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Stockente

Stockente (Anas platyrhynchos)

Vogelarten der Gewässer

Die Stockente ist unsere größte und häufigste heimische Schwimmente. Wie die meisten Vögel auch, leben sie in Einehen. Sie ernähren sich hauptsächlich vegetarisch, wie Samen, Körner, junge Triebe und Blätter. Ab und zu fressen sie auch Würmer, Weichtiere und Insekten. Leider werden sie von den Menschen oft mit zu großen Mengen Brot gefüttert. Dadurch kommt es gelegentlich zu viel zu hohen Besätzen. Als Folge gehen dann oft schlimme Krankheiten um. Es kann sogar, durch größere Mengen von verschimmelnden Brotresten zum “Umkippen” kleinerer Teiche führen. Im Winter ziehen Stockenten im Gegensatz zu anderen Vögeln nicht in den Süden, sondern bleiben bei den Seen ihrer Geburt. Obwohl sie recht gut fliegen können, ist ihnen der Flug in wärmere Gefilde zu anstrengend.

Merkmale : Die Stockente bringt 700-1500 g auf die Waage. Ihre Länge beträgt 58 cm und ihre Flügelspannweite bis zu 95 cm. Sie kann bis zu max. 110 km/h schnell fliegen. Das Prachtkleid des Männchens, Erpel genannt, ist grau, mit brauner Brust, bräunlichem Rücken und schwarzen Ober- und Unterschwanzdecken. Der Kopf ist metallisch grün mit weißem Halsring darunter, der Schnabel grün-gelb. Am Hinterrand der Flügel befindet sich ein metallisch blaues, weiß gesäumtes Band, der “Spiegel”. Die Schwanzspitzen sind aufgerollt (Erpellocken). Das Männchen ist von Juli bis August im Schlichtkleid zu sehen, das dem Weibchen ähnelt. Das Weibchen ist nicht so prächtig gefärbt und hat eine braun-grau gesprenkelte Tarnfärbung. Das einzige auffällige ist der Flügelspiegel, der dem des Männchens entspricht. Die Enten mausern zweimal im Jahr, d.h. sie verlieren ihre Federn und ersetzen sie durch neue. Die Enten haben ca. 10.000 Daunen und Deckfedern, die sie vor Nässe und Kälte schützen. Sie fetten ihr Federkleid immer ein, damit kein Wasser durch das Gefieder dringt. Eine Drüse an der Schwanzwurzel, die Bürzeldrüse, liefert das Fett . Die Ente nimmt das Fett mit dem Schnabel auf und streicht es damit ins Gefieder.
Auf dem Wasser wird die Ente von einem Luftpolster getragen. Die Luft hält sich zwischen dem Daunengefieder, und die Deckfedern schließen die Daunen ab. Zusammen mit dem Fettpolster unter der Haut verhindert die eingeschlossene Luftschicht, dass die Ente auskühlt. Luft und Fett sind schlechte Wärmeleiter, dadurch geht kaum Körperwärme verloren.

Fortpflanzung: Die Paarungszeit ist das Frühjahr. Die Balz (Paarungsspiel) läuft dabei nach einem komplizierten Ritual ab. Stockenten bauen ihr Nest aus Pflanzen an einer Uferböschung. Die Weibchen brüten zweimal im Jahr. 7-16 Eier werden 25-30 Tage lang ausgebrütet. Drei Tage vor dem Schlüpfen beginnen die Küken zu piepen. Mit dem Eizahn (spitzer Zahn am Schnabelende) bohrt es ein Loch in die Kalkschale des Eis und strampelt sich aus der Schale, danach bleibt es erschöpft liegen. Enten sind Nestflüchter, d.h. sie sind beim Schlüpfen bereits sehr weit entwickelt, verlassen nach kurzem das Nest und können von Anfang an schwimmen. In den ersten Stunden ihres Lebens laufen sie demjenigen nach, den sie zuerst sehen. Das ist meist die Mutter. Nach 8 Wochen können sie fliegen.
Ernährung: Die Nahrung der Stockente besteht überwiegend aus pflanzlichen Stoffen. Sie liebt Sämereien, Früchte, Ufer- und Landpflanzen, Insekten, Larven, kleine Krebse und Würmer. Im Herbst frisst sie Eicheln und andere Nüsse. An Futterstellen fressen die Stockenten auch gelegentlich Brot und Küchenabfälle. Bei der Futtersuche und bei Gefahr tauchen die Enten unter. Wenn sie das bei der Futtersuche tun, nennt man es “Gründeln”. Der Schwanz ragt dabei senkrecht nach oben aus dem Wasser heraus. Mit ihrem Schnabel beißen sie Pflanzenteile ab und drücken das Wasser, das sie auch aufgenommen haben, durch die Hornleisten des Schnabels nach draußen. Diese Teile des Schnabels wirken wie ein Küchensieb. Die Nahrung bleibt daran hängen.
Jagdzeiten in Südtirol: vom 01. Oktober bis 15. Dezember

