Knäkente

Aussehen & Bestimmung: Die Knäkente ist die einzige heimische Entenart, die als Langstreckenzieher den Winter in Afrika verbringt. In Bayern ist sie ein seltener Brutvogel. Zum Brüten ist die Knäkente auf trockenen, deckungsreichen Untergrund angewiesen, wobei sie ihr Nest am liebsten in Gewässernähe baut. Die Knäkente ist bräunlich gefärbt, Schnabel und Füße sind grau. Die braunen Federn am Körper haben einen blassgelben Rand, wodurch Knäkenten fleckig wirken.
Im Schlichtkleid kann man Knäkenten leicht mit anderen Entenarten verwechseln, vor allem mit der Krickente. Die Weibchen sind von anderen Arten an den Streifen des Kopfes zu unterscheiden: auf dem Kopf haben Knäkenten eine dunkelbraune Kappe und ein dunkler Streifen zieht sich über das Auge und die Wange.
Im Prachtkleid tragen die Erpel am braunen Kopf einen auffälligen, weißen Überaugenstreif. Die Brust ist dunkelbraun und die Flanken sind hellgrau gesprenkelt. Die Knäkente ist nur wenig grösser als die Krickente und ist somit die zweitkleinste Ente Europas. Das Männchen zeigt im Prachtkleid einen weissen Überaugenstreif, der sich bis in den Nacken zieht. Kopf, Hals und Brust sind braun gemustert. Die Flanken sind hellgrau gemustert. Sie werden zu einem Teil von den langen Schulterfedern verdeckt. Diese werden auch als Schmuckfedern bezeichnet und sind unter anderem auch bei Spiessenten, Krickenten und Schnatterenten zu beobachten. Das Weibchen ist Gründelenten-typisch eher unauffällig gefärbt. Im Vergleich zu anderen Weibchen, zeigt die Knäkente aber recht viel weiss. Allgemein ist die Musterung etwas kontrastreicher als die Musterung der anderen Gründelenten-Weibchen. Zusätzlich zeigt das Weibchen eine recht starke Kopfzeichnung, bestehend aus hellem Überaugenstreif, dunklem Augenstreif und einem hellen Fleck am Schnabelansatz sowie an der Kehle.

Lebensraum: Die Knäkente bewohnt Seen, langsam fliessende Gewässer und Feuchtgebiete. Dabei sollten die Gewässer nicht allzu tief sein. Auch sollten diese eher nährstoffreich und eine üppige Unterwasser-Flora aufweisen. Auf dem Zug rastet sie auf diversen, eher flachen Gewässern mit üppiger Ufervegetation aber auch auf überschwemmten Wiesen und Fischteichen

RUF DER KNÄKENTE 

Fortpflanzung: Wie bei allen Enten kümmert sich das Weibchen allein um das Brutgeschäft. Die Knäkente baut ihr Nest gut versteckt in der Ufervegetation. In dieses legt das Weibchen zwischen 8 und 11 Eier. Daraus schlüpfen nach 21 bis 23 Tagen die Jungen. Die Jungen sind Nestflüchter und verlassen kurz darauf das Nest. Unter der Führung der Mutter müssen sie die Nahrung schon selber aufnehmen. Nach 35 bis 42 Tagen erlangen die Jungen die Flugfähigkeit. Allgemein verhält sich die Knäkente während der Brutzeit sehr heimlich, weshalb evtl. einige Bruten in der Schweiz auch unbemerkt blieben.

 

Krickente

Krickente

Die Krickente ist eine Vogelart aus der Familie der Entenvögel und gehört zur Gattung der Eigentlichen Schwimmenten. Krickenten zählen zu den zahlreichsten und am weitesten verbreiteten Entenarten der nördlichen Hemisphäre.

