Die Krickente ist eine Vogelart aus der Familie der Entenvögel und gehört zur Gattung der Eigentlichen Schwimmenten. Krickenten zählen zu den zahlreichsten und am weitesten verbreiteten Entenarten der nördlichen Hemisphäre.
Krickente
Die Krickente ist die kleinste Ente Europas. Die charakteristischen Rufe des Erpels („krilik“), die auch im Flug vorgetragen werden, waren namensgebend für den schnellen und wendigen Flieger. Als Schwimmente sucht sie ihre Nahrung gründelnd im seichten Wasser und besiedelt selbst kleinste Gewässer, soweit ausreichend Deckung vorhanden ist. In Bayern ist die Krickente ein seltener Brutvogel mit oftmals verstreuten Einzelvorkommen. Mit einer Größe von 34 – 43 cm und nur ca. 350 g Körpergewicht ist die Krickente die kleinste europäische Ente. Wie bei allen Entenarten unterscheidet sich das Männchen im Prachtkleid deutlich vom Weibchen. Im Gesicht des Erpels zieht sich ein metall-grüner Zügel von den Augen zum Nacken. Der Zügel ist gelblich-weiß umrahmt und deshalb deutlich vom kastanienbraunen Kopf abgegrenzt. Ebenso trennt ein feines schwarzes Band den beigefarbenen Bürzel von den grauen Flanken. Die Ente ist deutlich unscheinbarer gefärbt und mit ihrem braun gefleckten Gefieder gut getarnt. An den Schwanz-Seiten hebt sich ein helles weißes Band vom braunen Camouflage-Muster des Körpers ab. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit Knäckenten-Weibchen. Jenen fehlt jedoch das weiße Band an den Schwanzseiten und der Kopf ist durch einen hellen Fleck am Schnabelgrund sowie einen hellen Kehlfleck kontrastreicher gefärbt als bei den Krickenten.
Beide Geschlechter haben ganzjährig ein metallisch-grün schillerndes Flügelfeld, den sogenannten „Spiegel“. Während der Mauserzeit im Sommer verlieren die Erpel ihren grünen
Gesichtszügel und sehen den Enten dann zum Verwechseln ähnlich. Allerdings ist ihr Schnabel mehr oder weniger rein grau, der der Enten meist oberseits grau und unterseits orangefarben.
Als Schwimmente liegt die Krickente wie ein Korken sehr hoch im Wasser. Der Körper wirkt durch den oftmals angelegten kurzen Hals sehr kompakt. Im auffliegenden Ententrupp stechen die kleinen Krickenten im Gegensatz zu den größeren Arten deutlich heraus. Wegen des schnellen und wendigen Fluges mit flirrendem Flügelschlag erinnert das Flugbild eher an das von Limikolen.
Aussehen: Erpel oben grau mit metallisch glänzendem grünen Augenfleck, der im Bogen zum Nacken läuft und waagrecht weissem Schulterstreif; Ente braun und gelblich gefleckt; Erpel im Schlichtkleid ähnlich; beide Geschlechter mit grünem und schwarzem Flügelspiegel.
Aussehen vom Weibchen: Das Weibchen hat ein braun schwarzes Gefieder mit seitlichen Flecken, einen dunklen Oberkopf, einen dunklen Schnabel, ein weißes Flügelband und dunkle Beine wie das Männchen. Männliche Krickenten können an ihrem Brutkleid mit dem typisch grünen Seitenschild und dem rotbraunen Kopf gut erkannt werden. Schwieriger fällt die Bestimmung der Männchen im Herbst, wenn sie ihr braunes Schlichtkleid bekommen und wie die gleich gefärbten Weibchen aussehen. In dieser Zeit werden die Krickenten auch gerne mit den Knäkenten verwechselt.
Lebensraum: Die Krickente brütet an flachen Binnengewässern mit dichter Ufervegetation. Sie zählt als Charakterart von Hoch- und Niedermooren, in denen sie selbst kleinste Moorweiher, Torfstiche oder gar Gräben besiedeln kann. Ebenso vielfältig sind ihre Bruthabitate in anderen Landschaftsräumen. So findet man sie auch an kleinen Waldseen, nährstoffarmen Weihern in Heidegebieten, in Altarmen von Flüssen und sogar in Fischteichen, sofern die Ufervegetation dicht genug ist. Mit nur 4200 bis 6500 Brutpaaren ist sie in Deutschland ein seltener Brutvogel mit meist isolierten Einzelvorkommen. Das Gros der Brutpopulation verlässt Deutschland im Winter und zieht in die Küstenregionen Süd- und Westeuropas. Jedoch sind auch die Voralpenseen begehrte Überwinterungsgebiete. So kommt es, dass in Bayern die Bestände an Durchzüglern und Wintergästen deutlich größer sind, als die Bestände zur Brutzeit.
Die Krickente führt im Frühjahr eine heimliche Lebensweise. Da die Paarbildung meist schon im Winterquartier im Spätwinter erfolgt, sie an kleinen Gewässern in dichter Vegetation brütet und oftmals erst zur Nachtzeit auf Nahrungssuche geht, sind ihre Bestände nicht leicht zu erfassen. Zum Teil wird man überhaupt erst durch die „krilik“ Rufe des Erpels auf die Art aufmerksam. Umso attraktiver ist es für den Vogelbeobachter, wenn er in kleinen Moorseen dann doch einmal die Gruppenbalz der Vögel miterleben kann. Hier buhlen die Männchen um die Gunst der Weibchen mit charakteristischen Verfolgungsflügen, Schütteln, Hochwerden und Grunzpfiffen, bei denen sie Hals und Rücken krümmen und dabei den Schnabel in das Wasser stecken und einen Pfiff-Laut erzeugen.
Stimme Krickente
Brutzeit: Die Brutzeit dauert von April bis Mai, in der das weibliche Tier sechs bis zwölf Eier legt, welche anschliessend 21 – 23 Tage bebrütet werden. Ausserhalb der Brutzeit veranstalten Krickenten imposante Kunstflüge in dichter Formation. Droht Gefahr, legen sie einen blitzschnellen Senkrechtstart hin und entkommen so ihren Fressfeinden.
Mäusebussarde sind in Bezug auf ihren Lebensraum vergleichsweise anspruchslos. Von daher können sie fast überall in Bayern beobachtet werden – vom Flachland bis ins Gebirge. Häufig lauern die Greifvögel entlang vielbefahrener Straßen darauf, dass andere Tiere dem Verkehr zum Opfer fallen und so zur leichten Beute werden. Viel lieber als überfahrenes Wild erbeuten sie aber Mäuse. Diese Vorliebe machen sich viele Landwirte oder Waldbesitzer zu Nutze und stellen auf baumfreien Flächen Stangen auf, um dem Ansitzjäger das Beutemachen zu erleichtern.
