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Der Kuckuck ist zurück

Kuckuck Foto und © Kaser Burkhard

Kuckuck Foto und © Kaser Burkhard

Kuckuck, kuckuck…..! Dieser Ruf gehört zu einem das bekannteste heimische Vögeln.
Seine charakteristischen Laute sind nicht zu überhören. Sie brachten dem Kuckuck einen Ruf als Wahrsager ein. Ein bekannter Reim lautet: “Kuckuck, Kuckuck, sag mir doch, wie viel’ Jahre leb’ ich noch?”

Es gibt mehr als 140 verschiedene Kuckucksarten und 50 von ihnen betreiben Brutparasitismus. Dabei haben die meisten Kuckucksarten sich an die Umstände angepasst und sind bei der Eiablage zeitlich flexibel. Man vermutet, dass ein Kuckuck den Nestbau eines möglichen Wirtsvogels beobachtet und dabei die Reifung der Eier zeitlich synchronisiert. Legt der Wirtsvogel die Eier ab, ist es auch Zeit für den Kuckuck. Der Vogel ist gar in der Lage, ein fertiges Ei eine gewisse Zeit zu halten, bevor es abgelegt wird. Diese Fähigkeit verschafft die nötige zeitliche Flexibilität.
Der Kuckuck legt Eier in fremde Nester, das ist bekannt. Doch wussten Sie, dass die Weibchen die Eiablage aktiv hinauszögern können?

Jetzt im April ist er zu hören, der signifikante Kuckucksruf. Die Vögel sind aus ihrem Winterquartier in Afrika zurückgekehrt und bereichern bis August die Artenvielfalt hierzulande.

Kuckuck – Foto © You Tube

Der Kuckuck ist ein einsamer Zugvogel mit ausgeprägten Instinkten
Das Max-Planck-Institut hat in einer Studie die Flugwege des Kuckucks unter die Lupe genommen. Heraus kam, dass die Tiere kaum je ihre Flugroute ändern. Sie rasten auf ihrem Weg zurück nach Afrika stets an denselben Plätzen in Europa sowie der Sahelzone. Ein Kuckuck mit dem Sommerquartier Dänemark rastet zum Beispiel auf dem Rückweg nach Afrika in Italien, in der östlichen Sahelzone, an der Elfenbeinküste (Westafrika) und erreicht dann im Tschad sein Winterquartier. Anders als andere Vogelarten ist der Kuckuck ein Einzelgänger. Er bewältigt die 5.000 Kilometer lange Strecke meistens ganz allein. Die ist umso erstaunlicher, da auch junge Kuckucke den Weg auf Anhieb selbstständig finden.
Der Kuckuck gehört zu den bekanntesten Vögeln, selbst die Jüngsten können seinen Ruf nachahmen. Doch kaum jemand kann sagen, warum Wirtsvögel das Kuckucksei nicht bemerken und wie es dem cleveren Vogel gelingt, seine Eier unerkannt unterzubringen. Lesen Sie jetzt fünf spannende Fakten über den Kuckuck.

Kuckuckeier

Kuckuckseier – Der Kuckuck gleicht die eigenen Eier optisch an die Eier des Wirtsvogels an

Zeitpunkt der Eiablage abhängig vom Wirtsvogel
Der Kuckuck legt Eier in fremde Nester, das ist bekannt.  Die Eier der Wirtsvögel unterscheiden sich hinsichtlich der Größe und der Färbung erheblich voneinander, denn jede Vogelart hat ihre eigenen Eier. Warum bemerken die Wirtsvögel dann nicht das Kuckucksei? Es ist kaum zu glauben, aber der Kuckuck gleicht die eigenen Eier optisch an die Eier des Wirtsvogels an. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Anpassung davon beeinflusst wird, von welcher Vogelart das Weibchen selbst ausgebrütet wurde.
Der Kuckuck legt seine Eier in fremde Nester. Dabei bevorzugt er beispielsweise die Nester von Rotkehlchen, Bachstelze, Zaunkönig und Hausrotschwanz. Die Eier sind im Durchschnitt 22,73 × 16,34 mm groß.  Damit sind sie meist etwas größer als die Eier der Wirtsvögel. In Färbung und Musterung gleichen die Kuckuckseier dem Gelege sehr gut, wie die folgenden Abbildungen von Gelegen mit Kuckuckseiern zeigen.
Erstaunliche Vielfalt: Gesprenkelt, bräunlich, blau… das Aussehen von Kuckuckseiern entspricht stets dem Gelege der Vögel, die der Brutparasit „betrügen will“. Der Kuckuck legt Eier in fremde Nester, das ist bekannt. Doch wie bringt der Kuckuck diese Bandbreite an unterschiedlichen Imitationen hervor? Einer genetischen Studie zufolge sind die weiblichen Tiere auf eine bestimmte Wirtsvogelart geprägt und vererben die entsprechende Ei-Optik.

Kuckuckskücken schlüpft zuerst

Maskerade: Kuckuck ähnelt Habicht
Diese Wirtstiere haben eine bestimmte Gemeinsamkeit: Sie sind allesamt kleiner als der Kuckuck und sie fürchten sich vor größeren Raubvögeln. Sie verwechseln den Kuckuck nach Vermutungen von Ornithologen mit einem Habicht, denn beide Vogelarten kennzeichnet ein Streifenmuster am Unterleib. Die ahnungslosen Wirtsvögel fliehen bei seinem Anblick und der Kuckuck hat freien Zugang zu den Nestern.

