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Jagdhornsignale

JAGDHORNSIGNALE

Das Jagdhorn, auch Plesshorn genannt, dient der Verständigung
und dem jagdlichen Brauchtum vor, während und nach der Jagd.

 

Jagd oder Waidwerk

Der Begriff der Waidgerechtigkeit kann als die Summe der rechtlich bedeutsamen, allgemein anerkannten, geschriebenen oder ungeschriebenen Regeln definiert werden, die bei der Ausübung der Jagd als waidmännische Pflichten zu beachten sind. Der Begriff ist ein sogenannter „unbestimmter Rechtsbegriff“, der es erlaubt, auch neue Entwicklungen mit aufzunehmen. Was unter „Waidgerechtigkeit“ verstanden wird, hat sich beständig gewandelt. Der Begriff umfasst heute das, was man in anderen Bereichen als „gute fachliche Praxis“ bezeichnen würde. Wesentlich ist heute der Tierschutzaspekt. Das Gebot, aus dem Tierschutzgesetz, einem Tier nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen zuzufügen, findet sich darin wieder. Der Begriff wird in diesem Sinne auch im Tierschutzgesetz mehrfach verwendet.
In der deutschen Jägersprache traditionell auch Weidwerk oder seltener Waidwerk genannt, ist die Jagd das Handwerk des Jägers. Unerlaubte Jagd bezeichnet man als Wilderei.

Jagd von gestern

Die Jagd ist die älteste und war durch Weltalter hindurch einzige Tätigkeit des Menschen. Jahrhundertlang herrschte sie allein alles menschliche Tun und Denken vollkommen. Sie ist die Keimzelle  der Kultur und der Zivilisation. Im Laufe der Vergangenheit, von der nur der allerletzte Augenblick in das Licht der Geschichte getaucht ist, wurde das Wesen des Menschen durch die Jagd in entscheidender und endgültiger Weise geprägt.

Die Waffen und die Optik von heute lassen dem Wild wenig Chancen

Wann und wo immer Menschen, die in Volks- oder Staatsverbänden gelebt haben, als Jäger aufgetreten sind, hat sich infolge der Lebensgemeinschaft die Notwendigkeit einer allgemein verbindlichen Ordnung der Jagd, einer die Elemente der Jagd mehr oder weniger intensiv erfassenden gesetzlichen Regelung ergeben. Dabei stand stets das Problem im Mittelpunkt der vorzusehenden Regelungen, dass die natürlichen oder juristischen Personen in den Staaten Träger der subjektiven Jagdrechts sein sollen d.h. wer berechtigt sein sollte, die jagdbaren, freilebenden Tiere, das Wild, aufzusuchen, ihnen nachzustellen, sie zu fangen oder sie zu erlegen und sich anzugeignen. Es waren meist politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Erscheinungen, die in einem bestimmten Staat und in einer bestimmten geschichtlichen Epoche für die Verantwortung dieser Frage für den Gesetzgeber maßgebend waren. Im Wege friedlicher Evolution, oft aber auch unter drückender Machtanwendung und im Zuge blutiger Revolutionen wurde um die Jagdberechtigung und ihre gesetzliche Bindung gerungen.  Im Wandel der Zeiten wurde das Jagdrecht immer wieder auf eine neue Basis gestellt, neu geregelt, neu begründet und zur Entfaltung gebracht.

Jagd im engeren Sinn bezeichnet die spezifisch menschliche, legale Verfolgung von freilebendem Wild unter Verwendung zusätzlicher Mittel, mit der Absicht, es zu fangen, zu erlegen und es sich anzueignen. Jagd ist nur gegeben, wenn das der Verfolgung ausgesetzte Tier eine Chance zum Entkommen hat. 

