Mäusebussard

Mäusebussarde sind in Bezug auf ihren Lebensraum vergleichsweise anspruchslos. Von daher können sie fast überall in Bayern beobachtet werden – vom Flachland bis ins Gebirge. Häufig lauern die Greifvögel entlang vielbefahrener Straßen darauf, dass andere Tiere dem Verkehr zum Opfer fallen und so zur leichten Beute werden. Viel lieber als überfahrenes Wild erbeuten sie aber Mäuse. Diese Vorliebe machen sich viele Landwirte oder Waldbesitzer zu Nutze und stellen auf baumfreien Flächen Stangen auf, um dem Ansitzjäger das Beutemachen zu erleichtern.

Erscheinungsbild: Die Farbe des Gefieders variiert stark von nahezu weiß bis dunkelbraun. Beim Altvogel ist auf der Brust jedoch meist ein helles Band zu erkennen. Der relativ kurze Schwanz (“Stoß”) ist gerundet und im Gegensatz zu den anderen Bussardarten eng grau gebändert. Der Jungvogel hat noch keine ausgeprägte dunkle Endbinde an den Schwanzfedern.
Die Beine des Mäusebussards (“Ständer”) und der Schnabelansatz sind gelb. Da er auf kleine Beutetiere spezialisiert ist, hat er nur kurze Zehen und relativ schwache Krallen.

Lebensraum: Zum Nahrungserwerb bevorzugt der Bussard offene Landschaften und Waldrandbereiche. Auch in Straßennähe ist er häufig zu beobachten. Im Wald jagt der Bussard auf Lichtungen. Sein Nest (“Horst”) baut er in Bäumen, meist nahe am Waldrand. In seinem Revier, das vom jeweiligen Brutpaar aggressiv gegen Artgenossen verteidigt wird, befinden sich meist noch ein oder zwei Ausweichhorste. Infolge der Reviertreue bleiben Männchen (“Terzel”) und Weibchen oft lebenslang zusammen.
Der Bussard hat wie alle Greifvögel ein hervorragendes Auge und kann aus der Ferne Beute erkennen. Bei der Jagd sitzt er gerne auf einzeln stehenden Bäumen oder Pfählen, von wo aus er seine Beute am Boden anfliegt. Bei Aufwind kann man den Bussard auch kreisen sehen. Im Gegensatz zum Wespenbussard oder zu den Milanen sind dabei seine Flügel immer leicht V-förmig angehoben.

Ernährung: Der Mäusebussard wird seinem Namen gerecht. Mäuse stehen auf seiner Speisekarte ganz oben. Je nach Wühlmausdichte können seine Bestände deshalb regional sehr stark schwanken. Er frisst aber auch andere Kleinsäuger sowie Amphibien, Reptilien und größere Insektenlarven. Vögel und größere Säugetiere spielen keine Rolle außer kranke Tiere oder Aas. Der Bussard ist also keine Gefahr für vitale Niederwildbestände. Feste unverdauliche Nahrungsreste wie Haare oder größere Knochen werden als sogenanntes Gewölle wieder ausgewürgt.

Brut: Die Paarbildungszeit erstreckt sich von Ende Februar bis Ende März. Danach brütet das Weibchen zwei bis vier Eier aus, während der Terzel Beute zum Horst bringt. Nach fünf Wochen (also ca. Anfang Mai) schlüpfen die Jungen in einem weißen Dunenkleid. Nach weiteren sechs bis sieben Wochen ist das endgültige Gefieder herangewachsen und die Jungen fliegen aus. In der daran anschließenden Bettelflugperiode werden sie noch 8 bis 12 Wochen von den Eltern gefüttert, ehe sie vollkommen selbständig sind. Im August lösen sich die Familienverbände auf. In Mitteleuropa verbleiben die beiden Altvögel meist ganzjährig im Revier, während die Jungvögel im Herbst überwiegend nach Frankreich abziehen. Nordische Vögel sind überwiegend Zugvögel. Da ein großer Teil dieser Populationen ebenfalls bei uns überwintert, kann aus den Winterbeständen nicht auf die Brutpaarzahlen im nächsten Frühjahr geschlossen werden.

Stimme Mäusebussard:

Sperber

Der Sperber ist ein Greifvogel und gehört zur Familie der Habichtartigen. Die Weibchen sind fast doppelt so groß und schwer wie die Männchen. In der Jägersprache werden die Männchen Sprinz genannt. Sperber sind eng an den Wald gebunden, brüten heute in vielen Teilen Europas aber auch in städtischen Grünanlagen. 

