In unserer urbanisierten Gesellschaft hat die Entfremdung von der Natur ein erschreckendes Ausmaß angenommen. Mit eigener Erfahrung musste ich bei Oberschülern feststellen, dass sie zwar eine “Integrale Funktion” berechnen können oder jede Funktion beim Hightech Smartphones kennen, aber nicht eine Fichte von einer Tanne, oder eine Föhre von einer Lerche unterscheiden können, geschweige unsere heimischen Wildtiere und Vogelarten kennen. Nach Umfragen glauben viele Schüler, dass Kühe – wie in der Werbung – tatsächlich lila seien, sich immer mehr von unserer schönen Natur mit den Ereignissen entfernen. Dazu kommt noch eine um sich greifende Bambimentalität, die die Notwendigkeit des Tötens von Wildtieren verkennt und den Schutz von Lebewesen über alles stellt.

Angesichts einer immer geringeren Kenntnis von natürlichen Vorgängen sinkt natürlich auch die Akzeptanz der Jagd, und das nicht nur in Ballungsräumen, sondern auch in ländlichen Regionen. Naturschützer und Landwirte fordern einen verstärkten Abschuss von Schalenwild, Tierschützer eine Abschaffung der Jagd. Ein kleiner Kern militanter Tierschützer setzt Jäger sogar mit Mördern gleich und geht aktiv gegen Jäger vor, z.B. durch Störung von Gesellschaftsjagden oder Ansägen von Hochsitzen, durch unwahre Behauptungen in sämtlichen Internetportalen… udgl., dazu kommt, dass in unserer Mediengesellschaft Fernsehsender beim Wettlauf um Einschaltquoten oftmals schlecht recherchierte, sachlich falsche Beiträge liefern, z.B. über den Abschuss wildernder Hunde und Katzen oder über die Gatterjagden, Tierquälereien oder ähnliches . Eine negative Einstellung zur Jagd wird allerdings auch durch Fehlverhalten einzelner Jäger geprägt. Hinzu kommen noch Hassberichte und Intrigen im Internet, vor allen Berichte mit haarsträubenden Fotos in bekannten Portalen die gegen die Jagd ausgerichtet sind.
Welche Konsequenzen die völlige Abschaffung der Jagd hätte, ist am Beispiel der Schweiz zu erkennen. Im Kanton Genf wurde die Jagd per Verfassungsänderung und Volksentscheid in den siebziger Jahren gänzlich abgeschafft. In der Zwischenzeit hat sich dort das Schalenwild, insbesondere das Schwarzwild, so stark vermehrt, dass – auch im Interesse der Landwirtschaft – eine Wildbestandsregulierung unerlässlich wurde. Nun werden nachts im Scheinwerferlicht sogenannte “Polizeijagden” mit nicht dafür ausgebildeten Polizeibeamten durchgeführt, was jedem Tierschutzgedanken zuwiderläuft. Trotz dieses untragbaren Zustandes findet sich bisher keine gesellschaftliche Mehrheit für eine Änderung der Situation.
Vielfach wird vom Naturschutz auch gefordert, sogenannte Rote-Liste-Arten, wie einige Säugetiere und Rauhfusshühner vom Jagdrecht ins Naturschutzrecht zu überführen, um sie besser schützen zu können. Dabei ist anzumerken, dass die seltenen Arten, auch nach Jagdrecht ganzjährig geschützt sind, also mindestens den gleichen Schutzstatus genießen. Darüber hinaus besteht für die dem Jagdrecht unterliegenden Arten eine Meldung bzw. Hegeverpflichtung.
Es wird darüber diskutiert, ob die sogenannten “Roten Listen” das zuverlässige Vorwarnsystem des Artenschutzes als Entscheidungsgrundlage für die Politik darstellen. In der Tat, auch wenn die Populationsstärke nicht das alleinige Kriterium für die Eingruppierung darstellt, erscheint schwer nachvollziehbar.
Tatsache ist jedoch auch, dass der Rückgang der Niederwild- und Vogelarten seit Jahren Anlass zur Sorge gibt. Für diesen Rückgang ist offensichtlich ein ganzes Bündel von Ursachen verantwortlich, z.B. veränderte Landnutzung, starker zunehmender Winter- und Sommertourismus, Beutegreifer wie auch Bär und Wolf, Wetter, Verkehr und sonstige Faktoren der Beunruhigung. Nicht auf alle freilebenden Wildarten wirken sich Lebensraumveränderungen negativ aus, einige Wildarten (vor allem Rotwild) haben eine deutlich nach oben gerichtete Bestandsentwicklung zu verzeichnen. Nachdem es für das Rotwild kaum noch Ruhezonen gibt und sich diese Wildart an die Störungen gewöhnt, wandern oder flüchten sie immer mehr in die Tallagen und in die Nähe der Wohngebiete.
Schäden durch Schalenwild (Reh-, Rotwild etc.) entstehen durch Verbiss von Knospen und Trieben sowie durch Schälen (Fressen) von Baumrinde. Besondere Probleme ergeben sich im empfindlichen Alpenraum sowie in Gebieten mit geringer Bewaldung oder mit starkem Erholungsdruck. Untersuchungen belegen, dass die Verbissprozente in Gebieten mit starkem Besucherverkehr bei gleichen Wildbeständen bis zu dreimal höher sein können als in ruhigen Regionen. Die Wald-Wild-Problematik ist noch nicht überall zufriedenstellend gelöst. Die stark gestiegenen Abschüsse der letzten Jahre beim Reh- und Rotwild zeigen jedoch, dass die Jäger sich ihrer Verantwortung für das Ökosystem Wald und Fauna stetig bewusster werden.
Angesichts der schwierigen Finanzlage öffentlicher Haushalte ist allerdings fraglich, wie lange und in welcher Höhe ein Schutz noch möglich ist, während der Schalenwildabschuss vom Naturschutz toleriert bzw. gar verstärkt gefordert wird,.
Lösungswege
Die Jagd ist die älteste Form der Nutzung natürlicher Ressourcen. Jagdausübung auf wildbiologischer Grundlage stellt eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen dar und leistet einen Beitrag für eine nachhaltige ländliche Entwicklung. In der heutigen Zeit wird zur Lösung von Problemen immer öfter der Ruf nach dem Staat laut, während gleichzeitig der Unmut über die staatliche Regelungswut wächst. Mit Ordnungsrecht allein ist nicht alles zu regeln; Konzepte der Freiwilligkeit, der Hilfe zur Selbsthilfe sollten verstärkt genutzt werden.

