Am 22. Januar 2026 berichteten sowohl schon „ ORF – Südtirol Heute“ als auch “Rai Südtirol”, dass schneearme Winter wie in diesem Jahr eine Bedrohung für die Rauhfusshühner und insbesondere für den Schneehasen darstellen.
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| Schneearme Winter bedrohen Schneehasen und auch Rauhfusshühner |
Der heurige Winter ist in vielen Regionen von einem außergewöhnlichen Schneemangel geprägt. Was für Tourismus und Wintersport bereits spürbare Auswirkungen hat, bedeutet für die heimische Tierwelt – insbesondere für den Schneehasen – eine zunehmend kritische Situation.
Der Schneehase ist hervorragend an schneereiche Winter angepasst. Sein weißes Winterfell dient ihm nicht nur als Kälteschutz, sondern vor allem als Tarnung vor natürlichen Feinden. Bleibt der Schnee jedoch aus oder ist nur kurzzeitig vorhanden, wird diese Anpassung zum Nachteil: Die Tiere heben sich deutlich von der schneefreien Landschaft ab und sind für Fressfeinde leichter sichtbar.
Hinzu kommt, dass der Schneemangel häufig mit milderen Temperaturen einhergeht. Diese können den jahreszeitlich gesteuerten Fellwechsel nicht aufhalten, da dieser primär durch die Tageslänge ausgelöst wird. Der Schneehase bleibt somit weiß, auch wenn seine Umgebung längst braun oder grün ist. Gleichzeitig verändert sich das Nahrungsangebot, was zusätzlichen Stress für die Tiere bedeutet.
Fachleute weisen darauf hin, dass sich solche Winter in den vergangenen Jahren häufen. Der “Klimawandel” verstärkt diese Entwicklung und verschärft die ohnehin schwierige Lage für hochalpine und kälteangepasste Arten. Der Schneehase gilt daher zunehmend als Indikatorart für die Auswirkungen veränderter Klimabedingungen im Alpenraum.
Naturschutzorganisationen appellieren an Politik und Gesellschaft, dem Schutz sensibler Lebensräume größere Bedeutung beizumessen. Ruhegebiete, eine angepasste Freizeitnutzung im Winter sowie langfristige Maßnahmen sind entscheidend, um dem Schneehasen auch in Zukunft ein Überleben zu ermöglichen.
Der heurige Schneemangel macht deutlich: Was als schneearmer Winter beginnt, kann für spezialisierte Wildtiere zu einer existenziellen Bedrohung werden.
Das weiße Fell des Schneehasen spielt eine entscheidende Rolle für sein Überleben. Hier sind einige Aspekte, die die Bedeutung des Fells verdeutlichen:
*Tarnung*: In schneereichen Umgebungen hilft das weiße Fell dem Schneehasen, sich vor Fressfeinden wie Füchsen und Greifvögeln zu verstecken. Durch die Anpassung seiner Fellfarbe an die Umgebung kann er sich effektiv tarnen. Die Tarnung ist entscheidend für das Überleben des Schneehasen. Raubtiere wie Füchse und Greifvögel haben Schwierigkeiten, das weiße Fell auf dem weißen Schnee zu erkennen. Diese Fähigkeit zur Tarnung erhöht die Überlebenschancen des Hasen erheblich.
Insgesamt ist das weiße Fell des Schneehasen ein wesentlicher Faktor für seine Überlebensfähigkeit in einer rauen Umgebung und beeinflusst seine Tarnung in der Natur auf verschiedene Weisen: Die Tarnung kann auch die Wahrnehmung der Raubtiere beeinflussen. Wenn ein Raubtier den Schneehasen nicht sofort als Beute erkennt, hat der Hase mehr Zeit, um zu fliehen.
*Anpassung an die Umgebung*: Im Winter, wenn Schnee den Boden bedeckt, ist das weiße Fell des Schneehasen perfekt an die Umgebung angepasst. Diese Farbgebung ermöglicht es ihm, sich gut in der schneebedeckten Landschaft zu verstecken, wodurch er weniger sichtbar für Raubtiere ist. Im Frühling und Sommer verändert der Schneehasen sein Fell in einen braunen oder grauen Farbton. Diese Anpassung hilft ihm, sich in der Erde und unter Pflanzen zu tarnen, wenn der Schnee schmilzt. Diese saisonale Farbänderung ist wichtig, um auch in wärmeren Monaten vor Fressfeinden geschützt zu sein.
*Temperaturregulation*: Das Fell bietet auch einen gewissen Schutz vor Kälte. Es isoliert den Körper und hilft, die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, was in kalten Klimazonen lebenswichtig ist.
*Wohlbefinden*: Ein gesundes, weißes Fell zeigt auch den allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres an. Ein geschwächtes Fell kann auf schlechte Ernährung oder Krankheiten hindeuten.
*Fortpflanzungszeitpunkt*: Schneehasen nutzen Schneedecken als Indikator für den Fortpflanzungszeitpunkt. Ein schneearmer Winter kann dazu führen, dass sie ihre Fortpflanzung verzögern oder ganz aussetzen, was die Reproduktionsraten senkt. Im Frühling, wenn der Schnee schmilzt, verändert der Schneehasen sein Fell in einen braunen Farbton. Diese Farbänderung kann ein Signal für potenzielle Partner sein u*Jungtierüberleben*: Weniger Schnee bedeutet möglicherweise weniger Schutz für die Jungtiere. Wenn die Überlebensrate der Jungtiere sinkt, wirkt sich das negativ auf die Gesamtpopulation aus. Die erhöhte Anfälligkeit für Raubtiere kann zusätzlichen Stress verursachen, der sich ebenfalls negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirkt.
Bei schneearmen Winter, ziehen auch immer mehr Feldhasen in höhere Lagen. Schon mehrmals wurden Feldhasen über 2.500 M.H. beobachtet, die sich dort immer mehr ansiedeln, gemeinsam mit Schneehasen das Territorium teilen und sich auch paaren. Nur so ist es zu erklären, dass auch Mitte November Hasen erlegt werden, die nicht eindeutig zugeteilt werden können.

Dieser “Schneehase” wurde am 10. November erlegt
Hybriden bei Schneehasen sind möglich
Hybriden bei Schneehasen sind ein zunehmend relevantes Thema in der Wildtierforschung. Unter Hybridisierung versteht man die Kreuzung zweier nahe verwandter Arten, wobei es zu Nachkommen mit genetischen Anteilen beider Elternarten kommt. Beim Schneehasen betrifft dies vor allem Überschneidungen mit anderen Hasenarten, etwa dem Feldhasen, in denen sich ihre Lebensräume zunehmend annähern.