Sperber

Der Sperber stellt die verkleinerte Form des Habichts dar. Habicht und Sperber sind nahe Verwandte und einander sehr ähnliche Arten. Im Aussehen und im Verhalten ist er diesem ähnlich, der Habicht ist allerdings größer und massiver gebaut als der zierliche Sperber, nur eben viel kleiner, etwa taubengroß. Es gehört sehr viel Erfahrung dazu, beide Arten im Flug auseinander zu halten. Zwar sieht man ihn auch hoch am Himmel kreisen oder weitere Strecken in größerer Höhe durchfliegen, im allgemeinen ist er jedoch ein heimlicher Vogel, ein Buschräuber der seiner Hauptbeute, Vögel bis zur Größe einer Taube, auch in dichtes Gestrüpp folgt. Im Flug erkennt man den Sperber an den breiten Flügeln und dem relativ langen Schwanz. Das Sperberweibchen ist erheblich größer als das Männchen, so dass ein großes Sperberweibchen schon fast die Größe eines kleinen Habichtmännchen erreichen kann. Es ist mit 37 cm Körperlänge und mit etwa 300 Gramm Gewicht auch viel schwerer als das Männchen, das nur etwa die Hälfte wiegt und 32 cm groß wird. Habicht und Sperber sind auch einem Bussard ähnlich.

Sperbermännchen sind auf der oberen Seite dunkelgrau mit rostroten Wangen und unterseits rostrote  Querbänderung. Im Nacken haben Sperbermännchen einen weißen Fleck, der Schwanz ist dunkel grau gebändert. Das Weibchen ist auf der oberen Seite schwarzbraun mit weißer augenstreif und mit der unteren Seite dunkelbraun quergebändert. Die langen Beine (Stender) bei beiden Geschlechtern sind gelb.

Beide Geschlechter haben einen kurzen gekrümmten Schnabel, der zum zerreißen der Beute dient. Der Sperber fliegt rasch, abwechselnd gleitend und rüttelnd rudernd. 

Nahrung, Lebensraum: Erbeutet werden vom Sperber immer die Vögel die es im Lebensraum des Greifs am zahlreichsten gibt: Spatzen, Meisen, Finken, Tauben, Elstern und Hasen. Die Sperber haben einen Tages-Nahrungsbedarf von etwa 2-5 Kleinvögeln. Diese werden im deckungsreichen Gelände vom Ansitz aus gejagt oder aber auch im Überraschungsangriff an Erfolgsversprechenden Aufenthaltsorten von Kleinvögeln erbeutet. Das größere Weibchen vermag auch größere Tiere zu schlagen unter anderem ist er wohl auch auf die Haushühner spezialisiert und dadurch auf dem Hof unerwünscht. Die tollkühnen Jagdflüge des Sperbers enden nicht selten auch an Fensterscheiben, Drähten oder Gitter.

Fortpfanzung und Verhalten: Der Sperber bevorzugt als Nistplatz hohe Bäume, gelegentlich aber auch in Büschen und Sträucher anzutreffen. Sein Nest baut der Sperber am liebsten in Fichtendickichten, auch Kiefern- oder Lärchenstangenhölzer werden als Neststandort genutzt.  Das Nest wird in einer durchschnittlichen Höhe von 7 m direkt am Stamm gebaut. Nur das Weibchen bebrütet das Gelege aus meistens fünf gefleckten Eiern, die in der Regel Anfang Mai/Juni bebrütet werden. Die Jungen schlüpfen nach 5 Wochen und bleiben 25-30 Tage im Nest. Das Männchen hilft bei der Jungenaufzucht und Nahrungssuche.  Die Sperberweibchen jagen hauptsächlich während der Aufzucht der hungrigen Jungen und haben durch die Größe einen enormen Vorteil, denn dadurch steht ein viel größeres Angebot an größeren Beutetieren zur Verfügung. Weibchen mausert sich vor der Brut (deshalb finden sich unter dem Horst meistens zahlreiche Federn. 

