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Vogelarten

Einheimische Vogelarten – Überblick über die häufigsten einheimischen Vögel in unseren Gärten und Wäldern

Egal ob im Garten, auf dem Land, Wald, auf Wiesen oder Bäumen – sogar mitten in der Großstadt – bei uns leben zahlreiche Vögel. Dank verschiedenster Lebensräume – vom Hochgebirge bis zum Wattenmeer – leben bei uns nachgewiesenermaßen 510 heimische Vogelarten! Bis zu 40 dieser einheimischen Vogelarten besuchen regelmäßig Gärten, Vorgärten und Balkone und lassen sich daher sehr gut beobachten.

Wer dem Treiben unserer gefiederten Freunde gerne zuschaut und dem Gesang der heimischen Vögel gerne lauscht, hat auch oft das Bedürfnis zu wissen welche Vogelart das überhaupt ist. Nicht zuletzt auch um den Gartenbewohnern im Winter das artgerechte Vogelfutter anbieten zu können. Passiert auch mir immer wieder, dass ich im Wald/ Garten einen wunderschönen Gesang eines Vogels höre,  aber ihn nicht zuordnen kann, darum haben wir auch versucht viele Vogelstimmen zu  aktivieren.

Um eine Vogelart leicht zu identifizieren sollten Sie sich generell auf die äußerlichen Erkennungsmerkmale wie Gestalt, Größe, Gefiederfarbe, Verhalten und zusätzlich auf den Gesang konzentrieren. Auf diesen Seiten findet ihr einige Vögel/Vogelarten , die man häufig sieht und hört.

– Die wichtigsten Singvögel finden sie bei NABU.de 
– In Südtirol bejagbare Vogelarten, siehe unter “Jagd in Südtirol/Jagdkalender”

Haselhühner

Das Haselhuhn: Dieser „heimliche Zwerg“ ist durch sein Federkleid optimal getarnt und schwer in der reich strukturierten, unübersichtlichen Vegeation seines Lebensraumes zu entdecken. Es bewohnt Tannen-Buchen-Mischwälder, die in der Baum- und Strauchartenzusammensetzung und in den Altersklassen reich strukturiert sind. Es bevorzugt Waldtypen der Pionierwaldphase auf Windwürfen sowie ehemaligen Wald-Weide- und Rodungsflächen. Wichtig sind dabei Be­stände im Dickungs- und Stangenholzalter. Es kann von den Tallagen bis in eine Höhe von über 1000 Meter über Meer vorkommen. Für das Haselhuhn ungeeignet sind Kunstforste mit standortfremden Bestockungen, Monokul­turen und geschlossene Waldbestände in der Klimaxphase.

Aussehen: Geschlechter sind sich sehr ähnlich und sind fast gleich gross. Der Hahn zeichnet sich durch einen schwarzen, weissgesäumten Kehlfleck aus.

Das Haselhuhn

Nahrung: Knospen und Triebe von Mehlbeere, Vogelbeere, Weissdorn, Buche. Kätzchen von Haselsträuchern. Frischgrün verschiedener Pflanzen, Sämereien und Früchte von Waldbäu­men und -sträuchern. Keine Nadelholzäsung wie bei Auerhuhn oder Birkhuhn. Stellt sehr hohe Ansprüche an die Nahrunsgqualität.

Lebensweise: Monogam und territorial. Erste Abgrenzungen von Territorien und Paarbildung ab Spätherbst. Diese Paarbildung kann sich bis zur Balzzeit im April/Mai zeitweise wieder auflösen oder neubilden. Nach der Balzzeit und mit Beginn des Brütens wird die Paarbildung aufgelöst.

Bestand: Es existieren keine genauen Bestandszahlen, da Haselhühner sehr schwierig zu erfassen sind. In den meisten Gebieten der Alpen ist das Haselhuhn eher selten, in der Mehrzahl der Vorkommen ist es gefährdet.