Der Schneehase ist eine hochspezialisierte Art des alpinen und borealen Raumes. Seine Anpassungen – insbesondere der saisonale Fellwechsel von braun zu weiß – sind das Ergebnis einer langen evolutionären Entwicklung. Durch den Rückzug des Schnees geraten diese klar abgegrenzten Lebensräume jedoch unter Druck. Im Gebiet des Schneehasen und Übergangszonen kommt es vermehrt zu Kontaktzonen zwischen Schneehasen und dem Feldhasen.
In solchen Kontaktzonen können Hybriden entstehen. Diese Mischformen weisen oftmals äußere Merkmale beider Elternarten auf, etwa ein unvollständiges Weißwerden des Winterfells oder Unterschiede in Körperbau und Ohrenlänge. Genetische Untersuchungen zeigen, dass solche Kreuzungen möglich sind. Zudem ist die Fortpflanzungsfähigkeit der Hybriden nicht immer gesichert, was ihre langfristige Etablierung begrenzt.
Aus ökologischer Sicht sind Hybridisierungen ambivalent zu bewerten. Einerseits können sie als Zeichen eines gestörten Ökosystems gelten, in dem natürliche Barrieren zwischen Arten verloren gehen. Andererseits können genetische Durchmischungen kurzfristig zu einer höheren Anpassungsfähigkeit führen. Für den Schneehasen überwiegen jedoch die Risiken: Die Vermischung mit weniger kälteangepassten Arten kann langfristig zu einem Verlust seiner spezialisierten Eigenschaften führen.
Naturschutzfachlich werden Hybriden bei Schneehasen daher aufmerksam beobachtet. Sie gelten als möglicher Indikator für den fortschreitenden Klimawandel und die zunehmende Fragmentierung alpiner Lebensräume. Der Erhalt klar strukturierter, schneereicher Rückzugsgebiete ist entscheidend, um die genetische Eigenständigkeit des Schneehasen zu bewahren.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Hybriden bei Schneehasen ernstzunehmende Warnsignale sind. Sie verdeutlichen, wie stark Umweltveränderungen in natürliche Prozesse eingreifen und welche Herausforderungen sich daraus für den langfristigen Artenschutz ergeben.
Bericht und Fotos. WP-Südtiroler Jagdportal
HÖREN SIE DIE STIMMEN DER WILDTIERE
Die Stimmen der Wildtiere sind oft geheimnisvoll und faszinierend. In der Stille der Nacht dringen sie durch den dichten Wald und lassen unsere Sinne aufhorchen. Das lautstarke Röhren der Hirsche, das melodische Singen der Vögel oder das schrille Heulen des Fuchses, – jede Tierart hat ihre eigene einzigartige Stimme. Diese Stimmen sind nicht nur Ausdruck ihrer Kommunikation, sondern auch ein Zeichen für ihre Präsenz und ihr Überleben in der Wildnis. Wenn man die Stimmen der Wildtiere hört, spürt man die Verbundenheit mit der Natur und wird daran erinnert, wie wichtig es ist, diese wertvolle Vielfalt zu schützen und zu respektieren.
Wenn zum Monatswechsel März-April die ersten warmen Tage das Grün sprießen lassen, kommt Bewegung in unser Rehwild. Schon nach wenigen Tagen lösen sich die Sprünge, zu denen sich das Rehwild in der vegetationsarmen Zeit zusammengeschlossen hatte, auf.
Die frische Vegetation und die Sonneneinstrahlung aktivieren die Hormone. Die alten Böcke beginnen zu fegen und sind die ersten, die die besten Standorte besetzen.
Auch die Ricken, mittlerweile sichtbar hochbeschlagen, dulden die Kitze des Vorjahres nicht mehr in ihrer Nähe und suchen geschützte Einstände für den heranwachsenden Nachwuchs.
Diese zu Schmalrehen und Jährlingen mutierenden Jungrehe ziehen nun orientierungslos durch die Flur. Der Jährling wird ständig von seinen älteren Geschlechtsgenossen herumgestoßen. Kaum hat er einen Einstand gefunden, bringen ihn die älteren Böcke auf die Läufe und er wird verjagt.
Einzig das zarte Schmalreh wird nicht nur geduldet, sondern ist bereits jetzt begehrt. Gerne sucht es nach dem Verlust der Führung durch die Ricke eine neue Führung. Was bietet sich da besser an, als sich einem alten erfahrenen Bock anzuschließen, schließlich weiß er, wo es lang geht.
Geht es um das Ansprechen, berührt man bei den meisten Jägern eine – ja eigentlich die – jagdliche Tabuzone. Schon wenn ein Jäger mit dem Fernglas das Alter eines Rehbockes, Gams oder Hirsch aufs Jahr bestimmt.
Ansprechen muß von Ehrlichkeit und Realität getragen werden, darf sich weder in Mystik, “Wichtigtuerei” noch in reine Zweckspekulationen verlieren. Gewiß, es gibt Kriterien, die wir Jäger beachten müssen und auch können. So ist es eigentlich selbstverständlich, daß wir den Kitzen nicht die Geiß wegschießen – gerade hier erlebte ich von selbsternannten Ansprechskünstlern, gerade bei Gamswild manche Enttäuschung. Es sollte selbstverständlich – einfach logisch sein, daß wir ein erkennbar schwaches Reh schießen. Nicht selten wird sich das optisch schwache Reh nach dem Schuß aber trotz aller Ansprechskunst als stärkere erweisen.
Woran erkennen wir das Alter unserer Rehböcke?
Fangen wir bei den Jährlingen an, denn die sind in der Tat noch am sichersten anzusprechen. Noch immer spukt in vielen Jägerhirnen das Vorurteil, Jährlinge hätten in der Regel rosenlose Stangen, und Jähringsstangen seien grundsätzlich auf schwache Veranlagung zurückzuführen! Ein 18 kg Jährling trägt unter Umständen nur Knöpfe: für seine spätere 2 Laufbahn” scheint aber das Körpergewicht wichtiger zu sein als das seines Geweihs . Aus dem Jahrlingsknopfer – ist er ansonsten gesund und stark – kann er schon im nächsten Jahr einer der besten Zweijährigen werden. In erster Linie ist auf den gesamten Körperbau zu achten, zu erlegen sind körperlich entsprechend schwach entwickelte Jahrlingsböcke bzw. C-Böcke.