  • In ihrer Freizeit halten sich Jägerinnen und Jäger gerne in der Natur auf und beobachten Wildtiere. Damit tragen sie wesentlich zur planmässigen Überwachung der Wildtierbestände bei. Sie setzen sich aktiv für die Pflege der Wildlebensräume und für den Schutz der Wildtiere vor Störung ein. Sie Respektieren die Würde der Tiere und gehen verantwortungsbewusst um.
  • Jäger haben Freude an ihrer Beute, und ihre Familie und Freunde mit ihnen. Mit Hunden arbeiten Jäger besonders gerne; viele Hunderassen wurden im Laufe der Jahrhunderte für die Jagd gezüchtet und gelten heute als wertvolles Kulturgut.
  • Jagd gehört zu den ältesten Traditionen der Menschheit. Die herausfordernde Auseinandersetzung mit frei lebenden Wildtieren, die für frühe Menschen wichtiger Bestandteil der Nahrung waren, stellte einen wesentlichen Auslöser der menschlichen Evolution dar. Diese Tradition entwickelt sich ständig weiter und hält mit dem Lauf der Zeit Schritt. Moderne Jagd ist nachhaltig; sie trägt den ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Anliegen Rechnung. Sie wird auf der Basis wissenschaftlich fundierter Kriterien geplant und ausgeführt (siehe Wildtiermanagement).

Wer die Jagd ausüben möchte braucht einen Jagdschein, der eine Jägerprüfung voraussetzt.
Wer in Südtirol die Jagd ausüben möchte, muss zuerst den Jagdbefähigungsnachweis erbringen. Dieser wird nach positiver Absolvierung der Jägerprüfung ausgestellt, welche aus folgenden Teilen besteht:

  1. Theorieprüfung über Wildkunde/Ökologie, Jagdrecht, Waffenkunde sowie Naturschutz/Jagdkunde (schriftliche und mündliche Prüfung)
  2. Praktische Schießprüfung (Kugelschießen und Schrotschießen)
  3. Nachweis eines Revierpraktikums ODER eines dreitägigen Jungjäger-Praxiskurses in einer zertifizierten Bildungseinrichtung
  4. Nachweis über einen mindestens 4-stündigen Erste-Hilfe-Kurs (Original oder beglaubigte Kopie).

Die Forstschule Latemar bietet sowohl den Jungjäger-Praxiskurs als auch den Erste-Hilfe-Kurs an.

Theorie- und Schießprüfung finden mehrmals jährlich statt und werden vom Amt für Jagd und Fischerei organisiert. Mit dem Jagdbefähigungsnachweis sowie gültigem ärztlichen Zeugnis und Nachweis über die eingeschulte Handhabung mit Lang- und Kurzwaffen einer Sektion des TSN kann bei der zuständigen Carabinieristation um die Ausstellung des Jagdgewehrscheines angesucht werden. Dieser ist Voraussetzung für die Beantragung eines Jagderlaubnisscheines.
Zur Jägerprüfung dürfen nur Personen antreten, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.
Die Theorieprüfung geht der praktischen Schießprüfung voraus. Wer die Theorieprüfung bestanden hat, kann sich zur Schießprüfung anmelden.
Jagdscheine werden als Jahres- Tagesjagdscheine ausgestellt. Neben der Jägerprüfung ist es erforderlich, dass der Bewerber zuverlässig ist und eine ausreichende Jagdhaftpflichtversicherung vorweisen kann.
Ausländische Jäger müssen keine Jägerprüfung ablegen, wenn nur ein Tagesjagdschein beantragt wird (eine Jagdberechtigung aus dem Ausland ist aber notwendig) oder wenn die ausländische Jägerprüfung von den Behörden als gleichwertig anerkannt ist.

Jagd – das Natürlichste dieser Welt!

 

 

Schusszeichen

Beim Schuss auf Schalenwild sollte der Jäger die „Schusszeichen“ beachten: Am Zeichnen des Wildes erkennt man, ob und wie das Wild getroffen oder ob gefehlt wurde. Auch nach dem Schuss liegt das Wild nicht immer im Feuer

Das Reagieren des Wildes kurz nach dem Schuss bezeichnet man als Schusszeichen. Die Reaktionen des Wildes sind je nachdem welches Körperteil oder welches Organ getroffen wurde, mehr oder weniger typisch. Aber man sollte sich nicht darauf verlassen, es gibt auch Abweichungen von der Regel. Auch bei rasanten und kleinkalibrigen Geschossen zeichnet Wild nicht unbedingt typisch. Stärkere Stücke und Sauen zeichnen wenig oder gar nicht. Schusszeichen sind deshalb nur ein Hinweis.
Diese Beobachtungen lassen für uns in Verbindung mit den Pirschzeichen am Anschuss den Schluss zu, ob das Wild tödlich getroffen wurde oder nur ein Lauf- oder Streifschuss vorliegt, wenn das Wild nicht im Feuer liegen sollte. Zu den Schusszeichen gehört auch der sogenannte Kugelschlag.

