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Kuckuck

Der Kuckuck (Cuculus canorus)

Der Kuckuck ist ein bekannter und sehr “volkstümlicher Vogel”. Es gibt wohl kaum mehr Lieder, Weißheiten, Sagen und Sprüche über einen anderen Vogel wie  vom Kuckuck. 

Merkmale: Kinder und Erwachsene freuen sich, sobald im Frühjahr, die ersten Gräser sprießen,   wieder den Kuckuck ruft (balzen) Kaum ein anderer Vogelruf ist so bekannt und eindeutig zuzuordnen, wie der des schmalen, falkenähnlicheren Vogels den Kuckuck. Er hat ein schiefergraues Gefieder, Oberseite einheitlich grau, Unterseite hell, schmal gebändert  Schwanz relativ lang, gefächert und gestuft mit hellen Flecken. Die Flügel sind kurz und spitz, werden beim Flug kaum über die Waagerechte gehoben,  Augen und Schnabel sind gelb, der  Schnabel ist leicht nach unten gebogen. Der Kuckuck wird ca. 33 cm lang

Verbreitung: Dennoch ist der Kuckuck bei uns nicht ernsthaft gefährdet. Allerdings wird der Vogel mit der weitklingenden Stimme auf der Vorwarnstufe der Roten Liste geführt. Und das liegt nicht an der Fortpflanzungsstrategie, sondern daran, daß sich die Landschaft massiv verändert. Der Kuckuck mag es nämlich abwechslungsreich.

 Lebensraum: Der Kuckuck liebt Gebiete mit vielen Bäumen, Laub- und Nadelwälder, große Gärten und Parks. Der Kuckuck bewohnt ganz Europa von den Niederungen bis über die obere Waldgrenze. Er benötigt vor allem vielfältige Landschaften mit naturnahen Lebensräumen und unzähligen Kleinstrukturen. offene , durch Feldgehölze unterstrukturierte Landschaften, Mischwälder, Gärten, Parks, Moor- und Heidelandschaften häufig aufrecht ausschauend auf exponierten Plätzen im Gehölz oder  Hochgebirge sind sein bevorzugtes Revier. 

Der Kuckuck ist die einzige Vogelart, die ihre Eier nicht selber ausbrütet, sondern sie ins Nest anderer Arten legt

Fortpflanzung:  In der zweiten Aprilhälfte kommt der Kuckuck bei uns an. Mit seinem monotonen “kuck-uck” macht er sich bemerkbar und zu dieser Zeit wirbt das Männchen   um das Weibchen. Der bekannte Ruf ist damit eigentlich der Balzgesang.  Der Ruf des Weibchens ist ein schneller Triller.
In Mitteleuropa ist unser Kuckuck die einzige Vogelart, die ihre Eier nicht selber ausbrütet, sondern sie ins Nest anderer Arten legt. Wegen dieses Verhaltens nennt man den Kuckuck einen Nestschmarotzer. Das Kuckuckweibchen legt etwa 20 Eier, alle jedoch in Nester verschiedener Vogelarten.  Das Kuckuck-Weibchen parasitiert hauptsächlich Nester von Grasmücken, Rotschwänzchen, Rotkehlchen, Teichrohrsängern, Grasmücken, Bachstelzen und legt dort zwei Eier direkt  ins Nest seines Wirtsvogels. Damit die Nestbesitzer den Schwindel nicht merken, frisst das Kuckucksweibchen eines ihrer Eier. Die Kuckuck-Eier sind meist in Farbe und Sprenkelung an die der schon vorhandenen Eier angepasst. Die Eier sind verhältnismäßig klein, nur etwa so groß wie Spatzeneier. Allerdings nicht alle lassen sich so leicht austricksen wie es bei Bachstelze, Teichrohrsänger, Dorngrasmücke, Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Hausrotschwanz gelingt. Der Haussperling hingegen verweigert den Kuckucksküken das Futter. 
Früh schlüpft, wer gross werden will. Bereits nach 12 Tagen Bebrütungszeit schlüpft der junge Kuckuck. Das ist meist früher als die Jungen seiner Pflegeeltern Die jungen Kuckucke werfen unerbittlich die anderen Jungvögel aus dem Nest und lassen sich von sich 3 Wochen lang großziehen bzw. füttern. Dennoch, der “Muttertrieb” ist so stark, daß die Alttiere das fremde Küken weiter versorgen, und so kommt es im Lauf der Zeit zu den immer wieder faszinierenden Bildern, auf denen eine zierliche kleine Bachstelze “ihr” Kuckucks-Riesenbaby aufopferungsvoll füttert.
Warum der Kuckuck so eine seltsame Fortpflanzungsstrategie hat, ist bislang unerforscht. Tatsache ist aber, daß er damit durchaus erfolgreich ist.
Zweimal drei Wochen bis zur Selbständigkeit.
Nach 21 – 23 Tagen verlässt der vollgefütterte, junge Kuckuck das Nest. Weitere drei Wochen füttern ihn dann seine Stiefeltern ausserhalb des Nestes. Bereits im Juli/August verlassen die alten und jungen Kuckucke wieder unser Land. Sie ziehen einzeln und sind zu dieser Jahreszeit recht heimlich. Die Mauser findet hauptsächlich im Winterquartier statt.