Stimme der Stockente

Blässhühner

Foto: Mattes Fochs

Vorkommen und Verhalten: Das Blässhuhn trägt seinen Namen wegen der Stirnblesse, eines lackweißen Hornschildes, das den Vogel weithin kenntlich macht. Außer der Blesse gehören eigentümliche Lappen an den Zehen zu den besonderen Kennzeichen dieses Vogels.
Meist sieht man mehrere mit Kopfnicken auf dem Wasser schwimmen. Da sie aber ziemlich scheu sind, sieht man sie oft flügelschlagend über das Wasser laufen; sie rennen besonders in Eile mit den Füßen und Flügelspitzen schlagend, auf der Wasseroberfläche dahin. Meist lassen sie sich nach einem kurzen Stück aber wieder auf der Wasseroberfläche nieder. Blässhühner schwimmen relativ langsam und ruhig auf Seen und Teichen umher.
Blässhühner sind zwar gesellige Vögel, streiten aber viel mit ihren Artgenossen und anderen Wasservögeln, die ihnen oder ihrem Nest zu nahe kommen. Die Rallen kämpfen, mit Schnabel und Krallen kratzend, und versuchen, sich gegenseitig unter Wasser zu drücken. Plötzlich taucht das eine und das andere mit einem kleinen Sprung unter und kommt sehr bald wieder nach oben. In der Mauser werden Bläßhühner durch gleichzeitigen Abwurf aller Schwingen vorübergehend flugunfähig. Tagsüber lassen sie sich meist auf dem Wasser beobachten, nachts suchen sie an Land geschützte Ruheplätze zum Schlafen. Besonders geschickte Flieger sind Blässhühner nicht: Sie starten immer gegen den Wind und müssen zunächst lange auf der Wasseroberfläche Anlauf nehmen, bis sie sich in die Luft erheben. Ein Großteil der Blässhühner bleibt im Winter bei uns. Deshalb sind sie vor allem in dieser Zeit in großer Zahl zu finden: Sie rotten sich in großen Trupps auf offenem Wasser zusammen. Einige Tiere vorwiegend Weibchen, fliegen aber auch ein Stück nach Süden – etwa bis Italien, Spanien oder Griechenland und überwintern dort. Zu uns kehren sie schon wieder Anfang März zur Brutzeit zurück.
Ernährung: Bläßhühner nähren sich recht anspruchslos von Wasserpflanzenteilen, die sie tauchend abpflücken; auch Grasspitzen, Blüten, Getreide und Beeren nehmen sie. Außerdem ernähren sich Bläßhühner von Insekten, Schnecken, Muscheln, Würmern und zuweilen auch von kleinen Fischen und Vogeleiern.
Stimme, Balzgesang: Blässhühner geben Rufe von sich, die wie “köck” und “pix” klingen. Die Jungen fiepen, um mit den Eltern in Kontakt zu bleiben.

Foto: Armin Thaler (Danke für die Unterstützung)

Fortpflanzung:
Zur Balzzeit, schon Ende März, segelt das Männchen mit vorgestrecktem Hals und erhobenen Flügeln auf dem Wasser dahin. Im März beginnen beide Partner im Sumpf und Schilf, oft auch auf trockenem Ufer im Gebüsch, Gestrüpp ihr Revier zu besetzen und gemeinsam das Nest aus Schilf- und Rohrstängeln sowie Blättern zu bauen. Manchmal bauen Blässhühner auch ein halbrundes Dach über das Nest, manchmal aber liegt es offen da und das bis zu 20 Zentimeter große Nest schwimmt auf dem Wasser. Es wird mit einigen Halmen am Ufer befestigt. Eine Art Rampe führt vom Wasser zum Nest hinauf. Meist baut das Weibchen eifriger als das Männchen.
In dieser Zeit kommt es auch zu richtigen Kämpfen – und zwar nicht nur zwischen den Männchen, sondern auch zwischen den Weibchen. Mit Flügelschlägen, Fußtritten und Schnabelhieben verteidigen sie ihr Revier.

