Seite wählen

Vogelarten

Einheimische Vogelarten – Überblick über die häufigsten einheimischen Vögel in unseren Gärten und Wäldern

Egal ob im Garten, auf dem Land, Wald, auf Wiesen oder Bäumen – sogar mitten in der Großstadt – bei uns leben zahlreiche Vögel. Dank verschiedenster Lebensräume – vom Hochgebirge bis zum Wattenmeer – leben bei uns nachgewiesenermaßen 510 heimische Vogelarten! Bis zu 40 dieser einheimischen Vogelarten besuchen regelmäßig Gärten, Vorgärten und Balkone und lassen sich daher sehr gut beobachten.

Wer dem Treiben unserer gefiederten Freunde gerne zuschaut und dem Gesang der heimischen Vögel gerne lauscht, hat auch oft das Bedürfnis zu wissen welche Vogelart das überhaupt ist. Nicht zuletzt auch um den Gartenbewohnern im Winter das artgerechte Vogelfutter anbieten zu können. Passiert auch mir immer wieder, dass ich im Wald/ Garten einen wunderschönen Gesang eines Vogels höre,  aber ihn nicht zuordnen kann, darum haben wir auch versucht viele Vogelstimmen zu  aktivieren.

Um eine Vogelart leicht zu identifizieren sollten Sie sich generell auf die äußerlichen Erkennungsmerkmale wie Gestalt, Größe, Gefiederfarbe, Verhalten und zusätzlich auf den Gesang konzentrieren. Auf diesen Seiten findet ihr einige Vögel/Vogelarten , die man häufig sieht und hört.

– Die wichtigsten Singvögel finden sie bei NABU.de 
– In Südtirol bejagbare Vogelarten, siehe unter “Jagd in Südtirol/Jagdkalender”

Wasservögel

Wasservögel bestimmen

Foto; NABU Vogelwelt

Wasservögel leben an Seen, Flüssen und Bächen. Um sie zu treffen, müssen es keine abgelegenen Gewässer in wilder, unberührter Natur sein. Oft reicht schon der Teich im Stadtpark oder ein innerstädtischer Flussabschnitt, um eine Vielzahl an Wasservogelarten zu entdecken. Ideale Beobachtungspunkte sind Dorf- und Parkteiche, Binnenseen unterschiedlichster Größe, Brücken, Landungsstege, Hafenanlagen oder Uferwege. Häufig werden auch Beobachtungsstände an besonders geeigneten Stellen angelegt.
Im Winter finden sich oft beachtliche Vogelmassen auf innerstädtischen Wasserflächen ein, die sich dort füttern und aus nächster Nähe beobachten lassen. Aber auch im Frühling und Sommer hat man gute Chancen, an solchen Plätzen Wasservögel beim Brüten und der Jungenaufzucht zu erleben – halten Sie beim nächsten Spaziergang die Augen offen und achten Sie nicht nur auf die Wasserfläche, sondern besonders auf Uferzonen und Randbereiche der Gewässer.
Wasservögel sind Vögel die ihren Lebensraum auf dem Wasser und am Wasser haben. Es sind die unterschiedlichsten Vogelarten die zu den Wasservögeln gehören. Die meisten Wasservögel haben zwischen den Zehen Schwimmhäute. Viele Wasservögel gehören zu den Zugvögeln, und man sieht sie dann bei uns in Hamburg an der Elbe und im Hafen (Hamburger Holzhafen, Yachthafen, Mühlenberger Loch) als Wintergast.
Auf diesen  Seiten erfahrt Ihr etwas über verschiedene Wasservögel, Watvögel, Wasserwild und Meeresvögel  die ihr in Europa, an der Nordseeküsste, Ostseeküste, an Seen, in Teichen, Fischteichen, an Flüssen und  an der Elbe beobachten könnt.

Wer gehört zu den Wasservögeln?

Die bekanntesten Wasservögel sind Enten, Gänse und Schwäne. Außerdem gehören viele Limikolen (Watvögel), viele Taucher (z.B. Haubentaucher), Kormorane, Blässhühner, Teichhühner, Odinshühnchen, Austernfischer, Möwen, Raubmöwen, Alken (Papageientaucher) und Küstenseeschwalben zu den Wasservögeln.