Nahrung: Nicht nur bei seinem Brutverhalten, auch bei der Nahrungssuche hat sich beim Kuckuck eine Lebensweise mit wenig Konkurrenz entwickelt. Er frisst hautpsächlich Raupen, die er vom Boden, von Krautpflanzen und von Büschen abliest. Dabei nimmt er besonders häufig behaarte Raupen, die von anderen Vögeln verschmäht werden. So muss er zwar nicht mit anderen Arten teilen, ist aufgrund dieser Spezialisierung aber auch gefährdet: In unserer ausgeräumten Landschaft ohne Kleinstrukturen und entsprechend mit einem geringeren Angebot behaarter Raupen findet der Kuckuck nicht genügend Nahrung, er vertilgt Raupen, Spinnen, Tausendfüßler und Regenwürmer. Insekten, kleine Eidechsen, Früchte, im Gegensatz zu allen anderen Vögeln: behaarte Raupen, lebt überwiegend solitär

RUF: Kuckuck – Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald. Zweisilbig ertönt ein “gu-kuh” in unterschiedlicher Tonhöhe. Bei Erregung überschlagen sich die Kuckuckrufe gelegentlich und klingen mehrsilbig. Ein heiseres “Hach hachhach” erklingt bei der Verfolgung eines Weibchens. Weitere Töne komplettieren das Rufrepertoire des Kuckucks.

 

SAGEN ÜBER DEN KUCKUCK

Der Kuckuck ist ein verwunschener Müller, der den armen Leuten das Mehl und Brot vorbehielt und darum jetzt als Vogel ein mehlbestäubtes Gefieder tragen muß.
In der Ötschergegend hört man folgende Sage: Christus kam auf seinen Wanderungen an einer Mühle, nach anderen an einem Bäckerladen vorüber und sandte seine Jünger hinein, um Brot zu erbitten. Aber der Müller oder Bäcker wies die Bittenden ab. Seine Frau hingegen und ihre sechs Töchter trugen dem Herrn heimlich Brot zu. Daher sind sie als Siebengestirn (Plejaden) an den Himmel versetzt, der hartherzige Müller oder Bäcker aber zum Kuckuck verwandelt worden. Daher kommt es, daß, so lang der Kuckuck ruft, von Tibartii (14. April) bis Johann! (24. Juni), das Siebengestirn am Himmel nicht gesehen wird. Der Kuckuck muß schreien am 14. April, schreit er, wo er will.