Gefährdung und Schutz: Das Haselhuhn ist sehr stark abhängig von den Strukturen seines Biotops. Vermehrte Windwurf- und Durchforstungsflächen, die nicht systematisch bepflanzt werden, fördern diese Art. Eine zu starke „Pflege“ und die geschlossene Auffor­stung solcher Pionier- und Jungwaldflächen hemmen die Entwicklung von Haselhuhnbestän­den. Die kontrollierte Waldweide durch Grossvieh ist in der Regel förderlich für Hasel- und Auerhühner, weil damit die endgültige Schliessung der Altbestände verhindert und dauernd neue Pionierflächen geschaffen werden. Die Waldbauform des Plenterwaldes ist bei gleichzeitiger geringer Pflege und Aufforstung förderlich. Überhöhte Huftier-Wildbe­stände verhindern das genügende Aufkommen der natürlichen Waldverjüngung und wirken sich deshalb negativ auf Hasel- und Auerhühner aus.

Raufußhühner

Raufußhühner haben als gemeinsames und namengebendes Merkmal “befiederte”, oft mit Hornplatten versehene Füße. Diese sind charakteristisch für die Anpassung an extreme Verhältnisse ihres Lebensraumes und verhindern das Einsinken im Schnee. Um Energie zu sparen, beschränken Raufußhühner ihre Aktivitäten im Winter auf ein Minimum und halten sich nur dort auf, wo sie auf engstem Raum Nahrung, Deckung vor Fressfeinden und Schutz vor Kälte finden. Sie verlassen diese optimalen Wintereinstände nur äußerst ungern, da sonst zumindest einer der drei genannten Faktoren negativ bilanzieren würde. Geringe Fluchtdistanzen drücken keine Gewöhnung an Störungen aus, sondern sind eher als Anpassung zu interpretieren, den optimalen Winterstandort nur in äußerster Not verlassen zu wollen.
Unsere großen Hühnervögel müssen regelmäßig Nahrung aufnehmen. Bei der Flucht verbrauchen sie sehr viel Energie, die im Winter aufgrund des begrenzten Nahrungsangebots nur schlecht zu ersetzen ist. Häufige Störungen führen zur Schwächung der Tiere bis hin zum Tod durch Verhungern. Im Winter ernähren sich Raufußhühner fast ausschließlich von Koniferennadeln und Knospen. Dank Ihrer langen Blinddärme und der darin enthaltenen Darmflora sind sie imstande diese rohfaserreiche, nährstoffarme Kost zu verdauen und können so im kargen Hochgebirge überwintern.

Zu den heimischen Rauhfusshühner zählen:
Hühnervögel  –  Rauhfuss- und Glattfusshühner 

Systematische Unterteilung der Ordnung Galliformes (Hühnervögel)

Familie:  Rahufusshühner (Tetraonidae)    Familie:  Fasanenartige oder: Glattfusshühner (Phasianidae)
Arten:                        Arten:
Haselhuhn (Bonasa bonasia) Rebhuhn (Perdix perdix)
Auerhuhn (Tetrao urogallus) Wachtel (Coturnix coturnix)
Birkhuhn (Tetrao tetrix) Steinhuhn (Alectoris graeca)
Alpenschneehuhn (Lagopus mutus) Fasan (Jagdfasan) (Phasianus colchicus)

Es werden in jagdlichen Büchern oft ungebräuchliche, alte und überholte lateinische Artna­men aufrechterhalten, die nicht mehr aktuell sind. So wird z.B. bei H. Krebs, Vor und nach der Jägerprüfung, für das Haselhuhn Tetrastes bonasia und für das Birkhuhn Lyrurus tetrix aufgeführt. Diese lateinischen Artbezeichnungen sind durch die im Kasten aufgeführten la­teinischen Namen zu ersetzen.

Kennzeichen der Glattfusshühner: Artenreiche Familie, die sehr nahe verwandt ist mit den Rauhfusshühnern. An den Läufen und an den Nasenöffnungen befinden sich keine Federn.