Erscheinungsbild: Die Farbe des Gefieders variiert stark von nahezu weiß bis dunkelbraun. Beim Altvogel ist auf der Brust jedoch meist ein helles Band zu erkennen. Der relativ kurze Schwanz (“Stoß”) ist gerundet und im Gegensatz zu den anderen Bussardarten eng grau gebändert. Der Jungvogel hat noch keine ausgeprägte dunkle Endbinde an den Schwanzfedern.
Die Beine des Mäusebussards (“Ständer”) und der Schnabelansatz sind gelb. Da er auf kleine Beutetiere spezialisiert ist, hat er nur kurze Zehen und relativ schwache Krallen.
Lebensraum: Zum Nahrungserwerb bevorzugt der Bussard offene Landschaften und Waldrandbereiche. Auch in Straßennähe ist er häufig zu beobachten. Im Wald jagt der Bussard auf Lichtungen. Sein Nest (“Horst”) baut er in Bäumen, meist nahe am Waldrand. In seinem Revier, das vom jeweiligen Brutpaar aggressiv gegen Artgenossen verteidigt wird, befinden sich meist noch ein oder zwei Ausweichhorste. Infolge der Reviertreue bleiben Männchen (“Terzel”) und Weibchen oft lebenslang zusammen.
Der Bussard hat wie alle Greifvögel ein hervorragendes Auge und kann aus der Ferne Beute erkennen. Bei der Jagd sitzt er gerne auf einzeln stehenden Bäumen oder Pfählen, von wo aus er seine Beute am Boden anfliegt. Bei Aufwind kann man den Bussard auch kreisen sehen. Im Gegensatz zum Wespenbussard oder zu den Milanen sind dabei seine Flügel immer leicht V-förmig angehoben.
Mäusebussard Foto und Urheberrechte Edi Angelelli
Ernährung: Der Mäusebussard wird seinem Namen gerecht. Mäuse stehen auf seiner Speisekarte ganz oben. Je nach Wühlmausdichte können seine Bestände deshalb regional sehr stark schwanken. Er frisst aber auch andere Kleinsäuger sowie Amphibien, Reptilien und größere Insektenlarven. Vögel und größere Säugetiere spielen keine Rolle außer kranke Tiere oder Aas. Der Bussard ist also keine Gefahr für vitale Niederwildbestände. Feste unverdauliche Nahrungsreste wie Haare oder größere Knochen werden als sogenanntes Gewölle wieder ausgewürgt.
Brut: Die Paarbildungszeit erstreckt sich von Ende Februar bis Ende März. Danach brütet das Weibchen zwei bis vier Eier aus, während der Terzel Beute zum Horst bringt. Nach fünf Wochen (also ca. Anfang Mai) schlüpfen die Jungen in einem weißen Dunenkleid. Nach weiteren sechs bis sieben Wochen ist das endgültige Gefieder herangewachsen und die Jungen fliegen aus. In der daran anschließenden Bettelflugperiode werden sie noch 8 bis 12 Wochen von den Eltern gefüttert, ehe sie vollkommen selbständig sind. Im August lösen sich die Familienverbände auf. In Mitteleuropa verbleiben die beiden Altvögel meist ganzjährig im Revier, während die Jungvögel im Herbst überwiegend nach Frankreich abziehen. Nordische Vögel sind überwiegend Zugvögel. Da ein großer Teil dieser Populationen ebenfalls bei uns überwintert, kann aus den Winterbeständen nicht auf die Brutpaarzahlen im nächsten Frühjahr geschlossen werden.
Die Ringeltaube ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. Sie ist die größte Taubenart Mitteleuropas und besiedelt weite Teile der Paläarktis von Nordafrika, Portugal und Irland nach Osten bis Westsibirien und Kaschmir. Auffällige Merkmale sind die weißen Flügelbänder und der weiße Halsstreifen.
Klasse:
Vögel (Aves)
Unterklasse:
Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung:
Taubenvögel (Columbiformes)
Familie:
Tauben (Columbidae)
Gattung:
Feldtauben (Columba)
Art:
Ringeltaube
Vorkommen und Verhalten:Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. (Columbidae). Sie ist die größte, häufigste und am weitesten verbreitete Taube Europas. Durch die Zuwanderung nördlicher Populationen kann sie dann in großen Schwärmen auftreten. Unsere Ringeltauben sind vorwiegend Standvögel.Der ursprüngliche Lebensraum der Ringeltaube setzt sich aus offenen Landschaften mit kleineren Waldflächen oder Feldgehölzen zusammen. Besonders in Mitteleuropa hat jedoch schon seit längerem eine Verstädterung eingesetzt, und so sind Ringeltauben heute auch in Grünanlagen, Parks, Friedhöfen und größeren Gärten heimisch. Bevorzugter Neststandort sind Nadelbäume, aber auch deckungsreiche Stellen von Laubbäumen.
Im Flug fallen besonders die weißen Abzeichen auf Flügeln und am Hals und der lange Schwanz auf. Auch der etwas unproportionierte Körperbau ist kennzeichnend: der Kopf ist im Verhältnis zum großen Körper etwas zu klein geraten. Ringeltauben ernähren sich vorwiegend pflanzlich: Getreide, Mais, Bucheckern und frisches Blattgrün stehen auf dem Speiseplan ganz oben. Seltener werden auch Würmer oder Insekten erbeutet.
Kennzeichen:Charakteristisch für die Ringeltaube ist der auffällige weiße Fleck, den sie an beiden Seiten ihres Halses trägt und der breite, weiße Streifen auf der Oberseite der Flügel. Der Nacken schillert grünlich. Im Flug erkennt man auf den Flügeln weiße Querbänder. Die weißen, fast ringförmig verlaufenden Flecken am Hals, die von edel anmutenden grün- und purpurglänzenden Flächen umrandet sind, haben der Ringeltaube ihren Namen gegeben. Das Gefieder der bis zu 42 Zentimeter langen Wildtaube ist grau bis blaugrau. Kopf und Hals sind eher blaugrau. Ringeltauben haben eine beachtliche Spannweite von bis zu 77 Zentimetern und wiegen als erwachsener Vogel etwa 570 Gramm. Die Geschlechter sehen gleich aus: Kopf und Rücken sind blaugrau, Schwanz- und Flügelspitzen dunkel. Die Brust ist etwas heller graurosa, die Iris ist gelb.