Wenn man den Kuckuck das erste Mal schreien hört, soll man Geld im Sacke haben und damit scheppern, dann wird es das ganze Jahr nicht zu wenig.
Wenn man den Kuckuck das erste Mal hört, soll man aufpassen, wie oft er schreit, denn so viele Jahre lebt man noch.
Sobald das erste Mandel (Garbenfigur) auf dem Felde steht, hört der Kuckuck zu schreien auf und fangen die Geier zu schreien an. Deswegen meinen die Leute, der Kuckuck werde im Herbste ein Geier.

Vogelstimmen

HÖREN SIE DIE STIMMEN DER VÖGEL

Die Vogelstimmen füllten die Luft mit ihrem fröhlichen Gezwitscher. Jeder Ton, jedes Zwitschern schien eine eigene Geschichte zu erzählen. Es war, als ob die Vögel ihre Freude am Leben und an der Natur zum Ausdruck brachten. Man konnte die verschiedenen Arten voneinander unterscheiden: das zarte Zwitschern der Singvögel, das laute Krächzen der Raben und das melodische Pfeifen der Drosseln. Es war ein wahrhaft magisches Konzert, das die Natur jeden Tag aufs Neue aufführte. Die Vogelstimmen waren wie kleine Kunstwerke, die den Himmel erfüllten und die Herzen der Menschen zum Singen brachten.

 

Wespenbussard

Der Wespenbussard

Der Wespenbussard gehört sicherlich zu den unbekanntesten Greifvögeln unserer Heimat. Dem vogelkundlichen Laien fällt dieser ebenso seltsame wie seltene Greif kaum auf, denn der Wespenbussard ähnelt dem häufigen Mäusebussard mit dem er sonderlich nah verwandt ist, so sehr, dass Verwechslungen immer wieder vorkommen.

Merkmale: Besonders von Weitem kann man den Wespenbussard leicht mit dem Mäusebussard verwechseln. Der Wespenbussard ist etwas größer und hat längere Flügel als der Mäusebussard. Im Flug zeigt er einen schlankeren Hals und streckt den Kopf mehr vor. Der Schwanz ist recht lang (etwa wie Flügelbreite) mit leicht konkaven Seiten und runden Ecken, der des Mäusebussards dagegen ist kürzer (kürzer als Flügelbreite), hat gerade Seiten und eckige Kanten. Der Wespenbussard segelt mit geraden Flügeln, der Mäusebussard dagegen schiebt seine Flügel vor und hebt sie flach v-förmig an. Im aktiven Flug zeigt der Wespenbussard langsamere, gleichmäßigere Flügelschläge als der Mäusebussard. Das Gefieder ist bei beiden Arten variabel, jedoch gibt es spezifische Unterschiede: Der Schwanz des Wespenbussards hat eine deutliche dunkle Endbinde und in großem Abstand ein oder zwei schmalere dunkle Binden in Nähe der Schwanzbasis. Beim Mäusebussard ist der Schwanz immer eng grau gebändert und im Juvenilkleid fehlt die dunkle Endbinde. Im Gegensatz zum Wespenbussard trennt beim Mäusebussard immer ein helles Brustband die Vorderbrust vom Bauch. Der Kopf des Mäusebussards wirkt schwerer, der Schnabel ist größer und die Augen dunkel, während der Wespenbussard einen taubenartig wirkenden Kopf und das Männchen (Terzel) gelbe leuchtende Augen hat.
Ernährung: Der Wespenbussard ist als Nahrungsspezialist ein ausgesprochener Zugvogel. Die 51-58 cm langen und 0,4-1,05 kg schweren Wespenbussarde tragen ihren Namen völlig zu Recht, denn sie ernähren sich vorzugsweise von Wespen, deren Larven und Waben. Auch Hummeln und Bienen sowie vielerlei andere Insekten, Spinnen und andere Gliedertiere nehmen Wespenbussarde häufig zu sich. Sie sind auch in ihrem Körperbau an diese Nahrung angepaßt, sein Fuß ist als Scharrfuß ausgebildet, seine Nasenöffnungen sind nur kleine Schlitze und das Gesicht ist mit kleinen schuppenförmigen Federchen gegen die Stiche der wehrhaften Insekten gut geschätzt. Er erbeutet dabei weniger die erwachsenen Insekten als vielmehr deren Larven und Puppen, die er mit seinem schlanken Schnabel geschickt aus den Waben zieht. Daneben fängt der Wespenbussard auch andere größere Insekten, Amphibien, Reptilien, kleine Vögel und ausnahmsweise auch Kleinsäuger.
Brut: Viele Wespenbussarde kehren wahrscheinlich bereits fest verpaart ins Brutrevier zurück und beginnen schnell mit dem Bau eines neuen Horstes. Nur selten bessern Wespenbussarde bereits vorhandene Nistanlagen aus.