Nomenklatur:

Männlich: Hahn / Weiblich: Henne / Unselbständige Junge: Küken.
Mischung aus Birkhuhn und Auerhuhn: Rackelhuhn
Kette von Küken: Gesperre / Fährten der Hühner: Geläuf
Losung: Gestüber / Im Staub baden: Hudern
Birkhahn: Spielhahn (Jägersprache) / Schneider: Birkhahn im ersten Lebensjahr

Kennzeichen der Rauhfusshühner:   Es sind kleine bis grosse bodenlebende Vögel mit kräftigem, meist etwas gebogenem Schna­bel und grossen Lauf- bzw. Scharrfüssen mit vier Zehen. Die Flügel sind verhältnismässig kurz und gerundet mit abgebogenen Schwingenfedern. Die Küken sind ausgesprochene Nest­flüchter. Rauhfusshühnerküken werden mit drei bis vier kurzen Handschwingen geboren, die den Jungvögeln in den ersten Lebenstagen zu Flatterflügen verhelfen und dadurch die Flucht vor Fressfeinden ermöglichen. Diese werden dadurch stärker abgenutzt als die später nachwachsenden Schwingenfedern, was bei der Alterbestimmung von 1-jährigen Vögeln hilft. Im Winterkleid sind die Konturfedern mit einem Afterschaft ausgestattet, das ist eine kurze daunige Feder an der Innenseite des Schaftes mit sehr starker Isolationswirkung.  Die Läufe und Füsse der Rauhfusshühner sind ganz oder bis mindestens zwei Drittel befie­dert. An den Zehen befinden sich bei einigen Arten Federn oder seitliche Längsreihen stift­förmiger Gebilde („Balzstifte“), die den Effekt von Schneeschuhen haben (vergleiche auch Füsse des Alpenschneehasen). Die Nasenöffnungen sind mit Federn bedeckt.  Stark ausgebildete paarige Blinddärme sind verantwortlich für die Verdauung von stark ver­holzten Pflanzenzellen, die in der Nahrung der Rauhfusshühner häufig sind und von Pflan­zenfressern (inkl. Mensch) nicht verdaubar sind. Spezielle Bakterienkulturen übernehmen diese Verdauung in den Blinddärmen. Diese ergeben einen speziellen, dunklen, dickflüssigen und übelriechenden Kot. Mit dieser Anpassung an extreme Winterverhältnisse können Rauh­fusshühner auch aus dem letzten Rest an energiearmer Nahrung noch Nährstoffe und Energie gewinnen.  Wie bei anderen Rauhfutter und Samen fressenden Vögeln ist der Muskelmagen stark aus­gebildet. Vögel besitzen einen Hornschnabel aber keine Zähne um die Nahrung zu zerkleinern. In den Muskelmagen werden zusätzlich kleine Steine („Gritt“) aufgenommen, die die äusserst hartschalige Nahrung zerreiben (Ersatz für Zähne).

Wiedehopf

Die Familie der Wiedehopfe wird nicht zu den Sperlingsvögeln gezählt, sie gehört zur Ordnung der Hopf- und Hornvögel. Damit ist der europäische Wiedehopf mit den typischen, schwarz-weiß gebänderten Flügeln und den schwarz-weißen Enden des Federschopfs am Kopf kein Singvogel Trotzdem kann das Männchen singen.

   