Im Gegensatz zu Körperformen scheinen Verhaltungsmuster auch Altershinweise zu liefern. Jährlinge werden von älteren Böcken verjagt, unterdrückt und sind nicht territorial. Junge Böcke sind eher übermütig und treten häufiger mit Artgenossen zum äsen aus. Jährlinge sind manchmal zu Beginn der Jagdzeit noch im Bast. Wenn sie sonst körperlich gut veranlagt sind, ist dies kein Erlegungsgrund! Ein Bock, der schon im März verfegt, aber noch im Juni nicht verfärbt ist, kann nicht der Jüngste sein.Ein anderer, der erst Anfang Mai verfegt und gleichzeitig schon den Haarwechsel fast abgeschlossen hat, ist bestimmt nicht alt, und wenn sein Geweih noch so stark ist.
Ältere Böcke:
Wie schon erwähnt, ist es verdammt schwierig das Alter eines Rehbockes, hauptsächlich in der Mittelklasse zu bestimmen. Es bleibt festzustellen, daß einzelne ältere Böcke bereits rot sind, während die meisten Jährlinge noch nicht voll verfärbt haben.


Beim Rehwild ist die „Zahnschliffmethode“ zur Altersbestimmung bekannt, eine exakte Alterbestimmung ist aber nicht möglich.
Der Muffelfleck ist eben auch nicht das typische Kennzeichen, obwohl er schon zu beachten ist. Der Fegetermin scheidet als Altersmerkmal fast völlig aus. Richtig ist nur, daß die Jährlinge meist nach dem Haarwechsel fegen und damit gut sechs bis sieben Wochen später als die älteren Böcke.
Wie ist es nun mit dem Abwurftermin? Er hat auch auf den Bockabschuß keinen Einfluss mehr, es sei denn insoweit, als er die Schußzeit beendet. Trotzdem hält sich hartnäckig der durch ganze Lehrbuch Generation nachgebetete Lehrsatz:” Der alte Bock wirft zuerst ab, der junge zuletzt!” Wer nun tatsächlich wann abwirft ist schwer festzustellen.
Wann immer wir ein Reh erlegen, das offensichtlich älter als ein Jahr ist und wo immer über ein erlegtes Reh diskutiert wird, der Unterkiefer wird zum Kronzeugen gemacht. An diesem Stück Knochen, besser an den in ihm steckenden Zähnen hängen wir jedes Urteil auf. Fast jedes Jungjägerlehrbuch und wohl die meisten bisher über Rehwild erschienenen Werke enthalten eine “Unterkiefer-Tafel”. Den Zahnabschliff bekommen wir schon vor der Jägerprüfung eingebleut; wir müssen die auf dem Prüftisch liegenden Unterkiefer nach Jahren genau einordnen.
Der Unterkiefer eines Dreijährigen Bockes kann dem eines Fünfjährigen absolut gleich sein. Ebenso kann der Fünfjährige seine Zähne genau so abgenutzt haben wie ein Dreijähriger Mit einiger Sicherheit sagt uns der Unterkiefer nur bis zum 20. Lebensmonat das Alter an. So um die Weihnachtszeit des zweiten Lebensjahres wird es schon etwas unsicher. Eine sichere Altersbestimmung beziehungsweise Unterscheidung zwischen Rehen im dritten und vierten Lebensjahr ist nicht möglich. Denn die Abnützung der Zähne ist auch vielfach den unterschiedlichen Boden- und Äsungsverhältnissen, Gesundheitszustand und Veranlagung zurückzuführen.
Falscher Umgang gefährden das Leben von Wildtieren und Menschen
Im Frühjahr erwacht die Natur zu neuem Leben. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Wildtiere werden besonders aktiv. Dies mag für viele Menschen eine erfreuliche Zeit sein, doch es birgt auch eine grosse Gefahren. Der Morgensport in der heimischen Natur hat eine ganz besondere Bedeutung bekommen auch jetzt zu Beginn des Frühlings zeigt sich die Natur von seiner schönsten Seite. “Die Natur erwacht, frisches Grün bietet Nahrung für viele Tiere. Gleichzeitig verwandeln sich Wiese, Feld und Wald in eine große Kinderstube, übrigens auch in der unmittelbaren Nähe von Siedlungen, denn die Brut und Setzzeit beginnt. Viele Wildarten wechseln von ihren Winterlebensräumen in die Gebiete, wo es reichlich Nahrung gibt und die besten Voraussetzungen für die kommende Generation geboten sind. Daher ist gerade jetzt rücksichtsvolles Verhalten besonders wichtig.”

Die Begegnung mit Wildtieren auf der Strasse kann zu gefährlichen Situationen führen. Autofahrer müssen besonders wachsam sein und ihre Geschwindigkeit anpassen, um rechtzeitig reagieren zu können. Ein plötzlich auftauchendes Reh oder ein über die Strasse huschendes Eichhörnchen können zu schweren Unfällen führen, sowohl für die Tiere als auch für die Menschen im Fahrzeug.
Die vermehrte Aktivität der Wildtiere im Frühjahr führt dazu, dass sie vermehrt auf Nahrungssuche gehen und ihre Reviere erkunden. Besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden sowie in der Dämmerung sind sie unterwegs. Dies stellt eine grosse Herausforderung für den Strassenverkehr dar, da Wildtiere oft unvorhersehbar agieren und plötzlich auf die Strasse laufen können.
Es ist daher wichtig, dass Autofahrer im Frühjahr besonders vorsichtig sind und auf Warnschilder achten, die auf Wildwechsel hinweisen. Zudem sollten sie in Waldgebieten und ländlichen Gegenden ihre Geschwindigkeit reduzieren und stets damit rechnen, dass ein Tier die Strasse überqueren könnte.
Insgesamt zeigt sich, dass die erhöhte Aktivität der Wildtiere im Frühjahr eine grosse Gefahr im Strassenverkehr darstellt. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, durch umsichtiges Verhalten und Vorsicht dazu beizutragen, Unfälle zu vermeiden und die Natur zu schützen.
“Gerade jetzt im Frühjahr besteht eine besonders hohe Gefahr für Auto- und Motorradfahrer, in einen Unfall mit einem Wildtier verwickelt zu werden”. Grund hierfür sei die regelmäßig mit dem Beginn des Frühjahrs sprunghaft ansteigende Aktivität vieler heimischer Wildtierarten. Während das betroffene Wildtier den Wildunfall häufig mit seinem Leben bezahlt, sind für den Menschen in der Regel Sachschäden die Folge. Allerdings seien auch bei Unfällen mit größeren Wildtieren Personenschäden nicht auszuschließen. Besonders für Motorradfahrer würden Wildunfälle oft tragisch enden.