Pirschzeichen

Pirschzeichen sind die von einem Stück Schalenwild am und um den Anschuss sowie auf der Flucht- und Wundfährte hinterlassenen Zeichen, die Aufschluss darüber geben können, wo das Geschoss getroffen hat. Die wichtigsten Pirschzeichen sind:

  • Schweiß
  • Schnitt- und Risshaar
  • Knochensplitter
  • Schwarten-, Deckenteile und Hautfetzen
  • Haare und Borsten
  • Teile innerer Organe (beispielsweise Leberstücke)
  • Pansen – und Gescheideinhalt.
  • aber auch Eingriffe und Ausrisse der Schalen
  • zerbrochene Äste oder abgestreiftes Laub oder Nadeln.

Generell gilt, dass man Schalenwild nur beschießen sollte, wenn es breit steht oder breit und ruhig zieht. Das gibt die Gewähr für die Abgabe eines sicheren Schusses auf die Kammer. Dabei sollte nicht auf zu große Entfernungen geschossen werden.

Zeichnen im Schuss

Schusszeichen

Beim Schuss auf das Haupt, den Träger, die Wirbelsäule oder das Becken: In diesem Fall bricht das Wild im Schuss urplötzlich zusammen und kommt nicht mehr auf die Läufe. Meist kann man dann davon ausgehen, dass der Schuss entsprechend sitzt. Notfalls ist ein Fangschuss abzugeben.
Wird durch das Geschoss nur ein Dornfortsatz der Wirbelsäule getroffen und die Wirbelsäule nicht zertrümmert (Schuss durch die „Federn“)oder wird nur die Trophäe getroffen, bricht das Wild ebenfalls urplötzlich zusammen, liegt auf dem Rücken und schlegelt. Es wird aber schon nach kurzer Zeit des Benommenseins wieder hoch und flüchtet zunehmend schneller. Die Nachsuche wird entsprechend schwierig und führt oft nicht zum Erfolg.
Bei Weidwund-Schüssen reagiert das Wild je nach Sitz des Schusses unterschiedlich. Wird das große Gescheide, der Weidsack, die Leber oder die Nieren getroffen, zeichnet das Wild mit Krümmen des Rückens und geht schwer krank, nicht hochflüchtig, ab. Es wird sich alsbald niedertun. Solche Stücken sollte man krank werden lassen und nicht aus dem Wundbett hochmachen. Für die notwendige Nachsuche ist eine Pause von mindestens drei Stunden einzuhalten. Das gilt auch für Schüsse durch das kleine Gescheide. Solche Schüsse quittiert das Wild oft durch Ausschlagen mit den Hinterläufen. Weidwund-Schüsse führen selten zum augenblicklichen Verenden oder zum Verbleiben des Wildes am Anschuss. Die Stücke sollten nur mit einem firmen Schweißhund nachgesucht werden. Es ist eine Unsitte, zuerst selbst zu suchen und nachdem alles zertreten und „verstänkert“ wurde, einen erfahrenen Schweißhunde-Führer um Hilfe zu bitten.
Klagt ein Stück Wild unmittelbar im Schuss, liegt meist ein Schuss auf einen Laufknochen vor oder die Nieren wurden getroffen. Auch in diesen Fällen muss das Wild Ruhe haben und krank werden, bevor eine Nachsuche angesetzt werden kann. Schwache Sauen klagen gelegentlich, auch wenn kein Knochenschuss vorliegt.
Bei Schüssen in die Kammer liegt in den meisten Fällen das Stück am Anschuss oder es bricht nach kurzer Flucht in der Fährte zusammen. Bei Tiefblatt- oder Herzschüssen kommt es zu einer steilen, rasenden Flucht, bis das Gehirn blutleer wird, die – vor allem bei sehr rasanten, gelegentlich auch großkalibrigen Geschossen – zirka 100 Meter andauern kann.
Entscheidend ist für das Verbleiben am Anschuss, dass das Geschoss seine Energie an den Wildkörper abgibt und sowohl beim Ein- als auch beim Ausschuss eine entsprechende Schockwirkung hinterlässt. Ruhig verhoffende, äsende oder ziehende Stücke reagieren stärker auf den Schock als hochflüchtige Stücke, etwa auf der Drückjagd.