Foto: Margareth Morandell
Da die Jagd heutzutage im Blickpunkt einer für die Belange von Natur- und Tierschutz stark sensibilisierten Gesellschaft steht, ist aktive Öffentlichkeitsarbeit besonders geboten. So ist es unerlässlich, die Wissensvermittlung über Natur und Jagd, z.B. in den Kindergärten, Schulen, bei Wander- und Revierführungen oder Hegeschauen mit geschulten und fachlich wissenden Fachkräften zu intensivieren. Dabei ist auch das Bewusstsein der Jäger zu schärfen für die sensiblen Fragen des Tier- und Artenschutzes. Dafür sollte eine grenzüberschreitende ARBEITSGRUPPE oder auch mehrere kostenlose Fortbildungskurse angeboten werden. Die Idee für eine solche Arbeitsgruppe wurde in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Jagdverband vor einigen Jahren ins Leben gerufen aber musste wegen mangelnder Beteiligung und fehlender Unterstützung wieder aufgelöst werden.
Auch in Südtirol wäre es sicherlich wünschenswert, wie in der Schweiz den “Roten Listen” der gefährdeten Arten eine “Blaue Liste” gegenüberzustellen, in der Tier- und Pflanzenarten dokumentiert werden, die in den letzten Jahrzehnten ab- und zugenommen haben.
Unter den vielen Faktoren, die die Entwicklung der Niederwildpopulationen beeinflussen, kommt der Lebensraumqualität und dem Beutegreiferdruck eine zentrale Bedeutung zu; beides Faktoren, die im Gegensatz etwa zu klimatischen Einflüssen beeinflussbar sind.
Zur Lösung der Wald-Wild-Problematik gibt es keine einfachen Lösungen (“Abschuss erhöhen”). Integrierte Konzepte müssen wissenschaftlich fundiert entwickelt, erprobt und umgesetzt werden. Dabei müssen dem Lebensraum angepasste Wildbestände, wildökologische Raumplanung sowie Biotopverbesserungen mit Maßnahmen der Besucherlenkung einhergehen. Gleichzeitig sollte der Jagddruck minimiert werden, z.B. durch Einführung von sogenannten Intervall- bzw. Schwerpunktjagden. Nur so wird es für unser Schalenwild in einem hochindustrialisierten und dichtbevölkerten Land eine Zukunft geben. Zum Schutz des Wildes sollten unbedingt Ruhezonen ausgewiesen werden. Es wurde zwar darüber vieles besprochen und diskutiert, aber es fehlt immer noch an die Umsetzung. Es ist künftig ein aktives Management gefordert, das den Interessen wie: “Tourismus, der Landwirtschaft und des Naturschutzes” gleichermaßen gerecht wird. Dabei sollten ein intensives Monitoring, das Ausweisen von Ruhezonen und die Anlage von Ablenkungsflächen ebenso einbezogen werden wie eine gezielte, nachhaltige jagdliche Nutzung.
Um die notwendige großflächige Nieder- und Schalenwildbewirtschaftung gewährleisten zu können, kommt der Bildung von Hegegemeinschaften eine besondere Bedeutung zu. Dabei sollte die Aufmerksamkeit nicht nur auf das Schalenwild gelegt werden, sondern verstärkt auch Hegegemeinschaften für seltene Arten, gegründet werden, wie dies bereits in einigen Bundesländern erfolgreich der Fall ist. Es ist zu prüfen, wie die Rechte und Pflichten der Hegegemeinschaften gestärkt werden können.
Siehe auch: Ein Zeichen der Hilflosigkeit
Bericht WP-Jagdportal
Falscher Umgang gefährden das Leben von Wildtieren und Menschen
Im Frühjahr erwacht die Natur zu neuem Leben. Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und die Wildtiere werden besonders aktiv. Dies mag für viele Menschen eine erfreuliche Zeit sein, doch es birgt auch eine grosse Gefahren. Der Morgensport in der heimischen Natur hat eine ganz besondere Bedeutung bekommen auch jetzt zu Beginn des Frühlings zeigt sich die Natur von seiner schönsten Seite. “Die Natur erwacht, frisches Grün bietet Nahrung für viele Tiere. Gleichzeitig verwandeln sich Wiese, Feld und Wald in eine große Kinderstube, übrigens auch in der unmittelbaren Nähe von Siedlungen, denn die Brut und Setzzeit beginnt. Viele Wildarten wechseln von ihren Winterlebensräumen in die Gebiete, wo es reichlich Nahrung gibt und die besten Voraussetzungen für die kommende Generation geboten sind. Daher ist gerade jetzt rücksichtsvolles Verhalten besonders wichtig.”

Die Begegnung mit Wildtieren auf der Strasse kann zu gefährlichen Situationen führen. Autofahrer müssen besonders wachsam sein und ihre Geschwindigkeit anpassen, um rechtzeitig reagieren zu können. Ein plötzlich auftauchendes Reh oder ein über die Strasse huschendes Eichhörnchen können zu schweren Unfällen führen, sowohl für die Tiere als auch für die Menschen im Fahrzeug.
Die vermehrte Aktivität der Wildtiere im Frühjahr führt dazu, dass sie vermehrt auf Nahrungssuche gehen und ihre Reviere erkunden. Besonders in den frühen Morgen- und Abendstunden sowie in der Dämmerung sind sie unterwegs. Dies stellt eine grosse Herausforderung für den Strassenverkehr dar, da Wildtiere oft unvorhersehbar agieren und plötzlich auf die Strasse laufen können.
Es ist daher wichtig, dass Autofahrer im Frühjahr besonders vorsichtig sind und auf Warnschilder achten, die auf Wildwechsel hinweisen. Zudem sollten sie in Waldgebieten und ländlichen Gegenden ihre Geschwindigkeit reduzieren und stets damit rechnen, dass ein Tier die Strasse überqueren könnte.
Insgesamt zeigt sich, dass die erhöhte Aktivität der Wildtiere im Frühjahr eine grosse Gefahr im Strassenverkehr darstellt. Es liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, durch umsichtiges Verhalten und Vorsicht dazu beizutragen, Unfälle zu vermeiden und die Natur zu schützen.
“Gerade jetzt im Frühjahr besteht eine besonders hohe Gefahr für Auto- und Motorradfahrer, in einen Unfall mit einem Wildtier verwickelt zu werden”. Grund hierfür sei die regelmäßig mit dem Beginn des Frühjahrs sprunghaft ansteigende Aktivität vieler heimischer Wildtierarten. Während das betroffene Wildtier den Wildunfall häufig mit seinem Leben bezahlt, sind für den Menschen in der Regel Sachschäden die Folge. Allerdings seien auch bei Unfällen mit größeren Wildtieren Personenschäden nicht auszuschließen. Besonders für Motorradfahrer würden Wildunfälle oft tragisch enden.