Wespenbussard - Terzel und weicbchen - Südtiroler Jagdportal

Terzel (männchen) LINKS und Weicbchen RECHTS – Terzel hat die gelben leuchtenden Augel und das Weibchen hat die Augen heller und ist eher schokoladenbraun

Beide Partner teilen sich die Arbeit; meist befinden sich die neuen Horste in hohen Bäumen an Waldrändern. Die Brutreviere des Wespenbussards liegen vor allem in alten naturnahen Laubwäldern, in denen er seinen Horst in charakteristischer Weise auf kräftigen Seitenzweigen anlegt. Dabei unterscheidet die starke Begrünung mit voll belaubten Zweigen die Horstanlage von denen anderer Arten mit ähnlich großen Horsten. Dank dieser Tarnung und wegen seiner recht heimlichen Lebensweise wird der Wespenbussard aber oft übersehen. Sein Bruterfolg hängt in besonderem Maße von der Entwicklung seiner Hauptbeute ab und damit vom Wetter. Der Wespenbussard brütet 2 Eier sehr selten auch 3 Eiern (4,9 x 4,1 cm) und wird von beiden Partnern, oft überwiegend nur vom weiblichen Wespenbussard, 30-37 Tage lang bebrütet (Legeabstand 3-5 Tage, Brutbeginn ab 1. Ei). von denen kommt des in kalten, nassen Sommern kaum zu erfolgreichen Bruten. Die Jungen tragen zuerst ein weiches Kleid aus langen, bräunlichen (Oberseite) und kürzeren, weißen Dunen (Unterseite). Das 2. Dunenkleid ist dichter, kürzer und vollständig weiß. Anfänglich atzen (füttern) und hudern (wärmen) beide Altvögel ihren Nachwuchs. Wespen- und Hummellarven bilden in der 1. Woche den Hauptanteil der herbeigetragenen Nahrung. Später bringen Wespenbussarde ihren Jungen auch kleine Wirbeltiere zum Horst. Anders als alle anderen Greifvögel Europas spritzen junge Wespenbussarde ihren Kot nicht weit über den Horstrand hinaus, sondern setzen ihn auf dem Nestrand ab, so daß unterhalb des Brutbaums auf dem Erdboden nur selten auffällige weiße Flecken zu sehen sind.
Flügge werden Wespenbussarde etwa mit 44 Tagen. Die ältesten bekannten Ringvögel wurden 23 bzw. 28 Jahre alt.

Zugvogel: Nach nur drei Monaten Aufenthalt im Brutrevier – einer für Greifvögel extrem kurzen Zeitspanne – ziehen diese Vögel bereits ab Ende August in ihre südlichen Winterquartiere. Da dabei oft mehrere Dutzend Tiere gemeinsam fliegen, ist der Zug der Wespenbussarde stets ein eindrucksvolles Schauspiel.

Erst gegen April-Anfang Juni, wenn die Wespen in den Brutgebieten der Wespenbussarde bereits zahlreiche Nachkommenschaft in großen Nestern hochziehen, kehren diese Greifvögel zu ihren angestammten Nistbezirken zurück.