Besonders hoch sei die Gefahr für Wildunfälle vor allem dort, wo die typischen Lebensräume des Wildes von Verkehrswegen durchschnitten werden. “Vor allem in großen geschlossenen Waldgebieten, aber auch in abwechslungsreichen Landstrichen mit Wiesen, Feldern und Waldinseln finden die meisten Wildtiere ideale Lebensbedingungen. Bei Fahrten durch solche Abschnitte ist eine erhöhte Aufmerksamkeit geboten”. Das Verkehrszeichen ‘Wildwechsel’ sei unbedingt zu beachten und das Tempo deutlich zu drosseln. Besonders gefährlich seien Fahrten in den Zeiträumen der morgendlichen oder der abendlichen Dämmerung.
“Hauptgründe für die spürbare Zunahme der Wildtieraktivitäten sind nicht etwa Frühlingsgefühle, sondern Futtersuche und Revierabgrenzung. Vor allem das männliche Rehwild, die Rehböcke, sind jetzt unterwegs. Jungtiere suchen nach Revieren, mit möglichen Rivalen werden Einstandskämpfe geführt, die bis zum Sommer ihren Höhepunkt erreichen”. Das Frühjahr bilde deshalb neben den Paarungszeiten, die in der Regel in den Sommermonaten oder im Herbst liegen, einen Zeitraum mit erhöhter Aktivität des heimischen Wildes. Der Bewegungsradius werde dabei deutlich ausgedehnt. Dagegen werde in den Wintermonaten bei den meisten heimischen Wildarten der Stoffwechsel und damit die Bewegungsaktivität deutlich reduziert. Diese Reduktion kann bis zu 50 Prozent gegenüber den Sommermonaten betragen.
Gefahren für Wildtiere
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 Keine Wildtiere berühren oder mitnehmen: “Bitte halten sie gebührenden Abstand, um dieses natürliche Verhalten nicht zu stören, und bitte berühren sie Wildtiere nicht, auch wenn sie augenscheinlich allein und hilflos scheinen. |
 Der Jagdinstinkt von Katzen ist tief in ihrer Natur verwurzelt. Als Nachkommen von Wildkatzen haben sie eine angeborene Fähigkeit, Beute zu jagen und zu fangen. Diese Fähigkeit war für ihre survival entscheidend, als sie noch in freier Wildbahn lebten. |
 Wildernde Hunde sind domestizierte Haustiere, die sich in freier Wildbahn befinden und Jagd auf Wildtiere betreiben. Ihr Verhalten ist oft geprägt von Instinkten, die auf das Jagen und Töten von Beute ausgerichtet sind. Dies stellt eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Tierwelt dar, da wildernde Hunde eine Vielzahl von Wildtieren angreifen und töten können. Besonders gefährdet sind kleine und schutzbedürftige Arten, die sich nicht effektiv gegen die Angriffe der Hunde verteidigen können. |
Um dem Tier- und Artenschutz zu genügen, bittet die Jägerschaft deshalb alle Naturfreunden, im Frühjahr auf den Wegen zu bleiben: “Damit stören Sie die Wildtiere am wenigsten. Menschen und auch Hunde, die auf den Wegen bleiben, werden von Wildtieren oft nicht als Bedrohung wahrgenommen, und man hat als Spaziergänger eine gute Möglichkeit, unsere heimischen Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.”
Tarnen und Täuschen; Dabei sei es nicht einfach, unsere Wildtiere ohne weiteres zu entdecken. Die meisten Tiere seien sehr gut getarnt. Junghasen, Rehkitze und Entenküken sind durch ihre Fellzeichnung oder Federkleid fast unsichtbar, wenn sie sich bei Gefahr nahezu reglos ins Gras oder die Feldmulde drücken. “Dieses Verhalten und die gute Tarnung ist eine natürliche Feindvermeidung!” “Damit wollen sich die Tiere vor ihren Fressfeinden verstecken.” Dass die Jungtiere oft allein anzufinden sind, habe nichts damit zu tun, dass diese von den Elterntieren verlassen wurden, sondern sei auch Teil der Strategie, nicht gefressen zu werden: “Meist sind die Elterntiere nicht weit und wachen über ihren Nachwuchs.”
Wildtiere sind keine Rabenmütter: Rehkitze und kleine Hasen kommen nahezu ohne eigenen Körpergeruch auf die Welt. Tiermütter, die das Leben ihres Nachwuchses schützen wollen, legen die Kleinen in Wiesen oder im Wald alleine ab und suchen es nur zum Füttern auf, um das Versteck durch ihre eigene Witterung nicht an Fressfeinde wie Fuchs und Marder, Dachs oder Greifvogel zu verraten. Feldhasenmütter zum Beispiel suchen ihre Jungen nur zweimal am Tag auf, um sie mit zwei kräftigen Portionen fettreicher Milch zu füttern.
Falscher Umgang gefährdet Leben von Wildtierjungen: Beim Frühlingsspaziergang oder bei der Gartenarbeit entdecken wir oftmals den Wildtier-Nachwuchs: „Leider kommt es da oft zu Missverständnissen, die für Jungtiere tragisch enden, weil Spaziergänger auf scheinbar hilflose oder verlassene Jungtiere treffen und falsch reagieren“. Tatsächlich ist das eine ganz natürliche Situation! Nur ganz selten sind junge Wildtiere tatsächlich von den Eltern verlassen worden. Die wirkliche Gefahr entsteht oft erst durch menschliche „Rettungsversuche“!
Jungtiere selten hilflos: Junge Hasen oder Rehkitze werden nur einmal bis zweimal pro Tag von der Mutter aufgesucht, es ist für sie völlig natürlich, auf die elterliche Pflege zu warten. Und Jungvögel starten ihre ersten Flugversuche zwar meist alleine, sind aber trotzdem nicht verlassen. Sie sind ständig mit den Eltern durch Rufe in Kontakt. „Sollten Sie also auf Jungtiere treffen, bitte entfernen Sie Sich rasch wieder, denn sonst halten Sie die Eltern davon ab, ihre Jungen zu versorgen.“
Jungvögel in Ruhe lassen: Aufgefundene Jungvögel brauchen meist gar keine Hilfe, aber ausgerechnet Jungvögel haben es den Menschen angetan. „Der Vogelnachwuchs braucht in aller Regel keine menschliche Hilfe. Ganz im Gegenteil, oft entsteht erst infolge der Mitnahme durch den Menschen für die Jungtiere Lebensgefahr! Tierschutz bzw. Naturschutz bedeutet hier, Tiere einfach in der Natur zu belassen“.
