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Spielhahn

Das Birkwild (Spielhahn)

Foto: Jeanny Müller

Auch das Birkwild gehört zu den Wald- und Rauhfußhühnern. Wie beim Auerwild trägt der Hahn ein Prachtgefieder, während die Henne auch durchweg hellbraunem Grund schlicht dunkel gebändert ist. Der Hahn wird ca. 50 cm groß und bis 1,5 kg schwer. Hennen etwas weniger. Auffallend sind beim Hahn die “roten Rosen” über den Augen (Seher). Der Spielhahn ( eigentlich Birkhahn genannt ) ist etwa so groß wie ein normales Haushuhn. Anders als beim Auerhahn sind die Stoßfedern (das Spiel). Junge Hähne tragen beiderseits je ein bis zwei, -alte bis zu vier krumme Federn (Sicheln) im Spiel, die gern als Hutschmuck getragen werden.

Paarungszeit: April – Mai
Brutdauer: ca. 4 Wochen
Gelege: 7 – 10 Eier

Foto: Ingo Gerlach

Birkhahn und Birkhenne unterscheiden sich eindeutig. Der Birkhahn glänzend blauschwarzes Gefieder, Flügelunterseite weiß. Auf den Schwingen (Flügel) trägt sie einen kleinen weißen Spiegel. Ihr Stoß ist leicht gegabelt, der Unterstoß auf weißem Grund dunkel gebändert. Die Birkhenne ist etwas kleiner als das Männchen, gelbbraun, ihr Gefieder ist dicht von schwarzen Streifen durchzogen. Man findet das Birkwild in offene, mit Gebüsch und Bäumen durchsetzte Landschaften, im Hochgebirge mit Latschen und Almenwiesen. Die Henne ist auf hellbraunen Grund dunkel gebändert und auf den Schwingen trägt sie einen kleinen weißen Spiegel .Der leicht gegabelte Stoß ist dunkel gefärbt und an der unteren Seite weiß. Das Birkhuhn ist ein Hochgebirgsbewohner, der es vorzieht, im Bereich der Waldgrenze (“Waldkampfzone”) und darüber zu leben. Es bewohnt vor allem die Latschenfelder und offene Landschaften im Bereich der Waldgrenze.

Seine Nahrung ist des Auerwildes ähnlich. Die ungedüngten Wiesenflächen auf unseren heimischen Almen weisen artenreiche Pflanzengesellschaften auf und beherbergen zahlreiche Insektenarten und Nahrung. Die kleinräumigen Übergänge zwischen Wald und Weide bieten ebenfalls Biotope und reichlich Nahrung für das Birkwild. Junge Birkhühner brauchen ddas Eiweiß und ernähren sich deshalb vorwiegend von Insekten, Würmern, Spinnen und Schnecken. Erwachsende Hühner gehen tagsüber seiner Äsung auf offener Fläche nach. Die Äsung besteht aus Gräsern, Knospen, Heidekraut, Samen, Blüten, Insekten und Beeren. Für die Küken gibt es vorwiegend Insekten und Weichtiere, später mit Vorliebe Beeren aller Art.

Wie alle Hühnervögel nimmt auch das Birkwild Steinchen auf, die im Magen die Nahrung zerreiben

 

