Seite wählen

Jagd oder Waidwerk

Der Begriff der Waidgerechtigkeit kann als die Summe der rechtlich bedeutsamen, allgemein anerkannten, geschriebenen oder ungeschriebenen Regeln definiert werden, die bei der Ausübung der Jagd als waidmännische Pflichten zu beachten sind. Der Begriff ist ein sogenannter „unbestimmter Rechtsbegriff“, der es erlaubt, auch neue Entwicklungen mit aufzunehmen. Was unter „Waidgerechtigkeit“ verstanden wird, hat sich beständig gewandelt. Der Begriff umfasst heute das, was man in anderen Bereichen als „gute fachliche Praxis“ bezeichnen würde. Wesentlich ist heute der Tierschutzaspekt. Das Gebot, aus dem Tierschutzgesetz, einem Tier nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen zuzufügen, findet sich darin wieder. Der Begriff wird in diesem Sinne auch im Tierschutzgesetz mehrfach verwendet.
In der deutschen Jägersprache traditionell auch Weidwerk oder seltener Waidwerk genannt, ist die Jagd das Handwerk des Jägers. Unerlaubte Jagd bezeichnet man als Wilderei.

Die Jagd ist die älteste und war durch Weltalter hindurch einzige Tätigkeit des Menschen. Jahrhundertlang herrschte sie allein alles menschliche Tun und Denken vollkommen. Sie ist die Keimzelle  der Kultur und der Zivilisation. Im Laufe der Vergangenheit, von der nur der allerletzte Augenblick in das Licht der Geschichte getaucht ist, wurde das Wesen des Menschen durch die Jagd in entscheidender und endgültiger Weise geprägt.
Wann und wo immer Menschen, die in Volks- oder Staatsverbänden gelebt haben, als Jäger aufgetreten sind, hat sich infolge der Lebensgemeinschaft die Notwendigkeit einer allgemein verbindlichen Ordnung der Jagd, einer die Elemente der Jagd mehr oder weniger intensiv erfassenden gesetzlichen Regelung ergeben. Dabei stand stets das Problem im Mittelpunkt der vorzusehenden Regelungen, dass die natürlichen oder juristischen Personen in den Staaten Träger der subjektiven Jagdrechts sein sollen d.h. wer berechtigt sein sollte, die jagdbaren, freilebenden Tiere, das Wild, aufzusuchen, ihnen nachzustellen, sie zu fangen oder sie zu erlegen und sich anzugeignen. Es waren meist politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Erscheinungen, die in einem bestimmten Staat und in einer bestimmten geschichtlichen Epoche für die Verantwortung dieser Frage für den Gesetzgeber maßgebend waren. Im Wege friedlicher Evolution, oft aber auch unter drückender Machtanwendung und im Zuge blutiger Revolutionen wurde um die Jagdberechtigung und ihre gesetzliche Bindung gerungen.  Im Wandel der Zeiten wurde das Jagdrecht immer wieder auf eine neue Basis gestellt, neu geregelt, neu begründet und zur Entfaltung gebracht.

Jagd im engeren Sinn bezeichnet die spezifisch menschliche, legale Verfolgung von freilebendem Wild unter Verwendung zusätzlicher Mittel, mit der Absicht, es zu fangen, zu erlegen und es sich anzueignen. Jagd ist nur gegeben, wenn das der Verfolgung ausgesetzte Tier eine Chance zum Entkommen hat. 

  • In ihrer Freizeit halten sich Jägerinnen und Jäger gerne in der Natur auf und beobachten Wildtiere. Damit tragen sie wesentlich zur planmässigen Überwachung der Wildtierbestände bei. Sie setzen sich aktiv für die Pflege der Wildlebensräume und für den Schutz der Wildtiere vor Störung ein. Sie Respektieren die Würde der Tiere und gehen verantwortungsbewusst um.
  • Jäger haben Freude an ihrer Beute, und ihre Familie und Freunde mit ihnen. Mit Hunden arbeiten Jäger besonders gerne; viele Hunderassen wurden im Laufe der Jahrhunderte für die Jagd gezüchtet und gelten heute als wertvolles Kulturgut.
  • Jagd gehört zu den ältesten Traditionen der Menschheit. Die herausfordernde Auseinandersetzung mit frei lebenden Wildtieren, die für frühe Menschen wichtiger Bestandteil der Nahrung waren, stellte einen wesentlichen Auslöser der menschlichen Evolution dar. Diese Tradition entwickelt sich ständig weiter und hält mit dem Lauf der Zeit Schritt. Moderne Jagd ist nachhaltig; sie trägt den ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anliegen Rechnung. Sie wird auf der Basis wissenschaftlich fundierter Kriterien geplant und ausgeführt (siehe Wildtiermanagement).