Wichtigster Hinweis: Schweiß

Schweiß am Anschuss oder in der Fluchtfährte weist in der Regel auf einen Treffer hin. Die Menge des Schweißes ist ein guter Hinweis, aber nicht immer ein sicherer.
Hat das Stück schräg gestanden oder geäst, kann sich nach dem Schuss die Decke oder Schwarte über den Schusskanal schieben, wodurch nur wenig Schweiß austritt. Anhand der Konsistenz, der Farbe und der Beimischungen des Schweißes kann man Rückschlüsse auf den Sitz des Schusses treffen.
Beim Lungenschuss findet man blasigen, hellroten Lungenschweiß, es können auch Lungenstücke beigemischt sein. Dagegen ist Herzschweiß dunkler und nicht blasig. Leberschweiß ist sehr körnig.
Es empfiehlt sich auch den Schweiß zwischen den Fingern zu reiben und daran zu riechen. Weidwund-Schüsse kann man beispielsweise riechen, weil Panseninhalt mit dem Schweiß vermischt ist.
Knochensplitter sollte man immer gründlich untersuchen und voneinander unterscheiden lernen. Bei Laufschüssen werden immer Splitter von Röhrenknochen zu finden sein, die man von Knochensplittern der Rippen unterscheiden kann.

Bericht-Quelle: Deutsche Jagdzeitung

Paarungszeit der Wildtiere

„Nur die Liebe zählt“ – Aus dem Liebesleben der Wildtiere

Die stillen Wintermonate zählen bei manchen Wildtieren und Vögeln zur Paarungszeit. Dies ist Anlass für uns, das Paarungsverhalten und die Fortpflanzungsbiologie bei einigen Tierarten im Jahresverlauf und die einschlägigen Fachwörter wie Balz- und Blattzeit, Rammel- Brunft- und Ranzzeit vorzustellen.

Hasen: Die Paarungszeit/Rammelzeit der Hasen liegt bei günstigem Wetter von Januar bis in den Oktober, was drei oder vier Sätze Nachwuchs mit 2 bis 4 Jungen im Jahr zur Folge hat. Hasen sind polygam. Um den Nachwuchs kümmert sich die Häsin alleine.

Füchse: Füchse sind etwa mit zehn Monaten erwachsen. Die Ranz- oder Rollzeit beginnt Ende Dezember, erreicht im Januar den Höhepunkt und endet im Februar. Die Ranz wird durch die Ranzwitterung der hitzigen Fähe ausgelöst. Beginn und Verlauf der Ranz sind aber auch von den Witterungsverhältnissen abhängig. Der intensive Ranzgeruch wird von den Afterdrüsen der Fähe abgegeben. Eine Fähe wird häufig von mehreren Rüden gedeckt. Wie bei den Hunden können daher die Welpen eines Wurfes von mehreren Rüden stammen.

Auerwild: Die Balzzeit des Auerwildes beginnt je nach Witterungsverlauf, Vegetation und Höhenlage im März und dauert etwa bis Anfang Juni. Dabei findet zu Beginn der Morgendämmerung die „Baumbalz“ auf einem aussichtsreichen Baum statt. Auffallend ist dabei die Haltung des Auerhahns – gefächerter, steil aufgerichteter Schwanz und hochgereckter Kopf – und der Balzgesang, eine Strophe von etwa sechs Sekunden aus dem sogenannten „Knappen“ mit dem Schnabel, dem „Trillern“ und schließlich dem „Wetzen“, das laufend wiederholt wird.