Wasservögel sind an ihren Lebensraum perfekt angepasst

Ihnen gemeinsam sind die sogenannten Schwimmhäute an den Füßen, die ihnen das mühelose Schwimmen ermöglichen. Das Gefieder ist dicht und verhindert das Eindringen des Wassers bis zur empfindlichen Haut. Aufgrund des leichten Knochenbaus der Vögel können sie ohne Anstrengung auf dem Wasser schwimmen.
Sie ernähren sich zumeist von Wasserpflanzen wie Algen und Seegras oder fressen Fische und kleinere Meerestiere. Besonders die Küstenvögel wie Möwen und Kormorane (der Feind der Fischer), folgen den Fischkuttern oft aufs offene Meer hinaus und versuchen, den ein oder anderen Fisch zu ergattern. Oftmals werden diese Vögel auch als Seevögel bezeichnet, da sie zwar am und im Wasser leben, einen großen Teil ihrer Zeit jedoch im Flug verbringen und daher auch an stürmische Seebrisen angepasst sind. Stockenten oder Blesshühnern an Teichen fällt das Fliegen wegen ihrer kurzen Flügel etwas schwerer.
Die Hälse der Wasservögel sind lang und ermöglichen ihnen somit das Tauchen und Fressen von Wasserpflanzen. Sicherlich haben Sie dies schon einmal bei Enten oder Schwänen beobachtet und auch das bekannte Kinderlied Alle meine Entchen beschreibt dieses Verhalten sehr treffend. Der Haubentaucher trägt diese Fähigkeit bereits im Namen. Zwar wirken die Körper mancher Wasservögel besonders an Land etwas plump, jedoch sind sie aufgrund ihres stromlinienförmigen Körpers geschickte Schwimmer.
Übrigens: Einige Wasservögel wie das Blässhuhn oder der Blaufußtölpel weisen tatsächlich blaue gefärbte Füße auf. Dies liegt möglicherweise an den stark pigmentierten Algen, welche die Vögel täglich zu sich nehmen.
Manche Wasservögel haben auch lange und dünne Beine, die ihnen das behände Laufen im Schlamm oder tieferen Gewässern ermöglichen. Wattvögel wie die Stelzenläufer oder die Brachvögel suchen im Watt nach Würmern und kleinen Krebstieren. Der Graureiher steht mit seinen langen Beinen geduldig am Ufer und wartet auf unvorsichtige Fische, die er mit einem gezielten Stoß aus dem Wasser erbeutet.

Einheimische Wasservögel können Sie relativ einfach beobachten

Die aquatische Vogelwelt können Sie entweder an Seen, Teichen oder auch der Ostsee bestimmen. Anhand des Gefieders lassen sich nicht nur die verschiedenen Arten sicher bestimmen, sondern auch das Geschlecht der Vögel feststellen. Bei vielen Arten liegt nämlich ein sogenannter Sexualdimorphismus vor, weshalb die Männchen häufig größer, schwerer und auffälliger gefiedert sind. Da die Weibchen häufig die Aufzucht der Jungen übernehmen und daher vor potentiellen Fressfeinden getarnt sein müssen, sind die meistens unauffällig und schlicht gefärbt. Am Beispiel der Stockenten oder Mandarinenten können Sie diese Unterschiede leicht erkennen.
Neben Enten und Schwänen können Sie mit etwas Glück auch folgende Vögel an deutschen Gewässern beobachten: Reiher, Kraniche, Haubentaucher, Sturmschwalben, Rohrdommeln oder Wasserrallen. Aufgrund der Trockenlegung größerer Seeareale oder Sümpfe sind viele Wasservogelarten gefährdet und stehen unter Naturschutz. Die Verschmutzung der Gewässer mit Plastik und Industrieabfällen führt außerdem zu einem Rückgang der Arten.
Wenn Sie den Wasservögeln vor allem im Winter einen Gefallen tun wollen, füttern Sie diese nicht mit Brot. Dies verstopft den Verdauungstrakt der Tiere, ist zu salzhaltig, lockt Nagetiere wie Ratten an und sorgt dafür, dass das empfindliche Milieu des Wassers kippt und sich mehr und mehr Algen ausbreiten. Die Wasserqualität leidet darunter ebenso wie die Vögel, die im schlimmsten Fall sogar daran sterben. Kaufen Sie stattdessen lieber Wasservogelfutter oder bieten Sie den Tieren Haferflocken an. Wichtig ist auch, dass Sie die Enten immer an Land füttern.. Sie müssen die Vögel übrigens nicht füttern – die meisten finden in der Natur genügend Nahrungsgründe.

