stellt es auch nach Knochentreffern die gewünschte Tiefenwirkung und eine hohe Ausschusswahrscheinlichkeit sicher (siehe auch Graphik in der Bildergalerie).

• Wildbretschonung – nahezu 100%Restgewicht durch Power-Bonding
Beim Evolution ®-Geschoss wird die Splitterwirkung auf ein Minimum reduziert. Durch die spezielle Verschmelzung des Bleikernes mit dem Tombak-Mantel (Power-Bonding) erreicht das Evolution ®-Geschoss ein Restgewicht von nahe zu 100%und sorgt damit für eine überzeugende Wildbretschonung.

Evolutionpatrone mit Restgeschoß

• Hervorragende Präzision
Das Evolution ®-Geschoss zeichnet sich durch gute Eigenpräzision aus. Diese ist u.a. auf die reibungsminimierende Vernickelung des Geschoss-Mantels sowie die ballistisch optimierte Kalotte zurückzuführen. Dank seiner aerodynamischen Geometrie erreicht das Evolution ®-Geschoss außerdem eine gestreckte Flugbahn und sichert eine hohe Auftreffenergie, auch auf weite Schussdistanzen.

• Laufschonung
Bei vielen Jagdgeschossen treten, bedingt durch starre Mantelkonstruktionen, hohe Querbelastungen im Lauf auf. Diese werden beim Evolution ®-Geschoss durch die flexible Heck- Kalotte weitgehend abgefedert. Ergebnis sind deutlich reduzierte Ablagerungen im Lauf. Durch die glatte Nickelschicht werden diese auf ein Minimum reduziert.

• Flexible Einsatzmöglichkeiten
Unabhängig von der Schussentfernung und der Stärke des Wildes liefert das Evolution ®-Geschoss, dank seiner konstruktiven Vorteile, stets eine zuverlässige Deformation. Bei höheren Wildgewichten entfaltet sich die außergewöhnliche Tiefenwirkung besonders gut.

Verfügbare Kaliber:
7 x 64 EVO 10.3 g / 159 gr
7 x 65 R EVO 10.3 g / 159 gr
.308 Win. EVO 11.9 g / 184 gr
.30-06 EVO 11.9 g / 184 gr
.300 Win. Mag. EVO 11.9 g / 184 gr
9.3 x 62 EVO 18.8 g / 291 gr
9.3 x 74 R EVO 18.8 g / 291 gr

Kugelpatronen

Gebräuchliche Geschosstypen

Die hauptsächlichen Typen von Jagdbüchsengeschossen sind folgende:

Bei der Jagd werden größtenteils Teilmantelgeschosse verwendet, da diese bei waidgerechtem Schuss durch die effektive Energieabgabe im Wildkörper zuverlässiger zum schnelleren Tod des beschossenen Wildes führen.

Die (eigentliche) einfache Teilmantelgeschoß ™ – Rund-, Flach- oder Spitzkopf. Bis auf den freien Kopf umgibt der Mantel gleichmäßig den Bleikern. Beim Eindringen in den Wildkörper deformiert sich der Bleikopf zunächst pilzförmig; die weitere Deformation des Bleikerns wird durch den Mantel gebremst. Je nach Auftreffwucht (abhängig von Geschwindigkeit bzw. Schussentfernung) und Zielwiderstand zerlegt sich der Kern mehr oder weniger in Splitter, auch der Mantel reißt auf und zersplittert, sein Boden hält einen mehr oder weniger umfangreichen Geschossrest zusammen, der möglichst Ausschuß ergeben soll. Diese einfache Konstruktion erreicht im allgemeinen zufriedenstellende Wirkung, wenn das Kaliber und die Laborierung der Stärke des Wildes angemessen sind. Die Geschosse bewähren sich vor allem in den gängigen „Universalpatronen“ im unteren und mittleren Geschwindigkeitsbereich.

Das Kegelspitzgeschoss pilzt sich kontrolliert auf und gibt so gleichmässig die Energie im Wildkörper ab.

Auf andere Weise wirkt das Kegelspitz-Geschoß (KS). Sein Mantel besteht aus Tombak(eine Kupfer-Zink-Legierung, die weicher und zäher ist als Flusseisen), wird von unten nach oben dünner und umgibt das Geschoß ganz bis zur kegelförmigen Spitze; nur die äußerste Spitze des Bleikers ist vom Mantel frei. Diese Konstruktion bewirkt, dass das Geschoß nicht in eine „Zerlegungs-„ und einen „Durchschlagteil“ zerfällt, sondern sich insgesamt von der Spitze her gleichmäßig, je nach Zielwiderstand mehr oder weniger vollständig deformiert („aufpilzt“). So gibt es seine Energie der Stärke des Wildkörpers angepasst ab, ohne sich bei hohem Zielwiderstand (z.B. Knochen) vorzeitig zu zerlegen oder bei schwachem Wild übermäßige Wildpretentwertung zu verursachen. Der Ausschuss ist meist mehr als kalibergroß und ergibt eine entsprechende Schweißfährte. Das KS-Geschoß ist in seinem Wirkungsprinzip eine moderne Weiterentwicklung der früheren Starkmantelgeschosse, die nicht mehr hergestellt werden. KS-Geschosse gibt es in allen Kaliberbereichen: für kleinkalibrige Hochgeschwindigkeitspatronen ebenso wie für die mittleren „Universalkaliber“ und starke Hochwildpatronen.

Torpedo-Ideal-Geschoß (TIG) von Brenneke

Das Torpedo-Ideal-Geschoß (TIG) von Brenneke soll Geschosszerlegung und zuverlässige Durchschlagskraft (Ausschuß!) besser kombinieren: Das wird erreicht, indem der vordere Teil des Bleikerns aus leichter verformbarem Weichblei besteht, dass sich vom Geschosskopf her deformier und zerlegt, während der hintere Hartblei-Kern sich weniger verformen, sondern durchschlagen und Ausschuß ergeben soll. Dementsprechend ist auch der Mantel im vorderen Teil dünner, im hinteren stärker gehalten.

Torpedo-Universal-Geschoß (TUG)

Das Torpedo-Universal-Geschoß (TUG) ist grundsätzlich ähnlich aufgebaut, durch das Übergewicht des hinteren Hartblei-Kernes aber noch mehr auf kräftige Durchschlagswirkung für starkes Wild angelegt. Dem gemäß wird das TIG mehr für „Universalpatronen“ im mittleren Leistungsbereich, das TUG für ausgesprochen starke Hochwildpatronen verwendet. (Beider Brenneke-Büchsengeschosse sind übrigens nicht mit dem Brenneke-Flintenlaufgeschoß zu verwechseln). Den gleichen Effekt der Kombination von Zerlegung im vorderen und massivem Durchschlag im hinteren Teil erreicht auf andere Weise das H-Mantel-Geschoß (HM): Hier ist der Mantel etwa in der Mitte des Geschosses stark in den Bleikern eingeschnürt, wodurch eine „Sollbruchstelle“ entsteht. Der vordere Teil zerlegt sich leicht in zahlreiche Splitter, die für sich allein nur geringe Tiefenwirkung haben; der hintere Teil wird durch den eingeschnürten Mantel zusammengehalten und schlägt auch bei hohem Zielwiderstand (z.B. Knochen) meist wenig deformiert durch. Die Kombination beider Wirkungen ergibt in der Regel günstige Schusswirkung sowohl bei starkem wie bei schwächerem Wild, ohne dass bei letzterem übermäßige Wildpretentwertung eintritt. – H-Mantel-Geschosse gibt es mit freiliegender Bleispitze, Hohlspitze oder Kupferhohlspitze in allen mittleren starken Kalibern.

RSW H-Mantel-Geschoß (HM)

Vollmantel Geschosse

Vollmantel Geschoß: Geeignet, wenn bei schwachem Wild geringe Wildbretzerstörung und ein balgschonender, kleiner Ausschuss gewünscht wird, wie  z.B. Spiel- oder Auerhahn, Murmeltier, Fuchs oder Marder. Bei größeren Kalibern sind Vollmantel-Geschoße für schweres und hartes Wild zu empfehlen. Die Geschoßmäntel sind dann noch zusätzlich.

Doppelkern-Geschoss: Ein eindeutig definierte Trennung der Kerne sorgt für optimale Zielballistik. Der Heckkern besteht aus Blei von hoher Härte, der Bugkern aus einer weichen Legierung. der Außenmantel aus Tombak. Der Mantel reißt hier ab der Restkörper bleibt mit vergrößertem Querschnitt erhalten.  So können sich die Jäger auf Schnitthaar am Anschuss verlassen.verstärkt.

MATCH JAGD GESCHOSS für für die 22 Hornet und ist besonders gefordert, wenn die Jäger zu ihren Wettkämpfen antreten. Folgerichtig entwickelten die Hersteller für dieses Kaliber ein Geschoß mit Tombakmantel, das hundertprozentig auf das bewährte Scheibengeschoss (SG) ausgelegt ist.  Dieses Geschoss IST FÜR DIE JAGADAUSÜBUNG VERBOTEN!