Was man tun kann; Wichtig ist zuerst die Unterscheidung zwischen Nestling und Ästling zu kennen. Nestlinge sind noch weitgehend unbefiedert, können nicht alleine stehen. Beim Fund eines Nestlings sollte man versuchen, das Nest zu finden und ihn wieder zurück in das Nest zu setzen. Bitte keine eigenen Aufzuchtversuche starten! Ästlinge wirken nur „hilflos”. Die Jungvögel sind bereits befiedert, sie können alleine stehen. Sie hüpfen meist auf dem Boden, so lernen sie fliegen. Sie halten durch Rufen Kontakt zu ihren Eltern. Die Eltern kümmern sich auch noch außerhalb des Nestes um ihre Jungen. Das ist vollkommen normal! Ein Ästling braucht die Hilfe des Menschen nicht, außer, er hüpft gerade mitten auf einer Straße herum. Dann kann man ihn vorsichtig auf einem geschützten Platz in der unmittelbaren Nähe setzen, so können ihn seine Eltern wieder finden. Jungvögel dürfen auch mit der bloßen Hand angegriffen werden, denn Vögel erkennen ihre Jungen nicht am Geruch, anders ist dies bei Rehen, Hasen etc. Sie werden nach menschlichem Kontakt von den Muttertieren verstoßen.
**Katzen und Hunde als Gefahr für Wildtiere**
Katzen und Hunde sind beliebte Haustiere, die in vielen Haushalten als treue Begleiter gelten. Jedoch wird oft übersehen, dass Katzen und Hunde auch eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Tierwelt darstellen. Durch ihr Jagdverhalten und ihren Einfluss auf die Umwelt gefährden sie das Gleichgewicht und die Artenvielfalt der Wildtiere.
Insbesondere Katzen sind bekannt für ihr Jagdverhalten, das sie auch ausleben, wenn sie als Haustiere gehalten werden. Freilaufende Katzen jagen Vögel, Nagetiere und andere Kleintiere, die wichtige Bestandteile des Ökosystems sind. Dies führt zu einem Rückgang der Populationen von Wildvögeln und anderen Tierarten, die bereits durch Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung bedroht sind.
Auch Hunde können eine Gefahr für Wildtiere darstellen, insbesondere wenn sie unbeaufsichtigt im Freien herumlaufen. Hunde können Wildtiere wie Rehe, Hasen oder Vögel hetzen und sie in Stress versetzen oder sogar verletzen. Dadurch werden die natürlichen Lebensräume der Wildtiere gestört und ihr Überleben gefährdet.
Es ist wichtig, dass Haustierbesitzer sich der Auswirkungen ihrer Tiere auf die Umwelt bewusst sind und Maßnahmen ergreifen, um Wildtiere zu schützen. Dazu gehört es, Katzen drinnen zu halten oder sie mit speziellen Halsbändern auszustatten, die das Jagen von Vögeln verhindern. Hunde sollten immer angeleint sein, wenn sie in der Nähe von Wildtierlebensräumen spazieren gehen.
Insgesamt ist es unerlässlich, dass wir als Gesellschaft Verantwortung für unsere Haustiere übernehmen und sicherstellen, dass sie keinen Schaden an der natürlichen Tierwelt anrichten. Nur durch ein bewusstes Verhalten gegenüber unseren Haustieren können wir das Gleichgewicht in der Natur erhalten und die Vielfalt der Wildtiere schützen.
Fatale Folgen für die Jungtiere durch menschliche Eingriffe; Jedes Jahr werden durch eine vermeintliche Rettung viele Jungtiere unnötigerweise der tierelterlichen Pflege entrissen und in vielen Fällen dadurch leider auch eines wildtiergerechten Lebens beraubt. Denn oft ist nach der „Rettung“ von jungen Wildtieren nur mehr ein Leben in menschlicher Obhut möglich. Jungtiere lernen die Verhaltens- und Ernährungsweise von ihren Eltern. Das kann der Mensch nicht bieten! „Bitte greifen Sie daher aufgefundene Jungtiere nicht an, belassen Sie die Tiere an der Fundstelle und entfernen Sie sich von den Jungtieren. So hilft man Wildtieren am meisten!“.
Richtiges Verhalten gegenüber Jungwildtieren
- Hände weg, menschliche Rettungsversuche bedeuten viel Stress für die Tiere und bringen viele Jungtiere in Lebensgefahr!
- Im Zweifelsfall ist das Tier versorgt und benötigt keine menschliche Hilfe.
- Nach der Entdeckung sollte man sich schnell wieder entfernen, sonst hält man die Eltern von der Versorgung des Kleinen ab.
- Beobachtungen nur aus sehr großer Entfernung.
- Nur verletzte junge Wildtiere und Jungtiere in unmittelbarer Nähe des verunglückten Muttertiers benötigen Hilfe!
- Keine Versorgung durch Laien, schon falsches Futter endet für die meisten Jungtiere tödlich.
- Hunde in der Natur nur mit Leine oder im kontrollierten Freilauf mit Maulkorb führen
Zitat: Für den Menschen heiße das: “Bitte halten sie gebührenden Abstand, um dieses natürliche Verhalten nicht zu stören, und bitte berühren sie Wildtiere nicht, auch wenn sie augenscheinlich allein und hilflos scheinen. Haben die Jungtiere den Geruch des Menschen erst angenommen, besteht die Möglichkeit, dass die Muttertiere ihre Jungen nicht mehr versorgen”. Im Zweifelsfall sollten Naturliebhaber den ortsansässigen Jäger informieren. Der Jäger kann den Zustand des Tieres einschätzen und gegebenenfalls handeln. In der Regel hilft sich die Natur aber selbst.
Vom Dackel bis Dobermann: Hunde haben einen natürlichen Jagdinstinkt. Deshalb appellieren wir an das Verantwortungsbewusstsein der Haustierbesitzer: “Bleiben Sie in der Brut- und Setzzeit grundsätzlich auf den ausgewiesenen Wegen und führen sie ihre Vierbeiner an der Leine, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagieren. Denn die Jungtiere sind trotz guter Tarnung freilaufenden Hunden schutzlos ausgeliefert.
Die heimische Natur genießen: Gerade im Frühling ist die Natur und die Kulturlandschaft besonders interessant. “Genießen Sie vor dem Hintergrund der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen die Zeit draußen” “und bitte bedenken sie dabei, dass wir uns alle in der Kinderstube unserer Wildtiere aufhalten.”