Das Weibchen legt Mitte April sieben bis zehn fünf Zentimeter lange Eier. Das volle Gelege hat 6 bis 9 Eier, zuweilen noch mehr. Sie sind starkschalig und auf gelblich-weißem Grunde purpurschwarz gepunktet.
Gebrütet wird abwechselnd. Der Partner, der gerade nicht brütet, zieht sich nachts zum Schlafen in ein extra erbautes Schlafnest zurück. In 21 bis 24 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie sind dunkel gefärbt und besitzen ein schwarzes Daunenkleid mit roten Kopf, einen roten Schnabel mit weißer Spitze.

Sind sie alle geschlüpft, führen beide Eltern gemeinsam und halten den Kücken das Futter vor. Sie bleiben nur einen Tag im Nest, dann folgen sie den Eltern auf das Wasser. Erst nach einigen Wochen teilt sich die Familie, jeder übernimmt einige Junge. Abends kehren sie alle gemeinsam zum Aufwärmen und Schlafen ins Nest zurück.
Blässhuhn-Küken geben oft fiepende Rufe von sich. So bleiben sie mit ihren Eltern in Kontakt. Bevor sie wie die erwachsenen Vögel gefärbt sind, tragen sie das so genannte Jugendkleid: Das Gefieder am Körper ist braunschwarz und nur die Vorderseite des Halses ist weiß. Wie alle Rallen werden die Bläßhühner erst sehr spät, mit 8 bis 9 Wochen, flugfähig.

Jagd:  Blässhühner werden auch in Südtirol immer noch gejagt. Natürliche Feinde sind Raubvögel wie Falken, Habichte oder Adler. Nicht zu vergessen sind auch Füchse, die aus der Lauer Blässhuhner reißen. Doch Blässhühner sind mutig und tapfere Eltern: Gemeinsam verteidigen ihre Jungen sogar gegen die viel größeren und stärkeren Schwäne oder Angreifer und versuchen die Angreifer zu vertreiben, indem sie viel Lärm machen und flügelschlagend das Wasser aufspritzen lassen. Schließlich tauchen sie ab und irritieren und entkommen so ihren Feinden.

Stimme Blässhuhn

Wachtel

Wachtel

Systematik
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Hühnervögel (Galliformes)
Familie: Fasanenartige (Phasianidae)
Gattung: Erdwachteln (Coturnix)
Art: Wachtel
Vorkommen und Verhalten:
Die Wachtel ist ein kleiner, etwa starengroßer Vogel. Sie ist das kleinste Feldhuhn und zählt aus zoologischer Sicht zu den Hühnervögeln. Die Wachtel (Coturnix coturnix) ist im Verborgenen lebender Vogel, der jedes Jahr aus Afrika nach Europa zieht. Man unterscheidet die etwa 18 cm große Europäische Wachtel (zool.: Coturnix coturnix) von der etwa 15 cm großen Japanischen Wachtel (zool.: Coturnix japonica). Das Verbreitungsgebiet der Europäischen Wachtel sind die gemäßigten Gebiete Europas. Hauptsächlich sind sie in Italien, Spanien, Griechenland und Südrussland verbreitet. Die Wachtel ist ein Zugvogel (der einzige unter den Hühnervögeln) und zieht im Herbst nach Nordafrika. Als Körner- und Insektenfresser finden sie in Gegenden in denen überwiegend Getreideanbau betreiben wird die besten Lebensbedingungen. Heute sind Wachteln stark in ihrem Bestand gefährdet und in vielen Regionen verschwunden. Vor allem der Rückgang geeigneter Lebensräume und die Verfolgung auf dem Zugweg werden hierfür verantwortlich gemacht. Man kann sie zwar in der Morgen- und Abenddämmerung hören, meist ist sie jedoch nicht zu sehen.