Überhaupt kein Mantelgeschoß mehr ist schließlich das in Österreich hergestellte ABC-Geschoß: Ein Massivgeschoß aus dem vollen Tombak-Material mit einer kleinen vorne eingesetzten Bleispitze. Der gesamte Geschosskörper deformiert sich im vorderen Teil in Form von sich

Match Patronen für Kleinkaliber

einrollenden Streifen, der hintere Teil bleibt kompakt. So dass die Energie in Anpassung an die Stärke des Wildes optimal ausgenützt wird. Damit kehr diese neueste Konstruktion gewissermaßen zum Prinzip der alten Bleigeschosse zurück, nur eben dass ihr Material sehr viel fester und zäher ist als Blei und sich daher auch für moderne Patronen mit starker Ladung und hohen Geschossgeschwindigkeiten eignet. Der Büchsenlauf wird allerdings durch das Massivgeschoß stärker beansprucht als durch Mantelgeschosse. Das gleiche Prinzip der „angepassten Verformung“ (anstatt Zerlegung) im Wildkörper liegt auch einigen ausländischen (meist aus USA) Geschosskonstruktionen zugrunde, wie den Silvertip-, Power point- und Core lokt-Geschossen.

Weiteres gibt es noch das FANGSCHUSS GESCHOSS und ist speziell für den Fangschuss konzipiert. Es liefert keinen Ausschuss, der für erfolgreiche Nachsuchen enorm wichtig ist. 100%ige Energieabgabe im Wildkörper.    Bezeichnung der Patronen: Büchsenpatronen werden bei uns allgemein nach dem Geschosskaliber und nach der Hülsenlänge bezeichnet. Die Angabe 7 x 57 bedeutet: Kaliber 7 mm, Hülsenlänge 57 mm. Ein angefügtes R (7x 57R) bezeichnet die Hülsenausführung für Kipplaufgewehre (R= Rand des Hülsenbodens, an dem beim Öffnen des Verschlusses der Patronenauszieher eingreift; die entsprechende „randlose“ Hülse für Repetierbüchsen hat stattdessen eine Rille über dem Hülsenboden). Diese Kurzbezeichnung ist bei allen in Deutschland gefertigten

ABC-Geschoß

Büchsenpatronen auf dem Hülsenboden eingeprägt. Gebräuchliche Büchsenkaliber sind 5,6 mm, 6,5 mm, 7 mm, 8 mm und 9,3 mm. Unter den ausländischen Kalibern hat sich besonders das Kaliber 7,62 mm (.30-06, .308) bei uns eingeführt, ebenso das Kaliber 6,2 mm (.243) und 6,8 mm (.270) sowie verschiedene Patronen im Bereich des Kalibers 5,6 mm (.22, .222). (Die angelsächsische Bezeichnung, wie z.B. .222, .243 usw., gibt das Kaliber in Zehntelzoll an).Mit Kaliber und Hülsenlänge allein ist eine Büchsenpatrone noch nicht genau bezeichnet, weil sie je nach Pulverladung, Geschossgewicht und Geschoßkonstruktion verschieden laboriert sein kann. Bei der handelüblichen Munition genügt zur genauen Bezeichnung die Angabe von Geschossgewicht und Konstruktion, z.B. 7 x 57,9 g TMR (=9g schweres Teilmantel-Rundkopfgeschoß) oder 7 x 57, 10,5gTIG (=10,5g schweres Torpedo-Idial-Geschoß), 7 x 57, 11,2g HMBI. (= 11,2g schweres H-Mantelgeschoß mit Bleispitze) usw. Der Vollständigkeit halber kann dazu noch die Pulversorte und das Gewicht der Pulverladung angegeben werden, vor allem bei Ladungen, die von den handelsüblichen abeichen.

Quelle Test:  Jagdkunde von Fritz Nüßlein BLV Verlagsgesellschaft

Skizze Büchsentranonen mit ballistische Daten: HIRTENBERGER PATRONEN 

Fernglas

DAS HOCHWERTIGE FERNGLAS

Der Feldstecher ist das meist gebrauchte optische Gerät bei der Jagd, zumal viel mehr beobachtet als geschossen wird. Das Angebot auf dem Markt ist schier unüberschaubar. Vergrößerung, Objektivdurchmesser, Gewicht und Größe sind wichtige Faktoren, die es bei der Auswahl eines Feldstechers zu beachten gilt. Sehr ähnliche Ferngläser mit identischen technischen Daten können mitunter große Unterschiede in Schärfe, Auflösung, Lichtstärke, Farbtreue, Handlichkeit, Langlebigkeit und Design aufweisen. Dabei geht es weniger um die Sicherheit, ein sehr hochwertiges und langlebiges Gerät zu erstehen, sondern vor allem um die Gesundheit Ihrer Augen. Bei Billigfabrikaten ist es mitunter möglich, dass, neben einer sehr raschen Ermüdung der Augen, das Sehvermögen langfristig beeinträchtigt werden kann. Konstruktive Mängel und schlechte Glasqualität spielen dabei die größte Rolle.

Diese Zeilen sollen Ihnen helfen, sich für das richtige und für Ihre Ansprüche optimale Fernglas zu entscheiden.

Mechanische Konstruktion

Der Feldstecher ist ein optisches System, dass zwei kleine, identisch geformte Teleskope vereint. Um höchste Qualität zu gewährleisten, müssen diese Teleskope vollkommen parallel und stabil miteinander verbunden sein. Die Kennzahlen auf einem Feldstecher, zum Beispiel 7X42, bedeuten, dass das optische Gerät 7fach vergrößert, d.h., es lässt ein beobachtetes Objekt 7fach näher erscheinen. Die zweite Zahl 42 bezeichnet in mm den Durchmesser des Objektives, also der Linse, die sich am nächsten zum Objekt befindet. Die üblichen Vergrößerungen bewegen sich zwischen 4 und 15fach, der Objektivdurchmesser zwischen 20 und 56 mm. Aus der Kombination dieser Kennzahlen ergibt sich eine Unmenge von Möglichkeiten, die sogar außergewöhnlichsten Anwendungen gerecht werden. Die Linse, die sich dem Auge am nächsten befindet, wird Okular genannt. Prinzipiell gibt es zwei große Gruppen von Ferngläsern. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch die Prismenkonstruktion. Wie im menschlichen Auge wird auch im Fernglas das Bild kopfüber auf das Okular projiziert. Aber anders als im menschlichen Auge, hat das optische Gerät kein „Gehirn“, dass uns dieses Bild wieder gerade erscheinen lässt. Diese Aufgabe übernimmt das Prismensystem. Bei der traditionellen Form des Feldstechers werden so genannte Porroprismen (genannt nach dem Erfinder) verwendet. Diese sind relativ einfach herzustellen, erfordern aber einen größeren Objektivabstand. Die moderneren Formen der Feldstecher verwenden Dachkantenprismen (benannt nach der dachähnlichen Bauform einer bestimmten Prismakante), die es erlauben, sehr schmale und schnittige Modelle zu fertigen. Sie erfordern höchste Präzision und minimalste Tolleranzen, um ein einwandfreies Bild zu liefern. Bei der Beobachtung eines Objektes wird die optimale Schärfe mit dem Scharfstellring reguliert. Dieser befindet sich normalerweise zwischen den zwei Teleskopen. Sollten die Augen des Anwenders unterschiedlich scharf sehen, ist bei jedem Feldstecher ein Dioptrienausgleich vorhanden. Er dient dazu, diesen Unterschied aufzuheben. Der Dioptrieausgleich kann als Stellring am rechten Okular oder auch zwischen den Teleskopen vorhanden sein. Bei den ausgefeiltesten Modellen ist er sogar im Scharfstellring integriert.

Für Brillenträger muss die Austrittspupille so weit außerhalb des Okulars liegen, dass die Brille zwischen Okular und Austrittspupille keine Gesichtsfeldeinschränkungen verursacht. Die Angabe „B“ (Brille), falls vorhanden, bezeichnet Geräte, die eine solche Konstruktion aufweisen. Diese Feldstecher erlauben ein optimales und entspanntes Beobachten ohne die Brille abnehmen zu müssen. Solche Ferngläser hoher Qualität, haben für diesen Zweck versenkbare oder umklappbare Augenmuscheln.