Kuckuckskücken mit spezieller Mulde auf dem Rücken
Es ist bekannt, dass ein frisch geschlüpfter Kuckuck die anderen Eier aus dem Nest wirft. Weniger bekannt ist aber, dass einige Kuckucksarten dafür eine speziell geformte Einbuchtung auf dem Rücken entwickelt haben. Gelingt es nicht, die anderen Eier aus dem Nest zu werfen, hat das Kuckuckskind trotzdem einen Vorteil. Es wächst schneller und verschafft sich damit einen lebenswichtigen Futtervorsprung.

Text: MARION ROHWEDDER

 

Wo dürfen Drohnen fliegen?

Die Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Wechselhafte Wetterbedingungen erfordern heutzutage eine frühzeitige und flexible Heuernte mit möglichst vielen Grasschnitten, um maximale Futtervorräte anlegen zu können. Dadurch wird der Mähzeitpunkt teilweise immer weiter nach vorn verlegt.
Rehe und andere Wildtiere können dieser rasanten Entwicklung nicht folgen und ihr natürliches Verhalten anpassen. Sie legen nach wir vor ihre Kitze im tiefen Gras ab, in der Annahme die Kleinen hier vor Fressfeinden und anderen Gefahren schützen zu können.
Jährlich sterben durch Mäharbeiten Tausende von Tieren. Da die Rehkitze und Junghasen bis zu einem gewissen Alter keinen Fluchtreflex haben, ist die Gefahr groß, vom Mähwerk erfasst und verstümmelt oder sogar getötet zu werden.

Allgemeine Anforderungen an ein System für die Rehkitzrettung, etc.
Zum zuverlässigen Auffinden von Rehkitzen in Wiesen hat sich die Nutzung von DROHNEN mit Thermalkameras- (Wärmebildkamera-) bewährt. Hierbei wird die Wärmedifferenz zwischen der Umgebung und der Körpertemperatur des jeweiligen Tieres genutzt. Daher beginnt die Rehkitzrettung mit der Drohne auch meistens in den frühen Morgenstunden, wenn die Umgebung noch nicht von der Sonne erwärmt wurde und die Körpertemperatur der Kitze sich deutlich von der Umgebung abhebt. Einzig die Wildschadenbegutachtung könnte allein durch eine RGB Kamera erfolgen, sofern der Anwendungszweck zusätzlich obige Anwendungsfälle abdecken soll, ist auch in diesem Fall eine Drohne mit Thermalkamera nötig.

Darf jeder eine Drohne fliegen? 

 

Drohnenflug Foto © Südtiroler Jagdportal

Kitzrettung mit Drohne und Wärmebildkamera Foto © Südtiroler Jagdportal

Bericht von Julia Koppelstätter  (Südtiroler Tagezeitung)

Über Südtirol fliegen immer mehr Drohnen. Die genaue gesetzliche Lage ist dabei nur wenigen bekannt. Was man als Drohnenpilot darf – und warum die Regeln in Südtirol meist besonders streng sind.

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Auch in Südtirol gibt es immer mehr Hobby-Drohnenpiloten. Doch weder Hobbypiloten noch Passanten oder Grundstücksbesitzer wissen über die genauen gesetzlichen Bestimmungen Bescheid. Auch Polizei und Förster sind nur selten informiert, behauptet Fly Südtirol, ein Unternehmen, das professionelle Drohnenaufnahmen mit geschulten Piloten durchführt.
Bei Flügen von Fly Südtirol, die fast ausschließlich kommerziell durchgeführt werden, kommt es des Öfteren vor, dass sie sich vor Spaziergängern, Wanderern oder Grundstücksbesitzern rechtfertigen müssen. „Sehr viele Leute reagieren ,allergisch‘ auf Drohnen. Viele sind genervt von den Drohnengeräuschen oder haben zum Teil Angst um ihre Privatsphäre“, erklärt Fabian Call, Koordinator von Fly Südtirol.
Oft sind die professionellen Piloten Beschimpfungen oder Drohungen ausgesetzt. Häufig wird auch damit gedroht, die Polizei zu rufen.
Besonders bei Events, die von Fly Südtirol begleitet werden, komme es zu Diskussionen, weiß Call: „Früher reagierte die Mehrheit der Eventteilnehmer sehr neugierig und interessiert, doch heutzutage kommen immer mehr Fragen auf und die Leute wollen Erklärungen. Prinzipiell ist es beispielsweise erlaubt, mit einer Drohne Aufnahmen zu machen, wo Personen sichtbar sind. Es ist jedoch sehr kompliziert, da dabei viele Faktoren zu berücksichtigen sind, zum Beispiel die Distanz zu den Personen und die Erkennbarkeit der Gesichter“, sagt der Koordinator bei Fly Südtirol.
In erster Linie habe das damit zu tun, dass die Passanten Hobbypiloten von professionellen Piloten nicht unterscheiden können. Dabei besitzen letztere die höchsten Flugscheine Italiens und sind somit mit den Vorschriften bestens vertraut. Deshalb wollen sie Hobbypiloten sowie auch alle anderen mit den Regeln bekannt machen.
„Bei den Drohnen gibt es grundsätzlich drei Gewichtsklassen: unter 250 Gramm, bis zu zwei Kilogramm, von zwei bis 25 Kilogramm. Bei der erstgenannten Gewichtsklasse benötigt man nur eine Versicherung und einen QR-Code, aber keinen Drohnenführerschein. Für die zwei letztgenannten Gewichtsklassen gibt es spezifische Führerscheine: A1-A3, A2, A2 Specifico. Je nach Gewichtsklasse und Führerschein gilt es außerdem bestimmte Vorschriften einzuhalten“, sagt der Koordinator bei Fly Südtirol.
Wolle man als Hobbypilot über ein privates Grundstück fliegen, brauche man dafür die entsprechende Drohne, die nicht mehr als 250 Gramm wiegen darf. Dafür ist kein Drohnenführerschein nötig, man muss allerdings 120 Meter über dem Gebäude fliegen. Hat man bereits einen Führerschein, ist es ohne diese Einschränkungen erlaubt.
Aktuell kann den Drohnenführerschein A1-A3 jeder online absolvieren, unterstreicht Call: „Man kann sich ganz einfach anmelden, ein Quiz machen und wenn man besteht, erhält man den Führerschein. Was aber noch lange nicht bedeutet, dass man damit legal überall fliegen darf.”