Krickente Männchen/Erpel

Die Krickente ist die kleinste Ente Europas. Die charakteristischen Rufe des Erpels („krilik“), die auch im Flug vorgetragen werden, waren namensgebend für den schnellen und wendigen Flieger. Als Schwimmente sucht sie ihre Nahrung gründelnd im seichten Wasser und besiedelt selbst kleinste Gewässer, soweit ausreichend Deckung vorhanden ist. In Bayern ist die Krickente ein seltener Brutvogel mit oftmals verstreuten Einzelvorkommen. Mit einer Größe von 34 – 43 cm und nur ca. 350 g Körpergewicht ist die Krickente die kleinste europäische Ente. Wie bei allen Entenarten unterscheidet sich das Männchen im Prachtkleid deutlich vom Weibchen. Im Gesicht des Erpels zieht sich ein metall-grüner Zügel von den Augen zum Nacken. Der Zügel ist gelblich-weiß umrahmt und deshalb deutlich vom kastanienbraunen Kopf abgegrenzt. Ebenso trennt ein feines schwarzes Band den beigefarbenen Bürzel von den grauen Flanken. Die Ente ist deutlich unscheinbarer gefärbt und mit ihrem braun gefleckten Gefieder gut getarnt. An den Schwanz-Seiten hebt sich ein helles weißes Band vom braunen Camouflage-Muster des Körpers ab. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit Knäckenten-Weibchen. Jenen fehlt jedoch das weiße Band an den Schwanzseiten und der Kopf ist durch einen hellen Fleck am Schnabelgrund sowie einen hellen Kehlfleck kontrastreicher gefärbt als bei den Krickenten.
Beide Geschlechter haben ganzjährig ein metallisch-grün schillerndes Flügelfeld, den sogenannten „Spiegel“. Während der Mauserzeit im Sommer verlieren die Erpel ihren grünen

Krickente Weibchen

Gesichtszügel und sehen den Enten dann zum Verwechseln ähnlich. Allerdings ist ihr Schnabel mehr oder weniger rein grau, der der Enten meist oberseits grau und unterseits orangefarben.

Als Schwimmente liegt die Krickente wie ein Korken sehr hoch im Wasser. Der Körper wirkt durch den oftmals angelegten kurzen Hals sehr kompakt. Im auffliegenden Ententrupp stechen die kleinen Krickenten im Gegensatz zu den größeren Arten deutlich heraus. Wegen des schnellen und wendigen Fluges mit flirrendem Flügelschlag erinnert das Flugbild eher an das von Limikolen.

Aussehen: Erpel oben grau mit metallisch glänzendem grünen Augenfleck, der im Bogen zum Nacken läuft und waagrecht weissem Schulterstreif; Ente braun und gelblich gefleckt; Erpel im Schlichtkleid ähnlich; beide Geschlechter mit grünem und schwarzem Flügelspiegel.

Aussehen vom Weibchen: Das Weibchen hat ein braun schwarzes Gefieder mit seitlichen Flecken, einen dunklen Oberkopf, einen dunklen Schnabel, ein weißes Flügelband und dunkle Beine wie das Männchen. Männliche Krickenten können an ihrem Brutkleid mit dem typisch grünen Seitenschild und dem rotbraunen Kopf gut erkannt werden. Schwieriger fällt die Bestimmung der Männchen im Herbst, wenn sie ihr braunes Schlichtkleid bekommen und wie die gleich gefärbten Weibchen aussehen. In dieser Zeit werden die Krickenten auch gerne mit den Knäkenten verwechselt.