Gamswild: Die Gamsbrunft findet im November statt, die Brunft ist besonders lebhaft bei Schneelage und klarem, kaltem Wetter. Der Platzbock, der in der Brunftzeit zum Geißenrudel steht, beherrscht dieses. Nähert sich ein anderer Bock diesem Rudel, so vertreibt er ihn oft durch eine halsbrecherische Verfolgungsjagd über weite Strecken. Der Gamsbock treibt blädernd und öfters nässend die brunftige Geiß und beschlägt sie. Die Gamsgeiß geht ca. 26 Wochen beschlagen und setzt ihr Kitz (meist nur eines) Ende Mai bis Mitte Juni. Zum Setzen verläßt die Geiß das Rudel und kehrt erst nach einigen Tagen wieder mit dem Kitz zurück.

Rehwild Die Blattzeit/Brunftzeit der Rehe ist von Mitte Juli bis Mitte August. Der Brunftbetrieb wird durch einen speziellen Duftstoff, den das weibliche Rehwild absondert, ausgelöst. Dabei verfolgen, ähnlich wie ein Schweißhund mit tiefer Nase, die Böcke die Fährte einer brunftigen Ricke (weibliches Reh). Berühren Böcke dabei die Reviere anderer, so kann es bei gleicher Stärke unter Umständen zu heftigen Auseinandersetzungen kommen. Bei Annäherung des Bockes flüchtet in der Regel die Ricke, so dass es zu einer Hetzjagd kommt, dem sog. Treiben. Dieses Treiben kann über mehrere Kilometer gehen. Je mehr Böcke im Revier sind und je heißer die Tage, desto reger ist der Brunftbetrieb. Das „Setzen“ der Kitze erfolgen durch die verlängerte Tragzeit der Ricke in einer Zeit voller Vegetation und damit in einer Zeit optimaler äußerer Bedingungen.

Rotwild: Jedes Jahr ab Ende August, wenn die Geweihe der männlichen Rothirsche fertig ausgebildet sind und der Hormonspiegel steigt, wird jeder andere Hirsch zum Konkurrenten. Die lockeren Rudelverbände der männlichen Hirsche lösen sich auf, denn sie wollen nun zu den weiblichen Tieren. Sind die Platzhirsche wieder bei ihrem Rudel, röhren sie lautstark, um ihren Anspruch auf die Hirschkühe zu zeigen und Konkurrenten abzuschrecken. Bei der Hirschbrunft kommt es auch zu spektakulären Kämpfen, wobei die Geweihe lautstark aufeinander krachen. Fortpflanzungserfolge haben fast nur die starken acht- bis zehnjährigen Tiere. In dieser Zeit wird die Nahrungsaufnahme für die männlichen Hirsche zur Nebensache, die Paarung mit den weiblichen Tieren und die Verteidigung des Rudels nimmt die ganze Kraft und Zeit in Anspruch.

Schwarzwild:  Bachen, die weiblichen Wildschweine, können – sofern ihnen ausreichend Nahrung zur Verfügung steht – bereits nach 8 bis 10 Monaten geschlechtsreif werden. Keiler, die männlichen Wildschweine, sind in der Regel erst im zweiten Lebensjahr fortpflanzungsfähig. Der Beginn der Paarungszeit wird von den Bachen bestimmt. Die Paarungszeit nennt der Jäger Rauschzeit. Keiler sind ganzjährig begattungs- und besamungsfähig. Bachen können das ganze Jahr über empfängnisbereit sein. Bei guter Nahrungsversorgung kann es dazu kommen, dass sich einjährige Wildschweine, sogenannte Überläufer oder noch jüngere Tiere an der Fortpflanzung beteiligen. Hierdurch kann es zu einer unkontrollierten Vermehrung kommen.

SIEHE AUCH UNTER;  VOGELKUNDE NIEDERWILD UND HOCHWILD

Jägerschlag

In seinem ursprünglichen Sinn angewandt, kann der Jägerschlag eine würdevolle Zeremonie sein, die nach bestandener Jägerprüfung oder nach der Erlegung des ersten Stückes durchgeführt wird. Der Jägerschlag kann – in einem entsprechenden Rahmen – bei der Erlegung des 1. Stückes Schalen- oder Flugwild durchgeführt werden. Das erlegte Stück Wild wird auf die rechte Seite mit allen Brüchen (letzter Bissen, Inbesitznahmebruch) auf ein Reisigbett gelegt (hat man kein Stück Wild, so kann dies mit einer ausgekochten und gebleichten Trophäe symbolisiert werden).