Die Balz: (reinhören -Balzgesang mp3) – Die Hauptbalzzeit fällt, zwischen Ende März bis Anfang Juni. Die Spielhahnbalz vollzieht sich meistens auf bestimmte Balzplätze, wobei die Hähne in der Morgendämmerung einfallen. Besonders beeindruckend ist das Balzverhalten der Birkhähne. Der Hahn imponiert dabei mit aufgestellten Stoß und Lautäußerungen wie Kullern und Blasen. Verschiedenste Posen und Flattersprünge sowie ein charakteristischer Balzgesang aus Fauchen und kullernden Lauten sind die markanten Elemente dieses zur Balzzeit an den Tag gelegten Verhaltens. Bevor die Sonne scheint, wird eine Pause eingelegt, die Jäger bezeichnet diese Pause als Morgengebet, dann schließt sich die Sonnenbalz an, wobei die Hähne meistens auf Bäume oder Hecken aufsitzen. Während der Balzzeit schwellen bei den Hähnen die roten Hautgebilde oberhalb der Augen, welche deshalb auch “Balzrosen” genannt werden. Spielhähne raufen gern, zumal sie sich immer zu mehreren auf einem Balzplatz einfinden. Die sog. Raufer sind die, die ihren Rang am lebhaftesten verteidigen (Platzhähne). Sie kommen am ehesten zum Treten, wenn gegen Morgen die Hennen erscheinen, die sich dann gewöhnlich dem stärksten Hahn zuwenden, um sich treten zu lassen. Es gibt Kreuzungen zwischen Auer – und Birkwild welches dann Rackelwild genannt wird . Meistens tritt der Birkhahn eine Auerhenne. Ebenso wie beim Auerwild, kommt es auch beim Birkwild zu keiner ehelichen Bindung.

Birkhenne – Foto von Georg Röhrig

BRUT: Brutdauer der Henne sind 28 Tage. Das Nest wird auf dem Boden meist zwischen gut deckenden Zwergsträuchern angelegt. Die Hennen polstern eine Bodenmulde gut versteckt im Heidekraut aus. Der Hahn beteiligt sich nicht an der Brutpflege. Nur die Henne, welche durch ihr braungesprenkeltes,

erdfarbenes Gefieder bestens getarnt ist, brütet 26-27 Tage die Eier aus. Wie bei den meisten Hühnervögeln kommen die Jungen in weit fortgeschrittenem Zustand zur Welt und beginnen umherzulaufen und nach Nahrung zu picken, sobald ihr Dunenkleid abgetrocknet ist: sie sind Nestflüchter. Allerdings  können sie ihre Körpertemperatur vorerst noch nicht selbständig aufrechterhalten, sondern sind insbesondere bei schlechtem Wetter und in der Nacht noch ca. 3 Wochen auf das „Hudern“ durch die Mutter angewiesen. Im Gegensatz zu ihren Eltern, sind die jungen Birkhühner während der ersten drei Wochen ihres Lebens keine Vegetarier, sondern ernähren sich fast ausschließlich von Insekten, besonders Rüsselkäfern, Ameisen, Spannerraupen, Blattwespen und Fliegen. Diese sehr eiweißreiche Kost lässt sie sehr rasch heranwachsen. Schon im Alter von zwei Monaten sind sie beinahe ausgewachsen. Über Winter bleibt der Familienverband beisammen. Die weiblichen Jungtiere pflanzen sich zumeist schon im folgenden Frühling erstmals fort. Die jungen Männchen sind dann zwar ebenfalls geschlechtsreif, doch können sie sich gewöhnlich erst im zweiten oder dritten Lebensjahr erstmals fortpflanzen. Zuerst muss es ihnen nämlich gelingen, sich auf einem Balzplatz zu behaupten.

Die Mauser (Federwechsel) ist im Oktober, nach der die jungen Hähne ausgeschildert haben und ein Prachtgefieder tragen.

Jagd: Eine verantwortungsbewusste Abschussplanung ist die wichtigste Grundlage für die richtige Bejagung der Raufußhühner. Als Trophäe wird entweder der ganze Hahn präpariert, oder das Spiel (Schwanz) mit dem weißen Unterstoß wird als Hut- oder Wandschmuck verwendet.

In Südtirol darf der Birkhahn vom 15. Oktober bis 15. Dezember bejagd werden und unterliegt einer Abschussplanung des jeweiligen Reviers. Die Henne hingegen ist ganzjährig geschützt.