JAGD

Verschiedene Anwendungen des Feldstechers

An dieser Stelle sei betont, dass es das perfekt „universale“ Fernglas nicht gibt. Es wird sich immer um einen Kompromiss zwischen Lichtstärke, Vergrößerung und Gewicht handeln. Die Lichtstärke, also die Eigenschaft eines Fernglases auch bei Dämmerung zu beobachten, hängt im Wesentlichen vom Objektivdurchmesser ab. Je größer das Objektiv desto mehr Licht dringt in das Gerät, aber auch Größe und Gewicht desselben nehmen deutlich zu. Ein höherer Vergrößerungsfaktor ermöglicht es, Details besser zu erkennen und Dinge genauer zu beobachten. Auf Grund unumstößlicher physikalischer Gesetze nehmen die Lichtstärke und das Sehfeld dementsprechend ab. Beim Blick durch ein unbewegtes Fernglas sieht man einen kreisförmigen Ausschnitt aus der Wirklichkeit. Die Größe dieses Ausschnittes nennt man Sehfeld. Dieser Wert wird bei manchen Feldstechern in Grad angeführt. Hat ein Gerät die zusätzliche Bezeichnung „W“ (Weitwinkel), dann bedeutet dies ein besonders weites Sehfeld. Für sehr kurze Beobachtungen, für Wanderungen oder als Reservegerät empfiehlt sich das so genannte Pocket – Fernglas („Pocket“ aus dem Englischen, „Tasche“). Es ist zusammenfaltbar und sehr leicht. Typische Konfigurierungen eines Pocket – Fernglases sind 8X20 und 10X25. Natürlich ist die Lichtstärke bei diesen Geräten nicht überwältigend, die besten Fabrikate bieten jedoch außerordentliche optische Leistung auf kleinstem Raum. Geringes Gewicht und etwas höhere Lichtstärke werden von jenen bevorzugt, die etwas länger, eventuell bei schwierigen Lichtbedingungen, beobachten. Klassische optische Kombinationen sind hierfür 8X30 und 7X42. Ist eine außerordentliche Lichtstärke nötig, weil man sehr viel dämmerungsaktives Wild beobachtet (eventuell vom Hochstand), wird man sich für einen sehr großen Objektivdurchmesser, gekoppelt an eine nicht zu hohen Vergrößerung, z.B. 8X56, entscheiden. Allerdings können diese Geräte über 1 kg wiegen. Das ist jedoch unwesentlich, wenn der Beobachtungsplatz sehr einfach zu erreichen ist.

Will man sehr hohe Vergrößerung erreichen, (15fach) ist auch ein sehr großes Objektiv (56 mm) von Nöten, da ansonst der Lichtverlust zu groß wäre. Zu beachten ist auch ein Zusatzgerät, das Booster genannt wird. Dieses erlaubt es, durch einfaches Aufschrauben auf das Okular, die Vergrößerung zu verdoppeln. Aus einem 15fach wird ein 30fach, aus einem 8,5fach wird ein 17fach usw. In diesem Fall wird allerdings eine sehr stabile Unterlage, besser noch ein Stativ benötigt, da andernfalls ein ruhiges und zitterfreies Beobachten nicht mehr möglich ist. Gerade zitterfreies Beobachten ist ausschlaggebend, wenn man ein Fernglas im Boot verwendet. Deshalb ist die anerkannt beste Kombination hierfür das 7X50. Die geringe Vergrößerung verstärkt am wenigsten die unvermeidbaren Bewegungen auf dem Wasser.

Qualität ist ausschlaggebend

Die bisherigen Erklärungen der mechanischen Konstruktion und der verschiedenen Anwendungen sind absolut und gelten für alle Marken, Modelle und Qualitätsniveaus bei identischen technischen Daten der Geräte. Die Kompromisse von denen wir gesprochen haben, sind erforderlich und durch das Verhältnis zwischen Vergrößerung und Objektdurchmesser vorgegeben. Was jedoch die Fertigung der Linsen, die Genauigkeit, die Unempfindlichkeit sowie die optische und mechanische Qualität angeht, sollte man keine Kompromisse eingehen. Nicht nur um angenehmer, länger und entspannter beobachten zu können, sondern vor allem um das eigene Sehvermögen zu wahren. Leider gibt es kein Fernglas, dass die Nacht zum Tag macht, da die physikalischen Gesetze dieses „Wunder“ nicht zulassen (außer mit Hilfe von elektronischer Mittel samt ihrer Nachteile). Jedoch bei den hochwertigsten Geräten auf dem neuesten technischen Stand, wird Qualität und Menge des einfallenden Lichtes so optimiert, dass ein scharfes, kontrastreiches und verzerrungsfreies Bild entsteht. Nachstehend mehr dazu. Wie vorhin erläutert, wird die Lichtstärke eines Fernglases größtenteils vom Objektivdurchmesser bestimmt. Je größer die Objektivlinse umso mehr Licht kann gebündelt werden und somit in das Gerät eindringen. Ausschlaggebend ist jedoch, wie viel von diesem Licht noch bis zum Auge dringt. In diesem Zusammenhang sei betont, dass auch das Glas bester Qualität zirka 4-6% des Lichtes, das frontal auf seine Fläche fällt, reflektiert und dass dieses Licht somit verloren gehr. Dies geschieht bei einer Linse bei Ein- und Austritt des Lichtes. In unserem Beispiel (Swarovski SLC 7X42, mit 8 Linsen und Dachkantenprisma) wiederholt sich dieses Phänomen also 14-mal. Somit würde ohne besondere Vergütung der Linsenoberfläche ca. nur 50 % des Lichtes das Auge des Betrachters erreichen.

Vergütungsflächen bei einem Feldstecher Swarovski SLC 7X42
Art der Vergütung       Nummer    Anzahl der Schichten
 Swarodur ®         1, 20     2×4=8
 Swarotop        2,3,5,6,7,9,12,13,15,16,17,18         12×3=36
 Swarobright ®           8      1×30 =30
Phasenkorrektur      10,11     2×3=6
Spezialkleber    4,14,19     3×1=3
Schichten insgesamt 83

Um diese Reflexionen auf ein Minimum zu reduzieren, werden Spezielle, sehr dünne (ein Hunderttausendstel mm) Mikrovergütungen auf jede Linse aufgedampft. 4 Schichten auf den äußeren und 3 auf den inneren Flächen, insgesamt also 44. So wird erreicht, dass ca. 96% des einfallenden Lichtes das Auge des Betrachters erreicht. Auch preisgünstige Feldstecher geben an „vergütet“ zu sein, aber meistens besteht diese Vergütung nur auf einer Schicht auf den äußeren Linsenflächen. Eine weitere sehr „kritische“ Fläche für die Reflexionen des Lichtes ist die Fläche, die in der obigen Darstellung mit der Nr. 8 gekennzeichnet ist. Hierbei handelt es sich um einen Spiegel der, im Gegensatz zu den Linsenoberflächen, soviel wie möglich reflektieren soll. Je nach Qualität des Fernglases werden hier verschiedene Spiegelarten verwendet. Aluminiumspiegel sind die billigste Variante und absorbieren bis zu 20% des Lichtes. Weitaus teurer sind Silberspiegel, die immerhin noch 4% „verschlucken“. Im obigen Beispiel wurden auf den Silberspiegel 30 Schichten einer hoch reflektierenden Schicht aufgedampft. Somit wurde erreicht, dass dieser Spiegel nur noch 0,5% des Lichtes „verschluckt“ und so auch die Farbtreue und den Kontrast verbessert. Der Phasenkorrekturbelag auf den Dachflächen der Dachkantenprismen (10+11) sorgt primär für eine hervorragende Bildschärfe und reduziert zugleich störendes Reflexlicht. Die Wirkung des P-Belages ist am besten bei Nachtbeobachtungen und helleren Lichtquellen zu erkennen. Ohne P-Belag erscheinen die Lichtquellen sternförmig verstrahlt, mit P-Belag sind sie nahezu real abgebildet. An der Gesamtvergütung und Verspiegelung (und Verwendung eines hoch lichtdurchlässigen Klebers, der die verschiedenen Linsen miteinander verbindet) des optischen Systems ist letztlich der ungeheuer hohe Fertigungsaufwand im absoluten Hightech-Bereich zu erkennen. Eine Billig- oder Mittelpreisfertigung ist bei oben angeführter technischer Vollendung unmöglich. Nach dieser Erläuterung ist es leicht verständlich, warum ein 8×32 Fernglas dieser Hightech Fertigung, einem mittelmäßigen 8×56 Produkt, in der Lichtstärke, Haltbarkeit und Design weit überlegen ist.

Gut zu wissen!

Jagd unter Extrembedingungen ist ein Indiz für die Belastbarkeit von Feldstechern. Sie sind erst dann vollwertige Jagdgeräte, wenn sie allen hohen mechanischen Beanspruchungen auf Dauer standhalten. Daher ist die äußere und innere „Armierung“ des optischen Systems außerordentlich wichtig. So müssen alle optischen Bauteile unverrückbar und dauerhaft in den Fernglaskörper eingepasst sowie die mechanischen Bauteile zum verschieben von Linsengruppen im Inneren absolut spiegelfrei gelagert sein. Diese Kriterien sind bei einem Billigfeldstecher nicht vorhanden, leider aber von außen nicht zu erkennen. Nur höchste optische und mechanische Perfektion, wie sie nur von den besten Herstellern angeboten werden, garantieren lebenslange Freude am Beobachten auch unter den schwierigsten Bedingungen und fortgesetzter mechanischer Beanspruchung. Als Außenschutz von Fernglaskörpern hat sich mittlerweile die Gummiarmierung durchgesetzt. Sie verhindert störende Klappergeräusche und sorgt durch angenehme „Griffigkeit“ für eine gute Handhabung. Sie besteht allerdings in den seltensten Fällen aus Naturgummi, sondern aus Kunststoffen, dabei gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Ein hochwertiger Kunststoff muss sich nach Art und Güte „gut anfassen“, darf sich unter Kältebedingungen nicht kalt und unter Hitzeeinwirkung nicht klebrig anfühlen. Ferner muss der Kunststoff UV-beständig sein, sich gegenüber dem äußerst aggressiven Handschweiß resistent verhalten und darf sich nicht mit der Zeit auflösen. Gleiches gilt auch für die Okularmuscheln, die im besten Fall aus allergiefreien Materialien hergestellt werden.

