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Tierschutz: Neue Einreichfristen für Beiträge festgelegt

 21.12.2022, 11:40

Im Tierschutzgesetz sind Richtlinien für die Gewährung von Beiträgen vorgesehen. Die Landesregierung hat diese Richtlinien angepasst. Künftig sind die Gesuche innerhalb des 15. Dezember einzureichen.

Streunende Hunde und Katzen sterilisieren: Eine wichtige Aufgabe von Südtiroler Tierschutzorganisationen. Um die Beiträge ist künftig innerhalb 15. Dezember anzusuchen. (Foto: LPA/Landestierärztlicher Dienst)

Künftig müssen Vereine, die im Tierschutz tätig sind, bereits am 15. Dezember für das Folgejahr das Ansuchen um Beiträge stellen. Das steht in der Richtlinie zur Gewährung von Beiträgen im Tierschutzgesetz. Die Landesregierung hat diese Richtlinien in ihrer Sitzung am gestrigen Dienstag (20. Dezember) angepasst.

Ausnahmefrist 2023: Bis 31. Jänner ansuchen

Es ist dies eine verfahrenstechnische Änderung: Aktivitäten, die bereits begonnen wurden, dürfen laut staatlichen Vorgaben nicht mehr gefördert werden, daher wurde der Gesuchstermin vom 31. März des Bezugsjahres auf 15. Dezember des Vorjahres verlegt. Ausschließlich für das Jahr 2023 gilt der 31. Jänner als Einreichfrist.

Beitragsberechtigt sind nur Organisationen, die nachweislich seit mindestens zwölf Monaten in Südtirol tätig sind. Neu ist – und das ist wohl für die Tierschutzorganisationen im Alltag die größte Neuerung – dass Vereine, die ihren Sitz im Bezirk Bozen haben und Sterilisationen nicht kostenlos in der Sill vornehmen lassen, für Sterilisationen einen im Vergleich zu Organisationen auf dem restlichen Landesgebiet verminderten Beitragssatz erhalten. “Vor allem die Sterilisation streunender Tiere ist uns ein Anliegen – im Interesse der öffentlichen Hygiene und Gesundheit”, sagt der zuständige Landesrat Arnold Schuler: “In diesem Zusammenhang ergeht unser Appell aber auch an Haustierhalter: Es ist sinnvoll, die Tiere zu sterilisieren, um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern.”

Quelle: Südtiroler Presseamt – uli

Edles Weidwerk und Krahjagern…..

 

Krahjagern, Fuchsriegeln, Dachspassen …

Der „Jaga“ erzählt

Nur wenige Weidmänner widmen sich so intensiv der fast vergessenen Jagd auf Dachs, Fuchs oder Krähen, wie der Autor es in seinen „frühen“ Jägerjahren getan hat. Peter Freytag legt daher auch in seinen Erzählungen besonderes Augenmerk auf bestimmte Facetten des Jagdhandwerks, die nicht zum „Standardrepertoire“ jeden Jägers zählen: So sind das „Dachspassen“, ein „Fuchsriegler“, das „Hasenjagern“, der „Schnepfenzauber“ oder das „Krahjagern“ für den begeisterten Jäger oft spannender als die Jagd auf Schalenwild. Der Bogen des jagdlichen Geschehens umfasste natürlich auch in diesem Buch die Rehwild- und Gamsjagd, seine große Leidenschaft galt jedoch dem Raubwild, den Hasen, den Schnepfen und den „lästigen Krähen“.

Seine Erzählungen sind Naturbetrachtungen, beschreiben jagdliche Erlebnisse, enthalten jagdpraktische

Beiträge sowie jagdethische Einsichten und zeitgeschichtliche sowie gesellschaftliche Bezüge.