Besonders hoch sei die Gefahr für Wildunfälle vor allem dort, wo die typischen Lebensräume des Wildes von Verkehrswegen durchschnitten werden. “Vor allem in großen geschlossenen Waldgebieten, aber auch in abwechslungsreichen Landstrichen mit Wiesen, Feldern und Waldinseln finden die meisten Wildtiere ideale Lebensbedingungen. Bei Fahrten durch solche Abschnitte ist eine erhöhte Aufmerksamkeit geboten”. Das Verkehrszeichen ‘Wildwechsel’ sei unbedingt zu beachten und das Tempo deutlich zu drosseln. Besonders gefährlich seien Fahrten in den Zeiträumen der morgendlichen oder der abendlichen Dämmerung.
“Hauptgründe für die spürbare Zunahme der Wildtieraktivitäten sind nicht etwa Frühlingsgefühle, sondern Futtersuche und Revierabgrenzung. Vor allem das männliche Rehwild, die Rehböcke, sind jetzt unterwegs. Jungtiere suchen nach Revieren, mit möglichen Rivalen werden Einstandskämpfe geführt, die bis zum Sommer ihren Höhepunkt erreichen”. Das Frühjahr bilde deshalb neben den Paarungszeiten, die in der Regel in den Sommermonaten oder im Herbst liegen, einen Zeitraum mit erhöhter Aktivität des heimischen Wildes. Der Bewegungsradius werde dabei deutlich ausgedehnt. Dagegen werde in den Wintermonaten bei den meisten heimischen Wildarten der Stoffwechsel und damit die Bewegungsaktivität deutlich reduziert. Diese Reduktion kann bis zu 50 Prozent gegenüber den Sommermonaten betragen.
Gefahren für Wildtiere
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 Keine Wildtiere berühren oder mitnehmen: “Bitte halten sie gebührenden Abstand, um dieses natürliche Verhalten nicht zu stören, und bitte berühren sie Wildtiere nicht, auch wenn sie augenscheinlich allein und hilflos scheinen. |
 Der Jagdinstinkt von Katzen ist tief in ihrer Natur verwurzelt. Als Nachkommen von Wildkatzen haben sie eine angeborene Fähigkeit, Beute zu jagen und zu fangen. Diese Fähigkeit war für ihre survival entscheidend, als sie noch in freier Wildbahn lebten. |
 Wildernde Hunde sind domestizierte Haustiere, die sich in freier Wildbahn befinden und Jagd auf Wildtiere betreiben. Ihr Verhalten ist oft geprägt von Instinkten, die auf das Jagen und Töten von Beute ausgerichtet sind. Dies stellt eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Tierwelt dar, da wildernde Hunde eine Vielzahl von Wildtieren angreifen und töten können. Besonders gefährdet sind kleine und schutzbedürftige Arten, die sich nicht effektiv gegen die Angriffe der Hunde verteidigen können. |
Um dem Tier- und Artenschutz zu genügen, bittet die Jägerschaft deshalb alle Naturfreunden, im Frühjahr auf den Wegen zu bleiben: “Damit stören Sie die Wildtiere am wenigsten. Menschen und auch Hunde, die auf den Wegen bleiben, werden von Wildtieren oft nicht als Bedrohung wahrgenommen, und man hat als Spaziergänger eine gute Möglichkeit, unsere heimischen Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.”
Tarnen und Täuschen; Dabei sei es nicht einfach, unsere Wildtiere ohne weiteres zu entdecken. Die meisten Tiere seien sehr gut getarnt. Junghasen, Rehkitze und Entenküken sind durch ihre Fellzeichnung oder Federkleid fast unsichtbar, wenn sie sich bei Gefahr nahezu reglos ins Gras oder die Feldmulde drücken. “Dieses Verhalten und die gute Tarnung ist eine natürliche Feindvermeidung!” “Damit wollen sich die Tiere vor ihren Fressfeinden verstecken.” Dass die Jungtiere oft allein anzufinden sind, habe nichts damit zu tun, dass diese von den Elterntieren verlassen wurden, sondern sei auch Teil der Strategie, nicht gefressen zu werden: “Meist sind die Elterntiere nicht weit und wachen über ihren Nachwuchs.”
Wildtiere sind keine Rabenmütter: Rehkitze und kleine Hasen kommen nahezu ohne eigenen Körpergeruch auf die Welt. Tiermütter, die das Leben ihres Nachwuchses schützen wollen, legen die Kleinen in Wiesen oder im Wald alleine ab und suchen es nur zum Füttern auf, um das Versteck durch ihre eigene Witterung nicht an Fressfeinde wie Fuchs und Marder, Dachs oder Greifvogel zu verraten. Feldhasenmütter zum Beispiel suchen ihre Jungen nur zweimal am Tag auf, um sie mit zwei kräftigen Portionen fettreicher Milch zu füttern.
Falscher Umgang gefährdet Leben von Wildtierjungen: Beim Frühlingsspaziergang oder bei der Gartenarbeit entdecken wir oftmals den Wildtier-Nachwuchs: „Leider kommt es da oft zu Missverständnissen, die für Jungtiere tragisch enden, weil Spaziergänger auf scheinbar hilflose oder verlassene Jungtiere treffen und falsch reagieren“. Tatsächlich ist das eine ganz natürliche Situation! Nur ganz selten sind junge Wildtiere tatsächlich von den Eltern verlassen worden. Die wirkliche Gefahr entsteht oft erst durch menschliche „Rettungsversuche“!
Jungtiere selten hilflos: Junge Hasen oder Rehkitze werden nur einmal bis zweimal pro Tag von der Mutter aufgesucht, es ist für sie völlig natürlich, auf die elterliche Pflege zu warten. Und Jungvögel starten ihre ersten Flugversuche zwar meist alleine, sind aber trotzdem nicht verlassen. Sie sind ständig mit den Eltern durch Rufe in Kontakt. „Sollten Sie also auf Jungtiere treffen, bitte entfernen Sie Sich rasch wieder, denn sonst halten Sie die Eltern davon ab, ihre Jungen zu versorgen.“
Jungvögel in Ruhe lassen: Aufgefundene Jungvögel brauchen meist gar keine Hilfe, aber ausgerechnet Jungvögel haben es den Menschen angetan. „Der Vogelnachwuchs braucht in aller Regel keine menschliche Hilfe. Ganz im Gegenteil, oft entsteht erst infolge der Mitnahme durch den Menschen für die Jungtiere Lebensgefahr! Tierschutz bzw. Naturschutz bedeutet hier, Tiere einfach in der Natur zu belassen“.