Bei Billigoptiken hat die Mechanik – kostenbedingt gewollt – durch Schleuderpassungen bereits soviel Spiel, dass die Einstellungen ohne überdimensionale Schmierstoffanwendung klappern. Die „leichte“ Gängigkeit wird bewusst durch massive Schmierung mit Billigfetten erreicht. Bei tiefer Kälte erstarren diese Fette, leisten bei Wärme nicht den nötigen Widerstand und zerfließen bei höheren Temperaturen, ohne wieder in ihre ursprünglichen Passungen zurückzukehren. Mit der Zeit geht dadurch jede praxistaugliche Einstellmöglichkeit verloren.

Der Begriff Dichtheit umfasst drei unterschiedliche Bereiche:

Wasserdichtheit (Regenwasser), · Druckdichtheit, · Dampfdichtheit

Wasserdicht sind Ferngläser, die normale Feuchtigkeit abweisen, wie sie im jagdlichen Alltag durch Regen usw. vorkommt. Dies ist die einfachste Form von Dichtheit. Die Druckdichtheit, also das Aushalten von Überdruck z.B. unter Wasser, kann durch geeignete konstruktive Maßnahmen erzielt werden. Diese sind außerordentlich kompliziert und aufwändig, dabei entstehen für die Serienfertigung technische und finanzielle Grenzen. Niemand wird ein Fernglas benötigen, das noch 20 m unter der Wasseroberfläche funktioniert. Gase und auch Wasserdampf (Luftfeuchtigkeit) haben die physikalische Eigenschaft sich auszudehnen und können bei längerem Einsatz unter tropischen Extrembedingungen durch festes Material wie nichtmetallische Fernrohrdichtungen hindurch dringen (diffundieren). Für den Bau von Fernrohren bedeutet diese Tatsache, dass es keine absolute Dichtheit gegen das Eindringen von Wassermolekülen gibt, da die verfügbaren Materialien dagegen nicht vollständig resistent sind. Bei hochwertigen optischen Geräten kann diese „Dampfdiffusion“ allenfalls nach sehrt langem Gebrauch und unsachgemäßer Aufbewahrung auftreten. Dennoch sollten Ferngläser grundsätzlich nach dem Gebrauch möglichst trocken aufbewahrt werden

Bericht: Peter Unterholzner in Zusammenarbeit mit Swarovski Optik

Zielfernrohrmontagen

Die ZF-Montage dient der festen Verbindung des ZFs mit der Waffe. Man sollte bei der Wahl der Montage beachten, dass die Leistung und Präzision der Waffe und des ZFs nur durch Verwendung einer hochwertigen Montage voll ausgeschöpft werden kann. Bei der Montage zu sparen, zahlt sich meist nicht aus.

Es gibt mehrere unterschiedliche Montagetypen, feste und verstellbare, ein oder zweiteilige Montagen, (Waffenseitig)Montagen für Weaverschienen oder 11mm Prismenschienen, (Zielfernrohrseitig)Montagen für 19mm, 15,4mm, 30mm oder 36mm durchmessende Zielfernrohre und Montagen in unterschiedlichen Höhen um unterschiedlichen Objektivdurchmessern gerecht zu werden.

Fest oder verstellbar: In den meisten Fällen sind feste Montagen ausreichend und sie sind auch leichter zu montieren. Für bestimmte Waffen-ZF-Kombinationen empfielt sich allerdings eine verstellbare, oder sogar eine durch den Büchsenmacher angepasste Montage. Beide haben den Vorteil dass die Visierlinie nahe der optischen Achse des ZF ausgerichtet ist und somit der maximale Verstellbereich des ZFs ausgenutzt werden kann, sowie der größte Lichtdurchlass erreicht wird.

Montagebasis: Die gebräuchlichsten sind 11mm Prismenschienen, die Weaver (Picantinny) Profilschienen haben aber mehrere Vorteile, wie größere Wiederholgenauigkeit, größere Fläche und damit bessere Kraftverteilung.

Ziehlfernrohr Tubusdurchmesser: je größer der Durchmesser des ZF Tubus, desdo höher der potentielle Lichtdurchlass und der mögliche Absehenverstellweg, auch die Steifigkeit des ZFs ist vom Tubusdurchmesser abhängig. Wichtig bei der Wahl der Montage ist hauptsächlich, dass die Ringe passen und breit genug sind um die Spannkräfte gut zu verteilen.

Höhe der Montagen: Die Höhe der Montagen ist in erster Linie vom Objektivdurchmesser abhängig. Ein großes Objektiv braucht eine hohe Montage. Je höher die Montage allerdings ist, um so größer muss der Verstellbereich des ZF sein, oder alternativ muss mit variablen Montagen das Zielfernrohr der Laufachse zugeneigt sein.

Hier ein Bild zur Veranschaulichung:

Absehen mit Zielstachel

Eine Zielfernrohrmontage muss vor allem einen Zweck erfüllen: Das Gewehr mit der Optik bombenfest verbinden. Diese Verbindung muss so stabil sein, dass die Einheit aus Zielfernrohr und Gewehr die wirkenden Kräfte bei der Schussabgabe felsenfest aushält. Je nach Kaliber können dabei durchaus Kräfte von über 10000N (also mehr als ca. 1t!) wirken. Die Schuss- bzw. Schockfestigkeit ist damit die wichtigste Eigenschaft, die eine Zielfernrohrmontage erfüllen muss. Der Grund für Ablagen, Treffpunktverlagerungen, große Streukreise und allgemein mangelhafter Präzision ist nicht selten auf eine schlechte Montagelösung zurückzuführen. Darüber hinaus muss eine Zielfernrohrmontage folgende Eigenschaften besitzen: Sie muss natürlich passend für Waffe und Optik sein. Die Montage muss gegenüber Temperaturschwankungen restitent sein. In keinem Fall darf die Montage und das Zielfernrohr die Funktionalität der Waffe behindern. Repetieren und das Auswerfen der Patrone muss problemlos funktionieren. Der Schütze muss sich auch Gedanken machen, welche Bauhöhe (entscheidend für das Offset) und welchen Augenabstand er für seine Optik benötigt. Die Montagelösung für die Optik muss zum Anschlag passen. Optional ist noch zu entscheiden, ob die Optik bei gleichbleibender Montagelösung wiederholgenau gewechselt werden kann.

Hier einige Beispiele von den häufigsten Zielfernrohrmontagen:

EINHAK-MONTAGE: Unter Einhakmontage wird in der Regel die sogenannte Suhler Einhakmontage (SEM) verstanden, die aber nicht allein dasteht. Die Kontra-Einhakmontage wird zuerst mit dem Hinterfuß aufgesetzt und verriegelt vorn. bwohl auch eine Einhakmontage, so ist sie anders konstruiert und nicht direkt mit der OSEM und der Krieghoff-Einhakmontage zu vergleichen.

Einhakmontage

Die Ausführungen beziehen sich daher auf die „klassische Einhakmontage“ nach Suhler Art. Bei der Suhler Einhakmontage wird der am Objektivkopf des Zielfernrohres angebrachte Montagefuß in die vordere Fußplatte auf der Waffe eingehakt. Nach kurzem, kräftigem Niederdrücken rastet der hintere, am Mittelrohr des Zielfernrohres befestigte Montagefuß in die hintere Montageplatte ein. Um das Glas abzunehmen, muß der an der hinteren Fußplatte angebrachte, gefederte Schieber zurückgezogen werden, worauf die Verriegelung des Hinterfußes aufgehoben ist und das Glas ausgehakt werden kann.
Am hinteren Montagefuß ist ein Support angebracht, der eine seitliche Justierung des Zielfernrohres erlaubt. Die SEM ist besonders für Zielfernrohre mit Schiene geeignet.
Die Einhakmontage ist die aufwendigste Zielfernrohrmontage und verlangt sehr aufwendige Passarbeiten. Nach alter Schule darf zwischen den beiden Flächen von Montagefuß und Fußplatte nicht der geringste Lichtspalt vorhanden sein. Das lässt sich aber nur erreichen, wenn die beiden vorderen Fußflächen mit Spannung aufeinander gepresst werden. Gut sichtbar wird diese Spannung auch dadurch, dass nach dem Zurückziehen des Schiebers der Hinterfuß etwa ein bis zwei Millimeter auffedern soll. Geschieht das nicht, wird diese Montage von „Experten“ als fehlerhaft bezeichnet. Hält man sich das vor Augen, wird klar, dass eigentlich jede so ausgeführte Suhler Einhakmontage von vornherein mit einem Fehler behaftet ist, denn jede Verspannung beeinflusst die Präzision der Waffe.