Edles Weidwerk

Natur bewusst erleben

Gerd Meyden ist der erfolgreichste lebende Jagdschriftsteller und hat immer noch viel zu erzählen, wie sein sechstes Buch beweist. Sein spannender Stil „nimmt den Leser mit“ zum Gamsjagern, zu Treibjagden auf Niederwild, zu Nachsuchen oder zur Hahnenpfalz. Ob im heimischen Revier im Allgäu, in Österreich oder anderswo in Europa: Wie immer steht sein Bestreben, das edle Weidwerk gerecht auszuüben, im Fokus seiner Erzählungen. Eindrucksvoll weiß er in Worte zu fassen, wie erfüllend und berührend es sein kann, die Natur und ihre Geschöpfe bewusst wahrzunehmen. Mit seiner bilderreichen und wortgewandten Erzählweise führt er seinen Lesern die Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten und die vielfältigen Stimmungen auf dem Ansitz und der Pirsch vor Augen.

 

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Schweinepest: Keine Fälle in Südtirol

 Mithilfe zur Vorsorge gefragt

 03.08.2022, 09:20

Bisher gibt es in Südtirol keine Fälle Afrikanischer Schweinepest. Für Menschen gilt die Seuche als ungefährlich. Der Landestierärztliche Dienst gibt Verhaltenshinweise.

Mehrere Maßnahmen sind wichtig, um die Übertragung der Afrikanischen Schweinepest von Wildschweinen auf die Schweinezucht zu vermeiden. (Foto: LPA/Landesamt für Jagd und Fischerei)

Mehrere Maßnahmen sind wichtig, um die Übertragung der Afrikanischen Schweinepest von Wildschweinen auf die Schweinezucht zu vermeiden. (Foto: LPA/Landesamt für Jagd und Fischerei)

In einigen Regionen Italiens wurden gehäuft Infektionsfälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen nachgewiesen. Immer öfter erkranken auch Hausschweine. Infizierte Tiere entwickeln schwere, unspezifische Krankheitssymptome und sterben meistens. Das Fleisch toter oder erkrankter Tiere und weitere Produkte dürfen nicht verkauft werden.

Für Menschen nicht ansteckend, Wildschweine in Südtirol unter Aufsicht
Südtirol ist bis dato nicht von der Afrikanischen Schweinepest betroffen, teilt der Landestierärztliche Dienst mit. Und noch wichtiger: Die Krankheit sei für Menschen nicht gefährlich und auch für andere Tierarten nicht ansteckend. Der Dienst informiert über diese hochansteckende virusbedingte anzeigepflichtige Tierseuche und gibt Verhaltenshinweise. Eine Verbreitungsmöglichkeit ist der direkte Kontakt mit erkrankten Schweinen oder deren Kadavern. Derzeit gibt es in Südtirol keine dauerhaft ansässige Wildschweinpopulation. Die wenigen Exemplare, die sich zeitweise in Südtirol aufhalten, stehen unter direkter Aufsicht der Landesforstbehörde. Ein weiterer Ansteckungsweg geht über den Zugang der Wild- beziehungsweise Hausschweine zu Lebensmitteln oder verunreinigten, kontaminierten Gegenständen (Fahrzeuge, Kleidung, Arbeitsgegenstände, Ausrüstungsgegenstände).
Drei Regeln gegen die Verbreitung der Schweinepest 
Da es gegen die Afrikanische Schweinepest weder Impfung noch Behandlung gibt, ruft der Landestierärztliche Dienst die Bevölkerung zur Aufmerksamkeit auf: Es sei die Mithilfe aller im Alltag gefragt.
Insbesondere drei Regeln sind laut Landestierärtzlichem Dienst wichtig:
Erstens dürfen Lebensmittelreste nicht im Freien hinterlassen werden. Sie müssen in geschlossenen Müllbehältern “wildtiersicher” entsorgt werden.
Zweitens sollten aus Gebieten mit Infektionsgeschehen nur zertifizierte Wildschwein- beziehungsweise Schweinefleischprodukte ausgeführt werden.
Drittens: Wer ein totes Wildschwein findet (auch wenn es bei einem Verkehrsunfall verendet ist), ist aufgefordert, dies sofort bei der Telefonzentrale des Gesundheitsbezirkes Bozen des Südtiroler Sanitätsbetriebes (Tel. 0471 908 111) oder beim Landesforstkorps (Tel. 366 664 3887) zu melden.
Südtirols Landwirtinnen und Landwirte stehen in ständigem Kontakt mit den lokalen Veterinärbehörden und verschärfen für ihre Betriebe kontinuierlich die Maßnahmen zur Vorbeugung und vermindern somit die Gefahr der Einschleppung von Tierseuchen bedeutend (sogenannte Biosicherheitsmaßnahmen). Die zuständigen Landesbehörden legen bei den Almen mit Schanktätigkeit ein besonderes Augenmerk auf die richtige Handhabung des Abfalls.