Fackeln umrahmen diese Feierlichkeit.

Es ist ratsam, wenn der Jagdherr einen Gehilfen hat, der ihm zur Seite steht und sich um die “Utensilien” kümmert.
JHBG: Sammeln der Jäger und ein weiteres Stück
Der Jagdherr bedankt sich bei den Schützen für das disziplinierte Verhalten während der Jagd.
Der Schütze steht neben dem Haupt des erlegten Stückes und hält seinen Hut in der linken Hand (und zwar bis zur Bruchüberreichung).
Der Jagdleiter ode

r Pirschführer meldet dem Jagdherrn, was zur Strecke gebracht wurde. Eine kurze Schilderung des Herganges rundet diese Ansprache ab.
Der Jagdherr stellt sich mit Hirschfänger oder Weidblatt vor den Schützen (auch der Schütze bleibt stehen oder kniet sich neben das Stück; sich über das Stück zu beugen ist nicht standesgemäß).

 

  1. Jägerschlag: Der Jagdherr legt dem Schützen den Hirschfänger oder das Weidblatt auf die rechte Schulter und sagt:
  • “Der erste Schlag soll dich zum Jäger weih´n!
  • Der zweite Schlag soll dir die Kraft verleihn, zu üben stets das Rechte.
  • Der dritte Schlag soll dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten!”

2. Spruch:  “An Huberti statt ergreif ich das Weidblatt und schlage dich dem alten Brauch getreu zum weidgerechten Jäger frei.”

Beide Male antwortet der Schütze:
“Ich verspreche es! Weidmannsdank!”

Der Jagdherr überreicht dem Schützen den Bruch (auf dem Hut liegend) und sagt:

    • “So nimm, Gesell, den grünen Bruch und beherzige den Jägerspruch:
    • Es ist des Jägers Ehrenschild, dass er beschützt und hegt sein Wild,
      weidmännisch jagt, wie sich´s gehört, den Schöpfer im Geschöpfe ehrt!”

Der Schütze steckt den Bruch auf die rechte Hutseite und erst jetzt setzt er seinen Hut wieder auf.
Wenn ein Hund für die Nachsuche dabei war, so bekommt auch der Hund einen Bruch in die Halsung gesteckt.
Während der Bruchüberreichung blasen die Jagdhornbläser das entsprechende Signal (Totsignal) für das erlegte Stück.

In unserem Falle Sau tot

Anschließend kann der Jagdherr dem Schützen als Erinnerungsgeschenk an diesem Tag eine blanke Waffe (Knicker) auf einem Polster überreichen.
Der Geehrte bedankt sich mit den Worten:

  • “Dank für Schmuck und Schlag, weidgerecht bleib ich alle Tag.”

der Jagdherr reicht dem Schützen einen Jägertrunk (Stamperl Schnaps oder Becher Wein) und spricht dazu:

  • “So reich ich dir den Jägertrunk, bleib immer fröhlich, stark und jung
    und trink in dieser Weihestund ein Weidmannsheil der Jägerrund.”

Dann folgt eventuell der Schüsseltrieb, der mit “Zum Essen” angeblasen wird.

 

Jagdstrecke

Strecke richtig legen

Egal ob Niederwild oder Hochwild, nach dem Waidwerken bzw. das Jagen hat jedes noch so kleine Wildtier die letzte Ehre verdient. Wie Jäger schauen uns die nach der Jagd gemeinsam die erlegte Beute an. Damit dies auch ein bisschen Ordnung und Sinn hat seht ihr in den nachfolgenden beiden Zeichnungen wie die Strecke richtig gelegt wird und wie die Jäger, Treiber und Jagdhornbläser an der Strecke stehen. Merkt euch man geht niemals Quer über die Strecke oder tritt auf dem Wild. In der Regel werden 10 Kreaturen nebeneinander gelegt. Das letzte Stück, also das zehnte wird etwas höher gelegt damit man erkennt das die Reihe vollständig ist. Tannen- oder Fichtengrün mit Fackeln oder Feuerkörben vervollständigen das Bild der Strecke.