Kennzeichen:  Merkmale entsprechend ihrer Lebensweise sind die Flügel dieser kleinen Hühnervögel (18 cm Körperlänge) gut zum Flug über weite Strecken geeignet; sie sind wenig gewölbt und an der Spitze (1.-3. Schwinge) verlängert. Dabei fliegen sie außerhalb der Zugzeit ebenso ungern wie andere Hühnerarten. Vom nicht voll ausgefärbten Rebhuhn ist die Wachtel durch die rahmfarbenen Streifen am Kopf unterscheidbar. Die Männchen („Wachtelhähne“) sind orangebraun, das Kopfmuster ist variabel und aus hellen und dunklen Streifen, ebenso besitzen sie einen Schwarzen Kehlkopf und ein weißes ” Halsband”. Die Weibchen („Wachtelhennen“) sind ähnlich, wobei das Kopfmuster weniger ausgeprägt und die Färbung sandbraun ist. Der Schnabel beider ist eher klein und gebogen. Größe 18-20 cm; Gewicht: ca. 150-250 g. Sie erreichen eine Lebensdauer von 3 Jahren. Der Schnabel ist an der Stirn etwas erhöht und grau. Die braune Oberseite wirkt durch gelblichweiße Schaftstriche und viele schwarze oder hellbraune Querbänder einfach gemustert. Erwachsene Wachteln mausern zweimal im Jahr.
Die Nahrung besteht aus Insekten und deren Larven, Getreidekörnern und anderen Pflanzensamen sowie jungen Pflanzentrieben.
Zucht in Japan wurde die dort einheimische Wachtel wegen ihres Fleisches und der Eier domestiziert, nachdem man sie ursprünglich nur ihres Gesanges wegen im Haus gehalten hatte. Inzwischen hat sich eine regelrechte Wachtel-Industrie entwickelt. Die Wachteln werden in »Batterien« gehalten, in denen die einzelnen Käfige kaum größer sind als der Vogel selbst. So legen gute Weibchen 250-300 Eier im Jahr, beginnend in einem Alter von 35-60 Tagen. Die Legeperiode hält 8-12 Monate an. Auch in Europa (Italien) nimmt die Bedeutung der Wachtel als Eier- und Fleischlieferant zu.

Stimme:

 

Die Laute, die der Wachtelhahn von sich gibt, ist ein dreisilbiges “Pick-Per-Wick” geschrieben als Bück-den-Rück) und dies meist in der Dämmerung. Weibchen hingegen hört sich eher an wie ein quaken. (reinhören)
Brut: In den weiten Graslandschaften oder – in zunehmendem Maße – in Kulturlandschaften sind besonders in den Dämmerungs- und Nachtstunden die lauten und melodischen »Schläge« der Hähne zu hören. Die Hähne leben polygam und sammeln mehrere Weibchen in ihrem gegen andere Hähne energisch verteidigten Revier. Daraus folgt, daß sie sich nur unwesentlich am Brutgeschäft beteiligen können. Die recht ausführliche Balz beginnt mit einer Futterübergabe. Nest kratzt die Henne eine Mulde in den Boden, die sie nur dürftig mit Pflanzenteilen auskleidet. Während sie die 8-12 Eier bebrütet, hält sich der Hahn nur noch in größerer Entfernung auf. Die Hähne leben in Einehe, überlassen dennoch den Weibchen das Brutgeschäft. Die Jungen schlüpfen nach 17 Tagen. So werden auch die Jungen allein vom Weibchen geführt.

FASAN (Jagdfasan)