Aussehen: Obwohl der Wiedehopf nur etwa so groß wie eine Drossel ist, wirkt er aufgrund seiner markanten Federhaube, die er zudem noch aufstellen kann, deutlich größer. Auch der lange, leicht gebogene Schnabel verstärkt diesen Eindruck. Der Wiedehopf hat ein sehr prächtiges Gefieder: Seine Schwanz- und Flügelfedern sind breit schwarz-weiß gebändert und setzen sich von dem rostroten Körperfedern ab. Die Federn der Federhaube spiegeln die Färbung wieder, denn sie sind hauptsächlich rostrot, an den Spitzen aber schwarz oder weiß-schwarz. Wenn der Wiedehopf am Boden sitzt, hat er die Federhaube meistens angelegt, so dass er sehr gut getarnt ist. Der Wiedehopf fliegt wie ein großer Schmetterling mit ausgebreiteten Flügeln.  Wiedehopfe leben an warmen, trockenen Orten mit eher spärlicher Vegetation. Im Mitteleuropa bevorzugen sie Reben und Obstkulturen oder Gegenden mit intensiver Weidewirtschaft. In Südeuropa findet man sie in Korkeichenbeständen oder in Olivenhainen, aber auch steinreiche Steppenlandschaften mit geringem Buschbestand werden gerne aufgesucht. Mit dem langen, leicht nach unten gebogenen Schnabel sammelt der Wiedehopf größere Insekten wie Hirschkäfer, Heuschrecken, Raupen oder Engerlinge vom Boden auf. Auch Spinnen, Regenwürmer, Tausendfüßler und sogar kleine Eidechsen und Frösche werden gefressen. Der Schnabel ist so stabil, dass der Wiedehopf im Boden herumstochern kann. Eine ausgefeilte Kiefermuskulatur ermöglicht das Offenhalten des Schnabels im Boden. So kommt der Vogel an Raupen, Maden und sogar an Maulwurfsgrillen, die in unterirdischen Gängen hocken. Oft sucht er auch in Mist- oder Kothaufen nach Nahrung.

Vorkommen: Der Wiedehopf liebt warmtrockene Gebiete mit offenen Flächen für die Insektenjagd. In Südtirol ist er deshalb vorwiegend in Weinanbaugebieten, Obstgärten und auf Weideflächen zu finden. Durch feuchtkühle Witterung und die Intensivierung der Landwirtschaft wurde die Anzahl der Wiedehopfe stark dezimiert, sodass er mittlerweile stark gefährdet ist. Dank verschiedener Schutzmaßnahmen steigt der Bestand in den letzten Jahren wieder.

Seine Stimme klingt wie eine Rohrflöte, die meist drei Töne spielt. Der lateinische Name des Wiedehopfs ist an diesen Ruf angelehnt. Bei Gefahr rufen Männchen und Weibchen ein rauhes “Tschrääh”.

 

Fortpflanzung: Die Reviere werden in der Regel ab Anfang April besetzt (Erstankunftsdaten variieren zwischen 20.3. bis 5.4., nur selten davor oder danach). Das Männchen sucht eine geeignete, vorhandene Bruthöhle in einem Revier von etwa 100 ha und versucht durch Gesang an strategisch günstigen Plätzen mit großer Hörweite, z. B. in oberen Hangbereichen, Wipfeln hoher Bäume, auf Hausdächern und Leitungsmasten, Weibchen anzulocken. Der Neststandort ist häufig in einer Spechthöhle, vor allem Höhlen des Grünspechts (Picus viridis). Aber auch in Fäulnishöhlen, Mauerlöchern, unter Hausdächern, in Stangenholz-Stapeln und – ausnahmsweise – Drainageröhren wird gebrütet. Die Nesthöhen variieren von 0 m (ebenerdiger Höhleneingang) bis 10 m. Legebeginn: Die Eiablage beginnt frühestens in der 22. Jahrespentade (16.-20. April). Derart frühe Bruten finden in den klimatisch begünstigten Landesteilen wie in der Oberrheinebene statt. Die Mehrzahl der Paare beginnt im Mai mit der Eiablage, die Zweitbruten beginnen in der 35. Pentade (20.-24. Juni). Die Brutdauer liegt bei 15 – 16 Tagen, die Nestlingszeit beträgt 23 bis 28 Tage. Nach dem Ausfliegen werden die Jungvögel noch etwa eine Woche von den Altvögeln gefüttert und bleiben bis zu 4 – 5 Wochen im Familienverband. Die Nahrung besteht größtenteils aus großen Insekten oder deren Larven, die am Boden oder in Bodennähe leben. Ein Hauptbeutetier ist die Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa), die in manchen Gebieten bis zu 90 % der Nahrung ausmachen kann. Mit deutlichem Abstand folgen Engerlinge und Schmetterlingsraupen. Der Anteil von Käferlarven (Schnell- und Laufkäfer) kann von 10 % bis zu 27 % betragen. Der Wiedehopf besitzt eine relativ große Fluchtdistanz von 50 bis 100 m