Lebensraum: Die Krickente brütet an flachen Binnengewässern mit dichter Ufervegetation. Sie zählt als Charakterart von Hoch- und Niedermooren, in denen sie selbst kleinste Moorweiher, Torfstiche oder gar Gräben besiedeln kann. Ebenso vielfältig sind ihre Bruthabitate in anderen Landschaftsräumen. So findet man sie auch an kleinen Waldseen, nährstoffarmen Weihern in Heidegebieten, in Altarmen von Flüssen und sogar in Fischteichen, sofern die Ufervegetation dicht genug ist. Mit nur 4200 bis 6500 Brutpaaren ist sie in Deutschland ein seltener Brutvogel mit meist isolierten Einzelvorkommen. Das Gros der Brutpopulation verlässt Deutschland im Winter und zieht in die Küstenregionen Süd- und Westeuropas. Jedoch sind auch die Voralpenseen begehrte Überwinterungsgebiete. So kommt es, dass in Bayern die Bestände an Durchzüglern und Wintergästen deutlich größer sind, als die Bestände zur Brutzeit.
Die Krickente führt im Frühjahr eine heimliche Lebensweise. Da die Paarbildung meist schon im Winterquartier im Spätwinter erfolgt, sie an kleinen Gewässern in dichter Vegetation brütet und oftmals erst zur Nachtzeit auf Nahrungssuche geht, sind ihre Bestände nicht leicht zu erfassen. Zum Teil wird man überhaupt erst durch die „krilik“ Rufe des Erpels auf die Art aufmerksam. Umso attraktiver ist es für den Vogelbeobachter, wenn er in kleinen Moorseen dann doch einmal die Gruppenbalz der Vögel miterleben kann. Hier buhlen die Männchen um die Gunst der Weibchen mit charakteristischen Verfolgungsflügen, Schütteln, Hochwerden und Grunzpfiffen, bei denen sie Hals und Rücken krümmen und dabei den Schnabel in das Wasser stecken und einen Pfiff-Laut erzeugen.

Stimme Krickente

Brutzeit: Die Brutzeit dauert von April bis Mai, in der das weibliche Tier sechs bis zwölf Eier legt, welche anschliessend 21 – 23 Tage bebrütet werden. Ausserhalb der Brutzeit veranstalten Krickenten imposante Kunstflüge in dichter Formation. Droht Gefahr, legen sie einen blitzschnellen Senkrechtstart hin und entkommen so ihren Fressfeinden.

 

Mäusebussard

Mäusebussarde sind in Bezug auf ihren Lebensraum vergleichsweise anspruchslos. Von daher können sie fast überall in Bayern beobachtet werden – vom Flachland bis ins Gebirge. Häufig lauern die Greifvögel entlang vielbefahrener Straßen darauf, dass andere Tiere dem Verkehr zum Opfer fallen und so zur leichten Beute werden. Viel lieber als überfahrenes Wild erbeuten sie aber Mäuse. Diese Vorliebe machen sich viele Landwirte oder Waldbesitzer zu Nutze und stellen auf baumfreien Flächen Stangen auf, um dem Ansitzjäger das Beutemachen zu erleichtern.

Erscheinungsbild: Die Farbe des Gefieders variiert stark von nahezu weiß bis dunkelbraun. Beim Altvogel ist auf der Brust jedoch meist ein helles Band zu erkennen. Der relativ kurze Schwanz (“Stoß”) ist gerundet und im Gegensatz zu den anderen Bussardarten eng grau gebändert. Der Jungvogel hat noch keine ausgeprägte dunkle Endbinde an den Schwanzfedern.
Die Beine des Mäusebussards (“Ständer”) und der Schnabelansatz sind gelb. Da er auf kleine Beutetiere spezialisiert ist, hat er nur kurze Zehen und relativ schwache Krallen.

Lebensraum: Zum Nahrungserwerb bevorzugt der Bussard offene Landschaften und Waldrandbereiche. Auch in Straßennähe ist er häufig zu beobachten. Im Wald jagt der Bussard auf Lichtungen. Sein Nest (“Horst”) baut er in Bäumen, meist nahe am Waldrand. In seinem Revier, das vom jeweiligen Brutpaar aggressiv gegen Artgenossen verteidigt wird, befinden sich meist noch ein oder zwei Ausweichhorste. Infolge der Reviertreue bleiben Männchen (“Terzel”) und Weibchen oft lebenslang zusammen.
Der Bussard hat wie alle Greifvögel ein hervorragendes Auge und kann aus der Ferne Beute erkennen. Bei der Jagd sitzt er gerne auf einzeln stehenden Bäumen oder Pfählen, von wo aus er seine Beute am Boden anfliegt. Bei Aufwind kann man den Bussard auch kreisen sehen. Im Gegensatz zum Wespenbussard oder zu den Milanen sind dabei seine Flügel immer leicht V-förmig angehoben.