Was man tun kann; Wichtig ist zuerst die Unterscheidung zwischen Nestling und Ästling zu kennen. Nestlinge sind noch weitgehend unbefiedert, können nicht alleine stehen. Beim Fund eines Nestlings sollte man versuchen, das Nest zu finden und ihn wieder zurück in das Nest zu setzen. Bitte keine eigenen Aufzuchtversuche starten! Ästlinge wirken nur „hilflos”. Die Jungvögel sind bereits befiedert, sie können alleine stehen. Sie hüpfen meist auf dem Boden, so lernen sie fliegen. Sie halten durch Rufen Kontakt zu ihren Eltern. Die Eltern kümmern sich auch noch außerhalb des Nestes um ihre Jungen. Das ist vollkommen normal! Ein Ästling braucht die Hilfe des Menschen nicht, außer, er hüpft gerade mitten auf einer Straße herum. Dann kann man ihn vorsichtig auf einem geschützten Platz in der unmittelbaren Nähe setzen, so können ihn seine Eltern wieder finden. Jungvögel dürfen auch mit der bloßen Hand angegriffen werden, denn Vögel erkennen ihre Jungen nicht am Geruch, anders ist dies bei Rehen, Hasen etc. Sie werden nach menschlichem Kontakt von den Muttertieren verstoßen.
**Katzen und Hunde als Gefahr für Wildtiere**
Katzen und Hunde sind beliebte Haustiere, die in vielen Haushalten als treue Begleiter gelten. Jedoch wird oft übersehen, dass Katzen und Hunde auch eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Tierwelt darstellen. Durch ihr Jagdverhalten und ihren Einfluss auf die Umwelt gefährden sie das Gleichgewicht und die Artenvielfalt der Wildtiere.
Insbesondere Katzen sind bekannt für ihr Jagdverhalten, das sie auch ausleben, wenn sie als Haustiere gehalten werden. Freilaufende Katzen jagen Vögel, Nagetiere und andere Kleintiere, die wichtige Bestandteile des Ökosystems sind. Dies führt zu einem Rückgang der Populationen von Wildvögeln und anderen Tierarten, die bereits durch Lebensraumverlust und Umweltverschmutzung bedroht sind.
Auch Hunde können eine Gefahr für Wildtiere darstellen, insbesondere wenn sie unbeaufsichtigt im Freien herumlaufen. Hunde können Wildtiere wie Rehe, Hasen oder Vögel hetzen und sie in Stress versetzen oder sogar verletzen. Dadurch werden die natürlichen Lebensräume der Wildtiere gestört und ihr Überleben gefährdet.
Es ist wichtig, dass Haustierbesitzer sich der Auswirkungen ihrer Tiere auf die Umwelt bewusst sind und Maßnahmen ergreifen, um Wildtiere zu schützen. Dazu gehört es, Katzen drinnen zu halten oder sie mit speziellen Halsbändern auszustatten, die das Jagen von Vögeln verhindern. Hunde sollten immer angeleint sein, wenn sie in der Nähe von Wildtierlebensräumen spazieren gehen.
Insgesamt ist es unerlässlich, dass wir als Gesellschaft Verantwortung für unsere Haustiere übernehmen und sicherstellen, dass sie keinen Schaden an der natürlichen Tierwelt anrichten. Nur durch ein bewusstes Verhalten gegenüber unseren Haustieren können wir das Gleichgewicht in der Natur erhalten und die Vielfalt der Wildtiere schützen.
Fatale Folgen für die Jungtiere durch menschliche Eingriffe; Jedes Jahr werden durch eine vermeintliche Rettung viele Jungtiere unnötigerweise der tierelterlichen Pflege entrissen und in vielen Fällen dadurch leider auch eines wildtiergerechten Lebens beraubt. Denn oft ist nach der „Rettung“ von jungen Wildtieren nur mehr ein Leben in menschlicher Obhut möglich. Jungtiere lernen die Verhaltens- und Ernährungsweise von ihren Eltern. Das kann der Mensch nicht bieten! „Bitte greifen Sie daher aufgefundene Jungtiere nicht an, belassen Sie die Tiere an der Fundstelle und entfernen Sie sich von den Jungtieren. So hilft man Wildtieren am meisten!“.
Richtiges Verhalten gegenüber Jungwildtieren
- Hände weg, menschliche Rettungsversuche bedeuten viel Stress für die Tiere und bringen viele Jungtiere in Lebensgefahr!
- Im Zweifelsfall ist das Tier versorgt und benötigt keine menschliche Hilfe.
- Nach der Entdeckung sollte man sich schnell wieder entfernen, sonst hält man die Eltern von der Versorgung des Kleinen ab.
- Beobachtungen nur aus sehr großer Entfernung.
- Nur verletzte junge Wildtiere und Jungtiere in unmittelbarer Nähe des verunglückten Muttertiers benötigen Hilfe!
- Keine Versorgung durch Laien, schon falsches Futter endet für die meisten Jungtiere tödlich.
- Hunde in der Natur nur mit Leine oder im kontrollierten Freilauf mit Maulkorb führen
Zitat: Für den Menschen heiße das: “Bitte halten sie gebührenden Abstand, um dieses natürliche Verhalten nicht zu stören, und bitte berühren sie Wildtiere nicht, auch wenn sie augenscheinlich allein und hilflos scheinen. Haben die Jungtiere den Geruch des Menschen erst angenommen, besteht die Möglichkeit, dass die Muttertiere ihre Jungen nicht mehr versorgen”. Im Zweifelsfall sollten Naturliebhaber den ortsansässigen Jäger informieren. Der Jäger kann den Zustand des Tieres einschätzen und gegebenenfalls handeln. In der Regel hilft sich die Natur aber selbst.
Vom Dackel bis Dobermann: Hunde haben einen natürlichen Jagdinstinkt. Deshalb appellieren wir an das Verantwortungsbewusstsein der Haustierbesitzer: “Bleiben Sie in der Brut- und Setzzeit grundsätzlich auf den ausgewiesenen Wegen und führen sie ihre Vierbeiner an der Leine, wenn sie nicht auf Ruf oder Pfiff reagieren. Denn die Jungtiere sind trotz guter Tarnung freilaufenden Hunden schutzlos ausgeliefert.
Die heimische Natur genießen: Gerade im Frühling ist die Natur und die Kulturlandschaft besonders interessant. “Genießen Sie vor dem Hintergrund der aktuellen gesetzlichen Bestimmungen die Zeit draußen” “und bitte bedenken sie dabei, dass wir uns alle in der Kinderstube unserer Wildtiere aufhalten.”