Fasanen fühlen sich dort wohl, wo Felder und Feldgehölze sich mit kleinen Wäldern abwechseln und wo noch ein wenig Wasser in der Nähe ist. Gegen Winterkälte sind Fasanen sehr empfindlich. In Gegenden mit viel Schnee und Frost können sie deshalb kaum überleben. In schneearmen, wintermilden Gegenden halten sich die bunten Vögel in der freien Natur auf.
Um ihre Küken aufziehen zu können, benötigen Fasanen viele verschiedene Insektenarten als Futter. Diese finden sie vor allem an Feldrändern, an denen noch Gras und Kräuter wachsen dürfen. Spritzen Landwirte Gift, vernichten sie nicht nur die Insekten, sondern auch die jungen Fasanen, denn diese brauchen unbedingt tierisches Eiweiß, um wachsen und gedeihen zu können.
Männliche Fasanen sind sehr farbenfroh und werden etwa 85 cm lang. Da die in Europa angesiedelten Fasanen meist ein Gemisch aus den verschiedensten Rassen sind, gibt es viele Abweichungen in Aussehen und Farbe. So gibt es Jagdfasanen mit weißem Halsring und Vögel, die keinen Halsring haben. Fasanenweibchen werden etwa 60 cm lang, sind ziemlich einfarbig braun und nicht ganz so langschwänzig wie die Männchen.

FASAN

Hahn: Gesamtlänge 80 – 90 cm, davon Schwanzlänge ca. 45 cm

Henne: Gesamtlänge 60 cm, davon Schwanzlänge ca. 30 cm

Gewicht: Männchen 1150 – 1300g, Weibchen ca. 900g
Lebensalter: 10-15 Jahre
Nahrung: Samen, Früchte, Wurzeln, grüne Pflanzenteile, Kleintiere, Insekten für die Küken
Fortpflanzung im Nest: Nest, Bodennest als flache Mulde, kahl oder mit Gras, Blättern, und Pflanzenhalmen ausgelegt, geschützt durch höhere Pflanzen.
Gelege: 8-12 Eier; olivbraun, glatt, glänzend,
Brutdauer: 23 Tage. Eiablage täglich, Brutpflege allein durch das Weibchen.
Nestlingsdauer: Nestflüchter, flugfähig mit 10-12 Tagen, Aufzucht nur durch das Weibchen.

Lebensräume: Der Fasan ist tagaktiv. Er ist ein gute Läufer, fliegen kann er hingegen nur sehr schwerfällig. Erwachsene Vögel haben meist einen Schlafbaum. Die Hähne markieren ihr Revier und verteidigen ihren Balzplatz gegen andere Fasanen. Im ersten Lebensjahr ist die Sterblichkeit sehr hoch. Feinde sind Greifvögel, Marder und Füchse. Küken werden gelegentlich Opfer von Krähen oder Elstern. Fasane hören und sehen gut, ihr Geruchssinn ist dagegen eher unterentwickelt. Der Fluchtreflex ist beim Jagdfasan sehr ausgeprägt, die Vögel sind zudem sehr schreckhaft. Gegenüber nasskalten Sommern oder Winterkälte ist er überaus empfindlich. Die bevorzugten Lebensräume sind ursprünglichlichte Auwälder, Baumsteppen, die Uferzonen von Flüßen und Seen und ähnlich reich strukturierte Gebiete. Ausgenommen ist der dichte Wald. In unserer Kulturlandschaft sind es parkähnliche Landschaftsteile, auch Ackerbaugebiete, Weinkulturen, in Obst- und Kleingartenanlagen. Wichtig ist nur, daß neben Wasser auch genügend Dickicht wie dichtes Gebüsch oder Schilfbestände sowie Baumgruppen zum abendlichen Aufbaumen vorhanden sind. An sein Gehege stellt der winterharte Jagdfasan keine besonderen Ansprüche. Zu beachten ist lediglich, daß er, wenn er erschreckt wird, oft recht stürmisch und wuchtig hochfliegt. Einem Hahn kann man 2 – 5 Hennen beigeben. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, daß der Fasan neben Körnern (auch gern Eicheln) viele Insekten und deren Larven vertilgt. Bei unserem Futter sind daher entsprechende Mengen an tierischem Eiweiß zu berücksichtigen. In der Balzzeit kennzeichnet der Hahn sein Revier mit lauten Doppelrufen und Flügelschwirren. Mit angeschwollener, hochroter Augenumgebung und aufgerichteten Federohren wird die Henne in typischer Seitenstellung angebalzt.
Meist ab Anfang Mai werden in eine gut versteckte Bodenmulde rund 12 – 15 olivgrüne Eier gelegt. Die Brutdauer beträgt 24 Tage. Im Gehege werden die Jagdfasanen oft zu ausgesprochenen viel legern, die bis zu 50 Eier ablegen. Meist sind sie jedoch keine besonders guten Brüter. Das künstliche Erbrüten und die Aufzucht der schon nach 10 – 12 Tagen flugfähigen Küken ist aber nicht schwierig. So werden sie alljährlich zu Tausenden in Fasanerien erbrütet, aufgezogen und ausgewildert. Die flüggen Jungvögel haben einen kurzen, schmalen, rötlichen Schwanz und können mit Rebhühnern verwechselt werden. Fasanen fliegen mit lärmenden Flügelschlägen auf. Im Herbst des ersten Lebensjahres färben die Hähne ins Prachtkleid. Und im folgenden Frühjahr sind Hahn wie Hennen bereits zuchtfähig.