Erfahrung mit Bejagungsregeln aus dem Grossrevier

Gamsbock im Winter – Foto und © Peter Unterhofer
Gemessen am Naturerlebnis und an den Spannungen bei der Jagd verblaßt jede Bewertung von Trophäen. Als Teil erfüllten Jagens sind sie nur eine bleibende Erinnerung. Von der Natur sind sie nicht als Wandschmuck für Jäger vorgesehen. Der Jagdgast kann sie beim Gams nicht erhegen, ja es gibt Zweifel ob beim Gams die Trophäenmerkmale erblich sind. Ein gut ernährter Bock. der eine gesunde Mutter mit guter Milchleistung hatte, war für Berufsjäger seit jeher das Ziel seiner Wünsche, wenn er richtig alt war. Bei einer alten Gams nahm der Jäger den natürlichen Tod, der nahe schien, vorweg. „Waidgerecht” wäre damit: als Jäger so zu jagen, wie auch die Natur jagen würde. Formwert und Stellung der Stangen, die wir bei der Trophäenbewertung heranziehen und nach unseren Vorstellungen zu züchten versuchten, sagen doch über die Lebens- und Überlebensfähigkeit im Hochgebirge gar nichts aus. Wir wissen nicht einmal, ob eine enge oder weite Stellung der Schläuche, das gut oder weniger gut Gehakelte, überhaupt erblich sind. Ganz sicher ist es, daß in dem langen und rauhen Bergwinter nur sehr starkes und körperlich gesundes Wild übersteht. Dabei nutzt dem Gams die gut gehakelte Krucke, die weit ausgestellte Trophäe, der dicke und pechige Schlauch herzlich wenig.
Unsere Bewertungsmerkmale sagen auch nichts aus über die soziale Stellung des Trophäenträgers innerhalb der Wildgemeinschaft. Doch sind die Tiere mit dem besten Bart, zugleich auch die mit dem gesündesten Haarkleid und für die Art die erhaltungswürdigsten. Man schiesst nicht kerngesunde mittelalte Böcken, nur weil sie die besten Bärte haben.!
Die zauberhaften und anmutigen Gazellen der Berge sind keine Ansammlung von Trophäenträgern, sondern Lebensgemeinschaften, die in echter Harmonie mit der Umwelt, der sie umgebenden Natur leben. Natürlich sollen bevorzugt die Besseren von ihnen die volle Reife erreichen, da die Ernährungskapazität nun einmal im Winter begrenzt ist. Denn genau genommen brauchen Gams den Menschen nicht um zu leben und auch nicht um zu sterben. Wann darf der Mensch sie überhaupt töten?
Wer glaubt daß er den Reduktionsabschuß dem Wald zuliebe braucht, könnte dabei natürlich schon nach Trophäengesichts- punkten ausscheiden. Weil er dann ohnehin in die Jugendklasse regulierend eingreifen muß. Um jene Übervermehrung zu vermeiden, kann er genauso gut in dieser Jugendklasse das ausscheiden, was er später in der Altersklasse nicht haben will.
Alle Geißen ab 4. Jahr und alle Böcke ab 5. Jahr sind die Träger der Population, und es wäre zu wünschen, wenn sie wenigstens 50% des Gesamtbestandes ausmachten. Abschüsse in diesem Lebensalter sollten die seltene Ausnahme sein und nur bei schlechter Verfärbung und kranker Konstitution erfolgen. Die bisherige Bejagungspraxis ab 5. Lebensjahr hat zwangsläufig zu desorganisierten Beständen geführt, also zu “Waldfressern” durch unser unbiologisches jagen.
Gamsjagd ersetzt keine Beutegreifer, vergessen wir ruhig den Ersatzwolf Jäger, denn das Raubwild profitiert allenfalls vom Fallwild. Reguliert hat zu allen Zeiten nur der Winter. Dass die Selbstregulation funktioniert, zeigt sich im Gran Paradiso, wo man seit 80 Jahren ohne Jäger auskommt und wo auch der Lärchen-Berg-Wald nicht aufgefressen wurde. Allerdings ist das kein Wirtschaftswald. Wenn wir aber bei der Jagd in den Bergen vor allem das Naturerlebnis suchen, die Gams eine Regulierung aber nicht brauchen, dann bleibt die Frage, wieviel des Zuwachses wir entnehmen dürfen. Meist gingt man von einer Wilddichte bei Gams von ca. 8 Tieren auf 100 ha aus. Das hat sich in den Großrevieren bewährt. In den Wirtschaftswaldgebieten strebt man wegen der bei Gams recht erheblichen Verbissbelastung eine geringere Dichte an. Eine biologisch tragbare Wilddichte gibt es aus Menschensicht nicht, allenfalls eine dem Wirtschaftswald angepaßte. Die Entscheidung über Leben und Tod ist schwer- wiegend und sollte als Revier oder Hegegemeinschaft auf 20-30000 ha überall gleich sein. Die Jährlinge sind eine gute Kontrolle für den tatsächlichen Zuwachs. Er dürfte selten über 25% bis 45% aller fortpflanzungsfähigen Geißen oder 15% des Gesamtbestandes liegen. Die fortpflanzungsfähigen Geißen nehmen meist ab 3 1/2 Jahre (42. Lebensmonate) an der Brunft teil und setzen mit 4 Jahren (48 Monaten) erstmals. Es gibt aber auch frühreife Jährlingsgeissen, die schon erfolgreich an der Brunft teilnehmen.
Böcke nehmen mit ca. 4 Jahren (48 Monaten) erstmals an der Brunft teil. Das deckt sich mit der Altersgrenze und der Faustregel, dass ein Bock, dessen Pinsel zu erkennen ist, älter als 5 Jahre sei. Ausnahmen bestätigen bei beiden Geschlechtern alle diese Regeln. Da auch bei einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis die Lebenserwartung der Geißen höher ist, kann bei dieser Wildart ein Verhältnis Bock:Geiß von 1 : 1,2 bis 1 : 1,3 sinnvoll sein. Ein höherer Geißenanteil führt während der Brunft zwangsläufig zu einer Schwächung der Böcke und damit zu Winterverlusten, die sich vermeiden liessen.
Klasse 3. Jugendklasse
Böcke mit 1 bis 4 vollendeten Jahren 20-30 % Abschuss
(in der Brunft also 4 1/2 Jahre)
Geißen mit 1 bis 3 vollendeten Jahren 20-30 % Abschuss
(in der Brunft also 3 1/2 Jahre)
Klasse 2. Mittelklasse=Schonklasse
Abschuß nur in Ausnahmefällen, alleine durch Krankheit oder schlechte Konstitution veranlaßt. Bestandsanteil sollte 50 % des Gesamtbestandes bleiben!!!