Biologie und Ökologie: Die Nahrung erfolgt überwiegend auf dem Boden, stochert mit dem langen Schnabel mit kurzen, ruckartigen, nickenden Kopfbewegungen im Boden. Er nistet in Baumhöhlen und Höhlungen in Steilufern und Mauern, heutzutage zumeist in angebrachten Nistkästen. Wiedehopfe leben zumeist einzeln oder paarweise, bilden jedoch auf dem Zug kleine Trupps. Der Wiedehopf ist Spätbrüter mit Brutbeginn ab Mitte bis Ende April und Abschluss der Brutperiode im August. Es finden 1 – 2 Jahresbruten statt, wobei Zweitbruten selten vorkommen. Der Wiedehopf ist Kurz- bis Weitstreckenzieher. Zur Abwehr von Feinden produzieren die Mutter und die Jungtiere in ihrer Bürzeldrüse ein stinkendes Sekret, das nach verfaultem Fleisch riecht. Dies hält Eindringlinge vom Nest ab. Bei Gefahr bespritzen die Jungen den Eindringling mit Kot und treffen diesen in einer Entfernung von bis zu 60 Zentimetern. Gleichzeitig zischen sie und verteidigen sich mit ihren scharfen Schnäbeln. Beim Auftauchen eines Greifvogels legen sich die Vögel mit weit gespreiztem Gefieder an den Boden und nehmen ihre Tarnhaltung ein. Dabei zeigen Hals, Kopf und Schnabel steil nach oben. Diese Körperhaltung kann aber auch als Teil des Putzrituals verstanden werden, wenn sich der Vogel nach dem Putzen an der Sonne trocknet. Schon Anfang August beginnen die europäischen Wiedehopfe, Richtung Süden zu ziehen. Sie überwintern in den Savannengebieten südlich der Sahara. Der Flug findet meist nachts statt. Wiedehopfe ziehen nicht im Schwarm, sondern als Einzelgänger. Manche der Populationen in Südspanien oder auf den Balearen überwintern auch im Brutgebiet. Ihr Bestand ist stark gefährdet.

Ringeltaube-

Ringeltaube Systematik:

Ringeltaube

Die Ringeltaube ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. Sie ist die größte Taubenart Mitteleuropas und besiedelt weite Teile der Paläarktis von Nordafrika, Portugal und Irland nach Osten bis Westsibirien und Kaschmir. Auffällige Merkmale sind die weißen Flügelbänder und der weiße Halsstreifen. 

Klasse: Vögel (Aves)
Unterklasse: Neukiefervögel (Neognathae)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Feldtauben (Columba)
Art: Ringeltaube

Vorkommen und Verhalten: Die Ringeltaube (Columba palumbus) ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. (Columbidae). Sie ist die größte, häufigste und am weitesten verbreitete Taube Europas. Durch die Zuwanderung nördlicher Populationen kann sie dann in großen Schwärmen auftreten. Unsere Ringeltauben sind vorwiegend Standvögel. Der ursprüngliche Lebensraum der Ringeltaube setzt sich aus offenen Landschaften mit kleineren Waldflächen oder Feldgehölzen zusammen. Besonders in Mitteleuropa hat jedoch schon seit längerem eine Verstädterung eingesetzt, und so sind Ringeltauben heute auch in Grünanlagen, Parks, Friedhöfen und größeren Gärten heimisch. Bevorzugter Neststandort sind Nadelbäume, aber auch deckungsreiche Stellen von Laubbäumen.
Im Flug fallen besonders die weißen Abzeichen auf Flügeln und am Hals und der lange Schwanz auf. Auch der etwas unproportionierte Körperbau ist kennzeichnend: der Kopf ist im Verhältnis zum großen Körper etwas zu klein geraten. Ringeltauben ernähren sich vorwiegend pflanzlich: Getreide, Mais, Bucheckern und frisches Blattgrün stehen auf dem Speiseplan ganz oben. Seltener werden auch Würmer oder Insekten erbeutet.