Wer die Jagd ausüben möchte braucht einen Jagdschein, der eine Jägerprüfung voraussetzt.
Wer in Südtirol die Jagd ausüben möchte, muss zuerst den Jagdbefähigungsnachweis erbringen. Dieser wird nach positiver Absolvierung der Jägerprüfung ausgestellt, welche aus folgenden Teilen besteht:

  1. Theorieprüfung über Wildkunde/Ökologie, Jagdrecht, Waffenkunde sowie Naturschutz/Jagdkunde (schriftliche und mündliche Prüfung)
  2. Praktische Schießprüfung (Kugelschießen und Schrotschießen)
  3. Nachweis eines Revierpraktikums ODER eines dreitägigen Jungjäger-Praxiskurses in einer zertifizierten Bildungseinrichtung
  4. Nachweis über einen mindestens 4-stündigen Erste-Hilfe-Kurs (Original oder beglaubigte Kopie).

Die Forstschule Latemar bietet sowohl den Jungjäger-Praxiskurs als auch den Erste-Hilfe-Kurs an.

Theorie- und Schießprüfung finden mehrmals jährlich statt und werden vom Amt für Jagd und Fischerei organisiert. Mit dem Jagdbefähigungsnachweis sowie gültigem ärztlichen Zeugnis und Nachweis über die eingeschulte Handhabung mit Lang- und Kurzwaffen einer Sektion des TSN kann bei der zuständigen Carabinieristation um die Ausstellung des Jagdgewehrscheines angesucht werden. Dieser ist Voraussetzung für die Beantragung eines Jagderlaubnisscheines.
Zur Jägerprüfung dürfen nur Personen antreten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Die Theorieprüfung geht der praktischen Schießprüfung voraus. Wer die Theorieprüfung bestanden hat, kann sich zur Schießprüfung anmelden.
Jagdscheine werden als Jahres- Tagesjagdscheine ausgestellt. Neben der Jägerprüfung ist es erforderlich, dass der Bewerber zuverlässig ist und eine ausreichende Jagdhaftpflichtversicherung vorweisen kann.
Ausländische Jäger müssen keine Jägerprüfung ablegen, wenn nur ein Tagesjagdschein beantragt wird (eine Jagdberechtigung aus dem Ausland ist aber notwendig) oder wenn die ausländische Jägerprüfung von den Behörden als gleichwertig anerkannt ist.

Jagd – das Natürlichste dieser Welt!

 

 

Schusszeichen

Schusszeichen

Beim Schuss auf Schalenwild sollte der Jäger die „Schusszeichen“ beachten: Am Zeichnen des Wildes erkennt man, ob und wie das Wild getroffen oder ob gefehlt wurde. Auch nach dem Schuss liegt das Wild nicht immer im Feuer

Das Reagieren des Wildes kurz nach dem Schuss bezeichnet man als Schusszeichen. Die Reaktionen des Wildes sind je nachdem welches Körperteil oder welches Organ getroffen wurde, mehr oder weniger typisch. Aber man sollte sich nicht darauf verlassen, es gibt auch Abweichungen von der Regel. Auch bei rasanten und kleinkalibrigen Geschossen zeichnet Wild nicht unbedingt typisch. Stärkere Stücke und Sauen zeichnen wenig oder gar nicht. Schusszeichen sind deshalb nur ein Hinweis.
Diese Beobachtungen lassen für uns in Verbindung mit den Pirschzeichen am Anschuss den Schluss zu, ob das Wild tödlich getroffen wurde oder nur ein Lauf- oder Streifschuss vorliegt, wenn das Wild nicht im Feuer liegen sollte. Zu den Schusszeichen gehört auch der sogenannte Kugelschlag.

Pirschzeichen

Pirschzeichen sind die von einem Stück Schalenwild am und um den Anschuss sowie auf der Flucht- und Wundfährte hinterlassenen Zeichen, die Aufschluss darüber geben können, wo das Geschoss getroffen hat. Die wichtigsten Pirschzeichen sind:

  • Schweiß
  • Schnitt- und Risshaar
  • Knochensplitter
  • Schwarten-, Deckenteile und Hautfetzen
  • Haare und Borsten
  • Teile innerer Organe (beispielsweise Leberstücke)
  • Pansen – und Gescheideinhalt.
  • aber auch Eingriffe und Ausrisse der Schalen
  • zerbrochene Äste oder abgestreiftes Laub oder Nadeln.