Aufschubmontage

AUFSCHUB-MONTAGE : Zielfernrohrmontage zum Befestigen auf einer Prismenschiene.  Sie können wählen zwischen der einfachen 1 mm Prismenschienen Standart-Montage aus Alu-Stahl für einen iZielfernrohrdurchmesser von 25,4 oder 26 mm ohne Seitenverstellung oder der besonders stabilen “Deutsche Aufschubmontage” für höchste Ansprüche. Diese ist für 11 mm- oder 16 mm- Prismenschienen und für einen Durchmesser  von 25,4/26 mm oder 30 mm mit Seitenverstellung.

 

Schwenkmontage

SCHWENK-MONTAGE: Montagen, die nach dem Schwenkprinzip arbeiten, nehmen heute einen großen Raum ein und sind in Europa die meist benutzten Montagen, sei es für die Jagd im In- oder Ausland. Grundsätzlich unterscheiden wir hier zwei Bauarten. Bei der klassischen EAW-Schwenkmontage sitzt das den Hinterfuß verriegelnde Schlösschen auf der Waffe. Bei der zweiten Variante – hierzu gehören die EAW-Hebelschwenkmontagen, die über einen Drehring verriegelnden Montagen nach Blaser, Bock und Recknagel sowie die mit einem Schieber ausgerüsteten Modelle von Steyer und AKAH – wird der auf der Waffe angebrachte Hinterfuß lediglich durch ein flaches Prismenstück gebildet. Der komplette Verriegelungsmechanismus befindet sich am Zielfernrohr.
Diese Montageart wird, mit Ausnahme der Steyr-Montage, die für Repetierbüchsen dieses Herstellers konzipiert wurde, gern bei Kipplaufwaffen eingesetzt, weil bei abgenommenem Glas hier keine Montageteile in die Visierlinie ragen. Die Befestigung des Glases auf der Waffe erfolgt bei der EAW-Schwenkmontage über eine Vorderplatte

Aufschubmontage

und den Drehbolzenverschluss. Der am Vorderfuß der Zielfernrohrmontage angefräste Zapfen wird in einem Winkel von 90 Grad in die passende Ausfräsung der auf der Waffe befestigten Vorderplatte eingesetzt und geschwenkt. Wenn das Glas parallel zum Lauf ausgerichtet ist, rastet der Drehbolzenverschluss automatisch ein und legt auf diese Weise das Glas fest. Das eigentliche Verbindungselement zwischen Glas und Waffe ist der Vorderfuß. Er nimmt die gesamten Rückstoßkräfte auf. Je nach Konstruktion des Zielfernrohres ist er mit einem Prisma oder einem Ring ausgestattet. Die Vorderplatte ist geschlitzt und ermöglicht so, über eine Klemmschraube die Passung für den Vorderfuß einzustellen.
EAW bietet diese Montage auch mit einem vertikalen Toleranzausgleich an. Diese Vorrichtung erlaubt es, den Ring oder das Prisma in der Höhe um etwa einen Millimeter zu verstellen. Waffen- oder montagebedingte Toleranzen lassen sich so leicht ausgleichen.

Um das Glas wieder auszuschwenken, muß der unter Federspannung stehende Drehbolzen über den kleinen Hebel hochgeschwenkt werden. Jetzt läßt sich das Glas seitlich aus dem Schloss drücken, ausschwenken und in der 90-Grad-Position abnehmen. Auch beim Drehbolzenverschluss besteht die Möglichkeit, den exakten Sitz zu justieren.
Diese Montage ist in der Ausführung im Vergleich zur Suhler Einhakmontage sehr einfach und unkompliziert. Sie erfordert wesentlich weniger Fachkenntnis und Zeit. Damit werden viele Fehlermöglichkeiten von vornherein ausgeschlossen. Dazu ist diese Montageart überaus stabil und wird auch mit rückstoßstarken Kalibern problemlos fertig.
Der massive Vorderzapfen hat gegenüber den kleinen Füßen der SEM einen dreimal so großen Scherquerschnitt. Dazu kommt die Möglichkeit, ohne großen Aufwand ein Zweitglas, auch mit anderer Baulänge und Objektivdurchmesser zu montieren. Bei der SEM ist hier meist eine zweite Vorderplatte notwendig. Ein weiterer Vorteil ist die völlig spannungsfreie Lagerung des Zielfernrohres. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für eine gleichbleibende Treffpunktlage auch nach wiederholtem Auf- und Absetzen. Besonders für Repetierbüchsen ist somit die EAW-Schwenkmontage gegenüber der Einhakmontage im Vorteil. Es gibt heute kaum noch ein Waffenmodell, für das EAW keine Montageteile fertigt. Alle Teile sind problemlos austauschbar und ohne Nacharbeit passende Ersatzteile auch nach Jahren noch lieferbar.

Quelle: Text: jagen-weltweit.de – Fotos: Kettner Katalog

Gehörschutz

Gehörschutz für Jäger und Schützen

Lärmschutz sind bei Jagd und Schießsport ein unbedingtes Muß.

Ist das Gehör erst einmal geschädigt, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden.
Da bei Gewehrschüssen Pegel von 150 Dezibel (dB) erreicht werden können, ist ein Gehörschutz (Schießen) für Jäger und Schützen unverzichtbar. Aktiver und passiver
Aus ärztlicher Sicht befaßt sich Dr. med. Justus Senska (HNO-Arzt in Hagen / Westf.) mit diesem wichtigen Problem. Ein Schuß kann töten oder verletzen. Er kann aber auch krank machen ohne körperlich sichtbare Verletzung, z.B. wenn er durch Lärm, den er verursacht, die Ohren so sehr belastet, daß sie für kürzere oder längere Zeit, oft sogar auf Dauer geschädigt werden. Um eben diese möglichen Lärmschädigungen soll es im wesentlichen gehen.
Lärm kann schädigen. Das ist jedem bekannt. Denken wir nur an die berufliche Lärmschwerhörigkeit, welche immerhin über 30% der Berufskrankheiten ausmacht. Doch nicht nur Lärmarbeiter, auch Jäger und Schützen gehören zu dieser Risikogruppe. So müßte es nur allzu verständlich sein, daß sich jeder Schütze eingehend mit diesem Phänomen beschäftigt. Hier scheinen jedoch erhebliche Defizite zu bestehen, besonders die Schutzmaßnahmen sind nicht immer ausreichend bekannt und werden daher nur unzureichend angewandt. Um diese Zusammenhänge zu verstehen, sind einige grundlegende Erklärungen über Bau und Funktion des Ohres notwendig.
Von der Muschel zur Schnecke
Üblicherweise wird alles, was “innen” liegt, als Innenohr angesehen. Der Mediziner unterteilt das Ohr jedoch in äußeres Ohr, Mittelohr und Innenohr. In jedem dieser Bereiche kann eine Schädigung erfolgen. Das äußere Ohr endet am Trommelfell. Danach folgt das luftgefüllte Mittelohr mit den Gehörknöchelchen und erst danach (schon weit im Schädel) das flüssigkeitsgefüllte Innenohr. Der Schall trifft über den Gehörgang auf das Trommelfell. Dieses wird in Schwingungen versetzt und leitet den Schall über die Gehörknöchelchen weiter. Das letzte der drei Knöchelchen, der Steigbügel, sitzt in einem Knochenfenster zum Innenohr und bringt die dahinterliegende Flüssigkeit in wellenförmige Bewegung. Diese Wellen gelangen in das eigentliche Gehörorgan, die Schnecke. In dieser Schnecke befinden sich die Sinneszellen, die sogenannten Haarzellen, welche durch die Flüssigkeitswelle gereizt werden. Dieser Reiz löst einen Nervenimpuls aus, der dann zum Gehirn geleitet wird. Soweit genug zur Erklärung der Entwicklung eines “Höreindruckes”. Verstärker und Empfänger Wenn man sich diesen Vorgang der Schallübertragung und Reizentwicklung über die verschiedenen Medien vorstellt, kann man auch eher die Bedeutung der einzelnen Ohrabschnitte und deren mögliche Schädigung verstehen. Das Trommelfell mit dem an-schließenden Mittelohr könnte man als “Verstärker”, das Innenohr als “Empfänger” bezeichnen. Je nach Sitz der Schädigung und der daraus resultierenden Schwerhörigkeit spricht man in der Medizin auch von Schalleitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit. Schädigungen Das Ohr kann auf mechanische (Verletzungen), akustische (Lärmschäden) oder auf eine kombinierte Art (Explosionen) geschädigt werden. Die meisten mechanischen Verletzungen betreffen den Gehörgang und das Mittelohr (Ausnahme: schwere Schädelverletzungen). Bei Explosionen kann es zu einer Mittelohr- (Trommelfellzerreißung) oder Innenohrschädigung kommen. Akustische Schäden betreffen immer das Innenohr, also die Haarzellen. Hier soll besonders auf die spezifischen Schädigungen des Innenohres durch Lärm eingegangen werden. Der Tod der Haarzellen.
Die Haarzellen, also die wichtigsten Impulsgeber in der Schnecke, können durch Schall und Lärm geschädigt werden. Das Ausmaß der Schädigung ist abhängig von der Schallintensität und der Schalldauer. Der Schalldruck wird in Dezibel (dB) gemessen. Dieses sind logarithmische Einheiten, d.h. eine Erhöhung des Pegels um 10 dB bedeutet eine Verdoppelung der Lautstärke. Jedoch bedeutet bereits eine Zunahme des Pegels um 3dB eine Verdoppelung der Gehörgefährdung. Der wichtige Zusammenhang zwischen Schalldauer und Schallintensität wird an folgendem Beispiel klar: Ein Schalldruckpegel von 95 dB über 1 Stunde / Tag ist genauso gefährlich wie ein Pegel von 85 dB über 8 Stunden / Tag. Werden nun die Hörzellen nur kurzzeitig überlastet, reagieren sie mit Taubheit, können sich aber in Ruhepausen wieder erholen. Wenn die Erholungszeiten fehlen oder wenn die Lautstärkenbelastung zu groß wird, entstehen irreparable Schäden. Ein typisches Beispiel ist das Knalltrauma. Schwerhörigkeit oder chronisches Ohrenpfeifen (Tinnitus) sind die Folge.