Sperber

Sperber - Bericht Südtiroler Jagdportal

Sperber –

Merkmale: Der Sperber stellt die verkleinerte Form des Habichts dar. Habicht und Sperber sind nahe Verwandte und einander sehr ähnliche Arten. Im Aussehen und im Verhalten ist er diesem ähnlich, der Habicht ist allerdings größer und massiver gebaut als der zierliche Sperber, nur eben viel kleiner, etwa taubengroß. Es gehört sehr viel Erfahrung dazu, beide Arten im Flug auseinander zu halten. Zwar sieht man ihn auch hoch am Himmel kreisen oder weitere Strecken in größerer Höhe durchfliegen, im allgemeinen ist er jedoch ein heimlicher Vogel, ein Buschräuber der seiner Hauptbeute, Vögel bis zur Größe einer Taube, auch in dichtes Gestrüpp folgt. Im Flug erkennt man den Sperber an den breiten Flügeln und dem relativ langen Schwanz. Das Sperberweibchen ist erheblich größer als das Männchen, so dass ein großes Sperberweibchen schon fast die Größe eines kleinen Habichtmännchen erreichen kann. Es ist mit 37 cm Körperlänge und mit etwa 300 Gramm Gewicht auch viel schwerer als das Männchen, das nur etwa die Hälfte wiegt und 32 cm groß wird. Habicht und Sperber sind auch einem Bussard ähnlich.

Sperber

Sperbermännchen sind auf der oberen Seite dunkelgrau mit rostroten Wangen und unterseits rostrote Querbänderung. Im Nacken haben Sperbermännchen einen weißen Fleck, der Schwanz ist dunkel grau gebändert. Das Weibchen ist auf der oberen Seite schwarzbraun mit weißer augenstreif und mit der unteren Seite dunkelbraun quergebändert. Die langen Beine (Stender) bei beiden Geschlechtern sind gelb. Beide Geschlechter haben einen kurzen gekrümmten Schnabel, der zum zerreißen der Beute dient. Der Sperber fliegt rasch, abwechselnd gleitend und rüttelnd rudernd.

Nahrung, Lebensraum: Erbeutet werden vom Sperber immer die Vögel die es im Lebensraum des Greifs am zahlreichsten gibt: Spatzen, Meisen, Finken, Tauben, Elstern und Hasen. Die Sperber haben einen Tages-Nahrungsbedarf von etwa 2-5 Kleinvögeln.

Sperber Weibchen Jungvogel

Diese werden im deckungsreichen Gelände vom Ansitz aus gejagt oder aber auch im Überraschungsangriff an Erfolgsversprechenden Aufenthaltsorten von Kleinvögeln erbeutet. Das größere Weibchen vermag auch größere Tiere zu schlagen unter anderem ist er wohl auch auf die Haushühner spezialisiert und dadurch auf dem Hof unerwünscht. Die tollkühnen Jagdflüge des Sperbers enden nicht selten auch an Fensterscheiben, Drähten oder Gitter.
Fortpflanzung und Verhalten Der Sperber bevorzugt als Nistplatz hohe Bäume, gelegentlich aber auch in Büschen und Sträucher anzutreffen. Sein Nest baut der Sperber am liebsten in Fichtendickichten, auch Kiefern- oder Lärchenstangenhölzer werden als Neststandort genutzt. Das Nest wird in einer durchschnittlichen Höhe von 7 m direkt am Stamm gebaut. Nur das Weibchen bebrütet das Gelege aus meistens fünf gefleckten Eiern, die in der Regel Anfang Mai/Juni bebrütet werden. Die Jungen schlüpfen nach 5 Wochen und bleiben 25-30 Tage im Nest. Das Männchen hilft bei der Jungenaufzucht und Nahrungssuche. Die Sperberweibchen jagen hauptsächlich während der Aufzucht der hungrigen Jungen und haben durch die Größe einen enormen Vorteil, denn dadurch steht ein viel größeres Angebot an größeren Beutetieren zur Verfügung.
Weibchen mausert sich vor der Brut (deshalb finden sich unter dem Horst meistens zahlreiche Federn.