In der Schweiz läuft es gut mit dem Herdenschutz, das ist eine bekannte Aussage von Wolfsbefürwortern. Der Almwirtschaftliche Verein Oberbayern hat mit Marcel Züger, einem fundierten Kenner der Schweizer Wolfssituation, ein Interview geführt. Er ist Dipl. Biologe der ETH Zürich und Inhaber eines Ökobüros in Salouf im Kanton Graubünden. Das Interview hat zwei Teile, wovon einer später veröffentlicht wird.
Herr Züger, wie stehen Sie zum Wolf?
Vor 25 Jahren hatte ich noch geschrieben, wir sollen dem Wolf «eine würdige Rückkehr in seine alte Heimat» ermöglichen. Als 2012 die ersten Welpen in der Schweiz bekannt wurden, habe ich mich riesig gefreut. Ich hatte daran geglaubt, wie uns der Wolf beschrieben wurde. Er ist aber ganz anders. Die Probleme, die noch auf uns zukommen, sind gigantisch.
Wie meinen Sie das?
Menschenscheu, nachtaktiv, ein einfacher Zaun oder die Anwesenheit eines Hundes halten ihn fern, so war es uns beschrieben worden. Und so ist der Wolf auch, aber nur in Gegenden, wo er stark bejagt wird. Wölfe sind enorm lern- und anpassungsfähig. Sie lernen, auch ausgeklügelte Herdenschutzmassnahmen zu umgehen. Wenn sie merken, dass vom Menschen keine Gefahr droht, werden sie immer dreister. Wölfe verhalten sich wie eine Jugendgang. Sie testen die Grenzen aus und wenn sie keine spüren, gehen sie immer weiter.
Scheu zu sein, war für Wölfe über Jahrhunderte die richtige Überlebensstrategie – solange sie bejagt wurden. Das führte zum einen zu einer genetischen Selektion, und zum anderen zu einem fortwährenden Lernprozess. Heute gilt das Gegenteil: Den Frechen gehört die Welt! Die Wölfe merken, dass sie vom Menschen nichts zu befürchten haben und werden immer dreister. Für sie ist unsere Landschaft wie ein Selbstbedienungsladen ohne Kasse.
Der nächste Schritt ist absehbar. Wenn die Wölfe lernen, dass sie mit Aggressivität noch einfacher zum Ziel kommen, dann werden sie zu einer echten Gefahr für die Bevölkerung, allen voran für Kinder.
Falls es gelänge eine Rudelbildung zu unterbinden, müssten die Problem doch überschaubar sein. Wie sehen Sie das?
Der Wolf wurde auch uns als Bewohner ausgedehnter, ruhiger Waldlandschaften beschrieben. Die Schweiz habe Potenzial für höchstens ein paar wenige Rudel. Das fusst auf einem fulminanten Irrtum: In Osteuropa war der Wolf tatsächlich in solch abgelegenen Gebieten zu Hause. Ganz einfach, weil er in der bäuerlich genutzten Kulturlandschaft bekämpft wurde. In der Kulturlandschaft findet er sich hingegen sehr wohl zurecht. Er braucht zwei Dinge: genug Nahrung und einen ruhigen Rückzugsort, solange die Welpen klein sind. Nahrung findet er in Europa fast überall und ist hier auch nicht wählerisch. Er braucht nicht zwingend Hirsch und Reh, er frisst, was ihm vor die Schnauze kommt. Das können Füchse, Nagetiere oder Essensreste sein, oder eben Nutztiere genauso wie Hunde und Katzen. Über kurz oder lang rechne ich damit, dass er kaum noch einen ruhigen Rückzugsort braucht. Je mehr er sich an den Menschen gewöhnt, desto mehr wird er sich in unserer unmittelbaren Nachbarschaft niederlassen.
Als Vergleich: Bei uns im Bergdorf werden die Füchse bejagt, sie kommen nur höchst selten ins Dorf. In den Städten wird ihnen kein Haar gekrümmt, und sie ziehen dort ihre Junge auf. Denselben Weg wird der Wolf wohl auch nehmen, wenn wir ihn frei gewähren lassen. Mit dem Unterschied, dass das ziemlich ungemütlich werden kann – und zwar für uns und nicht für ihn!
Die Entwicklung ist in Bayern noch ganz am Anfang. Sehen Sie Parallelen zur Schweiz?
Der erste Einwanderer in der Schweiz wurde 1995 beobachtet. Bis zur ersten Reproduktion vergingen fast 20 Jahre. Soviel Zeit wird ihnen in Bayern nicht bleiben. Häufiger ist es, dass sich 2-3 Jahre nach den ersten Beobachtungen Rudel bilden.
In der Schweiz sind derzeit 15 Rudel offiziell bestätigt, wahrscheinlich kommen noch etwa 5 weitere Rudel dazu. Betroffen sind vor allem die Bergkantone Graubünden, Glarus, Wallis und Waadt. Die Ausbreitung geschieht rasch, mit einem Wachstum von 30-40% pro Jahr. Also eine Verdopplung alle 2-3 Jahre. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird die Schweiz innert rund 15 Jahren flächendeckend besiedelt sein. Mit einer durchschnittlichen Reviergrösse von etwa 250 km².
Das Bestandswachstum ist das eine. Zum anderen gibt es immer mehr Problemwölfe, die den Herdenschutz überwinden oder Grossvieh angreifen. Wobei «Problemwolf» eigentlich nicht den Kern trifft, denn sich anzupassen, ist das natürliche Verhalten. Jeder Wolf hat das Potenzial, zum Problemwolf zu werden. Mit dem Nicht-Management, das in ganz Europa betrieben wird, züchten wir Wolfs-Tyrannen. Der Wolf ist kein «Bösewicht», nur unser Laisser-faire macht ihn dazu.
Was verstehen Sie unter Nicht-Management?
Die Forderung der Wolfsschützer ist, dass sich die Wölfe ungehindert ausbreiten können. Wo sie auftreten, müssen die Weidetiere geschützt werden, und nur in ganz wenigen Ausnahmefällen dürften Wölfe abgeschossen werden. Das führt zu einem Wettrüsten, die Herdenschutzmassnahmen müssen aufwändiger werden: Mehr Hunde, mehr und höhere Zäune, mehr Aufwand für die Hirten und Tierhalter und im Gegenzug weniger Weide und dafür mehr Stallhaltung.