Drohnenflug - Foto © Südtiroler Jagdportal

Drohnenflug – Foto © Südtiroler Jagdportal

Zudem kommen noch die unzähligen Flugverbotszonen, die das legale Fliegen in Südtirol umso schwieriger machen. Diese sind nicht durch Hinweisschilder gekennzeichnet, sondern auf einer Karte sichtbar, nur an einzelnen Orten, wie dem Pragser Wildsee zum Beispiel, findet man ein solches Schild. Die Entscheidung über eine Flugverbotszone trifft die Flugaufsichtsbehörde ANAC: „Die italienische Flugaufsichtsbehörde ENAC entscheidet über die Flugverbotszonen, gibt entsprechende Informationen an D-Flight weiter, welche dementsprechend eine Karte erstellt, mit genauen Angaben zur jeweiligen Regelung der einzelnen Zonen. Jeder kann auf diese Karte Zugriff haben. Etwa die Hälfte der Einwohner in Südtirol leben in einer Flugverbotszone. Zudem gibt es eingeschränkte Flugzonen, die je nach Einteilung auf eine maximale Flughöhe von 25, 45 und 60 Metern beschränkt sind, und Drohnenaufnahmen nur mit dem Drohnenführerschein A2-Specifico erlaubt sind. In den dunkelroten Zonen, sprich den Flugverbotszonen, ist neben dem genannten Führerschein eine Genehmigung von Seiten der ENAC nötig, um mit der Drohne zu fliegen. Erst sobald man alle nötigen Flugscheine hat, kann man um eine Genehmigung bei der ENAC anfragen, wobei es nicht immer sicher ist, dass man auch eine bekommt.“
Doch wie Call berichtet, hätten nur wenige Personen in Südtirol die nötigen Flugscheine, um in den eingeschränkten Flugzonen und den Flugverbotszonen zu fliegen.
Würde Fly Südtirol zum Beispiel über einem Hotel in Meran fliegen wollen, müssten sie zuerst bei einem Gremium um Erlaubnis anfragen. Bis diese ausgestellt ist, kann das vier bis fünf Wochen dauern. Außerdem muss man dafür 200 Euro bezahlen.
Auch während des Flugs gelten strenge Regeln, sagt Call: „Wir sind während des Fluges mit einem Co-Piloten verbunden. Je nachdem wo wir fliegen, müssen wir immer mit jemandem in Kontakt sein: in Bozen mit dem Flughafen, in Meran mit dem Krankenhaus und so weiter.“
Welche Drohne dabei zum Einsatz kommt, hängt dabei vom Gewicht der Drohne und vom Flugschein des Piloten ab. Je größer die Drohne, desto höher ist der Anspruch für den entsprechenden Flugschein.
Während des Flugs in den Flugverbotszonen gelten strenge Regeln, sagt Call: „Wir sind während des Drohnenfluges mit einem Spotter verbunden. Je nachdem wo wir fliegen, müssen wir immer mit jemandem in Kontakt sein: in Bozen mit dem Flughafen, in Meran mit dem Krankenhaus und so weiter. “ Die Konsequenzen eines nicht legalen Flugs in einer Flugverbotszone, können hohe Geldstrafen und den Entzug der Lizenzen und des Fluggerätes mit sich ziehen.“

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Quelle:  dieser Bericht wurde uns freundlicherweise von der Neuen Südtiroler Tageszeitung GmbH (sofern kein Hinweis vorhanden) zur Verfügung gestellt. 

Rotwildabschuss fehlt – Strafe an Jäger

Vinschger Jäger müssen wegen fehlende Hirschabschüsse Strafe zahlen

 

Kahlwild – Fotorechte Rainer Jakobs

Die Südtiroler Tageszeitung schreibt in der heutigen Ausgabe: Das hat es in Südtirol noch nicht gegeben: Das Land verhängt über mehrere Vinschger Jagdreviere saftige Geldbußen, weil sie 2021 zu wenig Rotwild geschossen haben. Die Jäger erwägen nun vor Gericht zu ziehen.

Ein Auszug/Kopie aus der VINSCHGER ZEITUNG: 
Strafen – Rotwildabschuss nicht erfüllt – Quelle:  Vinschger Zeitung Vom 24.02.2023

 

PRESSEBERICHT

 

 

Wolf, Fuchs, Hund oder Schakal?