Generell gilt, dass man Schalenwild nur beschießen sollte, wenn es breit steht oder breit und ruhig zieht. Das gibt die Gewähr für die Abgabe eines sicheren Schusses auf die Kammer. Dabei sollte nicht auf zu große Entfernungen geschossen werden.

Zeichnen im Schuss

Beim Schuss auf das Haupt, den Träger, die Wirbelsäule oder das Becken: In diesem Fall bricht das Wild im Schuss urplötzlich zusammen und kommt nicht mehr auf die Läufe. Meist kann man dann davon ausgehen, dass der Schuss entsprechend sitzt. Notfalls ist ein Fangschuss abzugeben.
Wird durch das Geschoss nur ein Dornfortsatz der Wirbelsäule getroffen und die Wirbelsäule nicht zertrümmert (Schuss durch die „Federn“)oder wird nur die Trophäe getroffen, bricht das Wild ebenfalls urplötzlich zusammen, liegt auf dem Rücken und schlegelt. Es wird aber schon nach kurzer Zeit des Benommenseins wieder hoch und flüchtet zunehmend schneller. Die Nachsuche wird entsprechend schwierig und führt oft nicht zum Erfolg.
Bei Weidwund-Schüssen reagiert das Wild je nach Sitz des Schusses unterschiedlich. Wird das große Gescheide, der Weidsack, die Leber oder die Nieren getroffen, zeichnet das Wild mit Krümmen des Rückens und geht schwer krank, nicht hochflüchtig, ab. Es wird sich alsbald niedertun. Solche Stücken sollte man krank werden lassen und nicht aus dem Wundbett hochmachen. Für die notwendige Nachsuche ist eine Pause von mindestens drei Stunden einzuhalten. Das gilt auch für Schüsse durch das kleine Gescheide. Solche Schüsse quittiert das Wild oft durch Ausschlagen mit den Hinterläufen. Weidwund-Schüsse führen selten zum augenblicklichen Verenden oder zum Verbleiben des Wildes am Anschuss. Die Stücke sollten nur mit einem firmen Schweißhund nachgesucht werden. Es ist eine Unsitte, zuerst selbst zu suchen und nachdem alles zertreten und „verstänkert“ wurde, einen erfahrenen Schweißhunde-Führer um Hilfe zu bitten.
Klagt ein Stück Wild unmittelbar im Schuss, liegt meist ein Schuss auf einen Laufknochen vor oder die Nieren wurden getroffen. Auch in diesen Fällen muss das Wild Ruhe haben und krank werden, bevor eine Nachsuche angesetzt werden kann. Schwache Sauen klagen gelegentlich, auch wenn kein Knochenschuss vorliegt.
Bei Schüssen in die Kammer liegt in den meisten Fällen das Stück am Anschuss oder es bricht nach kurzer Flucht in der Fährte zusammen. Bei Tiefblatt- oder Herzschüssen kommt es zu einer steilen, rasenden Flucht, bis das Gehirn blutleer wird, die – vor allem bei sehr rasanten, gelegentlich auch großkalibrigen Geschossen – zirka 100 Meter andauern kann.
Entscheidend ist für das Verbleiben am Anschuss, dass das Geschoss seine Energie an den Wildkörper abgibt und sowohl beim Ein- als auch beim Ausschuss eine entsprechende Schockwirkung hinterlässt. Ruhig verhoffende, äsende oder ziehende Stücke reagieren stärker auf den Schock als hochflüchtige Stücke, etwa auf der Drückjagd.

Wichtigster Hinweis: Schweiß

Schweiß am Anschuss oder in der Fluchtfährte weist in der Regel auf einen Treffer hin. Die Menge des Schweißes ist ein guter Hinweis, aber nicht immer ein sicherer.
Hat das Stück schräg gestanden oder geäst, kann sich nach dem Schuss die Decke oder Schwarte über den Schusskanal schieben, wodurch nur wenig Schweiß austritt. Anhand der Konsistenz, der Farbe und der Beimischungen des Schweißes kann man Rückschlüsse auf den Sitz des Schusses treffen.
Beim Lungenschuss findet man blasigen, hellroten Lungenschweiß, es können auch Lungenstücke beigemischt sein. Dagegen ist Herzschweiß dunkler und nicht blasig. Leberschweiß ist sehr körnig.
Es empfiehlt sich auch den Schweiß zwischen den Fingern zu reiben und daran zu riechen. Weidwund-Schüsse kann man beispielsweise riechen, weil Panseninhalt mit dem Schweiß vermischt ist.
Knochensplitter sollte man immer gründlich untersuchen und voneinander unterscheiden lernen. Bei Laufschüssen werden immer Splitter von Röhrenknochen zu finden sein, die man von Knochensplittern der Rippen unterscheiden kann.