Böcke mit 5-9 vollendeten Jahren allenfalls: 20bis 30% Abschuß
In der Brunft also min. 9 1/2 Jahre alt. Geissen mit 4-11 vollendeten Jahren, allenfalls 10-30 % Abschuß In der Brunft also mind. 11 1/2 Jahre
Klasse 1. Ernteklasse oder Altersklasse
Böcke 10 Jahre und älter 50 – 70 %
Geissen 12 Jahr und älter 50-70 %
Fehlabschuß immer zu Lasten der begehrten Klasse I.

Gamsgais im Sommer – Foto: Peter Unterhofer
Mit wachsendem Anteil der über 10-jährigen Böcke wächst auch die Chance dass Einzelne eigenmächtig noch älter werden und damit als Jagdbeute für den Jäger noch begehrter sind. Es sei nochmals betont, daß Geißen zwischen dem 4. und 12. Jahr und Böcke zwischen dem 5. und 9. Jahr auf Grund ihrer sozialen Reife und körperlichen Hochform die eigentlichen Träger der Population und Garanten der Arterhaltung sind. Sie sollten mindestens 50% des Wildstandes ausmachen. Reduktionsabschuß der Kitze wird für bedenklich gehalten, „Gelt”-Geißen unter dem vorgesehenen Höchstalter sollte man nicht schießen da sie selten wirklich gelt sind, meist nur ihr Kitz verloren haben, oder ein Jahr aussetzen um dann wieder ein besonders starkes Kitz zu führen.
Bei den gemeinsamen Hegeschauen könnte es hilfreich sein den roten Punkt wieder einzuführen. Das soll keine Maßregelung sein, sondern ein Hilfsmittel der Belehrung für alle. In seiner Geschichte hat der Mensch wiederholt Wildtierarten systematisch ausgerottet. Selbst der edle “Wilde” hat häufig nicht so ökologisch gejagt wie man es heute darstellt. Ökologisches Bewusstsein ist eine Sache der Ethik und des Verstandes. Es ist nicht Sache des Jägers Gams zu vernichten, wenn sie sich am Bergwald vergreifen. Denn ein Bergwald ohne Gams wäre ein armer Bergwald. Der Jäger des Hochgebirges will sich an allem freuen. Er will die Gämsen (wie die neue Rechtschreibung sagt) auch für kommende Generationen erhalten und dazu gehört die angeregte naturnähere Bejagung. In vielen Revieren des privaten Großgrundbesitzes ist niemals anders auf Gämsen gejagt worden.
Bericht und Fotos von Wolfgang Alexander Bajohr

Können Wildtiere in einer immer dichter besiedelten und vom Outdoor-Sport genutzten Kulturlandschaft den Winter noch selbständig überleben?
Die Schutzwirkung von Wäldern gewinnt aufgrund der expandierenden Siedlungs- und Infrastruktur im Alpenraum zunehmend an Bedeutung. Rotwild, Rehwild und andere Schalenwildarten haben das Potential, die von ihnen beanspruchten Lebensräume durch ihr Äsungsverhalten massiv zu beeinflussen und zu verändern. Schwankungen der Populationsgrößen nach oben und unten sind in einer Wildtierpopulation durchaus natürlich. Wetterextreme in der Natur, wie zum Beispiel enorme Schneemengen, können derartige Schwankungen nach unten verursachen, die bei leicht beobachtbaren Arten wie Rotwild und Rehwild von der Bevölkerung in einer Kulturlandschaft allerdings nicht toleriert werden. Im Winter wanderte das Rotwild ehemals in klimatisch günstigere Bereiche in den Tallagen. In vielen Alpentälern reichte auch einfach der Wechsel von der Schatt- zur Sonnseite. Diese natürlichen jahreszeitlichen Wanderungsbewegungen sind heute in vielen Fällen unmöglich. Klimatisch begünstigte Lagen werden für Landwirtschaft und als Siedlungsraum benutzt. Wintertourismus führt heute bis in die Gipfelregionen, sodass gut geeignete Ruhe- und Rückzugszonen immer weniger werden. Es stellt sich die Frage, ob das Schalenwild auch heute noch ohne Hilfe des Menschen in der Kulturlandschaft überwintern kann. Natürliche Anpassung an den Winter Grundsätzlich sind Wildtiere an den Nahrungsengpass im Winter gut angepasst. Im Winter steht nur ein Bruchteil der in der Vegetationszeit vorhandenen natürlichen Nahrung in Quantität und Qualität zur Verfügung. Das Schalenwild muss dann von seinen Fettreserven zehren, die es in der Vegetationsperiode anlegt. Eine erfolgreiche Überwinterung des Schalenwildes beginnt somit mit ausreichender Nahrungsverfügbarkeit während der gesamten Vegetationsperiode. Zusätzlich sind folgende physiologischen Eigenschaften des Schalenwilds für die Überwinterung wichtig:
- Schalenwild benötigt im Winter weniger energiereiches und vor allem weniger eiweißreiches Futter als im Frühjahr und Sommer während der Jungenaufzucht. Das Verdauungssystem ist daran angepasst. Presseinformation des Forst & Jagd Dialogs
- Die Tiere reduzieren ihren Stoffwechsel und Energiehaushalt im Winter deutlich. Die Herzschlagfrequenz sinkt, die Wildtiere sparen gezielt Energie und reduzieren dazu auch ihren Aktionsradius. Dafür sind Bereiche mit lokal günstigen Schnee- und Klimaverhältnissen und vor allem Ruhe notwendig.