Stimme:Der Ruf ist ein sehr charakteristisches hohles Gurren, das einen immer gleichen Rhythmus hat und wie „duh-duh, du-duh, du“ klingt. Diese fünfsilbige „Strophe“ wird ohne Pause drei- bis fünfmal wiederholt.
Brut
Brut:Im Frühjahr kann man die Männchen bei ihrem Balzflug beobachten. Mit kräftigen Flügelschlägen steigt der Tauber steil auf und lässt sich anschließend mit gespreiztem Schwanz abwärts gleiten. In Städten brüten Ringeltauben zunehmend auch an Gebäuden.
Ihr Nest besteht nur aus wenigen Halmen und Zweigen, die meist hoch in Bäumen gebaut werden.Meistens werde zwei Bruten pro Jahr groß gezogen. Es werden nur 1–2 Eier gelegt. Die in der Regel zwei Eier werden von beiden, jeweils ein Jahr zusammen lebenden Elterntieren bebrütet. Bei der Brut wechseln sich die Partner ab, das Weibchen verbringt jedoch mehr Zeit mit dem Brüten. Die Jungen schlüpfen nach 17 Tagen und sind anfangs blind und nackt. .Männchen und Weibchen teilen sich die Aufzucht der Jungen: Zuerst werden sie mit der Kropfmilch der Altvögel gefüttert, die sie bei ihnen direkt aus dem Schnabel trinken. Anschließend werden Sämereien, zarte Blättchen von Wildkräutern und Gartengemüse, Würmer, Weichtiere und Insekten wird von beiden Elterntieren auch über mehrere Kilometer Entfernung herangetragen.
Der Kolkrabe ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Durch menschliche Verfolgung waren Kolkraben bis 1940 in weiten Teilen Mitteleuropas ausgerottet und haben sich danach durch nachlassende Verfolgung wieder ausgebreitet.
Seit Jahrtausenden begleiten sich Mensch und Rabe im Sinne einer gemeinsamen kulturellen Entwicklung. Menschen nahmen immer Einfluss auf Rabenvögel und diese auf den Menschen. Mehr als andere Tierarten haben Raben in vielen Kulturen Kunst, Sprache und Spiritualität beeinflusst. Zu Zeiten der Jäger und Sammler kooperierten Mensch und Rabe beim Jagen. Raben führten Jäger zum Wild und profitierten im Gegenzug von der Beute. Nicht ohne Grund galten Raben als Götterboten. Heute profitieren Raben von Landwirtschaft, Siedlungsbau und Freizeitaktivitäten der Menschen – und das lässt sie oft als „Schädlinge“ erscheinen Genau erforscht sind die Zusammenhänge in der kalifornischen Wüste. Obwohl Wüsten kein Raben-Lebensraum sind, hat sich der Bestand dort in 20 Jahren verzehnfacht. Schuld daran sind wir Menschen: Wir besiedeln die Wüste und bieten den Raben ein wahres Schlaraffenland mit Wasser in Klärbecken und Bewässerungsgräben, Nahrung in leicht zugänglichen Deponien, Komposthaufen, Mülltonnen, Tierfutternäpfen und entlang der Straßen mit vielen Tieren als Verkehrsopfer. Andernorts sind es Schaf- und Rinderherden, von Jagden hinterlassene Kadaverreste oder Abfälle an Rastplätzen und Straßen, die Raben zu „geförderten Räubern“ an reich gedeckte Tische einladen. Raben reagieren auf solche Angebote prompt und Probleme sind vorprogrammiert: Wo es Raben gut geht haben sie besten Bruterfolg, fallen vermehrt negativ auf, indem sie lokale Schäden an Kulturpflanzen oder in Kalifornien an Jungtieren der bedrohten Wüstenschildkröte verursachen
STIMME:Markanter sind die klangvollen Rufe, wie “kruk” oder “korrk” in tiefer Tonlage.
Merkmale: Der Kolkrabe ist der größte Rabenvogel und hat einen kräftigen Schnabel mit befiederter Basis. Zudem hat er ein purpur glänzendes schwarzes Gefieder, lange breite Flügel und einen keilförmigen Schwanz. Beide geschlechter sind gleich gefärbt. Die Jungvögel sind matt braunschwarz und haben einen weniger keinlförmign Schwanz. Das Weibchen sind geringfügig kleiner als das Männchen, sonst kaum zu unterscheiden.
Länge um 64 cm, Spannweite um 120 cm und haben ein Gewicht von ca. 1,4 kg. Der Kolkrabe kann bis zu 60 Jahre alt werden. In der Natur fällt die Größe allerdings kaum auf, ebenso wenig wie der keilförmige Schwanz und der kräftige Schnabel.
Lebensraum:Die Art ist in nahezu der gesamten Holarktis verbreitet und brütet in einer Vielzahl verschiedener Habitate: von arktischen Küsten Grönlands über boreale und nemorale Wälder bis hin zu Kulturlandschaften, Hochgebirgsregionen und Wüstengebieten. Der Kolkrabe ist vom Nordkap bis zur Sahara heimisch. In Polarnächten schlägt sich sein Atem als Eis auf seinem Gefieder nieder, die Sonne Ägyptens heizt die Gefiederoberfläche auf Temperaturen auf, die jedes Vogelleben gefährden. Kolkraben plündern in nordischen Vogelfelsen und untersuchen die Hinterlassenschaften einer Kamelkarawane in der Wüste Gobi oder in der Sahara. In Mitteleuropa hält sich ein guter Bestand in den Alpen. Auf Runde gehört der hier brütende Kolkrabe zu den Nesträubern, aber auch zur Sanitätsmannschaft, die zur Beseitigung von Tierkadavern in der Vogelkolonie beiträgt. Was sie nicht verdauen können, wie z.B. Vogelfüße, würgt er wieder aus.