Stimme Fasan

Warnruf, oft beim Auffliegen, eine Folge schriller, heiserer, auf der ersten Silbe betonter, zweisilbiger Laute, “KU-tuk KU-tuk KU-tuk…”, in der Lautstärke oft abnehmend; Gesang des Weibchens ein lauter, plötzlicher, krächzender, auf der ersten Silbe betonter Doppellaut, etwa wie kräftiges Räuspern, oft gefolgt von kurzem, durch Flügelschlagen erzeugtem Schwirren, “KOHRK-kok (burrrrrr)”, meist von etwas erhöhter Warte aus vorgetragen.

 

Alpensteinhuhn

Foto und © Mair-Sieghart

Das Alpensteinhuhn zählt nicht zu den Rauhfusshühnern, ist weder ein Zugvogel noch ein Strichvogel, weicht den Unbilden der winterlichen Witterung also nicht durch südwärts gerichtete Wanderung aus. Stattdessen unternimmt es im Verlauf des Jahres vertikale Ortsverschiebungen. Das Steinhuhn zählt innerhalb der Familie der Fasanenartigen zur Unterfamilie der Feldhühner (Perdicinae), welche die Wachteln, Rebhühner. Steinhühner und Frankoline umfasst.

Aussehen: Das Steinhuhn ist in der Größe dem Schneehuhn gleich, es ist etwas größer als das Rebhuhn hat einen korallenrot gefärbten Schnabel und die Ständer (Beine) weisen dieselbe Färbung auf. Seine Gefiederfärbung ist unverkennbar charakteristisch durch blaugraue Brust und bräunlichgrauen Rücken, bunt gebänderten Rumpfseiten und einer schwarz umrandeten weißen Kehle. Henne und Hahn können dadurch unterschieden werden das der Hahn an seinen Ständern eine Sporenwarze aufweist die der Henne gänzlich fehlen. Die Geschlechter sind gleichgefärbt. Auffallend ist bei Steinhühnern die Querbänderung der Flanken. Die Henne ist etwas kleiner als der Hahn.

Vorkommen und Lebensraum: Das Verbreitungsgebiet des Alpensteinhuhns erstreckt sich über die ganzen Alpen in Höhenlagen von 700 – 2700 Meter über Meer. Es hält sich gerne in unübersichtlichen Steilhängen auf, wo es durch das felsenfarbige Gefieder hervorragend getarnt ist. Im Winter, wenn sich die Schneedecke schliesst, weicht es in tiefere Lagen aus und taucht auch in Siedlungsgebieten von Bergdörfern auf. Die kalten Winternächte verbringt es in selbst gegrabenen Schneehöhlen. Die Steinhühner leben im Hochgebirge in Ketten (Gesellschaften) zusammen, auf sonnenseitigen Hängen die früh ausapern.

Foto: und © Peter Schild – Dieses Foto wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

Lebensweise Verhalten: Das Steinhuhn wird mit einem Jahr geschlechtsreif und lebt in Einehe (Einehe = die Bindung von Hahn und Henne dauert ein Leben lang an). Die Balz der Steinhühner zieht sich von Ende März bis in den gesamten Juni hinein. Das Alpensteinhuhn ist ein Bodenbrüter, die Lage dieses Nestes befindet sich unter Bäumen, Felsen, sogar unter Almhütten und manchmal auf begangenen Steigen. Die Henne legt in eine flach gescharrte Mulde die mit Federn und Zweigen ausgepolstert wird ca. 9-14 gelbliche, rostbraun gefärbte Eier. Die Brutdauer beträgt ungefähr 24-26 Tage. In den ersten Lebenswochen nehmen die Küken nur tierische Nahrung zu sich (z.B. Insekten) und nehmen erst allmählich pflanzliche Kost zu sich wie Zirbennüsse oder Krokusse, Beeren, Knospen, Flechten und andere Pflanzenteile mehr.