- Die Wildtiere wechseln ins Winterhaar, um Energieverluste durch die Abgabe von Körperwärme zu minimieren. Ruhe ist wichtigster Überwinterungsfaktor Das Schalenwild hat sich im Laufe

Tiere suchen Schutz bei Häusern und Siedlungen und wandern immer mehr in die Tallagen
seiner Evolution an die Bedingungen im Winter angepasst. Nur durch ausreichend Ruhe kann aber der Energieverbrauch so weit gesenkt werden, dass ein Überleben im Winter möglich ist. Extremsituationen, wie z.B. außergewöhnlich hohe Schneelagen, tiefe Temperaturen oder längere Perioden mit Harschschnee verschärfen die Situation zusätzlich. Wildtiere folgen ihrem natürlichen Instinkt in klimatisch günstigere Bereiche und können dadurch vermehrt in Siedlungsnähe oder an Verkehrswegen auftauchen und erlangen damit besondere Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Gerade in Wintersportgebieten, wo Outdoor-Sportarten abseits von gekennzeichneten Pisten ausgeübt werden, ist die Überwinterung von Hirsch und Co. eine große Herausforderung. Durch Störungen ausgelöste Flucht- und Ausweichbewegungen können mittelfristig durch körperliche Erschöpfung zum Tod der Wildtiere führen und sind daher tunlichst zu vermeiden. Auf Basis einer regionalen Raumplanung, die insbesondere die Bedürfnisse der Wildtiere berücksichtigt, sollten zumindest abseits von Wegen und abgestimmt mit Tourenrouten temporäre Wildruhezonen ausgewiesen werden. Diese sollten zum Schutz der Wildtiere vom Menschen vor allem im Winterhalbjahr auch nicht betreten werden dürfen. Wildlenkung gezielt verstärken In zahlreichen Regionen Österreichs erfolgt die alljährliche winterliche Fütterung unabhängig von der Strenge des Winters, weil ihre nachhaltige Lenkungswirkung von großer Bedeutung ist. Es ist Ziel, die Tiere von Siedlungen, Verkehrswegen und Waldgebieten mit hohem Konfliktpotential durch mögliche auftretende Wildschäden, fern zu halten. Der artgerechten und gewissenhaft durchgeführten Fütterung des Schalenwildes kommt im Hinblick auf das Wohlbefinden des Wildes und die Vorbeugung von Wildschäden wesentliche Bedeutung zu. Die Fütterung soll die verlorengegangenen Winterlebensräume des Rotwildes, so gut es geht, ersetzen und damit Schäden am verbliebenen Lebensraum und insbesondere am Wald möglichst verhindern. Entscheidungen, wo, wie lange und womit gefüttert wird, erfordern ein hohes Maß an Fachwissen, Erfahrung und Verantwortung sowie die Berücksichtigung gesicherter wildbiologischer und jagdwissenschaftlicher Erkenntnisse. Bei artgerechter Fütterung wird die Vitalität des Schalenwildes verbessert. Um in der Folge ein Ansteigen der Schalenwildbestände und damit der Wildschäden zu vermeiden, müssen erforderlichenfalls die Abschüsse rechtzeitig angepasst werden. Das Nahrungsangebot für die Wildwiederkäuer kann in Waldgebieten auch durch Waldpflegemaßnahmen und der damit verbundenen Auflockerung des Kronendachs positiv beeinflusst werden. Durch die Förderung einer reichen Kraut- und Strauchschicht wird eine natürliche Nahrungsquelle geschaffen. Diese waldbaulichen Maßnahmen wirken lenkend, weil das Wild sich bevorzugt dort aufhalten wird, wo es auch ausreichend Nahrung findet. In winterlichen Extremsituationen kann eine ausschließlich zeitlich befristete „Notfütterung“ notwendig werden. Dabei werden natürliche Futterquellen bevorzugt, wie rechtzeitigt geschlagenes Prossholz (Knospen von Zweigen, Misteln und Flechten). Ergänzend wird qualitativ bestes Heu vorgelegt, weil dies die geringste ernährungsphysiologische Umstellung für Wiederkäufer erfordert. Regionale Überwinterungskonzepte berücksichtigen alle Bedürfnisse Die regional unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Naturraum erfordern einen aktiven Interessenausgleich. Beim Ausgleich der Vielfalt dieser Interessen und Erwartungen werden zum Wohle des Schalenwildes folgende Punkte bedacht:
- Wild und Mensch gehören gelenkt, aber in unterschiedliche Richtungen. Kooperationen zur Lenkung aller Naturnutzer sind unumgänglich und werden daher forciert. Ein lösungsorientierter Austausch mit Alpinvereinen wird aktiv gesucht. Über Informationskampagnen werden Naturnutzer für die Bedürfnisse der Wildtiere sensibilisiert. Weitgehend störungsfreie Gebiete (Wildruhezonen) bieten dem Wild die Möglichkeit, sich für eine naturnahe und artgerechte Überwinterung zurückzuziehen.
- Die Integration von Rotwild in einer intensiv genutzten Kulturlandschaft erfordert vor allem für Regionen mit hohem Schutzwaldanteil besondere Anstrengungen, da die natürlichen Wintereinstände in den Tallagen oft gestört oder nicht mehr erreichbar sind.
- Eine allfällige Fütterung zu Lenkungszwecken dient daher auch der Vermeidung von Wildschäden am Wald. Voraussetzungen für einen weitestgehenden Verzicht auf die Winterfütterung sind Rückzugsgebiete in lokalklimatisch günstige Lagen mit ausreichend natürlichem Nahrungsangebot und Ruhe.
- Gerade in der heutigen Kulturlandschaft sind die natürlichen Wildlebensräume oft stark beeinflusst und verändert, womit die Wilddichten auch an den jeweiligen Lebensraum angepasst werden müssen. Die nachhaltige Regulierung des Schalenwildes orientiert sich sowohl an der Gesunderhaltung des Wildes als auch an der Tragfähigkeit der Winterlebensräume.
- Überwinterungskonzepte ohne Fütterung sind aus wildökologischer Sicht zu bevorzugen, jedoch in der vom Menschen intensiv genutzten Kulturlandschaft nicht immer möglich. Eine Winterfütterung an fixen Standorten dient als Lenkungsinstrument dort, wo dies notwendig ist. Diese erfolgt zur Aufrechterhaltung des Lenkungseffektes ohne Unterbrechung während des gesamten Winters. Eine allenfalls erforderliche Verlegung oder Auflassung von Futterplätzen erfolgt unter behördlicher Begleitung. Eine Anpassung der Wilddichte durch jagdliche Maßnahmen wird in der Regel notwendig sein.
- Während witterungsbedingter Extremsituationen können ergänzend zu einer allfälligen Lenkungsfütterung Sondermaßnahmen, wie z.B. Notfütterungen, gesetzt werden. Dazu ist es zweckmäßig, im Rahmen eines regionalen Überwinterungskonzeptes für eine zeitlich befristete, zwischen den Akteuren abgestimmte „Notfütterung“ von Rot[1]und Rehwild ebenfalls auf vordefinierten Standorten zu sorgen. Auf die Verwendung von artgerechtem Futter wird besonderer Wert gelegt.
- Alle forstlichen Maßnahmen, die mehr Licht auf den Waldboden bringen, fördern die Waldverjüngung und die Bodenvegetation. Dadurch wird das Nahrungsangebot für die Pflanzenfresser auf naturnahe Weise verbessert, die Tragfähigkeit der Lebensräume erhöht und auch das Wildschadensrisiko gesenkt
Quelle; Presseinformation des Forst & Jagd Dialogs