Kennzeichen: Charakteristisch für die Ringeltaube ist der auffällige weiße Fleck, den sie an beiden Seiten ihres Halses trägt und der breite, weiße Streifen auf der Oberseite der Flügel. Der Nacken schillert grünlich. Im Flug erkennt man auf den Flügeln weiße Querbänder. Die weißen, fast ringförmig verlaufenden Flecken am Hals, die von edel anmutenden grün- und purpurglänzenden Flächen umrandet sind, haben der Ringeltaube ihren Namen gegeben. Das Gefieder der bis zu 42 Zentimeter langen Wildtaube ist grau bis blaugrau. Kopf und Hals sind eher blaugrau. Ringeltauben haben eine beachtliche Spannweite von bis zu 77 Zentimetern und wiegen als erwachsener Vogel etwa 570 Gramm.  Die Geschlechter sehen gleich aus: Kopf und Rücken sind blaugrau, Schwanz- und Flügelspitzen dunkel. Die Brust ist etwas heller graurosa, die Iris ist gelb.

Stimme: Der Ruf ist ein sehr charakteristisches hohles Gurren, das einen immer gleichen Rhythmus hat und wie „duh-duh, du-duh, du“ klingt. Diese fünfsilbige „Strophe“ wird ohne Pause drei- bis fünfmal wiederholt.

Brut

Brut: Im Frühjahr kann man die Männchen bei ihrem Balzflug beobachten. Mit kräftigen Flügelschlägen steigt der Tauber steil auf und lässt sich anschließend mit gespreiztem Schwanz abwärts gleiten. In Städten brüten Ringeltauben zunehmend auch an Gebäuden. Ihr Nest besteht nur aus wenigen Halmen und Zweigen, die meist hoch in Bäumen gebaut werden.Meistens werde zwei Bruten pro Jahr groß gezogen. Es werden nur 1–2 Eier gelegt. Die in der Regel zwei Eier werden von beiden, jeweils ein Jahr zusammen lebenden Elterntieren bebrütet. Bei der Brut wechseln sich die Partner ab, das Weibchen verbringt jedoch mehr Zeit mit dem Brüten. Die Jungen schlüpfen  nach 17 Tagen und sind anfangs blind und nackt. .Männchen und Weibchen teilen sich die Aufzucht der Jungen: Zuerst werden sie mit der Kropfmilch der Altvögel gefüttert, die sie bei ihnen direkt aus dem Schnabel trinken.  Anschließend werden Sämereien, zarte Blättchen von Wildkräutern und Gartengemüse, Würmer, Weichtiere und Insekten wird von beiden Elterntieren auch über mehrere Kilometer Entfernung herangetragen.   

 

 

 

 

Kolkrabe

Der Kolkrabe ist eine Vogelart aus der Familie der Rabenvögel. Durch menschliche Verfolgung waren Kolkraben bis 1940 in weiten Teilen Mitteleuropas ausgerottet und haben sich danach durch nachlassende Verfolgung wieder ausgebreitet.

Familie: Krähen (Corvidae)
Unterordnung: Singvögel
Ordnung: Sperlingsvoegel
Klasse:  Vögel

Seit Jahrtausenden begleiten sich Mensch und Rabe im Sinne einer gemeinsamen kulturellen Entwicklung. Menschen nahmen immer Einfluss auf Rabenvögel und diese auf den Menschen. Mehr als andere Tierarten haben Raben in vielen Kulturen Kunst, Sprache und Spiritualität beeinflusst. Zu Zeiten der Jäger und Sammler kooperierten Mensch und Rabe beim Jagen. Raben führten Jäger zum Wild und profitierten im Gegenzug von der Beute. Nicht ohne Grund galten Raben als Götterboten. Heute profitieren Raben von Landwirtschaft, Siedlungsbau und Freizeitaktivitäten der Menschen – und das lässt sie oft als „Schädlinge“ erscheinen Genau erforscht sind die Zusammenhänge in der kalifornischen Wüste. Obwohl Wüsten kein Raben-Lebensraum sind, hat sich der Bestand dort in 20 Jahren verzehnfacht. Schuld daran sind wir Menschen: Wir besiedeln die Wüste und bieten den Raben ein wahres Schlaraffenland mit Wasser in Klärbecken und Bewässerungsgräben, Nahrung in leicht zugänglichen Deponien, Komposthaufen, Mülltonnen, Tierfutternäpfen und entlang der Straßen mit vielen Tieren als Verkehrsopfer. Andernorts sind es Schaf- und Rinderherden, von Jagden hinterlassene Kadaverreste oder Abfälle an Rastplätzen und Straßen, die Raben zu „geförderten Räubern“ an reich gedeckte Tische einladen. Raben reagieren auf solche Angebote prompt und Probleme sind vorprogrammiert: Wo es Raben gut geht haben sie besten Bruterfolg, fallen vermehrt negativ auf, indem sie lokale Schäden an Kulturpflanzen oder in Kalifornien an Jungtieren der bedrohten Wüstenschildkröte verursachen