Verbreitung: In fast ganz Europa, Westasien, Nordafrika, die Kanarischen Inseln. Einige Gebiete Asiens beherbergen nahe verwandte Formen des Sperbers. Nicht alle in Europa lebenden Sperber sind Zugvögel. Trotz weiter Verbreitung insgesamt Bestandsrückgang, bei uns in Südtirol wieder zunehmend verbreitet und zählt zu der geschützten Art

Stimme: Hören sie den Ruf des Sperbers

 

 

 

Habicht

Der Herrscher unter den tagaktiven Vögeln ist in unserer Gegend ohne Zweifel der Habicht. Wenn der Bauer oder die Bäuerin behaupten der “Geier” habe ihnen ein Huhn geholt, dann handelt es sich entweder um einen auf Abwege geratenen Bussard oder um einen auf Haushühner spezialisierten Habicht. In der Tat sind der Habicht und der ihm nächst verwandte, etwas kleinere Sperber unter unseren Raubvögeln die ärgsten und relativ häufigsten Räuber. Besonders aus größerer Entfernung kann man den Habicht mit dem Sperber verwechseln. Das  Erscheinen ruft unter der Vogelwelt immer Aufregung hervor. Besonders das Habichtsweib, deutlich größer und etwa 1/3 schwerer als das Männchen (Terzel), vermag auch größere Beute zu schlagen. Heute wissen wir,  wie wichtig eine natürliche Regulierung und Auslese für die Gesunderhaltung von Tierarten ist. So spielt der Habicht eine wichtige Rolle in unserer natürlichen Lebensgemeinschaft.
Heute ist der Habicht in Europa nicht mehr direkt gefährdet. Es ist sogar zu beobachten, dass er gerade in der Nähe des Menschen wieder zunehmend jagt und brütet.
Der Habicht kann im Flug überaus schnell beschleunigen und ist zu den schärfsten Wendungen fähig. Er stürzt entweder plötzlich aus einer versteckten Warte hervor oder biegt überraschend um eine Ecke und schlägt seine Beute am Boden wie in der Luft.   Auch wo der Habicht häufig vorkommt, sieht man ihn kaum, am ehesten noch im Frühjahr, wenn er hoch über dem Brutgebiet seine Flugkünste vorführt.

AUSSEHEN: Ein Habicht-Weibchen ist ungefähr so groß wie ein Bussard (60 cm), das Männchen ist deutlich kleiner (50 cm). Männchen und Weibchen sind etwas unterschiedlich gefärbt, die Oberseite des Männchens ist graubraun, beim Weibchen schiefergrau. Größe Weibchen: 58-64 cm, Spannweite: 108-127 cm
Größe Männchen 50-56 cm, Spannweite: 96-105 cm
Die gesamte Unterseite ist eng dunkelbraun quergestreift. Der lange, abgerundete Schwanz zeigt 4 dunkle Querbinden. Oberseits dunkel graubraun bis schiefergrau; auch an den Balken. Über dem hellroten Auge ein breiter, weißer Augenstreif. Junghabichte sehen ganz anders aus: Sie sind mittelbraun gefärbt und haben unterseits auf beigen Grund sattbraune Längsstreifen. Ihr Auge ist gelb.  Beide haben breite, runde Flügel; der Habicht dazu im Flugbild einen auffallend schmal wirkenden Schwanz.
Habichte haben einen krummen, scharfen Hakenschnabel. Damit zerreißen sie ihre Beute. Mit kräftigen Zehen mit spitzen Krallen greifen sie ihre Beute und halten sie fest. Der Habicht besitzt einen Kropf (Vor-Magen) in dem er Nahrung speichern kann, das heißt er kann wie andere Greifvögel auf Vorrat fressen. Er vermeidet nach Möglichkeit, unverdauliche Teile von seiner Beute zu fressen. Er rupft die Beute sorgfältig und reißt das Fleisch in kleinen Brocken aus der Beute. Unverdauliche Beuteteile (wie Fell, Haare, Federn) werden in Form von rundlichen Speiballen wieder ausgewürgt (man nennt sie auch “Gewölle”).

Nahrung: Durch die unterschiedliche Größe jagen Weibchen und Männchen auch unterschiedliche Beutetiere. Das Männchen bevorzugt Vögel von der Größe einer Meise bis zur Größe eines Huhnes und erbeutet besonders häufig Amseln, Stare, Tauben, Eichelhäher, Elstern und Krähen. Das Weibchen schlägt keine Kleinvögel und im Durchschnitt größere Vögel, daneben erbeutet es viel mehr Kaninchen und Hasen als das Männchen. Besonders gern jagen sowohl Männchen als auch Weibchen aber Tauben, die sie im plötzlichen Überraschungsangriff überrumpeln. Habichte jagen bodennah, dabei nutzen die Habichte die vorhandene Deckung wie Hecken, Gräben und Häuser zum ´Anpirschen´ aus. Wo Fasanen ausgesetzt wurden, fallen sie dem Habicht leicht zum Opfer, in naturnahen Lebensgemeinschaften schlägt er dagegen eher Eichelhäher  die sich überall stark vermehren, wo der Habicht fehlt. Außerdem betreiben Habichte auch Ansitzjagd, das heißt, sie sitzen auf einem Ast am Waldrand, warten auf Beute und starten dann ihre überraschenden Attacken. Die sehr kräftige Flugmuskulatur und die kurzen Flügel machen den Habicht zu einem schnellen Starter, ähnlich wie manche Wildhühner. Der lange Schwanz erlaubt ihm aber auch rascheste Wendungen. So ausgerüstet, ist der Habicht ein Jäger vom Typ des Wartens, der plötzlich von einer versteckten Warte aus angreift und die Beute überrumpelt. Er ist aber auch zu minutenlanger Lufthatz fähig und beendet sie in der Regel als Sieger.