Quelle: Landespresseamt – red/san

WOLF: Ab 1 August 2022 startet in Südtirol eine Wolfs Vergrämung

Als ich am Dienstag, 12. Juli in der Tageszeitung Dolomiten das Interview mit dem Landesrat Arnold Schuler über die Vergrämung des Wolfes gelesen habe, “beginne ich langsam an die Intelligenz mancher Leute zu zweifeln“.
Nur ein wenig Hausverstand würde reichen um zu verstehen, daß eine Wolfsvergrämung in dieser Form nie funktionieren wird, solange die Menschen für den Wolf keine Gefahr sind.
Wie stellen sich die Herren eine Vergrämung vor? Der Wolf darf durch das Gummigeschoss auch nicht verletzt werden. Glauben diese Herren wirklich ein Knall und ein Pips vergrämt einen Wolf der auf Futtersuche ist? Außerdem muss ein Schuß auf sehr kurzer Distanz abgegeben werden. Probieren sie einmal einen hungrigen Hund mit einem leichtem „Stockschlag“ zu vergrämen, garantiert ist der Hund in den nächsten Stunden/ Tagen wieder vor Ort wenn er weiß daß er etwas zu fressen bekommt.
Außerdem was kostet dem Steuerzahler der ganze Spaß? Mehrere hauptberufliche Jagdaufseher müssen  Tage, Wochen ja sogar Monate nachts mit Lichtquellen oder Nachtsichtgeräte ansitzen oder umherfahren bis sie überhaupt einen Wolf zu Gesicht bekommen, wenn überhaupt und dann soll ein einzelner Wolf mit einem Gummigeschoss vergrämt werden. Zwei oder mehrere Wölfe zugleich beschießen geht schon ja gar nicht, denn die Wölfe werden durch den Knall sicherlich nicht stehenbleiben.
Mit einer Vergrämung werden die Wölfe nicht weniger, vielleicht aggressiver. Das Problem der ganzen Risse der Weidetiere wird dadurch nur verlagert. Heute wird der Wolf durch das Gummigeschoss verjagt und morgen ist er bei Nachbars Schafe oder umgekehrt. Der Wolf wird das Territorium nie verlassen, solange er bei gedecktem Tisch wohnen darf.
“Die Vergrämung sei völlig nutzlos”, sagt etwa Wilhelm Innerhofer von der Organisation Zukunft Landwirtschaft. “Da müsste man ja nachts auf Wölfe lauern.” Innerhofer, der eine Alm in Ahornach im Pustertal betreibt, sagt weiter: “Wölfe sind sehr intelligent, die lernen schnell, ich denke die lernen sogar schneller als Politiker.”
Auch wenn vom Land bezahlte Tierärzte behaupten: „In Südtirol verenden jährlich etwa 2.000 Schafe durch Blitze, Absturz oder Krankheiten.  Solche Vergleiche sind einfach lächerlich. Durch den Blitz oder auch Abstürze von Schafen bedeutet einen schnellen Tod und nicht bei lebendem Leibe gefressen zu werden, außerdem warum wird von diesen Herren nicht noch erwähnt wieviel Schafte im Jahr geschlachtet werden, wenn auch noch Krankheiten als Todesursache zitiert werden??

Ausserdem das Problem mit den Wölfen ist nicht das Problem der Jäger sondern von Personen die die Wölfe ausgesetzt haben, aber anscheinend sind diese Herren auch hilflos.