Seine Lautäußerungen sind ein witt-witt-witt (ANHÖREN) mp3) das ähnlich dem Geräusch das beim Wetzen einer Sense entsteht ist. Es ist ein ausgezeichneter Flieger wobei der Flug beinahe geräuschlos ist. Es läuft auch hervorragend (meist bergaufwärts).

 

Besonderheit des Steinhuhns: Es kann vorkommen das die Henne zwei voneinander unabhängige Nester anlegt und in beide Nester Eier legt. Ein Nest wird dann von der Henne bebrütet und das andere vom Hahn.

Jagdzeiten: Das Alpensteinhuhn darf in Südtirol vom 15. Oktober bis 15. Dezember bejagd werden und unterliegt einer Abschussplanung des betreffenden Reviers

Textquelle mit Zustimmung von www.jagdweb.at

Auerhahn – Auerwild

Auerhahn mit Henne Foto und © Christian Surber (Verwendung genehmigt 2022)

Der Auerhahn, auch URHAHN oder GROßER HAHN genannt, gehört zu der Hohen Jagd. Das Auerwild ist die größte europäische Hühnerart. In den Alpen erreichen Auerhahnen eine Flügelspannweite von 1,20 – 1,40 m, eine Länge bis zu fast 90 cm und ein Gewicht von 3,5 bis 6 Kilo und sind die größten Rauhfusshühner unserer Alpen.

Foto: Lukas Marty

Merkmale:
Paarungszeit: April – Mai
Brutdauer: 4 Wochen
Gelege: 4 – 10 Eier

Auerhahn Foto Horst Zwischenberger

Der Hahn hat eine dunkelgrau-schwarze Grundfärbung. Seine Schwingen und die Befiederung seiner Ständer sind braun. Er hat einen weißen Achselfleck und seine Brust weißt ein metallisch blaugrün schillerndes Brustschild auf. Oberhalb seiner Augen besitzt er nackte, rote Rosen die zur Balzzeit stark anschwellen (Balzrosen). Sein Stoß (Spiel oder Fächer) weißt meist 18 bis 20 Oberstoßfedern, die Schaufeln, welche auf der Oberseite mehr oder weniger stark weiß gesprenkelt sind, auf. Sein Schnabel (Broker) ist schiefergrau bis elfenbeinfarben. Auf das Alter des Hahnes lassen Farbe und Form des Schnabels schließen. Der Schnabel des jungen Vogels ist blau-grau, der Oberschnabel glatt und wenig gekrümmt. Mit dem zunehmenden Alter wird die Schnabelfalbe gelbgrün.
Ab etwa dem vierten Lebensjahr entwickelt sich bei den Hahnen, unterhalb der Nasenlöcher eine Rille, die Schnabelrille, der Obernabel zeigt zwei deutliche Längsfurchen und seine Spitze ist lang und hakig, gebogen. Eine deutliche Ausprägung derselben deutet auf einen alten Hahn hin. Die Stoßfedern (Schaufeln) sind bei älteren Hähnen breiterund mehr abgerundet als bei den jungen Hähnen. Die Auerhenne ist mit 1,3 bis 2,3 Kilo wesentlich geringer als die Hahn. Die Henne hat als Grundfarbe ihres Gefieders eine mehr oder minder starke rostbraune bis rostgelbe Befiederung. Deutlich ausgeprägt ist ihr rostgelbes bis kastanienbraunes Brustschild. Die Querbänderung sowie Sprenkelung des Hennengefieders ist in den Farben schwarz und grau; sie ist im Gegensatz zur Birkhenne kräftiger. Ihr Stoß ist relativ lang und abgerundet. Das Auerwild bewohnt reich gegliederte, lichte Misch- und Nadelwälder mit Vorkommen von Altholzbeständen. Am günstigsten sind für das Auerwild Wälder in denen eine reiche Kraut- und Strauchschicht vorkommt, sowie Altholzbestände die sehr licht stehen. Die Balz: beim Auerwild ist stark von der Höhenlage und der Witterung abhängig. Sie kann bereits im März beginnen und ebenso noch im Juni vorhanden sein. Zumeist fällt sie aber in die Monate April bis Mai. Die Balz findet auf traditionellen Balzplätzen und Balzbäumen statt wobei der Hahn bereits am Abend seinen Balzbaum bezieht und somit Balz- und Schlafbaum identisch ist. Noch bei Finsternis beginnt der Hahn frühmorgens, nach kurzem Einspiel, seine Strophen und Gsetzln zu singen. Knappen – Triller – Hauptschlag – Wetzen.  Ein solches Gsetzl dauert etwa 6 Sekunden (wenn der Hahn gut eingespielt ist) und wird laufend wiederholt. Nach Sonnenaufgang überstellt sich der Hahn auf den Boden zur Bodenbalz. Dort balzt er weiter und macht ab und an statt des Schleifens einen Flattersprung. Dabei bringt er sich mit einigen Flügelschlägen in etwa 2m Höhe und kommt mit rüttelnden Flügelschlägen wieder laut polternd zu Boden. Während der Bodenbalz werden auch die Hennen befruchtet (getreten). Sobald die Henne mit der Eiablage beginnt erscheint sie in der Regel nicht mehr am Balzplatz. Die Eier werden, an geschütztem Ort, in eine flach gescharrte Mulde gelegt und von der Henne knapp 4 Wochen bebrütet. In den ersten Lebenswochen ernähren sich die Kücken tierisch (Insekten, Kerfe) um sich dann allmählich auf pflanzliche Kost umzustellen. Die Kücken (Gesperre) bleiben etwa bis Ende August Anfang September bei der Henne und werden dann selbstständig.