Ist eine Entnahme von  Spielhahnen für den Bestand und für die Entwicklung der Birkhühner verträglich?  Unter den – im Anhang I der Richtlinie 79/409/EG des Rates der Europäischen Gemeinschaften vom 2. April 1979 aufgelisteten – Rauhfußhühner scheint auch das Birkwild (Tetrao tetrix tetrix) auf; von diesem ist gemäß den Bestimmungen von Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe f) und Artikel 27 Absatz 1 des LG Nr. 14/87 im Zeitraum vom 15. Oktober bis zum 15. Dezember nur der Hahn jagdbar, wobei alljährlich ein Abschussplan zu erstellen ist, Die jagdliche Nutzung dieser Vogelart unterliegt somit der Beurteilung über die Verträglichkeit der Entnahme, welch erstere mit der – durch das LG Nr. 10 vom 12. Oktober 2007 vorgenommenen – Novellierung des Landesjagdgesetzes eingeführt worden ist. Da es sich um die Erstanwendung einer neuen Bestimmung handelt, stehen natürlich nicht alle zweckdienlichen Daten für eine genaue Beschreibung der jetzigen Situation zur Verfügung; teilweise muss deshalb auf Schätzungen aufgrund verschiedener Weiser zurückgegriffen werden. Unabdingbar erachtet man jedenfalls eine Abgrenzung des Verbreitungsgebietes des Birkwildes, die Erhebung der bekannten Balzplätze sowie die Zählung der dort während der Frühjahrsbalz vorhandenen Stücke. Aufgrund dieser Überlegungen hat das Amt für Jagd und Fischerei in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Jagdverband (SJV) und mit Unterstützung der hauptberuflichen Jagdaufseher alle bekannten Balzplätze erhoben; dabei werden landesweit 1085 gezählt, hauptsächlich in den nördlichen Landesteilen d. h. in den Bergen nördlich der Vinschger und Pusterer Talfurche sowie in den Sarntaler Alpen. Ein gut zusammenhängendes Verbreitungsgebiet des Spielwildes ist weiters auch in den beiden Bergketten entlang des oberen und mittleren Ultentales festgestellt worden. In den oben beschriebenen Landesteilen sind natürlich während der Bestandserhebung zwischen dem 20. April und Anfang Juni auch die mesiten Birkhähne und –hennen gezählt worden, im Detail 2047 der landesweit insgesamt 2557 bestätigten Hähne. Für die Reviere im obigen Gebiet – im Bericht „Stand des Birkwildes im August 2008 und Reproduktinsbereichnung nach Reimoser“ wird dieses in die Bewirtschaftungseinheiten Rhätische und Ötztaler Alpen, Texelgruppe, Stubaier- Zillertaler- und Sarntaler Alpen sowie Drei Seen Gebiet/Maddalene unterteilt – kann somit die Entnahme eines Kontingentes von Spielhahnen als veträglich beurteilt werden. Weiters ist man der Ansicht, dass die Reproduktionsberechnung nach Reimoser – diese wird in dem oben genannten technischen Bericht verdeutlicht, welchen das Amt für Jagd und Fischerei gemeinsam mit dem SJV erstellt hat – als Grundlage für die Planung der Abschüsse dienen kann, welche für die einzelnen Bewirtschaftungseinheiten zu genehmigen und dann auf die, in denselben gelegenen Reviere aufzuteilen sind.

Im Wesentlichen mit der Situation im Alpenhauptkamm vergleichbar ist jene in den Pustertaler Dolomiten; diese werden in dem oben genannten technischen Bericht in einen östlichen und zentralen Abschnitt unterteilt. Auch in ihnen konnte nämlich bei der Frühjahrserhebung 2008 auf den Balzplätzen ein guter Hahnenbestand (insgesamt 444 Stück) gezählt werden. Somit kann auch für die Reviere in diesem südostlichen Landesteil eine Spielhahnentnahme nach den oben beschriebenen Kriterien als ökologisch vertretbar beurteilt werden. Anders hingegen ist die Verteilung des Spielwildes und somit auch sein Bestand im südlichen Südtirol, wo die meisten Balzplätze sich entlang der Landesgrenze befinden. Weiters sind dort insgesamt nur 66 Spielhähne gezählt worden; zudem geht aus dem vom Amt für Jagd und Fischerei und dem SJV gemeinsam erarbeiteten technischen Bericht hervor, dass wir in den südlichen Dolomiten mit einem Durchschnitt von 1,8 Hähnen pro Balzplatz die landesweite niedrigste Dichte haben. Deshalb ist man der Ansicht, dass in diesem Gebiet höchstens die Entnahme eines Spielhahnes pro Revier und auch nur dann zuträglich ist, wenn bei der Frühjahrszählung mindestens fünf Stück bestätigt worden sind.