Wir wissen zwar wie diese hundeartigen Raubtiere auf Fotos aussehen,  aber können wir diese Wildarten auch in freier Wildbahn unterscheiden, wenn wir ihnen begegnen? Wer hat schon einmal einen Wolf, Fuchs oder Schakal jaulen oder bellen gehört?  Wer erkennt die Trittsiegel dieser 4 hundeartigen Raubtiere? Viele werden sagen:“ Kein Problem“, aber so einfach ist das nicht!     Kein anderes Thema beschäftigt uns zur Zeit mehr wie Wolf und Schakal, fast täglich lesen wir in den Medien über Risse von Nutztieren oder Sichtungen in Dorfsnähe, auf Strassen und auf Schipisten. Diese Raubtiere, bewegen, polarisieren, sind faszinierend und schrecken zugleich viele Menschen ab.  “Das Thema Wolf darf nicht verharmlost werden”, Eine Verharmlosung der Wölfe seitens der Politik und „Wolfskuschler“ und die „Aggression der Andersdenker“ löst einen inneren Alarm aus: „Die Gefahr, die von Wölfen ausgeht, wächst.“ Es gebe immer mehr Nahbegegnungen zwischen Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und dem Wolf.  Die rasante Zunahme dieser Tiere bereitet den Menschen grosse Sorgen, vor allen die Bauern fürchten um ihre Nutztiere. Nicht die JÄGER sondern die POLITIKER  sind für die Wolfsregulierung und Schutz der Nutztiere zuständig.  

Wolf

Wolf – © Fotograf unbekannt

DIE RÜCKKEHR DER WÖLFE und SCHAKALE führt zu grossen Konflikten, trotzdem sind sehr viele Menschen von Anmut, Schönheit und Wildheit der Tiere fasziniert. Der Wolf ist rezent das größte Raubtier aus der Familie der Hunde. Wölfe leben meist in Rudeln, bei denen es sich um Familienverbände handelt. Grundsätzlich stammen alle Hunderassen vom Wolf ab. Wölfe sind intelligent, anpassungsfähig und hoch sozial. Ein Rudel setzt sich aus einzelnen Charakteren zusammen, die sehr individuell sein können.  Aus diesen bildet sich aber auch eine Gruppenpersönlichkeit,  die bestimmt, ob ein Rudel eher freundlich oder ernst oder gar gefürchtet rüberkommt. Eine Wolfsfamilie besteht immer aus Tieren beider Charaktertypen.  Die Leitwölfe sind meist eine Kombination aus beiden und ergänzen sich hervorragend. Die Rangordnung ist bei Wölfen festgelegt. Entschieden wird sie durch die Leittiere. Diese Rangordnung muss nicht erkämpft oder bewiesen werden. Was Mama und Papa sagen, ist Gesetz! Generell gilt im Wolfsrudel an erster Stelle:  Eltern entscheiden. Dann: Ältere, erfahrenere Wölfe entscheiden über jüngere. So kennt jeder seinen Platz, und kann ihn ausfüllen. Grenzen sind gesteckt und innerhalb dieser Grenzen darf sich das Rudelmitglied frei bewegen. Ich fasse zusammen: ALLES dreht sich bei Wölfen um ihre Familie. Sicherheit, Stabilität, Hingabe und Opferbereitschaft. “Je mehr Schutzausrüstung es gibt, desto mutiger und furchtloser wird der Wolf”. Mit anderen Worten, sie passen sich nicht nur an, sondern übernehmen auch die Aufgabe, die Hindernisse zu überwinden, die sie von ihrer “Belohnung” trennen: die Herden. Irgendwie wie eine Laborratte, die getestet werden muss, um den großen Preis zu bekommen…

Fuchs, Schakal, Wolf oder Hund, hier einige Vergleiche:

Aussehen und LEBENSWEISE Die in Europa vorkommenden Wölfe sind meist grau/bräunlich,  auch schwarz oder weiß gefärbt. Die Schwanzspitze ist schwarz. Der Kopf ist dunkel mit hellen bis weißen Partien seitlich des Mauls und an der Kehle. Die Augen des Wolfes sind hellbraun bis gelb und stehen schräg. Im Unterschied zum Schäferhund, mit dem er manchmal verwechselt wird, hat der Wolf eine gerade Rückenlinie und lässt den Schwanz (die Rute) beim Laufen hängen. Die dreieckigen, oben abgerundeten Ohren sind kleiner. Neben dem Gehör des Wolfes sind auch seine Augen hervorragend: Er kann auch in der Nacht ausgezeichnet sehen und hat einen Blickwinkel von 250 Grad. Menschen haben dagegen einen Blickwinkel von 180 Grad. Der Wolf kann hervorragend riechen: Seine Artgenossen und Beutetiere riecht er auf bis zu zwei Kilometern Entfernung. Wie alle Caniden ist der Wolf ein Zehengänger er läuft also auf den Zehen und tritt nicht mit dem ganzen Fuß auf. Der Wolf hat je 5 Zehen an den Vorderläufen und je 4 Zehen an den Hinterläufen. Die 5. Zehe am Vorderlauf ist allerdings im Trittsiegel nicht zu erkennen, da sie höher am Lauf sitzt. Pfotenabdrücke von Wölfen sind sehr groß und denen großer Hunde sehr ähnlich. Anhand einzelner Trittsiegel ist eine Unterscheidung meist nicht möglich. Die Bestimmung benötigt viel Erfahrung im Spurenlesen. Der Abdruck der Pfote eines erwachsenen Wolfes ist bedeutend größer als der eines durchschnittlich großen Hundes. Die Größe der Abdrücke der Wolfspfoten ist abhängig von Alter, Geschlecht sowie von individuellen Eigenschaften. Bei erwachsenen Wölfen beträgt sie 10 bis 13,7 cm in der Länge und 8 bis 9 cm in der Breite. Die Größe der Abdrücke der Wolfspfoten ist abhängig von Alter, Geschlecht sowie von individuellen Eigenschaften. Bei erwachsenen Wölfen beträgt sie 10 bis 13,7 cm in der Länge und 8 bis 9 cm in der Breite. Die Spur des ziehenden Wolfes hat Ähnlichkeit mit der eines Fuchses. Die Pfotenabdrücke der Wölfe sind aber viel größer. Der Wolf trabt anders als ein Hund, indem er die Vorder- und Hinterpfoten in eine Linie setzt und mit den Hinterpfoten in das Trittsiegel der Vorderpfoten tritt. Er hinterlässt somit eine Spur, wie wir sie vom Fuchs kennen, er schnürt. In der Regel ist der Verlauf der Spur geradlinig und nicht durch Abweichungen gekennzeichnet. Auch wenn sich mehrere Wölfe fortbewegen, so geschieht das meist in einer Reihe, wobei jeder nachkommende Wolf in die Trittsiegel des vorausgehenden tritt. Es sieht dann aus, als hätte man nur eine einzige Spur vor sich. Solche Spurenbilder kennen wir von streunenden Hunden nicht.