Bericht-Quelle: Deutsche Jagdzeitung

Paarungszeit der Wildtiere

Die Brautschau draußen in der Wildnis ist oft eine ziemlich raue Sache, da es bei vielen Tierarten zu Kämpfen zwischen den liebestollen Männern kommt. Die können durchaus blutig sein, wie bei den Wildschweinen. So attackieren sich die Keiler im Kampf um eine paarungsbereite Bache mit ihren gewaltigen Eckzähnen, die tiefe Fleischwunden verursachen können. Rehe, Gämsen, Hirsche, Steinböcke, Muffel  vertreiben ihre Rivalen, während es bei Rauhfusshühnern zu stundenlangen Kämpfen kommt.  Hier eine Auflistung der Wildtiere wann und bei welchen Tier ihr die Paarungszeit beobachten könnt.

Jägerschlag

In seinem ursprünglichen Sinn angewandt, kann der Jägerschlag eine würdevolle Zeremonie sein, die nach bestandener Jägerprüfung oder nach der Erlegung des ersten Stückes durchgeführt wird. Der Jägerschlag kann – in einem entsprechenden Rahmen – bei der Erlegung des 1. Stückes Schalen- oder Flugwild durchgeführt werden. Das erlegte Stück Wild wird auf die rechte Seite mit allen Brüchen (letzter Bissen, Inbesitznahmebruch) auf ein Reisigbett gelegt (hat man kein Stück Wild, so kann dies mit einer ausgekochten und gebleichten Trophäe symbolisiert werden).

Fackeln umrahmen diese Feierlichkeit.

Es ist ratsam, wenn der Jagdherr einen Gehilfen hat, der ihm zur Seite steht und sich um die “Utensilien” kümmert.
JHBG: Sammeln der Jäger und ein weiteres Stück
Der Jagdherr bedankt sich bei den Schützen für das disziplinierte Verhalten während der Jagd.
Der Schütze steht neben dem Haupt des erlegten Stückes und hält seinen Hut in der linken Hand (und zwar bis zur Bruchüberreichung).
Der Jagdleiter oder Pirschführer meldet dem Jagdherrn, was zur Strecke gebracht wurde. Eine kurze Schilderung des Herganges rundet diese Ansprache ab.
Der Jagdherr stellt sich mit Hirschfänger oder Weidblatt vor den Schützen (auch der Schütze bleibt stehen oder kniet sich neben das Stück; sich über das Stück zu beugen ist nicht standesgemäß).

  1. Jägerschlag: Der Jagdherr legt dem Schützen den Hirschfänger oder das Weidblatt auf die rechte Schulter und sagt:
  • “Der erste Schlag soll dich zum Jäger weih´n!
  • Der zweite Schlag soll dir die Kraft verleihn, zu üben stets das Rechte.
  • Der dritte Schlag soll dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten!”

2. Spruch:  “An Huberti statt ergreif ich das Weidblatt und schlage dich dem alten Brauch getreu zum weidgerechten Jäger frei.”

Beide Male antwortet der Schütze:
“Ich verspreche es! Weidmannsdank!”

Der Jagdherr überreicht dem Schützen den Bruch (auf dem Hut liegend) und sagt:

    • “So nimm, Gesell, den grünen Bruch und beherzige den Jägerspruch:
    • Es ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild,
      weidmännisch jagt, wie sich´s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!”

Der Schütze steckt den Bruch auf die rechte Hutseite und erst jetzt setzt er seinen Hut wieder auf.
Wenn ein Hund für die Nachsuche dabei war, so bekommt auch der Hund einen Bruch in die Halsung gesteckt.
Während der Bruchüberreichung blasen die Jagdhornbläser das entsprechende Signal (Totsignal) für das erlegte Stück.

Anschließend kann der Jagdherr dem Schützen als Erinnerungsgeschenk an diesem Tag eine blanke Waffe (Knicker) auf einem Polster überreichen.
Der Geehrte bedankt sich mit den Worten:

  • “Dank für Schmuck und Schlag, weidgerecht bleib ich alle Tag.”

der Jagdherr reicht dem Schützen einen Jägertrunk (Stamperl Schnaps oder Becher Wein) und spricht dazu:

  • “So reich ich dir den Jägertrunk, bleib immer fröhlich, stark und jung
    und trink in dieser Weihestund ein Weidmannsheil der Jägerrund.”

Dann folgt eventuell der Schüsseltrieb, der mit “Zum Essen” angeblasen wird.