Verbreitung: In fast ganz Europa, Westasien, Nordafrika, die Kanarischen Inseln. Einige Gebiete Asiens beherbergen nahe verwandte Formen des Sperbers. Nicht alle in Europa lebenden Sperber sind Zugvögel.
Trotz weiter Verbreitung insgesamt Bestandsrückgang, bei uns in Südtirol wieder zunehmend verbreitet und zählt zu der geschützten Art

RUF des Sperbers (klick heare)

 

 

Sperlingskauz

Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)
Fotorechte: Kaser Burkhard -

Sperlingkauz – Urheberrechte und © Kaser Burkhard

Merkmale: Der Sperlingskauz ist die kleinste einheimische Eule Europas mit 16-18 groß. Das Männchen ist mit etwa 16 cm kaum größer als ein Sperling, das Weibchen ist rund 2 cm größer. Die Eule wiegt etwa 65 Gramm (Weibchen wiegen durchschnittlich 10 Gramm mehr) und hat eine Flügelspannweite von 36 – 39 cm. Unsere kleinste einheimische Eule ist oberseits dunkelbraun mit vielen weißen Tupfen, unterseits Rahmweiß mit schmalen dunklen Flecken, die beim sitzenden Vogel Längsstreifen bilden. Der kurze Schwanz trägt 5 helle Querbinden. Typisch für das Käuzchen sind die gelben Augen, die unter weißen Augenbrauen liegen. Sperlingskäuze sie sind sehr lebhaft, wenig scheu und sitzen gern auf Wipfeltrieben von Fichten.
Vorkommen: Die kleinen Käuze kommen in Mitteleuropa in höheren Mittelgebirgen Alpenwälder Nadelwälder oder Mischwälder mit hohem Nadelholzanteil, mit einzelnen Freiflächen vor. Seine Höhenverbreitung erstreckt sich von ca. 1000 m bis 2100 m. Der knapp Spatzengroße Sperlingskauz ist im Gegensatz zu seinen Verwandten vorwiegend tagaktiv und kann sogar ausgesprochen dämmerungsaktiv sein. Sperlingskäuze üben ihre Jagd auf Lichtungen, in kleinen Hochmooren und über Waldwiesen aus. Neben Mäusen erbeuten Sperlingskäuze auch Finken und Meisen. Normalerweise besteht die Nahrung des Sperlingskauzes zu zwei Dritteln aus Mäusen, bei hohem Schnee werden aber fast nur Kleinvögel erbeutet. Beim Beutefang schießt er im Blitzstart von seiner Warte und kann einen kleinen Singvogel regelrecht von den Ästen greifen. Im Winter legt er in Spechthöhlen vorsorglich einen Notvorrat für Tage an, an denen Nebel oder Schneegestöber die Jagd unmöglich machen. Manchmal stapelt er bis zu 30 Kleinvögel in seinen Vorratskammern übereinander! Wer so klein ist, trägt ein großes Risiko selbst erbeutet zu werden. Neben Baummardern, die besonders den Jungen in der Höhle gefährlich werden, ergreifen auch größere Greifvögel und Habicht und Waldkauz die Sperlingskäuze. Doch nicht nur ihre Feinde machen den Sperlingskäuzen zu schaffen, viel gefährlicher sind Veränderung und Zerstörung ihrer Lebensräume.

Fortpflanzung: Zur Brut benötigt der Sperlingskauz Spechthöhlen, in denen das Weibchen 3-7 Eier auf den Höhlenboden legt. Legebeginn ist Anfang April bis Anfang Mai. Der Sperlingskauz legt alle zwei Tage ein Ei, bis das Gelege komplett ist. Nach etwa 28 Tagen schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Sie erscheinen im Alter von 21-25 Tagen zum ersten Mal im Flugloch der Bruthöhle. Nach spätestens 5 Wochen fliegen die jungen Käuze aus, sie werden aber noch etwa vier Wochen von den Altvögeln betreut.