Bericht: Amtsdirektor Dr. Erhard (Amt für Jagd und Fischerei)

 

 

ADLER – Steinadler

Nur wenige Wildtiere haben die menschliche Kultur so beeinflusst wie der Steinadler. Von der Urgeschichte bis heute galt er in vielen Teilen der Welt und bei den verschiedensten Völkern als Symbol für Kraft, Macht, Rasanz und Eleganz. Nicht zuletzt wurde und wird  er in den Wappen nobler Familien, von vielen Armeen, Ländern und Nationen abgebildet. Neben dem Löwen ist der Adler in der Heraldik das zweitbeliebteste Wappentier. Der Adler gilt als der Herrscher der Lüfte. In manchen Naturreligionen wurde er als Wächter des Himmels und der Erde angesehen. Neben offiziellen Staats- und Landeswappen findet man den Adler auch in vielen Gasthausschildern  und auf Trachtenschmuck. Natürlich handelt es sich nicht bei jedem in einem Wappen abgebildeten Adler um einen Steinadler. So soll zum Beispiel der Adler im österreichischen Bundeswappen einen Seeadler darstellen.

Steinadler © ARTE HD

Steinadler © ARTE HD

Vor hundert Jahren wäre der Steinadler in den Alpen fast ausgerottet worden. Strenge internationale Schutzbestimmungen und die Errichtung von Schutzgebieten haben jedoch in letzter Minute das Überleben des Königs der Lüfte gesichert. Heute zählt der Steinadler wieder zu den charakteristischen Bewohnern der Alpen. Dennoch ist in weiten Gebieten nur unzureichend bekannt, wie es derzeit um die Bestände dieses Großvogels bestellt ist. Im Jahr 2001 haben sich daher fünf große alpine Schutzgebiete in Österreich und Italien zusammengeschlossen, um im Rahmen des Interreg-IIIA-Projektes AQUILALP.NET die Lebensbedingungen »ihrer« Steinadler zu erforschen. In enger Zusammenarbeit wurden in den Jahren 2003 bis 2005 die Adlerbestände eingehend untersucht.
Die Ergebnisse sind erfreulich. Sie zeigen, dass die umfassenden und großflächigen Schutzmaßnahmen von Erfolg gekrönt sind. Sie mahnen aber auch dazu, den Schutz der Alpen und seiner Lebewesen verantwortungsbewusst fortzusetzen.

Aussehen: Der Steinadler auch Gold- oder Königsadler genannt, ist nach dem Seeadler der zweitgrößte Greifvogel in Europa. und zählt gewiß zu den beeindruckendsten Tieren. Dieser majestätische Vogel kann der eine Flügelspannweite von bis zu zwei Metern erreichen. Durch menschliche Verfolgung wurde der Steinadler jedoch großflächig ausgerottet bzw. zum Rückzug in die entlegenen Gebiete der Gebirge gezwungen. Durch entsprechende Schutzmaßnahmen konnten sich die Steinadlerbestände bis heute soweit erholen, daß der Bestand als gesichert gelten kann, solange der gesetzlich vorgeschriebene Schutz anhält. Steinadler sind Einzelgänger. Nur selten kann man sie paarweise oder im Familienverband beobachten. Die Reviere, welche beansprucht werden, sind sehr groß und können bis zu 150 km² erreichen. Aus diesem Grund ist die Besiedlungsdichte in Südtirol vergleichsweise gering. Im Sommer jagt der Steinadler vorzugsweise oberhalb der Waldgrenze, im Winter jagt er auch in tiefer gelegenen Bereichen. Alle Adler sind im Flug von anderen Raubvögeln dadurch zu unterscheiden, daß sie den Kopf gerade vorstrecken, so daß man den Schnabel als abgesetzte Spitze sehen kann, und daß die Schwungfedern an den geraden, überall ziemlich gleich breiten Flügeln gespreizt und nach vorn gebogen sind.