Jagdstrecke

Strecke richtig legen

Egal ob Niederwild oder Hochwild, nach dem Waidwerken bzw. das Jagen hat jedes noch so kleine Wildtier die letzte Ehre verdient. Wie Jäger schauen uns die nach der Jagd gemeinsam die erlegte Beute an. Damit dies auch ein bisschen Ordnung und Sinn hat seht ihr in den nachfolgenden beiden Zeichnungen wie die Strecke richtig gelegt wird und wie die Jäger, Treiber und Jagdhornbläser an der Strecke stehen. Merkt euch man geht niemals Quer über die Strecke oder tritt auf dem Wild. In der Regel werden 10 Kreaturen nebeneinander gelegt. Das letzte Stück, also das zehnte wird etwas höher gelegt damit man erkennt das die Reihe vollständig ist. Tannen- oder Fichtengrün mit Fackeln oder Feuerkörben vervollständigen das Bild der Strecke.

Man spricht vom „Strecke legen“, wenn diese, am Ende einer Jagd, auf einer, meist mit Tannen- oder Fichtengrün ausgelegten Fläche, präsentiert werden. Dabei geht es nicht darum, die Beute zur Schau zu stellen, vielmehr hat dieser Brauch seinen Ursprung in einer Ehrenbezeugung gegenüber dem Wild und dem Dank für den Jagderfolg. Nach dem Aufbrechen wird das Wild zur Strecke gelegt. Schalenwild wird auf die rechte Seite gelegt, also Herzseite nach oben, beim männlichen Stück wird das Haupt durch einen Ast aufrechtgestellt, um so den Kopfschmuck besser zu zeigen. Danach wird das Stück mit dem Inbesitznahmebruch gerecht verbrochen. Dem Schalenwild wird ein letzter Bissen gegeben und es wird mit einem Bruch versehen. Nachdem das Wild auf der Strecke liegt, wird in der Regel das Wild verblasen, und die Erleger erhalten den Erlegerbruch. Die anwesenden Schützen schauen dem Wild in die Lichter, sie stehen also direkt vor der Strecke. Der Jagdleiter steht in der Regel vor den Schützen am Kopf der Strecke. Hinter dem Wild stehen die Bläser und die Treiber. Auch die Hundeführer haben einen Platz am linken Flügel neben den Treibern. Heutzutage kann es aus hygienetechnischen Gründen vorkommen, dass nicht alles Wild auf der Strecke gelegt wird, sondern nur symbolisch von jeder Art ein Stück. Wenn ein Jäger an das gestreckte Wild herantritt, nimmt er seinen Hut ab und lässt das Geschehen an sich vorüber ziehen. Er hatte nicht nur Jagderfolg, sondern hat auch ein einmaliges Leben ausgelöscht. Das erlegte Tier wird auf der rechten Seite liegend mit einem „Bruch” bedeckt und der Jäger nimmt sich den „Schützenbruch“. Das männliche Stück erhält den „letzten Bissen” und der Jäger beginnt mit der „roten Arbeit”. Nach dem „Versorgen” (aufbrechen oder auch ausweiden) des Wildes wird das Stück „verblasen”.

Bei Gesellschaftsjagden werden die erlegten Stücke auf den Streckenplatz verbracht und es wird „die Strecke gelegt”. Das Wild wird in einer festgeschriebenen Formation gelegt.  Hochwild in der Reihenfolge Rotwild, Damwild, Schwarzwild und Niederwild in der Reihenfolge Rehwild, Füchse, Hasen, Kaninchen und Fasane. Alle Stücke liegen auf der rechten Seite mit dem Stärksten beginnend. Bei Niederwild wird jedes zehnte ein halbe Wildlänge vorgezogen. Der Jagdleiter steht mit den Schützen vor der Strecke, die Bläser, Treiber stehen hinter der Strecke. Die Schützen erhalten vom Jagdleiter ihren Schützenbruch und die Bläser verblasen die Strecke (Todsignale für jede erlegte Wildart). Hundeführer mit Hunden stehen brauchtumsgerecht am linken Flügel hinter der Strecke, sofern sie keine Schützen sind. Heute zählen die Hundeführer allerdings durchweg zu den Jägern. Zudem lassen viele von ihnen ihre Hunde nach harter Arbeit bei Nässe und Kälte gerne schon im warmen sowie trockenen Auto und ersparen ihnen die Zeremonie. Erfolgt das Streckelegen bei einsetzender Dämmerung erhöhen brennende Fackeln oder Kienfeuer den Reiz dieses Brauches. Es verstößt gegen alten Brauch, über zur Strecke gelegtes Wild zu steigen oder zu springen. Beim Verblasen der Strecke finden sich die Schützen in voller Ausrüstung ein, also mit entladener, gebrochener Waffe