 

Bericht: Walter Prader – Südtiroler  Jagdportal 

SOLLTE  JEMAND  DAZU EINE MEINUNG HABEN, FRUE ICH MICH AUF DIE MITTEILUNG UND KANN AUCH HIER VERÖFFENTLICHT WERDEN! info@jagd.it 

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Knoll Ignaz schreibt: 
Der Direktor vom Amt für Jagd und Fischerei Herr Luigi Spagnolli ruft zum Herdenschutz auf!  Meine Frage;” wie soll ich mit 2 Hektar Grund und mit meinen 20 Schafen und 5 Ziegen ein Herdenschutz betreiben? Soll ich all meinen Grund einzäunen einen Hirten anstellen und vielleicht noch einen Herdenschutzhund kaufen?  Wie stellt sich Herr Spagnolli ein Herdenschutz für unsere Klein Schafzüchter vor, oder sollen wir einfach unsere Liebe zu den Tieren aufgeben, nur dass der Wolf in Südtirol leben kann??

 

Rothirsch tiergerecht auszuüben

Deutsche Wildtier Stiftung fordert, die Jagd auf den Rothirsch tiergerecht auszuüben

 Auf Initiative ihres 2014 verstorbenen Stifters Haymo G. Rethwisch fand vor genau zwanzig Jahren das 1. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung im Bundeslandwirtschaftsministerium in Bonn statt. Nun lud die Stiftung zu ihrem 10. Rotwildsymposium nach Berlin ein. Die Veranstaltung mit mehr als 150 Teilnehmern, darunter Spitzenvertreter aus Politik, Behörden,  Naturschutzverbänden, sowie Verbänden von  Jagd sowie Land- und Forstwirtschaft, ging am Wochenende im Berliner Allianz-Forum am Brandenburger Tor erfolgreich zu Ende. Im Mittelpunkt der Veranstaltung: ein fairer Umgang mit dem Rothirsch.
„Schon immer stand der Rothirsch im Kreuzfeuer verschiedensten Interessen“, sagt Prof. Dr. Klaus Hackländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Wildtier Stiftung. Jäger erfreuen sich an seinem Anblick, Artenschützer sorgen sich um seinen Lebensraum und Förster haben Angst um junge Bäume, die der Hirsch gerne verbeißt. Beim Rückblick auf die Rotwildarbeit der vergangenen 20 Jahre standen die Konflikte zwischen den unterschiedlichen Akteuren wieder im Vordergrund. „Die Rolle der Deutschen Wildtier Stiftung ist es, in diesen Konflikten die Stimme des Rothirsches zu vertreten“, so Wildtierbiologe Hackländer. „Wir setzen uns dabei besonders für eine tiergerechte Jagd ein, die der überlebenden Population arttypische Verhaltensweisen ermöglicht.“
Bei den vorangegangenen neun Rotwildsymposien hat die Deutsche Wildtier Stiftung jagdpolitische und -praktische Themen wie tiergerechte Jagdstrategien, die Jagd in Großschutzgebieten, Hegegemeinschaften oder die in einigen Bundesländern noch immer behördlich verordneten Rotwildbezirke in den Mittelpunkt der Diskussion gestellt. Auf ihrem diesjährigen Symposium hat sie nun ein Zwischenfazit dieser Arbeit gezogen: Immerhin vier Bundesländer haben seit dem ersten Rotwildsymposium im Jahr 2002 formal die Rotwildbezirke abgeschafft. Tiergerechte Jagdstrategien wie Wildruhezonen und kurze Jagdzeiten haben vielerorts Einzug in die jagdliche Praxis gehalten. Doch die Herausforderungen sind auch für die Zukunft groß. Ein drängendes Beispiel ist der immer offensichtlicher werdende Verlust genetischer Variation in den vereinzelten Rotwildpopulationen. „Es müssen Querungshilfen, beispielsweise über Autobahnen, gebaut werden und die behördlichen Vorgaben zur Rotwildverbreitung müssen in allen Bundesländern endlich abgeschafft werden“, so Dr. Andreas Kinser, der das jagdpolitische Engagement der Stiftung seit vielen Jahren organisiert. Ein dringend notwendiger erster Schritt wäre, allen männlichen Tieren die Wanderung zwischen den Populationen zu erlauben, damit sie ihre Gene weitertragen können. Doch auch der Tierschutz bei der Rotwildjagd wird die Stiftung weiterhin beschäftigen: „Gemeinsam mit unseren Partnern wollen wir Strategien entwickeln, die das Verwaisen von Rotwildkälbern durch die Jagd ausschließen“, formuliert Kinser die zukünftige Agenda der Deutschen Wildtier Stiftung in Sachen Rothirsch.