Qualität des Schießlärms: Um eine Vorstellung über die Lärmbelastung beim Schießen zu bekommen, seien hier einige Werte genannt: Arbeitsplätze mit einem Beurteilungspegel über 90 dB gelten als Lärmbereiche. Bereits ab 85 dB Arbeitslärm muß der Arbeitgeber Gehörschützer bereitstellen! Flugzeuge erzeugen einen Schalldruckpegel von 120-140 dB. Beim Schießen entstehen je nach Waffe und Kaliber Lärmpegel von ca. 130-170 dB in unmittelbarer Nähe der Mündung. Damit muß jedem klar sein, daß ein solch hoher Impulslärm unweigerlich zu einem Knalltrauma führen muß, wenn kein entsprechender Schutz getragen wird. Bei geschlossenen oder umschlossenen Schießanlagen sollte unbedingt eine wirkungsvolle Reflexionsminderung an den Wänden schon in die Planung mit einbezogen werden. Beim Schuß im freien Gelände können sich die Druckwellen mehr oder weniger ungehindert ausbreiten. Es kommt daher darauf an, wie hoch der Lärmpegel am Meßort ist und um wie viel er abgenommen hat. Die Lärmabnahme oder Dämpfung ist in der Luft nicht besonders gut.
Knalltrauma: Beim Knalltrauma wird also das Innenohr resp. die Haarzellen geschädigt und die Hörfähigkeit ist schlagartig stark verschlechtert. Es kann zu Erholungen kommen, doch verbleibt häufig eine Schwerhörigkeit für die hohen Frequenzen. Vieles spricht dafür, daß ein Ohr nach einem Knalltrauma anfälliger bleibt und mit zunehmendem Alter schneller an Leistungsfähigkeit verliert. Wichtig ist zu erkennen, daß vollends geschädigte Hörzellen nicht neu gebildet werden. Es gilt das Prinzip: einmal tot, immer tot! Klingeln und Pfeifen Eine weitere Schädigungsfolge kann ein kurzzeitiges oder aber auch bleibendes Ohrgeräusch (Tinnitus) sein. Der mögliche Leidensdruck auf den Menschen durch diese Ohrgeräusche ist durch Berichte in den Medien in das Bewußtsein der Menschen gelangt. Nach der deutschen Tinnitus-Liga gibt es in der Bundesrepublik Deutschland etwa sechs Millionen “Tinnitusleidende”. Ein Drittel der Fälle läßt sich auf Lärmschwerhörigkeit oder Knalltrauma zurückführen.
Wirksamer Gehörschutz tut Not
Es ist nicht einzusehen, daß auf Schießstätten aufwendiger Schallschutz betrieben wird und Gehörschutz vorgeschrieben ist, aber auf der Jagd bleiben Jäger und Jagdhunde ungeschützt. Ein Umdenken ist notwendig.
Als Gehörschützer kommen verschiedene Systeme in Frage, zum einen Gehörschutzstöpsel und zum anderen Kapselgehörschützer. Alle Gehörschützer, die im Gehörgang oder in der Ohrmuschel getragen werden, sind Gehörschutzstöpsel.

Der beste Gehörschützer ist der, der regelmäßig und während des gesamten Aufenthalts im Lärmbereich getragen wird. Für die Entscheidung Gehörschutzstöpsel oder Kapselgehörschützer spielt die Schalldämmung keine Rolle. Damit können wir an dieser Stelle einmal mit dem Vorurteil aufräumen, welches dem Kapselgehörschutz eine hohe Schalldämmung zuspricht, den Gehörschutzstöpseln jedoch nur einen geringeren Dämpfungswert einräumt. Dem ist nicht so! Die richtige Auswahl des Gehörschützers nach der Schalldämmung kann nur mit der Kenntnis des zu dämpfenden Lärms erfolgen. Dazu gehört neben der Höhe des Beurteilungspegels auch die Geräuschklasse, d.h. ob es sich um tieffrequente oder um mittel- bis hochfrequente Geräusche handelt. Für Jäger und Sportschützen wird ausschlaggebend sein, ob er nur kurzzeitig oder über viele Stunden einen Gehörschutz tragen muß. Auch individuelle Vorzüge oder Kosten werden eine Rolle spielen. Wichtig ist in jedem Falle die absolute Dichtigkeit, also Sorgfalt beim Einsetzen und Tragen. Aber auch hier gilt der Grundsatz, lieber gleich mit dem wirksamsten Schutz beginnen, als irreversible Schäden leichtfertig herbeiführen. Gerade angehende Sportschützen und Jungjäger sparen oftmals am falschen Ende oder werden durch manche Ausbilder nur unzureichend aufgeklärt. Aber damit dürfte nach der Lektüre dieses Beitrages Schluß sein. In Bezug auf Komfort und Effektivität sind heute Produkte auf dem Markt, die praktisch keine Wünsche mehr offenlassen. Genannt werden müssen auf jeden Fall die modernen elektronisch gesteuerten Kapseln. Sie schalten den gehörgefährdenden Schießlärm aus, ermöglichen aber Gespräche oder die Wahrnehmung von Kommandos. Ein weitere sehr beachtenswerte und in Schützenkreisen noch nicht so bekannte Neuerung sind die sogenannten Gehörgangsoptoplaste. Hiermit wird ein individueller, optimaler Gehörschutzstöpsel angeboten. Dieser besteht aus einem Ohrpaßstück mit eingebauten Filtern. Voraussetzung für eine sehr gute Paßform und eine optimale akustische Abdichtung ist die individuelle Abdrucknahme. Patentierte Filter garantieren für jeden Lärmbereich die gewünschte Dämmung. Ein Belüftungskanal sorgt für Druckausgleich und ermöglicht die Verständigung untereinander, Telefonieren und das Hören von Warnsignalen.

Außenwirkungen hinsichtlich der Lärmentwicklung sind zwei Phänomene zu unterscheiden. Zum einen der Mündungsknall und zum anderen der Geschoßknall. Der Geschoßknall tritt immer dann auf, wenn ein Projektil sich mit Überschallgeschwindigkeit bewegt, und zwar als Begleiter des Projektils. Das heißt, ein entfernter Beobachter, natürlich in sicherer Deckung, nimmt bei vorüberfliegendem Geschoß ein peitschenknallartiges Geräusch wahr. Sobald das Geschoß die Schallgeschwindigkeit wieder unterschreitet, gibt es auch keinen Geschoßknall mehr. Bei Büchsenpatronen und auch bei vielen Kurzwaffenpatronen verbleibt auf Schießständen das Projektil während seiner gesamten Flugstrecke, also von der Mündung bis zum Geschoßfang, im Überschallbereich. Der Mündungsknall entsteht durch Dekompression des im Gewehrlauf befindlichen Gasdrucks eben an der Mündung. Über den persönlichen Schallschutz hinaus, wie er oben ausführlich behandelt wurde, gibt es noch weitere Möglichkeiten die Schießgeräusche abzuschwächen, dabei unterscheidet man drei grundsätzliche Möglichkeiten der Lärmminderung:

1. munitionstechnischer Art

2. waffentechnischer Art

3. bautechnischer Art.