Text Quelle: Auf die Jagd.de

 

 

Wildfütterung

Nirgends wird so viel diskutiert wie über die Wildfütterung, hier ein Leitfaden für die Winterfütterung von Rot- und Rehwild

Gemeinsame Grundsätze „wiederkäuergerechter“ Winterfütterung

 

⇒ Sofern eine Winterfütterung von Rot- oder Rehwild an einem Standort waldbaulich vertretbar und jagdlich erwünscht ist, sind eine regelmäßige Fütterungsbetreuung und eine ununterbrochene Futtervorlage vom Fütterungsbeginn im Herbst bis zum Frühjahr zu gewährleisten (bis das Wild sich von der Fütterung löst – ausreichend Futterreserven für Spätwinter-Einbrüche sind vorzusehen; Erreichbarkeit während des gesamten Winters ist wichtig!). Medikamentenbeigabe bei der Wildfütterung ist verboten – Standards der Fütterungshygiene sind konsequent zu beachten! Keine Sommerfütterung!
⇒ Die Standortswahl für Schalenwild-Fütterungen ist mit dem Grundeigentümer bzw. mit dem Revierleiter abzustimmen, wobei insbesondere auf die Wildschadenanfälligkeit des Waldes (Lenkungseffekt der Fütterung zielorientiert nutzen), auf die Bedürfnisse des Wildes (z.B. Kleinklima) und auf die ausreichende Vermeidbarkeit von Störfaktoren zu achten ist (ausgeprägtes winterliches Ruhebedürfnis erfordert Lenkung von Freizeitaktivitäten).

Gerade bei strengen Winter mit viel Schnee muss dem Wild geholfen werden.

⇒ Futterbedarf: Im Sinne einer effizienten Wildschadensprophylaxe ist für ALLE zuziehen den Stücke gleichzeitig eine Sättigungsfütterung sicherzustellen – keine halbherzige Versorgung, sonst werden Wildschäden im „Warteraum“ provoziert (d.h. das vorgelegte Futter darf bis zur nächsten Futtervorlage vom Wild nicht zur Gänze aufgeäst werden). Bedarfswerte pro Tag (Trockensubstanz): Rehwild: 0,4 – 0,8 kg; Rotwild 2 – 4 kg.
⇒ Die Futtermittelwahl ist auf die Wildart (unterschiedliche Physiologie) und auf die Zielsetzung abzustimmen (Kap. 2 und 3). Hohe Einweißgehalte sind Ernährungsphysiologisch unnötig und eine zusätzliche Belastung für den Organismus, dessen Eiweißbedarf im Winter gering ist. Eiweiß-Überangebot simuliert eine „Sommersituation“ Wildschadensgefahr! Ein Eiweißgehalt der winterlichen Futterration von rund 8 – 12 % (Trockensubstanz) ist als optimal einzustufen
⇒ Kein abrupter Wechsel der Futtermittel während der Fütterungsperiode, weil das den Verdauungsablauf stark beeinträchtigt und in der Folge dem Wiederkäuer Probleme verursacht, wodurch Verbiss und Schälung provoziert werden können. Ist ein Wechsel von Futtermitteln unbedingt notwendig, hat ein kontinuierlicher, fließender Übergang stattzufinden (Empfehlung: sukzessive Umstellung im Verlauf von etwa 3 Wochen).
⇒ Heimische Futtermittel für die Winterfütterung von Reh- und Rotwild bevorzugen! Jedenfalls keine Futtermittelbestandteile von Ländern außerhalb Europas verwenden und keine gentechnisch veränderten Futtermittel ankaufen. Es ist für das Wohlbefinden des Schalenwildes zweifelsfrei nicht erforderlich, gentechnisch veränderte Futtermittel, weitgereiste Lecksteine vom Himalaya oder z.B. Soja oder Sesam aus Indien, dem Sudan oder Brasilien vorzulegen. Dadurch wird das positive Image von heimischem Wildbret als hochwertiges Nahrungsmittel aus nachhaltiger jagdlicher Nutzung unnötig in Frage gestellt.
⇒ Achtung – schädlich: Sämtliche Getreidearten und Körnerfrüchte sind bei separierter Vorlage für den Wiederkäuer schädlich – allen voran Mais und Weizen – weil sie vom Wild stark bevorzugt angenommen werden und bei übermäßiger Aufnahme Verdauungsstörungen bewirken (chronische oder akute Pansen-Übersäuerung). Das gilt besonders, wenn sie in gequetschter oder gar in geschroteter Form vorgelegt werden (oder gar in Form von Brotresten), weil sie dann noch schneller abgebaut werden (schaumige Gärung). Auch alle fein vermahlenen Futtermittel sind für das Verdauungssystem der Wildwiederkäuer problematisch. Das gilt ebenso für rohfaserreiche Pellets, wenn diese aus vermahlenem Heu gepresst werden (mangelhafte Pansenmotorik ist die Folge) – über die Struktureigenschaften solcher Pellets bringt ein Auflösen in Wasser rasch Aufschluss.
Wichtig: Wild zu füttern bedeutet stets, auch mehr erlegen zu müssen, wenn der Wildbestand nicht ansteigen und die Verbissbelastung nicht zunehmen soll. Denn fachgerechte Winterfütterung führt zu weniger Fallwild und erhöhtem Zuwachs. Außerdem kommt es zu verstärkter Bindung des Wildes an die Einstandsbereiche. Deshalb ist während der Jagdzeit dort mehr Jagddruck nötig, damit sich die Einstandsbereiche äsungsmäßig erholen können.