Wolfsrudel – Fotorechte unbekannt

Wölfe sind soziale Tiere mit starken Bindungen. Sie leben in einer Art Familienverband, dem Rudel. Der Mythos vom Alphatier – also einem Tier, das in der Rangordnung eines Rudels ganz oben an der Spitze steht – existiert unter natürlichen Bedingungen in Europa jedoch nicht.  Frei lebende Rudel bestehen aus einem Elternpaar und dessen Nachwuchs. Jedes Wolfsrudel lebt in seinem eigenen Territorium. Die Größe des Territoriums umfasst rund 150 bis 200 Quadratkilometer und wird durch das Angebot von Beutetieren bestimmt, die in ihm vorkommen.  Wölfe sind in der Regel scheu: Sie ziehen sich zurück, sobald sie einen Menschen wittern. Bei starker Beunruhigung durch den Menschen ist der Wolf überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Er passt sich dem Verhalten seiner Beutetiere an.  Ein Wolfsrudel besteht aus den Elterntieren – die meist ein Leben lang miteinander verbunden bleiben – und dem aktuellen Wurf Welpen sowie den Jungtieren aus dem Vorjahr. Wölfe pflanzen sich einmal im Jahr fort, wobei sich nur die beiden Elterntiere des Rudels paaren. Sie ziehen sich dafür ein paar Tage vom übrigen Rudel zurück. Die Paarungszeit oder auch Ranzzeit ist von Januar bis März. Gerade in dieser Zeit sind Wölfe besonders aggressiv. Nach 61 bis 64 Tagen bringt die Wölfin 1 bis 11 blinde und taube Welpen in einer Höhle zur Welt. Nach etwa 20 Tagen öffnen die kleinen Wolfs-Welpen ihre Augen und nach circa 4 Wochen halten sie sich auch vor der Höhle auf. Nachdem die Welpen von der Mutter entwöhnt wurden (in der Regel nach 7 bis 9 Wochen der Fall), beteiligt sich das ganze Rudel an der Aufzucht der Welpen. Andere Wölfe würgen Futter hervor oder bleiben als Babysitter beim Nachwuchs, während das Rudel samt Wolfsmutter auf Jagd geht. Nach 10 Monaten sind die Wölfe ausgewachsen und nach 22 Monaten geschlechtsreif. Diese Jungtiere verlassen meist mit Eintritt der Geschlechtsreife nach 1 bis 2 Jahren das Rudel, um eine eigene Familie zu gründen. Wenn Wölfe heulen markieren sie ihr Territorium und nehmen Kontakt zu Artgenossen auf. Innerhalb seines Territoriums legt ein Wolf täglich weite Strecken bis zu 20 Kilometer zurück. Junge Wölfe, die vom Rudel abwandern, um ein eigenes Rudel zu gründen, schaffen sogar bis zu 80 Kilometer am Tag. Dabei läuft der Wolf als Ausdauerläufer durchschnittlich 10 bis 12 Stundenkilometer im Trab. Bei kurzen Sprints schafft er sogar Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h.

STIMME vom WOLF

Das Wolfsgeheul ist besonders markant. Dem Wolfsgeheul haftet etwas Trauriges an. Die Laute haben aber nicht unbedingt einen negativen Hintergrund. Wenn Wölfe heulen, wollen Sie miteinander kommunizieren. So einsam das Wolfsgeheul auch klingen mag, es drückt im Grunde die Zugehörigkeit zum Rudel aus. Das Heulen eines Wolfes wird vom Rudel erwidert. Die Tiere können das Geheul aus bis zu 15 Kilometer Entfernung vernehmen und markieren auf diese Weise auch ihr Revier. Anderen Wölfen wird signalisiert: “Bis hierhin und nicht weiter.” Lassen sich fremde Wölfe durch den wölfischen Chor nicht aus dem Jagdrevier vertreiben, kann dies zu Kämpfen um das Territorium führen. Das Heulen der Wölfe ist ein Ausdruck bestimmter Emotionen. Sie „heulen“ fehlenden Rudelmitgliedern hinterher. „Wölfe sindinteressante Tiere. Sie haben ein hochentwickeltes Sozialverhalten“,

Goldschakal

 

Goldschakal-Quelle-OÖ LJV.