Fortpfanzung: Die Brutsaison beginnt im Süden ab Mitte Februar, in Mitteleuropa meist im März, im Norden ab Ende März, so dass die bis zu sieben Jungvögel pro Nest schon im April/Mai flügge werden. Im Spätsommer lösen sich die Familienverbände gewöhnlich auf und die Jungvögel ziehen in lockeren Nichtbrürterschwärmen von bis zu mehreren hundert Tieren umher. Diese konzentrieren sich vor allem an gemeinschaftlichen Schlaf- und Futterplätzen. Jungtiere verbleiben in der Regel einige Jahre in diesen Nichtbrüterverbänden, welche als „Brutreserve“ fungieren: sobald ein Territorium frei wird oder ein Partner eines Paares stirbt, werden aus ihr neue Brutvögel rekrutiert Kolkraben leben in Dauerehe und beanspruchen ein sehr großes Revier. Im Vorfrühling zeigt das Männchen atemberaubende Schauflüge mit Stürzen auf einer Schraubenbahn aus großer Höhe. In ihrem Revier, das sie nie verlassen, besitzt das Rabenpaar meist einige Horste, die es abwechselnd benützt. Schon Mitte Februar, ohne Rücksicht auf das herrschende Wetter, erscheinen die Raben an ihrem Horst, den sie seit 9 Monaten nicht mehr besucht hatten. Sie bessern ihn aus und rammen zurechtgebrochene Äste in seinen Unterbau, als sollte er Jahrhunderte überdauern. Manche Horste sind in der Tat über viele Jahrzehnte hin in Benutzung. Die tiefe Nestmulde wird warm und weich gepolstert, wie es das Winterwetter draußen erfordert. In den Alpen liegen die Horste stets in Felsen oder auf den höchsten Bäumen. Brutdauer 20 bis 21 Tage, Nestlingsdauer 35 bis 42 Tage. Die nordischen Raben brüten auch in Winternächten bei minus 30 Grad. Während das Weibchen brütet und in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen, wird es vom Männchen aus dem Kehlsack gefüttert. Die Mutter hilft den Jungen beim Sprengen der Eier und frisst anschließend die Schalen. Wenn die Jungen Durst haben, bringen ihnen die Eltern eingeweichtes Futter oder tränken sie mit Wasser aus dem Kehlsack. Die Jungen verlassen Ende Mai oder Anfang Juni den Horst, bleiben aber mit ihren Eltern als Familie bis in den Herbst zusammen. Dann verlassen sie das elterliche Revier, nomadisieren ein Jahr lang umher und lassen sich dann auf Lebenszeit in einem eigenen Revier nieder. Als “kluge”, nämlich lernfähige Vögel sammeln sie Erfahrung. Der einzige Feind, der neben dem Menschen den Kolkraben bedroht, ist der Uhu.
Nahrung:Unzutreffend sind die wiederkehrenden Geschichten vom Kälber- und Lämmerkiller. Raben vermögen kein Kalb zu töten. Allenfalls stören sie Herden zur Geburtszeit und können kranke, gehandicapte Jungtiere verletzen. Sie warten auf Tot- und Nachgeburten um sie als „Kadaver-Recycler“ zu entsorgen. Indes lernten dort die Raben, wie man an lecker-süßen Kälberkot kommt: Man nähert sich von hinten dem ruhenden Kalb und pickt es in den Schwanz. Auf diesen Reiz stehen die meisten Kälber auf und koten reflexartig. Diese Strategie wird nun seit mehreren Raben-Generationen praktiziert. Dennoch wird immer wieder die Forderung nach Verfolgung laut, in Missachtung ökologischer Tatsachen und wirksamerer Bekämpfungsmethoden Raben sind anpassungsfähige Fleischfresser mit kleineren Anteilen pflanzlicher Nahrung. Sie streifen mit langsamen Flügelschlägen im Suchflug über ihr Revier oder marschieren gemächlich, aber ausdauernd am Boden und erbeuten, was gerade die Jahreszeit zu bieten hat. Im Mai sind es vor allem Maikäfer, bei einer Mäuseplage stellen sie sich rasch auf Mäuse ein, im Winter versammeln sie sich an Müllplätzen. Am Meer suchen sie im Spülsaum angeschwemmte Meerestiere. Sie treffen meistens als erste am Aas ein und setzen sich dort gegen den Bussard durch. Wo sie häufig sind, wird ihnen die Tötung neugeborener Lämmer nachgesagt. Bei knapper Nahrung überfallen sie auch Hühnerhöfe und erbeuten Küken oder junge Enten. Hauptbeute aber sind wohl überall Insekten aller Art, im Herbst fressen sie auch Beeren.
Allgemeines: Jung aufgezogene Kolkraben werden überaus anhänglich. Man kann sie dank ihrer Lernfähigkeit gut erziehen und ihnen Freiflug gewähren. Sie lernen die menschliche Sprache täuschend echt nachzuahmen. Sie sind sogar bereit, ihren Pfleger zu verteidigen. Sie fallen aber lästig durch das Verstecken von Schlüsseln, Brillen und dergleichen, und sie können im Alter bösartig gegen fremde Menschen werden.
Der Herrscher unter den tagaktiven Vögeln ist in unserer Gegend ohne Zweifel der Habicht. Wenn der Bauer oder die Bäuerin behaupten der “Geier” habe ihnen ein Huhn geholt, dann handelt es sich entweder um einen auf Abwege geratenen Bussard oder um einen auf Haushühner spezialisierten Habicht. In der Tat sind der Habicht und der ihm nächst verwandte, etwas kleinere Sperber unter unseren Raubvögeln die ärgsten und relativ häufigsten Räuber. Besonders aus größerer Entfernung kann man den Habicht mit dem Sperber verwechseln. Das Erscheinen ruft unter der Vogelwelt immer Aufregung hervor. Besonders das Habichtsweib, deutlich größer und etwa 1/3 schwerer als das Männchen (Terzel), vermag auch größere Beute zu schlagen. Heute wissen wir, wie wichtig eine natürliche Regulierung und Auslese für die Gesunderhaltung von Tierarten ist. So spielt der Habicht eine wichtige Rolle in unserer natürlichen Lebensgemeinschaft.
Heute ist der Habicht in Europa nicht mehr direkt gefährdet. Es ist sogar zu beobachten, dass er gerade in der Nähe des Menschen wieder zunehmend jagt und brütet.
Der Habicht kann im Flug überaus schnell beschleunigen und ist zu den schärfsten Wendungen fähig. Er stürzt entweder plötzlich aus einer versteckten Warte hervor oder biegt überraschend um eine Ecke und schlägt seine Beute am Boden wie in der Luft. Auch wo der Habicht häufig vorkommt, sieht man ihn kaum, am ehesten noch im Frühjahr, wenn er hoch über dem Brutgebiet seine Flugkünste vorführt.