Merkmale: Der Kolkrabe ist der größte Rabenvogel und hat einen kräftigen Schnabel mit befiederter Basis. Zudem hat er ein purpur glänzendes schwarzes Gefieder, lange breite Flügel und einen keilförmigen Schwanz ein gutes Bestimmungsmerkmal.  Beide Geschlechter sind gleich gefärbt. Die Jungvögel sind matt braunschwarz und haben einen weniger keilförmigen Schwanz. Das Weibchen sind geringfügig kleiner als das Männchen, sonst kaum zu unterscheiden.
Länge um 64 cm, Spannweite um 120 cm und haben ein Gewicht von ca. 1,4 kg. Der Kolkrabe kann bis zu 60 Jahre alt werden.  In der Natur fällt die Größe allerdings kaum auf, ebenso wenig wie der keilförmige Schwanz und der kräftige Schnabel. Markanter sind die klangvollen Rufe, wie
“kruk” oder “korrk” in tiefer Tonlage.

Lebensraum:  Die Art ist in nahezu der gesamten Holarktis verbreitet und brütet in einer Vielzahl verschiedener Habitate: von arktischen Küsten Grönlands über boreale und nemorale Wälder bis hin zu Kulturlandschaften, Hochgebirgsregionen und Wüstengebieten. Der Kolkrabe ist vom Nordkap bis zur Sahara heimisch. In Polarnächten schlägt sich sein Atem als Eis auf seinem Gefieder nieder, die Sonne Ägyptens heizt die Gefiederoberfläche auf Temperaturen auf, die jedes Vogelleben gefährden. Kolkraben plündern in nordischen Vogelfelsen und untersuchen die Hinterlassenschaften einer Kamelkarawane in der Wüste Gobi oder in der Sahara. In Mitteleuropa hält sich ein guter Bestand in den Alpen. Auf Runde gehört der hier brütende Kolkrabe zu den Nesträubern, aber auch zur Sanitätsmannschaft, die zur Beseitigung von Tierkadavern in der Vogelkolonie beiträgt. Was sie nicht verdauen können, wie z.B. Vogelfüße, würgt er wieder aus.