Wie sieht ein Goldschakal aus? Während die meisten Menschen ungefähr wissen, wie ein Wolf oder ein Fuchs aussieht, ist der Goldschakal der breiteren Öffentlichkeit allerdings vollkommen unbekannt. Das liegt zum einen daran, dass Canis aureus, so der lateinische Name, sehr scheu ist und vor allem in der Dämmerung und in der Nacht jagt und wandert. Der Goldschakal (Canis aureus) ist eine eng mit dem WOLF verwandte Art der Hunde. Er ist der einzige Schakal der in Europa verbreitet ist. Der gefährlichste natürliche Feind des Goldschakals ist der Wolf.  Die Anwesenheit eines Wolfsrudels in einer Gegend führt oft zur Abwanderung oder zum Tod einer Schakalfamilie. Man nimmt an, dass es früher auf europäischem Boden überhaupt keine Schakale gegeben hat. Die Abwesenheit von Wölfen könnte in naher Zukunft die weitere Ausbreitung von Schakalen nach Süd- oder gar Mitteleuropa begünstigen. Kennzeichen Der Goldschakal (Canis aureus) gehört in die Familie der Hundeartigen mit einem Körpergewicht von 7-15 kg und einer Schulterhöhe von 44-50 cm. Wenig größer als der Rotfuchs und deutlich kleiner als der Wolf erkennt man den Goldschakal an seinem gelbgrauen, manchmal rötlichen Fell, mit Schwarztönen an Rücken und Schwanzspitze und der namensgebenden goldenen Fellfarbe der Flanken und Läufe.

Pfote Goldschakal (Quelle: Hatlauf/DJV)

Der Goldschakal gehört zu den mittelgroßen Karnivoren (Fleischfressern Der Goldschakal sieht ein bisschen aus wie eine Mischung aus Wolf, Fuchs und Hund  Der Goldschakal ist nur wenig größer als ein Fuchs und deutlich kleiner als ein Wolf. ).  Im Vergleich zum Fuchs hat er eine kurze und buschige Rute. Das Trittsiegel des Goldschakals ähnelt dem eines großen Fuchses, seine Mittelballen sind jedoch im unteren Teil verwachsen. Die Ohren haben eine spitze Form und liegen weit voneinander entfernt. Der Geruchssinn des Goldschakals ist sehr gut ausgebildet.  Tatsächlich sieht er aus wie eine (biologisch unmögliche) Kreuzung aus den beiden. Der Goldschakal erreicht eine Schulterhöhe von 44 bis 50 Zentimetern und ein Maximalgewicht von rund acht bis 15 Kilogramm. Typisch für den Goldschakal ist das namengebende, gelb-graue Fell, ein kurzer, buschiger Schwanz mit dunkler Spitze – und das weiße Fell an Schnauze und Kehle. Schakal ist die Bezeichnung mehrerer Arten der Wildhunde von wolfsähnlicher Gestalt, die deutlich kleiner sind als Wölfe. Sie nehmen ähnliche ökologische Nischen ein und stehen damit in Gebieten, in denen sich ihre Verbreitungsgebiete überschneiden, in Konkurrenz zueinander.

Goldschakal

Der Goldschakal schleicht sich ähnlich wie der Fuchs an seine Beute an und springt dann überraschend auf sie los. Der Goldschakal ist dämmerungs- und nachtaktiv. Goldschakale sind scheu, sie meiden den Kontakt mit Menschen und sind nur sehr selten zu sehen. Auch sein breites Nahrungsspektrum und seine gute Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Lebensräume ähneln dem eines Fuchses. Durch die Überschneidung des Beutespektrums konnte beobachtet werden, dass dort, wo beide Arten parallel vorkommen, die Dichte der Füchse abgenommen hat. Füchse meiden die Anwesenheit von Goldschakalen, die sie durch Kot und Markierstellen wahrnehmen. Der Goldschakal ist in seiner Lebensraumwahl flexibel und kann sich gut an verschiedene Gegebenheiten anpassen. Offene und gehölzfreie Landschaften meidet er aber eher. Gute Bedingungen und genügend Nahrung findet er in einer reich strukturierten Agrarlandschaft und in Feuchtgebieten vor. Der Goldschakal ist ein Allesfresser und passt sein Fressverhalten an die Verfügbarkeit der Saison und Umgebung an. Der Goldschakal ist ein Generalist, das heißt, er ernährt sich von einer großen Vielfalt an Beutetieren (u.a. Nagetiere, Hasenartige, Reptilien, Amphibien, Vögel, Insekten). Beeren und Früchte, Aas oder Schlachtabfälle können ebenfalls Teil seiner Nahrung sein, was ihm ermöglicht, sich in unterschiedlichen Habitaten anzusiedeln. Goldschakale jagen solitär, in Paaren oder im Rudel. Sie jagen kleine bis mittelgroße Beute – es werden auch Nutztiere wie Schafe oder größere Tiere von ihm erbeutet. Die Paarungszeit ist von Januar bis Februar. Ende April/Anfang Mai bringen die Fähen drei bis fünf Jungtiere zur Welt, mit einer Säugezeit von 6 bis 8 Wochen. Goldschakale haben eine Lebenserwartung von 8 bis 9 Jahren. Meistens bleibt ein Paar ein Leben lang zusammen. Die Territorien der Paare betragen ungefähr zwei bis sechs Quadratkilometer. Manchmal bleibt ein Jungtier bei den Eltern, um sie bei der Aufzucht der Jungtiere zu unterstützen.

STIMME GOLDSCHAKAL

Wenn ein Goldschakal heult, dann klingt das wie eine Mischung aus Winseln und Schreien. Fast wie eine Sirene. Manchmal kommt auch nur ein Knurren aus der Kehle des Goldschakals. Oder ein heiseres Bellen. Kommunizieren können die Schakale untereinander über verschiedene Laute, wie etwa bellen, winseln oder heulen, wie du es zum Beispiel von Haushunden kennst.