AUSSEHEN: Ein Habicht-Weibchen ist ungefähr so groß wie ein Bussard (60 cm), das Männchen ist deutlich kleiner (50 cm). Männchen und Weibchen sind etwas unterschiedlich gefärbt, die Oberseite des Männchens ist graubraun, beim Weibchen schiefergrau. Größe Weibchen: 58-64 cm, Spannweite: 108-127 cm
Größe Männchen 50-56 cm, Spannweite: 96-105 cm
Die gesamte Unterseite ist eng dunkelbraun quergestreift. Der lange, abgerundete Schwanz zeigt 4 dunkle Querbinden. Oberseits dunkel graubraun bis schiefergrau; auch an den Balken. Über dem hellroten Auge ein breiter, weißer Augenstreif. Sie sind mittelbraun gefärbt und haben unterseits auf beigen Grund sattbraune Längsstreifen. Ihr Auge ist gelb. Beide haben breite, runde Flügel; der Habicht dazu im Flugbild einen auffallend schmal wirkenden Schwanz. Junghabichte sehen ganz anders aus: Die Tage um Pfingsten sind alljährlich auch ornithologisch eine Freude, jedenfalls für Habichtbegeisterte. Denn die Junghabichte, wegen ihres leicht rötlichen Gefieders auch Rothabichte¹ genannt, werden flügge. Sie treiben sich im Geäst ihres Horstbaumes herum und wagen immer weitere Ausflüge: zunächst hüpfend und flatternd von Ast zu Ast, dann von Baum zu Baum fliegend.
Habichte haben einen krummen, scharfen Hakenschnabel. Damit zerreißen sie ihre Beute. Mit kräftigen Zehen mit spitzen Krallen greifen sie ihre Beute und halten sie fest. Der Habicht besitzt einen Kropf (Vor-Magen) in dem er Nahrung speichern kann, das heißt er kann wie andere Greifvögel auf Vorrat fressen. Er vermeidet nach Möglichkeit, unverdauliche Teile von seiner Beute zu fressen. Er rupft die Beute sorgfältig und reißt das Fleisch in kleinen Brocken aus der Beute. Unverdauliche Beuteteile (wie Fell, Haare, Federn) werden in Form von rundlichen Speiballen wieder ausgewürgt (man nennt sie auch “Gewölle”).
Nahrung: Durch die unterschiedliche Größe jagen Weibchen und Männchen auch unterschiedliche Beutetiere. Das Männchen bevorzugt Vögel von der Größe einer Meise bis zur Größe eines Huhnes und erbeutet besonders häufig Amseln, Stare, Tauben, Eichelhäher, Elstern und Krähen. Das Weibchen schlägt keine Kleinvögel und im Durchschnitt größere Vögel, daneben erbeutet es viel mehr Kaninchen und Hasen als das Männchen. Besonders gern jagen sowohl Männchen als auch Weibchen aber Tauben, die sie im plötzlichen Überraschungsangriff überrumpeln. Habichte jagen bodennah, dabei nutzen die Habichte die vorhandene Deckung wie Hecken, Gräben und Häuser zum ´Anpirschen´ aus. Wo Fasanen ausgesetzt wurden, fallen sie dem Habicht leicht zum Opfer, in naturnahen Lebensgemeinschaften schlägt er dagegen eher Eichelhäher die sich überall stark vermehren, wo der Habicht fehlt. Außerdem betreiben Habichte auch Ansitzjagd, das heißt, sie sitzen auf einem Ast am Waldrand, warten auf Beute und starten dann ihre überraschenden Attacken. Die sehr kräftige Flugmuskulatur und die kurzen Flügel machen den Habicht zu einem schnellen Starter, ähnlich wie manche Wildhühner. Der lange Schwanz erlaubt ihm aber auch rascheste Wendungen. So ausgerüstet, ist der Habicht ein Jäger vom Typ des Wartens, der plötzlich von einer versteckten Warte aus angreift und die Beute überrumpelt. Er ist aber auch zu minutenlanger Lufthatz fähig und beendet sie in der Regel als Sieger.
Junge Habiche sehen ganz anders aus wie Erwachene. sie sind oben mittelbraun und haben ein gespreckeltes Brutkleid auf hellem Grund. Darum werden Junge Habichte auch Rothabichte genannt.
Fortpflanzung: Habichte bauen ihre Neste auf hoch im Kronenbereich von Bäumen und Felsen, sie bevorzugen Wälder und Waldränder als Lebensraum, wo sie bequemen Anflug haben. Jedes Habichtpaar hat mehrere Nester. Eines, meist auf einem hohen Baum am Waldrand oder auf einer Lichtung, in dem das Weibchen allein brütet. Das Nest wird von Männchen und Weibchen gemeinsam gebaut. Meist wird der vorjährige Horst bezogen und aufgestockt Habichte können noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres brüten. Die Balz beginnt im Januar/Februar und erreicht im März ihren Höhepunkt. Das standorttreue Habichtpaar zeigt sich im Vorfrühling beim Balzflug über dem Wald, in dem der Horst liegt. Zu Beginn der Brutzeit steigen die Paare hoch in die Luft. Sie zeigen dabei rasante Sturzflüge und steigen mit angelegten Flügeln fast senkrecht wieder nach oben.
Die Brutzeit beginnt im April es legt im März oder April 2-6 Eier, die es 35-40 Tage bebrütet. Vom 2. Ei ab brütet das Weibchen 38 Tage lang. Meist liegen 4 Eier im Horst, doch im Durchschnitt werden nur zwei Junge flügge. Dabei wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Die Zeit der Brut nutzt das Weibchen auch zur Mauser, so dass zu dieser Zeit der Flügel große Lücken aufweist. Nach dem Schlüpfen bleibt das Weibchen noch etwa 10 Tage auf den Jungen sitzen, weitere 10 Tage verbringt es wachend in Horstnähe und wärmt die Jungen über Nacht; von da an sind sie im Horst allein und bekommen lediglich mehrmals am Tag ein Beutetier auf den Horstrand gelegt. Erst wenn die Jungen drei bis vier Wochen alt sind, jagt auch das Weibchen wieder Vor allem bei lang anhaltendem Regen vermögen die Eltern nicht genug Nahrung herbeizuschaffen, weil sie mit durchnässtem Gefieder ihre überlegene Flugkunst nicht einsetzen können. . Im Alter von 50 Tagen sind die Jungen voll flugfähig. Die Jungen tragen noch im nächsten Sommer wie die Jungsperber das braune Jugendkleid mit getropfter Brust, sind aber schon in der Lage, selber zu brüten. Außerhalb der Brutzeit ist der Habicht Einzelgänger, er verträgt sich nicht mit seinen Artgenossen.