Spielhahn

Das Birkwild (Spielhahn)

Foto: Jeanny Müller

Auch das Birkwild gehört zu den Wald- und Rauhfußhühnern. Wie beim Auerwild trägt der Hahn ein Prachtgefieder, während die Henne auch durchweg hellbraunem Grund schlicht dunkel gebändert ist. Der Hahn wird ca. 50 cm groß und bis 1,5 kg schwer. Hennen etwas weniger. Auffallend sind beim Hahn die “roten Rosen” über den Augen (Seher). Der Spielhahn ( eigentlich Birkhahn genannt ) ist etwa so groß wie ein normales Haushuhn. Anders als beim Auerhahn sind die Stoßfedern (das Spiel). Junge Hähne tragen beiderseits je ein bis zwei, -alte bis zu vier krumme Federn (Sicheln) im Spiel, die gern als Hutschmuck getragen werden.

Paarungszeit: April – Mai
Brutdauer: ca. 4 Wochen
Gelege: 7 – 10 Eier

Foto: Ingo Gerlach

Birkhahn und Birkhenne unterscheiden sich eindeutig. Der Birkhahn glänzend blauschwarzes Gefieder, Flügelunterseite weiß. Auf den Schwingen (Flügel) trägt sie einen kleinen weißen Spiegel. Ihr Stoß ist leicht gegabelt, der Unterstoß auf weißem Grund dunkel gebändert. Die Birkhenne ist etwas kleiner als das Männchen, gelbbraun, ihr Gefieder ist dicht von schwarzen Streifen durchzogen. Man findet das Birkwild in offene, mit Gebüsch und Bäumen durchsetzte Landschaften, im Hochgebirge mit Latschen und Almenwiesen. Die Henne ist auf hellbraunen Grund dunkel gebändert und auf den Schwingen trägt sie einen kleinen weißen Spiegel .Der leicht gegabelte Stoß ist dunkel gefärbt und an der unteren Seite weiß. Das Birkhuhn ist ein Hochgebirgsbewohner, der es vorzieht, im Bereich der Waldgrenze (“Waldkampfzone”) und darüber zu leben. Es bewohnt vor allem die Latschenfelder und offene Landschaften im Bereich der Waldgrenze.

Seine Nahrung ist des Auerwildes ähnlich. Die ungedüngten Wiesenflächen auf unseren heimischen Almen weisen artenreiche Pflanzengesellschaften auf und beherbergen zahlreiche Insektenarten und Nahrung. Die kleinräumigen Übergänge zwischen Wald und Weide bieten ebenfalls Biotope und reichlich Nahrung für das Birkwild. Junge Birkhühner brauchen ddas Eiweiß und ernähren sich deshalb vorwiegend von Insekten, Würmern, Spinnen und Schnecken. Erwachsende Hühner gehen tagsüber seiner Äsung auf offener Fläche nach. Die Äsung besteht aus Gräsern, Knospen, Heidekraut, Samen, Blüten, Insekten und Beeren. Für die Küken gibt es vorwiegend Insekten und Weichtiere, später mit Vorliebe Beeren aller Art.