Man spricht vom „Strecke legen“, wenn diese, am Ende einer Jagd, auf einer, meist mit Tannen- oder Fichtengrün ausgelegten Fläche, präsentiert werden. Dabei geht es nicht darum, die Beute zur Schau zu stellen, vielmehr hat dieser Brauch seinen Ursprung in einer Ehrenbezeugung gegenüber dem Wild und dem Dank für den Jagderfolg. Nach dem Aufbrechen wird das Wild zur Strecke gelegt. Schalenwild wird auf die rechte Seite gelegt, also Herzseite nach oben, beim männlichen Stück wird das Haupt durch einen Ast aufrechtgestellt, um so den Kopfschmuck besser zu zeigen. Danach wird das Stück mit dem Inbesitznahmebruch gerecht verbrochen. Dem Schalenwild wird ein letzter Bissen gegeben und es wird mit einem Bruch versehen. Nachdem das Wild auf der Strecke liegt, wird in der Regel das Wild verblasen, und die Erleger erhalten den Erlegerbruch. Die anwesenden Schützen schauen dem Wild in die Lichter, sie stehen also direkt vor der Strecke. Der Jagdleiter steht in der Regel vor den Schützen am Kopf der Strecke. Hinter dem Wild stehen die Bläser und die Treiber. Auch die Hundeführer haben einen Platz am linken Flügel neben den Treibern. Heutzutage kann es aus hygienetechnischen Gründen vorkommen, dass nicht alles Wild auf der Strecke gelegt wird, sondern nur symbolisch von jeder Art ein Stück. Wenn ein Jäger an das gestreckte Wild herantritt, nimmt er seinen Hut ab und lässt das Geschehen an sich vorüber ziehen. Er hatte nicht nur Jagderfolg, sondern hat auch ein einmaliges Leben ausgelöscht. Das erlegte Tier wird auf der rechten Seite liegend mit einem „Bruch” bedeckt und der Jäger nimmt sich den „Schützenbruch“. Das männliche Stück erhält den „letzten Bissen” und der Jäger beginnt mit der „roten Arbeit”. Nach dem „Versorgen” (aufbrechen oder auch ausweiden) des Wildes wird das Stück „verblasen”.

Bei Gesellschaftsjagden werden die erlegten Stücke auf den Streckenplatz verbracht und es wird „die Strecke gelegt”. Das Wild wird in einer festgeschriebenen Formation gelegt.  Hochwild in der Reihenfolge Rotwild, Damwild, Schwarzwild und Niederwild in der Reihenfolge Rehwild, Füchse, Hasen, Kaninchen und Fasane. Alle Stücke liegen auf der rechten Seite mit dem Stärksten beginnend. Bei Niederwild wird jedes zehnte ein halbe Wildlänge vorgezogen. Der Jagdleiter steht mit den Schützen vor der Strecke, die Bläser, Treiber stehen hinter der Strecke. 

Die Schützen erhalten vom Jagdleiter ihren Schützenbruch und die Bläser verblasen die Strecke (Todsignale für jede erlegte Wildart). Hundeführer mit Hunden stehen brauchtumsgerecht am linken Flügel hinter der Strecke, sofern sie keine Schützen sind. Heute zählen die Hundeführer allerdings durchweg zu den Jägern. Zudem lassen viele von ihnen ihre Hunde nach harter Arbeit bei Nässe und Kälte gerne schon im warmen sowie trockenen Auto und ersparen ihnen die Zeremonie. Erfolgt das Streckelegen bei einsetzender Dämmerung erhöhen brennende Fackeln oder Kienfeuer den Reiz dieses Brauches. Es verstößt gegen alten Brauch, über zur Strecke gelegtes Wild zu steigen oder zu springen. Beim Verblasen der Strecke finden sich die Schützen in voller Ausrüstung ein, also mit entladener, gebrochener Waffe

Text Quelle: Auf die Jagd.de