Ernährung: Der Mäusebussard wird seinem Namen gerecht. Mäuse stehen auf seiner Speisekarte ganz oben. Je nach Wühlmausdichte können seine Bestände deshalb regional sehr stark schwanken. Er frisst aber auch andere Kleinsäuger sowie Amphibien, Reptilien und größere Insektenlarven. Vögel und größere Säugetiere spielen keine Rolle außer kranke Tiere oder Aas. Der Bussard ist also keine Gefahr für vitale Niederwildbestände. Feste unverdauliche Nahrungsreste wie Haare oder größere Knochen werden als sogenanntes Gewölle wieder ausgewürgt.

Brut: Die Paarbildungszeit erstreckt sich von Ende Februar bis Ende März. Danach brütet das Weibchen zwei bis vier Eier aus, während der Terzel Beute zum Horst bringt. Nach fünf Wochen (also ca. Anfang Mai) schlüpfen die Jungen in einem weißen Dunenkleid. Nach weiteren sechs bis sieben Wochen ist das endgültige Gefieder herangewachsen und die Jungen fliegen aus. In der daran anschließenden Bettelflugperiode werden sie noch 8 bis 12 Wochen von den Eltern gefüttert, ehe sie vollkommen selbständig sind. Im August lösen sich die Familienverbände auf. In Mitteleuropa verbleiben die beiden Altvögel meist ganzjährig im Revier, während die Jungvögel im Herbst überwiegend nach Frankreich abziehen. Nordische Vögel sind überwiegend Zugvögel. Da ein großer Teil dieser Populationen ebenfalls bei uns überwintert, kann aus den Winterbeständen nicht auf die Brutpaarzahlen im nächsten Frühjahr geschlossen werden.

Stimme Mäusebussard:

Tauben

Ringeltaube Systematik:

Ringeltaube

Die Ringeltaube ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. Sie ist die größte Taubenart Mitteleuropas und besiedelt weite Teile der Paläarktis von Nordafrika, Portugal und Irland nach Osten bis Westsibirien und Kaschmir. Auffällige Merkmale sind die weißen Flügelbänder und der weiße Halsstreifen. 

Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Feldtauben (Columba)
Art: Ringeltaube

Vorkommen und Verhalten: Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. (Columbidae). Sie ist die größte, häufigste und am weitesten verbreitete Taube Europas. Durch die Zuwanderung nördlicher Populationen kann sie dann in großen Schwärmen auftreten. Unsere Ringeltauben sind vorwiegend Standvögel. Der ursprüngliche Lebensraum der Ringeltaube setzt sich aus offenen Landschaften mit kleineren Waldflächen oder Feldgehölzen zusammen. Besonders in Mitteleuropa hat jedoch schon seit längerem eine Verstädterung eingesetzt, und so sind Ringeltauben heute auch in Grünanlagen, Parks, Friedhöfen und größeren Gärten heimisch. Bevorzugter Neststandort sind Nadelbäume, aber auch deckungsreiche Stellen von Laubbäumen.
Im Flug fallen besonders die weißen Abzeichen auf Flügeln und am Hals und der lange Schwanz auf. Auch der etwas unproportionierte Körperbau ist kennzeichnend: der Kopf ist im Verhältnis zum großen Körper etwas zu klein geraten. Ringeltauben ernähren sich vorwiegend pflanzlich: Getreide, Mais, Bucheckern und frisches Blattgrün stehen auf dem Speiseplan ganz oben. Seltener werden auch Würmer oder Insekten erbeutet.