Wie alle Hühnervögel nimmt auch das Birkwild Steinchen auf, die im Magen die Nahrung zerreiben

Die Balz: (reinhören -Balzgesang mp3) – Die Hauptbalzzeit fällt, zwischen Ende März bis Anfang Juni. Die Spielhahnbalz vollzieht sich meistens auf bestimmte Balzplätze, wobei die Hähne in der Morgendämmerung einfallen. Besonders beeindruckend ist das Balzverhalten der Birkhähne. Der Hahn imponiert dabei mit aufgestellten Stoß und Lautäußerungen wie Kullern und Blasen. Verschiedenste Posen und Flattersprünge sowie ein charakteristischer Balzgesang aus Fauchen und kullernden Lauten sind die markanten Elemente dieses zur Balzzeit an den Tag gelegten Verhaltens. Bevor die Sonne scheint, wird eine Pause eingelegt, die Jäger bezeichnet diese Pause als Morgengebet, dann schließt sich die Sonnenbalz an, wobei die Hähne meistens auf Bäume oder Hecken aufsitzen. Während der Balzzeit schwellen bei den Hähnen die roten Hautgebilde oberhalb der Augen, welche deshalb auch “Balzrosen” genannt werden. Spielhähne raufen gern, zumal sie sich immer zu mehreren auf einem Balzplatz einfinden. Die sog. Raufer sind die, die ihren Rang am lebhaftesten verteidigen (Platzhähne). Sie kommen am ehesten zum Treten, wenn gegen Morgen die Hennen erscheinen, die sich dann gewöhnlich dem stärksten Hahn zuwenden, um sich treten zu lassen. Es gibt Kreuzungen zwischen Auer – und Birkwild welches dann Rackelwild genannt wird . Meistens tritt der Birkhahn eine Auerhenne. Ebenso wie beim Auerwild, kommt es auch beim Birkwild zu keiner ehelichen Bindung.

BRUT: Brutdauer der Henne sind 28 Tage. Das Nest wird auf dem Boden meist zwischen gut deckenden Zwergsträuchern angelegt. Die Hennen polstern eine Bodenmulde gut versteckt im Heidekraut aus. Der Hahn beteiligt sich nicht an der Brutpflege. Nur die Henne, welche durch ihr braungesprenkeltes, erdfarbenes Gefieder bestens getarnt ist, brütet 26-27 Tage die Eier aus. Wie bei den meisten Hühnervögeln kommen die Jungen in weit fortgeschrittenem Zustand zur Welt und beginnen umherzulaufen und nach Nahrung zu picken, sobald ihr Dunenkleid abgetrocknet ist: sie sind Nestflüchter. Allerdings  können sie ihre Körpertemperatur vorerst noch nicht selbständig aufrechterhalten, sondern sind insbesondere bei schlechtem Wetter und in der Nacht noch ca. 3 Wochen auf das „Hudern“ durch die Mutter angewiesen. Im Gegensatz zu ihren Eltern, sind die jungen Birkhühner während der ersten drei Wochen ihres Lebens keine Vegetarier, sondern ernähren sich fast ausschließlich von Insekten, besonders Rüsselkäfern, Ameisen, Spannerraupen, Blattwespen und Fliegen. Diese sehr eiweißreiche Kost lässt sie sehr rasch heranwachsen. Schon im Alter von zwei Monaten sind sie beinahe ausgewachsen. Über Winter bleibt der Familienverband beisammen. Die weiblichen Jungtiere pflanzen sich zumeist schon im folgenden Frühling erstmals fort. Die jungen Männchen sind dann zwar ebenfalls geschlechtsreif, doch können sie sich gewöhnlich erst im zweiten oder dritten Lebensjahr erstmals fortpflanzen. Zuerst muss es ihnen nämlich gelingen, sich auf einem Balzplatz zu behaupten.

Die Mauser (Federwechsel) ist im Oktober, nach der die jungen Hähne ausgeschildert haben und ein Prachtgefieder tragen.

Jagd: Eine verantwortungsbewusste Abschussplanung ist die wichtigste Grundlage für die richtige Bejagung der Raufußhühner. Als Trophäe wird entweder der ganze Hahn präpariert, oder das Spiel (Schwanz) mit dem weißen Unterstoß wird als Hut- oder Wandschmuck verwendet.

In Südtirol darf der Birkhahn vom 15. Oktober bis 15. Dezember bejagd werden und unterliegt einer Abschussplanung des jeweiligen Reviers. Die Henne hingegen ist ganzjährig geschützt.

Ist eine Entnahme von  Spielhahnen für den Bestand und für die Entwicklung der Birkhühner verträglich?