– AUERHAHN BALZGESANG mp3 (ANHÖREN).

 

Auerhahn mit Auerhennen - Foto und © Christian Surber (genehmigt)

Auerhahn mit Auerhennen – Foto und © Christian Surber (Verwendung genehmigt 2022)

Lebensweise: Das Auerwild ist ein scheuer, unauffälliger Waldbewohner der in seiner Bestandeszahl ( “Bestand” – Auerwild zählt zur hohen Jagd), gegenüber den Nachkriegsjahren, deutlich zurückgegangen ist. Die Ursache dafür liegt wieder einmal mehr nicht beim Jäger sondern in der Reduktion der Lebensräume vom Auerwild. Mischwälder wurden durch Monokulturen (Fichte) ersetzt, diese Monokulturen bedeuten das Aus für das Auerwild. In manchen Gebieten wurde bei der Waldbewirtschaftung wieder auf die Lebensraumbedürfnisse des Auerwildes gedacht. Der Erfolg, eine Bestandeszunahme des Auerwildes, stellte sich alsbald ein.

Nahrung: Auch der Verdauungstrakt der Raufußhühner ist besonders angepasst an die ballastreiche Nahrung aus Blättern, Heidelbeeren, Insekten, Zweigen und Nadeln. Kiefer – und Fichtennadeln bilden den Hauptteil der Nahrung, wobei auch die Nadeln der Zirbe angenommen wird. Mit dem scharfen Hornschnabel kann das Auerhuhn diese Nahrung abschneiden. Damit gibt es für Auerwild im Winter eigentlich kaum Nahrungsengpässe. Auerhühner verschlucken wie auch andere Hühner Magensteine, die im Magen zurückgehalten werden und sich allmählich abnutzen. Normalerweise sind das Kieselsteine, die sich nicht in Magensäure auflösen. Im Winter fressen Auerhühner statt der dann nur schwer erreichbaren Kieselsteine auch harte Holzteile oder Kerne. Die karge Winterkost aus Kiefernnadeln ist für den Magen des Auerhuhns nur mühsam zu verdauen. Deshalb fressen sie, wie andere Vögel, die sich von Pflanzen ernähren, teils große Mengen kleiner Steinchen. Das unterstützt den Magen, die Pflanzenteile mechanisch zu zerkleinern.

Jagdzeiten: In Südtirol ist das Auerwild ganzjährig geschützt und darf somit nicht bejagt werden

Text Auerhahn wurde uns freundlicherweise von (www.jagdweb.at ) zur Verfügung gestellt