 

Stimme Sperlingkauz:

Waldohreule

Die Waldohreule

Zählt zur Ordnung der Eulen und Familie der Ohreulen und Käuze

Waldohreule – Foto Winfried Rauter

Eulen sind, mit wenigen Ausnahmen, nachtaktive Beutegreifer. Sie jagen in der Dämmerung und nachts. Ihr Schnabel ist raubvogelartig gekrümmt, ihr Federkleid lang, locker und weich, was ihnen einen lautlosen Flug ermöglicht. Sie können ihren Kopf um 180 Grad drehen und haben außerdem ein außerordentlich feines Gehör, das sie in der Dunkelheit, wenn selbst ihre scharfen Augen versagen, mit Sicherheit zu ihrer Beute führt.

Aussehen: Die Waldohreule unterscheidet sich vom Waldkauz durch die Federohren. Im Vergleich mit dem rundköpfigen Waldkauz ist die Waldohreule etwas kleiner, schlanker und langflügeliger als Waldkäuze. Mit einer Länge von 35 – 38 cm und einer Spannweite von 83 – 97 cm ist die Waldohreule etwa so groß wie die Schleiereule. Männchen und Weibchen sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Männchen wiegen durchschnittlich 250 und Weibchen 300 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt circa 97 cm. Besondere Merkmale der Waldohreule sind die orangegelben Augen und die langen Federohren, die jedoch im Flug und im Ruhezustand ganz angelegt werden können. Entgegen der landläufigen Meinung haben die auffälligen Ohrpinsel, denen die Waldohreule ihren Namen verdankt, nichts mit dem Gehör zu tun, sondern sind reines «Schmuckwerk». Mit den echten Ohren seitlich am Kopf hört sie selbst das leiseste Quieken einer weit entfernten Wühlmaus. Der Hals der Waldohreule ist so beweglich, das sie ihn um 270 Grad drehen kann. Die Oberseite der Waldohreule ist gelblichbraun mit graubrauner Sprenkelung und Marmorierung. Das Bauchgefieder ist hell rostgelb mit kräftigen dunklen Längsstreifen und feiner Querbänderung. Die hellen Flügelspitzen haben mehrere dunkle Querbänder.

Lebensraum und Vorkommen: Die Waldohreule lebt sehr versteckt. Sie ist eingeschickter Jäger, der nachts auf lautlosen Schwingen in den Wäldern Europas Mäuse jagt. Sie ist vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Am Tage ruht sie in dichtem Laubwerk oder schlank aufgerichtet auf einem Ast nahe am Baumstamm. Die Waldohreule lässt sich leicht durch Mäuse anlocken. Die Bettelrufe der Ästlingsjungen ähneln dem Fiepen von Rehkitzen. Ihr Ruf reicht vom “hu-hu” bis zum bellenden “quack-quack-quack”. Gehört werden können diese je nach Brutbeginn und Schlupf ab April bis ca. August und ungefähr für einen Zeitraum von 6-8 Wochen . Die Waldohreule ist wie der Waldkauz ein häufiger Brutvogel in Mitteleuropa. Sie ist zum Jagen auf offenes Gelände angewiesen, braucht zum Ruhen und zur Brut aber Hecken, Baumgruppen und Feldgehölze. Gern besiedelt sie Waldränder; in geschlossenen Waldbeständen dagegen ist sie kaum anzutreffen. Während des Winters finden sich oft in städtischen Parks größere Ansammlungen von Waldohreulen in Schlafgemeinschaften von bis zu 30 Tieren. Ihre Ruheplätze sind oft unweit von Häusern in Baumgruppen von Parks oder Friedhöfen. Die Bildung sogenannter Waldohreulen-Wintergesellschaften dauert im ungefähr von November bis März. Die dämmerungs- und nachtaktiven Eulen sitzen tagsüber aufrecht und in schlanker Gestalt auf Ästen von Bäumen, oft dicht an den Stamm geschmiegt. Sie vertrauen dabei auf ihr tarnfarbenes Gefieder.