FUCHS – ROTFUCHS

Fuchs © Reiner Jacobs

STIMME FUCHS

Während der Paarungszeit sind häufig schreiende und bellende Geräusche von einem Fuchs zu hören, die über weiter Distanzen zu vernehmen sind. Die weiblichen Füchse, Fähen genannt, locken die männlichen Rüden mittels lauter, schriller Schreie an. Letztere antworten mit heiserem Bellen. Füchse kommunizieren über eine Vielzahl von Lauten, wie zum Beispiel Bellen, Knurren oder Winseln. Ähnlich wie bei Hunden spielen auch Gesichtsausdrücke und Körperhaltung eine wichtige Rolle in der Kommunikation mit Artgenoss:innen. Neben den Lautäußerungen kommunizieren die Tiere auch über Gerüche untereinander.

Siehe den Bericht Verhaltenund Lebensweise  im Südtiroler Jagdportal bei NIEDERWILD

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HUND

 

Wolfshunde werden auch als Haustiere gehalten – Foto von Thomas Kunas

STIMME HUND: Rotweiler, Mischling, Schäferhund und Hirtenhund 
Wuffen gefolgt von kurzem, mittlerem, schnellem Bellen: Wachsame Hunde warnen vor drohender Gefahr. Kurzes, tiefes Bellen: Drohung, Kampfbereitschaft oft in Kombination mit Knurren und Zähnefletschen. Hohes, hysterisches Bellen: Angst, oft in Kombination mit Jaulen.
Siehe den Bericht, Lebensweise, Zucht……….usw.  im Südtiroler Jagdportal bei JAGDHUNDE
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Bericht: Südtiroler Jagdportal PW –
Quelle Text: aus verschiedenen Presseberichten
Stimmen: Musikverlag AMPLE (rechtlich erworben) 
© alle Rechte vorbehalten

 

Wildwarner für mehr Sicherheit auf den Straßen

 03.01.2023, 15:37

740 Wildunfälle in 6 Jahren

Für mehr Sicherheit für Fahrende und Tiere sollen rund 750 zusätzliche Wildreflektoren sorgen, die der Straßendienst des Landes kürzlich an mehreren Straßenabschnitten montiert hat.

 

Jagdsverbandsgeschäftsführer Benedikt Terzer und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider besprechen, auf welchen Straßenabschnitten die Wildwarner besonders gebraucht werden. (Foto: LPA/Ingo Dejaco)

  • Um Wildtiere und Fahrende besser zu schützen, hat der Straßendienst des Landes auf neuralgischen Straßenabschnitten in Südtirol vor Weihnachten 750 zusätzliche Wildreflektoren angebracht. (Foto: Amt für Jagd und Fischerei)

    Foto Autor Unbekannt

    Ein Crash mit RehHirsch und Artgenossen passiert meist in Dunkelheit und Dämmerung. Rund 740 Wildunfälle gab es in den vergangenen sechs Jahren laut Daten des Landesamts für Jagd und Fischerei im Durchschnitt jährlich auf Südtirols Straßen. “Um Mensch und Tier auf neuralgischen Abschnitten besser zu schützen, hat der Straßendienst des Landes vor Weihnachten dort rund 750 zusätzliche Wildwarner angebracht”, sagt Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.
    Die blauen Reflektoren sollen Wildtiere in der Nacht und in der Dämmerung davon abhalten, eine Straße zu überqueren, wenn sich ein Fahrzeug nähert. Das Fahrzeuglicht wird von den Reflektoren längs des Straßenrandes zurückgeworfen und bildet eine Lichtbarriere. Wildtiere empfinden die Farbe Blau als bedrohlich und flüchten deshalb meistens.
    An welchen Straßenabschnitten der betroffenen insgesamt zehn Staats- und Landesstraßen und in welcher Position die Wildwarner angebracht werden sollten, wurde zuvor bei einem Treffen mit Vertretern des Südtiroler Jagdverbands zum Thema Wildwechsel im Detail besprochen. “Gerade hier war das praktische Wissen des Jagdverbands wichtig, um für mehr Sicherheit auf den Straßen zu sorgen”, sagt Landesrat Alfreider und dankt dem Jagdverbandsgeschäftsführer Benedikt Terzer für die Zusammenarbeit.
    Um Unfälle generell zu vermeiden, sollten Fahrzeuglenker gerade in der Nähe von kleinen Wiesen und Wäldern besonders langsam fahren sowie abblenden, hupen und bremsen, falls ein Tier am Straßenrand ist, rät das Landesamt für Jagd und Fischerei. Ein Aufprall auf ein Reh bei Tempo 100 Kilometern pro Stunde entspreche der Wucht einer halben Tonne Gewicht auf das Fahrzeug.