Junger Habicht

Fortpflanzung: Habichte bauen ihre Neste auf hoch im Kronenbereich von Bäumen und Felsen, sie bevorzugen Wälder und Waldränder als Lebensraum, wo sie bequemen Anflug haben. Jedes Habichtpaar hat mehrere Nester. Eines, meist auf einem hohen Baum am Waldrand oder auf einer Lichtung, in dem das Weibchen allein brütet. Das Nest wird von Männchen und Weibchen gemeinsam gebaut. Meist wird der vorjährige Horst bezogen und aufgestockt Habichte können noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres brüten. Die Balz beginnt im Januar/Februar und erreicht im März ihren Höhepunkt. Das standorttreue Habichtpaar zeigt sich im Vorfrühling beim Balzflug über dem Wald, in dem der Horst liegt. Zu Beginn der Brutzeit steigen die Paare hoch in die Luft.  Sie zeigen dabei rasante Sturzflüge und steigen mit angelegten Flügeln fast senkrecht wieder nach oben.

Die Brutzeit beginnt im April es legt im März oder April 2-6 Eier, die es 35-40 Tage bebrütet. Vom 2. Ei ab brütet das Weibchen 38 Tage lang. Meist liegen 4 Eier im Horst, doch im Durchschnitt werden nur zwei Junge flügge. Dabei wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Zeit der Brut nutzt das Weibchen auch zur Mauser, so dass zu dieser Zeit der Flügel große Lücken aufweist. Nach dem Schlüpfen bleibt das Weibchen noch etwa 10 Tage auf den Jungen sitzen, weitere 10 Tage verbringt es wachend in Horstnähe und wärmt die Jungen über Nacht; von da an sind sie im Horst allein und bekommen lediglich mehrmals am Tag ein Beutetier auf den Horstrand gelegt. Erst wenn die Jungen drei bis vier Wochen alt sind, jagt auch das Weibchen wieder Vor allem bei lang anhaltendem Regen vermögen die Eltern nicht genug Nahrung herbeizuschaffen, weil sie mit durchnässtem Gefieder ihre überlegene Flugkunst nicht einsetzen können. . Im Alter von 50 Tagen sind die Jungen voll flugfähig. Die Jungen tragen noch im nächsten Sommer wie die Jungsperber das braune Jugendkleid mit getropfter Brust, sind aber schon in der Lage, selber zu brüten. Außerhalb der Brutzeit ist der Habicht Einzelgänger, er verträgt sich nicht mit seinen Artgenossen.

Wespenbussard

Der Wespenbussard

Der Wespenbussard gehört sicherlich zu den unbekanntesten Greifvögeln unserer Heimat. Dem vogelkundlichen Laien fällt dieser ebenso seltsame wie seltene Greif kaum auf, denn der Wespenbussard ähnelt dem häufigen Mäusebussard mit dem er sonderlich nah verwandt ist, so sehr, dass Verwechslungen immer wieder vorkommen.