Unter den – im Anhang I der Richtlinie 79/409/EG des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 2. April 1979 aufgelisteten – Rauhfußhühner scheint auch das Birkwild (Tetrao tetrix tetrix) auf; von diesem ist gemäß den Bestimmungen von Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe f) und Artikel 27 Absatz 1 des LG Nr. 14/87 im Zeitraum vom 15. Oktober bis zum 15. Dezember nur der Hahn jagdbar, wobei alljährlich ein Abschussplan zu erstellen ist, Die jagdliche Nutzung dieser Vogelart unterliegt somit der Beurteilung über die Verträglichkeit der Entnahme, welch erstere mit der – durch das LG Nr. 10 vom 12. Oktober 2007 vorgenommenen – Novellierung des Landesjagdgesetzes eingeführt worden ist. Da es sich um die Erstanwendung einer neuen Bestimmung handelt, stehen natürlich nicht alle zweckdienlichen Daten für eine genaue Beschreibung der jetzigen Situation zur Verfügung; teilweise muss deshalb auf Schätzungen aufgrund verschiedener Weiser zurückgegriffen werden. Unabdingbar erachtet man jedenfalls eine Abgrenzung des Verbreitungsgebietes des Birkwildes, die Erhebung der bekannten Balzplätze sowie die Zählung der dort während der Frühjahrsbalz vorhandenen Stücke. Aufgrund dieser Überlegungen hat das Amt für Jagd und Fischerei in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Jagdverband (SJV) und mit Unterstützung der hauptberuflichen Jagdaufseher alle bekannten Balzplätze erhoben; dabei werden landesweit 1085 gezählt, hauptsächlich in den nördlichen Landesteilen d. h. in den Bergen nördlich der Vinschger und Pusterer Talfurche sowie in den Sarntaler Alpen. Ein gut zusammenhängendes Verbreitungsgebiet des Spielwildes ist weiters auch in den beiden Bergketten entlang des oberen und mittleren Ultentales festgestellt worden. In den oben beschriebenen Landesteilen sind natürlich während der Bestandserhebung zwischen dem 20. April und Anfang Juni auch die mesiten Birkhähne und –hennen gezählt worden, im Detail 2047 der landesweit insgesamt 2557 bestätigten Hähne. Für die Reviere im obigen Gebiet – im Bericht „Stand des Birkwildes im August 2008 und Reproduktinsbereichnung nach Reimoser“ wird dieses in die Bewirtschaftungseinheiten Rhätische und Ötztaler Alpen, Texelgruppe, Stubaier- Zillertaler- und Sarntaler Alpen sowie Drei Seen Gebiet/Maddalene unterteilt – kann somit die Entnahme eines Kontingentes von Spielhahnen als veträglich beurteilt werden. Weiters ist man der Ansicht, dass die Reproduktionsberechnung nach Reimoser – diese wird in dem oben genannten technischen Bericht verdeutlicht, welchen das Amt für Jagd und Fischerei gemeinsam mit dem SJV erstellt hat – als Grundlage für die Planung der Abschüsse dienen kann, welche für die einzelnen Bewirtschaftungseinheiten zu genehmigen und dann auf die, in denselben gelegenen Reviere aufzuteilen sind.
Im Wesentlichen mit der Situation im Alpenhauptkamm vergleichbar ist jene in den Pustertaler Dolomiten; diese werden in dem oben genannten technischen Bericht in einen östlichen und zentralen Abschnitt unterteilt. Auch in ihnen konnte nämlich bei der Frühjahrserhebung 2008 auf den Balzplätzen ein guter Hahnenbestand (insgesamt 444 Stück) gezählt werden. Somit kann auch für die Reviere in diesem südostlichen Landesteil eine Spielhahnentnahme nach den oben beschriebenen Kriterien als ökologisch vertretbar beurteilt werden. Anders hingegen ist die Verteilung des Spielwildes und somit auch sein Bestand im südlichen Südtirol, wo die meisten Balzplätze sich entlang der Landesgrenze befinden. Weiters sind dort insgesamt nur 66 Spielhähne gezählt worden; zudem geht aus dem vom Amt für Jagd und Fischerei und dem SJV gemeinsam erarbeiteten technischen Bericht hervor, dass wir in den südlichen Dolomiten mit einem Durchschnitt von 1,8 Hähnen pro Balzplatz die landesweite niedrigste Dichte haben. Deshalb ist man der Ansicht, dass in diesem Gebiet höchstens die Entnahme eines Spielhahnes pro Revier und auch nur dann zuträglich ist, wenn bei der Frühjahrszählung mindestens fünf Stück bestätigt worden sind.