Quelle: Autonome Provinz Bozen – Presseamt – san

Das Braunkehlchen ist Vogel des Jahres 2023

Bei der dritten öffentlichen Vogelwahl sind fünf Kandidaten ins Rennen um den Titel gegangen: Braunkehlchen, Feldsperling, Neuntöter, Teichhuhn und Trauerschnäpper. Mit komfortablem Abstand konnte das Braunkehlchen mit 58.609 Stimmen auf das Podest fliegen und übernimmt ab Januar 2023 das Amt als “Vogel des Jahres”. Bis dahin war der Wiedehopf (Vogel des Jahres 2022) der amtierende. Die Entscheidung ist eindeutig: Mit rund 43,5 Prozent der Stimmen hat sich das Braunkehlchen gegen den Feldsperling (18 Prozent), den Neuntöter (16,3 Prozent), den Trauerschnäpper (15,6 Prozent) und das Teichhuhn (8,5 Prozent) durchgesetzt. Diese hätten mit dem Braunkehlchen diesmal einer europaweit stark gefährdeten Vogelart die für sie so dringend nötige Aufmerksamkeit verschafft, teilten Nabu und LBV mit. Das Braunkehlchen leide unter der intensiven Landwirtschaft, denn es brauche artenreiche Wiesen und Blühstreifen. Braunkehlchen sind Brutvögel des extensiv genutzten Grünlands, vor allem mäßig feuchter Wiesen und Weiden. Auch Randstreifen fließender und stehender Gewässer, Quellmulden, Streuwiesen, Niedermoore, nicht gemähte oder einmahdige Bergwiesen, Brachland mit hoher Bodenvegetation sowie sehr junge Fichtenanpflanzungen in hochgrasiger Vegetation werden besiedelt. Die Vielfalt reduziert sich auf bestimmte Strukturmerkmale, unter denen höhere Sitzwarten, wie Hochstauden, Zaunpfähle, einzelne Büsche, niedrige Bäume und sogar Leitungen als Singwarten, Jagdansitz oder Anflugstellen zum Nest eine wichtige Rolle spielen. Die bestandsbildende, tiefer liegende Vegetation muss ausreichend Nestdeckung bieten und mit einem reichen Insektenangebot die Nahrungsverfügbarkeit gewährleisten.

Foto & © wildkamerazittauergebirge

Das Braunkehlchen ist 12 bis 14 Zentimeter groß und hat seinen Namen von seiner braun-orangen Brust und Kehle. Als Wiesenbrüter baut es sein Nest am Boden. Damit hat der Singvogel aus der Familie der Fliegenschnäpper schlechte Karten, wenn in der intensiven Landwirtschaft Wiesen häufig gemäht werden und Ackerflächen selten brach liegen. Ungemähte Blühstreifen könnten der Art helfen. Das Braunkehlchen wird in der Roten Liste als „stark gefährdet“ geführt.

Als Ruf des Braunkehlchens ist ein gimpelähnliches djü (djit oder djüt), häufig in Verbindung mit dem fast tonlosen, schnalzenden Warnruf zk zk oder tk tk zu hören. Sein Reviergesang setzt sich aus kurzen Strophen geräuschhaft und gepresst klingender Laute sowie aus flötenden Elementen zusammen, die in unregelmäßigen Wechseln wiederholt werden.

 

Das Braunkehlchen ist ein Zugvogel und wenn die Braunkehlchen im Herbst den Flug mit über 500 km in die wärmeren Länder antreten, werden sehr viele abgeschossen oder mit Netzen gefangen. Denn sie überwintern im tropischen Afrika und sind daher Langstreckenzieher. Wie viele andere Zugvögel auch, fliegen Braunkehlchen auch nachts, tagsüber suchen sie nach Nahrung oder ruhen sich aus.

Die Jagd auf Vögel, darunter insbesondere Zugvögel, ist eine weit verbreitete Freizeitbeschäftigung mit teilweise sehr langen Traditionen, der bis heute mehrere Millionen Jäger und Vogelfänger in Europa nachgehen. Der Rahmen für die Jagdgesetzgebung in den einzelnen Mitgliedstaaten der EU wird durch die Bestimmungen der 1979 verabschiedeten Europäischen Vogelschutzrichtlinie (VRL) vorgegeben, die für das Gebiet der Europäischen Union (EU) in Annex II insgesamt 82 Vogelarten als „jagdbar“ einstuft, darunter auch zahlreiche mittlerweile im Bestand bedrohte Arten. Vor dem Hintergrund des massiven Rückgangs vieler ziehender Arten wie Kiebitz, Turteltaube oder Feldlerche wird immer wieder diskutiert, ob und in welchem Ausmaß die legale Vogeljagd dafür verantwortlich ist und ob eine weitere Bejagung angesichts von deren unvorteilhaften Erhaltungsstatus weiter nachhaltig sein kann oder verboten werden sollte. Um entsprechende Bewertungen für einzelne Arten bzw. Populationen vornehmen zu können, müssen neben Zahlen zur Bestandsgröße und Reproduktion auch Daten zu Abschüssen im gesamten Jahreslebensraum ausgewertet werden. In vielen Gegenden Italiens hält sich bis heute hartnäckig der Vogelfang. Vor allem Stell- und Schlagnetze sind weit verbreitet, aber auch Leimruten und andere Fallen sind noch zu finden. Lebende Vögel werden meist an “Vogelliebhaber” verkauft oder an Jäger, die sie als Lockvögel verwenden. „Die Tradition des Vogelfangs kommt aus Italien, und gleichzeitig ist Italien das Land, das am meisten dagegen vorgeht“, sagt Andrea Rutigliano. Der Italiener arbeitet für die deutsche Organisation „Komitee gegen den Vogelmord“ im Mittelmeerraum. „Aber am besten kämpfen Deutsche und Italiener zusammen.“In Italien gehen rund 600.000 Jäger auf die Pirsch. Weil im Süden Italiens Paarhufer wie Rehe und Hirsche früher selten waren, hat sich hier eine Tradition der Zugvogeljagd entwickelt.  
Mit dem Inkrafttreten des Jagdgesetzes im Jahr 1992 hat Italien die EU-Vogelschutzrichtlinie umgesetzt und damit auch den Verkauf von geschossenen Singvögeln untersagt. Nicht nur die Jagd bedrohen unsere Singvögel, auch die Zunahme der Greifvögel und des Raubwildes, vor allem Katzen minimieren die Vogelarten. 43 Prozent der 259 regelmäßig brütenden heimischen Vogelarten mussten in die neue Rote Liste aufgenommen werden. Fast jede zweite Brutvogelart steht nun auf der neuen Roten Liste und ist somit bedroht.