Merkmale: Im Fluge wirkt der Wespenbussard insgesamt etwas schlanker, als der Mäusebussard, mit längeren und schmaleren Flügeln, die auf der Unterseite in der Regel ein charakteristisches Längsstreifenmuster zeigen. Wespenbussarde unterscheiden sich durch ihren längeren Schwanz mit 2 dunklen Binden auf der Unterseite. Weiteres die längeren Flügel mit ihren parallelen Kanten und dem schlankeren, länger nach vorne herausragenden Kopf von Mäusebussarden. Oftmals bieten auch die Flügelunterseiten mit ihren dunklen Flecken im Bereich der Handwurzel sowie dem dunklen Band am hinteren Flügelrand ein Unterscheidungsmerkmal. Die Färbung und auch die Gefiederzeichnung sind bei Wespenbussarden allerdings ebenso variabel wie bei Mäusebussarden und bieten daher schlechte Erkennungszeichen.
Ernährung: Der Wespenbussard ist als Nahrungsspezialist ein ausgesprochener Zugvogel. Die 51-58 cm langen und 0,4-1,05 kg schweren Wespenbussarde tragen ihren Namen völlig zu Recht, denn sie ernähren sich vorzugsweise von Wespen, deren Larven und Waben. Auch Hummeln und Bienen sowie vielerlei andere Insekten, Spinnen und andere Gliedertiere nehmen Wespenbussarde häufig zu sich. Sie sind auch in ihrem Körperbau an diese Nahrung angepaßt, sein Fuß ist als Scharrfuß ausgebildet, seine Nasenöffnungen sind nur kleine Schlitze und das Gesicht ist mit kleinen schuppenförmigen Federchen gegen die Stiche der wehrhaften Insekten gut geschätzt. Er erbeutet dabei weniger die erwachsenen Insekten als vielmehr deren Larven und Puppen, die er mit seinem schlanken Schnabel geschickt aus den Waben zieht. Daneben fängt der Wespenbussard auch andere größere Insekten, Amphibien, Reptilien, kleine Vögel und ausnahmsweise auch Kleinsäuger.
Brut: Viele Wespenbussarde kehren wahrscheinlich bereits fest verpaart ins Brutrevier zurück und beginnen schnell mit dem Bau eines neuen Horstes. Nur selten bessern Wespenbussarde bereits vorhandene Nistanlagen aus. Beide Partner teilen sich die Arbeit; meist befinden sich die neuen Horste in hohen Bäumen an Waldrändern. Die Brutreviere des Wespenbussards liegen vor allem in alten naturnahen Laubwäldern, in denen er seinen Horst in charakteristischer Weise auf kräftigen Seitenzweigen anlegt. Dabei unterscheidet die starke Begrünung mit voll belaubten Zweigen die Horstanlage von denen anderer Arten mit ähnlich großen Horsten. Dank dieser Tarnung und wegen seiner recht heimlichen Lebensweise wird der Wespenbussard aber oft übersehen. Sein Bruterfolg hängt in besonderem Maße von der Entwicklung seiner Hauptbeute ab und damit vom Wetter. Der Wespenbussard brütet 2 Eier sehr selten auch 3 Eiern (4,9 x 4,1 cm) und wird von beiden Partnern, oft überwiegend nur vom weiblichen Wespenbussard, 30-37 Tage lang bebrütet (Legeabstand 3-5 Tage, Brutbeginn ab 1. Ei). von denen kommt des in kalten, nassen Sommern kaum zu erfolgreichen Bruten. Die Jungen tragen zuerst ein weiches Kleid aus langen, bräunlichen (Oberseite) und kürzeren, weißen Dunen (Unterseite). Das 2. Dunenkleid ist dichter, kürzer und vollständig weiß. Anfänglich atzen (füttern) und hudern (wärmen) beide Altvögel ihren Nachwuchs. Wespen- und Hummellarven bilden in der 1. Woche den Hauptanteil der herbeigetragenen Nahrung. Später bringen Wespenbussarde ihren Jungen auch kleine Wirbeltiere zum Horst. Anders als alle anderen Greifvögel Europas spritzen junge Wespenbussarde ihren Kot nicht weit über den Horstrand hinaus, sondern setzen ihn auf dem Nestrand ab, so daß unterhalb des Brutbaums auf dem Erdboden nur selten auffällige weiße Flecken zu sehen sind.
Flügge werden Wespenbussarde etwa mit 44 Tagen. Die ältesten bekannten Ringvögel wurden 23 bzw. 28 Jahre alt.

Zugvogel: Nach nur drei Monaten Aufenthalt im Brutrevier – einer für Greifvögel extrem kurzen Zeitspanne – ziehen diese Vögel bereits ab Ende August in ihre südlichen Winterquartiere. Da dabei oft mehrere Dutzend Tiere gemeinsam fliegen, ist der Zug der Wespenbussarde stets ein eindrucksvolles Schauspiel.

Erst gegen April-Anfang Juni, wenn die Wespen in den Brutgebieten der Wespenbussarde bereits zahlreiche Nachkommenschaft in großen Nestern hochziehen, kehren diese Greifvögel zu ihren angestammten Nistbezirken zurück.