Die Spechte sind gestreckt gebaute Vögel mit starkem, geradem, kantigem Meißelschnabel, der besonders bei den Echten Spechten fast so lang wie der Kopf ist. Der Schädel weist spezielle Anpassungen auf, die dazu dienen, Erschütterungen zu dämpfen, ohne jedoch beim arttypischen Klopfen gegen Holz allzu viel kinetische Energie abzufangen. Die dünne, platte und hornige Zunge ist weit vorstreckbar und besitzt kurze Widerhaken am Ende. Die Spechte sind natürlich für ihr Klopfen bekannt. Jeder, der ab und zu in unseren Wäldern und Naturschutzgebieten unterwegs ist, wird dieses laute Klopfen bereits vernommen haben. Die Spechte sind in der Systematik der Vögel eine artenreiche Familie aus der Ordnung der Spechtvögel. Diese Vogelfamilie enthält 35 Gattungen und mehr als 250 Arten. Neben den Echten Spechten gehören auch die Unterfamilie Zwergspechte und die artenarme Unterfamilie der Wendehälse zur Familie. Die meisten Spechtarten sind Standvögel und verlassen ihre Heimat im Winter nicht. Nur der Wendehals besucht im Winter sein Quartier in Afrika.
BUNTSPECHT:
Hört man ein lautes Hämmern im Garten, Wald oder Park, handelt es sich mit größter Wahrscheinlichkeit um den Buntspecht. Weitaus häufigster der schwarz-weiß-roten Spechte; meist leicht erkennbar am satten Rot von Unterschwanzdecken und Steiß, scharf vom weißlichen Bauch abgesetzt, ferner an den ungezeichneten Flanken und den großen, ovalen, weißen Schulterflecken.
Buntspecht
Kennzeichen: Schwarzweißes Gefieder mit hellem Bauch. Das Männchen hat einen roten Nackenfleck, während das Weibchen dort schwarz gezeichnet ist. Helles scharfes „kix” als Warnruf. Der Trommelwirbel ist kurz und schnell. Fliegt wie alle Spechte wellenförmig, wobei an der tiefsten Stelle des Fluges kurz mit den Flügeln geschlagen wird, während sie sonst eng am Körper anliegen.
Vorkommen: Ganzjährig in dichten Wäldern, lichten Parks, Alleen und großen Gärten. Jetzt bei Schadholz oder Borkenkäfer befallene Bäume leicht anzutreffen
Lebensraum: Der Buntspecht ist die am wenigsten spezialisierte heimische Spechtart und deshalb auch die am häufigsten vorkommende. Man kann ihn sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern finden, aber auch in Parks und in der Kulturlandschaft, sofern dort Alleen, Windschutzstreifen oder kleine Baumgruppen vorhanden sind. Eichen- und Buchenmischwälder mit viel Alt- und Totholz sind für ihn optimale Lebensräume. Einförmige Fichtenreinbestände weisen nur geringe Spechtvorkommen auf.
Nahrung: Holzinsekten, die aus der Rinde und morschem Holz gehackt werden. Dabei hilft auch die lange Zunge, die 40 mm weit vorgestreckt werden kann. Außerdem Nadelbaumsamen. Dazu klemmt der Specht den Zapfen geschickt in Astlöchern oder in Rindenritzen ein (sog. „Spechtschmiede”), um an die Samen heran zu kommen. Im Winter auch an Futterstellen. Teilweise werden auch Jungvögel und Eier gefressen.
Lautäußerungen: Dem Anlocken der Weibchen in der Balzzeit und der Revierabgrenzung dient das „Trommeln“, eine sehr schnelle, bis 2 Sekunden dauernde Folge von 10–15 Schnabelschlägen. Die Männchen beginnen mit dem Trommeln, sobald die von ihnen gezimmerte Höhle bezugsfertig ist, und nutzen dabei alle verfügbaren Resonanzkörper. Typisch sind hohle Baumstämme oder tote Äste. Auch die Weibchen lassen Trommelwirbel erschallen, wenn sie sich im Revier eines Männchens befinden, und machen damit auf sich aufmerksam.
Fortpflanzung: Der Buntspecht ist wie alle Spechte ein Höhlenbrüter. Die Bruthöhlen zimmert er selbst und bevorzugt dazu weiche Holzarten und morsche alte Bäume. Er beginnt viele Höhlungen auszuarbeiten, bevor er eine einzige vollendet. Er legt 4 bis 7 weiße Eier, die etwa 11–13 Tage lang bebrütet werden. Die Jungvögel werden etwa 3 bis 4 Wochen lang gefüttert, bis sie ausfliegen.
GRÜNSPECHT
Wurde früher irrtümlicher Weise, wie auch der Grau- und der Schwarzspecht, als “Gießvogel” oder “Windracker” bezeichnet, womit eigentlich aber der Wendehals gemeint war. Wird selten auch Grüner Baumhacker, Holzhauer oder Grünling genannt. Da sein Ruf an den eines Pferds erinnert, trägt er auch den Namen Wieherspecht.
Stimme: Seiner Stimme verdankt der Grünspecht den Namen „lachender Specht“. Er macht sich besonders durch seinen Gesang und seine Rufe bemerkbar. Sein dynamischer, meist mehrsilbiger Ruf gleicht einem gellenden Lachen: „kjückkjückkjück“. Man kann ihn das ganze Jahr über hören. Er wird oft im Flug geäußert. Zur Balzzeit baut der Grünspecht diesen Ruf zu einer langen lachenden Strophe aus, seinem Gesang: „klüklüklüklüklü“. Der Grünspecht singt, um sein Revier abzustecken und um Weibchen anzulocken. Neben diesem Gesang bringt der Grünspecht nur selten einen der bekannten Trommelwirbel hervor, die bei anderen Spechtarten die Hauptform der Revierabgrenzung darstellen.
Grünspecht
Kennzeichen: Der Grünspecht ist eine Zwillingsart vom Grauspecht und somit leicht verwechselbar. Der Grünspecht ist hähergroß mit olivgrüner Oberseite. Aus der Nähe roter Scheitel und schwarze Maske um das weiße Auge sichtbar, das Männchen ist durch seine rote Wangenstreifmitte zu erkennen. Fliegt oft in stark bogenförmiger Flugbahn. Meist durch Stimme zu entdecken. Ruft im Flug laut gellend “kjükjüKJÜCK”. Gesang in laut lachenden Strophen von jeweils 10-18 “klü”-Lauten. Trommelt nur selten. Von Kopf bis Schwanz misst er zwischen 30 bis 36 Zentimeter und kommt auf eine Spannweite von 45 bis 51 Zentimeter.