1. Munitionstechnisch: Unterschallpatronen entwickeln keinen Geschoßknall, weil sie unterhalb der Schallgeschwindigkeit bleiben. Sie bleiben unterhalb der Schallgeschwindigkeit, weil der an-treibende Gasdruck geringer ist als bei sonst gleicher Patrone mit Überschallgeschwindigkeit. Weil der Gasdruck geringer ist, ist aber auch der Mündungsknall geringer. Es kommt also wesentlich auf das Gasdruckprofil an. Bei vielen beliebten Kurzwaffenpatronen (.z.B. .32S&W, .38Spl., .45ACP, .45AR, .45LC) liegt die Geschoßgeschwindigkeit ohnehin im Unterschallbereich, wodurch deren Schalldruckpegel von vorne herein geringer ist und was eine Schalldämpfung begünstigt. Bei Büchsen und Kurzwaffen können durch Erhöhung der Geschoßmasse Leistungsverluste ausgeglichen werden. Es gibt eine ganze Reihe von Büchsenpatronen, die ohne nennenswerte Energieeinbuße auf Unterschall laboriert werden können. Jedoch sind infolge der verminderten Geschoßgeschwindigkeit größere Flugbahnkrümmungen und kürzere GEE in Kauf zu nehmen
2. Waffenseitig: Magnaport ist in den siebziger Jahren aus den Staaten zu uns gekommen. Magnaports sind schlitzartige Entlastungsbohrungen im Mündungsbereich. Hauptsächlich soll hierdurch die Waffenbewegung günstig durch Umleitung eines Teils der Treibladungsgase beeinflußt werden. Da sich aber hierdurch schon Druck abbaut, ist die Dekompression an der Mündung geringer. Ähnlich verhält es sich mit anderen runden oder elliptischen Entastungsbohrungen oder mit Mündungsbremsen und Mündungsfeuerdämpfern. Dadurch daß die Schallausbreitung nicht durch eine Kugelwelle erfolgt, sondern in viele kleinere Bereiche aufgeteilt wird, entstehen auch viele Erregungsquellen, die interferieren und sich somit selbst etwas schwächen. Schalldämpfer filtern den Mündungsknall durch ein gestuftes Dekompressionssystem je nach Patrone bis auf nicht mehr wahrnehmbar herunter. Den Geschoßknall können sie nicht wegfiltern. Schalldämpfer gehören nicht zu dem verbotenen Gegenständen, sondern unterliegen der Erlaubnispflicht. Ein Schalldämpfer wird also genau wie z.B. eine Kurzwaffe beantragt, wobei ein entsprechendes Bedürfnis nachzuweisen ist. Auf dem Gebiet der mechanischen Schalldämpfung an der Waffe ist sicherlich noch nicht alles entwickelt, was möglich ist. Wurden Schalldämpfer ursprünglich aus taktischen Erwägungen oder für bestimmte (teils auch kriminelle) Aktivitäten verwendet, so gewinnt die Schalldämpfung mittels Schalldämpfer oder Schallabsorber unter dem Lärmschutzaspekt eine ganz andere Dimension, die noch ein reichhaltiges Betätigungsfeld für Konstrukteure bietet.

3. Bauliche Maßnahmen: Geschlossene Schießanlagen lassen kaum Schießlärm in die Umwelt dringen. Doch beschränken sich geschlossene Schießanlagen derzeit noch im wesentlichen auf Büchsen- oder Kurzwaffenanlagen. Nachteil dieser Anlagen ist die kostspielige Ausrüstung mit einer Belüftungsanlage. Aber nicht überall können die Schießanlagen in geschlossene umgebaut werden. Dann ist nach anderen Möglichkeiten zu suchen: Schon bei den internen Lärmdämpfungsmaßnahmen und bei der Blendengestaltung ist darauf zu achten, daß der Schallgeschwächt und günstig geleitet wird. Zwischen den Blenden und /oder über den Schützenständen hat sich eine Dämpfende Bedachung oder ein Kassettendachsystem bewährt. An dieser Stelle können keine Patentlösungen angeboten werden. Denn bevor über bauliche Maßnahmen entschieden wird, haben eingehende Analysen und Beratungen vorauszugehen. Aber die grundsätzlichen Möglichkeiten sollen hier kurz angesprochen werden.

Immissionswerte einzelner Kaliber – (Meßstelle 10 Meter seitlich der Mündung)
Kaliber Schalldruckpegel (dB (AI))
12/70 28g 114,7
12/70 34g 114,7
12/70 36g 115,1
9 mm Luger 120,0
8 x 68 S 127,0
.357 MAG 125,0
.38 SPL WC 115,0

„Lärm macht krank!“: Schaut man in die Statistiken der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, findet man diese Aussage allzu sehr bestätigt. Lärmschwerhörigkeit nimmt auf der „Hitliste“ der mit Rente entschädigten Berufskrankheiten mit rund 32.000 Fällen von insgesamt rund 140.000 entschädigten Berufskrankheiten den 1. Platz ein. Weit abgeschlagen folgen auf Platz zwei Hautkrankheiten (rd. 12.000 Fälle) und auf Platz drei Silikose (rd. 10.500 Fälle).

Da unser Ohr auf mittlere Frequenzen – zwischen 1000 und 4000 Hz – empfindlicher reagiert als auf sehr hohe und sehr tiefe Töne (Definitionen bzgl. Frequenz und Hz folgen unter „Hörvorgang“), berücksichtigen Messgeräte neben dem Schalldruck auch die Frequenz eines Geräusches. Eingebaut ist in diesem Fall ein Frequenzfilter mit der Bezeichnung A. Der Schallpegel wird entsprechend mit Dezibel (A) – abgekürzt dB(A) – angegeben. Der leiseste noch hörbare Ton liegt bei 0 dB(A), die Schmerzschwelle bei rund 120 dB(A). Jenseits von 120 dB(A) besteht akute Verletzungsgefahr: Bei einem Geschützknall z.B. mit 160 dB(A) kann das Trommelfell platzen.

Dieser allgemeine Überblick soll genügen. Beschäftigen wir uns nun mit dem eigentlichen Hörvorgang.

Der Hörvorgang: Funktion und Störungen

Er: „Was hast du gesagt?“

Sie (laut): „Ich hab’s dir doch schon dreimal gesagt. Hörst du schlecht?“

Er: „Schrei mich nicht so an! Ich höre noch sehr gut, aber du nuschelst.“

Dieser Dialog dürfte typisch sein, wenn sich die ersten Anzeichen der Schwerhörigkeit zeigen. Um die Ursachen einer auftretenden Hörminderung zu verstehen, muss man zunächst die Vorgänge des Hörens bei gesunden Menschen kennen. Grundsätzlich gilt: Was wir hören, sind Schallwellen, die das Ohr durch die Luft erreichen. Sie entstehen, indem eine Schallwelle die umgebende Luft in Schwingung versetzt. Wie laut das Geräusch ist, hängt von der Größe der Schallwellen ab. Die „Empfänger“ der Schallwellen sitzen tief im Innenohr: Es sind rund 20.000 Haarzellen. Sie wandeln die Schallwellen in elektrische Impulse um. Diese Signale erreichen dann über den Hörnerv das Gehirn und werden entsprechend interpretiert. Was wir erkennen können, ist das äußere Ohr, das den sich wellenförmig ausbreitenden Schall auffängt. Dieser wird durch den etwa drei cm langen, gekrümmten Gehörgang an das Trommelfell geleitet; einem ca. ein cm dünnen Häutchen, das die Form eines flachen Trichters hat und die Grenze zwischen dem äußeren Ohr und dem ebenfalls luftgefüllten Mittelohr bildet. Dabei handelt es sich um einen vier mm breiten Spaltraum, der durch einen Gang, die Ohrtrompete, mit dem Rachenraum in Verbindung steht. Abhängig von der Frequenz, das ist die Anzahl der Schwingungen in einer Sekunde, entstehen die Tonhöhen. Diese sind hintereinander angeordnet; hohe Töne an der Schneckenbasis, tiefe in der Schneckenspitze. Diese Schallzuführung wird als Luftleitung bezeichnet. Der hörbare Bereich liegt zwischen 20 und 20.000 Hertz (Hz); 1 Hz bedeutet eine Schwingung pro Sekunde, 1.000 Hz = 1 kHz. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Obergrenze der Hörfähigkeit zu den niedrigen Frequenzen; liegt sie beim Jugendlichen noch bei 20 kHz, so ist bei 65-jährigen die obere Hörgrenze bis auf fünf kHz abgesunken. Neben der Luftleitung gibt es auch noch die sogenannte Knochenleitung. Hierbei trifft der Schall auf den ganzen knöchernen Schädel. Dieser wird in Schwingungen versetzt, die auf das Innenohr treffen. Gleichfalls im Innenohr werden auch dadurch Flüssigkeitsbewegungen ausgelöst.Wann ist es zu laut?
Ohne ausreichende Lärmbelastung (auch Lärmexposition genannt) kann eine Lärmschwerhörigkeit nicht entstehen. Der Betroffene muss (abgesehen vom „akuten Lärmtrauma“) eine langjährige Tätigkeit an einem lärmexponierten Arbeitsplatz verbracht haben. Ein- bis zweijährige Lärmarbeit verursacht im Allgemeinen keine Innenohrschwerhörigkeit. Die Lärmempfindlichkeit ist individuell unterschiedlich; Gehörschädigungen sind umso wahrscheinlicher, je höher und länger die Lärmbelastung ist. Um den meist schwankenden Lärm am Arbeitsplatz zu beurteilen, wird der Durchschnittsschallpegel einer Arbeitsschicht herangezogen; dies ist der sog. personenbezogene Beurteilungspegel in dB(A). Falls die Lärmbelastung an einzelnen Tagen erheblich schwankt, erfolgt die Bestimmung des Beurteilungspegels ausnahmsweise als wöchentlicher Mittelwert. Gehörschäden in einem Lärmbereich von unter 85 dB(A) sind nicht wahrscheinlich; es können aber Hörminderungen als Vorstufe auftreten. In einem Lärmbereich von 85 bis 89 dB(A) treten Gehörschäden bei lang andauernder Lärmeinwirkung auf. Ab 90 dB(A) nimmt die Gefahr deutlich zu. Hochfrequenter und impulsartiger Lärm, also oberhalb von 130 bis 160 dB(A), der über die Dauer einiger Minuten vorwiegend durch ausströmende Gase oder Dampf wie bei Düsenaggregate oder Kesseln entsteht, kann schon als Einzelereignis Gehörschäden verursachen. Dieses sog. „akute Lärmtrauma“ wird als Lärmschwerhörigkeit behandelt, da der Befund dem einer fortgeschrittenen Lärmschwerhörigkeit entspricht, also typische Zeichen eines Haarzellschadens aufweist. Ist hingegen eine Hörschädigung infolge eines Knall- (ausschließlich Innenohrschädigung) oder Explosionstraumas (zusätzlicher Schaden im Mittelohr) entstanden, so handelt es sich um den klassischen Arbeitsunfall.