Vorkommen: Einst auf der gemäßigten Halbkugel allenthalben verbreitet, heute z. B. in Europa sehr fragmentiert und nicht in allen Regionen und Ländern Brutvogel. Heute in West- und Mitteleuropa nur noch Gebirgsvogel. Ist in der Regel Standvogel und inzwischen auch in den Südtiroler Alpen sehr heimisch.

Nahrung: Er ist in der Lage Beutetiere bis zu 5 Kilo zu “tragen”. Seine Beutetiere sind: “Murmeltiere, Schneehasen, Birk- und Auerhühner, Gams- u. Rehkitze aber auch Fuchs, Marder und geschwächte Tiere”. Nicht unerheblich ist der Fallwildanteil an seiner Beute. Ein Steinadlerpaar das einen Jungadler aufzieht benötigt in einem Jahr etwa 270 kg Beute. Bezogen auf seine Reviergröße (35 -150 Quadratkilometer ( 1 Quadratkilometer = 100 ha )ist der Einfluss des Steinadlers auf seine Beutetiere gering. Das Murmeltier ist beispielsweise seine Sommernahrung in den Alpen. Nutzt niedrigen Suchflug und Ansitzjagd. Der Steinadler kann maximal 5 kg heben, so daß er größere Beute erst zerteilen muß oder er beläßt sie an Ort und Stelle und sucht sie über eine längere Zeit immer wieder auf.

Fortpflanzung:
Vom Beziehen eines Horstes bis zum Selbstständig werden junger Steinadler vergeht annähernd ein Jahr. Aus diesem Grund müssen Steinadler bereits im späten Winter ihre Horstplätze auswählen und bezugsfertig machen. Am Horstbau oder an den Ausbesserungsarbeiten bestehender Horste beteiligen sich beide Partner. Im Februar oder Anfang März erfolgt dann meist die Paarung. Nach der Eiablage im März werden die Eier eineinhalb Monate lang bebrütet, bis die Jungen schlüpfen. Insgesamt dauert die Nestlingszeit mehr als zwei Monate (zwischen 65 und 70 Tagen). Ein Steinadlergelege besteht in den meisten Fällen aus zwei Eiern, die hauptsächlich vom Weibchen bebrütet werden. Trotzdem übernimmt auch das Männchen meist einen Teil des Brutgeschäftes, um so dem Weibchen die Jagd zu ermöglichen. Nur wenn die Adler sehr früh im Jahr mit der Brut beginnen, können sie ihre Jungvögel später zur Zeit des reichsten Nahrungsangebotes aufziehen. Die jungen Adler bekommen so auch genug Zeit, um schließlich bis zum frühen Wintereinbruch im Gebirge alles von ihren Eltern zu lernen, was sie später zum selbstständigen Überleben benötigen. Obwohl Steinadler fast immer zwei Eier legen, überlebt meist nur ein Jungvogel bis zum Ausfliegen. Das schwächere Junge wird in den meisten Fällen von seinem Geschwister getötet bzw. aus dem Nest geworfen.
Der Steinadler wird erst im fünften oder sechsten Lebensjahr fortpflanzungsfähig und lebt von da an in DAUEREHE . Jedes Paar pflegt mehrere Horste (bis zu zwölf), die sie abwechselnd benützen. Man darf daher aus der Zahl der Horste nicht auf die Zahl der Adler schließen. Die Horste sind in der Regel unterhalb der Jagdgebiete angelegt, da es für die Vögel naturgemäß leichter ist, die schwere Beute ab- als aufzutransportieren. Die Horste werden im Gebirge an Felswänden in gegengeschützten Nischen, meist für den Menschen kaum zugängig, angelegt, in der Ebene, wo der Adler in Mitteleuropa schon lange nicht mehr brütet, in der Krone hoher, alter Bäume. So ein Horst, der aus groben Ästen und Reisern besteht, wird bei jeder Benützung weiter ausgebaut, so daß er im Laufe der Jahre zu einer ansehnlichen Burg von 2 m Durchmesser und mehr als 1 m Höhe werden kann.