Kennzeichen: Charakteristisch für die Ringeltaube ist der auffällige weiße Fleck, den sie an beiden Seiten ihres Halses trägt und der breite, weiße Streifen auf der Oberseite der Flügel. Der Nacken schillert grünlich. Im Flug erkennt man auf den Flügeln weiße Querbänder. Die weißen, fast ringförmig verlaufenden Flecken am Hals, die von edel anmutenden grün- und purpurglänzenden Flächen umrandet sind, haben der Ringeltaube ihren Namen gegeben. Das Gefieder der bis zu 42 Zentimeter langen Wildtaube ist grau bis blaugrau. Kopf und Hals sind eher blaugrau. Ringeltauben haben eine beachtliche Spannweite von bis zu 77 Zentimetern und wiegen als erwachsener Vogel etwa 570 Gramm.  Die Geschlechter sehen gleich aus: Kopf und Rücken sind blaugrau, Schwanz- und Flügelspitzen dunkel. Die Brust ist etwas heller graurosa, die Iris ist gelb.

Stimme: Der Ruf ist ein sehr charakteristisches hohles Gurren, das einen immer gleichen Rhythmus hat und wie „duh-duh, du-duh, du“ klingt. Diese fünfsilbige „Strophe“ wird ohne Pause drei- bis fünfmal wiederholt.

Brut

Brut: Im Frühjahr kann man die Männchen bei ihrem Balzflug beobachten. Mit kräftigen Flügelschlägen steigt der Tauber steil auf und lässt sich anschließend mit gespreiztem Schwanz abwärts gleiten. In Städten brüten Ringeltauben zunehmend auch an Gebäuden. Ihr Nest besteht nur aus wenigen Halmen und Zweigen, die meist hoch in Bäumen gebaut werden.Meistens werde zwei Bruten pro Jahr groß gezogen. Es werden nur 1–2 Eier gelegt. Die in der Regel zwei Eier werden von beiden, jeweils ein Jahr zusammen lebenden Elterntieren bebrütet. Bei der Brut wechseln sich die Partner ab, das Weibchen verbringt jedoch mehr Zeit mit dem Brüten. Die Jungen schlüpfen  nach 17 Tagen und sind anfangs blind und nackt. .Männchen und Weibchen teilen sich die Aufzucht der Jungen: Zuerst werden sie mit der Kropfmilch der Altvögel gefüttert, die sie bei ihnen direkt aus dem Schnabel trinken.  Anschließend werden Sämereien, zarte Blättchen von Wildkräutern und Gartengemüse, Würmer, Weichtiere und Insekten wird von beiden Elterntieren auch über mehrere Kilometer Entfernung herangetragen.   

 

 

 

 

Kolkrabe

Der Kolkrabe ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Durch menschliche Verfolgung waren Kolkraben bis 1940 in weiten Teilen Mitteleuropas ausgerottet und haben sich danach durch nachlassende Verfolgung wieder ausgebreitet.

Familie: Krähen (Corvidae)
Unterordnung: Singvögel
Ordnung: Sperlingsvoegel
Klasse:  Vögel