Habicht

HABICHT

Der Herrscher unter den tagaktiven Vögeln ist in unserer Gegend ohne Zweifel der Habicht. Wenn der Bauer oder die Bäuerin behaupten der “Geier” habe ihnen ein Huhn geholt, dann handelt es sich entweder um einen auf Abwege geratenen Bussard oder um einen auf Haushühner spezialisierten Habicht. In der Tat sind der Habicht und der ihm nächst verwandte, etwas kleinere Sperber unter unseren Raubvögeln die ärgsten und relativ häufigsten Räuber. Besonders aus größerer Entfernung kann man den Habicht mit dem Sperber verwechseln. Das Erscheinen ruft unter der Vogelwelt immer Aufregung hervor. Besonders das Habichtsweib, deutlich größer und etwa 1/3 schwerer als das Männchen (Terzel), vermag auch größere Beute zu schlagen. Heute wissen wir, wie wichtig eine natürliche Regulierung und Auslese für die Gesunderhaltung von Tierarten ist. So spielt der Habicht eine wichtige Rolle in unserer natürlichen Lebensgemeinschaft.
Heute ist der Habicht in Europa nicht mehr direkt gefährdet. Es ist sogar zu beobachten, dass er gerade in der Nähe des Menschen wieder zunehmend jagt und brütet.
Der Habicht kann im Flug überaus schnell beschleunigen und ist zu den schärfsten Wendungen fähig. Er stürzt entweder plötzlich aus einer versteckten Warte hervor oder biegt überraschend um eine Ecke und schlägt seine Beute am Boden wie in der Luft. Auch wo der Habicht häufig vorkommt, sieht man ihn kaum, am ehesten noch im Frühjahr, wenn er hoch über dem Brutgebiet seine Flugkünste vorführt.

AUSSEHEN: Ein Habicht-Weibchen ist ungefähr so groß wie ein Bussard (60 cm), das Männchen ist deutlich kleiner (50 cm). Männchen und Weibchen sind etwas unterschiedlich gefärbt, die Oberseite des Männchens ist graubraun, beim Weibchen schiefergrau. Größe Weibchen: 58-64 cm, Spannweite: 108-127 cm
Größe Männchen 50-56 cm, Spannweite: 96-105 cm
Die gesamte Unterseite ist eng dunkelbraun quergestreift. Der lange, abgerundete Schwanz zeigt 4 dunkle Querbinden. Oberseits dunkel graubraun bis schiefergrau; auch an den Balken. Über dem hellroten Auge ein breiter, weißer Augenstreif. Junghabichte sehen ganz anders aus: Sie sind mittelbraun gefärbt und haben unterseits auf beigen Grund sattbraune Längsstreifen. Ihr Auge ist gelb. Beide haben breite, runde Flügel; der Habicht dazu im Flugbild einen auffallend schmal wirkenden Schwanz.
Habichte haben einen krummen, scharfen Hakenschnabel. Damit zerreißen sie ihre Beute. Mit kräftigen Zehen mit spitzen Krallen greifen sie ihre Beute und halten sie fest. Der Habicht besitzt einen Kropf (Vor-Magen) in dem er Nahrung speichern kann, das heißt er kann wie andere Greifvögel auf Vorrat fressen. Er vermeidet nach Möglichkeit, unverdauliche Teile von seiner Beute zu fressen. Er rupft die Beute sorgfältig und reißt das Fleisch in kleinen Brocken aus der Beute. Unverdauliche Beuteteile (wie Fell, Haare, Federn) werden in Form von rundlichen Speiballen wieder ausgewürgt (man nennt sie auch “Gewölle”).

Nahrung: Durch die unterschiedliche Größe jagen Weibchen und Männchen auch unterschiedliche Beutetiere. Das Männchen bevorzugt Vögel von der Größe einer Meise bis zur Größe eines Huhnes und erbeutet besonders häufig Amseln, Stare, Tauben, Eichelhäher, Elstern und Krähen. Das Weibchen schlägt keine Kleinvögel und im Durchschnitt größere Vögel, daneben erbeutet es viel mehr Kaninchen und Hasen als das Männchen. Besonders gern jagen sowohl Männchen als auch Weibchen aber Tauben, die sie im plötzlichen Überraschungsangriff überrumpeln. Habichte jagen bodennah, dabei nutzen die Habichte die vorhandene Deckung wie Hecken, Gräben und Häuser zum ´Anpirschen´ aus. Wo Fasanen ausgesetzt wurden, fallen sie dem Habicht leicht zum Opfer, in naturnahen Lebensgemeinschaften schlägt er dagegen eher Eichelhäher die sich überall stark vermehren, wo der Habicht fehlt. Außerdem betreiben Habichte auch Ansitzjagd, das heißt, sie sitzen auf einem Ast am Waldrand, warten auf Beute und starten dann ihre überraschenden Attacken. Die sehr kräftige Flugmuskulatur und die kurzen Flügel machen den Habicht zu einem schnellen Starter, ähnlich wie manche Wildhühner. Der lange Schwanz erlaubt ihm aber auch rascheste Wendungen. So ausgerüstet, ist der Habicht ein Jäger vom Typ des Wartens, der plötzlich von einer versteckten Warte aus angreift und die Beute überrumpelt. Er ist aber auch zu minutenlanger Lufthatz fähig und beendet sie in der Regel als Sieger.