Empfehlungen für Rotwild

⇒ Wenn Rotwild schadensfrei überwintert werden kann, sollte die örtlich bewährte Vorgangsweise möglichst beibehalten werden. Denn jede Veränderung am Fütterungssystem bewirkt ein erhöhtes Schadrisiko.
⇒ Bei der Wahl des Fütterungsstandortes und der Futtermittel sind die zu erwartenden Wechselwirkungen mit Nachbarfütterungen und Nachbarrevieren zu berücksichtigen (großräumige Planung notwendig; stark unterschiedliche Attraktivität der Futtermittel kann
„Fütterungstourismus“ provozieren). Auch eine zeitliche Abstimmung der Futtervorlage (vor allem zu Beginn) ist vorteilhaft – Empfehlung: Koordination in einer Hegegemeinschaft.
Qualitativ gutes Heu als Grundfutter darf während der Fütterungsperiode zu keinem Zeitpunkt fehlen!  Heu vom ersten Schnitt eignet sich für die Rotwildfütterung im Winter (Schnittzeitpunkt VOR der Hochblüte der Gräser). Zu Beginn der Fütterungsperiode sowie zu Frühjahrsbeginn ist Heu vom 2. Schnitt bzw. Grummet vorteilhafter, um eine bessere Annahme durch das Rotwild zu erreichen. Soll das Wild möglichst wenig konzentriert bzw. wenig von der Fütterung abhängig gemacht werden und soll es eine ausreichend vorhandene Naturäsung gut ausnutzen, ist eine ausschließliche Heuvorlage zu empfehlen (in diesem Fall ist Erreichbarkeit von Wasser wichtig!).
⇒ Bei der Einlagerung bzw. beim Heueinkauf ist darauf zu achten, dass es eine Qualitäts Punktezahl von keinesfalls unter 12 aufweist; empfehlenswert ist eine Punktezahl von 16 bis 20 (Heubewertung mittels Sinnenprüfung, als Hilfe zur fachgerechten Heu- und Silagebeurteilung dienen die Bewertungstabellen.
⇒ Soll das Wild räumlich konzentriert oder von der Naturäsung abgelenkt werden, weil diese z.B. vorwiegend aus Baum-Leittrieben oder Baumrinden bestehen würde, sind zusätzlich zum Heu attraktivere Futtermittel notwendig. Eine effiziente räumliche Lenkungswirkung ist erzielbar mit Apfeltrester, gefolgt von Grünmaissilage und Grassilage. Auch im Frühjahr lässt sich das Rotwild bei Bedarf damit am längsten an der Fütterung binden (z.B. zur Vermeidung von Frühjahrsschälung in Übergangs-Einständen in Tallagen). Sofern sie keine Qualitätsmängel aufweisen (z.B. Schimmelbildung), sind diese drei Futtermittel, insbesondere in Kombination mit Heu, ernährungsphysiologisch als wertvoll einzustufen. Je weniger optimal die Qualität dieser Futtermittel ist, desto höher ist die Schäl- und Verbissgefahr!
⇒ Vorteilhaft ist das Vorhandensein von winterlich verfügbarer Naturäsung im Wintereinstandsbereich (Gräser, Zwergsträucher, Sträucher, Flechten, Verbiss-Baumarten, etc.), weil dadurch das Risiko für Wildschäden deutlich gesenkt werden kann. Andernfalls besteht bei auch lediglich kurzzeitigem Fernbleiben des Wildes von der Fütterung (schlechte Erreichbarkeit des Futters z.B. bei unerwarteten Störungseinflüssen oder bei extremen Witterungsverhältnissen) sofort ein stark erhöhtes Risiko für untragbare Schälschäden.