Seit Jahrtausenden begleiten sich Mensch und Rabe im Sinne einer gemeinsamen kulturellen Entwicklung. Menschen nahmen immer Einfluss auf Rabenvögel und diese auf den Menschen. Mehr als andere Tierarten haben Raben in vielen Kulturen Kunst, Sprache und Spiritualität beeinflusst. Zu Zeiten der Jäger und Sammler kooperierten Mensch und Rabe beim Jagen. Raben führten Jäger zum Wild und profitierten im Gegenzug von der Beute. Nicht ohne Grund galten Raben als Götterboten. Heute profitieren Raben von Landwirtschaft, Siedlungsbau und Freizeitaktivitäten der Menschen – und das lässt sie oft als „Schädlinge“ erscheinen Genau erforscht sind die Zusammenhänge in der kalifornischen Wüste. Obwohl Wüsten kein Raben-Lebensraum sind, hat sich der Bestand dort in 20 Jahren verzehnfacht. Schuld daran sind wir Menschen: Wir besiedeln die Wüste und bieten den Raben ein wahres Schlaraffenland mit Wasser in Klärbecken und Bewässerungsgräben, Nahrung in leicht zugänglichen Deponien, Komposthaufen, Mülltonnen, Tierfutternäpfen und entlang der Straßen mit vielen Tieren als Verkehrsopfer. Andernorts sind es Schaf- und Rinderherden, von Jagden hinterlassene Kadaverreste oder Abfälle an Rastplätzen und Straßen, die Raben zu „geförderten Räubern“ an reich gedeckte Tische einladen. Raben reagieren auf solche Angebote prompt und Probleme sind vorprogrammiert: Wo es Raben gut geht haben sie besten Bruterfolg, fallen vermehrt negativ auf, indem sie lokale Schäden an Kulturpflanzen oder in Kalifornien an Jungtieren der bedrohten Wüstenschildkröte verursachen

Merkmale: Der Kolkrabe ist der größte Rabenvogel und hat einen kräftigen Schnabel mit befiederter Basis. Zudem hat er ein purpur glänzendes schwarzes Gefieder, lange breite Flügel und einen keilförmigen Schwanz ein gutes Bestimmungsmerkmal.  Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Die Jungvögel sind matt braunschwarz und haben einen weniger keilförmigen Schwanz. Das Weibchen sind geringfügig kleiner als das Männchen, sonst kaum zu unterscheiden.
Länge um 64 cm, Spannweite um 120 cm und haben ein Gewicht von ca. 1,4 kg. Der Kolkrabe kann bis zu 60 Jahre alt werden.  In der Natur fällt die Größe allerdings kaum auf, ebenso wenig wie der keilförmige Schwanz und der kräftige Schnabel. Markanter sind die klangvollen Rufe, wie
“kruk” oder “korrk” in tiefer Tonlage.

Lebensraum:  Die Art ist in nahezu der gesamten Holarktis verbreitet und brütet in einer Vielzahl verschiedener Habitate: von arktischen Küsten Grönlands über boreale und nemorale Wälder bis hin zu Kulturlandschaften, Hochgebirgsregionen und Wüstengebieten. Der Kolkrabe ist vom Nordkap bis zur Sahara heimisch. In Polarnächten schlägt sich sein Atem als Eis auf seinem Gefieder nieder, die Sonne Ägyptens heizt die Gefiederoberfläche auf Temperaturen auf, die jedes Vogelleben gefährden. Kolkraben plündern in nordischen Vogelfelsen und untersuchen die Hinterlassenschaften einer Kamelkarawane in der Wüste Gobi oder in der Sahara. In Mitteleuropa hält sich ein guter Bestand in den Alpen. Auf Runde gehört der hier brütende Kolkrabe zu den Nesträubern, aber auch zur Sanitätsmannschaft, die zur Beseitigung von Tierkadavern in der Vogelkolonie beiträgt. Was sie nicht verdauen können, wie z.B. Vogelfüße, würgt er wieder aus.