Lebensraum: Der Grünspecht findet überall dort ein Domizil, wo es alte Bäume zur Anlage von Höhlen und ausreichend Ameisen gibt – sei es in halboffenen Waldlandschaften, in Gärten und Parks oder auf städtischen Brachflächen. Besonders geeignete Bedingungen bietet auch die Streuobstwiese. Aber auch Industriebrachen hat der Grünspecht zunehmend für sich entdeckt. Dort nimmt er im Gegensatz zu den Streuobstwiesen sogar stark zu. Im städtischen Bereich bieten besonders Ortsränder und Gegenden mit altem Baumbestand ideale Bedingungen für den Grünspecht – sofern dort keine Pestizide verwendet werden, die seine Nahrungsgrundlage, die Ameisen, beeinträchtigen. Außerdem ist er ein echter Europäer. Mehr als 90 Prozent seines weltweiten Verbreitungsgebietes befinden sich in Europa. Hier besiedelt er fast den ganzen Kontinent mit Ausnahme von Irland, dem mittleren und nördlichen Skandinavien und den nördlichen und östlichen Teilen des europäischen Russlands. Außerdem brütet er im Kaukasus, in Bergregionen der Türkei und des nördlichen Iran und Irak. Dabei nimmt seine Häufigkeit mit der Strenge der Winter von West nach Ost ab. Mit seiner weitgehend auf unseren Kontinent beschränkten Verbreitung tragen wir als Europäer die wesentliche Verantwortung für den Schutz dieser Art. Alte Bäume sind für den Grünspecht lebenswichtig. Nur in ausreichend dicken Bäumen mit weichen Stellen kann er seine Höhlen anlegen, bevorzugt in zwei bis zehn Metern Höhe. Grünspechte beginnen häufig mehrere Höhlen, die in späteren Jahren, wenn der Höhlenanfang etwas angefault ist, fertig gebaut werden. Das Eingangsloch ist meist sechs mal sieben Zentimeter groß. Der gemeinsame Höhlenbau ist ein Ritual, das Männchen und Weibchen aneinander bindet. Doch nicht jedes Jahr gönnt sich der Grünspecht eine neue Behausung. Oft bezieht er auch vorhandene Höhlen, wie die Schlafhöhle aus dem vergangenen Winter.
Grünspechte hinterlassen in ihren Revieren viele Spechthöhlen, die von anderen höhlenbewohnenden Arten zur Brut genutzt werden: von verschiedenen Meisenarten, Staren, Kleibern, Halsband- und Trauerschnäppern oder Gartenrotschwänzen. Für letzteren – den Vogel des Jahres 2011 – ist der Grünspecht zum Beispiel ein wichtiger Baumeister. Aber auch Fledermausarten, Siebenschläfer und Hornissen profitieren von den Grünspechthöhlen. Besonders beliebt sind beim Grünspecht Weiden, Pappeln und Obstbäume. Leider werden diese in öffentlichen Grünanlagen und Gärten wegen übertriebener Verkehrssicherheit oft unnötig entfernt. Dabei würde ein Zurückschneiden oft genügen. Totes Holz bietet Wohnraum für viele Insekten, darunter auch einige spezialisierte Ameisenarten.
Nahrung: Zwischen Morgengrauen und Dämmerung ist der Grünspecht aktiv und bleibt seinem Revier treu. Täglich fliegt er die gleichen Routen und besucht dieselben Plätze, um Ameisen zu finden. Unter allen Spechten ist er am stärksten auf sie spezialisiert. Auch seine Jungvögel füttert der Grünspecht ausschließlich mit Ameisen. Während andere Spechte ihre Nahrung an Bäumen finden, sucht er gezielt auf lockeren Böden mit Störstellen ohne oder mit wenig Vegetation. Pro Tag frisst ein Grünspecht etwa 2.000 Ameisen.
Interessant:Unter allen europäischen Spechten hat der Grünspecht die längste Zunge. Er kann sie bis zu zehn Zentimeter vorstrecken. Mit diesem harpunenartigen Instrument erwischt er auch gut versteckte Ameisen. Dabei hilft ihm sein Schnabel als kombiniertes Werkzeug, das er als Meißel, Zange oder Axt einsetzt. Er schlägt Löcher in Ameisennester im Boden oder in weiche Baumstümpfe. Mit seiner Zunge, einem hochempfindlichen Tastorgan, dringt er in die Ameisengänge ein. Gefundene Ameisen, deren Larven und Puppen, bleiben an ihr kleben. Manchmal schlägt er auch die Ameisennester auseinander. Dabei bewegt er sich, als ob er einen Taktstock schlägt. Zu einem geringen Teil fressen Grünspechte auch andere Insekten, Regenwürmer und Schnecken sowie Beeren und Obst.
SCHWARZSPECHT
Als Pionier des Waldes erschließt der Schwarzspecht vielen anderen Höhlenbrütern den Wald und insbesondere das Altholz. Wirtschaftsdenken und Ordnungsliebe gefährden diesen Lebensraum, so dass der Schwarzspecht stellvertretend für weitere Höhlenbrüter steht.
Name: Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) zählt zur Familie der Spechte (Picidae), allesamt Höhlenbrüter, die sich – von wenigen Ausnahmen abgesehen – ihre Nisthöhlen selbst zimmern.
Kennzeichen: Der hoch entwickelte Schwarzspecht ist der größte Specht in unseren Breiten (bis zu 50 cm lang inklusive Schwanz). Sein Gefieder schimmert matt schwarz. Am Kopf trägt das Männchen einen komplett roten Scheitel, der sich beim Weibchen auf einen roten Nackenfleck beschränkt. Der Schnabel, besonders ausgeprägt und kräftig, ist gelblich bis elfenbeinfarben, die Iris blassgelb.
Nahrung: Der Schwarzspecht ernährt sich vorwiegend von Larven und Puppen, adulten Ameisen und Holz bewohnenden Käfern (Borken- und Bockkäfer). Daneben frisst er Hymenopteren, Käfer, Dipteren, Schmetterlings-Raupen, Spinnen und kleine Schnecken. Nur äußerst selten versorgt er sich zusätzlich mit Beeren und Früchten.
Lebensraum: Der Schwarzspecht ist eng an alte Baumbestände gebunden, wobei die Holzart eine untergeordnete Rolle spielt. In Altholzbestände wie 80 bis 100-jährige Buchen mit mindestens 4 bis 10 Meter astfreien und über 35 cm starken Stämmen, baut er seine Brut- und Schlafhöhlen.