Empfehlungen für Rehwild:

⇒ Günstige Standorte für Rehwildfütterungen sind z.B. Randbereiche von Dickungen und Stangenhölzern mit gutem Ausblick (Altholz) und mit ausreichend Abstand zu Verjüngungsflächen. Vorteilhaft sind reich strukturiertes Gelände und Verfügbarkeit von Wasser in der Nähe des Einstandsbereiches, sofern nur Heu (wird aus Raufen mancherorts vom Rehwild nur ungern aufgenommen) oder andere Trockenfuttermittel vorgelegt werden.
⇒ Sofern ausschließlich Heu vorgelegt wird, ist ganz besonders auf beste Qualität zu achten (z.B. kräuterreiches Wiesenheu oder Luzerneheu). Der Rehwildpansen ist für die Verdauung von grobem Wiesenheu schlecht geeignet (z.B. vom verspäteten ersten Schnitt).
⇒ Rehwildfütterungen in Rotwildgebieten dürfen für Rotwild nicht zugänglich sein, um das Rotwild nicht unzweckmäßig zu lenken (wie z.B. auch Schwarzwildkirrungen). Außerdem ist das fütterungsbedingt höhere Abschusserfordernis beim Rehwild hinsichtlich der jagdlichen Konsequenzen für das Rotwild zu berücksichtigen (bewirkt mehr Störungen für Rotwild).
⇒ Ein winterliches „Anbinden“ von Rehwild in Lebensräumen, in denen es von Natur aus nur in geringen Dichten an klimatisch begünstigten Sonderstandorten verbleiben würde, sollte nur dort stattfinden, wo die damit verbundene zusätzliche Verbissbelastung waldbaulich tragbar ist (vor allem auch während der schneearmen Übergangszeiten im Herbst und Frühjahr). Wo hingegen die Verbissbelastung zu hoch ist, weil zum Beispiel Rotwild oder Gamswild im Jahresverlauf die gleichen Äsungsgrundlagen intensiv nutzt, sollte man das Rehwild während der Wintermonate in forstlich weniger problematische und klimatisch günstigere Gebiete abwandern lassen bzw. aktiv durch Winterfütterung dorthin lenken. Das bedeutet: In Regionen, wo es verbissbedingte Verjüngungsprobleme gibt, sollte in ÖBf Revieren zugunsten von Rotwild und / oder Gamswild vor allem auf folgenden Waldstand Orten auf ein „Anbinden“ des Rehwildes durch Winterfütterung verzichtet werden: Auf langsamwüchsigen Standorten mit überdurchschnittlich langen Verjüngungssicherungs Zeiträumen, und zwar vor allem in steileren Lagen im Schutzwald und insbesondere in (hoch-) montanen Gebieten mit erforderlicher Mischwaldverjüngung (z.B. mit besonders verbissbeliebten Laubbaumarten oder Tanne im Verjüngungsziel) – Jagdgesetze beachten!
⇒ Solche Bedingungen herrschen primär auf seicht- bis mittelgründigen Kalk- und Dolomitstandorten vor Ein Auflassen bzw. ein Verlegen von Rehwildfütterungen in andere Bereiche erfordert begleitende Maßnahmen, um überhöhte Fallwildverluste während der Umstellungsphase sowie daraus resultierende Konflikte und kritische Medienberichte möglichst zu vermeiden .

Zur Verlegung oder Auflassung von Schalenwild-Fütterungen:

⇒ Eine ausreichende jagdliche Reduktion des „Futterwildes“ VOR der Auflassung und eine professionelle Umlenkung nicht erlegter Stücke zu einem anderen Fütterungsstandort MIT Auflassung der Fütterung (z.B. mittels Jagddruck und Kirrketten) müssen vorbereitet und konsequent umgesetzt werden. Das gilt ganz besonders für Rotwild, weil im Regelfall von einer höheren Stückzahl pro Standort und von erhöhtem Schadensrisiko auszugehen ist.
⇒ Rechtzeitige Information allenfalls betroffener Nachbarreviere (v.a. bei Rotwild sowie im Gebirge teilweise auch bei Rehwild, sofern es eventuell in andere Reviere ausweicht)
⇒ Bei Bedarf Abstimmung mit Behörden und Jagdverband
⇒ Eventuell vorbereitende, erläuternde Information in Regionalmedien
⇒ Beseitigung sämtlicher Fütterungseinrichtungen – sonst bleiben Erwartungen auf neuerliche Futtervorlage bei vormals gefüttertem Wild sowie bei Jägern und Nichtjägern weiterhin bestehen – das birgt vermeidbares Schadensrisiko und Konfliktpotenzial.

Bericht: Bundesforste F. Völk