Fortpflanzung: Habichte bauen ihre Neste auf hoch im Kronenbereich von Bäumen und Felsen, sie bevorzugen Wälder und Waldränder als Lebensraum, wo sie bequemen Anflug haben. Jedes Habichtpaar hat mehrere Nester. Eines, meist auf einem hohen Baum am Waldrand oder auf einer Lichtung, in dem das Weibchen allein brütet. Das Nest wird von Männchen und Weibchen gemeinsam gebaut. Meist wird der vorjährige Horst bezogen und aufgestocktHabichte können noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres brüten. Die Balz beginnt im Januar/Februar und erreicht im März ihren Höhepunkt. Das standorttreue Habichtpaar zeigt sich im Vorfrühling beim Balzflug über dem Wald, in dem der Horst liegt. Zu Beginn der Brutzeit steigen die Paare hoch in die Luft. Sie zeigen dabei rasante Sturzflüge und steigen mit angelegten Flügeln fast senkrecht wieder nach oben.
Die Brutzeit beginnt im April es legt im März oder April 2-6 Eier, die es 35-40 Tage bebrütet. Vom 2. Ei ab brütet das Weibchen 38 Tage lang. Meist liegen 4 Eier im Horst, doch im Durchschnitt werden nur zwei Junge flügge. Dabei wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Zeit der Brut nutzt das Weibchen auch zur Mauser, so dass zu dieser Zeit der Flügel große Lücken aufweist. Nach dem Schlüpfen bleibt das Weibchen noch etwa 10 Tage auf den Jungen sitzen, weitere 10 Tage verbringt es wachend in Horstnähe und wärmt die Jungen über Nacht; von da an sind sie im Horst allein und bekommen lediglich mehrmals am Tag ein Beutetier auf den Horstrand gelegt. Erst wenn die Jungen drei bis vier Wochen alt sind, jagt auch das Weibchen wieder Vor allem bei lang anhaltendem Regen vermögen die Eltern nicht genug Nahrung herbeizuschaffen, weil sie mit durchnässtem Gefieder ihre überlegene Flugkunst nicht einsetzen können. . Im Alter von 50 Tagen sind die Jungen voll flugfähig. Die Jungen tragen noch im nächsten Sommer wie die Jungsperber das braune Jugendkleid mit getropfter Brust, sind aber schon in der Lage, selber zu brüten. Außerhalb der Brutzeit ist der Habicht Einzelgänger, er verträgt sich nicht mit seinen Artgenossen.

STIMME VOM HABICHT

ADLER – Steinadler

Aussehen: Gewiß zu den beeindruckendsten Tieren der Alpen zählt der Steinadler. Dieser majestätische Vogel kann der eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern erreichen. Ursprünglich war dieser Greifvogel in Europa bis in die Ebenen verbreitet. Durch menschliche Verfolgung wurde der Steinadler jedoch großflächig ausgerottet bzw. zum Rückzug in die entlegenen Gebiete der Gebirge gezwungen. Durch entsprechende Schutzmaßnahmen konnten sich die Steinadlerbestände in Südtirol bis heute soweit erholen, daß der Bestand als gesichert gelten kann, solange der gesetzlich vorgeschriebene Schutz anhält. Steinadler sind Einzelgänger. Nur selten kann man sie paarweise oder im Familienverband beobachten. Die Reviere, welche beansprucht werden, sind sehr groß und können bis zu 150 km² erreichen. Aus diesem Grund ist die Besiedlungsdichte in Südtirol vergleichsweise gering. Im Sommer jagt der Steinadler vorzugsweise oberhalb der Waldgrenze, im Winter jagt er auch in tiefer gelegenen Bereichen. Alle Adler sind im Flug von anderen Raubvögeln dadurch zu unterscheiden, daß sie den Kopf gerade vorstrecken, so daß man den Schnabel als abgesetzte Spitze sehen kann, und daß die Schwungfedern an den geraden, überall ziemlich gleich breiten Flügeln gespreizt und nach vorn gebogen sind.

Vorkommen: Einst auf der gemäßigten Halbkugel allenthalben verbreitet, heute z. B. in Europa sehr fragmentiert und nicht in allen Regionen und Ländern Brutvogel. Heute in West- und Mitteleuropa nur noch Gebirgsvogel. Ist in der Regel Standvogel und inzwischen auch in den Südtiroler Alpen sehr heimisch.