Ein Leben lang im eigenen Revier
Verpaarte Adler halten meist zeitlebens an ihrem Revier und auch an ihrem Partner fest. Mit dem so genannten Girlandenflug (Imponierflug) signalisieren sie den Artgenossen den Besitz des Reviers. Dieses territoriale Abgrenzungsverhalten kann die gesamte Brutperiode hindurch beobachtet werden, vermehrt jedoch während der Etablierung der Territorien und Paarungszeit zwischen Januar und März. Um Nahrung für sich und ihre Jungen zu sichern, verteidigen revierbesitzende Steinadler das ganze Jahr über ihre Reviere mit Vehemenz gegen alle fremden Artgenossen. Nur im Spätsommer und Winter kann man auch Familiengruppen beobachten. Steinadler benötigen Reviere, die ungestörte Horstplätze bieten sowie große offene und halboffene Flächen, die das ganze Jahr über ausreichend Beute bieten. Steinadlerreviere, die all diese Anforderungen erfüllen, müssen daher eine beachtliche Größe besitzen. In den Alpen umfassen sie eine Fläche zwischen 30 und 100 km2 . Die tatsächliche Größe des Reviers kann in Abhängigkeit von der Landschaftsstruktur, der Bestandsdichte und vom Beutetierangebot sehr stark variieren.  Die Verteidigung eines derartigen Reviers hat natürlich auch seinen Preis. Allzu häufige Auseinandersetzungen mit Eindringlingen, z.B. bei zahlreichem Auftreten umherstreifender Jungadler, können das Brutgeschäft der Territorienbesitzer erheblich stören. Es kann dann passieren, dass Gelege unzureichend bebrütet oder Jungvögel im Horst nicht optimal versorgt werden. Dadurch sinkt der Bruterfolg. Auf diese Weise reguliert sich der Adlerbestand bei hohen Populationsdichten selbst.
Eigenschaft: Geradezu sprichwörtlich ist die Sehkraft der Adler. Sie ist annähernd dreimal so stark wie die von uns Menschen. Adler können nicht nur besonders scharf sehen, sie können auch sehr gut Bewegungen erkennenDer Schnabel und die Krallen sind schwarz, die Füße (Ständer) gelb. Es hat lange gebraucht, bis die Ornithologen sich in den vielen Kleidern der verschiedenen Adlerarten zurechtgefunden haben. Die Weibchen sind, wie bei allen Raubvögeln, merklich größer als die Männchen, und wiegen rund 4,5 kg, während die Männchen 3,5 kg schwer sind. Adler setzen so wie die meisten anderen Greifvögel ihre krallenbewährten Füße (Fänge) zum Beutefang ein. Beim Zupacken können Adler eine Druckkraft von bis zu 70 kg pro cm2 entwickeln. Im Vergleich dazu schaffen wir Menschen mit einem Händedruck gerade einmal eine Kraft von 20 kg pro cm2 Adler nutzen ihre Krallen, um die Beute fest zu halten und sie im Zupacken zu erdolchen. Mit einem einzigen Griff töten sie so Murmeltiere und können sogar die Schädelknochen von Gämsen durchstoßen. Ihren scharfen Schnabel setzen Adler nur zum Zerteilen der Beute ein.