Zusätzlich verlagert sich das Problem mittlerweile. Zunächst war nur Kleinvieh betroffen, aber viele Schafherden wurden daraufhin in den letzten Jahren geschützt. Die Wölfe greifen nun das nächstschwächere, ungeschützte Opfer an, nämlich Jungrinder. Wölfe erlegen so wehrhafte Tiere wie Bisons oder Elche. Es liegt auf der Hand, dass sämtliche Nutztiere bis hin zur ausgewachsenen Kuh im Beutespektrum der Wölfe liegen. Dass Grossvieh gefährdet ist, wird teilweise noch immer geleugnet. Auch die Idee, Esel oder Alpakas als Herdenschutz einzusetzen, hält sich hartnäckig. Das ist Humbug. Sie dienen höchstens als gezielte Ablenkfütterung.
Der einzige wolfssichere Zaun war der Eiserne Vorhang zwischen West- und Ostdeutschland. Alles andere wird früher oder später überwunden.
Wie sieht es mit Herdenschutzhunden als Abwehr aus?
Aktuell profitieren wir noch vom Vergrämungs-Effekt der Hunde auf den Wolf. Dass dies dauerhaft funktioniert, ist eine Illusion. Auch hier gilt: Die Wölfe werden lernen, die Hunde auszutricksen. Oder sie als Nahrung zu nutzen, wie es stellenweise in Russland schon der Fall ist.
Die Herdenschutzhunde in der Schweiz werden zwar nach bestem Wissen und Gewissen ausgebildet. Diese Hunde sind wie Soldaten nach der Rekrutenschule. Draussen geht es aber eher zu wie in Afghanistan. Damit die Hunde gegen ein geübtes Wolfsrudel eine Chance hätten, bräuchte es im Kampf ein Verhältnis von 1:1. Ausserdem müssten unsere Hunde viel «schärfer» sein. Im Vergleich zu Herdenschutzhunden in Osteuropa oder der Türkei wirken unsere wie Schosshunde. Dort sind die Schafherden in weiten Landschaften unterwegs und die Hunde begleiten die Herde wie ein Sicherheitsteam einen Goldtransport. Alles was in die Nähe kommt wird vertrieben – ob Wolf oder Mensch. Bei uns haben die Herdenschutzhunde eine unlösbare Aufgabe. Sie sollen unterscheiden zwischen «bösem» Wolf und «liebem» Hund und zwischen galoppierendem Wolf und galoppierendem Jogger? Das ist unmöglich.
Was heisst das für den Tourismus?
Zunächst: Es geht nicht nur um Schafalpen, sondern alle Tiergattungen sind betroffen. Mutterkühe werden aggressiver, erst recht, wenn sie ein Kalb führen. Gleichzeitig haben immer mehr Wanderer keine Ahnung von der Natur. Sie durchqueren Kuhherden oder wollen Kälbchen streicheln. Das war schon immer riskant, wird jetzt aber lebensgefährlich. Auch für die Bauern kann das schlimm enden, wenn vormals umgängliche Kühe zu aggressiven Furien werden. Bei uns gab es schon mehrere Vorfälle, wo erfahrene Bauern nur mit letzter Not fliehen konnten.
Dafür müssen nicht einmal direkte Angriffe passieren. Ein Beispiel vom vergangenen Jahr: Drei Wölfe hatten ein Gamsrudel gehetzt. Die Hatz ging in rasender Geschwindigkeit auch durch eine Rinderweide. Die Rinder stoben natürlich in alle Richtungen auseinander und rissen die Weidezäune nieder. Kollisionen mit Personen oder auch Fahrzeugen sind hier vorherseh- und erwartbar.
In touristisch genutzten Gebieten wird es nur noch ein Entweder – Oder geben. Entweder Beweidung mit intensivem Herdenschutz, oder Tourismus mit Wanderern und Bikern – dann ist aber Herdenschutz nicht verantwortbar. Für den Tourismus ist nicht so sehr der Wolf selbst eine Gefahr, sondern die Herdenschutzmassnahmen. Mir graut vor der Kluft, die sich zwischen Tourismus und Landwirtschaft auftun könnte, denn beide sind aufeinander angewiesen. Der Tourismus schätzt die gepflegte Landschaft, die Landwirte die Abnehmer ihrer hochwertigen Produkte.
Pressebericht: SAMERBERGER NACHRICHTEN
Bericht und Fotos: Almwirtschaftlicher Verein Oberbayern e.V.
Im Wohnzimmer des Hühnervogels ist einiges los: steigender Freizeitdruck, intensive Forstwirtschaft und Windkraftausbau

Der Auerhahn (Tetrao urogallus) ist der größte Hühnervogel Europas – zu Gesicht bekommt man ihn aber selten. Denn Auerhahn und Auerhenne sind menschenscheu und lärmempfindlich. In lichten Bergwäldern, in denen die Sonne durch die Kronendächer alter Nadelbäume strahlt, sind Hahn und Henne zu Hause. Tagsüber suchen sie nach sandigen Stellen für ihren Huderplatz, abends schließen sie auf Schlafbäumen die Augen. Die Samen aus Zirbenzapfen und Kiefern futtern sie gern – und ganz besonders wild sind sie, wie alle Raufußhühner, auf Blaubeeren. Doch der Charaktervogel hat es schwer. „Wie schnell Wildtier-Lebensraum bedroht und kaputtgemacht wird, sehen wir aktuell am Reinhardswald. Was hier bald in Form von 18 Windrädern Realität wird, droht ohne Frage auch in anderen Wäldern“, sagt Professor Dr. Klaus Hackländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Wildtier Stiftung.
Dabei hat es das Auerhuhn schon so schwer genug. In seinem Wohnzimmer herrscht steigender Freizeitdruck, intensive Forstwirtschaft und nun droht im schlimmsten Fall auch noch der Windkraftausbau an Stellen, an denen der Hühnervogel normalerweise auf die Balz gehen möchte, um für den Nachwuchs zu sorgen. Zunehmende Versiegelung der Landschaft, Lärm und Mensch lassen Hahn und Henne kaum noch Platz zum Leben. Dass der Ausbau von Windkraft im Wald ein ernstzunehmendes Problem für Auerhühner darstellt, haben jetzt Forscher um den
Wildbiologen Joy Coppes von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg bei Untersuchungen in Deutschland, Österreich und Schweden festgestellt und im Fachblatt „Biological Conservation“ veröffentlicht . „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine störungsempfindliche Waldvogelart von der Windenergieentwicklung betroffen ist und dass

eine kritische Distanz bei der Planung der Windenergieentwicklung in Raufußhuhn-Habitaten berücksichtigt werden sollte“, schreiben die Forscher.