Fortpflanzung: Die Nesthöhle wird 30 bis 55 cm tief in die Stämme gebaut. Ende März oder Anfang April legt das Weibchen 2 bis 6 spitzovale, weiß glänzende Eier. Schon nach 12 bis 14 Tagen schlüpfen die Jungen, die entsprechend der kurzen Brutdauer noch nicht weit entwickelt sind. Ihre Nestlingsdauer beträgt in der Regel 27 bis 28 Tage. Schwarzspechte brüten einmal pro Jahr, bei Gelegeverlust kommt es jedoch zu einer Ersatzbrut.
Lautäußerungen: Besonders intensiv ist sein 10 bis 20-silbiger Ruf zur Fortpflanzungszeit, z.B. kwoih-kwihkwihkwihk-wikwikwik. Warnruf ist ein der Dohle ähnliches kijak, Flugruf kürr-kürr-kürr und Standortruf kliööh. Der Trommelwirbel des Männchens besteht aus etwa 17 Schlägen pro Sekunde. Daneben ist auch demonstratives Klopfen und langsameres Trommeln zu hören.
Verbreitung: Das Areal des Schwarzspechts reicht in der gemäßigten Zone von Südwest-Europa, Frankreich und Norwegen nach Osten bis Sachalin und Nord-Japan. In Europa ist er von Tieflagen bis in die montane und – in geringerer Dichte – auch bis in die subalpine Stufe anzutreffen.
Bestand: Die Schwerpunkte der Verbreitung liegen in Osteuropa, Deutschland und Polen. In Deutschland wird der Bestand auf 28.000 bis 44.000 Brutpaare geschätzt.
Gefährdung: Der Bestand des Schwarzspechts wird derzeit zwar nicht als bedroht angesehen, doch er ist unmittelbar von der forstwirtschaftlichen Nutzung abhängig. Ein früher Umtrieb von (Buchen-) Althölzern und selektives Entfernen von Höhlenbäumen engen seine Brutmöglichkeiten ein.
GRAUSPECHT
Der Grauspecht ist die Zwillingsart des Grünspechtsund der zweite bei uns lebende „Erdspecht“. Von Osten her ist er vor langer Zeit verstärkt nach Westen gewandert, während der Grünspecht stets ein „echter Europäer“ war. Der Grauspecht ist etwas kleiner als der Grünspecht. Auf den ersten Blick guckt man einem Grünspecht nach, auch die Stimmen der beiden Spechtarten sind zum Verwechseln ähnlich. Auf den zweiten Blick lässt er sich jedoch durch seinen grauen Kopf, seine mattere Unterseite und das hellere Gesicht von seinem Zwillingsbruder unterscheiden. Die Stimmen sind bei genauerem Hinhören auch zu unterscheiden und nebenbei auch die beste Chance, um auf diesen etwas heimlichen Specht aufmerksam zu werden.
Stimme des Grauspechts: Bei Beunruhigung Serien etwas unterdrückt klingender „tjk“-Rufe.
Gesang aus Strophen von 6 -9 Pfeiftönen, die sukzessive in der Tonhöhe abfallen und nach den drei Anfangstönen langsamer werden „kikiki kü-kü-kü-kü kö“, leicht nachzupfeifen, ohne den lachenden Ton des Grünspechts, klingt eher wehmütig. Trommelt häufig in lauten, recht schnellen und ca. 1,5 s dauernden Serien.
Aussehen: Größe: ca. 27 – 32 cm, Spannweite: ca. 45 – 51cm
Kennzeichen: Kleiner als Grünspecht und eigentlich nur mit diesem zu verwechseln; im Vergleich zu Grünspechten mit etwas kleinerem, mehr gerundetem Kopf, was durch den etwas kürzerem und schwächeren Schnabel betont wird (wirkt dadurch „freundlich“), ferner mit andersartigem, mehr einheitlich grauem Kopfmuster und weniger Schwarz (nur Zügel) um bernsteinfarbenes Auge, mit schmalerem Wangenstreif sowie bei Männchen mit Rot auf den Vorderscheitel beschränkt, bei Weibchen ganz Rot auf dem Scheitel. Oberseite überwiegend moosgrün (nicht gelbgrün wie Grünspecht), Unterseite ungebändert hellgrau (mit schwacher Grüntönung), nicht gelb getönt.
Jugendkleid: Sehr ähnlich Adult, jedoch mit etwas matteren Farben.
Grauspecht
Spärlicher Brut- und Standvogel
Verbreitung: Das Areal des Grauspechts erstreckt sich in Europa von Griechenland, NW-Frankreich und S-Norwegen in schmalem Band nach Osten bis zum Pazifik.
Verbreitung: Der Grauspecht ist mit größeren Lücken überall verbreitet. Das Brutareal hat sich im Vergleich zur letzten Kartierung von 1996-99 vergrößert.
Verhalten: Grauspechte halten sich gern am Boden auf und suchen dort hüpfend nach Fressbarem. Gefundene Ameisen werden dann mit Hilfe ihrer langen Zunge aufgenommen.
Lebensraum: In großen Parkanlagen, in lichten Laub- und Mischwäldern mit vielen morschen Laubbäumen, oft an Gewässerufern, in Auwäldern. Auch noch oben in den Bergen zimmern die Grauspechte bereits bald im Frühjahr in modernden Baumstämmen von Eichen, Erlen, Birken, Weiden, Pappeln, Obstbäumen und auch anderen Baumarten ihre bis 50cm tiefen Höhlungen.
Nahrung: Vor allem Ameisen; besucht Futterstellen. Im Winter hacken Grauspechte in Ameisenhaufen bis 75cm tiefe Löcher, um an ihre beliebte Nahrung, die überwinternden Ameisen, zu gelangen. Sie fressen jedoch auch Fichtensamen und andere Samenkörner.
Bruthöhle: Höhleneingang ca. 5,5 cm. Es arbeiten beide Partner, das Männchen leistet jedoch den größeren Teil der Arbeit. Nach etwa zwei Wochen ist die Höhlung fertig, und das Männchen zimmert dann oft noch ein weiteres ähnliches Loch, in dem es übernachtet.
In dieser Zeit ist das Grauspechtmännchen sehr unverträglich und verjagt jeden Nebenbuhler sehr energisch aus seinem etwa 1 km² großen Brutrevier.
Eiergröße: 24,3 bis 30,0 x 19,0 bis 21,6 mm
5 bis 10 Eier liegen nur auf einigen Holzspänen und beide Altvögel brüten abwechselnd 17 bis 18 Tage.
Jungvögel: Gemeinsam füttern die Grauspecht-Altvögel auch ihre Jungen mit Ameisen und ihren Puppen. Nach 25 Tagen verlassen sie jedoch zur Nacht noch zurückkehren.
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