Lebenserwartung: Steinadler werden bis zu 20 Jahre alt.

Jagdzeiten: Der Adler steht unter Naturschutz und darf nicht bejagd werden

STIMME DES STEINADLERS

 

Quelle: Ein Teil des Textes von naturparks.provinz.bz.it

 

Schneehühner

Das Alpenschneehuhn

Alpenschneehühner: links die Henne und rechts das Alpenschneehuhn

Der äussere Unterschied zwischen Hahn und Henne ist sehr gering. Sie unterscheiden sich durch die schwarze Augenbinde des Hahns, die bei der Henne fehlt.

Alpenschneehuhn im Winterkleid

Die Zehen sind bei beiden Geschlechtern bis an die Krallen dicht befiedert (siehe Bild links). Dieser Schneeschuheffekt (vgl. Schneehase) wird bei den anderen Rauhfusshühnerarten durch die Balzstifte an den Zehen erreicht. Der Hahn hat einen schwarzen Zügelstreif auch im Sommergefieder. Die Balzrosen bilden sich nach der Balz zurück und sind nicht mehr sichtbar. Die Henne hat keine Balzrosen, allerdings ist bei grosser Erregung ein winziger roter Strich über dem Augenlied normalerweise aber nicht sichtbar ist.
Das Alpenschneehuhn ist ein im Raum Südtirol sehr häufig vorkommendes Rauhfußhuhn. Es besiedelt vor allem alpines Gebiet im Zwergstrauchgürtel zwischen der Wald- und Schneegrenze (von 1900 bis 2900 m). Es bevorzugt ein mehr oder weniger offenes Gelände, in welchem die Vegetation in der Regel nicht höher als 30 cm hoch wächst. Schneehühner wechseln dreimal im Jahr ihr Gefieder. Nur die Schwanzfedern bleiben ganzjährig schwarz, die Arm- und Handschwingen weiss. Die Konturfedern, vor allem im Rücken-, Hals-, Kopf- und Brustbereich, werden im Frühjahr grünlich-braun, Ende Sommer graubraun und Ende Herbst weiss gemausert. Damit ergibt sich eine jahreszeitlich angepasste Tarnfärbung, die der Vegetation oder dem schneereichen Untergrund entspricht.

BALZGESANG und Stimme des Alpenschneehuhn: Im Laufe des März nimmt die Intensität und Dauer des Gesanges zu und erreicht gegen Ende April, Anfang Mai ihren Höhepunkt. Schneehühner leben monogam und territorial. Die Hähne besetzen vor Beginn der Balzzeit Territorien. Diese grenzen meist unmittelbar aneinander und werden hartnäckig verteidigt. Hennen wandern von Territorium zu Territorium und bleiben bei demjenigen Hahn,

 

Schneehuhn im Sommerkleid

Schneehuhn im Sommerkleid der ihnen anscheinend am meisten zusagt. Mit Ende der Paarungszeit werden die Territorien nicht mehr besetzt. Die Hähne wandern mit zurückweichender Schneedecke im Sommer in höhere Lagen. Die Hennen brüten alleine zwischen Heidelbeer- oder Alpenrosenbüschen und folgen im Laufe des Sommers mit den Küken den Hähnen nach und bilden mit diesen im Herbst grössere Schwärme, die ohne weiteres 20 bis 30 Stück, in seltenen Fällen auch mehr zählen können. Mit Einbruch des Winters ziehen sie wieder in die Gebiete der Frühjahrsterritorien. Ganzjährig ist bei Tagesanbruch der knarrende Gesang der Hähne zu hören. Ähnlich territorial wie das Schneehuhn verhält sich das waldbewohnende Haselhuhn. Im Gegensatz dazu sind Auerhuhn und Birkhuhn nicht ausgesprochen territorial. Das heisst, dass die Auer- und Birkhähne nur auf der Arena des Balzplatzes, vergleichbar mit einer in Stücke zerlegten Torte, ein Stücklein Balzplatz für sich beanspruchen und verteidigen, ausserhalb dieses Ortes aber keine Gebietsansprüche haben. Als rein alpiner und hochalpiner Gebirgsbewohner ist diese Rauhfusshühnerart am wenigsten gefährdet. Nasse und kalte Witterung während der Brut- und Aufzuchtzeit oder frühsommerliche Wintereinbrüche sind ausserhalb des Hochwinters die härtesten Widersacher von Schneehuhnbeständen.