Quelle:   Deutsche Wildtier Stiftung

Feldhasensterben

Foot: Maria L. Müller

Im Herbst 2019 wurde aus dem Nordosten Österreichs ein akutes Hasensterben gemeldet. Eine soeben erschienene Studie unter Leitung der Vetmeduni zeigt nun, dass als wahrscheinlichste Ursache eine bakterielle Infektion mit dem Erreger Cronobacter turicensis (C. turicensis) in Frage kommt. Das könnte nicht nur für den europäischen Feldhasen (Lepus europaeus) gefährlich sein: Laut den Wissenschaftlern  besteht die Gefahr einer Übertragung des Bakteriums auf den Menschen.
In ihrer Studie ging es den Forscher/innen darum, die Ursache für das Hasensterben im Jahr 2019 phänotypisch und genetisch zu untersuchen und zu charakterisieren. Das Forschungsteam konnte nachweisen, dass der auf eine Typhlokolitis (Dickdarmentzündung) zurückzuführende Tod der Feldhasen durch genetisch unterschiedliche Cronobacter turicensis-Stämme verursacht wurde. Damit handelt es sich laut den Forscher/innen um den weltweit ersten Nachweis einer klinischen Infektion bei Wildtieren, bisher wurden klinische Infektionen nur beim Menschen nachgewiesen.

Gefahrenpotenzial: Übertragung des Bakteriums auf den Menschen möglich

Die soeben in “Letters in Applied Microbiology” veröffentlichte Studie zeigt aber nicht nur, dass C. turicensis mit epidemiologisch bedingten Typhlokolitis-Fällen bei Feldhasen in Verbindung gebracht werden kann. “Aufgrund des Potenzials dieses Bakteriums, beim Menschen schwere Krankheiten hervorzurufen, sollte das Risiko einer Übertragung auf den Menschen gesehen werden. Insbesondere gilt das für Personen, die in direktem Kontakt mit Hasen stehen, wie Jäger/innen, Landwirt/innen oder Tierärzte, so die Studien-Erstautorin Annika Posautz vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni.

Untersuchung weiterer Wildtierbestände empfehlenswert

Da der Erreger C. turicensis hauptsächlich dafür bekannt ist, Krankheiten bei immungeschwächten Menschen und Neugeborenen zu verursachen, verdient dieses zuvor nicht erkannte Potenzial für ein Übergreifen von einem Wildtierbestand auf den Menschen hohe Aufmerksamkeit. Deshalb empfehlen die Experten eine genauere Untersuchung von Wildtierbeständen: “Das vom Bakterium Cronobacter turicensis ausgehende Gefahrenpotenzial unterstreicht, wie wichtig es ist, die generelle Rolle von Wildtieren als Reservoir für potenziell pathogene C. turicensis-Stämme genauer zu untersuchen”, sagen Annika Posautz und Igor Loncaric, Letzautor der Studie.

Cronobacter: Potenziell lebensgefährliche Bakterien-Gattung

Untersucht wurden im Rahmen der Studie neun im Herbst 2019 verstorbene Feldhasen. Alle neun Hasen zeigten bei Sektion und Histopathologie sehr ähnliche Läsionen. Bei fünf der Tiere wurde eine Infektion mit C. turicensis festgestellt, während bei den vier anderen Feldhasen Infektionen mit anderen Bakterien vorlagen. Die Bakterien-Gattung Cronobacter umfasst derzeit sieben Arten und ist vor allem als allgegenwärtiger, opportunistischer Krankheitserreger bekannt, der verschiedene Lebensmittel verunreinigen kann. Besonders gefährlich sind die beiden Arten C. sakazakii und C. malonaticus, die an den meisten klinischen Cronobacter-Infektionen beim Menschen beteiligt sind und schwere Symptome wie Blutvergiftung, nekrotisierende Enteritis (Darmentzündung) und Meningitis (Gehirnhautentzündung) verursachen. Im Gegensatz zum Menschen wurden klinische Infektionen durch Mitglieder der Gattung Cronobacter bei Tieren nach Kenntnis der Autoren bisher noch nie berichtet.

Quelle;  Austria Presse Agentur