Nahrung: Er ist in der Lage Beutetiere bis zu 5 Kilo zu “tragen”. Seine Beutetiere sind: “Murmeltiere, Schneehasen, Birk- und Auerhühner, Gams- u. Rehkitze aber auch Fuchs, Marder und geschwächte Tiere”. Nicht unerheblich ist der Fallwildanteil an seiner Beute. Ein Steinadlerpaar das einen Jungadler aufzieht benötigt in einem Jahr etwa 270 kg Beute. Bezogen auf seine Reviergröße (35 -150 Quadratkilometer ( 1 Quadratkilometer = 100 ha )ist der Einfluss des Steinadlers auf seine Beutetiere gering. Das Murmeltier ist beispielsweise seine Sommernahrung in den Alpen. Nutzt niedrigen Suchflug und Ansitzjagd. Der Steinadler kann maximal 5 kg heben, so daß er größere Beute erst zerteilen muß oder er beläßt sie an Ort und Stelle und sucht sie über eine längere Zeit immer wieder auf.

Fortpflanzung: Der Steinadler wird erst im fünften oder sechsten Lebensjahr fortpflanzungsfähig und lebt von da an in DAUEREHE . Jedes Paar pflegt mehrere Horste (bis zu zwölf), die sie abwechselnd benützen. Man darf daher aus der Zahl der Horste nicht auf die Zahl der Adler schließen. Die Horste sind in der Regel unterhalb der Jagdgebiete angelegt, da es für die Vögel naturgemäß leichter ist, die schwere Beute ab- als aufzutransportieren. Die Horste werden im Gebirge an Felswänden in Regengeschützten Nischen, meist für den Menschen kaum zugängig, angelegt, in der Ebene, wo der Adler in Mitteleuropa schon lange nicht mehr brütet, in der Krone hoher, alter Bäume. So ein Horst, der aus groben Ästen und Reisern besteht, wird bei jeder Benützung weiter ausgebaut, so daß er im Laufe der Jahre zu einer ansehnlichen Burg von 2 m Durchmesser und mehr als 1 m Höhe werden kann. Schon im Februar, März belegt das Weibchen die warm ausgekleidete Nestmulde mit ein bis zwei Eiern.   Das Weibchen brütet je Ei 43-45 Tage; wird während der Nahrungsaufnahme vom Männchen abgelöst. Nestlingszeit 65-80 Tage. Da die Jungen in einem Abstand von mehreren Tagen ausschlüpfen, sind sie ungleich groß. Das schwächere kommt dann bei der Atzung gewöhnlich zu kurz und verhungert oder wird vom Geschwister getötet. Beide Eltern jagen Beute, das Weibchen füttert.

Die Führungszeit ist lang und dauert in den Alpen etwa bis Jahresende. Da jährlich nur eine Brut

stattfindet, ist die Vermehrung der Adler gering und es ist verständlich, daß bei der rücksichtslosen Verfolgung, die die Adler in Mitteleuropa bis zum ersten Weltkrieg erfuhren, sie dem Aussterben nahe waren. Der Steinadler erhält nachdem er sein weißes Daunenkleid abgelegt hat, ein fast einfärbig dunkelbraunes Jugendkleid. Im zweiten und dritten Lebensjahr sehen sie das endgültige Alterskleid, im dem der Oberkopf und Hals hell graugelblich ist und die Unterseite des sonst dunkelbraunen Körpers mit einzelnen unscharfen, gelbbraunen Flecken besetzt ist. Der Schwanz ist in der Jugend im Wurzelteil weiß, im Alter grau, die Endhälfte aber immer schwarz und am Ende leicht abgerundet. Der Steinadler hat, ausgewachsen, etwa 2 m Flügelspannweite und ist im Flug an den gefingerten Schwingen, seinen mittellangen, leicht gerundeten Stoß und den vorgebauten Kopf gut zu erkennen. Der Schnabel und die Krallen sind schwarz, die Füße (Ständer) gelb. Es hat lange gebraucht, bis die Ornithologen sich in den vielen Kleidern der verschiedenen Adlerarten zurechtgefunden haben. Die Weibchen sind, wie bei allen Raubvögeln, merklich größer als die Männchen, und wiegen rund 4,5 kg, während die Männchen 3,5 kg schwer sind.

Lebenserwartung: Steinadler werden bis zu 20 Jahre alt.

Jagdzeiten: Der Adler steht unter Naturschutz und darf nicht bejagd werden

STIMME DES STEINADLERS