Fortpfanzung: Die Brutsaison beginnt im Süden ab Mitte Februar, in Mitteleuropa meist im März, im Norden ab Ende März, so dass die bis zu sieben Jungvögel pro Nest schon im April/Mai flügge werden. Im Spätsommer lösen sich die Familienverbände gewöhnlich auf und die Jungvögel ziehen in lockeren Nichtbrürterschwärmen von bis zu mehreren hundert Tieren umher. Diese konzentrieren sich vor allem an gemeinschaftlichen Schlaf- und Futterplätzen. Jungtiere verbleiben in der Regel einige Jahre in diesen Nichtbrüterverbänden, welche als „Brutreserve“ fungieren: sobald ein Territorium frei wird oder ein Partner eines Paares stirbt, werden aus ihr neue Brutvögel rekrutiert Kolkraben leben in Dauerehe und beanspruchen ein sehr großes Revier. Im Vorfrühling zeigt das Männchen atemberaubende Schauflüge mit Stürzen auf einer Schraubenbahn aus großer Höhe. In ihrem Revier, das sie nie verlassen, besitzt das Rabenpaar meist einige Horste, die es abwechselnd benützt. Schon Mitte Februar, ohne Rücksicht auf das herrschende Wetter, erscheinen die Raben an ihrem Horst, den sie seit 9 Monaten nicht mehr besucht hatten. Sie bessern ihn aus und rammen zurechtgebrochene Äste in seinen Unterbau, als sollte er Jahrhunderte überdauern. Manche Horste sind in der Tat über viele Jahrzehnte hin in Benutzung. Die tiefe Nestmulde wird warm und weich gepolstert, wie es das Winterwetter draußen erfordert. In den Alpen liegen die Horste stets in Felsen oder auf den höchsten Bäumen. Brutdauer 20 bis 21 Tage, Nestlingsdauer 35 bis 42 Tage. Die nordischen Raben brüten auch in Winternächten bei minus 30 Grad. Während das Weibchen brütet und in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen, wird es vom Männchen aus dem Kehlsack gefüttert. Die Mutter hilft den Jungen beim Sprengen der Eier und frisst anschließend die Schalen. Wenn die Jungen Durst haben, bringen ihnen die Eltern eingeweichtes Futter oder tränken sie mit Wasser aus dem Kehlsack. Die Jungen verlassen Ende Mai oder Anfang Juni den Horst, bleiben aber mit ihren Eltern als Familie bis in den Herbst zusammen. Dann verlassen sie das elterliche Revier, nomadisieren ein Jahr lang umher und lassen sich dann auf Lebenszeit in einem eigenen Revier nieder. Als “kluge”, nämlich lernfähige Vögel sammeln sie Erfahrung. Der einzige Feind, der neben dem Menschen den Kolkraben bedroht, ist der Uhu.

Nahrung: Unzutreffend sind die wiederkehrenden Geschichten vom Kälber- und Lämmerkiller. Raben vermögen kein Kalb zu töten. Allenfalls stören sie Herden zur Geburtszeit und können kranke, gehandicapte Jungtiere verletzen. Sie warten auf Tot- und Nachgeburten um sie als „Kadaver-Recycler“ zu entsorgen. Indes lernten dort die Raben, wie man an lecker-süßen Kälberkot kommt: Man nähert sich von hinten dem ruhenden Kalb und pickt es in den Schwanz. Auf diesen Reiz stehen die meisten Kälber auf und koten reflexartig. Diese Strategie wird nun seit mehreren Raben-Generationen praktiziert. Dennoch wird immer wieder die Forderung nach Verfolgung laut, in Missachtung ökologischer Tatsachen und wirksamerer Bekämpfungsmethoden Raben sind anpassungsfähige Fleischfresser mit kleineren Anteilen pflanzlicher Nahrung. Sie streifen mit langsamen Flügelschlägen im Suchflug über ihr Revier oder marschieren gemächlich, aber ausdauernd am Boden und erbeuten, was gerade die Jahreszeit zu bieten hat. Im Mai sind es vor allem Maikäfer, bei einer Mäuseplage stellen sie sich rasch auf Mäuse ein, im Winter versammeln sie sich an Müllplätzen. Am Meer suchen sie im Spülsaum angeschwemmte Meerestiere. Sie treffen meistens als erste am Aas ein und setzen sich dort gegen den Bussard durch. Wo sie häufig sind, wird ihnen die Tötung neugeborener Lämmer nachgesagt. Bei knapper Nahrung überfallen sie auch Hühnerhöfe und erbeuten Küken oder junge Enten. Hauptbeute aber sind wohl überall Insekten aller Art, im Herbst fressen sie auch Beeren.