„Damit wissen wir nun, dass Windkraftanlagen nicht nur ein massives Kollisionsrisiko für Vögel darstellen, sondern dass auch eine negative Beeinflussung von am Boden lebenden Arten wie dem Auerhuhn stattfindet und durch den Ausbau von Windkraftanlagen etwa an den Höhenzügen der Gebirgsregionen forciert wird“, warnt Professor Dr. Klaus Hackländer. „Die Deutsche Wildtier Stiftung ist keineswegs gegen den Ausbau von Windkraft. Aber an sensiblen Stellen darf der Klimaschutz nicht gegen den Artenschutz ausgespielt werden. Wir müssen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien Rücksicht auf störungsempfindliche Arten wie etwa das Auerhuhn nehmen.“
Im Fall der untersuchten Auerhühner war eine Lebensraumverschlechterung für die im Bereich von Windenergie lebenden Auerhühner bis zu einer Entfernung von 650 Metern zu den Anlagen nachweisbar. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert daher: Um die Biodiversität zu erhalten, muss beim Ausbau der Windkraft auf Anlagen in Schutzzonen rund um Horststandorte, im Wald und in der Nähe von Naturschutzgebieten verzichtet werden. Windenergieanlagen in Wäldern und an Waldrändern bedrohen den ohnehin immer knapper werdenden Lebensraum vieler Wildtiere.
Quelle; Jenifer Calvi, Pressereferentin Deutsche Wildtier Stiftung
Fotos: Wulf von Graefe und PW Jagdportal
Am Mittwochfrüh um 2:15 Uhr hat ein Autofahrer einen toten Wolf auf der Straßenanbindung von Mühlbach an die Pustertaler Staatsstraße gefunden. Dies teilt das Landesamt für Jagd und Fischerei mit.
Ein vorbeifahrender Autofahrer hat am Mittwoch, 19. Jänner, in den frühen Morgenstunden einen toten Wolf auf der Straße in Mühlbach gefunden. Der Wolf lang auf der Straße, die vom Dorf Mühlbach Richtung Pustertaler Staatsstraße (SS49) führt. Das Raubtier war wahrscheinlich angefahren worden und infolgedessen gestorben. Laut Bericht des Landesamts für Jagd- und Fischerei wurde keine Anzeige erstattet. Bei dem Wolf handle es sich um ein “junges, wahrscheinlich zwei Jahre altes Männchen mit einem Gewicht von 38,4 Kilo, das offenbar bei bester Gesundheit war”, sagt Land- und Forstwirtschaftslandesrat Arnold Schuler.
Der Tierkadaver wurde gestern Abend in eine Zelle des Pfunderer Wildgeheges gebracht, wo er anschließend abgeholt und zum Amt für Jagd- und Fischerei in Bozen gebracht wurde. Die Techniker dort haben biometrischen Messungen vorgenommen. Heute wird der Wolf für die vorgesehenen Gesundheitschecks ins Zooprophylaktische Institut gebracht. Für genetische Tests werden die Gewebeproben an die Edmund-Mach-Stiftung von San Michele all’Adige geschickt. So will man herausfinden, ob es sich erstens um ein bereits zuvor beprobtes Tier handelt oder zweitens um einen jungen Wolf, der sich von einem Südtiroler Rudel entfernt hat, oder drittens ob es ein Wolf ist, der aus einem anderen Gebiet in den Alpen stammt.
Im Winter sind gerade junge Wölfe, die das Rudel kürzlich verlassen haben, gefährdet, Opfer von Unfällen mit Fahrzeugen zu werden, da sie noch unerfahren sind und sich das Risiko nicht erkennen.
Landesrat Arnold Schuler betont: “Es ist wichtig, einzugreifen und Maßnahmen im Rahmen des Managements von Großraubwild wie Bären und Wölfe zu setzen. Wir kämpfen weiter auf allen Ebenen, um dieses Ziel zu erreichen.”
Quelle: Landespresseamt np/san 20.01.2022, 10:49
Erfahrung mit Bejagungsregeln aus dem Grossrevier

Gamsbock im Winter – Foto und © Peter Unterhofer
Gemessen am Naturerlebnis und an den Spannungen bei der Jagd verblaßt jede Bewertung von Trophäen. Als Teil erfüllten Jagens sind sie nur eine bleibende Erinnerung. Von der Natur sind sie nicht als Wandschmuck für Jäger vorgesehen. Der Jagdgast kann sie beim Gams nicht erhegen, ja es gibt Zweifel ob beim Gams die Trophäenmerkmale erblich sind. Ein gut ernährter Bock. der eine gesunde Mutter mit guter Milchleistung hatte, war für Berufsjäger seit jeher das Ziel seiner Wünsche, wenn er richtig alt war. Bei einer alten Gams nahm der Jäger den natürlichen Tod, der nahe schien, vorweg. „Waidgerecht” wäre damit: als Jäger so zu jagen, wie auch die Natur jagen würde. Formwert und Stellung der Stangen, die wir bei der Trophäenbewertung heranziehen und nach unseren Vorstellungen zu züchten versuchten, sagen doch über die Lebens- und Überlebensfähigkeit im Hochgebirge gar nichts aus. Wir wissen nicht einmal, ob eine enge oder weite Stellung der Schläuche, das gut oder weniger gut Gehakelte, überhaupt erblich sind. Ganz sicher ist es, daß in dem langen und rauhen Bergwinter nur sehr starkes und körperlich gesundes Wild übersteht. Dabei nutzt dem Gams die gut gehakelte Krucke, die weit ausgestellte Trophäe, der dicke und pechige Schlauch herzlich wenig.
Unsere Bewertungsmerkmale sagen auch nichts aus über die soziale Stellung des Trophäenträgers innerhalb der Wildgemeinschaft. Doch sind die Tiere mit dem besten Bart, zugleich auch die mit dem gesündesten Haarkleid und für die Art die erhaltungswürdigsten. Man schiesst nicht kerngesunde mittelalte Böcken, nur weil sie die besten Bärte haben.!
Die zauberhaften und anmutigen Gazellen der Berge sind keine Ansammlung von Trophäenträgern, sondern Lebensgemeinschaften, die in echter Harmonie mit der Umwelt, der sie umgebenden Natur leben. Natürlich sollen bevorzugt die Besseren von ihnen die volle Reife erreichen, da die Ernährungskapazität nun einmal im Winter begrenzt ist. Denn genau genommen brauchen Gams den Menschen nicht um zu leben und auch nicht um zu sterben. Wann darf der Mensch sie überhaupt töten?