Waldohreule

Waldohreulen-Wintergesellschaften – Auffällig werden die Winteransammlungen oft auch durch die unter den Bäumen liegenden Gewölle, also den Ausgewürgten, in der Regel aus Mäusehaaren und – Knochen bestehenden, unverdaulichen Nahrungsbestandteilen und mit der Zeit zunehmende weiße Kotspuren auf die versteckt sitzenden Eulen hin. Im Winter kann man die Waldohreulen häufig in großen Verbänden antreffen. Aufgrund ihres riesigen Verbreitungsgebiets und ihrer Anpassungsfähigkeit an lokale Wald- und Beutetierverhältnisse gilt die Waldohreule allgemein nicht als bedroht. Sie ist nahezu in ganz Europa vorwiegend als Standvogel zu finden.
Nahrung Aktiv sind sie in zwei Hauptphasen, etwa drei Stunden am Abend und zweieinhalb Stunden am Morgen; zwischendurch liegt eine rund dreistündige Pause um Mitternacht. Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang wird der Tageseinstand aufgesucht und eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang wird er wieder verlassen. Die Waldohreule ist hauptsächlich nachts rege und jagt sowohl vom Ansitz aus wie auch im langsamen, schaukelnden Pirschflug. Wie bei allen Eulen verhindern samtweiche Federn mit biegsamen Härchen an den Rändern die Bildung von Luftwirbeln und machen so den Flügelschlag des nächtlichen Räubers für die Opfer unhörbar. Die Hauptbeutetiere der aufgenommenen Nahrungsmenge – sind kleine Wühlmäuse, in Mitteleuropa vor allem Feldmäuse, die sie in der Flugjagd erbeuten. Rund 100 der kleinen Nagetiere verzehrt eine einzige Waldohreule im Monat, wobei nicht berücksichtigt ist, dass sie auch ihre Jungen fast ausschließlich mit Mäusen großzieht. Daneben erbeutet sie andere kleine Wirbeltiere und Insekten. Bei Nahrungsknappheit kann die Waldohreule durchaus auch tagsüber jagen und widerlegt dadurch augenfällig den alten Aberglauben, dass Eulen bei Tageslicht nicht sehen können. In strengen Wintern, wenn die Eulen sich in der Nähe des Menschen aufhalten, fangen sie vorwiegend Spatzen und Grünfinken, die sie an deren Schlafplätzen ergreifen.

Fortpflanzung: Waldohreulen bauen keine eigenen Nester, sondern beziehen alte Krähen- und Elsternester. Für die Waldohreulen gilt dieses sogar für den größten Teil der Bruten, da diese Art ausschließlich in alten Rabenvogelnestern oder in Greifvogelhorsten brütet, und erstere spätestens nach einer solchen Zweitnutzung unbenutzbar geworden sind. Auch Eichhörnchenkobel dienen dieser Eule mitunter als Brutplatz. Da Jäger früher von unten durch Krähen- und Elsternester schossen, um diese Rabenvögel kurz zu halten, wurden auch Waldohreulen oft ihre Opfer. Heute sind solche Jagdmethoden verboten.

Waldohreulen führen in der Regel nur eine Saisonehe. Paarbildung und Balz beginnen meist Mitte Februar. Je nach Witterung beginnen die Waldohreulen Mitte März bis Mitte April mit dem Legen von 4 – 8 Eiern Die Ablage erfolgt im März/April. Nach einer Brutdauer von 27 – 28 Tagen folgt eine Nestlingszeit von etwa 20 Tagen. Nach 2 Wochen können die Jungen gut fliegen, werden jedoch noch weitere 5 – 6 Wochen von den Eltern versorgt. Die Jungen öffnen nach fünf Tagen ihre Augen und verlassen mit knapp drei Wochen noch flugunfähig das Nest. Mit fünf Wochen können sie fliegen, sie werden aber noch weitere fünf Wochen von den Eltern versorgt. Danach sind sie selbständig.