 

 

Paarungszeit: April/Mai

Brutdauer: 3,5 Wochen

Gelege: 5 – 9 Eier

Vorkommen: Alpin/Hochalpin

Verhalten: Saisonal territorial

Schneehühner Brut

Sobald die alpine Vegetation wieder grünt, steht den Schneehühnern ein üppiges Nahrungsangebot zur Verfügung. Küken fressen in den ersten Tagen und Wochen vor allem Insekten und Larven (hoher Vitamin- und Eiweissgehalt). Schneehühner sind Pflanzenfresser. Auch bei dieser Vogelart ist der winterliche Engpass das Nadelöhr, an dem sich Leben oder Sterben entscheidet. Die Winternahrung umfasst: Heidelbeere (Triebe sind immergrün und energiereich,Blätter fallen im Herbst ab);Preiselbeere (Blätter, immergrün); Alpenrosen (Knospen und Blätter); Verschiedene Gebirgsweiden (Knospen / Kätzchen von Schweizerweide, Zwergweide, …);
Verschiedene andere Zwergsträucher und Kräuter, Moose und Flechten. Eine besondere Eigenheit der Schneehühner sind die beiden bis zu 25 cm langen Blinddärme. In ihnen lebt eine spezielle Art von Bakterien, die in der Lage sind, den Holzstoff Lignin zu verdauen, der für alle Pflanzenfresser und auch für den Menschen unverdaubar ist. Auf diese Weise wird in der holzreichen Zwergstrauchnahrung auch das letzte Quäntchen Energie verwertet und dem Organismus zugeführt. Wer im Winter wenig Nahrung (Energie) zur Verfügung hat, kann nur überleben, wenn er möglichst wenig davon verbraucht. Um möglichst viel Energie sparen zu können und Raubtieren zu entgehen, graben sich Schneehühner ähnlich wie Birkhühner während der Nachtzeit und während der Mittagszeit in Schneehöhlen ein. Morgens bei Tagesanbruch verlassen sie diese Höhlen, um den Kropf mit Nahrung zu füllen. Anschliessend graben sie sich mit den Füssen voran im pulverigen Schnee ein, und versinken bis ca. ½ Meter tief im Schnee. Dort graben sie einen ungefähr halbmeterlangen Tunnel, den  sie hinter sich verschliessen. In diesem „Iglu“ verdauen sie die aufgenommene Nahrung und hinterlassen ein Häufchen Kot. Dasselbe wiederholt sich am Nachmittag. Flüge werden wann immer möglich vermieden, weil dadurch viel Energie vergeudet wird. Messungen haben gezeigt, dass auch bei extrem tiefen Minusgraden (Nordostsibirien mit -40 bis – 50°C Aussentemperatur und starken Winden) in der Schneehöhle die Temperatur nicht unter -1 bis -4°C absinkt. Auch bei völlig gefrorener und mit einer Eisschicht überzogenen Pflanzennahrung können die Birkhühner und Schneehühner ihre Energiebilanz auf diese Weise aufrecht erhalten. Genügend unberührter Pulverschnee und Vermeidung jeglicher Stö­rung ist allerdings Voraussetzung hierzu (Variantenskifahren in Schnee- und Birkhuhngebieten).

Bericht von Herrn Michel Fasel – Wildbiologe – FL-9490 Vaduz

Jagdzeiten: Das Schneehuhn darf in Südtirol vom 01. Oktober bis 15. Dezember bejagd werden. Der Abschuss unterliegt einer Abschussplanung des betreffenden Reviers