Bericht: Amtsdirektor Dr. Erhard (Amt für Jagd und Fischerei)

Stimme Birkhahn

 

Schneehühner

Das Alpenschneehuhn

Alpenschneehühner: Der Unterschied zwischen Hahn und Henne, rechts die Henne und links der Hahn

Alpenschneehuhn im Winterkleid

Der äussere Unterschied zwischen Hahn und Henne ist sehr gering. Sie unterscheiden sich durch die schwarze Augenbinde des Hahns, die bei der Henne fehlt.
Die Zehen sind bei beiden Geschlechtern bis an die Krallen dicht befiedert (siehe Bild links). Dieser Schneeschuheffekt (vgl. Schneehase) wird bei den anderen Rauhfusshühnerarten durch die Balzstifte an den Zehen erreicht. Der Hahn hat einen schwarzen Zügelstreif auch im Sommergefieder. Die Balzrosen bilden sich nach der Balz zurück und sind nicht mehr sichtbar. Die Henne hat keine Balzrosen, allerdings ist bei grosser Erregung ein winziger roter Strich über dem Augenlied normalerweise aber nicht sichtbar ist.
Das Alpenschneehuhn ist ein im Raum Südtirol sehr häufig vorkommendes Rauhfußhuhn. Es besiedelt vor allem alpines Gebiet im Zwergstrauchgürtel zwischen der Wald- und Schneegrenze (von 1900 bis 2900 m). Es bevorzugt ein mehr oder weniger offenes Gelände, in welchem die Vegetation in der Regel nicht höher als 30 cm hoch wächst. Schneehühner wechseln dreimal im Jahr ihr Gefieder. Nur die Schwanzfedern bleiben ganzjährig schwarz, die Arm- und Handschwingen weiss. Die Konturfedern, vor allem im Rücken-, Hals-, Kopf- und Brustbereich, werden im Frühjahr grünlich-braun, Ende Sommer graubraun und Ende Herbst weiss gemausert. Damit ergibt sich eine jahreszeitlich angepasste Tarnfärbung, die der Vegetation oder dem schneereichen Untergrund entspricht.

BALZGESANG und Stimme des Alpenschneehuhn: Im Laufe des März nimmt die Intensität und Dauer des Gesanges zu und erreicht gegen Ende April, Anfang Mai ihren Höhepunkt. Schneehühner leben monogam und territorial. Die Hähne besetzen vor Beginn der Balzzeit Territorien. Diese grenzen meist unmittelbar aneinander und werden hartnäckig verteidigt. Hennen wandern von Territorium zu Territorium und bleiben bei demjenigen Hahn,

 

Schneehuhn im Sommerkleid

Schneehuhn im Sommerkleid der ihnen anscheinend am meisten zusagt. Mit Ende der Paarungszeit werden die Territorien nicht mehr besetzt. Die Hähne wandern mit zurückweichender Schneedecke im Sommer in höhere Lagen. Die Hennen brüten alleine zwischen Heidelbeer- oder Alpenrosenbüschen und folgen im Laufe des Sommers mit den Küken den Hähnen nach und bilden mit diesen im Herbst grössere Schwärme, die ohne weiteres 20 bis 30 Stück, in seltenen Fällen auch mehr zählen können. Mit Einbruch des Winters ziehen sie wieder in die Gebiete der Frühjahrsterritorien. Ganzjährig ist bei Tagesanbruch der knarrende Gesang der Hähne zu hören. Ähnlich territorial wie das Schneehuhn verhält sich das waldbewohnende Haselhuhn. Im Gegensatz dazu sind Auerhuhn und Birkhuhn nicht ausgesprochen territorial. Das heisst, dass die Auer- und Birkhähne nur auf der Arena des Balzplatzes, vergleichbar mit einer in Stücke zerlegten Torte, ein Stücklein Balzplatz für sich beanspruchen und verteidigen, ausserhalb dieses Ortes aber keine Gebietsansprüche haben. Als rein alpiner und hochalpiner Gebirgsbewohner ist diese Rauhfusshühnerart am wenigsten gefährdet. Nasse und kalte Witterung während der Brut- und Aufzuchtzeit oder frühsommerliche Wintereinbrüche sind ausserhalb des Hochwinters die härtesten Widersacher von Schneehuhnbeständen.