Fortpfanzung: Die Brutsaison beginnt im Süden ab Mitte Februar, in Mitteleuropa meist im März, im Norden ab Ende März, so dass die bis zu sieben Jungvögel pro Nest schon im April/Mai flügge werden. Im Spätsommer lösen sich die Familienverbände gewöhnlich auf und die Jungvögel ziehen in lockeren Nichtbrürterschwärmen von bis zu mehreren hundert Tieren umher. Diese konzentrieren sich vor allem an gemeinschaftlichen Schlaf- und Futterplätzen. Jungtiere verbleiben in der Regel einige Jahre in diesen Nichtbrüterverbänden, welche als „Brutreserve“ fungieren: sobald ein Territorium frei wird oder ein Partner eines Paares stirbt, werden aus ihr neue Brutvögel rekrutiert Kolkraben leben in Dauerehe und beanspruchen ein sehr großes Revier. Im Vorfrühling zeigt das Männchen atemberaubende Schauflüge mit Stürzen auf einer Schraubenbahn aus großer Höhe. In ihrem Revier, das sie nie verlassen, besitzt das Rabenpaar meist einige Horste, die es abwechselnd benützt. Schon Mitte Februar, ohne Rücksicht auf das herrschende Wetter, erscheinen die Raben an ihrem Horst, den sie seit 9 Monaten nicht mehr besucht hatten. Sie bessern ihn aus und rammen zurechtgebrochene Äste in seinen Unterbau, als sollte er Jahrhunderte überdauern. Manche Horste sind in der Tat über viele Jahrzehnte hin in Benutzung. Die tiefe Nestmulde wird warm und weich gepolstert, wie es das Winterwetter draußen erfordert. In den Alpen liegen die Horste stets in Felsen oder auf den höchsten Bäumen. Brutdauer 20 bis 21 Tage, Nestlingsdauer 35 bis 42 Tage. Die nordischen Raben brüten auch in Winternächten bei minus 30 Grad. Während das Weibchen brütet und in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen, wird es vom Männchen aus dem Kehlsack gefüttert. Die Mutter hilft den Jungen beim Sprengen der Eier und frisst anschließend die Schalen. Wenn die Jungen Durst haben, bringen ihnen die Eltern eingeweichtes Futter oder tränken sie mit Wasser aus dem Kehlsack. Die Jungen verlassen Ende Mai oder Anfang Juni den Horst, bleiben aber mit ihren Eltern als Familie bis in den Herbst zusammen. Dann verlassen sie das elterliche Revier, nomadisieren ein Jahr lang umher und lassen sich dann auf Lebenszeit in einem eigenen Revier nieder. Als “kluge”, nämlich lernfähige Vögel sammeln sie Erfahrung. Der einzige Feind, der neben dem Menschen den Kolkraben bedroht, ist der Uhu.

Nahrung: Unzutreffend sind die wiederkehrenden Geschichten vom Kälber- und Lämmerkiller. Raben vermögen kein Kalb zu töten. Allenfalls stören sie Herden zur Geburtszeit und können kranke, gehandicapte Jungtiere verletzen. Sie warten auf Tot- und Nachgeburten um sie als „Kadaver-Recycler“ zu entsorgen. Indes lernten dort die Raben, wie man an lecker-süßen Kälberkot kommt: Man nähert sich von hinten dem ruhenden Kalb und pickt es in den Schwanz. Auf diesen Reiz stehen die meisten Kälber auf und koten reflexartig. Diese Strategie wird nun seit mehreren Raben-Generationen praktiziert. Dennoch wird immer wieder die Forderung nach Verfolgung laut, in Missachtung ökologischer Tatsachen und wirksamerer Bekämpfungsmethoden Raben sind anpassungsfähige Fleischfresser mit kleineren Anteilen pflanzlicher Nahrung. Sie streifen mit langsamen Flügelschlägen im Suchflug über ihr Revier oder marschieren gemächlich, aber ausdauernd am Boden und erbeuten, was gerade die Jahreszeit zu bieten hat. Im Mai sind es vor allem Maikäfer, bei einer Mäuseplage stellen sie sich rasch auf Mäuse ein, im Winter versammeln sie sich an Müllplätzen. Am Meer suchen sie im Spülsaum angeschwemmte Meerestiere. Sie treffen meistens als erste am Aas ein und setzen sich dort gegen den Bussard durch. Wo sie häufig sind, wird ihnen die Tötung neugeborener Lämmer nachgesagt. Bei knapper Nahrung überfallen sie auch Hühnerhöfe und erbeuten Küken oder junge Enten. Hauptbeute aber sind wohl überall Insekten aller Art, im Herbst fressen sie auch Beeren.

Allgemeines:  Jung aufgezogene Kolkraben werden überaus anhänglich. Man kann sie dank ihrer Lernfähigkeit gut erziehen und ihnen Freiflug gewähren. Sie lernen die menschliche Sprache täuschend echt nachzuahmen. Sie sind sogar bereit, ihren Pfleger zu verteidigen. Sie fallen aber lästig durch das Verstecken von Schlüsseln, Brillen und dergleichen, und sie können im Alter bösartig gegen fremde Menschen werden.