Wer glaubt daß er den Reduktionsabschuß dem Wald zuliebe braucht, könnte dabei natürlich schon nach Trophäengesichts- punkten ausscheiden. Weil er dann ohnehin in die Jugendklasse regulierend eingreifen muß. Um jene Übervermehrung zu vermeiden, kann er genauso gut in dieser Jugendklasse das ausscheiden, was er später in der Altersklasse nicht haben will.
Alle Geißen ab 4. Jahr und alle Böcke ab 5. Jahr sind die Träger der Population, und es wäre zu wünschen, wenn sie wenigstens 50% des Gesamtbestandes ausmachten. Abschüsse in diesem Lebensalter sollten die seltene Ausnahme sein und nur bei schlechter Verfärbung und kranker Konstitution erfolgen. Die bisherige Bejagungspraxis ab 5. Lebensjahr hat zwangsläufig zu desorganisierten Beständen geführt, also zu “Waldfressern” durch unser unbiologisches jagen.
Gamsjagd ersetzt keine Beutegreifer, vergessen wir ruhig den Ersatzwolf Jäger, denn das Raubwild profitiert allenfalls vom Fallwild. Reguliert hat zu allen Zeiten nur der Winter. Dass die Selbstregulation funktioniert, zeigt sich im Gran Paradiso, wo man seit 80 Jahren ohne Jäger auskommt und wo auch der Lärchen-Berg-Wald nicht aufgefressen wurde. Allerdings ist das kein Wirtschaftswald. Wenn wir aber bei der Jagd in den Bergen vor allem das Naturerlebnis suchen, die Gams eine Regulierung aber nicht brauchen, dann bleibt die Frage, wieviel des Zuwachses wir entnehmen dürfen. Meist gingt man von einer Wilddichte bei Gams von ca. 8 Tieren auf 100 ha aus. Das hat sich in den Großrevieren bewährt. In den Wirtschaftswaldgebieten strebt man wegen der bei Gams recht erheblichen Verbissbelastung eine geringere Dichte an. Eine biologisch tragbare Wilddichte gibt es aus Menschensicht nicht, allenfalls eine dem Wirtschaftswald angepaßte. Die Entscheidung über Leben und Tod ist schwer- wiegend und sollte als Revier oder Hegegemeinschaft auf 20-30000 ha überall gleich sein. Die Jährlinge sind eine gute Kontrolle für den tatsächlichen Zuwachs. Er dürfte selten über 25% bis 45% aller fortpflanzungsfähigen Geißen oder 15% des Gesamtbestandes liegen. Die fortpflanzungsfähigen Geißen nehmen meist ab 3 1/2 Jahre (42. Lebensmonate) an der Brunft teil und setzen mit 4 Jahren (48 Monaten) erstmals. Es gibt aber auch frühreife Jährlingsgeissen, die schon erfolgreich an der Brunft teilnehmen.
Böcke nehmen mit ca. 4 Jahren (48 Monaten) erstmals an der Brunft teil. Das deckt sich mit der Altersgrenze und der Faustregel, dass ein Bock, dessen Pinsel zu erkennen ist, älter als 5 Jahre sei. Ausnahmen bestätigen bei beiden Geschlechtern alle diese Regeln. Da auch bei einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis die Lebenserwartung der Geißen höher ist, kann bei dieser Wildart ein Verhältnis Bock:Geiß von 1 : 1,2 bis 1 : 1,3 sinnvoll sein. Ein höherer Geißenanteil führt während der Brunft zwangsläufig zu einer Schwächung der Böcke und damit zu Winterverlusten, die sich vermeiden liessen.
Klasse 3. Jugendklasse
Böcke mit 1 bis 4 vollendeten Jahren 20-30 % Abschuss
(in der Brunft also 4 1/2 Jahre)
Geißen mit 1 bis 3 vollendeten Jahren 20-30 % Abschuss
(in der Brunft also 3 1/2 Jahre)
Klasse 2. Mittelklasse=Schonklasse
Abschuß nur in Ausnahmefällen, alleine durch Krankheit oder schlechte Konstitution veranlaßt. Bestandsanteil sollte 50 % des Gesamtbestandes bleiben!!!
Böcke mit 5-9 vollendeten Jahren allenfalls: 20bis 30% Abschuß
In der Brunft also min. 9 1/2 Jahre alt. Geissen mit 4-11 vollendeten Jahren, allenfalls 10-30 % Abschuß In der Brunft also mind. 11 1/2 Jahre
Klasse 1. Ernteklasse oder Altersklasse
Böcke 10 Jahre und älter 50 – 70 %
Geissen 12 Jahr und älter 50-70 %
Fehlabschuß immer zu Lasten der begehrten Klasse I.

Gamsgais im Sommer – Foto: Peter Unterhofer
Mit wachsendem Anteil der über 10-jährigen Böcke wächst auch die Chance dass Einzelne eigenmächtig noch älter werden und damit als Jagdbeute für den Jäger noch begehrter sind. Es sei nochmals betont, daß Geißen zwischen dem 4. und 12. Jahr und Böcke zwischen dem 5. und 9. Jahr auf Grund ihrer sozialen Reife und körperlichen Hochform die eigentlichen Träger der Population und Garanten der Arterhaltung sind. Sie sollten mindestens 50% des Wildstandes ausmachen. Reduktionsabschuß der Kitze wird für bedenklich gehalten, „Gelt”-Geißen unter dem vorgesehenen Höchstalter sollte man nicht schießen da sie selten wirklich gelt sind, meist nur ihr Kitz verloren haben, oder ein Jahr aussetzen um dann wieder ein besonders starkes Kitz zu führen.
Bei den gemeinsamen Hegeschauen könnte es hilfreich sein den roten Punkt wieder einzuführen. Das soll keine Maßregelung sein, sondern ein Hilfsmittel der Belehrung für alle. In seiner Geschichte hat der Mensch wiederholt Wildtierarten systematisch ausgerottet. Selbst der edle “Wilde” hat häufig nicht so ökologisch gejagt wie man es heute darstellt. Ökologisches Bewusstsein ist eine Sache der Ethik und des Verstandes. Es ist nicht Sache des Jägers Gams zu vernichten, wenn sie sich am Bergwald vergreifen. Denn ein Bergwald ohne Gams wäre ein armer Bergwald. Der Jäger des Hochgebirges will sich an allem freuen. Er will die Gämsen (wie die neue Rechtschreibung sagt) auch für kommende Generationen erhalten und dazu gehört die angeregte naturnähere Bejagung. In vielen Revieren des privaten Großgrundbesitzes ist niemals anders auf Gämsen gejagt worden.
Bericht und Fotos von Wolfgang Alexander Bajohr