Allgemeines:  Jung aufgezogene Kolkraben werden überaus anhänglich. Man kann sie dank ihrer Lernfähigkeit gut erziehen und ihnen Freiflug gewähren. Sie lernen die menschliche Sprache täuschend echt nachzuahmen. Sie sind sogar bereit, ihren Pfleger zu verteidigen. Sie fallen aber lästig durch das Verstecken von Schlüsseln, Brillen und dergleichen, und sie können im Alter bösartig gegen fremde Menschen werden.

SPERLINGKAUZ

Sperlingskauz  (Glaucidium passerinum)

Merkmale:  Der Sperlingskauz ist die kleinste einheimische Eule. Das Männchen ist mit etwa 16 cm kaum größer als ein Sperling, das Weibchen ist rund 2 cm größer. Die Eule wiegt etwa 65 Gramm (Weibchen wiegen durchschnittlich 10 Gramm mehr) und hat eine Flügelspannweite von 36 – 39 cm. Unsere kleinste einheimische Eule ist oberseits dunkelbraun mit vielen weißen Tupfen, unterseits rahmweiß mit schmalen dunklen Flecken, die beim sitzenden Vogel Längsstreifen bilden.  Der kurze Schwanz trägt 5 helle Querbinden. Typisch für das Käuzchen sind die gelben Augen, die unter weißen Augenbrauen liegen. Sperlingskäuze sie sind sehr lebhaft, wenig scheu und sitzen gern auf Wipfeltrieben von Fichten. 

Vorkommen: Die kleinen Käuze kommen in Mitteleuropa in höheren Mittelgebirgen Alpenwälder  Nadelwälder oder Mischwälder mit hohem Nadelholzanteil, mit einzelnen Freiflächen vor. Seine Höhenverbreitung erstreckt sich von ca. 1000 m bis 2100 m. Der knapp Spatzengrosse Sperlingskauz ist im Gegensatz zu seinen Verwandten vorwiegend tagaktiv und kann sogar ausgesprochen dämmerungsaktiv sein.  Sperlingskäuze üben ihre Jagd auf Lichtungen, in kleinen Hochmooren und über Waldwiesen aus. Neben Mäusen erbeuten Sperlingskäuze auch Finken und Meisen. Normalerweise besteht die Nahrung des Sperlingskauzes zu zwei Dritteln aus Mäusen, bei hohem Schnee werden aber fast nur Kleinvögel erbeutet. Beim Beutefang schiesst er im Blitzstart von seiner Warte und kann einen kleinen Singvogel regelrecht von den Ästen greifen.  Im Winter legt er in Spechthöhlen vorsorglich einen Notvorrat  für Tage an, an denen Nebel oder Schneegestöber die Jagd unmöglich machen. Manchmal stapelt er bis zu 30 Kleinvögel in seinen Vorratskammern übereinander!

Wer so klein ist, trägt ein großes Risiko selbst erbeutet zu werden. Neben Baummardern, die besonders den Jungen in der Höhle gefährlich werden, ergreifen auch größere Greifvögel und  Habicht und Waldkauz die Sperlingskäuze. Doch nicht nur ihre Feinde machen den Sperlingskäuzen zu schaffen, viel gefährlicher sind Veränderung und Zerstörung ihrer Lebensräume.

Fortpflanzung:  Zur Brut benötigt der Sperlingskauz Spechthöhlen, in denen das Weibchen 3-7 Eier auf den Höhlenboden legt. Legebeginn ist Anfang April bis Anfang Mai. Der Sperlingskauz legt alle zwei Tage ein Ei, bis das Gelege komplett ist. Nach etwa 28 Tagen schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Sie erscheinen im Alter von 21-25 Tagen zum ersten Mal im Flugloch der Bruthöhle. Nach spätestens 5 Wochen fliegen die jungen Käuze aus, sie werden aber noch etwa vier Wochen von den Altvögeln betreut.