 

Paarungszeit: April/Mai

Brutdauer: 3,5 Wochen

Gelege: 5 – 9 Eier

Vorkommen: Alpin/Hochalpin

Verhalten: Saisonal territorial

Schneehühner Brut

Sobald die alpine Vegetation wieder grünt, steht den Schneehühnern ein üppiges Nahrungsangebot zur Verfügung. Küken fressen in den ersten Tagen und Wochen vor allem Insekten und Larven (hoher Vitamin- und Eiweissgehalt). Schneehühner sind Pflanzenfresser. Auch bei dieser Vogelart ist der winterliche Engpass das Nadelöhr, an dem sich Leben oder Sterben entscheidet. Die Winternahrung umfasst: Heidelbeere (Triebe sind immergrün und energiereich,Blätter fallen im Herbst ab);Preiselbeere (Blätter, immergrün); Alpenrosen (Knospen und Blätter); Verschiedene Gebirgsweiden (Knospen / Kätzchen von Schweizerweide, Zwergweide, …);
Verschiedene andere Zwergsträucher und Kräuter, Moose und Flechten. Eine besondere Eigenheit der Schneehühner sind die beiden bis zu 25 cm langen Blinddärme. In ihnen lebt eine spezielle Art von Bakterien, die in der Lage sind, den Holzstoff Lignin zu verdauen, der für alle Pflanzenfresser und auch für den Menschen unverdaubar ist. Auf diese Weise wird in der holzreichen Zwergstrauchnahrung auch das letzte Quäntchen Energie verwertet und dem Organismus zugeführt. Wer im Winter wenig Nahrung (Energie) zur Verfügung hat, kann nur überleben, wenn er möglichst wenig davon verbraucht. Um möglichst viel Energie sparen zu können und Raubtieren zu entgehen, graben sich Schneehühner ähnlich wie Birkhühner während der Nachtzeit und während der Mittagszeit in Schneehöhlen ein. Morgens bei Tagesanbruch verlassen sie diese Höhlen, um den Kropf mit Nahrung zu füllen. Anschliessend graben sie sich mit den Füssen voran im pulverigen Schnee ein, und versinken bis ca. ½ Meter tief im Schnee. Dort graben sie einen ungefähr halbmeterlangen Tunnel, den  sie hinter sich verschliessen. In diesem „Iglu“ verdauen sie die aufgenommene Nahrung und hinterlassen ein Häufchen Kot. Dasselbe wiederholt sich am Nachmittag. Flüge werden wann immer möglich vermieden, weil dadurch viel Energie vergeudet wird. Messungen haben gezeigt, dass auch bei extrem tiefen Minusgraden (Nordostsibirien mit -40 bis – 50°C Aussentemperatur und starken Winden) in der Schneehöhle die Temperatur nicht unter -1 bis -4°C absinkt. Auch bei völlig gefrorener und mit einer Eisschicht überzogenen Pflanzennahrung können die Birkhühner und Schneehühner ihre Energiebilanz auf diese Weise aufrecht erhalten. Genügend unberührter Pulverschnee und Vermeidung jeglicher Stö­rung ist allerdings Voraussetzung hierzu (Variantenskifahren in Schnee- und Birkhuhngebieten).

Bericht von Herrn Michel Fasel – Wildbiologe – FL-9490 Vaduz

Jagdzeiten: Das Schneehuhn darf in Südtirol vom 01. Oktober bis 15. Dezember bejagd werden. Der Abschuss unterliegt einer Abschussplanung des betreffenden Reviers