Aber Achtung!
Menschen haben so gut wie kein Empfinden für die Gefahr des Lärms. Beispiele: Bei 95 dB(A) empfinden wir nur die zweifache Lautstärke von 85 dB(A), für das Ohr ist es aber schon zehnmal so gefährlich. Bei 105 dB(A) empfinden wir etwa die vierfache Lautstärke von 85 dB(A), aber es besteht eine 100-fach stärkere Gefährdung. Allgemein gelten folgende Faustregeln:

10 dB(A) mehr = Verdoppelung der Lautstärke

10 dB(A) weniger = Halbierung der Lautstärke

Andersherum geht es auch:

3 dB(A) mehr = Verdoppelung der Gehörgefährdung

3 dB(A) weniger = Halbierung der Gehörgefährdung.

Aber allen technischen Möglichkeiten zum Trotz: Es gibt Arbeitsbereiche, in denen sich Lärm nicht unter 85 dB(A) drücken lässt. Dann hilft nur noch eins, nämlich der Griff zum persönlichen Gehörschutz.

Wussten Sie? Gehörschutz ist nur wirksam, wenn am Ohr nicht mehr als 84 dB(A) ankommen. Er kann allerdings nur helfen, wenn er auch ständig benutzt wird. Wird ein Gehörschutz mit einer Dämmung von ca. 30 dB(A) bei acht Stunden Lärm nur 15 Minuten nicht getragen, so sinkt die Schutzwirkung um die Hälfte!

Medizinisches Bild „Lärmschwerhörigkeit“

Der Begriff verknüpft Ursache und Symptom. Wissenschaftlich korrekt ist die „Innenohrerkrankung durch Lärm“. Hier einige typische Merkmale der Lärmschwerhörigkeit:

Eine Lärmschwerhörigkeit liegt nur dann vor, wenn sich die Schwerhörigkeit in der Zeit der Lärmbelastung entwickelt hat. Das Ausmaß des Lärmschadens nimmt mit der Dauer der Lärmexposition und mit der Lärmintensität zu. Lärmschwerhörigkeit kann nicht in Zeiten entstehen oder sich verschlimmern, in denen eine schädigende Lärmeinwirkung nicht vorhanden ist. Deshalb ist eine Verschlimmerung nach Beendigung der beruflichen Lärmbelastung ausnahmslos nicht möglich; bei der Beurteilung des Lärmschadens muss auf den Befund abgestellt werden, der dem Ende der Lärmarbeit zeitlich am nächsten liegt.

Bei der Lärmschwerhörigkeit – auch Innenohr-, Haarzell- oder endocochleäre Schwerhörigkeit genannt (im Gegensatz dazu werden die weiter zentral bedingten Schwerhörigkeiten unter dem Begriff der retrocochleären Schwerhörigkeiten zusammengefasst) wird typischerweise zunächst der Hörverlust im Hochtonbereich festgestellt (sog. c5-Senke); dies ist Ausdruck der Hauptbelastung der Hörzellen im Bereich von etwa 4.000 Hz, hervorgerufen durch die Frequenzzusammensetzung des Industrielärms.

Hörverluste im mittleren Frequenzbereich (1000 Hz) sind erst nach jahrelanger bzw. jahrzehntelanger und erheblicher Lärmbelastung denkbar. Ein deutlicher Hörverlust im Tieftonbereich ist für die Lärmschwerhörigkeit nicht charakteristisch.

Ein Lautheitsausgleich (Recruitmet) spricht ebenfalls für eine Innenohr-schwerhörigkeit. Dies bedeutet, dass sich der Hörverlust mit zunehmender Lautstärke ausgleicht.

Lärmschwerhörigkeit tritt immer doppelseitig auf; sie muss aber nicht streng symmetrisch ausgebildet sein. Die Seitendifferenz sollte jedoch nie mehr als einen Schwerhörigkeitsgrad betragen (z.B. rechts geringgradig – links mittelgradig); d.h. wenn der Hörverlust zwischen dem rechten bzw. linken Ohr mehr als 20% differiert, liegen (auch) Schallempfindungsstörungen anderer Ursachen vor. Äußerst unwahrscheinlich ist, dass die Lärmschwerhörigkeit zur Taubheit führt.

Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Kriterien für den Sachverständigen, um zweifelsfrei eine Lärmschwerhörigkeit von anderen Schallempfindungsstörungen zu unterscheiden. Und damit – aus Sicht des Betroffenen – zu den eigentlich spannendsten Fragen: Wann liegt überhaupt eine Berufskrankheit gem. Nr. 2301 BKV vor bzw. welche Folgen bestehen und in welchem Ausmaß beeinträchtigen diese die Arbeits- bzw. Erwerbsfähigkeit?

Das „Feststellungsverfahren“
Einige praktische Fälle sollen zunächst verdeutlichen, was es mit dem „Feststellungsverfahren“ auf sich hat.

Wenn schon Gehörschutz, dann gleich was anständiges.

Welche Art von Gehörschutz eignet sich am besten zum Schiessen?

Unabhängig davon, ob Sie Sport- oder Wettkampfschütze sind, benötigen Sie ein flexibles, geprüftes Gehörschutzsystem, das eines von zwei Dingen leistet: Entweder werden alle schädlichen Geräusche auf ein ungefährliches Innenohrniveau gedämpft oder, falls Sie sich gerne mit anderen auf dem Schiessstand unterhalten, wird das Schutzniveau intelligent und unverzüglich auf die Geräusche in Ihrer Umgebung abgestimmt (Dämpfen der Schussgeräusche auf einen sicheren Wert, wobei die Dämpfwirkung entfällt, wenn nicht geschossen wird).

Welche Art von Gehörschutz eignet sich am besten für Jäger?
Bei Jägern ist am häufigsten ein «normales» Hören mit ihrem Gehörschutzgerät erforderlich. Mit anderen Worten, sie wollen ihre Umgebung so wahrnehmen, dass sie einen Bock durch nahegelegene Blätter rascheln oder den Flügelschlag der wegfliegenden Beute hören können.
Das Serenity DP-System von Phonak ist eine diskrete Lösung für den ganzen Tag, die absolut flexiblen Schutz bietet, Schüsse auf einen sicheren Wert dämpft, wenn Sie schiessen, und nützliche leise Geräusche verstärkt, wenn Sie nicht schiessen.
Empfohlen wird auch die digitalen Modelle von Peltor. Sie verstärken normale Geräusche bis zu zehn mal, sodass du selbst Rehwild schon aus 100 Metern Entfernung hörst. Gibst du einen Schuss ab, macht der Schutz für wenige Millisekunden “dicht”. Den eigenen Schuss hörst du so, als ob er weit entfernt abgegeben würde. Danach geht er sofort wieder auf. Wenn das Wild im Feuer fällt, hörst du es auf dem Boden aufschlagen, flüchtet es, kannst du seine Schritte ziemlich weit mit dem Gehör verfolgen. Auch sonst bietet solch ein Teil sehr interessante Klangerlebnisse. Setz ihn mal auf… dass umblättern einer Zeitung klingt wie ein Gewitter. Total faszinierend.
Ich habe einen Peltor Sporttac und trage den auch immer bei der Jagd. Primär natürlich zum Schutz des Gehörs, aber die Verstärkung hat auch einige Vorteile. Bei einer Ansitzjagd hört man damit das Wild deutlich eher, schon weit bevor es austritt, und bei Treibjagden bekommt man auch mit, wenn andere etwas sagen. Man muss sich allerdings daran gewöhnen, das die eigenen Schritte und ähnliches auch viel lauter sind! Der Spott der tauben Unverbesserlichen ist mir dabei ziemlich egal.

Manche begreifen es eben NIE!